Ostbörsen im Fokus (siehe auch www.eaststock.de)

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Interview- und Termin-Hinweise

Neu: Das nächste Ostbörsen-Seminar "Go East - n der Krise liegt die Chance!" findettrotz Corona-Krise am 27. Mai 2020 in Frankfurt/M um 17.00 Uhr statt. Bitte jetzt anmelden unter https://www.eaststock.de/Dienstleistungen/Seminare

Andreas Männicke wird am 9. Juni 2020 um 11.30 Uhr in Börsen Radio Networks übe die Chnancen in Osteuropa befragt.

Andreas Männicke wurde am 14. April 2020 in Börsen Radio Networks über den Corona-Crash befragt.

Andreas Männicke wurde am 1. März 2020 in BigEye über die Auswirkungen des Coronavirus auf die Ostbörsen befragt.

Ab Oktober 2013 können Sie unter Eingabe von "EastStockTV" bei www.youtube.de die aktuellen Kommentare von Andreas Männicke zu den Aussichten an den Welt- und Ostbörsen kostenlos abrufen. Abonnieren Sie einfach den Kanal bei www.youtube.de.

Ab Mai 2014 können mit Herrn Männicke über www.go.guidants.com auch interaktiv in Kontakt treten und Fragen zu den Ostbörsen stellen.

Verpassen Sie die Outperformancechancen in Osteuropa nicht und bestellen Sie jetzt den monatlich erscheinenden Börsenbrief EAST STOCK TRENDS unter www.eaststock.de. Ein Probe-Abo (3 Ausgaben kosten nur 15 €). Die beiden Muster-Depots erzielten seit Februar 2009 eine Performance von über 320% im Muster-Depot 1 (konservativer Osteuropa-Basket) bzw. über 350% im Muster-Depot 2 (spekulativer Osteuropa-Basket, das sind über 40% p.a. seit 2009. In den neuen Muster-Depots ab 2015 wude eine Performance von über 130% bzw über 80% erzielt. Das neue "goldige" Muster-Depot erreichte immerhin ein Plus von 66% ab 2016.

Zudem können Sie sich alle bisherigen TV-Inteviews von Andreas Männicke in diesem Jahr runterladen unter den Links der Rubrik "Interviews".

  • Frühlingserwachen: auch Anleger werden wachgeküsst!

    Samstag, 28. März 2009 17:03:00

    Endlich: Frühlingserwachen an den Weltbörsen! Frühling ist die schönste Jahreszeit: Blumen beginnen zu blühen und Glückshormone werden durch mehr Sonneneinheiten aktiviert. Diese „Lichttherapie“ brauchen auch die meisten Anleger. Einige schon in Lethargie verfallene Anleger werden jetzt wieder wach geküsst. Nachdem einige Banken glaubhaft (?) den Eindruck vermitteln konnten, dass sie in diesem Jahr wieder mit Gewinn abschließen werden und US-Finanzminister Geithner einen neuen 1 Billionen USD-Retungsplan vorlegte, wie die US-Banken von der Insolvenz gerettet werden können und die toxischen Produkte aus den Büchern kommen, sprangen zunächst Bankaktien und damit auch der Gesamtmarkt nach oben. Der S&P 500-Index verzeichnete im März mit einem Plus von 23% in 2 Wochen den höchsten Kursanstieg in der Börsengeschichte, wobei der Banken-Index noch wesentlich stärker stieg. Der Markt wurde aber auch durch Short-Covering, also das Eindecken von Leerverkäufen, technisch nach oben getrieben. Der NASDAQ ging sogar am Donnerstag seit Jahresbeginn leicht ins Plus. Ich bin nach wie vor der Meinung, dass eine Trendwende am Gesamtmarkt nur durch eine nachhaltige Trendwende bei den Bankaktien herbeigeführt werden kann, wobei die Betonung auf nachhaltig liegt.

    Die Bank of America, die noch Merril Lynch integrieren muss, stieg im Kurs um 150%, die Citibank sogar um 300% (!), wobei der Staat zuvor stützend zur Seite stehen musste, um eine Mega-Insolvenz zu vermeiden. Auch der Kurs der Deutsche Bank AG, die über 7 Mrd. USD von der AIG indirekt durch amerikanische Staatshilfe bekam, konnte sich von 16 auf über 32 € verdoppeln. Wenn AIG Pleite gegangen wäre, hätte auch die Deutsche Bank AG Pleite gehen können, auch wenn sie die einzige Großbank in Europa ist, die bisher ohne Staatshilfe auskam. So schnell wendet sich im Moment das Blatt, wobei auch Bilanzkosmetik hilft, aus Buchverlusten sehr schnell Gewinne zu zaubern. Insofern darf man auch sehr auf die Quartalsergebnisse der Banken im April gespannt sein. Je nachdem wie sie ausfallen, wird sich die Frühjahrsrallye im April fortsetzen oder wieder in sich zusammenfallen. Hinzu kommt als wesentliche Einflussgröße auch der G20-Gipfel in London im April, der die Finanzwelt revolutionieren, aber auch enttäuschen könnte.

    Der Großteil der Bankverluste sind Abschreibungen aus toxischen Papieren. So melden die österreichischen Banken, die sich angeblich zu stark in Osteuropa engagiert haben, operative Rekordgewinne für 2008, aber auch buchtechnische Rekordaschreibungen. Man darf gespannt sein, wie sich das Dilemma im Bankenmarkt auflöst und ob nicht doch letztendlich „Bad Banks“ gebildet werden müssen, damit der Kredit- und Geldkreislauf wieder international in Gang kommt. Der Geithner-Vorschlag ist im Grunde eine Bad Bank, nur das sich der Privatsektor bei der 1 Billion-USD-Rettung beteiligen soll. Man ist also weiterhin krampfhaft auf der Suche nach „Giftmüll-Auslagerungsstätten“. Bei der Hypo Real Estate AG wird wohl nach dem neuen Enteignungsgesetz demnächst alleine der Staat diese Entgiftungsmaßnahmen vornehmen müssen, obwohl er dafür gar keine Spezialisten in den eigenen Reihen hat.

    Man darf gespannt, ob das Experiment „Giftmüll-Auslagerung- und verwertung“ weltweit gelingen wird und in welchem Umfang sich der Privatsektor bei dem Experiment realiter beteiligt. Die Börse hat das Signal – mehr ist bisher nicht – zunächst einmal positiv aufgenommen. Die eigentliche Bewährungsprobe, die bis zum Staatsbankrott und zur Währungsreform gehen kann, steht uns allen aber noch bevor. Auch soll Obama einen schlüssigen Plan in der Schublade haben, den maroden US-Automobilsektor mit Kredite helfen zu könne. Auch dieses Signal könnte vom Markt positiv aufgenommen werden, so dass es nach einigen Gewinnmitnahmen zu einer Fortsetzung der Frühjahrsrallye kommen könnte.

    Auch dass arabische Scheichs und Staatsfonds wieder Gefallen an deutschen Automobilkonzernen finden, ist ein positives Zeichen, denn diese denken langfristig. Die Araber zahlten 1,95 Mrd. € für einen 9,1%-igen Anteil an Daimler. Dies ist nach den Banken jetzt der zweitwichtigste Sektor auf der Welt, dem ein Turn around gelingen muss, damit der Gesamtmarkt nach oben dreht. Die Verlängerung der Abwrackprämie könnte den deutschen Automobilkonzernen das Überleben in der Krise helfen. Darüber hinaus geht es aber auch um die Sicherung und den Ausbau von zukünftigen Weltmarktanteilen, denn nach der Krise wird der Kuchen neu verteilt. Indien kommt jetzt mit dem Tatra, was ein Welterfolg in der Krise auch ohne Abwrackprämie werden könnte. Die Abwrackprämien sind aber wettbewerbspolitisch problematisch, da dadurch einer Branche staatsseitig bevorzugt geholfen wird. Dennoch werden viele Automobilzulieferer diese Krise nicht überleben und Insolvenz anmelden. Im Grunde werden auch GM und Chrysler Insolvenz anmelden müssen, wenn Obama nicht schon bald den Rettungsring werfen wird. Obama weiß ganz genau, dass sich Amerika einen Konkurs bzw. ein Chapter 11 von GM nicht leisten kann, zumal eine Insolvenz von GM oder Chrysler eine neue Schockwelle an den Weltbörsen auslösen könnte. Ich erwarte daher spekulativ eher (bewusst gestreute und initiierte“) „good news“ aus dem maroden Banken- und Automobilsektor, die kurzfristig auch die Aktienmärkte stimulieren könnten.

    Auf der anderen Seite werden die meisten oft nur mit einer Zeitverzögerung gelieferten Konjunkturdaten weiter ein düsteres Bild vermitteln wie ein weiter fallender IFO-Geschäftsklima-Index (=wichtig für die Industrie), ZEW-Indikator (=wichtig für den Finanzsektor) oder noch besser der im Handelsblatt veröffentliche KID-Indikator, der im Februar ein neues Tief erreicht hat. Auch gehen die BSP-Schätzungen für 2009 weiter nach unten. Für Deutschland wird nun ein Minus des BSP von über 5% für möglich gehalten, was einmalig in der Nachkriegzeit wäre. Geben Sie auf diesen Schätzungen keinen Pfifferling, denn sie stimmen meistens nicht! Volkswirte liegen meistens falsch mit ihre Prognosemodellen, da sie die Szenraio-Technik nicht anwenden. Beachten Sie aber weiter Auftragseingänge und auch den ITRAXX Europe Main und ITRAXX Europe Crossover-Index, der die CDS bzw .die Spreads von Unternehmensanleihen zeigt und damit weiterhin ein guter „Krisenindikator“ ist. Die Spreads bei Unternehmensanleihen haben sich etwas abgebaut; dagegen werden sich die Spreads für Staatsanleihen wahrscheinlich weiter ausweiten, da auch diese nicht mehr sicher sind. So gestaltete sich der Verkauf der britischen Staatsanleihen bei den Auktionen schwierig, während zuletzt die 7 Jährigen US-Staatsanleihen relativ gut platziert wurden. Ich rechne aber noch mit einem Käuferstreik bei britischen und amerikanischen Anleihen im Jahresverlauf und dann werden auch die Aktenmärkte ein großes Problem haben. Beobachten Sie bitte schon jetzt mit Argusaugen die nächsten stattfinden Auktionen von britischen und US-Staatspapieren als nächsten „Frühindikator“ und Wegweiser für die Aktienmärkte weltweit, denn nu müssen nolens volesn Billionen USD von Staatspapieren platziert werden.

    Für mich gibt es mittelfristig keinen „save haven“ im Bereich der Staatsanleihen, sondern eher bei Gold/Silber, auch wenn Gold/Silber fallen, wenn der Aktienmarkt steigt, da die „Angstprämie“ dann wegfällt. Bedenken Sie bitte, dass auch Staatsbankrotte in diesem und nächsten Jahr in Betracht kommen können, zunächst bei Schwellenländern, wo nur der IWF jetzt stützen kann. Immerhin gab der IWF nach der in Brüssel beim Krisengipfel beschlossenen Aufstockung der Gelder nun einen 20 Mrd. €-Kredit an Rumänien und einen 4 Mrd. €-Kredit an Serbien, so dass es in diesen Ländern kurzfristig dort keinen Staatsbankrott geben wird. Der nächste IWF-Kandidat ist Türkei. Die Ukraine muss erst noch ihre Hausaufgaben (=-vernünftiges Budget) erfüllen, um eine weiteer Auszahlung des 16,5 Mrd. USD IWF-Kredites genehmigt zu bekommen. Bisher wurden erst 4,8 Mrd. USD ausgezahlt. Immerhin beteiligte sich die EBRD an der Rettung von 5 ukrainischen Großbanken.

    Der IWF hat auch die österreichischen Banken aufgefordert, sich aktiv an der Rettung von osteuropäischen Unternehmen zu beteiligen und Kredit zu gewähren. Diese Forderung finde ich absurd. Auch Bankmanager müssen nach dem kaufmännischen Vorsichtsprinzip Kredite gewähren. Dies ist übrigens auch einer der Hauptgründe, warum Kredite im Moment nicht gegeben werden und Gelder an die notleidenden Unternehmen nicht fließen; denn auch das Geschäfsmodell einiger Unternehmen ist in der Krise nicht mehr tragfähig, wenn sie nicht Kostenn einsparen, sprich Mitarbeiter entlassen. Es ist also mit weiteren Entlassungen - weltweit – zu rechnen, was aber ein Gesundschrumpfungsprozess, neudeutsch „Downsizing“ ist. Bei Thyyssen sollen aber nur 3000 von 90.000 Mitabeitern entlassen werden, was relativ wenig ist. Hier schlugen die Wogen höher als sie sind.

    Der März war bisher ein Eldorado für geübte Trader, aber ich bin mir sicher, dass die meisten Vermögensverwalter und auch Anleger bei dem Kursaufschwung der letzten beiden Wochen nicht aktiv beteiligt waren. Viele Vermögensverwalter und Anleger, die den Ausstieg im letzten Jahr verpasst hatten, haben noch genug „Leichen“ im Keller und sind froh, dass einige Leichen jetzt wieder einige Lebenszeichen von sich geben. Außerdem war der Kursverlauf wie schon Ende Oktober „V-förmig“ und ging sehr schnell, so dass die meisten Vermögensverwalter und Anleger zu spät oder gar nicht hereinkamen. So geht die schöne Frühjahrshausse bei den meisten Depots spurlos vorbei.

    Was wir jetzt erleben, sind tollkühne und gewagte Rettungsversuche, die vom Markt zunächst positiv aufgenommen werden, die aber die Verschuldung in die Höhe treiben und Inflationsgefahren in sich bergen - wie immer mit einem Timelag von mindestens 6-9 Monaten. Ob die Rettungspakete auch in der Realwirtschaft fruchten werden, wird aber erst im 2. Halbjahr ablesbar sein. Bis dahin gilt das Prinzip Hoffnung. Eine fundamentale Trendwende ist noch nicht erkennbar. Im Gegenteil: Das IFO-Geschäftklinaindex und auch der ZEW-Indikator erreichten neue Tiefstände. Auch die Stimmungs-Indikatoren an der Börse befinden sich auf dem Tiefstpunkt, was allerdings ein positives Zeichen ist. Dennoch bleibt Deutschland wahrscheinlich Exportweltmeister, da auch die Export in China abnehmen. Über China kommt aber die als neuen Konjunkturwelt-Lokomotive auch wieder die Nachfrage nach Rohstoffen. Kupfer ist durch die vermehrten Chinaeinfuhren wieder stark gestiegen. Aber China ist nicht die Welt, auch wenn es mit einem 500 Mrd. USD Konjunkturprogramm beeindruckt!

    Mit am besten von allen Weltbörsen schnitt im März aber der zuvor verschmähte und gemiedene russische Aktienmarkt ab: aus einen Minus von 15% im Februar wurde im März ein Plus von 19% beim RTS-Index. Schon vorher im positiven Terrain waren die Börsen aus Brasilien und China. „“BRIC“ ist also allen Unkenrufen zum Trotz wieder ein Thema. Auch hat Osteuropa als Standort für westliche Autobauer nicht an Attraktivität verloren Nach meiner Einschätzung handelt es sich aber nur um Trading-Chance im einem intakten Bärenmarkt, da die 200-Tageslinien noch fallen und trotz des Kursaufschwungs auch noch lange nicht erreicht sind. Mit weiteren Rückschlägen muss also jederzeit gerechnet werden.

    Da aber auch die Stimmungsindikatoren Anfang März so niedrig wie lange nicht mehr und die Umsätze ausgedünnt waren, sprach vieles dafür, dass die Weltbörsen und auch die Schwellenländer-Börsen jetzt zu einer bemerkenswerten Frühjahrsrallye ansetzten. Dies hatte ich auch erwartet, zumal März/April of die besten Monaten im ganzen Jahr sind. Vielleicht wird in diesen beiden Börsenmonaten März/April auch das ganz Geld für das Gesamtjahr verdient.

    Obama will nun auch einen Plan vorlegen, wie die US-Automobilindustrie und damit auch Opel als Tochter von GM gerettet werden kann. Wenn auch dieses von der Börse so positiv aufgenommen wird wie der letzte Geithner-Giftmüll-Plan, könnte sich die Führjahrsrallye fortsetzen, obwohl Gewinnmitnahmen nach dem starken Kursanstieg wie am Freitag normal wären. Schließlich konnte der Anleger mit der Deutsche Bank AG (von 16 auf 32 €) in wenigen Tagen sogar einen vollen 100% erzielen und mit der Sberbank in Russland übrigens auch (von 50 auf 100 €).

    Die größten Gewinne im letzten Jahr machten aber einige Hedgefonds-Gurus wie der 70-jährige Mathematiker Harris Simons, aber auch John Paulson (+38% in 2008) und George Soros, die alle über 1 Mrd. USD im letzten Jahr verdienten, wobei sie im Vorjahr noch mehr verdienten. Die 25 Top-Hedgefondsmanager verdienten in 2008 zwar über 11 Mrd. USD: im Vorjahr waren es aber noch 16 Mrd. USD, die bei den 25 besten Hedgefondsmangern vereinnahmt wurden. Wer im letzten Jahr auf fallende Bank- und Immobilienaktien im großen Stil gesetzt hatte, war der große Gewinner. Daneben gibt es aber gut geführte „Managed Futures Accounts“, die im letzten Jahr eine Rendite von 90% und in diesem Jahr von über 30% erzielt haben. Der Vorteil bei „Managed Futures Accounts“ gegenüber Hedgefonds ist, dass der Anleger direkten Einblick in die Transaktionen hat und das Geld auch jederzeit abrufen kann. Dies gibt es sogar mit Kapitalrückzahlungsgarantie der Bundesrepublik Deutschland, wobei dann die Rendite in diesem Jahr je nach Laufzeit „nur“ 7-14% betrug. Dies ist aber mehr, als so mancher Aktieninvestor oder Fondsmanager in diesem Jahr erzielt hat. Ich empfehle daher auch Managed Futures Accounts als geeignte Diversifizierung des Portfolios – nicht nur in Krisenzeiten. Wen das näher interessiert, der kann sich gerne an mich persönlich wenden.

    Aber auch Schwellenbörsen sind weiter chancenreich. Hier sollte der Anleger Langfrist-Investment-Depot und einen Trading-Depot mit liquiden Blue chips, ETF und Zertifikaten mischen. Ich gehe davon aus, dass es in diesem Jahr noch einige Marktturbulenzen gibt. Die wesentlichen Makrodaten werden wahrscheinlich im 2. Quartal noch schlechter ausfallen, könnten sich im 3. Quartal 2009 aber schon wieder verbessern.

    So stieg der Kupferpreis schon von 3200 auf über 4000 USD/Tonne, weil China die Nachfrage ach Kupfer wieder erhöhte. Hiervon profitierte auch der von mir im EAST STOCK TRENDS am 9. März als „Aktie des Monats“ herausgestellte polnische Kupfer/Silberproduzent KGHM, der daraufhin um 30% anstieg und mit 22,3 € einen neuen Jahreshöchstkurs erreichte. Einstiegsmöglichkeiten gab es aber schon im Februar bei 14 €, was einen Kursanstieg von über 60% in wenigen Wochen bedeutete. Kupfer ist ein wichtiges Industriemetall und daher auch ein Frühindikator für die Konjunktur. Eine Schwalbe macht aber noch keinen Sommer, zumal wir uns noch im Frühling befinden. Immerhin zeigen die vom letzten Jahr frustrierten Anleger jetzt wieder mehr Anlagebereitschaft. Auch die Fonds bekommen wieder Zuflüsse.

    Zudem bekommen jetzt auch Rumänien 20 Mrd. € und Serbien 4 Mrd. € vom IWF Kredite, womit ein Staatsbankrott für diese Länder vorerst ausgeschlossen ist. Der ROTX Index stieg auch ausgehend vom Februartief schon kräftig um 50% an. Auch an anderen Ostbörsen gibt es große Erholungschancen. Es gab einige Aktien in Osteuropa, die sich in den letzen Wochen verdoppelt, andere die sich sogar verdreifacht haben. Eine Kursverdreifachung in wenigen Tagen ist unter normalen Umständen nur selten zu erreichen.

    Nach den sehr erfolgreichen letzten 3 Wochen muss aber weiterhin die Markttechnik genau beachtet werden. Nach dem Short-Covering muss nun dem Newsflow weiterhin große Aufmerksamkeit geschenkt werden. Gelingt die Rettung der US-Automobilindustrie und melden einige Großbanken wieder positive Ergebnisse, dürfte sich die Weltbörsen und Ostbörsen weiterhin erholen, obwohl das Konjunkturtief noch nicht erreicht ist. Aufgelaufene Trading-Gewinne sollten aber mit Stopp-loss-Marken abgesichert werden, da es genauso schnell wieder runter wie zuletzt rauf gehen kann. Nach der beeindruckenden Frühjahrsrallye im März konsolidierte der DAX durch Gewinnmitnahmen am Freitag um 1,31% auf 4203 Indexpunkte und der S&P um 2,03% auf 815 Indexpunkte. Damit befinden sich beide Indices aber noch im steil nach oben verlaufenden kurzfristigen Haussetrend seit Anfang März.

    Einige Analysten ziehen jetzt das Chartbild von 2003 beim DAX gerne heran, wo es auch zunächst zu einer V-förmigen Trendumkehr ohne Bodenbildung kam, die dann in eine fast unmerklich in eine 5-jährige Super-Hausse mündete. Dies halte aber für verfrüht, zumal wir uns erst im ersten Jahr nach der Krise befinden und noch einige Nachbeben zu erwarten sind; möglich ist aber auch den DAX-Chart von 2001 genauer anzuschauen, wo es auch Ende des Jahres zu einer kräftigen Kurserholung bis über die 200-Tagesline kann, dann aber der DAX wieder von 5000 auf 2203 im Tief einbrach. Die 200-Tageslinie ist immer noch fallend und verläuft jetzt bei 5200 Indexpunkten. Eine Kurserholung bis 5000 Indexpunkte ist durchaus im April möglich, wenn der DAX über 4300 Indexpunkte gehen sollte. Aber auch dann handelt es sich noch um eine Bärmarktrallye, da dann die 200-Tgaeslinie immer noch fällt. Sie muss sich erst abflachen und am besten nachhaltige durchbrochen werden und nach oben drehen, um von einer nachhaltigen Trendumkehr sprechen zu können. Aber auch diese Bärmarktrallyes sind für den geübten Kurzfrist-Trader sehr gewinnbringend, wenn er die Stop-loss-Marken nachzieht. Ich rate jedem Anleger, jetzt zumindest Stop-loss-Marken zu setzen, ansonsten aber auf eine Fortsetzung der Frühjahrsrallye zu hoffen.

    Kritisch wird es erst, wenn der S&P unter 790 Indexpunkte fällt und noch kritischer wird es wenn, der S&P unter 750 Indexpunkte fallen sollte, denn dann ist es mit der Frühjahrsrallye erst einmal vorbei und dann werden allen Weltbörsen durch Gewinnmitnahmen in Kombination mit den News flow wieder schnell nach unten drehen. Beim DAX wird es kritisch, wenn er unter nachhaltig unter 4100 Indexpunkte und noch kritischer (Stop-loss 2) wenn er unter 3900 Indexpunkte fallen sollte. Wenn diese letzten wichtigen Trendlinien nachhaltig durchbrochen, gehen Sie bitte auch an den Ostbörsen wieder in Liquidität, denn auch an den Ostbörsen ließen sich zuletzt schöne Tradinggewinne von 50-100% bei einzelnen Aktien erzielen. Welche Aktien hier aussichtsreich sind, können Sie weiterhin der täglich aktualisierten Ostbörsen-Hotline 09001-8614001 (1,86 €/Min.) entnehmen.

    Erst informieren, dann investieren

    Vor einem Investment sollte sich der Anleger eingehend über die Chancen und Risiken informieren. Die ist möglich über den monatlich erscheinenden kostenpflichtigen Börsenbrief EAST STOCK TRENDS (Info und Bestellung bei der ESI East Stock Informationsdienste GmbH, Jüthornstr. 88, 22043 Hamburg, Tel: 040/6570883, Fax: 040/6570884, E-Mail: info@eaststock.de, wen www.eaststock.de) und den zweimal im Jahr stattfindenden ESI-Ostbörsen-Seminaren.

    Das nächste ESI-Ostbörsen-Seminar „Optimale Anlagestrategien in unsicheren Zeiten“ , wo auch Afrika als neu zu entdeckender Kontinent mit großen Chancen thematisiert wird, findet am 27. Mai 2009 um 17.30 Uhr in Frankfurt/M statt (Infos du Anmeldung unter www.eaststock.de oder Tel. 040/6570883. Ich werde auch auf der „Invest“ am 24. April in Stuttgart einen Vortrag über „Optimale Anlagestrategien in unsicheren Zeiten“ beim Stand des „Derivate-Magazins“ halten. Im neuen Derivate-Magazin 01/2009 finden Sie auch eine aktuelle Einschätzung zu den Chancen der Ostbörsen, wo übrigens auch die gerade laufende „Frühjahrsrallye“ rechtzeitig vorher angekündigt wurde.

    TV-Hinweis: Andreas Männicke wurde am 20. März um 21.30 Uhr live in der 3SATBörse zum Thema „Finanzkrise“ ein Osteuropa befragt. Seine Anlagevorschläge und weitere Hintergrundinformationen können Sie nachlesen unter www.3SAT.de/Boerse bzw. sich auch in der ZDF-Mediathek im Archiv das Interview anschauen.

  • Finanzkrise in Osteuropa betrifft uns alle

    Sonntag, 22. März 2009 21:12:00

    Es war eine ereignisreiche Woche: Die EU beschloss bei ihrem Gipfeltreffen in Brüssel, notleidenden Ländern in Osteuropa in einem Volumen von 50 Mrd. € zur Seite zu stehen. Auch soll der IWF-Reservenfonds verdoppelt werden. Zunächst sollen Verhandlungen mit Rumäniena ufgenommen werden, um das Land mit 7 Mrd. € aus der Finanzklemme zu helfen. Damit dürfte es vorerst einen Staatsbankrott in Osteuropa nicht so schnell geben. Das Wort Solidarität soll in der EU groß geschrieben werden. Dafür wollen sogar Österreich, Liechtenstein und die Schweiz in begründeten Fällen jetzt auf das Bankgeheimnis verzichten.

    Gleichzeitig wurde im deutschen Parlament der Weg für Enteignungen im Bankensektor geebnet. Die FED überraschte die Märkte mit einen Liquiditätsspritze im Volumen von 1 Billion USD, was ich als letzte Verzweifelungstat einstufe. Es fragt sich, ob diese Ausufern von Geldpumpen nicht früher oder später nach der Deflation in eine Hyper-Inflation mündet und wie das Geld, das in Umlauf gebracht wird, später wieder abgeschöpft werden soll. Die Wall Street reagierte zunächst hoffnungsvoll mit Kurssteigerungen, an Freitag aber eher zögerlich und „nachdenklich“. Der Dow Jones fiel am 20. März um 1,65% auf 7278 Indexpunkte und der S&P 500-Index um 1,98% auf 768 Indexpunkte. Dies verwundert nicht, den in der letzten Woche gab es historische Beschlüsse von großer Tragweite, von denen die Nachwelt noch lange reden Welt. Die nächsten historischen Beschlüsse, die die Finanzwelt verändern werden, werdeen nun beim G20-Gipeltrefen im April erwartet.

    Finanz- und Wirtschaftskrise in Osteuropa

    Die globale Finanzkrise ist eindeutig auch in Osteuropa angekommen. Alle osteuropäische Länder müssen in diesem Jahr entweder erhebliche Wachstumsrückgänge hinnehmen oder geraten in eine Rezession. Dennoch sollte man Osteuropa sehr differenziert betrachten, denn jedes Land ist von der Krise unterschiedlich betroffen. Während für einige Länder (wie Russland, Kasachstan und Ukraine) vor allem der Verfall der Rohstoffpreise zu einem Einbruch der Konjunktur gebracht haben, sind die mittel- und auch südosteuropäischen Länder sehr von dem Gedeihen der Wirtschaftsbeziehungen nach Europa abhängig. Da aber auch das „Alte Europa“ in eine Rezession gleitet, leiden darunter auch die südost- und mittelosteuropäischen Länder. Dennoch bleibt die Konvergenzstory für die meisten Länder intakt, d.h. der Aufholprozess des in vielen osteuropäischen Ländern immer noch geringen Lebensstandards wird durch die globale Krise zwar verlangsamt bzw. unterbrochen; er wird sich langfristig aber wieder fortsetzen, so dass nach Überwindung der Krise auch wieder mit weit überdurchschnittlichen Wachstumsraten zu rechnen ist. Vor der Krise wuchsen die osteuropäischen Länder im Durchschnitt doppelt so stark wie westeuropäische Länder.

    Ist „Osteuropa“ zu hoch verschuldet?

    In den letzten Wochen gab es in verschiedenen Medien Darstellungen, dass „Osteuropa“ zu hoch verschuldet ist und diese Überschuldung auch zum Problem für den Euro und die Stabilität in Europa werden könnte. Auch diese pauschale These muss relativiert und differenziert betrachtet werden. So ist es zwar richtig, das die osteuropäischen Länder insgesamt 1,7 Billionen USD vom Ausland geliehen und in diesem Jahr 450 Mrd. Dollar (353 Mrd. €) an kurzfristigen Fremdwährungsverbindlichkeiten zurückzahlen bzw. refinanzieren muss, davon fallen aber 50% auf den Bankensektor und der Bankensektor ist wird mehrheitlich von westlichen Banken wie Uncredit und österreichischen Banken bzw. deren Töchter beherrscht. Insofern finden sich die Kredite nach und in Osteuropa auch in den konsolidierten Bilanzen westlicher Großbanken wieder. Zudem sollte man dabei berücksichtigen dass der „Roll over“ (= das Weiterrollen) von Krediten/Ausleihungen bei einigen westlichen EU-Ländern genauso groß oder sogar größer ist, wie in ganz Osteuropa (Belgien 375 Mrd. USD, Irland 477 Mrd. USD, Niederlande 550 Mrd. USD). Entscheidend ist außerdem die Nettoverschuldung.

    Zum Beispiel beträgt die Bruttoauslandsverschuldung von Ungarn 209 Mrd. USD (=127% des BSP), die Nettoverschuldung aber weniger als die Hälfte, was nur 55% des BIP ausmachen. Wenn man dann noch Kredite unter den Unternehmen abzieht, beträgt die Verschuldung nur 45% des BSP. Die Netto-netto-Zahlen sind aber kaum für jedes Land verfügbar und sie werden auch immer erst nachträglich nach 3 Monate für die letzten Quartale von den nationalen Statistikbüros geliefert. So wurden am 18. März die neuen Verschuldungszahlen der Ukraine für das 4Q08 gemeldet. Demnach fiel die Brutto-Auslandsverschuldung von 105 auf 103 Mrd. USD; dabei erhöhten sich aber die reinen Staatsschulden von 14,1 auf 14,6 Mrd. USD, während die Bankauslandsschulden von 42 auf 39 Mrd. USD abnahmen. Die Unternehmensauslandsschulden nahmen sogar von 44 auf 40 Mrd. USD ab. Die kurzfristige Brutto-Auslandsverschuldung vermindert sich um 8 Mrd. USD von 34 auf 26 Mrd. USD. Das bedeutet, dass das Roll-Over (das Weiterollen) von Krediten abnimmt und mehr zurückgezahlt wird.

    Die Erste Bank schätzt, dass in diesem Jahr etwa 65 % aller auslaufenden Kredite weitergerollt werden können, der IWF geht von 85% aus. Die Währungsreserven reichen mit etwas über 12 Mrd. USD aber nicht aus, um im worts case die kurzfristigen Auslandverbindlichkeiten decken zu können. Die Währungsreserven werden sich in diesem Jahr voraussichtlich von 22 auf etwa 11 Mrd. USD halbieren. Daher ist die Gefahr eines Staatsbankrotts immer noch nicht gebannt, wenn nicht der IWF oder Europa weitere Gelder zur Verfügung stellt. Ebenso sind die Währungsreserven in Lettland mit 3 Mrd. USD viel zu gering in Relation zu den Bruttoschulden in Höhe von 32 Mrd. USD

    Den Ostblock gibt es nicht mehr!

    Im Januar 2007 betrug die Nettoverschuldung von Osteuropa 207 Mrd. USD, was in Relation zu südeuropäischen Ländern überschaubar ist. Im Übrigen ist schon der Begriff „Osteuropa“ irreführend bzw. zu pauschalierend. Bekanntlich gibt es den „Ostblock“ nicht mehr und was sich aus dem Ostblock ergeben hat, sind über 30 verschiedene Länder mit höchst unterschiedlichen Entwicklungen und auch unterschiedlichen Verschuldunggraden. So fällt ein Großteil der Schulden von „Osteuropa“ auf Russland, wo der Staat aber im Moment die geringste Verschuldungsprobleme hat. Hier haben sich die Verschuldungsprobleme ausschließlich auf die Unternehmen/Banken mit in der Summe fast 500 Mrd. USD verlagert, während der Staat selbst fast schuldenfrei ist. Ich plädiere also mit Nachdruck für eine sehr differenzierte Fall zu Fall bzw. Land zu Land-Betrachtung und im Land wieder die Differenzierung von Brutto- und Netto-Schulden sowie die Relation zum BIP und zu den Währungsreserven.

    Die Verschuldungszahlen beim „Roll over“ in „Osteuropa“ sind von Land zu Land sehr unterschiedlich So hatte Polen bis zum 3.Quartaal 2009 kurzfristige Auslandsverbindlichkeiten in Höhe von 62 Mrd. USD, was „nur“ 11% des BIP sind, während Belgien 1,2 Billionen USD an kurzfristigen Auslandsverbindlichkeiten weiterrollen muss, was 227% des BIP sind Italien hat mit 944 Mio. USD fast doppelt soviel kurzfristige Auslandsverbindlichkeiten wie ganz Osteuropa, was 37% des BIP ausmacht, also mehr als dreimal soviel wie in Polen. In der Ukraine müssen 26 Mrd. USD kurzfristig weitergerollt werden, was 13% des BIP sind usw.

    Die ganze Welt muss sich entschulden, allen voran die USA!

    Im Moment befindet sich die ganze Welt in einem Entschuldungsprozess, neudeutsch „Deleveraging-Prozess“, der auch noch fortgesetzt werden muss. Dieser ist auch für „Osteuropa“ schmerzhaft, da dann auch die Finanzmittel zur Wachstumsfinanzierung fehlen. Viele Länder, aber auch Unternehmen, haben akute Probleme mit der Refinanzierung bzw. der Anschlussfinanzierung von auslaufenden Krediten und Anleihen. Die Flucht in die Staatsanleihen kann daher auch der falsche Weg sein. Im Klartext: wenn die China und Japan in Zukunft nicht mehr im Umfang von Billionen Dollar neuen US-Staatspapieren kaufen, hat auch die USA ein Problem, der im worst case bis zum Staatsbankrott führen kann. Dass nun schon die FED 300 Mrd. USD Staatsanleihen aufkaufen will (muss), sehe ich eher als Alarmzeichen, obwohl die Börsen positiv reagierten. 1 Billion USD ist die größte und gewagteste Liquiditätsspritze der FED, womit „Helikopter-Ben“ seinem Spitznamen alle Ehre macht. In den USA könnte die Notenbank zwar weiterhin US-Staatpapiere aufkaufen, was die Geldmenge und später auch die Inflationsgefahr enorm erhöhen wird. Für einige Finanzierungsvarianten wie Kreditderivate, aber auch für Genusscheine gibt es schon gar keinen Märkte mehr. Folge ist, dass die Banken die Werte in den Büchern bis auf Null abschreiben müssen. Das geschieht gerade weltweit. Der Abschreibungsbedarf bei „osteuropäischen“ Banken ist, was Subprime-Kredite, strukturierte Produkte und Kreditderivate angeht,. zwar gering; dafür erhöhen sich die Kreditrisiken bei Privatkrediten und Unternehmenskredite. Aber auch hier ist die Summe überschaubar.

    Auslandsdirektinvestitionen nehmen ab

    In diesem Jahr werden sich die Auslandsdirektinvestitionen nach „Osteuropa“ erheblich vermindern. Länder mit hohen Leistungsbilanzdefiziten wie Bulgarien, Rumänien und die baltischen Länder sind bei sich vermindernden Auslandsdirektinvestitionen sehr verwundbar, zumal dann, wenn die Währungsreserven nicht ausreichen, um die kurzfristigen Nettoverbindlichkeiten für Banken und den Staat zu zahlen. Der Nettokapitalzufluss in die CEE 6 Kernländer (Polen, Ungran, Tschechien, Rumänien, Bulgarien, Türkei) wird nach den Schätzungen des IIF (Institute of International Finance) um 60 Mrd. USD vermindern. Zudem wird die Interbanken-Finanzierung von der Mutter zur Tochterbank von 90 auf 22 Mrd. USD in „Osteuropa“ heruntergeschraubt, was wiederum zu Liquiditätsengpässen bei den „osteuropäischen“ Banken führt. Die Auslandsdirektinvestitionen, die in den Jahren 2003-2007 zu fast 100% die Leistungsbilanzdefizite deckte, werden sich halbieren und nur noch zu 55% die Leistungsbilanzdefizite decken können. Unter normalen Umständen kommt dann auch Druck auf die Währung auf, wie es bei vielen „osteuropäischen“ Währungen auch schon der Fall war; nur werden die Währungen in Bulgarien und in den baltischen Ländern durch Koppelung an den Euro künstlich stabil gehalten.

    Damit es zu keiner weiteren, zu starken Kapitalflucht aus den Ländern ins Ausland kommt, könnte in Zukunft verstärkt Kapitalmarktrestriktionen eingeführt werden, was wiederum ausländische Investoren, vor allem Portfolioinvestoren, abschrecken wird, in diese Länder zu investieren. Noch sind die Probleme in „Osteuropa“ aber überschaubar und sie betreffen eben auch nicht alle Länder gleichermaßen.

    Schulden in „Osteuropa sind keine „Peanuts“, aber überschaubar

    Die amerikanische Versicherung AIG erhält Staatsmittel im Volumen von über 180 Mrd. USD; das Haushaltbilanzdefizit wird in den USA dies Jahr 1,8 Billionen USD betragen.. Schon wenn man diese Größenordnungen vergleicht, relativiert sich die auf den ersten Blick erschreckend hohe Zahl für die kurzfristigen Verbindlichkeiten in „Osteuropa“. Bei der Insolvenz von Lehman Brothers müssen über 600 Mrd. USD abgewickelt werden. Dies ist mehr als die jetzt fälligen 450 Mrd. USD, wobei noch nicht klar ist, was davon uneinbringlich ist und abgeschrieben werden muss und was auch mit Hilfe des IWF oder in Zukunft eines Sonderfonds refinanziert werden kann. Dabei soll die Situation in „Osteuropa“ in keinem Fall „verniedlicht“ werden. Die Gefahr von Massenprotesten in „Osteuropa“ auf der Strasse ist durchaus gegeben. Dennoch ist eine allzu pauschalierte „Panikmache“ jetzt wenig förderlich.

    In Relation zum BIP sind die osteuropäischen Länder nicht zu hoch verschuldet mit Ausnahme von Ungarn, Lettlands und der Ukraine. Bei den meisten Ländern beträgt die Netto-Auslandsverschuldung zum BIP weniger als 60%, so dass sei in diesem Punkt die Maastricht-Kriterien erfüllen. Auch waren bisher mit Ausnahme von Ungarn bei den meisten osteuropäischen Ländern nicht die Haushaltsbilanzdefizite aus dem Ufern gelaufen, ganz anders als jetzt bei vielen westlichen Industrienationen durch die Mega-Konjunkturprogramme. Die Eurozone außer „Osteuropa“ ist mit 70% zum BSP weit höher verschuldet. Einige südeuropäische Länder wie Portugal, Spanien und Griechenland haben sogar größere Verschuldungsprobleme als „osteuropäische“ Länder. So beträgt die Auslandsverschuldung Portugals 200% des BIP.

    Sicherlich gibt es auch in „Osteuropa“ große Probleme: In Relation zu den Währungsreserven sind Ukraine und Lettland zu hoch verschuldet, während andere Länder noch ausreichend Währungsreserven haben (wie Polen mit 44 Mrd. € Währungsreserven bei Brutto-Auslandschulden in Höhe von 190 Mrd. €). Maßgeblich sind zudem die Netto-Auslandschulden, bei denen die Verschuldungs-Kennziffern dann noch besser sind. Zudem gibt es Länder, wo die private Verschuldung der Bevölkerung in Relation zum BSP recht hoch ist und andere Länder, wo sie immer noch sehr niedrig ist. In den letzten Monaten wurden in verschiedenen Medien diese Differenzierungen kaum vorgenommen, sondern allzu pauschaliert dargstellt, dass „Osteuropa“ zu stark verschuldet sei und darunter nun Westeuropa und auch der Euro leide. Auch könne deswegen der Euro auseinanderbrechen. Vergessen wird bei dieser Argumentation auch, dass gerade West-Europa (auch Deutschland) durch den Aufschwung in Osteuropa eine Sonderkonjunktur bekam. So wäre wahrscheinlich Deutschland in den Jahren 2003-2008 schon viel früher in eine Rezession geschlittert, wenn es noch ein so dynamisches Wachstum in Osteuropa in diesem Jahr gegeben hatte und der Außenhandel mit „Osteuropa“ stark anstieg was auch Arbeitsplätze schaffte.

    Die osteuropäischen Banken haben zwar kein Subprime-Problem, aber sie haben Problem im normalen Kreditgeschäft und auch mit der Refinanzierung ihrer Anleihen. Österreichische Banken haben allein 230 Mrd. € (mit Bank Austria 300 Mrd. €) nach „Osteuropa“ ausgeliehen und sich damit besonders stark in Osteuropa engagiert, was nun zu einem erhöhten Abschreibungsbedarf führt. Schwedische Banken haben Kredite im Volumen von 60 Mrd. € alleine in den baltischen Raume gegeben. Vor allem Lettland verschuldete sich zu hoch. In Lettland gab es zuvor auch ähnlich wie in den USA eine Immobilienblase, da die neureichen Russen die Preise im Immobiliensektor hochtrieben. Die Immobilenblase ist jetzt geplatzt, worunter vor allem auch schwedischen Banken leiden. Zudem haben sich in Ungarn und Polen im Hypothekensektor in Schweizer Franken verschuldet. Durch den Einbruch der lokalen Währung wird jetzt die Tilgung und Zinslast wesentlich höher. Insofern ist hier auch mit vermehrte Privatinsolvenzen zu rechnen. Aber ähnliche Probleme gibt es jetzt überall auf der Welt. In den USA ist die Verschuldungsproblematik im Privatsektou auch hier wesentlich gravierender und dramatischer(siehe American Express u.a). Dennoch könnte die Kreditausfallquote auch in Osteuropa bis auf 20% ansteigen, was zu hoch ist,

    Der kurzfristige Verschuldungsgrad beträgt in einigen Ländern „Osteuropas“ nur 10% des BIP (wie Russland und Türkei) und in anderen Ländern 20%, was unter normalen Umständen nicht zu hoch ist. Nur haben wir im Moment seit der Pleite von Lehman Brohters keine normalen Zustände im Kreditsektor mehr. Wer hätte früher schon gedacht, dass es so gut wie keinen (liquiden) Pfandbriefmarkt mehr gibt, da auch Pfandbriefe (so gut wie) unverkäuflich sind. Wenn die Hypo Real Estate AG in die Insolvenz gibt, haben auch viele Versicherungen die in Pfandbriefen investiert ein Problem. Der Staat hat schon Stützungsgelder und Garantien in Höhe von 100 Mrd. € beschlossen. Ich vermute, dass die Kreditausfallquote in „Osteuropa“ nicht so hoch ausfallen wird. Auf diese Weise wird aus einem unscheinbaren Problem ein großes Problem für eine ganze Branche und sogar für die Volkswirtschaften. So könnte auch der Staatsbankrot der Ukraine ein bedeutungsvoller Dominostein sein, wobei die Insolvenz von Hypo Real Estate AG schwerwiegendere Folgen hätte. Ich gehe, davon aus, dass die HRE-Aktionäre enteignet werden, was auch ein einmaliger Vorgang in der Nachkriegszeit ist. Dagegen werden die Ukraine und weitere osteuropäischen Länder durch die neuen EU-Gelder wohl erst einmal gerettet werden können, wenn vernünftige Haushaltsentwürfe vorgelegt werden.

    Die Versicherungsprämien für Kreditausfälle, die sogenannten Credit Default Swaps (kurz CDS) schnellten in den letzten Monat in die Höhe. Sie sind ein gutes Zeichen wie hoch der Markt die Gefahr eines Totalausfalls einstuft. Die CDS für Anleihen mit fünfjähriger Laufzeit lagen für Österreich mit 264 Basispunkten genauso hoch wie bei Griechenland und sogar höher als bei Italien mit 192 Basispunkten. Bei einigen osteuropäischen Ländern lag sie schon bei über 1000 Basispunkten. Bei Ländern wie Ungarn, Ukraine und Lettland konnte ein Staatsbankrot nur durch IWF-Kredite vermieden werden; dennoch gibt es insbesondere für die Ukraine weiterhin die Gefahr eines Staatsbankrotts und damit einem Default bei den Staatsanleihen. Viele ukrainische Banken können ihre kurzfristigen Schulden nicht refinanzieren und der Staat selbst hat auch Probleme mit der Zahlungsfähigkeit. Jede Bezahlung der Gaslieferungen wird zum finanziellen Wagnis. Von den 16,5 Mrd. USD sind bisher erst 4,8 Mrd. USD vom IWF ausgezahlt worden Der Finanzminister ist schon zurückgetreten und diese wichtige Position ist nun vakant. Zudem bekämpfen sich der Präsident Juschtschenko und der Primier Tymochenko gegenseitig, was in der Finanznot wenig förderlich ist. Die Ukraine wird ebenso wie Lettland dieses Jahr in eine tiefe Rezession kommen. In beiden Ländern sind Proteste auch von der Bevölkerung zu erwarten. Die Kriminalität ist schon stark gestiegen.

    Welche Länder aus „Osteuropa“ als besonders problematisch einzustufen sind, kann man zum Teil auch von jeweiligen Anleihen-Rating ablesen. Wie die folgende Tabelle zeigt, bis es schon hier große Unterschiede im Rating. Die meisten Anleihen wurden in den letzten Monaten herabgestuft, in Rumänien sogar auf „Junk Bonds-Niveau (BB ist nicht mehr „Investmentgrade).

    IWF-Gelder haben bisher aber erst Ungarn, Ukraine und Lettland erhalten, wo auch die Verschuldungsprobleme und Zahlungsnöte am größten sind. Wenn man von diesen drei Problem-Ländern einmal absieht,, sind die Verschuldungsprobleme in Osteuropa lösbar, wobei auch für diese drei Problemländer eine Lösung möglich ist.

    Zu hohe Leistungsbilanzdefizite führen zu Abwertungsgefahren der Währung

    Viel zu hohe Leistungsbilanzdefizite und auch eine zunehmende Verschuldung bei der Bevölkerung weisen auch die Länder Rumänien und Bulgarien sowie die baltischen Länder auf. Nur konnten sich die Ungleichgewichte nicht überall auch im Währungskurs niederschlagen, da die Währungen von Bulgarien und den baltischen Ländern künstlich durch Koppelung an den Euro stabil gehalten werden. Starke Abwertungen gab es hingegen für die rumänische, russische, ungarische, tschechische und vor allem polnische Währung, wobei sich die Währung in den letzten Wochen stabilisiert hat. Am meisten wurde die ukrainische Währung abgewertet, wobei der Abwertungsdruck noch nicht vorüber ist. Die Auslandsdirektinvestitionen, die zuvor zu starken Ostwährungen geführt haben, nehmen jetzt spürbar ab. In den Vormonaten kamen neben hohen Kursverlusten an der Börse auch zu hohen Währungsverlusten in Höhe von 30-50% hinzu. Nach dieser Abwertungssprirale von einigen Osteuropa-Währungen,, die schon an das Szenario von 1998 erinnerte, könnte nun aber auch Gegenbewegungen wieder kommen. So stieg die tschechische Krone schon wieder leicht an. Durch Abwertung erhöht sich die Wettbewerbsfähigkeit für die Exportwirtschaft. Die Exportwirtschaft ist aber auch von der Nachfrage in Westeuropa abhängig. Durch die Rezession in Deutschland (mit geschätzten -5% des BSP in 2009) und anderen europäischen Ländern leidet auch die Exportwirtschaft Osteuropas.

    Ich rechne daher in vielen Bereichen zwar mit Umsatzrückgängen und Zahlungsproblemen, aber dennoch sollte nicht alle Länder über einen Kamm gekehrt werden. Relativ stabil sind die Länder Slowenien, Tschechien und Polen und hier dürfte es auch wieder Erholungschancen geben.

    Erholungschancen an den Osteuropa-Börsen

    Die zentralosteuropäischen Börsen verloren im letzten Jahr etwa 50% und in diesem Jahr 20% an Wert. Die Aktienbewertungen sind mit einem KGV von 6 und Kurs/Buchwertverhältnis von weit unter 1 im Moment sehr günstig. Mein Szenario ist zunächst eine volatile Seitwärtsbewegung, aber auch einige Zwischenhaussen bzw. Bärmarktrallyes, die der Anleger im Trading-Bereich ausnutzen kann. So könnte jetzt durch die schon seit 2 Wochen in Gang gesetzte Frühjahrsrallye bis April fortgesetzt werden. Die Moskauer Börse stieg schon von einem Minus von 20% auf ein Plus von 9%, womit die Moskauer Börse schon wieder zu den am besten performenden Börse der Welt. Der Ölpreis konnte sich wieder auf über 50 USD/Barrel erholen, was vor allem den Kurs der ÖL/Gaswerte stabilisierte.

    Aussichtsreiche Osteuropa-Zertifikate

    Wer nicht an einen nochmaligen Kurseinbruch von über 30% in diesem Jahr glaubt, kann jetzt bei Zertifikaten auf Indices außergewöhnlich hohe Bonusrenditen von über 40% p.a. erzielen. So gibt es Bonus-Zertfikate auf den CECE-Index und neuerdings auch Plus-Bonus-Zertifkate auf den CECE (Osteuropa), RDX (Russland) und PTX-Index (Polen) mit Bonusrendite von über 8% von der RCB, Erste und RBS. Bei den Plus Bonus-Zertifikaten ist der Kurs am Ende der Laufzeit und nicht zwischenzeitlich entscheidend, was die Chancen erhöht dass die Barriere nicht tangiert und damit der Bonus ausgezahlt wird. Auch gibt es schon ETFs auf den russischen Markt und auf Zentralosteuropa, der aufgrund der geringen Transaktionskosten gut zum Traden geeignet ist. Zudem gibt es hier anders als bei den Zertifikaten bei ETFs kein Emittentenrisiko, da es sich wie bei einem Fonds um Sondervermögen handelt. Der RDX-Index liegt schon über 20% und der RTS-Index 3% im Plus. Gute Erholungschancen hat auch Rumänien, an denen Anleger über ein Zertifikat auf den ROTX-Index partizipieren können. Der ROTX-Index stieg am 19. März schon um 11%, befindet sich Jahresbeginn aber noch kräftig im Minus. Die Erholung an den meisten mittel- und osteuropäischen Börsen setzte Anfang März ein. Sie wird aber nur von kurzer Dauer sein, wenn die Wall Street wieder einknickt.

    Defensive und spekulative Aktien mischen

    Zudem haben einige Unternehmen wie T-Aktien und Versorger außergewöhnlich hohe Dividendenrenditen von über 12%. Eine Alternative oder gute Ergänzung sind jetzt auch Unternehmensanleihen von Unternehmen aus Osteuropa mit einem transparenten Geschäftsmodell und hohen Cash flow. Auch hier lassen sich Renditen von über 10%, in Russland sogar von über 15% und in Kasachstan von über 30% im Durchschnitt erzielen. Geschenkt wird aber auch hier nichts: es gilt auch hier der Grundsatz: je höher die Renditen, desto höher die (Default)Risiken. Wer noch höhere Chancen sucht, kann auch einige Standardwerte aus Osteuropa kaufen. Falls der Kupferpreis weiter steigen sollte (zuletzt von 3400 auf 3800 USD/Tonne), gehört auch der Kupfer und Silberproduzent KGHM aus Polen auf die Watch-list. Auch Medienaktien wie Central European Media haben nach dem Kurssturz gute Erholungschancen ebenso wie der Versorger CEZ, der in der Türkei und in Rumänien expandieren will.

    Exotenbörsen auf die Watch-list nehmen

    Auf die Watch-list gehören aber auch einige Endlos-Zertifikate von kleinen, aber feinen Exotenbörsen wie die Börse Ljubljana in Slowenien. Die Börse Bukarest (Rumänien) ist da schon etwas spekulativer, hat aber noch mehr Erholungspotential Wer sich keine Einzelauswahl zutraut, kann als Fonds den Griffin Eastern Europe Fund wählen, der seit Auflegung im Jahr 1998 trotz des Kurseinbruchs im letzten und auch in diesem Jahr ein durchschnittliche Rendite von 17% erzielt hat. Bis Ende 2007 betrug die Durchschnittsrendite sogar weit über 30%. Im letzten Jahr halbierten sich aber die Kurse wie überall in Osteuropa. So außergewöhnlich hohe Renditen sind jetzt zwar nicht mehr zu erwarten Das Fondamanagement hat aber gezeigt, dass es sein Handwerkszeug auch in Krisenzeiten versteht. Der Fonds ist im Moment auch sehr defensiv ausgerichtet und hat eine Cash-Quote von 20%, Die Länderschwerpunkte sind Russland (40%), Türkei, Tschechien und Polen.

    Erst informieren, dann investieren

    Vor einem Investment sollte sich der Anleger eingehend über die Chancen und Risiken informieren. Die ist möglich über den monatlich erscheinenden kostenpflichtigen Börsenbrief EAST STOCK TRENDS von Andreas Männicke (Info und Bestellung bei der ESI East Stock Informationsdienste GmbH, Jüthornstr. 88, 22043 Hamburg, Tel: 040/6570883, Fax: 040/6570884, E-Mail: info@eaststock.de, wen www.eaststock.de), der täglich aktualisierten Ostbörsen-Hotline 09001-8614001 (1,86 €/Min), dem kostenlosen wöchentlichen Newsletter von Andreas Männicke (www.andreas-maennicke.de) und den zweimal im Jahr stattfindende ESI-Ostbörsen-Seminaren..

    Das nächste ESI-Ostbörsen-Seminar „Optimale Anlagestrategien in unsicheren Zeiten“ findet am 27. Mai 2009 um 17.30 Uhr in Frankfurt/M statt (Infos du Anmeldung unter www.eaststock.de oder Tel. 040/6570883

    TV-Hinweis: Andreas Männicke wurde am 20. März um 21.30 Uhr live zum Thema Finanzkrise ein Osteuropa befragt. Seine Anlagevorschläge und weitere Hintergrundinformationen können Sie nachlesen unter www.3SAT.de/Boerse . Informieren Sie sich darüber, denn das Thema „Finanzkrise in Osteuropa“ betrifft uns alle!

  • Kommt jetzt die Frühjahrsrallye?

    Samstag, 14. März 2009 16:01:00

    Viele werden sich jetzt fragen: „Kommt jetzt die Frühjahrsrallye oder war sie das schon?“ Die Antwort kennt nur der Wind. Die letzte Woche brachte für alle Weltbörsen deutliche Kursgewinne. Hoffnung machten ab dem 12. März insbesondere Äußerungen von JP Morgan und zuvor auch von der Deutsche Bank AG, dass die ersten beiden Monate positiv verlaufen waren. So vollzog der Bankenindex in der letzten Woche eine bemerkenswerte Kehrtwendung, die durchaus Beachtung verdient. Ich bin der Auffassung, dass eine nachhaltige Frühjahrsrallye nur dann geben kann, wenn es keine weiteren Hiobsbotschaften aus dem Bankensektor gibt und wenn sich die positiven Signale bei der Deutsche Bank AG und JP Morgan auch bei anderen Banken bestätigen sollten. Desweiteren muss der Anleger mit Argusaugen betrachten, ob General Motors und Chrysler in den nächsten Wochen ein Chapter 11 verhindern können. An den Ostbörsen muss beachtet werden, ob der Ukraine und Lettland aus der Zahlungsnot geholfen werden kann.

    All dies ist aber keinesfalls sicher. Neben den „guten Banken“ gibt es die „schlechten Banken“, die weiterhin Probleme bereiten, wobei die eigentliche Bad Bank noch nicht aus der Taufe gehoben wurde. Auch dies könnte ein wichtiger Meilenstein werden, nämlich die Vorschläge des US-Finanzministers Timothy Geithner zur Gesundung der desolaten amerikanischen Bankensystems. Die Spreu hat sich schon längst vom Weizen getrennt. So braucht Fannee Mae weitere Staatsgelder im Volumen von über 20 Mrd. USD ebenso wie die Versicherung AIG. Das Auf und Ab an den Weltbörsen wird uns wohl noch eine Weile begleiten. Auch die Konjunkturindikatoren geben noch keinen Anlass zur Freude, obwohl die US-Einzelhandelsumsätze am Freitag weit besser ausfielen als erwartet. Der Dow Jones stieg daraufhin um 0,75% auf 7223 Indexpunkte und der marktbreitere und maßgebliche S&P 500 Index um 077% auf 756 Indexpunkte., womit die letzte Woche endlich einmal wieder positiv verlief. Nach Ausverkaufkursen kommen aber immer Gegenbewegungen, die auch in der Markttechnik begründet sind.

    So ist ein Pull Back auf die Chartausbruchlinie (beim DAX erfolgte der Chartaausbruch beim 4000, bei Dow Jones bei 8000 und beim S&P 800) normal, wobei der DAX schon an der Chartausbruchlinie angekommen ist und der Dow und S&P nach ein wenig Luft bzw. Nachholpotential haben. Zur Erinnerung: am 12/13. März war im Jahr 2003 auch der Tiefstpunkt beim DAX und danach ging es fast 5 Jahre aufwärts. Damals platzte die Internetblase, jetzt platzt die Kreditblase, wobei letzteres wesentlich gravierende Auswirkungen auf alle Volkswirtschaften der Welt hat. Die Situation von damals ist zwar wirtschaftlich nicht mit der heutigen zu vergleichen, da wir es jetzt mit globalen Systemrisiken zu tun haben; es gibt dennoch einige Parallelen: so wollte auch damals keiner Aktien kaufen und alle waren vom Aktienmarkt schwer enttäuscht. Versicherungen hatten schon lange keine Aktien mehr. Die Kassandrarufer waren auch damals sehr laut.

    Ab dem 13. März 2003 begann aber eine 5 jährige Hausse, die damals keiner für möglich gehalten hat. Ich rechne zwar in den nächsten 5 Jahren nicht mehr einer ähnlichen Entwicklung wie in den Jahre 2003 bis Mitte 2008, die an den Ostbörsen zu Performancergebnissen von über 30% im Jahr im Durchschnitt gebracht haben; es wird aber aufgrund der hohen Barliquidität einige bemerkenswerten zeitlich begrenzte Zwischenhaussen geben. In den nächsten Wochen werden die good news aber immer wieder durch bad news gepaart oder gar konterkariert werden. Vor allem die USA stehen vor gewaltigen Verschuldungsproblemen. Aber auch in Osteuropa müssen dieses Jahr 400 Mrd. USD prolongiert bzw. refinanziert werden, wobei aber nur einige Länder wie Ukraine, Lettland und Ungarn. Am Freitag waren aber die Handelsumsätze nicht so schlecht wird erwartet und des konnten sich der Markt gut behaupten.

    Besonders erfreulich entwickelte sich in der letzten Woche die Moskauer Börse. Der RTS stieg am „Glückstag“ Freitag, den 13. März allen Unkenrufen zum Trotz um 5,43% auf 652 Indexpunkte und rutschte damit schon wieder in Plus, nachdem er zuvor noch im Tief über 20% in diesem Jahr im Minus war. Ich hatte im EAST STOCK TRENDS (www.eaststock.de) auch schon vorher auf die volatile Seitwärtsbewegung hingewiesen, die sehr gute Tradingchancen eröffnet. Einen starken Rebound machen neben Öl/Gas- und Konsumaktien auch Medienwerte. Dabei kommt es aber nach wie vor zu weiteren Zwangsliquidierungen bei notleidenden Oligarchen, wenn auch nicht mehr so stark wie in den Horrormonaten September/Oktober 2008. So steht der Autokonzern GAZ des Oligarchen Oleg Deripaska kurz vor dem Konkurs. Deripaska droht dabei eine weitere Mrd. USD zu verlieren. Sein Vermögen ist schon von 40 auf 5 Mrd. USD geschrumpft und man darf gespannt sein, ob er überhaupt die Finanzkrise wirtschaftlich überleben wird. In Russland geht es der Automobilindustrie ähnlich schlecht wie überhaupt auf der Welt.

    Die fehlende Liquidität der russischen Oligarchen bekommen jetzt auch die Immobilienhändler in Südfrankreich und Südspanien zu spüren. Während zuvor die russischen Neureichen und Oligarchen die Preise der Luxusvillen nach oben trieben, gibt es nun Preisnachlässe von 30-40% und dennoch keine Käufer. Für die Supereichen, die noch liquide sind, ergibt sich damit jetzt ein „Schnäppchenmarkt“ in Südfrankreich.

    Auch die restlichen Ostbörsen konnten sich seit Mitte der letzten Woche deutlich erholen. Eine Fortsetzung der Erholungstendenz ist zwar weiterhin von den News im Bankensektor und den Konjunkturdaten in den USA abhängig; es kann aber gut sein, dass sich einzelnen Emerging Markets auch in einem fortgesetzt schlechten wirtschaftlichen Umfeld in den USA positiv entwickeln können. So könnte die Decouplings-These (=Abkoppelungsthese) der Emerging Marktes, die in 2008 keinen Bestand hatte, in diesem Jahr selektiv möglich und bestätigt werden. In China betrug zwar das BSP-Wachstum in den ersten beiden Monaten nur 3-4%, was das niedrigste Wachstum seit Jahren ist; dennoch ist der Shanghai–Index aufgrund des bevorstehenden Mega-Konjunkturprogramme im Volumen von über 500 Mrd. USD schon kräftig im Plus und führt im Moment die Weltbörse an, obwohl er letzte Woche um 3% nachgab. Dafür stieg der H-Aktienindex in Hongkong um 7,3% auf 6785 Indexpunkte. Die chinesische Entwicklungsbank ist sogar in der Lage, einen 25 Mrd. USD Kredit an Rosneft/Transneft zu geben. Die Krise macht jetzt sonst einiges möglich, was vorher nicht für möglich gehalten wurde, auch dass Russland und China jetzt näher zusammenrücken, um die Vormachtsstellung der USA anzugreifen.

    Ganz aussichtslos ist das Unterfangen nicht, zumal die USA jetzt immer noch sehr verwundbar und von der Finanzkrise geschwächt sind. Ohne China/Japan könnten die USA auch nicht das Mega-Konjunkturprogramm in den USA stemmen, denn vor allem China und Japan werde die nächsten Billionen an US-Staatsanleihen aufkaufen (müssen). Beide Länder brauchen aber die USA als wichtigsten Exportmarkt. Der Export in Japan und China ist in den letzten Monaten schon dramatisch eingebrochen. Im Februar gab der Export um 26% nach. Damit wurde aus einem chinesischen Handelsbilanzüberschuss von 39 Mrd. USD nur noch ein Handelsbilanzüberschuss von 4 Mrd. USD. China braucht also auch eine Gesundung der US-Konjunktur, um selber prosperieren zu können. An einer baldigen Gesundung der US-Konjunktur will ich aber noch nicht glauben. Als aussichtsreich stufe auch Brasilien ein.

    Aufgrund des bevorstehenden G20-Treffen am 20. April , wo „schwarze Listen“ für Länder entstehen sollen, die die Steuerflucht begünstigen, wollen nun Österreich, Liechtenstein und die Schweiz das Bankgeheimnis in begründeten Fällen fallen lassen. Damit werden jetzt in der Krise „heilige Kühe“ gemolken. Inder Krise wird das Unmögliche jetzt möglich, was vielfach zu begrüßen ist. Ich bin gespannt, wohin dann die Billionen USD aus den Steueroasen hinfliessen werden. Aber erstmal werden sie dort bleiben, wo sie sind.

    Auch an den Ostbörsen wird es selektiv gute Erholungschancen geben. Gold dürfte bei steigenden Aktienkursen eher nach unten tendieren, da dann die „Angstprämie“ wegfällt. Der Goldpreis stagnierte bei 929 USD/Unze. Dagegen konnte sich der Ölpreis auf 47 USD/Barrel leicht erholen. Positiv bin ich jetzt für den Euro gestimmt, der bei 1,25 EUR/USD einen doppelten Boden bildet und nun nach oben tendierte (zuletzt bei 1,29 EUR/USD). Bei 1,31 EUR/USD entsteht ein Kaufsignal.

    Als relativ krisenresistent erweisen sich auch einige ausgewählte Hedgefonds. Ein von mir als aussichtsreich eingestufter Hedgefonds erzielte in den ersten beiden Monaten sogar eine Performance von 36%. Ich empfehle daher auch gerade jetzt Hedgefonds als Portfoliobeimischung. Informieren können Sie über das Produkt, das auch im letzten Jahr mit einem kräftigen Plus abgeschnitten hat, auch bei mir in einem persönlichen Gespräch.

    Ausblick: An der Wall Street ist jetzt ein Pull back auf die jeweiligen Chartsausbruchlinien, also bei Dow Jones auf 8000 und beim S&P auf 800 möglich. Dann würde sich in der Tat eine Frühjahrsrallye ergeben. Erst bei einem S&P von unter 660 würde sich der Kursabschwung beschleunigen. Noch dürfen aber auch die Ostbörsen auf die Fortsetzung der Frühjahrsrallye hoffen, wobei auch dann noch der Bärmarkt durch die weiter fallenden 200 Tageslinien intakt bleibt. Insofern bleibe ich bei meiner These der volatilen Seitwärtsbewegung, zumal schnelle Gewinnmitnahmen bei den nervösen Marktteilnehmern immer noch wahrscheinlich sind.

    Dies birgt auch Chancen für Anleger. Nutzen Sie daher auch die Trading-Signale und Trading-Chancen auf der Ostbörsen-Hotline 09001-8614001 (1,86 € /Min.).

    TV-Hinweis: Das nächste TV-Interview mit dem Autor über Otseuropa st am 20. März 2009 um 21.30 Uhr in der 3 SATBörse (www.3sat.de/boerse). Das letzte TV-Interview vom Autor in NTV/Telebörse vom 4. März über Gold und russische Goldaktien können Sie sich jetzt runterladen unter http://www.teleboerse.de/1115294.html .

    Seminar-Hinweis: Melden Sie sich jetzt an für das nächste ESI-Ostbörsen-Seminar „Optimale Anlagestrategien in unsicheren Zeiten mit dem Russland-Special Jahrhundertkrise=Jahrhundertchance?“ am 27. Mai in Frankfurt/M. unter www.eaststock.de (oder direkt bei der ESI GmbH , Jüthornstr. 88, 22043 Hamburg, Tel: 040/6570883) an.

  • Lieber ein Ende mit Schrecken ...

    Samstag, 07. März 2009 18:02:00

    „Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende!“, ist ein geflügelter Satz, der das Empfinden der meisten Teilnehmer am Finanzmarkt wohl im Moment am besten beschreibt. Viele reizen auf der anderen Seite das „Prinzip Hoffung“ (auf Besserung) bis zum Schluss aus und brechen erst dann in Panik aus, wenn es schon zu spät ist (siehe dazu ausführlich auch mein letzte Kolumne „Die Hoffnung stirbt zuletzt“). Ich kann nur hoffen, dass viele Marktteilnehmer aus dieser fatalen Entwicklung lernen und auch die Politiker in den USA und GB die richtigen Schlüssen daraus ziehen.

    Man braucht nicht eine Glaskugel, um vorherzusagen, dass uns schon bald wieder neue Schreckensnachrichten ereilen werden. Jeder kann und sollte sich selbst mit den realen Fakten befassen und wird zu ähnlichen Ergebnissen kommen müssen. Die Börse ist immer eine Kombination aus Fakten, die jedem zugänglich sind und aus Spekulation, welche Faktenlage in Zukunft vorherrschen wird. Zudem variieren die Dominanzfaktoten an der Börse von Zeit zu Zeit, also die Faktoren die die Börse am meisten beeinflussen. Ich nenne das die Dominanzfaktorentheorie (nicht im wissenschaftlichen Sinne). Im Moment sind neben gewichtigen Konjunkturdaten auch mögliche Konkurse von Großunternehmen und sogar von ganzen Staaten in der Diskussion, was gravierende Auswirkungen auf die Börsenkurse hat und haben wird..

    So gab es Zeiten, wo die Notenbanken mit ihrer Zinspolitik die Märkte dominant beeinflussen konnten. Diese Zeiten sind jetzt erst einmal vorbei. Eine Zinssenkung wie zuletzt bei der EZB von 2 auf 1,5% - dem historisch niedrigsten Zinssatz der EZB! – verpufft bzw. bewirkt sogar das Gegenteil, nämlich stark fallenden Kurse. Ganz offensichtlich fehlt bei den Marktteilnehmern das Vertrauen, dass die Notenbanken jetzt überhaupt noch etwas bewirken können außer massenhaft Geld zu drucken und die Geldmengen dramatisch auszuweiten, was sich später noch rächen wird. Es gibt jetzt sehr viele Greenspans und „Helikopter-Bens“ auf der Welt, aber sie leben alle in einer Welt der Geld-Illusionen. Der DAX schloss am 6. März mit einem Wochenverlust von 5% bei 3666 Indexpunkte – so niedrig wie zuletzt im Jahr 2004 - , der Dow Jones Ind. gab um 6% nach und fiel auf ein neues 12 Jahrestief von 6626 Indexpunkten. Der marktbreitere S&P 500 fiel auf 683 Indexpunkte, was ebenfalls zugleich ein neues Jahrestief bedeutete und den intakten Bärmarkt bestätigte. Damit wurden wichtige Unterstützungslinien schon durchbrochen. Falls in der nächsten Woche neue Tiefstkurse erreicht werden, ist ein weiterer dramatischer Kursverfall denkbar. Dann sollte Sie auch an den Ostbörsen in Liquidität gehen. Werden die neuen Tiefstkurse der letzte Woche aber nicht wieder unterboten, besteht sogar die Chance auf eine Frühjahrsrallye bis April, die aber wiederum auch nur eine Bärmarktrallye sein wird.

    Wie oft habe ich in den letzten Wochen gehört, dass man zwar im letzten Jahr eine Korrektur habe kommen sehen, aber das was jetzt passiert, außerhalb der Vorstellungskraft war. Ich kann diese mangelnde Vorstellungskraft zwar verstehen, weil man vieles einfach nicht wahrhaben will, es war aber offensichtlich ein Denk-Fehler. Dies mag aber auch daran liegen, dass sich einige Analysten nicht hinreichend mit den möglichen Szenarien und Fakten auseinandersetzten. Wenn sich Bubbles auflösen, hat das immer eine Wirkung auf die Börsen. Die Immobilienblase und auch die Verschuldungspyramide in den USA ist hinlänglich bekannt und durch Fakten belegbar gewesen. Wenn sich nun Bubbles in den USA auflösen – und es sind noch keineswegs alle Blasen bisher geplatzt – dann hat das eine potenzierte Wirkung. Hinzu kommt dann die Markttechnik, die wichtige Schlüsse für die Verfassung und Absturzgefahr des Marktes gibt. Wie Sie wissen, habe ich mich dadurch auch leiten lassen. Ich habe schon in 2007 und erst recht 2008 mit sehr drastischen Ausdrücken versucht darauf aufmerksam zu machen, dass so etwas, was wir jetzt durchleben, möglich ist. Das war eine intensive Beschäftigung mir real stattfindenden Prozessen, die sich dann beschleunigen können, wurde aber als „Panikmache“ abgetan. Insofern habe ich schon spätestens seit Juni 2008 zu einer hohen Cashrate und selektiven Short-Trades geraten.

    Auch jetzt behaupte ich immer noch, die Lage ist (im Hintergrund) viel schlimmer als sich die meisten vorstellen können und auch als sie sich offen zeigt. Deutschland ist ohnehin im Moment ein „Schlaraffenland“ mit relativ guter Konsumlaune im Vergleich zu anderen Ländern auf der Welt. Aber auch hier ist der Konjunktureinbruch dramatisch vor allem für die Exportwirtschaft. Und vieles wird noch künstlich durch Geldpumpen am Leben gehalten, was schon klinisch tot ist. Dazu zähle ich auch AIG, General Motors, die CitiGroup, Hypo Real Estate AG (für Deutschland) und auch die Ukraine (für ganz Osteuropa und mithin auch Europa), um nur einige Beispiele zu nennen. Alle Unternehmen und auch einige Länder haben nicht mehr die Ertragskraft, um die Schulden fristgerecht begleich zu können. Das Herzinfarktrisiko nimmt bei zu großer Verschuldung zu. Das Problem ist, dass es sich dabei um systemische Risiken handelt. Es kann also immer noch zu einem Systemkollaps kommen. Zum einen sind die genannten Unternehmen und auch Länder wichtige Dominosteine, die nicht fallen dürfen, da es sonst zu einem Systemkollaps und Flächenbrand bzw einer Kernschmlze, wo sich alles auflöst, kommen kann; zum anderen sind bei einem Zusammenbruch eines systemischen Risikos auch viele Gläubiger weltweit betroffen, die dann auch die Insolvenz anmelden müssen. Hinzu kommen zu allem Übel dann auch die kleinen und großen Madoffs, der Welt, also Kapitalmarkt-Betrüger, die erst in der Krise entlarvt werden.

    Aktien wie CitiGroup und General Motors werden demnächst vielleicht aus dem Dow Jones ausgeschlossen, da sie zu Pennystsock werden und die Börsenwerte auf ein Allzeittief gefallen sind. Die CitiGroup notiert jetzt bei 0,785 € und ist nur noch 4,3 Mrd. € wert und GM notiert bei 1,13 € und ist nur noch lächerliche 689 Mio. € Wert. Das ist wie in Rom damals, das sich auch überschuldete und dann unterging. Nach der Blütezeit kommt durch übermäßige Verschuldung der Bankrott. Lehman Brothers wird übriges noch gehandelt und hat ein Börsenwert von 16 Mio. €. Einige Optimisten glauben, dass Lehman Brothers in 2 Jahren das Insolvenzverfahren überstanden hat und dann reaktiviert wird. Sicherlich. Totgeglaubte leben länger. Auch der Popstar Michael Jackson bereitet neue Konzerte in London vor und will dafür 100 Mio. Pfund verdienen, um seine Pleite zu verhindern. Er braucht dringend Geld, aber Jackson kann wenigsten (hoffentlich noch) singen. Ich habe großen Respekt vor Comebacks und „Stehaufmännchen“. Viele glauben an solche Widerauferstehungswunder auch an der Börse, aber Wunder kommen nicht immer und dann hat man mit Zitronen gehandelt. Mittlerweile gehören Citgroup und GM schon zu den „Zockeraktien“.

    Wer hätte sich das vorstellen können; die CitiGroup wird zum Pennystock und ohne Staatshilfe wäre sie schon lange bankrott? Auch GM fiel auf das Tief aus dem Jahr 1933! Auch GM ist so gut wie Pleite und wird nur durch den Staat künstlich am Leben gehalten. Durch das Herauswerfen von Pennystsocks und damit den Top-Verlieren geben die Indices wie DAX und Dow Jones ein besseres Bild ab, als die Lage ist, denn die Verlierer des Marktes werden einfach rausgeschmissen. Damit stehen die Indices besser da als die Lage ist. Auch das sollte der Anleger beachten.

    Jeder sollte sich die Mühe machen, schon jetzt herauszufinden, wer die Großgläubiger von AIG, der Citibank, der Bank of America mit einem Bilanzsumme von jeweils 2 Billionen USD sind. Ein großer Fisch ist auch General Motors, wo im Falle eines Chapter 11 über 600 Mrd. USD an Verbindlichkeiten abgewickelt werden müssen. Darunter leiden dann sofort auch Automobilzulieferbetriebe von GM, die dann gleich den Gläubigerschutz mit beantragen können. Ich halte ein Chapter 11 von GM aber nicht nur für möglich, sondern sogar wahrscheinlich und auch notwenig, um den dann schmerzhaften Bereinigungsprozess dann in Gang zu bringen. Darunter würde dann auch Opel leiden bzw bankrott gehen. Ähnlich verhält es sich mit der Hypo Real Estate AG mit einer Bilanzsumme von 400 Mrd. €. Die Commerzbank hängt aber auch am seidenen Faden durch den Fehlgriff mit der Dresdner Bank und die haben beide zusammen eine Bilanzsumme von 1 Billion €. Es ist klar, dass für die bisherigen Rettungsschirme, die schon viel zu groß gespannt sind, nicht ausreichen; sie haben mehr virtuellen Charakter und sind im Ernstfall nicht zu gebrauchen, es sei denn es kommt zu einer starken Steuererhöhung. Selbst die USA müssen ihre Mega-Konjunkturprogramme und einem Haushaltsbilanzdefizit von 1,7 Billionen USD irgendwann gegenfinanzieren.

    Kalifornien war schon Pleite, auch wenn Arnold Schwarzenegger gute Mine zum bösen Spiel bei der Messe „Cebit“ machte. Er hat zwar vielleicht einen Ökologiepreis verdient, mit Finanzmitteln kann der kalifornische Gouverneur aus Österreich aber wohl auch nicht umgehen, sonnst wäre Kalifornien jetzt nicht am Rande der Pleite. Soll man nun zuerst Kalifornien retten oder GM? Diese Überlegungen gibt es tatsächlich im US-Kongress. Aber Achtung: Die USA selbst kann auch Pleite gehen, wenn China und Japan die Staatsanleihen der USA nicht mehr kaufen wollen. Auch die Staatsanleihen der USA hängen als von der Geberbereitschaft anderer Länder ab oder die USA muss irgendwann drastisch die Steuern erhöhen. Denn wie sollen sonst die enormen Haushaltsbilanzdefizite finanziert werden. Ich rechne auch im nächsten Jahr mit einem Haushaltsbilanzdefizit von über 1 Billion USD. Too much is too much, Mr Obama!

    Normalerweise müsste der Dollar irgendwann nach der Rückführungswelle aus den Emerging Marktes in die Heimat deutlich schwächer werden. Wir haben es aber mit dem Phänomen zu tun, dass sich mehrere schwache Währungen gegenüberstehen. Der Euro könnte unter der Last von Osteuropa, aber auch Südsosteuropa (Italien, Griechenland, Spanien, Italien) zusammenbrechen. Die USA sind überschuldet. Die gesamte Verschuldung zum BSP (Private, Unternehmen, Staat) beträgt 350% des BSP. Zu hoch verschuldet sind dort vor allem Konsumenten und der Staat. Aber auch in Japan beträgt die Staatsverschuldung zum BSP schon 180%m in Portugal sogar 200%.

    Dabei waren zuletzt der Dollar, Yen und Schweizer Franken relativ starke Flucht-Währungen, wobei dis bei genauer Analyse auch nicht logisch ist. Selbst die Schweiz hat alle Hände voll zu tun, die UBS am Leben zu halten. Gelingt dies nicht, entsteht ein Billionenschaden; aber es wird gelingen, wobei die USA die UBS unter Druck setzen und Fluchtgelder eintreiben wollen. Die Hetzjagd „jeder gegen jeden“ hat begonnen! Das politisch gewollte Kunstgebilde Euro wurde schwächer, auch wegen der offensichtlichen Probleme in Süd- und Osteuropa, wobei Deutschland der Zahlmeister für Europa bleibt. Das britische Pfund halbierte sich zum Euro, womit sich aus deutscher Sicht auch alle Aktienengagements im Muterland des Kapitalismus halbierten. Auch Großbritannien ist am Rande der Pleite und kann kaum mit eigener Kraft die Schieflagen bei den Banken auffangen. Allerdings lohnt sich jetzt Shopping in London umso mehr, denn alles ist um die Hälfte billiger. Nach der Deflation wird aber die Inflation kommen und auch das wird Auswirkungen auf die Aktienmärkte haben.

    Auch erwarte ich weitere Währungsturbulenzen. Besonders schwach waren seit August 2008 aber fast alle Osteuropa-Währungen, vor allem aber die Währungen aus der Ukraine, Russland, Ungarn, Polen und Rumänien. Einige Währungen werden wie in Bulgarien und in den baltischen Ländern künstlich stabil gehalten, obwohl es große Ungleichgewichte bei den Leistungsbilanzdefiziten gibt. Auch das wird sich früher oder später auflösen. Dabei wollen alle diese Länder noch in den Euro kommen und sie werden damit die Sprengkraft des Euros erhöhen. Zu hohe Ungleichgewichte in einer Währung hält eine Währung auf Dauer nicht aus; deswegen war auch der Goldstandard der falsche Weg. Bihser war der Euro eine „Schönwetterwährung“; die eigentlichen Belastungsproben stehen aber erst in einer Rezession bevor. In der Krise sollten sich „Freunde“ gegenseitig helfen, Wird das aber wirklich dauerhaft in Europa bzw. der EU/EWU möglich sein. Ich hoffe es. Wir werden sehen.

    Am 20. März wird in Brüssel bei der EU beraten, wie den osteuropäischen Länden am besten geholfen werden kann. Ich wurde aus diesem Anlass am 20. März auch wieder von der 3SATBörse um 21.30 für ein Interview eingeladen. Gerüchtewiese steht auch Österreich vor dem Staatsbankrott, wenn Osteuropa nicht geholfen wird. Österreichische Banken haben Kredite im Volumen von 230 Mrd. €, mit der Bank Austria (=jetzt Unicredit) sogar 300 Mrd. € an Osteuropa ausgeliehen. Insgesamt wurden 400 Mrd. € an Osteuropa geliehen, wobei viel Unternehmen und Länder aufgrund der Rezession nun in Zahlungsnot geraten, worunter wiederum auch österreichische Banken leiden. Schwedischen Banken hab sich mit 60 Mrd. € überwiegend im Immobiliensektor im Baltikum verzockt.

    Auch wenn diese eine Ausuferung der Gier war, so sind die Probleme in Südeuropa und sogar auch in den USA viele größer und gewichtiger. Vor allem sollte man nicht in Osteuropa nun den Sündenbock suchen, die sich angeblich zu hoch verschuldet haben. Mit Ausnahme von Ungarn ist die Auslandsverschuldung der osteuropäischen Länder im Relation zum BSP wesentlichen geringer als bei den Industrieländern. Auch hatten viele Länder (auch mit Ausnahmen von Ungarn) relativ geringe Haushaltsbilanzdefizite und sie kommen jetzt dennoch in Zahlungsschwierigkeiten. Nur hat in einer globalen Rezession keiner Geld und die kleinen gehen eher bankrott als die großen. Zudem darf man nicht vergessen, dass Deutschland schon längst in eine Rezession gekommen wäre, wenn deutsche Exportunternehmen nicht so gute Exporterfolge vor allem in Osteuropa zuvor hatten. Die gegenwärtige einseitige Diskussion von einigen Medienvertretern, Politikern und anderen „Besser-Wessis“ kann ich daher nicht nachvollziehen und muss ihnen auch widersprechen. Im Übrigen gibt es wie bei den nun verteufelten Kreditderivaten auch bei normalen Krediten immer zwei Parteien: Verkäufer und Käufer und beide müssen sich an die Nase fassen!

    Es gibt zwar auch schwarze Schafe in Osteuropa, und dazu zähle ich im Moment auch die Ukraine und Bulgarien (bei den Politikern, nicht bei der Bevölkerung oder den Unternehmen!), aber das ist eher die Ausnahme als die Regel. Ich halte es daher für grundfalsch, jetzt alleine Osteuropa die Schuld für die Misere in die Schuhe schieben zu wollen. Dennoch sprechen Währungsverluste (=Vertrauensverluste) eine deutliche Sprache, die nicht zu übersehen sind und die auch ganze Volkswirtschaften ruinieren können (ähnlich wie 1998 in Asien, wobei sich die asiatischen Länder in der Tat damals zu hoch verschuldet hatten; heute sieht es daher auch zum Teil wesentlich besser aus in Asien aus, wenigstens bei einigen Ländern). Einige haben aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt, andere eben nicht. Die größten Verschuldungsprobleme sehe ich nach wie vor in den USA und nicht in Osteuropa.

    Wie stark der Vertrauensverlust in Länder ist, kann man einerseits in Länder-Ratings, anderseits noch marktnäher an den Credit Default Swaps (CDS), das sind Versicherungsprämien für Kreditausfälle, ablesen. Demnach gibt es bei Kreditderivaten mit fünfjähriger Laufzeit Aufschläge für Österreich in Höhe von 264 Basispunkten. Damit liegen schon genau hoch wie bei Griechenland mit ebenfalls 264 Basispunkte und sogar höher als bei Italien mit 192 Basispunkte. In Ländern wie Island, Irland Lettland, Ukraine und auch Russland betragen sie zum Teil schon über 1000 Basispunkte. Dies zeigt an, wie hoch der Markt dort Kreditausfälle einstuft.

    Am stärksten sind die Gefahren für einen Staatsbankrott und damit einem Default der Auslandsanleihen in der Ukraine. Von den 16,5 Mrd. USD IWF-Geldern wurde bisher erst 4,8 Mrd. USD ausgezahlt und keiner weiß so recht, wo sie geblieben sind In der Ukraine bekämpfen sich der Präsident Juschtschenko und Primier Tymochenko gegenseitig und beschimpfen sich, anstatt zumindest in der Not an einem Strang zu ziehen. Es kommen keine Gesetze durch, weil sie immer wider blockiert werden. Geld versandet auch durch Korruption in undurchsichtigen Kanälen. Es herrschen chaotische Zustände. Die Inflation beträgt über 20%. Daraufhin hat der IWF die Zahlungen für die unter Auflagen in Aussicht gestellten IWF-Kredite eingestellt und viele Staatsbedienstete müssen nun in der Ukraine vergeblich auf ihren Lohn warten.

    Die Ukraine ist auch klinisch tot und kann nur durch weitere IWF- oder Europa-Gelder am Leben erhalten werden. Leider blüht die Korruption in der Ukraine und so ist auch nicht verwunderlich, wenn sich die IWF-Gelder im Nirwana auflösen. Es verwundert nicht, dass die Börse Kiew wie schon im Vorjahr auch in diesem Jahr zu den Top-Verlierern der Welt zählt und die Währung immer weiter einbricht. Viele westliche Anleger hatte auch das vor einem Jahr nicht für möglich gehalten und zu spät bis gar nicht reagiert. Die Börse Kiew ist zudem noch sehr illiquide und war schon vorher ein Spielball der Schweizer und österreichischen Investoren, die sich jetzt aber zurückgezogen haben. Es entstanden Blasen, die sich nun auflösen, wobei der Markt jetzt wiederum nach unten übertreibt, denn vielen Unternehmen geht es besser als dem Staat. Zudem sind viele Unternehmen aufgrund der globalen Krise erst in eine Schieflage gekommen. Was den Staat angeht so wäre auch für die Ukraine ein „Ende mit Schrecken besser als ein Schrecken ohne Ende“. Oft ist es hilfreich dass es zum großen Knall kommt, damit einige Politiker aufwachen. Übrigens gibt es auch ein Leben nach dem Staatsbankrott, das hinterher sogar viel besser sein kann wie die Länder Argentinien und Russland zwischenzeitlich deutlich unter Beweis stellten. Vielleicht wäre auch für die Ukraine ein Staatsbankrott eine lehr- und erfolgreiche Lösung, denn so eine Politik wie sie in der Ukraine gemacht wird, kann sich kein Land der Welt auf Dauer leisten. Leidtragende der Politiker sind leider die Bevölkerung und auch westliche Gläubiger.

    Zunächst wartet aber Gazprom auf die 400 Mio. USD für Gaslieferungen, die Naftogaz bis zum 7. März zahlen soll. Der Präsident Juschtschenko hat nun am 7. März den Geheimdienst zu Naftogaz geschickt, um zu untersuchen, warum die vereinbarten Zahlungen noch nicht erfolgt sind. Möglicherweise ist die gewaltsame Stürmung der Bürogebäude von Naftigas durch die gefürchtete „Alpha“ Gruppe, also einer Spezialeinheit des Geheimdienstes, aber auch von ihm absichtlich geplant, damit die Zahlung bis 8. März nicht erfolgen kann, die der Naftogaz-Chef Dubina dem russischen Präsidenten Medwedew telefonisch zusagte. Die Untersuchung bei Naftogas sollte angeblich zu Tage bringen, dass Naftogas Gas von der Rosukrenrego im Volumen von 6,3 Mrd. Kubikmetern und im Wert von 1 Mrd. USD zuvor geklaut habe. Timochenko hat sich immer dafür eingesetzt, dass Gazprom das Gas direkt an Naftogas bzw. in die Ukraine ohne den dubiosen Gaszwischenhändler Rosukrenergo schicken soll, was nun auch vereinbart wurde.

    Vielleicht geht das gleich Theater mit einem Gasstopp in die Ukraine in den nächsten Tagen noch einmal los, aber dann ist es wenigstens wärmer, wenn der Gashahn wieder für die Ukraine abgedreht wird. Zumindest wird es nun zum Showdown zwischen dem Präsidenten und Premier einerseits und der Ukraine und Russaland anderseits ab dem 8. März kommen. Der 8. März ist übrigens der Frauentag in den GUS-Republiken. Wird es also auch der Tag von Primier Julia Timochenko werden, die wohl auch die zukünftige Präsidentin werden könnte? Denn noch in diesem Jahr sollen Präsidentschaftswahlen in der Ukraine stattfinden. Vielleicht hat das Chaos danach ein Ende, Vielleicht ist die Ukraine bis dahin aber auch schon Bankrott und das betrifft dann auch wider westliche Gläubigerbanken (und Privatpersonen).

    Halten Sie bei der Entwicklung von Szenarien auch das Unwahrscheinlich für wahrscheinlich, denn wir leben im Moment in einer Umbruchzeit, wo vieles verschwinden und auch vieles neu entstehen wird. Ich werde in meinem nächsten Börsenbriefe EAST STOCK TRENDS (www.easttsock.de) ausführlich auf die Osteuropa-Krise im Detail eingehen, was auch für Ihre Anlageentscheidungen von Bedeutung sein könnte. Dort schreibe ich auch, wie Sie von einem Staatsbankrot der Ukraine als Anleger profitieren könnten.

    Auch in den nächsten Wochen sollten Anleger weiterhin die Markttechnik an der Wall Street beachten. Wenn der Dow Jones unter das alte Tief von 6500 oder noch gewichtiger wenn der S&P unter 660 Punkte fallen sollte, gehen Sie bitte dort short und auch in anderen Märkten in Liquidität, um hinreichend Cash für die kommende Frühjahrsrallye oder für „Osterschnäppchen“ zu haben. Ich empfehle nach wie vor Cash-Quote von 80% und 20% in Trading-Positionen oder Unternehmens-Anleihen. Handeln Sie im Future-Markt und mit CDFs bei Indices vor allem die letzte Stunde beim S&P, denn die kennt dann in der Regel dann nur ein Richtung (gestern long). Am 6. März stieg der S&P in der letzten Handelsstunde von 668 auf 683 Indexpunkte und rettete sich damit noch knapp ins Plus, wahrscheinlich weil das „Plunge Protection Team (PPT)“ mal wieder kurz vor dem finalen Absturz „gegengehalten“ (also Future-Kontrakte massiv gekauft) hat und damit ein Short-Sueeze ausgelöst hat. Es ist jedenfalls schon auffällig, wie oft der S&P in der letzten Handelstunde um 180 Grad ohne wichtige News nach oben dreht.

    Einen Bärmarkt kann das „PPT“, falls es sowas überhaupt gibt, aber auch nicht verhindern. Durch dieses Short-Covering können bestimmte Gruppe an den Future-Märkten aber viel Geld verdienen und Sie können sich „dranhängen“, Wie Sie wissen, wenn Sie meine Kolumnen regelmäßig lesen, habe ich auch schon bei einem Dow Jones von unter von unter 8000 und bei einem S&P von unter 800 schon zum Ausstieg bzw. shorten geraten. Beim DAX war die Unterstützungslinie bei 4000 deutlich unterbrochen worden. Die Charttechnik liefert diesmal recht eindeutige Signale. Das ist nicht immer so, Oft genug gibt es Bärenfallen und man wird zu früh ausgestoppt. Es bleibt aber dabei: „The trend is your freind!“

    Die gegenwärtige Entwicklung hat mich also nicht überrascht, sondern in der Einschätzung bestätigt. Nach dem Chartausbruch nach unten ist nun ein Pull back auf die oben genanten Chartausbruchlinien möglich, die dann einige voreilig „Frühjahrsrallye“ nennen werden. Eine Trendwende wäre das für mich noch nicht, auch wenn ich sie herbeisehne. Dafür sind die gegenwärtigen Finanzprobleme zu komplex und weitreichend. Im Fall eines Rebounds sind auch die kurzfristigen Trading-Chance an den Ostbörsen recht hoch. Zuletzt waren nach dem Ölpreisanstieg auch wieder Ölaktien in Russland gefragt. Wenn China die Konjunkturprogramme ausweiten sollten, könnten auch Rohstoffe wie Kupfer wieder kommen.

    Dies birgt auch Chancen für Anleger. Nutzen Sie daher auch die Trading-Signale und Trading-Chancen auf der Ostbörsen-Hotline 09001-8614001 (1,86 € /Min.).

    Fazit: Halten Sie weiterhin alles für möglich auch Konkurse von Großunternehmen wie GM, Währungsturbulenzen und Staatsbankrotte in der Ukraine u.a.. Viele Finanzmarkteilnehmer sehnen sich jetzt ein Ende der Krise herbei. Ich auch. Aber auch für Ihr Investment gilt der Grundsatz: „Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende!“ Vergessen Sie also Ihre Stopp-loss-Marken nicht!

    TV-Hinweise: Das nächste TV-Interview mit dem Autor ist am 20. März 2009 um 21.30 Uhr in der 3 SATBörse (www.3sat.de/boerse). Das letzte TV-Interview vom Autor in NTV/Telebörse vom 4. März über Gold und russische Goldaktien können Sie sich jetzt runterladen unter http://www.teleboerse.de/1115294.html .

    Seminar-Hinweis: Melden Sie sich jetzt an für das nächste ESI-Ostbörsen-Seminar „Optimale Anlagestrategien in unsicheren Zeiten mit dem Russland-Special Jahrhundertkrise=Jahrhundertchance?“ am 27. Mai in Frankfurt/M. unter www.eaststock.de (oder direkt bei der ESI GmbH , Jüthornstr. 88, 22043 Hamburg, Tel: 040/6570883) an.

  • Die Hoffnung stirbt zuletzt

    Samstag, 28. Februar 2009 20:23:00

    Der US-Präsident Obama hielt am 24 Februar 2009 bei dem Bericht zur „Lage der Nation“ eine fesselnde und begeisternde Rede, die 16 mal mit kräftigen Applaus und zum Schluss mit demonstrativen „Standing Ovation“ begleitet wurde. Obama wurde im US-Kongress fast frenetisch gefeiert wie ein Pop-Star. Obama hat zweifelsohne die Tugenden, die Amerika im Moment braucht: Die Fähigkeit, die Sachlage schonungslos darzustellen, aber auch die Fähigkeit, zu begeistern und Vertrauen für die Zukunft zu schaffen, dass Amerika gestärkt aus der Krise wieder hervorgehen wird. Dabei wird das Prinzip Hoffnung aber sehr stark strapaziert.

    Zunächst muss sich Obama und sein Team mit den harten Fakten auseinandersetzen und alles dafür tun, dass ein Systemkollaps in den USA vermieden wird, denn der würde wiederum die ganze Welt betreffen. Die Zahlen der letzten wieder einmal sehr verlustreichen Woche sind weiterhin alarmierend: das BSP sackte in den USA im 4. Quartal so stark wie noch nie in der Nachkriegszeit ein und das 1. Quartal 2009 dürfte nicht wesentlich besser ausfallen. Es gibt jetzt eine auffällige Aneinanderreihung von Negativ-Weltrekorden: der größte Versicherer der Welt AIG meldete für 2008 einen Weltrekord-Verlust in Höhe von 60 Mrd. USD und muss notgedrungen weitere Finanzspritzen vom Staat bekommen, um zu überleben. Überlebt er nicht, gibt es sofort einen Systemkollaps im Finanzsektor! Der US-Hypthekenfinanzierer Fannee Mae meldete einen Rekordverlust von 26 Mrd. USD für 2008 und muss auch weiter vom Staat gestützt werden. General Motors muss dem US-Senat und Kongress einen neuen Sanierungsplan vorlegen, wo auch der Fall „Opel“ mitenthalten ist. GM fordert weitere 30 Mrd. USD Stützungsgelder vom Staat und ist schon jetzt einer der größten Geldvernichter der Nachkriegszeit. GM ist immer noch der zweitgrößte Autoproduzent der Welt und einer der wichtigsten Arbeitgeber in den USA. Opel braucht angeblich 3,3 Mrd. € vom Staat, um gerettet zu werden und will sich gern abspalten, was aber ohne die Zustimmung die Mutter GM nicht gehen wird. Bei GM handelt es sich auch um ein systemisches Risiko, weil dann 600 Mrd. USD an Anleihen und sonstigen Verbindlichkeiten hängen. GM könnte also wie Lehmann Brothers ein wichtiger Dominostein in der Finanzwelt sein. Die US-Großbanken Citibank und Bank of America haben mit jeweils 45 Mrd. USD schon jetzt mehr staatliche Stützungsgelder in Anspruch genommen als deren Marktkapitalisierung ist (Citigroup 20 Mrd. USD und Bank of America 39 Mrd. USD). Dabei betragen die Bilanzsummen bei beiden Banken 2 Billionen USD – too big to fail!? Ob noch eine Bad Bank kommt und wie diese dann konzipiert ist, bleibt abzuwarten.

    Neben den systemischen Unternehmensrisiken muss der Anleger auch weiterhin mit Argusaugen die Verschuldungslawine im US-Staatssektor beachten und sich fragen, wie der Karren wieder aus dem Dreck herausgezogen werden kann. Auch hier werden neue Nachkriegrekorde gemeldet: In diesem laufenden Jahr will bzw. muss Obama ein neues Rekord-Haushaltsbilanzdefizit von 1,75 Billionen USD (!!) machen, was 12,3% des BSP sind. Im nächsten Jahr soll das Defizit auf 1,17 Billionen USD reduziert und durch entsprechende Sparmassnahmen in Folgejahr halbiert werden. Das wären aber immer noch über noch 600 Mrd. USD an Defizit. Dabei geht der Staat in diesem Jahr von einem Rückgang des BSP von nur 1,2% und im nächsten Jahr wieder von einem BSP-Wachstum von 3% aus.

    Obama muss den Spagat begeben, einerseits die Konjunktur anzukurbeln und anderseits den Haushalt zu sanieren. Wie soll das gelingen? Früher oder später wird es – auch in Europa - drastische Steuererhöhungen oder eine hohe Inflation geben (müssen), damit sich der Staat wieder entschulden kann. Auch eine Währungsreform halte ich im „worst case“ nicht für ausgeschlossen. Es kommen auf die Anleger also einige „heiße“ Finanzthemen in den nächsten Monaten und Jahren zu. Gold konnte trotz der Dramatik von Negativ-Weltrekorden im Finanzsektor die magische 1000-er Marke (noch) nicht überwinden und fiel wieder auf 950 USD/Unze, was ich auch erwartet habe. Dennoch ist Gold einer der stabilsten Anlagen in den letzten 12 Monaten und bleibt weiter aussichtsreich. Öl konnte sich wieder leicht auf 44 USD/Barrel (Marke WTI) erholen.

    In Deutschland sieht es nicht viel besser aus. Aufgrund der hohen Exportabhängigkeit der Arbeitsplätze, wird es Deutschland besonders hart treffen. Ich bezeichne das als den „Globalisierungs-Bumerang“, den jetzt viele exportorientierten Nationen wie auch Japan hart trifft. Zu den Fakten: Allianz meldete ein Rekordverlust von 2 Mrd. € für 2008, die Post ebenfalls; dabei setzten die sonst sehr solide wirtschaften Finanzmanager der Allianz 14 Mrd. € alleine durch den Fehlgriff mit der Dresdner Bank in den Sand. Bei der Dresdner Bank sind es vor allem die Investmentbanker, die die Bank in den Ruin führten. Die Anleger bejubelten den Rekordverlust bei der Allianz mit einem Kurssprung um 10% an einem Tag, weil das Geschäft Ex-Dresdner noch profitabel verläuft. Wenn aber AIG vom amerikanischen Staat nicht mehr gehalten werden kann, hat auch die Allianz ein Problem. Auch private Krankenversicherungen waren im 4Q08 rückläufig. Dennoch hat die Allianz großes Erholungspotential, wenn kein systemischen Risiken (wie AIG) schlagend werden sollte. Zudem dürfte die wichtige Säule Lebensversicherung und Altersversorgung jetzt sehr schleppend verlaufen. Größere Wachstumsraten und Erfolgschancen gibt es nach wie vor in Osteuropa.

    Ohne Wachstum in Osteuropa - und das vergessen bzw missachten viele - , würde es noch viel größere Konjunktureinbrüche in Deutschland und Österreich geben, denn der Wachstumsschub in Osteuropa führte auch zu einer Sonder-Konjunktur in Deutschland und Österreich. Nur die Deutsche Telekom AG überrascht mit soliden Zahlen. Für Deutschland wird jetzt schon ein Minus des BSP von 5-10% für möglich gehalten. Der IFO-Geschäftsklima-Index ist weitergesunken. Nur die Konsumlaune scheint sich in Deutschland zu bessern. Durch Abwrackprämie, Pendlerpauschale und geringeren Energie/Benzinkosten haben die Bürger mehr Geld in der Tasche. Mann kann nur hoffen, dass die Konsumfreude kein kurzfristiges Strohfeuer ist.

    In Großbritannien sieht es nicht besser aus. Großbritannien schlittert auch gerade in die größte Wirtschaftskrise der Nachkriegszeit. Die ehemalige Vorzeigebank RBS, die sehr aggressiv über den Aufkauf von ABN AMRO wachsen wollte, meldete einen Rekordverlust von 24 Mrd. Pfund. Beim Konkurrenten Lloyds TSB seht es nicht besser aus. Beider geraten jetzt vollständig unter staatliche Kontrolle. Wo man auch hinschaut, soll der Staat der letzte Rettungsanker im Bankensektor werden.

    In Schweiz hat die UBS den Vogel mit Rekordverlusten abgeschossen. Alleine im Investmentbanking wurde in 2008 Rekordverluste von 17,4 Mrd. € gemeldet. Die UBS ist immer noch mit 77000 Mitarbeiters einer der größten Arbeitsgeber der Schweiz. Viele Arbeitslätze sind jetzt bedroht. Im letzten Jahr gab es Mittelabflüsse im Rekordvolumen von 226 Mrd. Franken. Im Januar gab es erstmals aber wieder Nettokapitalzuflüsse, was hoffen lässt. Jetzt soll der Sanierer Oswald Grübel, Ex-Chef der Cedit Suisse, den Verlierer Marcel Rohner ersetzen Auch dies begrüßte die Börse mit einem Kurssprung von fast 15% bei der UBS. Auch hier gilt aber das Prinzip Hoffnung, dass der schon pensionierte, 65-jährige Oswald Grübel, der übrigens in Ostdeutschland geboren war, jetzt den Karren aus den Dreck ziehen kann. Eine der Hauptprobleme sind dabei die Steuerprobleme in den USA, die sogar das Bankgeheimnis in der Schweiz außer Kraft setzen könnte. Nicht nur die UBS, sondern viele Banken melden indes, dass sich das Geschäft zu Jahresbeginn schon wieder gebessert hatte und dass das Vertrauen allmählich wieder zurückkehrt. Wollen wir es hoffen.

    Ich erwarte zunächst eine weitere Zinssenkung der EZB in der nächsten Woche auf 1,5%, die aber nicht viel Kursfantasie bringen wird. Tendenziell nähert sich auch die EZB der Nullzinspolitik und wird damit danach so gut wie handlungsunfähig ebenso wie es die FED schon ist, die jetzt sogar schon Anleihen aufkauft, was ein einmaliger Vorgang ist. Auch der EU-Haushalt soll aufgestockt werden, um auch Osteuropa in der Not helfen zu können. Es gibt aber schon jetzt Streit über das geplante EU-Konjunkturprogramm im Volumen von 200 Mrd. €. Wer soll jetzt alles EU-Hilfsgelder erhalten? Der nächste EU-Gipfel in Brüssel dürfte mehr Klarheit, vielleicht aber auch mehr Streit in der EU. Auch in Spanien gib es schon viele Notprogramme und es herrscht schon jetzt eine große Wirtschaftskrise.

    Für Osteuropa soll die EU nun große Hilfspakete schnüren, damit es dort nicht zum Systemkollaps bei einigen angeschlagenen Ländern wie Ukraine. Lettland Bulgarien u.a. in Osteuropa kommt, wobei Polen und Tschechien noch die stabilsten Osteuropa-Länder sind. Die größten Leidtragenden der Finanzkrise in Osteuropa ist bisher Österreich, wo einige Experten auch schon von der Möglichkeit eines Staatsbankrotts reden. Österreichische Banken haben Kredite im Volumen von 300 Mrd. € nach Osteuropa gegeben, von den jetzt bis 20% notleidend werden. Staaten wie Ukraine und Lettland sind faktisch bankrott. Die Ukraine wird Schwierigkeiten haben bis zum 7. März (=Deadline) 400 Mrd. USD an Gazprom für Gaslieferungen zu zahlen. Dann würde das ganze Theater mit ausbleibenden Gaslieferungen wieder beginnen. Auch in der Ukraine gibt es schon Teilverstaatlichungen von Banken. Aber was nützt das, wenn der Staat selbst Pleite ist. In Lettland wurde die Parexbank verstaatlich und ist der Staat selbst ohne IWF- oder EU-Hilfe zahlungsunfähig. Ähnliches müssen sich Anleger möglicherweise sogar in den USA fragen. Wenn Japan, China und/oder einige arabische Staatsfonds in einen Käuferstreik bei den Billionen von US-Staatsanleihen, die jetzt neu auf den Markt kommen treten, ist die USA über Nacht pleite. Aber auch für diesen Fall wird es Notlösungen geben.

    Wenn es soweit kommen sollte, werden Notgesetzte gemacht, die möglicherweise sogar den Handel von Gold verbieten. Aber soweit sind wir noch nicht. Aber nichts ist in Zukunft unmöglich. Toyota muss 17.000 Mitarbeiter entlassen. Auch Japan schlittert in eine tiefe Rezession und Vertrauenskrise. Wir können nur alle hoffen, dass aus der Rezession keine Depression wird und falls es eine Depression wird, dass der Welt dann nicht das japanische „Modell“ vorschwebt. Der Nikkei-Index ist von 40.000 auf 7.200 gefallen und nach einige Erholungsphasen jetzt wieder bei 7500, also 20 Jahre Stillstand bzw Stagnation. Auch dort startete die Krise mit einem zu leichtfertig finanzierten Immobilien-Bubble, dem Einbruch von Großbanken (damals mit die größten Banken der Welt), einer 0-Zinspolitik über Jahre hinweg und eine Verstaatlichungswelle im Bankensektor. Japan ist nun am meisten von dem Konjunktureinbruch in den USA betroffen.

    Wo sind die Lichtblicke?: es liegen 5-8 Billionen USD in geldnahen Anlagen in den USA und etwa die gleiche Summe in Japan. Versicherungen und sogar einige Pensionsfonds haben schon überhaupt keine Aktien mehr in Portfolio, was ein ähnlicher Fehler wie im Jahr 2003 sein kann, wo die Versicherungen auch fast auf dem Tiefstpunkt alles verkauften. Zudem erwarte ich einen Anleihen-Crash noch in diesem Jahr, denn hier entsteht gerade der nächste „Bubble“. Alles geht im Moment in Staatsanleihen, was sich noch rächen wird. Hedefonds sind zuletzt mit 250 Mrd. USD aus dem Aktienbereich gegangen und haben die Weltbörsen weiter nach unten gedrückt. Sobald sich der Konjunkturhimmel wieder leicht aufhellt und es positive Zahlen im Bankensektor gibt, wird es eine liquiditätsgetriebene Hausse geben.

    Aufgrund der stärkeren Regulierungen die nun auch für Hedgefonds und auch Private Equity-Investoren kommen soll, wird es so schnell nicht wieder die Schieflagen der alten Art im CDS-Bereich geben. Der Anleger sollte jetzt sehr darauf achten, ob sich die Risikoprämien bei CDS und Kreditderivaten abbauen, was auch ein Zeichen der verbesserten Liquidität ist. Der BDI (Baltic-Dry-Index) für Frachtraten hat sich auf niedrigem Niveau stabilisiert und dreht schon wieder leicht nach oben; ebenso der Kupferpreis als Frühindikator für die Industrie. Bernanke macht am letzten Dienstag Hoffnung, indem er zum Ausdruck brachte, das ein Konjunkturwende schon Ende des Jahres zu erwarten sei, wenn es gelingt, den Bankensektor zu stabilisieren. Genau darauf kommt es also jetzt an. Aber Bernanke lag schon oft genug falsch mit seiner Verniedlichung der Probleme und seinen Einschätzungen. Er hatte viel zu lange die Zinsen angehoben, als schon eine Krise im Immobiliensektor klar erkennbar war. Auch er ist jetzt im Grunde ratlos wie viele Experten und folgen dem Prinzip „Hoffnung“.

    Großkonzerne stecken noch in der Kreditklemme; aber auch die könnte sich im Jahresverlauf abbauen, wenn die Banken auch mit Staatshilfe wieder hinreichend rekapitalisiert werden. Die Bank of America ist schon wieder auf der Suche nach neuen Kapitalgebern. Wir brauchen in der Tat wieder voll funktionsfähige Banken – und seien es Staatsbanken -, um eine Depression zu verhindern. Bernanke hat aber schon angedeutet, dass eine Vollverstaatlichung der Banken in den USA nicht in Betracht kommt. Auch in Deutschland soll es sich bei Verstaatlichungen auf singuläre Einzelfälle wie die Hypo Real Estate AG beschränken. Am 20. April entscheiden die G20 möglicherweise über neue Regeln für die internationalen Finanzmärkte, wobei auch Obama mehr auf Regulierung und Beschränkung der Boni einlassen wird. Es ist schon bemerkenswert, welche 180 Grad-Drehungen jetzt unter Druck des Marktes unternommen werden: während zuvor Deregulierung, Privatisierung, Liberalisierung und Shareholder value die Leitmaximen der Politik waren, sind es jetzt Regulierung, Teilverstaatlichung und Erhaltung von Arbeitsplätzen, die selbst in Großbritannien und den USA im Vordergrund stehen. Das kapitalistische System wankt, kippt aber (noch) nicht.

    Zunächst müssen die Anleger aber weiter auf die Markttechnik achten und as ist weiterhin ein „Tanz auf dem Vulkan“: Indices wie DAX sind bei 4000 und Dow Jones Ind. bei 7800 schon nach unten charttechnisch ausgebrochen und haben neue 12 Monatstiefs gebildet, was ein bearishes Zeichen ist. Einzig der S&P ist gerade bei 735 bei einer sehr wichtigen Chartmarke gelandet, denn dies war in etwa auch das November-Tief aus dem Jahr 2008. Der DAX fiel am Freitag um 2,5% auf 3843 Indexpunkte, der Dow Jones Ind. um 1,66% auf 7062 Indexpunkte und der S&P um 2,36% auf 735 Indexpunkte. Kritisch wird es, wenn der S&P nachhaltig unter 720 Indexpunkte (bzw. noch eindeutiger unter 700) fallen sollte, denn dann droht eine weitere Tsunami-Welle an den Welt-Finanzmärkten. Der DAX könnte bis auf 3000, der Dow Jones bis auf 6000 und der S&P bis auf 550 Indexpunkte fallen. Der Hintergrund einer solchen Entwicklung wären neue Horrornachrichten und möglicherweise auch kriegerischen Auseinandersetzungen. Man bedenke zum Beispiel, dass Iran jetzt erstmals mit russischer Hilfe das Atomkraftwerk in Gang setzt. Auch darauf muss Obama nun eine passende Antwort finden, wobei Obama wohl erst einmal den Dialog suchen wird. Auch eine Bad Bank in den USA als ultima ratio könnte die Weltbörsen enttäuschen ebensi wie die nächsten Konjunkturdaten. Hält aber die 730-Marke beim S&P, könnte es durch Stützungskäufe des „Plunge Protection Team“ initiiert in den nächsten Tagen einen kräftigen Rebound - auch an den Ostbörsen – geben.

    Viele Anleger beherzigen aber jetzt zu stark das Prinzip Hoffnung bzw. „Augen zu und durch“ als Handlungs-Maxime, was nicht immer ratsam ist. Auch in den nächsten Wochen sind Vermögenssicherung bzw. Verlustbegrenzung und hohe Cash-Quoten wie schon im letzten Jahr sehr ratsam, um zu Ostern selektiv auf „Osterschnäppchenjagd“ im Trading-Bereich gehen zu können. Wenn der S&P nachhaltig unter 700 Indexpunkte fällt, sollten Sie auch an den Ostbörsen voll in Liquidität gehen oder sogar einige Short-Trades wagen. Ohnedies plädiere ich nach wie vor für eine Cashquote von 70-80% und 10-20% im aktiven Tradingbereich. Unternehmensanleihen in Osteuropa und Dividendentitel sind weiterhin sehr attraktiv und aussichtsreich.

    Einige russische Öl- und Stahlaktien sowie Konsumwerte konnten sich in der letzten Woche schon wieder etwas erholen, wobei der Bärmarkt intakt bleibt. Einige Öl- und Stahlaktien stiegen sogar um über 10% an einem Tag, um dann wieder auf das Ausgangsniveau zu fallen. Dies ist ganz typisch für volatile Seitwärtsbewegung wie wir es schon seit November 2008 haben. Der RTS stieg auf 548 Indexpunkte was „nur noch ein Verlust von 13% seit Jahresbeginn bedeutet. Ich rechne damit, dass sich der RTS in diesem Jahr sogar noch ins Plus begeben wird. Noch droht aber ein Abschwung in der Wall Street, was wiederum die Moskauer Börse auch negativ beeinflussen könnte. In der letzten Woche hielt sich die Moskauer Börse noch relativ stabil. Auch hier kann man also bessere Zeiten hoffen…!

    Aber auch in intakten Bärmärkten gibt es immer wieder Chancen für eine Bärmarktrallye für den Gesamtmarkt und außerdem für einzelne Aktien, die wiederum den Gesamtmarkt outperformen. So konnte sich einige Stahltitel und auch Goldaktien ausgehend von dem Tief im letzten Jahr schon im Kurs verdreifachen. Selbst der Stahlwert Ferrexpo stieg in der fast bankrotten Ukraine schon um 166% von 0,27 auf 0,63 (in der Spitze sogar 0,8 € ) seit November 2008, obwohl der Gesamtmarkt weiter einbrach. Die Aktie befand sich im September 2008 aber noch bei über 3 €. Einige der Titel mit hohem Erholungspotential wurden schon im EAST STOCK TRENDS (www.eaststock.de) vorgestellt. Ich rechne insbesondere bei Unterschreiten des S&P unter 730 Indexpunkte mit hoher Vola, vielen staatlichen Retttungsversuchen, aber auch mit guten Tradingchancen insbesondere bei russischen Blue Chips, denn dort wird in diesem einige Mega-Merger geben, die für Aufsehen sorgen werden. Dies birgt auch Chancen für Anleger. Nutzen Sie daher auch die Trading-Signale und Trading-Chancen auf der Ostbörsen-Hotline 09001-8614001 (1,86 € /Min.).

    Fazit: Die Lage ist weiterhin sehr ernst, aber keineswegs hoffnungslos. Der Anleger sollte das Prinzip Hoffnung aber nicht als seine „Anlagestrategie“ oder einzige Handlungs-Maxime aufbauen, sonst könnte es bitter enden, denn die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt…!

    TV-Hinweis: Das nächste TV-Interview mit dem Autor ist am 4. März 2009 um 15.45 Uhr in NTV/Telebörse. (www.teleboerse.de).

    Seminar-Hinweis: Melden Sie sich jetzt an für das nächste ESI-Ostbörsen-Seminar „Optimale Anlagestrategien in unsicheren Zeiten mit dem Russland-Special Jahrhundertkrise=Jahrhundertchance?“ am 27. Mai in Frankfurt/M. unter www.eaststock.de (oder direkt bei der ESI GmbH , Jüthornstr. 88, 22043 Hamburg, Tel: 040/6570883) an

 

 

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