Aktien- und Öl-Crash am Schwarzen Montag: jetzt kaufen oder verkaufen?

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Dienstag, 10. März 2020 17:59:00

Am 9. März gab es eine Panik an den Weltbörsen infolge des Coronavirus. Zudem brach der Ölpreis um 25 Prozent an einem Tag ein, nachdem sich die OPEC nicht zusammen mit Russland auf eine Fördermengenverringerung einigen konnte. Zudem kündigte Saudi-Arabien einen Preiskrieg an, was den Ölpreis enorm unter Druck brachte. Dies war der größte Ölpreiseinbruch seit dem Golfkrieg 1991.

Durch den Ölpreisschock gaben russische Ölaktien um über 20 Prozent an einem Tag nach. Durch den Ölpreisverfall brach auch der Rubel im Kurs wieder einmal ein. Viele Anleger befürchten nun eine globale Rezession. Welche neuen Chancen sich jetzt vor allen in Russland auftun, aber auch an den Weltbörsen auftun, wird im nächsten Börsenbrief EAST STOCK TRENDS (www.eaststock.de) genau beschrieben. Andreas Männicke gibt seine Einschätzung aber auch im neuen EastStockTV-Video, Folge 177 unter www.YouTube.com.

Ölpreis-Schock tangiert auch die Weltbörsen

Am 9. März brach der Brentölpreis um 25 Prozent auf 34 USD/Barrel (im Tief 32 USD/Barrel) ein, weil sich Russland dem Vorschlag der OPEC nicht zustimmte, die Fördermengen um weitere 1,5 Mio. Barrel zu senken. Russland hatte die OPEC 3 Jahre lange bei den Förderkürzungen als Nicht-OPE–Mitglied geholfen während die US-Frackingunternehmen ihre Produktion auf neue Rekordniveaus ausweitete. Das schmeckte Putin nicht.

Nachdem der Deal mit Russland nicht zustande kam, kündigte Saudi-Arabien sogar an, die Fördermengen im April auf 10 Mio. Barrel auszuweiten. Da in China die Nachfrage nach Öl strak nachgaben wird, ist nun mit einem starken Überangebot an Öl auf dem Ölmarkt zu rechnen. Daher brach der Brentölpreis am 9. März um 25 Prozent -. in der Spitze sogar um 30 Prozent ein -, wobei vor allem die Terminhändler für den Preisverfall an den Terminbörsen sorgten. Am 10, März stabilisierte sich der Brentölpreis bei 36 USD/Barrel, während Gold leicht auf 1657 USD/Unze nachgab. Der Bitcoin stieg um 5 Prozent auf 7300 BTC/EUR, gab zuvor aber auch kräftig nach.

Panik an den Weltbörsen

Aber auch die Aktienanleger gerieten am 9. März in Panik. Der DAX brach um 8 Prozent ein und der Dow Jones Industrial Index auch. Der Kurs der Deutschen Bank AG fiel sogar um 13 Prozent auf ein neues Allzeit-Tief von unter 6 €. Der Aktien- und Ölpreis-Crash war wiederum eine unmittelbare Folge des Corona-Virus, der sich nun rasant in über 70 Ländern weltweit ausbreitet. Besonders stark ist die Ausbreitung neben in China jetzt vor allen in Südkorea, dem Iran, Italien und in Deutschland, wöbe es in Deutschland bisher dank des guten Gesundheitssystem bei über 1000 Infizierten nur 2 Todesfälle kam.

Wird Italien eine Blaupause für ganz Europa?

Wesentlich dramatischer ist die Situation in Nord-Italien, das nun vollständig abgeriegelt wird. So wird Mailand zu einer Geisterstadt. Sportveranstaltungen finden vor leeren Rängen statt, Skigebiete werden geschlossen. Auch Schulden und Universitäten werden temporär geschlossen, jetzt auch in Österreich, wo Italiener nicht mehr einreisen dürfen. Die Einbußen vor allem im Touristik- und Gastronomiebereich sind enorm. Auch in Deutschland kommt es zu Hamsterkäufen und Veranstaltungen mit über 1000 Personen sollen laut der Empfehlung des Gesundheitsministers Spahn abgesagt werden. Bayern macht diese Empfehlung schon zu einer Anordnung. Andere Bundesländer werden folgen. Auch in Deutschland gibt es dann Bundesligaspiele vor leeren Rängen. Die deutsche Regierung versucht mit Kurzarbeitergeld und staatlichen Bürgschaften den wirtschaftlichen Schaden so gering wie möglich zu hatten.

Bundesregierung warnte schon 2013 vor dem neuen Virus

In der Bundesdrucksache 17/21051 aus dem Jahr 2013 kann jeder nachlesen wie damals schon bei einem modifizierten SARS-Virus die Risikoeinschätzung der Bundesregierung in einem Seuchenfall ist. Demnach kann es in 3 Jahren bis zu 7 Mio. Toten und 24 Mio. Infizierten kommen. Der ARD-Wissenschaftler Ranga Jogeshwar geht davon aus, dass wir bis Mai in Deutschland über 1 Million Infizierte haben, wenn es keine drastischen Gegenmaßnahmen der Regierung wie jetzt in Italien und Österreich gibt. Wenn nur 5 Prozent davon eine Klinik benötigen, wäre unser Gesundheitssystem schon schnell überfordert. Schon jetzt fehlen Schutzmasken und Desinfektionsmittel. Es wird nun aber auch schwierig, alle Verdachtsfälle zu testen. Einen wirksamen und verträglichen Impfstoff wird es wohl erst im nächsten Jahr geben können. Nun hoffen alle auf einen heißen Sommer, damit sich der Virus nicht so schnell weiter verbreitet. Im Herbst könnte aber eine zweite Welle kommen.

Die Pandemie beschleunigt sich nun auch außerhalb von China

Weltweit gibt es bisher (bis zum 10 März) über 113.000 Fälle in über 70 Ländern - davon rund 80.900 in China, mehr als 7500 in Südkorea und rund 9100 in Italien. 4012 Menschen sind an Corona gestorben. Mehr als 3100 Menschen starben in China, 463 in Italien, 237 im Iran, aber nur zwei Deutsche sind bisher gestorben. Rund 62.000 Menschen haben die Infektion überwunden. Rund 46.000 Menschen davon leben in der chinesischen Region Hubei. In China werden Lieferketten unterbrochen, was sich durch die Globalisierung auch enorm auswirken wird auf die Weltwirtschaft.

Crashtage sind Kauftage und dennoch ist Vorsicht geboten

Viele Anleger fragen sich jetzt, ob die Panik auch bezüglich des Corana-Virus nicht übertrieben ist und sich jetzt neue Kaufgelegenheiten bieten. Am 10. März eröffnet die Börse in Deutschland auch mit einem Gap nach oben. Der DAX stieg in den Morgenstunden um fast 7 Prozent auf 10.943 Indexpunkte - wohlgemerkt mit einem Gap. Er korrigierte dann leicht auf unter 10.500 indexpinkte. Damit gab es mal wieder den berühmte Turnaround Tuesday., den Daytrader so gerne mögen. Aber die Kurserholung wird nicht nachhaltig sein Wer aber den Mut hatte, am Ende des Vortages auf dem Höhepunkt der Panik zu kaufen, hätt gleich am nächsten Morgen mit hohen Gewinn verkaufen können. Crashtage sind oft Kauftage, wenn sie auch nicht nachhaltig sein müssen. Ein Eldorado für geübte Trader. Der normale Privatanleger wundert sich jeden Tag nur über die enormen Kursauschläge und schaut den Kursen meist nur ratlos hinterher.

Kommt nun eine globale Rezession?

Drei wirtschaftliche Schaden des Corona-Virus ist zwar noch nicht genau absehbar. Klar is nur das viele Länder der Welt, vor allem aber China, einen enormen Wachstumsdämpfer erhalten. Nicht wenige befürchten sogar eine globale Rezession. In China brechen der Konsum und die Produktion ein. es werden 50 Prozent weniger Smartphones in China verkauft. Der Autoabsatz ist in China um 90 Prozent eingebrochen und auch die Umsätze von Adidas in China. Möglicherweise bekommt die „gelbe“ Gefahr demnächst einen ganz anderen Sinn, falls es eine Pleitewelle in China geben sollte. Denn die Unternehmensverschuldung war in China in den letzen Jahren stark gestiegen, was sich jetzt rächt.

Finanzkrise 2.0 im Anmarsch!

Aber auch in Deutschland gibt es viele „Zombieunternehmen“, also Unternehmen, die sich mit billigem Geld zu hoch verschuldet haben, aber im Fall einer schweren Rezession keine Überlebenschance aus eigener Kraft haben. Im Falle einer Rezession in Deutschland könnte es sein, dass viele Kredite und Anleihen nicht prolongierte werden und dann drohen die Insolvenzen wie bei Thoma Cook. Ganz Italien ist nun in Quarantäne, aber auch in einer schweren Rezession. Italien war schon vorher hoch verschuldet. Es drohen hohe Zahlungsausfälle, auch bei Banken. Es droht mithin eine schwere Banken- und Finanzkrise in Europa. So könnte der Corona Virus schnell zum Black swan (schwarzen Schwan) mutieren, was kein Anleger im Moment einplant.

Mutiert der Coronavirus zum black swan?

Wenn diese Zahlungsausfälle und Forderungsverluste massenhaft passieren, hat auch die EZB ein Problem, die Notlage aufzufangen. Die Banken haben in Europa zu wenige Rückstellungen gebildet und zu wenig Risikovorsorge betrieben. Es droht mithin eine neue Banken – und Finanzkrise in Europa, auch in Deutschland. Insofern könnet der Corona Virus zum black swan mutieren mit einer ähnlichen Notlage wie in 2008/9 nach der Insolvenz von Lehman Brothers. Man darf gespannt sein, was die neue EZB-Chefin Lagarde am Donnerstag aus dem Hut zaubert. Vielleicht sind wir nicht mehr weit entfernt von einem „Helikoptergeld“ wie in Hongkong. Dann bekämen die Bürger 1000 € geschenkt, um den Konsum zu beleben. Gekauft werden dann wohl vornehmen Konserven, Mehl, Nudeln und Klopapier, um die kommende Finanzkrise 2.0 irgendwie überleben zu können.

Auch hohe Kursverluste an der Moskauer Börse

Die Moskauer Börse kam erst am 10. März unter die Räder, da am 9. März nicht gehandelt wurde: der russischen RTS-Index brach seit dem Hoch von 1640 Indexpunkte um über 30 Prozent auf nunmehr unter 1095 Indexpunkte ein, davon allein am 10. März um 12 Prozent auf 1095 Indexpunkte. Der Grund dafür war der stark gefallene Ölpreis. Zudem brach der Rubel auf 85 EUR/RUB brutal ein. Mit der Nicht-Einigung mit der OPEC hat Putin ein Eigentor geschossen.

Russische Goldaktien volatil, aber chancenreich

Bis zum 25. Februar konnten noch russischen Goldaktien sehr von den Unsicherheiten an den Weltbörsen profitieren. So stieg auch das „goldige“ Muster-Depot im EAST STOCK TRENDS (EST, www.eaststock.de) um 70 Prozent seit Ende 2018.Einzelaktie wie der drittgrößtes Goldproduzent Russlands Petropavlovsk stieg seit Dezember 2019 im Hoch schon um 50 Prozent und seit Erstempfehlung im Dezember 2029 sogar um über 280 Prozent. Petropavlovsk war aber auch die „Aktie des Monats“ im Dezember 2019 im Börsenbrief EAST STOCK TRENDS (EST, www.eaststock.de Aber auch das neue „Turn-Around-Portfolio konnte seit Dezember 2019 bis Mitte Februar noch um 27 Prozent zulegen. Ab den 25 Februar brachen aber auch hier durch den weltweiten Mini-Crash die Aktien um über 20 Prozent in breiter Front ein, so dass es heißt: wie gewonnen, so zerronnen, wer keine Teilgewinnmitnahmen wie empfohlen getätigt hatte.

Erst informieren, dann investieren

Informieren Sie sich jetzt auch ausführlich über die Hintergründe und die Entwicklung der Ukraine/Russland-Krise aber auch das zukünftige Erholungspotential der unterbewerteten Aktien aus Osteuropa. Im März 2020 finden die nächsten Normandiegespräche statt. Auch im Baltikum, Rumänien und der Ukraine gibt es neue Chancen, wobei die jeweiligen Aktienindices in 2019 alle im Plus waren. So konnten sich einige ukrainische Agraraktien seit 2016 im Kurs schon mehr als verdoppeln und in 2018 stieg der PFTS-Index schon wieder über 70 Prozent. Die Aktien aus Kasachstan zählten 2017 zu den Top-Performern der Welt (+56 Prozent), nicht aber in 2018 und auch nicht in 2019.

In 2018 zählten bereits 10 Aktienmärkte aus Osteuropa zu den am besten performenden Aktienmärkten der Welt, die alle den DAX und auch den US-Aktienmarkt klar outperformen konnten. Nun war die Moskauer Börse in 2019 schon wieder der klare Outperformer unter allen Weltbörsen mit einem Plus von über 46 Prozent in Euro. Aber auch die Bukarester Börse (Rumänien) stieg schon um über 32 Prozent in 2019. Die Aktienmärkte in Südosteuropa und auch in den baltischen Ländern blieben sehr stabil im Plus (Kroatien +13 Prozent). Es lohnt sich also weiterhin ein Blick über den Tellerand nach Osteuropa. Nach dem Crash im März gibt es demnächst wieder gute Einstiegmöglichkeiten auch in Osteuropa.

Bestellen Sie daher jetzt auch ein Probe-Abo (3 Ausgaben per Email für nur 15 €) des monatlich erscheinenden Börsenbriefs EAST STOCK TRENDS (EST) mit einem weiteren Ukraine/Russland-Special und einem Dividenden-Special sowie mit vielen Hintergrund-Informationen und neuen Anlage-Vorschlägen wie mit der "Aktie des Monats“ und lukrativen Zertifikaten unter www.eaststock.de, dort unter Börsenbrief.

Der letzte EST erschien am 21. Februar 2020. Die alten Muster-Depots des EST konnten bereits in 2019 kräftig zulegen. Das Muster-Depot des EST war zuletzt in 2018 mit 6 Prozent im Plus. Die „Aktie des Monats“ aus dem September 2018 Polyus Gold stieg bereits um über 70 Prozent in 12 Monaten und die Goldaktie Petropavlovsk sogar um fast 200 Prozent im Hoch. Ende 2018 wurde ein neues „goldiges“ Muster-Depot im EST aufgemacht, das bereits mit 71 Prozent in Plus ist und das neue Depot mit Turnaround-Kandidaten um 27 Prozent (bis 21. Februar). Hernach kann es jetzt aber auch zu starken Korrekturen und Kursverlusten um über 20 Prozent, wie auch an den Weltbörsen

Interview-Hinweise: Das letzte NTV-Telebörse-Interview war am 29. Januar 2020 beim Fondskongress in Mannheim, wo Herr Männicke auch schön auf die Gefahren des Corona-Virus hinwies. . Das letzte Radio-Interview war am 19. Februar 2020 in Börsen Radio Networks. Am 22. Januar 2020 und am 1. März 2020 wurden auch die neuen Interviews von Andreas Männicke für BigEye veröffentlicht. Sie können sich die Interviews jetzt bei www.eaststock.de, dort unter der Rubrik „Interviews“ runterladen, ebenso wie das gleichnamige EastStockTV-Video, Folge 177. By the way: haben Sie schon den YouTube-Kanal EastStockTV abonniert?

 

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