Mini-Crash an der Wall Street - und nun?

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Sonntag, 14. Oktober 2018 23:05:00

Die Wall Street erlebte am 10. Oktober den größten Kurseinbruch seit langer Zeit. Der Dow Jones Industrial Index fiel um über 3 Prozent, ebenso wie der S&P Index, aber der NASDAQ-Index fast um 5 Prozent auch der DAX und EuroStoxx gaben auf breiter Front zu. Auch die asiatischen Märkte gingen kräftig ins Minus. Die Markttechnik bleibt negativ und angespannt. Dies war eine Reaktion auf die zunehmend restriktive Geldpolitik der FED, aber auch des Handelskrieg der USA mit China. US-Präsident machte die Notenbank FED für den Kurseinbruch verantwortlich. Dabei ist er selbst auch eine Ursache des Kurseinbruchs, indem er ständig den Handelskrieg mit China verschärft.

Globaler Kurseinbruch auf breiter Front

Am 6. November finden die Kongresswahlen in den USA statt. Donald Trump bekam mit dem Kurseinbruch an der Wall Street schon jetzt einen Dämpfer. Dies war der erste Kurseinbruch nach langer Zeit. Die Kurse brachen aber am 10. Oktober nicht nur an der Wall Street ein, sondern als Kettenreaktion auch in Asien und in Europa mit zum Teil über 3 Prozent an einem Tag. Auch am Folgetag ging es weiter global abwärts. Am Freitag konnten sich die Aktien aber global ein wenig erholen. So brach auch erst der Kurs des neuen deutschen Börsenlieblings und neuem DAX-Mitglied Wirecard erst von 185 auf 160 € ein, um sich dann am Freitag wieder um 5 Prozent auf 169 € zu erholen am Freitag zu. Die Volatilität der Aktien nahm deutlich zu.

Goldpreis trotz Erholung immer noch im Minus

Gold konnte nur leicht von 1200 auf 1224 US-Dollar/Feinunze im Hoch zulegen, enttäuscht aber die Goldanleger schon seit Jahren, da es trotz vieler Krisen nicht nachhaltig ansteigt, sondern eher seitwärts tendiert. So fiel der Goldpreis trotz des letzten Kursanstiegs immer noch um 8 Prozent in US-Dollar und um 4 Prozent in € in diesem Jahr. Die meisten Gold- und Silberaktien sind immer noch tief im Keller. Viele Weltbörsen hängen jetzt aber von der Markttechnik her am seidenen Faden.

DAX schon über 10 Prozent im Minus

Der DAX fiel am Freitag auf 11.523 Indexpunkte, was ein Minus von 10,87 Prozent seit Jahresbeginn bedeutet, der EuroStoxx auf 23194 Indexpunkte (= - 8,83 Prozent in 2018), der Nikkei 225 Index auf 22.699 Indexpunkte (=-0,29 Prozent in 2018), und der Shanghai A Index fiel sogar um 22 Prozent in diesem Jahr auf 2730 Indexpunkte. Der Dow Jones Industrial Index erreichte mit 25.226 Indexpunkte noch ein Plus von 1,24 Prozent in 2018 und der S&P-Index mit 27767 Indexpunkte ein Plus von 1,42 Prozent. Der NASDAQ 100 Index stieg zwar noch 8,83 Prozent auf 7154 Indexpunkte in 2018, aber es waren schon über 17 Prozent vor dem Mini-Crash am 10. Oktober. Der russische RDX-Index konnte mit einem Plus von 3 Prozent in 2018 die meisten Weltbörsen erst recht die meisten Schwellenländer-Börsen in diesem Jahr bisher klar outperformen.

„Die FED is verrückt geworden“ (Trump)

Trump machte die FED für den Kursennbruch am 11. Oktober verantwortlich: „Die FED ist verrückt geworden“, was sein Twitter-Kommentar nach dem Kurseinbruch. Die FED erhöhte jetzt schon 8-mal hintereinander die Zinsen und will die Zinsen auch weiter erhöhen. Zudem entzieht die FED dem Markt jetzt Liquidität. Das Geldemengenwachstum nahmen in den USA stark ab, was schon 1987 einer der Gründe für den Aktien-Crash war. Sicher ist das, was die FED jetzt versucht, nämlich den Weg zur „Normalsierung“ zu begehen, sehr steinig und destruktiv für die Weltbörsen-Kursentwicklung ist, weil dies auch den US-Dollar nach oben treibt, worunter viele Schwellenländer jetzt leiden, vor allem die Türkei und Argentinien.

Aber nicht nur die FED war schuld an dem Kursdebakel am 10./11. Oktober an der Wall Street. Trump trug auch selbst zu dem Kurseinbruch bei, indem er China mit noch mehr Zöllen und Handelsrestriktionen drohte. Der IWF warnt davor, dass der Handelskrieg der USA mit China eskalieren könnte, worunter dann die ganze Welt leiden würde.

US-Handelskrieg kann eskalieren und das Wachstum weltweit belasten

Es werden jetzt durch den US-Handelskrieg an verschiedenen Fronten auch schon die Wachstumsprognosen für dieses und nächstes Jahr nach unten revidiert. Selbst die deutsche Regierung geht jetzt nur noch von einem BSP-Wachstum in Deutschland von 1,8 Prozent nach zuvor 2,2 Prozent aus.

Desaster für CSU und SPD in Bayern

Die deutsche Regierungs-Koalition ist zudem in einem Vertrauens- und Stimmungstief. Dies zeigt sich auch in dem Wahrergebnis in Bayern. Die CSU und die SPD verlor über 10 Prozent der Stimmen. Die SPD hat nun nur noch knapp 10 Prozent bekommen. Starker Stimmenzuwachs hat die Grüne und die AfD. Die CSU verlor die absolute Mehrheit, was auch politische folgen in Berlin haben dürfte. Der Thron von Angel Merkel beginnt zu wackeln. Die Erosion der etablierten Volksparteien nimmt in ganz Europa immer wieder, was eine Gefahr für die Demokratie ist, denn es drohen dann irgendwann „Weimarer Verhältnisse“ oder „italienische Verhältnisse“. Der Nationalismus und Populismus nimmt immer zu in vielen Ländern in Europa. Italien ist das beste Beispiel dafür, wo Rechtspopulisten und Nationalisten jetzt die Mehrheit haben.

Italien bleibt in der Schuldenfalle

Italien hat nun den neuen Haushalt mit großer Mehrheit beschlossen Die EU-Kommission forderte nur ein Haushaltsbilanzdefizit von 0,9 Prozent, es wurde nun aber ein Defizit von 2,6 Prozent beschlossen. Damit gibt es einen Kampf Brüssel gegen Rom. Brüssel kämpft aber auch mit Großbritannien. Nach dem Brexit könnte aber auch ein „Italexit“ kommen, was dann aber auch die EU und den Euro sprengen würde. Die logische Folge wäre dann aber auch wohl einen neue globale Bankenkrise durch die Domino-Effekte.

Russische Ölaktien bleiben Outperformer

Da der Ölpreis um 5 Prozent von 85 auf unter 81 USD/Barrel fiel, gab auch die Moskauer Börse etwas nach. Vor allem die russischen Ölaktien profitierten zuvor von dem stark gestiegenen Ölpreis und stiegen auf neue Jahres-Höchstkurse. Die russischen Ölaktien stiegen etwa um 30 Prozent in diesem Jahr. Der RDX-Index fiel zwar auf 1371 Indexpunkte; dies bedeutet aber immer noch ein Plus von 3,84 Prozent seit Jahresbeginn. Damit bleibt die Moskauer Börse einer der Top-Performer der Welt in diesem Jahr. Der RDX-Oil-Index – ein Kunstprodukt der Wiener Börse - stieg sogar um 34 Prozent auf 2409 Indexpunkte.

Börsen in Osteuropa als klare Outperformer

Die Börsen in Osteuropa konnten selektiv weiter outperformen So sind die Börsen aus Russland, Ukraine, Slowenien, Rumänien, Litauen, Slowakei und Tschechien seit Jahresbeginn alle im Plus und können die meisten Weltbörsen-Indices, so auch den DAX und EuroStoxx, klar outperformen. Es lohnte sich also auch in diesem Jahr vor allem in Osteuropa sein Geld anzulegen, was sich die meisten deutschen Anleger aber nicht trauen, da sie sich nicht wagen, über den Tellerand zu schauen. Das ist aber ein großer Fehler. So sind die Wachstumsraten in Osteuropa wesentlich höher als in Westeuropa, aber die Staatsverschuldung wesentlich geringer als in Westeuropa.

Erst informieren, dann investieren

Informieren Sie sich jetzt auch ausführlich über die Hintergründe und die Entwicklung der Ukraine/Russland-Krise, aber auch das zukünftige Erholungspotential der unterbewerteten Aktien aus Osteuropa. Auch im Baltikum, Rumänien und der Ukraine gibt es neue Chancen, wobei die jeweiligen Aktienindices seit Jahresbeginn alle kräftig im Plus sind. So konnten sich einige ukrainische Agraraktien seit 2016 im Kurs schon mehr als verdoppeln. Die Aktien aus Kasachstan zählten 2017 zu den Top-Performern der Welt (+56 Prozent). Gute Chancen gab es 2017 aber auch in Zentralosteuropa wie in Tschechien und den baltischen Börsen (+2 bis 7 Prozent), wobei die Aktienmärkte aus Ungarn und Polen jetzt auch korrigierten.

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Interview-Hinweise:. Das letzte Radio-Interview war am 27. August 2018 in Börsen Radio Networks. Zudem wurde Andreas Männicke am 14. September 2018 von Michael Mross in MMnews anlässlich der Rede des russischen Außenministers Sergej Lawrov in Berlin interviewt. Das nächste Radio Interview ist am 5. November 2018 in Börsen Radio Networks. Sie können sich die Interviews jetzt bei www.eaststock.de, dort unter der Rubrik „Interviews“ runterladen, ebenso wie das gleichnamige EastStockTV-Video, Folge 155.

Seminar-Hinweis: das nächste ESI-Ostbörsen-Seminar „Go East!“ findet am 28. November 2018 um 17.00 Uhr in Frankfurt/M statt.

Diskutieren Sie jetzt auch mit Herrn Männicke interaktiv unter http://go.guidants.com/de#c/Andreas_Maennicke .

 

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03.12.2019, 17:00
Ostebörsen-Seminar "Go East- Hochprozentiges aus Osteuropa"

04.12.2019
Männicke in NTV/Telebörse über Rohstoffe und Osteuropa

09.12.2019
Männicke in Börsen Radio Networks über Osteuropa

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