Erst Syrien, dann Iran, dann Russland – wie weit kann der „kalte Krieg“ eskalieren?

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Sonntag, 15. April 2018 18:48:00

Am 14. April übten die USA in Kooperation mit Großbritannien und Frankreich wie von Trump angekündigt einen gezielten Luftangriff auf drei militärische Einrichtungen wie ein Forschungszentrum und ein Chemiewaffenlager in Syrien aus, wo die Herstellung von Chemiewaffen vermutet wird. Russland wurde dabei vorgewarnt. Die militärische Aktion ist damit zunächst abgeschlossen, kann aber wiederholt werden, falls Syrien wieder einen Chemieangriff tätigen sollte. Dabei war der letzte angebliche Chlorgasangriff noch gar nicht abschließend geklärt. Das russiche Militär geht davon aus, dass der britische Geheimdienst den Giftanschlag vorbereitet haben soll. Russland geht auch davon aus, dass der der Giftanschlag gegen Skripal von den USA oder Großbritannien absichtlich vorbereitet wurde. Der Iran bezeichnet den Luftangriff als Verbrechen und warnt vor einer Eskalation.

Russland droht mit Konsequenzen und will nun einige Flugabwehrraketen nach Syrien schicken. Russland hat nun auch einen Strafzoll für einige US-Produkte wie Tabak und Alkohol ausgesprochen, nachdem die USA zuvor einen Strafzoll für Stahl und Aluminium erhoben haben. Zuvor sanktionierte die USA einige Oligarchen und deren Firmen, was den Rubel und die Moskauer Börse um über 10 Prozent am 9. April einbrechen ließen. Damit geht der „kalte Krieg“ zwischen den USA und Russland in die nächste Runde und er nimmt nun immer bedrohlichere Ausmaße an. Provoziert Trump etwa sogar einen dritten Weltkrieg?

Völkerrechtswidriger Luftangriff auf Syrien ohne große Wirkung

Luftangriff politisch umstritten

Der von Trump schon per Twitter angekündigte Luftangriff mit 4 US-Kampfflugzeugen aufgrund des angeblichen Giftwaffenangriffs von Assads Armee schafft nun Fakten. In Deutschland wird der Luftangriff unter den Parteien sehr unterschiedlich beurteilt. Der deutsche Außenminister Heiko Maas sprach von einer angemessen und erforderlichen Handlung ebenso wie die Bundeskanzlerin Angela Merkel, obwohl die Ergebnisse der Giftgas-Untersuchungen „vor Ort“ noch gar nicht abschließend vorlagen und es auch kein UN-Mandat gab.

Auch der französischen Präsident Macron bezeichnet den Luftangriff als rechtmäßig ebenso wie der britische Primier May, die die USA bei den Luftangriffen militärisch unterstützt hatten. Auch handelt es sich schon wieder um einen klaren Fall von Vorverurteilungen ohne klare Beweise, denn die Untersuchung, ob es einen Chlorgasanschlag gab, erfolgte erst einen Tag nach dem Luftangriff, ohne dass der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hierfür ein Mandat gab, was ein Unding ist. Wozu gibt es eigentlich noch ein Völkerrecht, wenn es von den USA und den Verbündeten ständig ignoriert wird?

Ist James Bonds Schuld an allem?

Die Linke bezeichnet den Luftangriff daher zu Recht als völkerrechtswidrig. Der Iran warnt vor einer Eskalation. Dabei war es noch gar nicht ganz klar, ob es überhaupt einen Chlorgasangriff gab und wenn ja von wem er ausgeübt wurde. Die syrische Regierung weist jegliche Verantwortung von sich. Das russische Militär ist sogar der Auffassung, dass der britische Geheimdienst hinter dem Chlorgasangriff steckt. Die sogenannten Weißhelme, die den Anschlag gemeldet und aufgenommen haben, werden von den Briten und Amerikanern finanziert. Sie sind nicht unbedingt glaubwürdig. Die Rebellen in Syrien, die überwiegend Dschihadisten und Terroristen sind, wurden von den USA zuvor mit Waffen beliefert, um einen Sturz von Assad herbeizuführen. Die USA haben dafür angeblich sogar 1 Mrd. US-Dollar investiert. Auch die Türkei, die nun auch gegen Kurdistan kämpft, will einen Sturz von Assad herbeiführen, ebenso Saudi-Arabien und Israel, was bisher aber nicht gelang, weil sich Russland massiv auch militärisch für Assad einsetzte und auch der Iran. Zudem tobt weiter der Stellvertreter-Krieg Jemen gegen Saudi-Arabien.

Was hat Israel mit dem Iran vor?

Auch ist Israel involviert, die nun aber auch wieder Problem an der Grenze zu Palästina haben, aber auch Luftangriffe gegen Syrien getätigt haben. Zudem meldete der Iran eine eigenartige Explosion bei einer Militäranlage. Es gibt Befürchtungen, dass sich nach den Syrien-Krieg im Sommer ein Iran-Krieg mit den USA/Saudi-Arabien und Israel als verbündete anschließt, wo dann zum Schluss auch Russland als Pate für den Iran sanktioniert oder möglichweise sogar angegriffen wird. Auch ist der Konflikt in der Ukraine noch nicht gelöst. Gespannt sein, darf man auch wie der Konflikt der USA mit Nord-Korea gelöst wird. Überall geht es nur um Machterhaltung und -ausweitung. Damit ist der Weltfrieden mehr in Gefahr denn je! Wehret den Anfängen!

Handels- und Finanzkrieg der USA gegen Russland verstärkt sich

James Bond ist im Moment wieder einmal sehr aktiv. Die unheilvollen angelsächsischen Geheimdienste spielen bei diesem Stellvertreterkrieg und auch beim „kalten Krieg“ eine nicht unbedeutende Rolle, auch mit geheimen False Flag-Attacken, also Angriffe unter falscher Fahne, so dass es Journalisten schwerfällt, die Wahrheit herauszufinden. Gelogen wird auf beiden Seiten und einen Informationskrieg gibt es schon lange auf beiden Seiten, aber auch einen Cyberkrieg. Jedenfalls haben die Falken und Hardliner in den USA jetzt wohl das Sagen, was nicht ungefährlich für den Weltfrieden ist. Was aber nicht zu leugnen ist, ist dass die USA und Großbritannien schon ein lange Tradition mit „Regime Change“ und Angriffskriegen, aber auch False Flag-Attacken der Geheimdienste haben. Nicht alles, was in den Mainstream-Medien berichtet wird, entspricht der Wahrheit, erst recht nicht, was einige Politiker aufgrund von Geheimdienstberichten aussprechen bzw. für richtig halten.

Unsinnige Sanktionsspirale forciert den Konfrontationskurs USA/GB gegen Russland

Was zudem in den letzen Jahren seit 2014, also der Ukraine-Krise, auffällt, ist die große Anzahl von Sanktionen der USA gegen Russland auf der Basis von Vermutungen und Anschuldigungen, aber nicht aufgrund von Beweisen. Ganz offensichtlich wollen die USA im Rahmen des „kalten Kriegs“ Russland zumindest finanziell isolieren und in die Enge treiben. Die letzten Sanktionen gegen die Oligarchen, die den Aluminiumkonzern RuSal besonders hart trafen, hatten schon ein großen Wirkung am russischen Kapitalmarkt, an der Moskauer Börse und bei den Währungen Rubel und Türkische Lira, die am 9. April um über 10 Prozent einbrachen. Bei den nächsten Sanktionen, die schon im US-Kongress zur Vorbereitung liegen, sollen Amerikaner keine russischen Anleihen/Eurobonds mehr kaufen und auch nicht mehr halten dürfen, womit Russland wie schon nach dem Ukrainekrieg vom internationalen Kapitalmarkt abgeschnitten wird.

Kommt nun auch noch ein Handelskrieg USA mit China?

Neben dem sich verschärfenden „kalten Krieg“ zwischen den USA könnte sich auch der Handelskrieg der USA mit China verschärfen, wenn die USA und auch China mit ihren Ankündigungen Ernst machen. Dies könnte in Zukunft den Welthandel später erheblich stören. Noch wird aber verhandelt. Zudem sind wir jetzt inmitten der Berichtssaison in den USA, wo im Durchschnitt eine Gewinnsteigerung von 18 Prozent bei der S&P-Unternehmen erwartet wurde, was den sehr hoch bewerteten US-Aktienmarkt (noch) stützt.

Weltbörsen bleiben gelassen – Osteuropabösen selektiv als „Oasen der Stabilität“

Da der Militärschlag der USA gegen Syrien abgeschlossen ist und Russland nicht militärisch reagieren wird, dürften die Aktienmärkte in den nächsten Tagen gelassen reagieren. Dennoch sind die Aktienmärkte schon lange charttechnisch angeschlagen. Der DAX stieg am 13. April um 0,22 Prozent, aber der Dow Jones Industrial Index (DJI) gab um 0,5 Prozent auf 24.366 Indexpunkte nach und der russische RTS-Index sogar um 1,8 Prozent auf 1104 Indexpunkte. Ende Februar war der RTS-Index noch bei über 1300 Indexpunkten und bis dahin mit einem Plus von 10 Prozent noch einer der am besten performenden Aktienmärkten der Welt. Das hat sich nach den Oligarchen-Sanktionen aber schlagartig geändert. Nun ist noch nur der DAX (-3,7 Prozent in 2018), der EuroStoxx (-1,56 Prozent in 2018) und DJI (-1,6 Prozent in 2018), sondern auch der russische Aktienmarkt seit Jahresbeginn mit etwa 6 Prozent im Minus, denn zu Jahresbeginn war er noch bei 1150 Indexpunkten.

Rubel wegen Oligarchen-Sanktionen unter Druck – Osteuropabörsen können selektiv outperformen

Dies liegt aber auch vor allen dem Währungsverlust von über 10 Prozent am 9. April, der Rubel fiel von 71 auf 78 EUR, erholte sich aber wieder auf 76 EUR/RUB, weil der Brentölpreis auf das neue Jahres-Hoch von 72,7 US-Dollar/Barrel anstieg. Der MICEX-Index in Rubel ist noch um 3,6 Prozent von 2100 auf 2175 Indexpunkte gestiegen. Kräftig m Plus sind hingegen immer noch die Osteuropabörsen aus der Ukraine, Kasachstan, Rumänien, den baltischen Börsen und der Prager Börse als „Oasen der Stabilität“ in diesem unsicheren Umfeld.

Gold seitwärts – Bitcoins kräftig erholt

Gold konnte im Vorfeld des Luftangriffs der US in Syrien noch nicht sonderlich profitieren, denn er tendiert nur seitwärts bei 1347 US-Dollar/Unze ebenso wie Silber bei 16,7 USD-Unze. Erst bei über 1370 US-Dollar/Unze wäre der Weg für Gold charttechnisch nach oben frei. Viele Gold/Silberaktien sind aber noch im Keller. Dagegen stiegen Bitcoins am 13. April um 11 Prozent auf über 6500 BTC/EUR. Der Euro stabilisierte sich bei 1,23 EUR/US-Dollar und tendiert damit weiterhin nur seitwärts.

Erst informieren, dann investieren

Informieren Sie sich jetzt auch ausführlich über die Hintergründe und die Entwicklung der Ukraine/Russland-Krise, aber auch das zukünftige Erholungspotential der unterbewerteten Aktien aus Osteuropa. Auch in Kasachstan (+7% in 2018), Rumänien (+15 Prozent in 2018!) und der Ukraine (+14% in 2108) gibt es neue Chancen, wobei die jeweiligen Aktienindices noch seit Jahresbeginn alle kräftig im Plus sind. So konnten sich einige ukrainische Agraraktien seit 2016 im Kurs schon mehr als verdoppeln. Die Aktien aus Kasachstan zählten 2017 zu den Top-Performern der Welt (+56 Prozent) und der KTX-Index ist jetzt auch schon wieder mit 6 Prozent im Plus. Die Halyk Savings Bank ist dabei einer der Top-Performer schon seit über 5 Jahren Gute Chancen gab es 2017 aber auch in Zentralosteuropa wie in Tschechien (+5 Prozent in 2018) und den baltischen Börsen, wobei die Aktienmärkte aus Ungarn und Polen jetzt auch korrigierten.

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Interview-Hinweise: Das letzte TV-Interview mit Andreas Männicke war am 25. Januar 2018 im Aktionärs-TV. Das nächste Radio-Interview ist am 2. Mai 2018 in Börsen Radio Networks TV Interview ist am 24. Mai 2018 in NTV-Telebörse. Sie können sich die Interviews jetzt bei www.eaststock.de, dort unter der Rubrik „Interviews“ runterladen, ebenso wie das gleichnamige EastStockTV-Video, Folge 149.

Literatur-Hinweis: Andreas Männicke verfasste eine ausführliche Artikel über die Chancen der osteuropäischen Aktienmärkte im „Wegweiser für Kapitalanlagen 2018“, der von Hans A. Bernecker herausgeben wird und nun im Bernecker-Verlag erworben werden kann.

Seminar-Hinweis: das nächste Ostbörsen-Seminar „Go east – Hochprozentiges aus Osteuropa“ ist am 23. Mai 2018 um 17.00 Uhr in Frankfurt/M.

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