Crash 2020 – wie lange hält der Bullenmarkt?

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Sonntag, 29. Dezember 2019 13:53:00

Die Sektkorken knallen zum Jahreswechsel auch für die Anleger. Das Börsenjahr 2019 hätte nicht besser ausfallen können: Neue Allzeit-Hochs an der Wall Street und neue Jahreshochs beim DAX. Die Moskauer Börse bleibt top mit einer klaren Outperformance und einem Plus von über 40 Prozent. Die beiden Muster-Depots im Börsenbrief EAST STOCK TRENDS erreichten ein Plus von 51 Prozent bzw. 36 Prozent. Wie aber geht es weiter im nächsten Jahr der „Ratte“? Andreas Männicke gibt seine Einschätzung aber auch im neuen EastStockTV-Video, Folge 174 unter www.YouTube.com.

Sektkorken knallen an der Wall Street und der Moskauer Börse

Die Sektkorken knallten am 27. Dezember bereits an der Wall Street schon vor dem Jahreswechsel: Der Dow Jones Industrial Index (DJI) erreichte am 27. Dezember ein neues Allzeit-Hoch mit erstmals 28.700 Indexpunkten und der NASDAQ Composite Index mit über 9000 Indexpunkten. Dies bedeutet ein Plus von 23,8 Prozent in 1 Jahr beim DJI und sogar 36,9 Prozent beim Technologie-Index in den USA. Aber auch der DAX erfreute die Anleger mit einem Plus von 28,5 Prozent in 1 Jahr bei einem Indexstand von 13.304 Indexpunkten, was nicht mehr weit vom Allzeit-Hoch von 13.600 Indexpunkten entfernt ist. Der bis 31. Januar wohl sicher stattfindende Brexit hat seinen Schrecken an den Weltbörsen verloren. Im Gegenteil:. das britische Pfund stieg auf ein neues Jahres-Hoch von 0,85 EUR/GBP

Moskauer Börse bleibt top

Noch viel besser schnitt, aber der russische Aktienmarkt ab: der Russian Trading-Index (RTS) stieg in 1 Jahr in US-Dollar sogar um 46,6 Prozent, wobei sich zu den Kursgewinnen auch hohe Währungsgewinne von über 10 Prozent gesellten. Insofern waren auch russische Rubelanleihen eine sehr attraktive Geldanlange mit Renditen von weit über 15 Prozent ungerechnet in Euro. Die gute Performance am russischen Aktien- und Anleihenmarkt war aber auch dem hohen Ölpreis zu verdanken. Nach den angekündigten Förderkürzungen der OPEC um 500.000 Barrel am Tag stieg der Brentölpreis in den letzten Wochen um über 10 Prozent von 60 auf 68 US-Dollar/Barrel Der WTI-Ölpreis stieg sogar um über 30 Prozent in diesem Jahr auf zuletzt 61 US-Dollar/Barrel.

LUKoil mit neuen Allzeit-Hochs

Der russische Öl-Konzern LUKoil erreichte daher auch ein neues Allzeit-Hoch mit knapp 90 € und der Gaskonzern Gazprom stieg in diesem Jahr um über 80 Prozent auf 7,4 €, da er zuvor die Dividende um 30 Prozent anhob. Der russische Aktienmarkt bleibt aber trotz der starken Kurssteigerungen der am niedrigsten bewertete Aktienmarkt der Welt mit den höchsten Dividendenrenditen der Welt.

US-Sanktionen gegen Russland wegen des Baus der Nordischen Pipeline belasten

Auch die neuen Sanktionen der USA gegen den Bau der Nordischen Pipeline konnten den Rubel und die Moskauer Börse nicht destabilisieren. Die USA wollen damit nur bezwecken, dass sie ihr wesentlich teureres Flüssiggas nach Europa verschiffen und verkaufen können. Aber auch Polen hat schon angekündigt, dass sie fortan kein Gas mehr von Gazprom erhalten wollen. Gazprom will nun die letzten 300 km in Eigenregie fertig bauen, was die Kosten aber erhöhen und die Fertigstellung verzögern wird.

Die neuen US-Sanktionen gehören in die Kategorie „kalter Krieg“ zwischen den USA und Russland. Russland will sich daher jetzt immer mehr eine Festung aufbauen, auch im Internet. Der ukrainische Gaskonzern Naftogaz erhielt nun 2,9 Mrd. US-Dollar von Gazprom. Die Ukraine will aber auch fort an 2 Mrd. US-Dollar für die Transitgebühren bekommen, während Russland die Ukraine möglichst umgehen will.

Normandiegespräche im März 2020 bedeutsam für die Ukraine und für Russland

Wichtig für die Ukraine und Russland sind die nächsten Normandiegespräche im März 2020 und die Fortsetzung des sogenannten Minsk 2-Prozesses. Man darf gespannt sein, ob es dem neuen ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyi gelingt, der Donbas-Region einen Sonderstatus zu geben und freie Wahlen im nächsten Jahr in der Ost-Ukraine stattfinden zu lassen. Gelingt dies, könnte die EU sogar erstmals geneigt sein, die Sanktionen schrittweise abzumildern. Dafür muss die Ukraine aber auch wieder Zugriff über die Grenze zu Russland bekommen und schwere Waffen müssten abgezogen werden sowie das strittige Gebiet entlang der Demarkationslinie müsste von Minen geräumt werden.

Macron fordert eine strategische Partnerschaft mit Russland

Die letzten Normandiegespräche in Paris brachten zwar noch keinen Durchbruch, aber doch eine weitere Annäherung und Gesprächsbereitschaft, was besser ist, als nur die Waffen sprechen zu lassen. Der französische Präsident Macron fordert von der EU auch eine strategische Partnerschaft mit Russland, um Russland nicht in die Hände von China zu treiben, die jetzt schon gemeinsame Militärmanöver abhalten. Die NATO soll die alten Feindbilder ablegen und konstruktiver mit Russland ins Gespräch kommen.

Südosteuropa glänzt mit guter Performance

Sehr positiv entwickelten sich aber auch einige Aktienmärkte aus Osteuropa, wie vor allen die Balkanländer aus Südosteuropa. So erreichte der ROTX-Index, ein Kunstprodukt der Wiener Börse für die Bukarester Börse aus Rumänien, ein stattlichen Plus von über 32 Prozent. Er schnitt damit sogar noch besser ab als der DAX.

Was machen die Notenbanken in 2020?

Das nächste „Jahr der Ratte“ (nach dem chinesischen Horoskop bedeutet dies Cleverness, Raffinesse, Widerstandkraft und Zähigkeit) ist ein Wahljahr in den USA, was in der Regel immer gute Börsenjahre sind. Sehr viel wird davon abhängen, welche Erfolge Trump bei den fortgesetzten Handelsgesprächen mit China zu verzeichnen hat. Bleiben die Zölle so hoch wie jetzt, muss jeder Amerikaner durchschnittlich 1000 US-Dollar mehr im Jahr ausgeben, was die Inflation anheizen könnte. Wie darauf dann die FED reagieren wird, bleibt abzuwarten. Spannend wird es auch, on die EZB-Chefin Lagarde die Minuszinsen noch weiter erhöhen wird, was nicht nur schlecht ist für alle Sparer, sondern alle große Kapitalsammelstellen wie Pensionskassen, Versicherungen, Bausparkassen und Banken ist, denen das Geschäftsmodell entzogen wird. Es gibt immer wieder Gerüchte und Spekulationen, dass die Notenbanken im Ernstfall auch Aktien kaufen wie es die Schweizer Notenbank und japanische Notenbanke schon lange machen.

Trump hat noch viele Baustellen fertigzustellen

Da im nächsten Jahr im November ein neuer US-Präsident gewählt wird, wird das nächste Jahr nicht unbeeinflusst von politischen Ereignissen sein. Dabei hat Trump mehrere Herausforderungen zu meistern wie innenpolitisch das Amtsenthebungsverfahren und außenpolitisch auch einige Baustellen wie die ungelösten Konflikte mit Nord-Korea, Iran, Venezuela, Ukraine, China und Russland.

Kommt Deutschland in 2020 in eine Rezession?

In Deutschland bleibt es abzuwarten, ob Deutschland in eine Rezession schlitterrt oder nicht. Die Industrie schwächelt schon lange, vor allem der Maschinenbau und die Automobilindustrie. In Deutschland könnte es aber auch zu einer politischen Krise kommen, wenn die SPD das Handtuch wirft und die Koalition vorzeitig auflöst. Aber auch in Frankreich wird die Wirtschaft durch lang anhaltende Streiks geschwächt.

Crash-Propheten nehmen zu

Wenn Deutschland in eine Rezession kommt, kommt es sehr darauf an, wie die EZB darauf reagieren wird. Die Banken müssen in einer solchen schwierigen Phase gestärkt und nicht geschwächt werden. Die Ertragserosion der Banken ist aber schon jetzt unübersehbar und die Eigenkapitaldecke ist sehr dünn, was nicht ganz ungefährlich ist. Insofern sollte jeder Anleger sich auch Gedanken über die Warnungen von Marc Friedrich/Mathias Weik, Markus Krall und Prof. Max Otte machen. Einen „Draghi-Crash“ kann es freilich nicht mehr geben, höchstens einen „Lagarde-Crash“, was auf das Gleiche heraus kommt. Es gibt nicht wenige, die dann sogar Russland als relativ „sicheren Hafen“ im Fall einer neuen Bankenkrise in Europa betrachten. Die Sberbank ist schon in Staatshand und macht weiterhin hohe Gewinne in Russland

Gold als sicherer Hafen bleibt in Deutschland gefragt – Bitcoin als Outperformer

Gold und Kryptowährungen dürften auch von den Unsicherheiten am ohnehin relativ hoch bewerteten US-Aktienmarkt profitieren. Gold stieg in US-Dollar um 18 Prozent auf 1511 US-Dollar/Unze und 20 Prozent in Euro auf 1352 EUR/Unze. In Euro machte der Goldpreis schon ein neues Allzeit-Hoch, in US-Dollar freilich noch nicht. Vor allen in Deutschland bleibt Gold als „sicherer Hafen“ sehr gefragt. Die Nachfrage nach Gold ist bei Degussa stark gestiegen.

Der Silberpreis enttäuschte hingegen in diesem Jahr, da er „nur“ um 15,4 Prozent auf 17,75 USD/Unze anstieg. Dagegen konnte Palladium um 51,9 Prozent in 1 Jahr auch wegen des „Dieselgate“ zulegen und Nickel um 34 Prozent, was beides gut war für den größten Palladiumproduzenten der Welt NorNickel aus Russland ist, der auch ein neues Allzeit-Hoch erreichte. Auch der Bitcoin stieg in 1 Jahr um 90 Prozent und war damit einer der besten Geldanlagen der Welt in 2019. Freilich war der Bitcoin-Kurs dieses Jahr schon bei fast 11.000 € und nun nur noch bei etwa 6500 €. Er bleibt damit sehr volatil und somit für den Handel ungeeignet.

Auch Goldaktien bleiben in Russland interessant

Im Börsenbrief EAST STOCK TRENDS (www.eaststock.de) werden sowohl die russischen „Dividendenperlen“, aber auch attraktive russische Goldaktien vorgestellt. Surgutneftegas war im Oktober 2019 meine „Aktien des Monats“ im EST und sie stieg seitdem schon über 30 Prozent! Aber auch das „goldige“ Muster-Depot mit russischen Goldaktien wie Polyus Gold u.a. stiegen um 49 Prozent und der Goldproduzent Petropavlovsk sogar um 134 Prozent. Das Depot mit den russischen „Dividendenperlen“ mit Gazprom, LUKoil & Co stieg schon um 36 Prozent in diesem Jahr. Im neuen EAST STOCK TTRENDs wurden nun einige attraktive Turn around-Aktien aus Russland in ein neues Muster-Depot genommen.

Leider gibt es bankenseitig und auch von Vermögensberatern kaum eine Beratung für deutsche Anleger bei der Auswahl von russischen Aktien oder Russlandfonds. Daher haben die meisten deutschen Anleger das beindruckende Rally an der Moskauer Börse in diesem Jahr wohl schon wieder verpasst. Die Osteuropa-Börsen werden in den Medien immer noch sehr stiefmütterlich behandelt. Selbst etablierte Börsenmagazine nehmen sich diesem spannenden Thema nicht oft an. Eine rühmliche Ausnahme ist der „Aktionär“ mit seinem neuen Jahrbuch 2020, wo es einen langen Artikel über den russischen Aktienmarkt gibt mit einem Interview mit mir.

Erst informieren, dann investieren

Informieren Sie sich jetzt auch ausführlich über die Hintergründe und die Entwicklung der Ukraine/Russland-Krise aber auch das zukünftige Erholungspotential der unterbewerteten Aktien aus Osteuropa. Auch im Baltikum, Rumänien und der Ukraine gibt es neue Chancen, wobei die jeweiligen Aktienindices seit Jahresbeginn 2019 alle im Plus sind. So konnten sich einige ukrainische Agraraktien seit 2016 im Kurs schon mehr als verdoppeln und in 2018 stieg der PFTS-Index schon wieder über 70 Prozent. Die Aktien aus Kasachstan zählten 2017 zu den Top-Performern der Welt (+56 Prozent), nicht aber in 2018 und auch nicht in 2019.

In 2018 zählten aber schon wieder 10 Aktienmärkte aus Osteuropa zu den am besten performenden Aktienmärkten der Welt, die alle den DAX und auch den US-Aktienmarkt klar outperformen konnten. Nun ist die Moskauer Börse schon wieder der klare Outperformer unter allen Weltbörsen mit einem Plus von über 46 Prozent in Euro. Aber auch die Bukarester Börse (Rumänien) stieg schon um über 32 Prozent. Die Aktienmärkte in Südosteuropa und auch in den baltischen Ländern blieben sehr stabil im Plus (Kroatien +13 Prozent). Es lohnt sich also weiterhin ein Blick über den Tellerand nach Osteuropa.

Bestellen Sie daher jetzt auch ein Probe-Abo (3 Ausgaben per Email für nur 15 €) des monatlich erscheinenden Börsenbriefs EAST STOCK TRENDS (EST) mit einem weiteren Ukraine/Russland-Special und einem Dividenden-Special sowie mit vielen Hintergrund-Informationen und neuen Anlage-Vorschlägen wie mit der "Aktie des Monats“ und lukrativen Zertifikaten unter www.eaststock.de, dort unter Börsenbrief.

Der letzte EST erschien am 20. Dezember 2019. Die neuen Muster-Depots des EST konnten bereits um 36 und 51 Prozent im Wert zulegen. Das Muster-Depot des EST war zuletzt in 2018 mit 6 Prozent im Plus. Die „Aktie des Monats“ aus dem September 2018 Polyus Gold stieg bereits um über 50 Prozent in 12 Monaten und die Goldaktie Petropavlovsk sogar um 134 Prozent. Ende 2018 wurde ein neues „goldiges“ Muster-Depot im EST aufgemacht, das bereits mit 51 Prozent in Plus ist. Die „Dividendenperle“ Gazprom stieg sogar um über 40 Prozent in wenigen Tagen im Mai nach der Ankündigung der Dividendenerhöhung, Surgutneftegas nun aber auch.

Interview-Hinweise: Das letzte Radio-Interview fand am 9. Dezember 2019 in Börsen Radio Networks statt. Die letzten TV-Interviews in N-TV-Telebörse fanden am 4. Dezember 2019 statt ebenso wie ein Interview im Aktionärs TV. Sie können sich die Interviews jetzt bei www.eaststock.de, dort unter der Rubrik „Interviews“ runterladen, ebenso wie das gleichnamige EastStockTV-Video, Folge 174. By the way: haben Sie schon den YouTube-Kanal EastStockTV abonniert?

 

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Männicke in Börsen Radio Networks über Osteuropa

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