Ostbörsen im Fokus (siehe auch www.eaststock.de)

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Interview- und Termin-Hinweise

Andreas Männicke wird von Börsen Radio Networks am 29. Juli 2019 um 13.00 Uhr über die neuen Chancen in Osteuropa befragt.

Andreas Männicke wurde am 21, Mai 2019 um 13.00 Uhr in Börsen Radio Networks über die neuen Entwicklungen in Osteuropa befragt.

Andreas Männicke wurde zusammen mit Volker Meinel von der BNP Paribas am 29. Januar 2019 in NTV/Telebörse über Rohstoffe (Öl, Gold, u.a.) und Rohstoffaktien befragt.

Andreas Männicke wurde am 21. Janaur 2019 von Börsen Radio Networks über die neuen Chancen an den Osteuropa-Börsen befragt. Das nächste Interview mit Börsen Radio Networks wird am 4. März 2019 um 13.00 Uhr sein.

Ab Oktober 2013 können Sie unter Eingabe von "EastStockTV" bei www.youtube.de die aktuellen Kommentare von Andreas Männicke zu den Aussichten an den Welt- und Ostbörsen kostenlos abrufen. Abonnieren Sie einfach den Kanal bei www.youtube.de.

Ab Mai 2014 können mit Herrn Männicke über www.go.guidants.com auch interaktiv in Kontakt treten und Fragen zu den Ostbörsen stellen.

Verpassen Sie die Outperformancechancen in Osteuropa nicht und bestellen Sie jetzt den monatlich erscheinenden Börsenbrief EAST STOCK TRENDS unter www.eaststock.de. Ein Probe-Abo (3 Ausgaben kosten nur 15 €). Die beiden Muster-Depots erzielten seit Februar 2009 eine Performance von über 320% im Muster-Depot 1 (konservativer Osteuropa-Basket) bzw. über 350% im Muster-Depot 2 (spekulativer Osteuropa-Basket, das sind über 40% p.a. seit 2009. In den neuen Muster-Depots ab 2015 wude eine Performance von über 130% bzw über 80% erzielt. Das neue "goldige" Muster-Depot erreichte immerhin ein Plus von 66% ab 2016.

Zudem können Sie sich alle bisherigen TV-Inteviews von Andreas Männicke in diesem Jahr runterladen unter den Links der Rubrik "Interviews".

  • Bad news, Bad banks – “Batman” Obama soll´s richten!

    Samstag, 17. Januar 2009 19:02:00

    „2009 wird ein Jahr der schlechten Nachrichten!“ Hätte nur Josef Ackermann diese bahnbrechende Prognose unserer Bundeskanzlerin Angela Merkel aus dem letzten Jahr gehört und nicht auf die Analysten/Berater im eigenen Hause, dann wäre ihm vielleicht der Krankenhausaufenthalt erspart geblieben. Der Rekordverlust in Höhe von 4,8 Mrd. € im 4. Quartal bringt nun auch den Branchenprimus Deutsche Bank AG ins Wanken. Der Kurs fiel mit 20,2 € fast wieder auf das Allzeittief von 18,8 €. Bei nur 2% Eigenkapital ist auch nun für die Deutsche Bank AG ein Einstieg des Staates eine Alternative, die wohl nun Josef Ackermann nolens volens in Bertacht ziehen muss. Die Weltbörsen wurden von diesem miserablen Ergebnis geschockt, da die Deutsche Bank AG bis dahin als „Fels in der Brandung“ ohne Staatshilfe galt. Die Hypo Real Estate AG wird wohl demnächst auch verstaatlich werden müssen, was aber keinen wirklich überrascht. Deutsche Banken sind für den Steuerzahler damit weiterhin ein unkalkulierbares Fass ohne Boden

    Das meiste Geld wurde bei der Deutsche Bank AG allerdings im Eigenhandel von den so oft prämierten Experten der Deutsche Bank AG verbraten. Die Commerzbank AG hat sich mit der Dresdner Bank AG auch überwiegend toxisches Material in die Bücher genommen, wobei Lehman Brothers, Madoff, Irland & Co offensichtlich „unkalkulierbare“ (?) Risiken (oder auch „Black Swans“) für die Entscheidungsträger Blessing&Co darstellten. Black Swans können aber zum Ruin eines Unternehmens oder sogar einer ganzen Volkswirtschaft werden. Der fünftreichste deutsche Unternehmer Merckle wählte den Freitod, weil er von der globalen Finanzmarktkrise überwältigt wurde. Nicht vergessen sollte man aber, dass viele Selfmade-Milliardiäre ihr Imperium auch zuvor nur durch Kredite aufgebaut hatten. Durch die Fehlspekulation bei „VW-short“, wurde ein ganzes Firmenimperium aus den Angeln gehoben. Beim Fall von Madoff, immerhin Ex-NASDAQ-Chef, wurde ein Schneeballsystem aufgebaut, dass offensichtlich keiner rechtzeitig erkannt hat, auch nicht die gut verdienenden Investmentbanker von Dresdner Kleinwort Wasserstein.

    Hier wird jetzt soviel Porzellan in der Finanzwelt zerschlagen wie noch nie. Auch die Schaeffler-Gruppe muss jetzt wohl nun zu Tiefstkursen eine Kapitalerhöhung bei Continental bei Kursen um 18 € durchführen. Die Continental AG ist jetzt nur noch 3 Mrd. € an der Börse wert. Im September befand sich der Kurs noch bei über 70 € - ein tolles Geschäft! Nach Merckle droht hier jetzt ein weiteres Milliardärsfamilienvermögen ohne Staatshilfe (=Staatsbürgschaften für Continantal und/oder die Schaeffler-Gruppe) zusammenzubrechen, denn auch die Schaeffler-Gruppe hat sich offensichtlich überhoben. Conti hat Schulden von 10 Mrd. € und die Schaeffler-Gruppe ebenfalls, bei der 210.000 Personen beschäftigt sind. Auch hier wird es also zu hohen Goodwill-Abschreibungen kommen, was das „Thema des Jahres“ 2009 sein wird. Zudem wird es zu in 2009 vermehrt zu Insolvenzen kommen.

    Die Bad news im Bankensektor scheinen zunächst kein Ende zu nehmen. Barclays hat sich ebenfalls überhoben und braucht nun eine Kapitalspritze. Die Citibank meldete einen Rekordverlust von 18,7 Mrd. USD für 2008. Sie hat schon einen Rettungsschirm des Staates von 300 Mrd. USD in Anspruch genommen. Die Citibank dürfte nun zerschlagen werden, dass heißt, es kommt zu weiteren Notverkäufen von Firmenbestandteilen. Die Bank of America schrieb im 4. Quartal ein Minus von 2,4 Mrd. USD ab und ruft jetzt auch nach weiteren Staatshilfen, damit die Übernahme von Merrill Lynch finanziert werden kann. Immerhin schaffte die „Lichtgestalt“ JP Morgan Chase einen Gewinn von 702 Mio. USD im 4. Quartal, was aber auch ein Gewinneinbruch von 80% bedeutete. Dennoch wird es mit den Bankenpleiten in den USA in diesem Jahr weitergehen. Jede dritte US-Bank ist jetzt von der Zahlungsunfähigkeit bedroht, da die Immobilienpreise weiter sinken und die Arbeitslosigkeit zunimmt. Als erste Konkurs-Bank in diesem Jahr erwischte es die relativ bedeutungslose National Bank of Commerce aus dem Bundesstaat Illinois. Weitere werden folgen.

    Auch jetzt muss sich jeder Analyst die bange Frage stellen, ob mit dem Bilanz-Stichtag 31.12. auch alles Giftmüll in der Bilanz erkannt und auch richtig bewertet wurde. Nach groben Schätzungen liegen noch 300 Mrd. bis 1 Billion € Giftmüll in deutschen Bankbilanzen. Insofern darf man sich im Moment nicht freuen, wenn bei dem Zusammenschluss von Commerzbank und Dresdner Bank eine Bilanzsumme von 1 Billion USD entsteht. Wirtschaftsprüfer von Bankbilanzen möchte ich jetzt nicht sein…! Was davon werthaltig ist und wie hoch die werthaltigen Assets der beiden Großbanken wirklich sind, bleibt abzuwarten. Der Kurs von 3,17 € und die Marktkapitalisierung von 2,29 Mrd. € bei der Commerzbank AG spricht bereits ein deutliche Sprache. Die zweitgrößte deutsche Bank hat jetzt also nur noch eine Marktkapitalisierung von etwas über 2 Mrd. €, was eigentlich ein gefundenes Fressen für die „Haifische“ in der Finanzwelt sind: Wie gut, dass der Staat jetzt bei Co-bank drin ist, aber auch Haie können versehentlich Giftmüll verschlucken.

    Wohin jetzt aber mit dem Giftmüll, der noch in den Büchern ist und keinen Wert hat. Wo soll der Giftmüll ausgelagert werden? Kommt jetzt eine staatliche Bad Bank als ultima ratio ins Spiel, die den Giftmüll aufnimmt. Ben Bernanke hat sich letzte Woche in London ähnlich geäußert, indem er sagte, dass der Spielraum der FED noch nicht ausgeschöpft sein. Möglich sei auch die Übernahme der schlechten Kredite durch die Notenbank oder eine neu geschaffene Staatsbank. Mutet sich die Notenbank als Währungshüter aber damit nicht zu viel zu oder ist dies dann gar der Einstieg in eine Währungsreform? In Zimbadwe soll es jetzt einen 100 Billionen Dollarschein wegen der Inflation geben. Hat „Helikopter-Ben“ so etwas auch schon eingeplant?

    Und kann die Notenbank bzw. die Staatsbank diese für den Steuerzahler dann auch gewinnträchtig managen oder erhöht sich dadurch nur die Staatsverschuldung? Ganz offensichtlich haben sich gerade in den letzten Monaten so manche Analysten, Wirtschaftsprüfer, Vorstände und Aufsichtsräte wieder einmal kräftig geirrt. Ich bezweifele aber, dass die Entscheidungsqualität und Risikoeinschätzung besser wird, wenn sich nun der Staat in den Aufsichtsräten einnistet. Wie fatal der Irrglaube ist, dass der Staat mehr Sicherheit bietet, haben die deutschen „Musterbeispiele“ deutsche Landesbanken und IKB gezeigt. Auch die BaFin und SEC haben sicher versagt ebenso wie die Aufsichtsräte und Ratingagenturen. Alles das soll nun am 20. April bei nächsten G20-Treffen besprochen werden, aber ist das nicht ein wenig spät? Die EZB-Zinssenkung um 0,5 Basispunkte in der vergangen Woche war allseits erwartet worden; es wird wohl eine weitere im März folgen, aber was nützt das im Moment?

    Analysten haben es jetzt weltweit mit ihren Einschätzungen und Prognosen mit einer „Black box“ zu tun, denn kaum ein Vorstand wagt sich aus dem Fenster und gibt eine Prognose für das Jahr 2009 ab. Dennoch darf man neben den Zahlen für das 4. Quartal jetzt auch auf die Guidance, also den Ausblick 2009 gespannt sein. Einige Stahlunternehmen wie Salzgitter und Thyssen sehen schon wieder Licht am Ende des Tunnels – und es nicht der entgegenkommende Zug. Das neue (alte) Zauberwort heißt „Infrastrukturinvestitionen“ – auch für die Bauwirtschaft. Auch Alternative Energien werden wieder kommen, falls Klimaziele mit Obama als neuer „Pacemaker“ erreicht werden sollen. Da kaum einer aber die Tragweite und Dauer der gegenwärtigen Wirtschaftskrise berechnen kann, werden die Umsatzschätzungen und die Schätzungen der operativen Gewinne wohl mehr in eine Szenario-Beschreibung „je nachdem“ münden. Jedes geplante Geschäftsergebnis und auch die Cash Flow-Analysen der Analysten ist von Bedingungen abhängig. Gerade diese Bedingungen sind aber nicht kalkulierbar wie die Bedingungen am Kapitalmarkt, die Rohstoffpreise und das Nachfrageberhalten der Konsumenten, die Achillesferse der US-Wirtschaft.

    Die Mega- Konjunkturprogramme im Billionenumfang, die zunächst nur ein Erhöhung der Staatsschulden bringen, sind „Hoffnungsprogramme“ in die Zukunft, nämlich die Hoffnung, dass frei nach Schiller die „Pferde irgendwann saufen werden“. Was ist aber, wenn die Pferde nicht so schnell saufen sollten, sondern der Staat absäuft? Wird es in Zukunft zu Straßenschlachten wegen des notwendigen Sparkurses in den Folgezeit kommen wie zuletzt in Vilnius (Litauen). Und wer kauft überhaupt die ganzen Staatsanleihen die jetzt auf den Markt kommen sollen? Vielleicht ist auch das Wasser immer noch verseucht. Nun gibt es einen weiteren, wenig kalkulierbaren Parameter und das ist die Psychologie. Hier kommt „Batman“ Obama mit seiner positiven Ausstrahlung genau zur richtigen Zeit und man kann auch hier nur hoffen, dass die „Obanomie“ weltumfassende „Yes, wen can“-Effekte zeigt. 4 Millionen werden ihn auf jeden Fall am 20. Januar willkommen heißen – hoffentlich ohne Terroranschlag.

    Aber auch ein Obama muss nach dem 20. Januar zunächst einmal in den Nahen Osten und auch nach Afghanistan fliegen und dort den Messias spielen. Bin Laden hat auch schon wieder per Video gemeldet und weltweit zum „Heiligen Krieg“ aufgefordert. Da wird er sicherlich auf die Hautfarbe keine Rücksicht nehmen. In Kabul gab es schon einen Bombenanschlag vor der deutschen Botschaft und weitere Terroranschläge werden folgen. In Gazastadt gibt es schon über 1000 Tote – und noch immer keinen Waffenstillstand. Nun droht auch Nordkorea im Konflikt mit Südkorea mit Atomwaffen und die USA muss auch hier diplomatisch einschreiten. Pakistan bleibt ein Pulverfass. In Südamerika könnte es aufgrund der großen sozialen Unterschiede Ausschreitungen mit der Regierung geben. Mexiko ist angeblich vom Drogenkartell schon unterwandert. Zudem ist Mexiko sehr abhängig von den USA. Droht hier nach Ecuador der nächste Default, nachdem der fallende Ölpreis das ölreiche Land schon jetzt in Schwierigkeiten bringt? Auch der bisher nicht gelöste Iran-Konflikt muss dann angegangen werden. Mit Russland muss verloren gegangenes Vertrauen wieder gewonnen und ein „kalter Krieg“ vermieden werden. Hohe geopolitische Risiken müssen also in 2009 einkalkuliert werden, bei denen die USA die Feuerwehr spielen soll. Wie gut, dass jetzt nicht mehr Bush der Feuerwehr-Hauptmann ist. Und ob das Mega-Konjunktur-Programm von über 800 Mrd. USD im Februar tatsächlich durch den Kongress kommt, ist auch zweifelhaft. Di US-Automobilindustrie hängt am seiden Faden, aber auch Toyota will im 1. Quartal 2009 800.000 Autos weniger produzieren. Es werden nicht alle Automobilproduzenten diese Krise überleben. In Deutschland bricht der Export brutal ein. Es lauern also eine Reihe von „Black Swans“ für die Weltbörsen. Aber sicher ist, dass die Verschuldungsuhr immer schneller tickt bzw. pro Sekunde immer größer Zahlen zu verarbeiten hat. Bis jetzt kommen jede Sekunde 4400 € Schulden in Deutschland hinzu- und bei der Citibank 1100 USD.

    Die Politiker versündigen sich jetzt an der Nachfolgegeneration. Da nützen die 100 € für jedes Kind herzlich wenig, im Gegenteil; sie bringen die Uhr nur noch schneller zum Laufen. Zukunftsinvestitonen in Bildung waren schon immer gut; durch die Finanzkrise werden marode Mauerwerke, veraltete Sanitäreinrichtungen und wackelige Stühle in Schulen und Universitäten saniert. Das ist gut so. Aber wo und wann findet ein „Finanzausgleich“ statt. Ich bin persönlich etwas enttäuscht, was jetzt so in der Krise alles an Rezepten ohne Gegenfinanzierung und Gedanken an die nächste Generation angeboten wird. Und warum macht man sich nicht früher darüber Gedanken und es lässt es gar nicht so weit kommen? Eine Schublade für die Bewältigung globalen Risiken scheint es nicht gegeben zu haben.

    Die Börse ist auch etwas ratlos und schwankt volatil hin und her. Keiner weiß, ob es in der zweiten Jahreshälfte zu einer Konjunkturerholung durch die Konjunkturprogramme, noch besser durch die verbesserte Psychologie kommt oder ob wir in eine mehrjährige Stagnation á la Japan schlittern, wo sich nur die Schulden, aber nicht die Unternehmensgewinne nachhaltig erholen. Einkalkulieren sollte der Anleger auch die hohen Goodwill-Abschreibungen, die bei der Bilanzbesprechung mit Analysten noch ein Thema sein werden, denn diese gehen in die Milliarden (immerhin nicht in die Billionen wie bei den Schulden der Banken). So gesehen stimmt kaum eine Bilanz 2008, da es hier hohe Bewertungsspielräume und künstliche Erleichterungen für Banken/Versicherungen gibt.

    Auch an der Moskauer Börse ging das Jo-Jo-Spiel aufgrund des anhaltenden Gasstreites zwischen Russland und der Ukraine weiter. Der RTS fiel auf 566 Indexpunkte. Aus einem Plus von 10% zu Jahresbeginn wurde ein Minus von 10% bis zum 16. Januar. Allerdings konnten sich heute (am 18. Januar). Russland und die Ukraine endlich einigen. Demnach soll morgen wieder Gas geliefert werden. Die Ukraine hat sich zähneknirschend bereit erklärt, ab 2010 Weltmarktpreise zu zahlen. Wie sie das finanzieren wollen, ist mir schleierhaft, zumal die Ukraine schon im letzten Jahr nur durch einen 16,5 Mrd. USD-Kredit vor dem Staatsbankrott bewahrt werden konnte. Dennoch ist die Beendigung des Gasstreits für alle Beteiligten das Beste. Gazprom verlor schon über 1 Mrd. USD wegen der nicht erfolgten Gaslieferungen seit dem 7. Januar. Für Russland ist es auch von großer Bedeutung wie sich der Ölpreis weiter entwickelt. Falls er unter 40 USD/Barrel für lange Zeit fällt, dürfte auch eine Rezession in Russland unausweichlich sein. Noch wird von einem BSP-Wachstum von 2% nach noch 6,5% im letzen Jahr ausgegangen. Zudem gibt es Renationalisierungsgerüchte bei einigen Rohstoffunternehmen wie bei Norilsk Nickel.

    Falsch wäre es jetzt aber, den Kopf in den Sand zu stecken; gerade jetzt muss der Anleger sehr aufmerksam und liquide bleiben. Gleich zu Jahresbeginn stiegen die Aktien wie Gazprom und Sberbank um 30%, um jetzt sogar unter das Ausgangsniveau zurückzufallen, womit sich schon schöne Tradinggewinne erzielen ließen. Ich rechne auch für das Gesamtjahr mit volatilen Seitwärtsbewegungen und damit auch immer wieder mit guten Trading-Chancen (siehe dazu auch der Börsenbief EAST STOCK TRENDS, www.eaststock.de). Der DAX verlor letzte Woche etwa 9% an Wert (Commerzbank -34%!) und der RTS sogar über 10%. Damit werden jetzt die Tiefststände aus dem Oktober 2008 wieder getestet.

    Behalten Sie weiterhin die Charttechnik im Auge. Am Freitag konnte wieder einmal das „Plunge Protection Team“ ein Unterschreiten de wichtigen 8000-er Marke verhindern. Beim DAX hielt die ebenso wichtige 4200.er-Marke. Bei einem Dow Jones von unter 8000 und auch einem DAX von unter 4200 wird es sehr bearish. Dann sollten auch Engagements in Osteuropa überwiegend verkauft werden. Ohnedies empfehle ich weiter Cash von 70% und 10-30 % kurzfristige Investments für ausgewählte Trading-Posintionen. In der nächsten Woche könnten sich die Aktien in der Trading-Range 8000-9000 bei Dow Jones und 4000 bis 5000 beim DAX erholen, wenn die „Obamanie“ sich auch an den Weltbörsen kurzfristig durchsetzen sollte.

    In den USA werden die Rekordsumme von 8 Billionen USD auf Geldmarktkonten und Bankguthaben geparkt (ob sie da wohl sicher sind?). Auch in Europa und in Deutschland ist so viel Geld wie noch nie beim Vermögensverwaltern geparkt. Auch die Börsenlegende Warren Buffet schiebt noch eine Barliquidität von über 100 Mrd. USD (!) vor sich her, obwohl er im letzten Jahr inmitten der Krise bei Goldman Sachs und General Electric großvolumig eingestiegen ist. Auch die arabischen Staatsfonds scheinen noch abzuwarten, aber so wie die russischen Oligarchen, soweit sie noch liquide sind. Die 20 größten Unternehmen der Welt schieben eine Barliquidität von 570 Mrd. USD vor sich her. Das russische Ölunternehmen Surgutneftegas hat einen Cashbestand von über 15 Mrd. USD und wird demnächst wohl ebenso wie Siemens im Finanzgeschäft bessere Geschäfte machen als im operativen Geschäft. Aber keiner will diese zugegebenermaßen intransparente Aktie Surgut im Moment kaufen. Zudem gibt es jetzt viele Aktien, bei denn der Cashbestand höher ist als der Marktwert an der Börse, was an die Zeiten am Neuen Markt erinnert. Wenn diese Gelder weltweit wieder reinvestiert werden, wird es eine kräftige Hausse geben, bei der der Anleger dabei sein sollte. Ich erwarte dies aber erst bei einem Dow Jones von über 9000 und wenn die 200-Tgaeslinien wieder zu stiegen beginnen.

    Warten wir zunächst einmal ab, was Batman Obama ab dem 20. Januar alles veranstalten und was er dann and den Weltbörsen – auch psychologisch - auslösen wird. Vielleicht wird es nächste Woche eine kleine Obama-Rallye geben. Danach rechne ich aber erst einmal mit Bad news“ in der Berichtssaison (auch aus Gazastadt + Nordkorea+Iran, hoffentlich nicht auch noch beim Gaskonflikt Russland/Ukraine), (nicht nur) mit einer „Bad bank“ und warte dann aber in der Tat auf den „Batman“ Obama, der es richten soll. Batman ist übrigens kein „Superheld“ im engeren Sinne, wie etwa Superman, da er über keinerlei Superkräfte verfügt. Seine Überlegenheit basiert auf „Intelligenz, Willenskraft, hartem Training und seinen technischen Hilfsmitteln“. Vielleicht bewirkt Batman Obama sogar ein Wunder wie das „Wunder von Hudson“ - wie gut, dass es tatsächlich doch noch positive Nachrichten und Glücksmomente bzw. ein happy end in dieser turbulenten Zeit gibt. Dabei glaube ich weiterhin an hohe kurzfristige, realistische Trading-Chancen. Welche Aktien Sie jetzt kaufen oder verkaufen sollen, können Sie der täglich aktualisierten Ostbörsen-Hotline 09001-8614001 (1,86 €/Min.) entnehmen.

    TV-Hinweise: Die Zusammenfassung des letzten NTV-Telebörse Interviews vom 15. Januar mit Andreas Männicke über Russaland können Sie mit den Empfehlungen nachlesen unter www.teleboerse.de/geldanlagecheck. Das letzte Interview über Russland im DAF vom 9. Januar 2009 können Sie sich runterladen unter www.anleger-fernsehen.de (dort bei der Suchfunktion „Männicke“ eingeben).

  • Alles ist möglich – auch für den Messias Obama!?

    Samstag, 10. Januar 2009 19:06:00

    „Es ist alles möglich!“, war die Aussage des Ex-Vorstands- und nun Aufsichtsratsvorsitzenden der Commerzbank AG Klaus-Peter Müller. Müller war auch einer der wenigen „ehrlichen“ Bankmanager, der als einer der ersten eigene Fehler eingestanden hat, was die Bewertung von Risiken aus dem Ausland anging. Der Satz „es ist alles ist möglich“ dürfte auch das Motto des Jahres 2009 werden, nachdem das Wort „Finanzkrise“ zu Recht das Wort des Jahres 2008 wurde. 2009 wird nicht nur das Jahr der schlechten Nachrichten (nach Angela Merkel), sondern auch das das Jahr der unkonventionellen Entscheidungen und der Aufräumarbeiten. Stellen Sie sich auf alles ein, auch auf das, was vor einiger Zeit noch als undenkbar galt.

    Die Commerzbank AG folgte nun dem britischen Modell: der Staat beteiligte sich mit 25% an der Commerzbank und er gab gleichzeitig eine Kapitalspritze von 10 Mrd. €. Die Frage ist, wann der Staat wieder rausgeht und vor allem wann und wie der Commerzbank jemals diesen Betrag zurückzahlen kann. Letztendlich sind wir Steuerzahler es, die sich jetzt nolens volens an der Commerzbank AG beteiligt haben. In England hatte sich schon im letzten Jahr der Staat an der Royal Bank of Scotland (RBS) beteiligt, um eine Pleite zu verhindern. Die RBS hatte sich bei der Übernahme der ABN AMRO Bank übernommen. Es ist gut möglich, dass nun in einigen Tagen die Deutsche Bank AG unter dem staatlichen Rettungsschirm folgen wird, schon um „Waffengleichheit“ mit der Commerzbank AG herzustellen, denn durch die Staatsbeteiligung erhöht sich das Rating und damit verbessern sich die Refinanzierungsmöglichkeiten der Bank. Eine Staatsbeteiligung bringt also Wettbewerbvorteile. Damit macht nun der deutsche Staat das nach, was in Russland schon von Anfang an die Regel war, nämlich ein „starker Staat“, der auch die größten Banken Sberbank und VTB Bank dominiert. Allerdings soll der Staat bei der Commerzbank nicht Einfluss auf die Geschäftspolitik nehmen.

    Ich wage allerdings zu bezweifeln, dass jetzt mehr Kredite an de Mittelstand gegeben werden. Die Kreditentscheidungen erfolgen nach den gleichen Mustern wie zuvor in den Filialen – und nicht in den Aufsichtsräten! Vielleicht wird jetzt aber mehr darauf geschaut, was tatsächlich in den Büchern ist. Bei deutschen Landesbanken hat ein Staatssekretär im Aufsichtsrat aber auch nicht viel ausrichten können – im Gegenteil! Wenn sich die wirtschaftliche Situation bei mittelständischen Untenehmen dramatisch verschlechtert, werden auch weniger Kredite gegeben, denn Banken sind keine Samariter. Es wäre also ein falscher Schluss, dass nun die Kreditversorgung für den Mittelstand besser wird. Es könnte sich aber der Interbankenmarkt wieder beleben und damit wäre auch schon viel gewonnen. Zuvor wurde und wird das überschüssige Geld nur bei der EZB geparkt, weil seit der Pleite von Lehman Brothers keiner Bank mehr der anderen traut. Die Geld und Kreditkreisläufe müssen wieder in Gang kommen, sonst gibt es ein „1929“ schneller als uns allen lieb ist mit der Folge von Massenarbeitslosigkeit, Konsumverzicht und Unternehmenspleiten.

    Selbst Obama geht jetzt schon von einer 4-jährigen Rezession in den USA aus, wenn das Konjunkturprogramm von 775 Mrd. USD nicht beschlossen werden sollte. Damit übt er gleich zu Beginn den gleichen Druck auf den Kongress wie zuvor Bush aus. Er ist auch in der gleichen Notlage wie zuvor Bush. Der größte Fehler im letzten Jahr war wohl, Lehman Brothers Pleite gehen zu lassen. Henry Paulson war also eher eins schlechter Krisenmanager. Man darf gespannt sein, ob die neue Regierung mit dem neuen „Expertenteam“ nun die gewaltigen Finanzprobleme in den USA in den Griff bekommt. Ben Bernanke ist mit seiner Null-Zins-Politik jedenfalls jetzt schon mit seinem Latein am Ende. Die nächsten großen Probleme kommen nun auf die US-Automobilindustrie zu. Ich betone noch einmal: Ein Chapter 11 von GM würde eine weitere Tsunami-Welle und einen Crash an den Weltbörsen auslösen. Ich betone auch, dass nach der Subprimekrise nun wahrscheinlich noch die Kreditkartenkrise in den USA kommen wird.

    Wir können nur hoffen, dass die Commerzbank AG mit der Staatsbeteiligung wirklich „wetterfest“ gemacht wird. Es bleibt zu hoffen, dass alsbald transparent wird, welche Leichen noch im Keller der Dresdner Bank AG liegen und was die Beerdigung kostet. Die Commerzbank-Vorstände haben eindeutig ihre Hausaufgaben nicht erfüllt und die Risiken bei der Übernahme der Dresdner Bank zu gering eingestuft. Die Commerzbank hat sich mit der Übernahme überhoben. Ich bin mir aber sicher, dass wir Steuerzahler im Falle einer tieferen und längeren anhaltenden Rezession auch bei der Coba nachschießen müssen. Es ist ohnehin beispiellos, in welcher Form und Dynamik sich jetzt der Staat verschuldet und zwar nicht nur in Deutschland, sondern weltweit. Es gibt aber keine Konzepte, wie diese Gelder wieder zurückgezahlt werden. Damit versündigen sich die jetzigen Politiker an der Nachfolgegeneration, die die Suppe dann irgendwann auslöffeln muss - und wir müssen das auch!.

    Die deutsche Regierung will jetzt in einem zweiten Konjunkturprogramm weitere 40-50 Mrd. € für Bildung, Infrastruktur etc beschließen. Es soll nun doch zu weiteren Steuersenkungen kommen; vor allem Geringverdiener sollen entlastet werden (also Sie nicht!). Damit werden die Haushaltslöcher aber immer größer. Wer soll das bezahlen, wer hat soviel Geld? In den USA soll sogar über ein zweites Konjunkturprogramm im Volumen von 775 Mrd. USD beschlossen werden. Wer aber soll die neuen Anleihen in diesem Volumen zeichnen?? Die Chinesen, die sonst zum großen Teil die US-Staatsanleihen gekauft hatten, machen sich schon Gedanken, ihr Engagement in den USA eher zurückzufahren. Saudi-Arabaien – ein weiterer großer Aufkäufer der US-Staatsanleihen - und auch anderer arabische Staaten leiden jetzt sehr unter dem stark gefallenen Ölpreis. Auch dort sollte das Geld nicht mehr so locker sitzen. Japan hat selbst ein Konjunkturprogramm von 35 Mrd. € zu finanzieren, so dass die die reichen Pensionskassen wohl eher im eigenen Land zugreifen werden. Russland – sonst auch ein großer Aufkäufer von US-Staatsanleihen - wird wohl als US-Finanzier diesmal völlig ausfallen Wenn keiner die Anleihen kaufen will, müssen die Anleihezinsen steigen und es wird zu einem Anleihen-Crash kommen.

    Zudem müssen die Währungsrisiken beachtet werden; kurzfristig dürfte der Dollar gerade gegenüber dem Euro stärker werden und Richtung 1,30 EUR/USD, weil in der nächsten Wochen eine Zinssenkung der EZB um 0,5 Basispunkte erwartet wird. In der letzten Woche verminderte schon die englische Notenbank den Zinssatz um 0,5 Basispunkte auf 1,5%, den niedrigsten Stand in der Nachkriegszeit! Damit nähert sich jetzt auch Europa mit großen Schritten der 0-Zinspolitik ebenso wie die USA und Japan. Das ist aber für die Zukunft sehr gefährlich, da sich damit alle Notenbanken handlungsunfähig machen und bei einer Fortsetzung der Krise keine Steuerungsmöglichkeiten mehr haben. Zudem wird bei einer 0-Zinspoiltik zunächst ein Bubble bei kurzfristigen Staatsanleihen gerade provoziert, der sich in einem Anleihen-Crash auflösen wird. Denn wenn keiner die Anleihen mehr kaufen will, müssen die Zinsen steigen. Ein Anleihen-Crash führt dann aber auch zu einem Aktien-Crash im Nachhinein.

    Die nächsten Tage werden schon sehr spannend und richtungweisend werden. Am 20. Januar wird Obama offiziell als Präsident eingeführt. Es wurde noch nie soviel für die Einweihungsfeier gespendet wie dieses Mal und auch die Geschenkartikel und Souvenirindustrie erhielt durch die „Obamanie“ einen Boom. Fast alle Obama-Souveniers sind in den USA ausverkauft und müssen nun nachgeordert werden! Bei Angela Merkel würde so etwas wohl kaum möglich sein (es ist also doch nicht alles möglich!) Auch George Soros spendete 50.000 USD für die große Einweihungsfeier am 20. Januar, wenn Obama in Washington ins weiße Haus einzieht. Hoffentlich bekommt er durch die Überschwemmungen in Washington nicht nasse oder gar kalte Füße.

    Obama soll nun also die Welt retten. Auf seinen Schultern lasten aber schwere Aufgaben innen- und außenpolitisch. Chapeau für sein Expertenteam! Das ist schon fast das Beste, was die USA im Moment aufbieten kann. Wie krank aber ist der Patient Amerika, dh wie weit ist die Krankheit schon fortgeschritten und wie ansteckend ist die Krankheit für die ganze Welt? Im ersten Halbjahr wird er aber ein Krisenmanager, Messias (Retter und Friedensbringer in der Endzeit!) und Feuerlöschleiter gleichzeitig sein müssen – an allen Ecken und Enden der Welt. Die Arbeitslosenzahl könnte in den USA auf über 10% steigen und der Konsum könnte einbrechen.

    Am Freitag betrugen die US-Arbeitslosenzahlen 524.000 nach 584.000 im November. Die Arbeitslosenquote stieg auf 7,2%, was schon jetzt die höchste Arbeitslosenzahl seit 16 Jahren ist. Das Weihnachtsgeschäft war – anders als in Europa - schon grottenschlecht. Die US-Einzelhandelsumsätze waren im Dezember durchgehend sehr schlecht. Die Immobilienpreise sinken weiter und die Zeltstädte werden immer größer. Anstelle von „Think big“ ist nun das neue Motto „Think small“ in den USA – hoffentlich auch bald in der US-Automobilindustrie, die eindeutig am Kunden vorbei produziert hat. „Downsizing“, also notgedrungene Verkleinerung bzw. „Gesundschrunpfen“ ist überall erkennbar. Die Zeit der amerikanischen Exzesse und des „Größenwahns“ ist vorbei. Viele große Wohnungen stehen leer. „Downsizing“ ist der neue Trend in den USA – zur Not bis zum Zelt!

    Außenpolitisch muss Obama sofort in den Nahen Ost und als „Messias“ Frieden stiften. Wie aber wird von Israel und vor allem den Hamas aufgenommen und akzeptiert? Die UNO-Resolution, die einen Waffenstillstand vorsieht, bleibt jedenfalls ohne Wirkung. Die US-Rüstungsindustrie ist für Israel, denn von ihnen stammen die Waffen, mit denen nun auf hilflose Kinder geschossen wird. Was Israel im Gazastadt im Moment macht, schafft unbeschreibliches Leid auch in der Zivilbevölkerung und provoziert geradezu Terroranschläge in der ganzen Welt. Große Teile der Bevölkerung sind jetzt ohne Strom, Wasser und Nahrung aufgrund des unnötigen Krieges. Der „Heilige Krieg“ könnte von extremen Ismalisten wieder weltweit aufgerufen werden. Auch das Iran- und Pakistan-Problem - beide mit Atombombengefahr und damit Welt-Vernichtungspotential) - muss gelöst werden. Es kann gut sein, dass auch die Außenpolitik außer Kontrolle gerät. Auch hier gilt leider der Satz. „Es ist alles möglich!“ Ukraine und Georgien wollen jetzt in die NATO, die sich selbst in einem Orientierungsvakuum befindet. Auch den Konflikt mit den unnötigen Raketenabwehrsystem in Tschechien/Polen muss Obama dann mit Russland diplomatisch lösen. Ein „kalter Krieg“ bei diesen Minus-Temperaturen würde keinem helfen. Too much is too much !

    Der Krieg in Gazastadt und auch der Gasstreit Russland/Ukraine bzw. korrekt RosUkrEnergo (Gazprom)/Naftogas konnten den Ölpreis zwar kurzfristig über 50 USD/Barrel bringen, dann brach der Ölpreis aber auch schon wieder ein. Ich rechne nach einen weiterem Abtauchen mittelfristig aber wieder mit einem steigenden Ölpreis, was für Russland sehr bedeutsam ist. Was den Gasstreit angeht, sollen nun EU-Beobachter prüfen, ob das von Russland geschickte Gas auch durch die Ukraine weitergeleitet oder – wie von Russland behauptet – gestohlen wird. Indessen verhandeln Ukraine und Russland jetzt wieder über die Höhe des Gaspreises. Gazprom verlangt eine Erhöhung von 185 auf 250 USD/1000 Kubikmeter; die Ukraine will aber nur 200 USD/1000 Kubikmeter zahlen, da Weißrussland noch viel weniger zahle.

    Die Ukraine hat ohnedies große Zahlungsprobleme. Der IWF konnten vor kurzem mit einem 16,5 Mrd. USD-Kredit nur knapp den Staatsbankrott der Ukraine verhindern. Strittig ist auch, ob die Schulden in Höhe von etwa 2 Mrd. USD schon beglichen wurden oder nicht. Naftogaz ist der Auffassung, dass 1,5 Mrd. USD an den dubiosen und unnötigen Gaszwischenhändler RosUkrEnergo, einer Tochter von Gazprom, in die Schweiz (!?) überwiesen wurden. Es wird aber Zeit, dass sich Russland und Ukraine bald einigen, denn in Südosteuropa kam bei einigen Länden schon kein Gas mehr an und die sitzen jetzt bei Minus 20 Grad tatsächlich im Kalten. Bei eineigen Betrieben in Bulgarien, Tschechien und der Slowakei wurde die Produktion gestoppt. Einige Länder wollen nun Gazprom wegen des hohen volkswirtschaftlichen Schadens verklagen. In Deutschland und auch in der Ukraine kann das nicht passieren, da de Gasreserven für mindestens 2 Monate ausreichen.

    Die Höhe des Gas- und Ölpreises ist sehr wichtig für Russland. Gazprom ist der größte Arbeitgeber und auch Steuerzahler in Russland. Auch Putin erhöhte das Konjunkturprogramm aufgrund der Finanzkrise und dem niedrigen Ölpreis auf über 200 Mrd. €. Damit sollen vor allem systemisch bedeutsame Großbetriebe gestützt werden. Bei einem Ölpreis von unter 50 USD/Barrel entsteht aber in Russland ein Krisen-Szenario, da der Haushalt dann defizitär wird und der Rubel stark an Wert verliert. Aufgrund hoher Lagerbestände in den USA brach der Ölpreis am 8. Januar um 10% wieder auf 46 USD/Barrel (Sorte WTI) ein. Auch die russischen Aktien machen zu Jahresbeginn eine Berg- und Talfahrt. Die ersten beiden Handelstage im neuen Jahr waren mit Kurssteigerungen von 10-20% bei den russischen Blue Chips sehr vielversprechend; seit Mitte letzter Woche brachen die Kurse der russischen ADR/GDR aber auch wieder um über 10% ein – und das alles ohne Beteiligung der Russen, denn die Moskauer Börse war bis zum 10. Januar wegen der Weihnachtsferien geschlossen. Im „Horrorjahr“ 2008 waren die Börsen in der Ukraine und in Russland mit minus 80 bzw. 73 % zusammen mit Bulgarien und Island (-93%! )die am schlechtesten performenden Börsen der Welt

    Wenn man die Regel, dass die ersten 7 Handeltage an der Wall Street entscheidend für das ganze Börsenjahr sind, zugrunde legt, dann dürfte dieses Jahr das Jahr der volatilen Seitwärtsbewegung werden. Der Start war auch an der Wall Street sehr vielversprechend; in den letzten Tagen bröckelten die Kurse aber auch an der Wall Street ab. Auch für den Anleger gilt in 2009 der Grundsatz. „Es ist alles möglich“, also eine überraschend starke Hausse als auch eine Fortsetzung des Bärmarktes, wobei ich mit einer volatilen Seitwärtsbewegung rechne – mit guten Tradingchancen von bis zu 100% (siehe deutsche Immobilienaktien und auch einige Russlandaktien seit Dezember 2008), aber auch mit vielen weiteren Hiobsbotschaften. Was aber werden die „Black Swans“ in 2009 werden, also die überraschenden Negativ-Katastrophen mit denen keiner im Moment rechnet, die aber von großer Bedeutung für die Volkswirtschaft (und Welt–BSP) sind. Auch hier ist alles möglich über Terrroranschläge (auch gegen Obama), Naturkatastrophen (Erdbeben, Überflutungen), Staatspleiten (bis zu den USA!), Währungsturbulenzen (bis zur Währungsreform!).

    Das letzte Jahr war schon das Jahr der „Black Swans“: denn wer hätte gedacht, dass der Wertverlust in 2008 an allen Weltbörsen 32 Billionen USD (!) betragen würde, davon in den USA 7 Billionen USD Wertverlust im Aktienbereich, in Großbritannien 1,9 Billionen USD, in Japan 1,3 Billionen USD, in Deutschland 1,1 Billionen USD und sogar in Russland und auch in China jeweils etwa 1 Billion USD. Pro Person betrug der Wertverlust 4253 USD in der Welt. Das Vermögen auch in Deutschland in 2008 erstmals ab. 52% der globalen Wirtschaftsleistung in Höhe von 54 Billionen USD wurden vernichtet. Die russischen Oligarchen wurden um 230 Mrd. USD erleichtert und bei einigen russischen Oligarchen gibt es immer noch „Margin Calls“ (siehe Air Berlin und Aeroflot). Es war die größte Vermögensvernichtung aller Zeiten in absoluten Zahlen. Es wurde durch den Mega-Salami-Crash in einem Jahr wieder das Niveau von 2004 erreicht. Damit ist schon viel eingepreist, was eine tiefe Rezession ausmachen könnte. Es sind aber auch schon viele Zukunftsängste eingepreist. Es waren prozentual die höchsten Kursverluste in der Nachkriegszeit, wobei die Wall Street mit einem Verlust von fast 40% noch einer der besten performenden Aktienbörsen der Welt war. Kann es noch schlimmer kommen? Ja, denn „es ist alles möglich!“

    Umgekehrt werden die Weltbörsen wieder nach oben springen, sobald sich die Immobilienpreise in den USA wieder stabilisieren und die Arbeitslosenzahlen wieder abnehmen. Für den DAX ist der IFO-Geschäftsklima-Index ein guter Vorlauf-Indikator für die Börse (mit Ausnahmen des Jahres 2001, wo auch er sich gewaltig geirrt hat). Der IFO-Geschäftsklima-Index hatte im Dezember wieder das Niveau von 2001 erreicht und damit so schlecht wie in 7 Jahren nicht mehr. Zweifelsohne kann auch er sich noch weiter verschlechtern. Der Export ist im Dezember dramatisch eingebrochen und die Aufträge ebenfalls; aber auch das ist schon eingepreist. Immerhin ist der Baltic-Frachindex schon wieder ein wenig gestiegen. Für Russland wird der Ölpreis maßgeblich werden: bei unter 40 USD/Barrel wird es auch in Russland eine Rezession und ein echtes Krisenszenario geben. Bei 50-70 USD wird die Lage schwierig, aber managebar, bei über 70 USD/Barrel wird es deutliche Erholungstendenzen - auch an der Börse - geben. Zudem müssen aber auch die anderen Rohstoffe sich wieder erholen, was Anfang 2009 schon im Ansatz der Fall war (Nickel um 30%!).

    Stellen Sie sich also auf ein spannendes und abwechselungsreiches, aber auch volatiles neues Jahr ein. Der Dow Jones gab am 9. Januar um 1,64% bzw. 143 Indexpunkte auf 8599 Indexpunkte deutlich nach und der DAX um 1,97% bzw. 96 Indexpunkten auf 4783 Indexpunkte. Seit Dezember hat die „Vola“ deutlich abgenommen und es hat sich ein Boden in einer Seitwärtsbewegung gebildet, der maßgeblich ist für das gesamte Jahr. Der Dow Jones befindet sich jetzt weiter in der Trading-Range 8000 bis 9000 Indexpunkte und der DAX pendelt zwischen 4000 und 5000 Indexpunkten im Moment im oberen Trading-Bereich (4600 bis 5000). Wenn der Dow Jones unter 8400 fallen sollte, wird das gesamte Szenario sehr bearish. Dann bitte auch an den Ostbörsen wieder vermehrt in Liquidität gehen. Ein Mega-Krisen-Szenario entsteht bei einem Dow Jones von unter 8000 Indexpunkten. Entsprechend sollten Sie bei einem DAX von unter 4600 schon in Deckung gehen und bei unter 4000 droht sogar eine weitere Tsunami-Welle, die bis 3000 gehen kann. Gehen Sie bei einem Dow Jones von unter 8000 beim DAX auch an den Ostbörsen voll in Deckung, das heißt voll in Liquidität. Bei einem Dow Jones von über 9100 und einen DAX von über 5100 wird es aber eine Rallye an den Welt- und Ostbörsengeben, die es in sich hat. Wie gesagt: „Es ist alles möglich!“ – gehen sie mit dem Markt und stellen Sie sich (wie im letzten Jahr !?) nicht gegen ihn.

    Entsprechendes gilt für die Ostbörsen. Fast gar nicht Beachtung findet, dass mit der Slowakei das zweite osteuropäische Land nach Slowenien nun den Euro eingeführt hat. Willkommen im Euro-Club! Die Börse Bratislava verdient also mehr Beachtung, zumal sie schon in 2008 zu den Top-Performern mit einem knappen Minus zählte. Allerdings ist die Börse Bratislava bisher sehr illiquide. Auch hier rechne ich zunächst mit volatilen Seitwärtsbewegungen, was sich seit Dezember schon andeutete. An den Ostbörsen gab es schon einige Aktien, die von ihren Tiefstkursen um 100%, einige weniger sogar um 200% nach oben bewegt haben. Sogar deutsche Immobilienaktien feierten ein Comeback mit Kurschancen von 100% in wenigen Tagen. Die Ostbörsen haben überproportional gute Erholungschancen, wenn die Wall Street nicht weiter einbricht. Auch hier gilt der Grundsatz: „Es ist alles möglich!“ Besonders interessant sind jetzt russische Unternehmensanleihen. Welche Unternehmensanleihen jetzt attraktiv sind und wie jetzt die optimale Anlagestrategie in unsicheren Zeiten ist, wird in der nächsten Ausgabe des Börsenbriefs EAST STOCK TRENDS (Online-Bestellungen unter www.eaststock.,de) beschrieben, der am 11. Januar erscheint. Welche Aktien Sie jetzt kaufen oder verkaufen sollen, können Sie auch der täglich aktualisierten Ostbörsen-Hotline 09001-8614001 (1,86 €/Min.) entnehmen.

    Hinweis: ein aktuelles Inteview über den Gaststreit Russland/Ukraine mit Andreas Männicke im DAF vom 9. Januar ist jetzt unter www.anleger-fernsehen.de bei video on demand abrufbar (dort einfach bei der Suchfunktion „Männcke“ eingeben)

  • Furioser Jahresauftakt lässt hoffen

    Samstag, 03. Januar 2009 16:33:00

    „Happy new year!“ Die Weltbörsen starteten unisono zu Jahresbeginn am 2. Januar mit einer Kursrallye gen Norden nach dem Motto: „Das Horrorjahr 2008 haben wir hinter und gelassen, fangen wir mit Mut und Zuversicht mit dem neuen Jahr an!“. Der Dow Jones Index schoss um 2,94% bzw. 258 Indexpunkte auf 9034 Indexpunkte und der DAX sogar um 3,39% bzw. 162 Indexpunkte auf 4973 Indexpunkte in die Höhe. Der Nikkei-Index startete immerhin mit einem Plus von 1,28% (+112 Indexpunkten) auf 8859 Indexpunkte.

    Die ersten 7 Tage an der Wall Street sind oft maßgeblich für das ganze Jahr. Im letzten Jahr waren die ersten Handelstage an der Wall Street von starken Kurseinbrüchen geprägt. Jetzt kommt es darauf an, dass in der nächsten Woche Anschlussorder erfolgen.

    Von der Markttechnik sieht es recht gut aus: der DAX ist aus der Trading-Range 4600 bis 4850 nach oben ausgebrochen, was nun Raum bis 5200 lässt. Der Dow Jones Industrial Index befindet sich nur knapp oberhalb der Trading-Range 8400 bis 9000 Indexpunkten. Erst wenn die 9000-er Marke nachhaltig (also mit über 100 Indexpunkten 2 Tage lang) überwunden wird, werden auch die anderen Weltbörsen der Wall Street folgen. Am Montag rechne ich zunächst mit einer Seitwärtsbewegung oder leicht fallenden Kursen durch Gewinnmitnahmen. Entscheidend dürften also die Tage Dienstag bis Donnerstag (6.-8. Jnauar) werden – vielleicht sogar für das ganze Jahr. Fallen aber die Indices wieder in die alte Trading-Range zurück, wäre das enttäuschend. Dann ist aber auch mit einer volatilen Seitwärtsbewegung in diesem Jahr zu rechnen. Fallen die Kurse in der nächsten Wochen unter die Trading-Range, also der DAX unter 4600 oder der Dow Jones unter 8400 Indexpunkte, wird es ein weiteres Bärjahr mit neuen Tieftskursen und „Tsnunami-Wellen“ geben. Viele Konkurse bei Großunternehmen könnte der Auslöser einer weiteren Tsunami-Welle sein, wobei besonders auf den Wackelkandidaten General Motors zu achten ist. So – oder so ähnlich – ist die jedenfalls die Auslegung der ersten 7 Tage an der Wall Street. Aber sicherlich gibt es auch Ausnahmen von dieser 7-Tages-Regel. Es lohnt sich also für Sie, jetzt besonders aufmerksam zu sein.

    An der Moskauer Börse wird zwar aufgrund der ausgedehnten Weihnachtsferien – die orthodoxen Weihnachten finden in Russaldn erst am 7. Januar statt – nicht gehandelt; dafür stiegen aber die an der Londoner Börse gehandelten russischen ADR/GDR bei einigen Blue Chips im zweistelligen Prozentbereich. Damit wurde der Kurseinbruch am 29. Dezember –ebenfalls im zweistelligen Prozentbereich im ADR/GDR-Markt auch wieder wettgemacht. Dies zeigt aber auch wie volatil die russischen Aktien immer noch sind. Kursschwanken von über 10% an einem Tag, bei einzelnen Aktien (wie gestern bei der Sberbank) sogar über 20% sind keine Seltenheit. So stiegen am 2. Januar die Kurse der Sberbank intraday um 22% auf 122 € und vom dem Gasgiganten Gazprom um 13,43% auf 11,4 €, obwohl Gazprom der Ukraine am 1. Januar wie zuvor angekündigt den Gashahn wegen rückständiger Schulden in Höhe von 2,4 Mrd. USD abgedreht hat.

    Die Verhandlungen von Gazprom mit der Ukraine waren zu Sylvester gescheitert. Das Problem ist, dass die Ukraine zwar zahlungswillig ist, aber aufgrund der Finanzkrise kein Geld hat, die Schulden für Gaslieferungen zu begleichen. Die ukrainische Gasgesellschaft Naftogas ist selbst kurz vor der Pleite, weil die ukrainischen Großkunden vor allem aus dem Stahl/Kohlesektor ihre Gasrechnungen nicht mehr bezahlen können. Der IWF hat Ukraine mit 16,5 Mrd. USD vor dem Default knapp gerettet und die Ukraine will nicht IWF-Gelder zur Begleichung der Russland-Schulden verwenden. Auch Weißrussland bekam jüngst einen Kredit in Höhe von 2,5 Mrd. USD. Weißrussland muss mit 128 USD/1000 Kubikmeter aber wesentlich weniger für die Gaslieferungen zahlen als die Ukraine mit 180 USD/1000 Kubikmeter Gas, was der ukrainische Präsident Viktor Juschtschenko für ungerecht hält. Die Ukraine könnte ihrerseits nun die Transitgebühren für Gazprom anheben. Schon jetzt verdient die Ukraine etwa 1,5 Mrd. USD an Transitgebühren. Russland beklagt sich immer wieder, dass Gas von der Ukraine gestohlen wird, was für den Transit nach West-Europa vorgesehen ist.

    Die Ukraine bezieht drei Viertel der Erdgaslieferungen in Höhe von 76 Mrd. Kubikmeter von Russland. Der Ex-Primier Julia Timochenko plädiert schon lange dafür, sich von Russland unabhängiger zu machen und das Gas von anderen Energielieferanten wie Tadschikistan zu beziehen und auch die Eigenförderung zu fördern. Eine sehr zwielichtige, dubiose Rolle spielt seit Jahren die Gashandelsgesellschaft RusUkrEnergo, eine Tochter von Gazprom mit Sitz in Moskau, als – nicht notwendiger - Zwischenhändler für die Gaslieferungen von Russland in die Ukraine. Daher bestreitet Naftogas Schulden gegenüber Gazpom zu haben, da Naftogas das Gas von RusUkrenergo bezieht. Hier wurden in den letzten Jahren schon Milliarden US-Dollar abgezweigt. Eigentlich ist dies schon lange ein Fall für den Untersuchungsausschuss und zwar sowohl für das ukrainische Parlament als auch für das russische Parlament. Aber keiner kümmert sich so recht darum. Es ist wahrhaft „dirty business“ mit mafiaähnlichen Strukturen, was RusUkrEnergo schon seit Jahren betreibt. Aber die Ukraine ist wohl zu sehr mit sich selbst beschäftigt als sich mit den Gasgeschäften von RusUkrEnergo zu befassen. Dabei ist doch die Öl/Gasexpertin Julia Tymochenko, die schon seit einigen Monaten einen ungewöhnlichen Schmusekurs mit Russland fährt, voll im Thema!? Damit drohen jetzt ähnliche Szenarien wie beim Jahresübergang 2005/6 als Gazprom der Ukraine schon einmal die Gaslieferung über Nacht einstellte. Damals kam es über 3 Tage auch zu Lieferengpässen nach Europa (Deutschland). Das soll dieses Mal aber vermieden werden, falls nicht die Ukraine Transitgas für eigene Zwecke verwendet, was Diebstahl wäre.

    Der Ukraine drohen ohnedies in diesem Jahr deutlich höhere Gaspreise, die aber noch nicht festgelegt wurden. Gazprom will von der Ukraine nun 250 USD pro 1000 Kubikmeter Gas nach zuvor 180 USD bekommen, was aber die akuten Zahlungsprobleme der Ukraine nur noch verschärfen würde. Nach Westeuropa sollen aber die Gaspreise sinken, da auch die Ölpreise von 150 auf unter 40 USD/Barrel gefallen sind. Für Westeuropa betrogen die Gaspreise zuletzt 460 bis 525 USD. Die Gaspreise dürften in diesem Jahr auf unter 400 USD angepasst werden. Weißrussland muss im Moment nur 128 USD bezahlen. Auch hier muss Weißrussland mit einem starken Anstieg der Gaspreise in Zukunft rechnen, wobei hier Gazprom eine guten Deal bezüglich der Gastransitleitungen ausgehandelt hat. Gazprom besitzt dort 50%. Dies will aber die Ukraine um jeden Preis verhindern. Die Ukraine will Eigentümer der Gastransitleitungen bleiben. Daher will Gazprom auch die Nordische Pipeline zur Umgehung Ukraine zusammen mit EON/BASF neu bauen. Hier gibt es aber große Widerstände der Umweltbehörden aus Schweden und Finnland, die den Baubeginn verzögern. Auch Polen und die baltischen Länder sind gegen die Nordische Pipeline, da sie sich dann von Gas angeschnitten fühlen.

    Für die GUS-Länder werden die Gaspreise in jedem Fall nach oben angepasst, was gut für die Gazpromaktionäre ist. Putin hat schon angedroht, dass die Zeit der niedrigen Gaspreise aufgrund der stark gestiegen Erschließungskosten nun vorbei sei, wobei er vornehmlich wohl die GUS-Republiken dabei im Auge hat. Trotz der Finanzkrise hat Gazprom das Budget für dieses Jahr auf ein neues Rekordniveau erhöht. Der Gazpromchef Alexej Miller geht davon aus, dass Gazprom auch in diesem Jahr über 30 Mrd. USD netto erwirtschaften kann. Gazprom sei daher an de Börse deutlich unterbewertet.

    Auf der anderen Seite ist bei einem Ölpreis von deutlich unter 50 USD/Barrel nicht nur in der Ukraine, sondern auch in Russland mit einer Rezession zu rechnen. Die meisten Analysten gehen aber noch von einem Wachstum von 2-3% bei BSP nach 6,5% im Vorjahr in Russland aus. Der WTI Ölpreis stieg am 2. Januar deutlich um 22% bzw. 8 USD auf 46 USD und der Brent-Ölpreis um 19% bzw. 7,8 USD auf 47,2 USD/Barrel während der OPEC-Ölpreis als Durchschnittspreis von 13 Ölsorten nur leicht über 40 USD/Barrel zulegen konnte. Damit schien aber die von der OPEC Ende letzten Jahres beschlossene radikale Fördermengenverminderung ab dem 1. Januar um 2,4 Mio. Barrel/Tag auch schon erste Wirkungen zu zeigen.

    Der Ölpreis ist für Russland sowohl für den Haushalt als auch für das BSP-Wachstum nach wie vor von großer Bedeutung. Bei einem Ölpreis von unter 50 USD/Barrel wird der russische Haushalt defizitär und die Handelsbilanz wohlmöglich auch, was wieder den Rubel weiter schwächen würde. Der russische Finanzminister Alexej Kudrim erwartet für dieses Jahr mit einem Etatdefizit in Höhe von 2,5 Billionen Rubel (=63 Mrd €). Dies wird jedenfalls das schwierigsten Jahr der letzten 10 Jahre für Russland werden. Der Rubel gab alleine im Dezember um fast 20% nach. In diesem Jahr wird bei einem anhaltend schwachen Ölpreis von einem weitren Währungsverlust um 20% zum USD gewarnt. Russlandanleger sollte daher in den nächsten Tagen und Wochen sehr sorgsam auf den Ölpreis achten.

    Ausblick 2009: Dieses Jahr wird das Jahr der Bewährung der Konjunkturprogramme werden; es ist das Jahr der größten Herausforderungen in der Nachkriegszeit. Alle Konjunkturdaten, die auf eine Stabilisierung der großen Volkswirtschaften, vor allem der USA, hindeuten, werden von der Börse mit starken Kursausschlägen nach oben honoriert werden. Auf der anderen Seite sollte der Anleger auch die geopolitischen Gefahren (Nahost Konflikt = Gefahr von Terrorgefahren), Pakistan/Indien (mit Atombomben im Boot), Iran etc aus den Augen verlieren. Israel sollte die kriegsähnliche Bombardierung von Zivilisten in Gaza-Stadt mit schon über 300 Toten schnellstens beenden, da sonst sich die Terrorgefahren weltweit erhöhen. Wir sollten nichts so schnell vergessen, was vor kurzem in Bombay passiert ist. Ein schwarzer Schwan wäre es , wenn so etwas demnächst wieder in London oder New York passiert. Auch Obama sollte mit solchen „schwarzen Schwänen“ also negative Überraschungen, mit denen kaum einer rechnet, die aber von Bedeutung sind, ins Kalkül ziehen. Zudem muss er die schwierige Iran-Frage klären, wobei Iran angeblich die Hamas mit Waffen unterstützt.

    Auch die Wirtschaftsdaten werden im 1. Quartal 2009 vor allem in den USA noch negativ ausfallen, Auch wird es in diesem Jahr einige „schwarze Schwäne“ geben. Es wird also nach Angela Merkel das „Jahr der schlechten Nachrichten“ werden. Ich würde es begrüßen, wenn wir uns alle gerade jetzt von dem Obama-Effekt anstecken und der Auffassung sind, dass die Krise von uns bewältigt werden kann. Mehr Solidarität in der Bevölkerung und ein Zusammenrücken wäre schon ein Fortschritt.

    Von den Mega-Konjunkturprogrammen sollten vor allem Bauwerte profitieren (wie Hochtief, Bilfinger und Berger, aber auch Strabag SE). Wer Mut hat, kauft sich aber schon jetzt ein Portfolio von russischen Unternehmensanleihen mit Renditen im deutlich zweistelligen Prozentbereich. Welche Anleihen aussichtsreich sind, können Sie in der nächsten Ausgabe des monatlich erschienenden Newsletters EAST STOCK TRENDS (www.eaststock.de) nachlesen. Die Slowakei hat am 1. Januar den Euro eingeführt und damit dem Euro nach 10 Jahre Bestehen die Krone augesetzt. . Auch hier locken hohe Kursgewinne; allerdings ist der Handel an der Mini-Börse Bratislava noch sehr illiquide. Den Euro drohen aber große Probleme in 2009 und den Folgejahren durch die großen wirtschaftlichen Unterschiede im Euroraum. Deutschland bleibt Zahlmeister Nummer 1.

    Es wird aber auch dieses Jahr ein Eldorado für Trader werden. Gönnen Sie dem Staat 25%, Ihrer Gewinne. Er braucht das Geld für die Konjunkturprogramme! Ich nehme an, dass Sie in der Einkommensteuer über 25% liegen und daher von der neuen Abgeltungssteuer als Trader profitieren, denn Sie brauchen jetzt nicht mehr auf Steuertermine achten oder gar aus steuerlichen Überlegungen Aktien (zu lange) halten. Dies wurde in 2008 vielen Anlegern zum Verhängnis. Eine „Buy and Hold–Strategie“ führte in 2008 zum Fiasko mit Wertverlusten von über 50% - bei Ihnen auch? Achten Sie jetzt mehr denn je auf die Markttechnik. Auch die Makler würden es begrüßen, wenn Sie jetzt wieder etwas aktiver an der Börse werden! Welche Aktien Sie jetzt kaufen oder verkaufen sollen, können Sie der täglich aktualisierten Ostbörsen-Hotline 09001-8614001 (1,86 €/Min.) entnehmen.

  • „Alles in Maßen“ oder auch „Das Faß ist voll!“

    Sonntag, 28. Dezember 2008 16:52:00

    „Haben Sie auch zu Weihnachten wieder einmal zu viel gegessen?“ Der Magen und Darm würden es Ihnen danken, wenn Sie zwar genussvoll, aber in Massen gegessen hätten. Auch Füllerei ist eine Art „Blasenbildung“. Die Weihnachtszeit war hoffentlich auch bei Ihnen eine besinnliche Zeit und auch eine Zeit zum Nachdenken und Reflektieren, ob sie im letzten Jahr mit Bedacht und Augemaß investiert hatten. Es ist aber auch die Zeit, um sich Gedanken für das nächste Jahr zu machen.

    Auch in der Wirtschaft scheinen viele das Maß verloren haben, sei es zuvor in den obersten Banketagen, sei es nun bei vielen Politikern und sogar Wirtschaftswissenschaftlern, die nun bei dem Umfang der Konjunkturprogramme und damit der Staatsverschuldung das richtige Maß aus den Augen verlieren. Für mich ist das Fass bei 10 Billionen Staatsverschuldung in den USA schon voll, aber es wird wohl nächstes Jahr eine weitere Billion USD hinzukommen. Dabei muss der Staat nur das ausbügeln, was der „maßlose Kapitalismus“ zuvor angerichtet hat. So vewundert es nicht, dass das neue Buch vom Erzbischof Reinhard Marx „Das Kapital“ über Neid und Gier von Bankmagern nun zu den Bestsellern zählt. In der Not werden einige Hauptakteure zum Schluss dann noch kriminell wie das Beispiel Hypo Real Estate zeigt.

    Die ausufernden Schuldenmacherei sind genauso kurzsichtig wie die jetzt vielfach zu Recht beklagte Profitgier einiger Investmemtbanker. Der letzte Boss von Lehmann Brother Richard Fuld dürften zum Symbol einer ausufernden, maßlosen Profitgier geworden sein und die AIG-Manager ebenfalls. Jetzt müssen wir uns fragen, ob nicht auch die Politiker in ihren maßlosen Schuldenmacherei einen Verschuldungs-Prozess in Gang setzen bzw. beschleunigen, der im Chaos oder in einer Währungsreform endet. Zumindest belastet er die Zukunft der nächsten Generation erheblich. Der von der Bush-Administration gewährte Kredit für General Motors und Chrysler in Höhe von 17,4 Mrd. USD wird wohl nur für einige Monate reichen. 13,4 Mrd. sind schon im Dezember geflossen, weiter 4 Mrd. USD sollen im Februar folgen. Gespeist wird das Gel aus dem 700 Mrd. USD-Programm, das für die Rettung der US-Banken vorgesehen war. Damit wird aber vom Staat eine Branche einseitig bevorteilt, was wettbewerbsrechtlich problematisch ist. Da hilft es auch nicht viel, dass die Vorstände nicht mehr mit dem Privatjet fliegen dürfen. Was aber passiert, wenn den 3 großen US-Automobilkonzerne schon im Frühjahr 2009 wieder das Geld ausgeht? Wird Obama dann „nachschießen“. Schon jetzt gibt es wieder Zeltstädte im Süden der USA. Über 70.000 Obdachlose, die ihr Haus verloren haben oder die Miete nicht mehr bezahlen konnten, leben notdürftig in Zelten, was auch Vorboten einer kommenden Massenarbeitslosigkeit in den USA sind. In jedem Fall steht GM vor schweren Verhandlungen mit den Gewerkschaften bei dem nun anstehenden Restrukturierungsprogramm.

    Ich möchte bei den massiven Konjunkturprogrammen (nun auch in Japan mit 35 Mrd. € ) an die Erfahrungen von Finnland in den Jahren 1991 bis 1993 erinnern, in denen die Verschuldung von 10 auf 65% des BIPs nach oben katapultiert wurde. Trotz massiver Konjunkturprogramme fiel das BIP in den drei Jahren um 11%. In Schweden betrug der Wachstumsrückgang in diesem Zeitraum 6 Prozent trotz massiver Infrastrukturprogramme. In Finnland mussten in der Rezession sogar die Steuern erhöht werden, weil wegen der explodierenden Schulden niemand mehr die Staatsanleihen kaufen wollte. Ähnliches könnte in den nächsten Jahren einigen Europäischen Ländern wie Italien/Belgien oder sogar den USA drohen. Es würde mich auch nicht wundern, wenn Italien früher oder später aus dem Euro rausgeht und der Euro ins Wanken gerät. Auch kommt eine Zwangsanleihe für Vermögende in Betracht zu niedrigen Zinsen von maximal 2,5%. Wir müssen uns in jedem Fall auf ungewöhnliche und unkonventionelle Regierungsentscheidungen einstellen, die auch die Börsen betreffen werden.

    Das Rezept „Konjunkturprogramme“ ist also nicht neu. Auch ein jetzt immer wieder diskutierte „Bad Bank“ ist zwar eine Variante, die den betroffenen Banken kurzfristig helfen könnte ,aber die dafür die Staatsverschuldung nach oben treibt, da man später keinen fairen Preis mehr für die bis dato uneinbringlichen bzw. wertlosen Forderungen mehr erzielen kann. Der Staat ist als Bankmanager auch überfordert und ungeeignet. Die Zeche müssen wir dann alle als Steuerzahler früher oder später selbst zahlen. Bisher sind trotz aller Rettungsprogramme die Geld- und Kreditkreisläufe noch nicht wieder in Gang gekommen. Dies ist aber die Voraussetzung dafür, um eine große Krise abzuwenden.

    Zudem drohen jetzt auch geopolitische Gefahren. Nachdenklich macht zum Beispiel die maßlose Vergeltungspolitik des israelischen Militärs mit über 200 Toten durch Raketen in der Gaza Stadt, nachdem zuvor die Hamas Raketen auf israelischen Siedlungen geschossen hatten. Der Nahe Osten ist weiterhin ein Pulverfass. Auch hier wird Obama bzw. Clinton viel zu tun haben, um eine Eskalation zu vermeiden. Eine Eskalation könnte auf einen neuen Krieg hinauslaufen. Nachdenklich machen auch die anhaltenden Provokationen Pakistans gegenüber Indien. Pakistan selbst ist ebenfalls ein Pulverfass mit Atombomben an „Bord“. Auch hier haben viele Meinungsführer offensichtlich das Maß verloren. Gespannt sein darf man, ob Obama die richtigen Antworten beim Iran-Konflikt finden wird, wenn der „Ruinator“ Bush am 24. Januar abtritt. Alle diese möglichen Konfliktherde müssen auch die Börsianer zu Jahresbeginn einkalkulieren – ebenso wie Terrorgefahren.

    Immerhin war das Weihnachtsgeschäft gemäß meinen Erwartungen – zumindest in Deutschland - recht erfreulich. Insofern kommt durchaus eine kleine Jahresendrallye beim DAX in Betracht, zumal in Deutschland auch die Abgeltungssteuer für einige zusätzliche „Last minute“-Käufe bei dünnen Umsatz erwirken sollte. Der DAX schloss zuletzt mit einem Minus von 9 bei 4629 Indexpunkten und der Dow Jones mit einem Plus von 47 bei 8515 Indexpunkten. Damit bewegen sich beide Indices seitwärts und zwar der DAX in der Trading-Range zwischen 4600 und 4800 und der Dow Jones zwischen 8400 und 9000 Indexpunkten. Unter 4600 beim DAX bzw. unter 8400 Indexpunkten beim Dow Jones wird das Szenario bearish und über 4800 beim DAX bzw. 9000 Indexpunkten bei Dow Jones die Markttechnik bullish. Falls der DAX aber unter 4000 oder der Dow Jones unter 8000 Indexpunkte fällt, sollte Sie auch an den Ostbörsen wieder vermehrt in Liquidität gehen. Ich glaube, dass das Jahr 2009 trotz der Rezession aber einige gute Trading-Chancen bieten wird mit einem Chancenpotential von 30%. Bis Jahresende dürften die Kurse nur leicht ansteigen. Gute Chancen sehe ich weiterhin für Gold, das schon auf 866 USD/Unze gestiegen ist.

    Der russische Aktienmarkt wird weiterhin nachhaltig von Ölpreis beeinflusst werden, der zuletzt auf ein neues Jahrestief von 38 USD/Barrel (WTI) fiel Der RTS-Index fiel am 26. Dezember um 1,74% auf 644 Indexpunkte. In Moskau wird vom 1. bis 10. Januar kein Handel stattfinden. In dieser Zeit wird als der Handel vom ADR-Markt an westlichen Börsen dominiert. Auch wenn es die russische Regeierung nicht wahrhaben will, so ist die Finanzkrise nun mit voller wucht auch in Russland angekommen. Die russische Zeitschrift „Kommersant“ druckte in der Samstagausgabe anstelle von journalistischen Beiträgen 36 Bankrotterklärungen von russischen Unternehmen, um darauf aufmerksam zu machen, dass die Finanzkrise in Russland nicht von Medien „gemacht bzw. herbeigeredet“, sondern faktisch vorhanden ist. Es bleibt nun abzuwarten, ob Putin auch bei einem Ölpreis von unter 40 USD/Barrel der richtige Krisenmanager ist.

    Putin hat schon angekündigt, dass die Zeit der niedrigen Gaspreise vorbei sei, da schon die Förderkosten enorm gestiegen sein. Sein Ziel ist eine Art Gas-OPEC schon im nächsten Jahr. Er wird wohl auch der Ulkraine am 1. Januar mit der „Gaskeule“ drohen, wenn bis dahin die 2,4 Mrd. USD Schulden von der Ukrainer nicht beglichen werden. Es kann also gut sein, dass der Ukraine wieder der Gashahn am 1. Januar abgedreht wird. Deswegen werden wir aber noch nicht gleich im Kalten sitzen müssen, wenn uns auch die sibirische Kälte in de nächsten Tagen beglücken dürfte.

    Ausblick: Die ersten 7 Tage an der Wall Street könnten wieder maßgeblich für das Gesamtjahr werden. Am 1. Januar wird die Slowakei den Euro einführen, was viel zu wenig beachtet wird. Nicht nur deswegen zählt die Börse Bratislava zu meinen Favoriten für 2009. Welche Aktien Sie jetzt kaufen oder verkaufen sollen, können Sie der täglich aktualisierten Ostbörsen-Hotline 09001-8614001 (1,86 €/Min.) entnehmen.

  • Noch eine Null mehr ist kein „Black Swan“!

    Samstag, 20. Dezember 2008 21:08:00

    Die FED hat sich in der vergangenen Wochen zu dem größten Zinsschritt in der Nachkriegeszeit genötigt gefühlt, was per se schon ein Ausdruck von Panik und Hilflosigkeit ist. Auch die fragwürdige Refinanzierung der FED über Anleihen wirft Fragen auf. Ebenso wie die EZB wurden die Zinsen in einem Schritt um 0,75 Basispunkte auf 0-0,25% gesenkt, womit die USA jetzt endgültig auf japanischem Niveau gelandet sind, die übrigens den Zins von 0,2 auf 0,1 % gesenkt haben. Wie wenig wirkungslos die Geldpolitik in so dominant rezessiven Phasen ist, lässt sich auch an der Entwicklung der japanischen Konjunktur in den letzten 10-15 Jahren ablesen. Einige Experten erwarten jetzt schon japanische Verhältnisse auch für die USA, also eine Rezession die nicht wie sonst üblich innerhalb von 2 Jahren zu bewältigen ist.

    Während die Notenbanken aus Japan und der USA der Nullzinspolitik entgegenstreben und damit vollkommen handlungsunfähig werden, nehmen die Nullen bei der Verschuldung der Länder und Kommunen immer mehr zu. Jetzt entschließt sich Angela Merkel doch zu einem erweiterten Konjunkturprogramm, nachdem die USA, Großbritannien und Frankreich schon vorgeprescht sind. Die Neuverschuldung kann im nächsten Jahr in Deutschland je nach Wirtschaftslage auf 30 bis 50 Md Euro ansteigen und in den USA sogar auf 1 Billion USD. Damit wird die nächste Generation erheblich belastet. Um die Tragweite der jetzigen Panik-Entscheidungen von Politkern zu erahnen, lohnt auch ein Blick auf die fällig werdenden, auslaufenden Anleihen und das neue Anleihenvolumen, das gekauft werden muss, damit der Staat nicht Pleite geht. Deutschland muss jetzt über 323 Mrd. Euro an Anleihenvolumen auf dem Markt bringen, die USA schätzungsweise über 1 Billion USD. Davon soll in Deutschland alleine 60 Mrd. Euro zur Bewältigung der Finanzkrise aufgewendet werden. Es werden also viel mehr „Schildkröten“ (=lang laufende Staatsanleihen mit niedriger Verzinsung) im nächsten Jahr rumlaufen als uns lieb ist. Wird es etwa nach der „Heuschrecken- jetzt eine Schildkrötenplage“ geben? Man kann nur hoffen, dass alle „Schildkröten“ auch gekauft werden, auch in den USA, sonst müssen die Zinsen auch bei fallenden Inflationsraten wieder ansteigen. Immerhin wird es in 2009 auch wieder inflationsindexierte Anleihen im Volumen von 6-10 Mrd. € geben. Das neue Zauberwort gegen die Krise heißt „Infrastrukturinvestitionen“; deswegen empfehle ich weiterhin Bauwerte, die davon profitieren werden wie Hochtief, Bilfinger&Berger, aber auch Strabag SE, auf die Watch-list zu nehmen

    Im Moment gibt es aufgrund der Angst vor der Zukunft eine Flucht in Staatsanleihen, was auch zu einer Blase bei den Kursen der kurzfristig laufenden Staatspapieren (T-Bonds, Bund-Future) geführt hat. Diese wird sich früher oder später wieder auflösen; dann wird die Refinanzierung für den Staat wesentlich teurer. So oder so wird die Zinslast des Staates jedes Jahr mit der Neuverschuldung höher. Wenn jetzt die Zinsen stark steigen sollte, hat der Staat ein echtes Haushaltsproblem – so wie jetzt schon Kalifornien, das praktisch Pleite ist.

    Wenn die Mega-Konjunkturprogramme wirklich der letzte Ausweg aus der Krise sein sollten, dann kann man das Modell der Marktwirtschaft ad acta legen und die Experten sollten sich etwas Neues überlegen. Fast alle Experten, auch der neue Nobelpreisträger Krugman und der US-Ökonom Roubini, sehen in staatlichen Konjunkturprogrammen im Rekordvolumen den letzten Ausweg aus der Krise, um ein „1929“ zu verhindern. Wissen sie aber auch, was wir damit der Nachfolgegeneration antun oder auch uns selbst, wenn dadurch eine Währungsreform schneller realer Diskussionsstoff wird als uns allen lieb ist. Eine Währungsreform in den nächsten Jahren wäre für mich kein „Black Swan“, also nach dem (unbedingt lesenwerten) Buch von Nassim Nicholas Talib eine unvorhersehbare Überraschung, mit der man nicht rechnet, die aber ein Volkswirtschaft dominiert und starke Auswirkungen hat. Für die meisten Anleger und wohl auch für die meisten Politiker und deren Berater wäre aber eine Währunsgreform ein „Black Swan“. Ein Black Swan wäre es sicherlich, wenn es einen Terroranschlag wie am 11. September in den USA geben würde oder auf Obama einem Attentat ausgeübt wird, denn darauf wäre die Welt nicht vorbereitet. Obama soll der Retter der USA und damit der Welt werden, was ohnehin eine Herkulesaufgabe sein wird.

    Auch an Obama und sein Team muss ich bei Amstanstritt die Frage stellen. „America, don´t you care about your sons and daughters?” Wer soll das alles später bitte bezahlen, wenn es in den USA zu einer längeren Konjunktur- und Konsumflaute kommen sollte? Wird der einzige Ausweg dann eine Währungsreform sein? Den Grundstein der Währungsreform wird jetzt gelegt, nämlich mit einer neuen weltweiten Hyper-Verschuldung. Ich bin in Sorge wie arglos jetzt mit Nullen umgegangen wird, was die Verschuldung angeht. Auch frage ich mich, wie die Banken schonungslos in 2009 die Milliarden, pardon 3 Billionen an Kreditderivaten (CDO und ABS) aus den Büchern bekommen ohne Pleite zu gehen. In den USA sind bisher aufgrund der beispiellosen Rettungsprogramme des Staates und der Notenbanken „erst“ 25 Banken Pleite gegangen. Im nächsten Jahr werden viele Banken aber die kommende Kreditkartenkrise und auch so manche Unternehmenspleite hart treffen. Dabei sind die Risikopuffer schon in diesem Jahr aufgebraucht. Es bleibt also ein „Tanz auf dem Vulkan“. Wichtig wäre es aber schon für die Realwirtschaft, dass die Kredit- und Geldkreislaufe wieder in Gang kommen und sich die Spreads bei Unternehmensanleihen wieder zurückbilden, sonst wird sich die Krise trotz aller Rettungsprogramme enorm verschärfen.

    Mit großer Sorge betrachte ich auch die zunehmenden Defaults, also Zahlungsunfähigkeit von kleineren Schwellenländern. Zuletzt stellte Ecuador die Zahlung für die Bedienung der Staatsanleihen ein. In der Ukraine und in Ungarn wäre das Gleiche passiert, wenn nicht der IWF zur Hilfe gekommen wäre. Nun, der USA kann diesbezüglich keiner helfen, aber kann uns auch die USA einen Default in Zukunft melden, so wie dies Kalifornien jetzt schon macht? Um es klar zu sagen: ein Default von den USA wird es so schnell nicht geben; der Ausweg wäre ein Hyperinflation oder eben eine wie auch immer geartete Währungsreform, die den Staat schützen, aber den Anleger in den Ruin treiben kann. Gold sehe ich ohnedies daher tendenziell steigend, gehe aber auch hier „mit dem Markt“. Durch Hedgfondspleiten kann auch Gold noch einmal kurzfristig kräftig fallen. Es wird im nächsten Jahr ein ganze Reihe von Hedgefondspleiten geben, die den Stresstest nicht bestehen werden..

    Ich bezweifele, dass auch die USA sich mit der Null-Zinspolitik einen Gefallen tut, zumal der Bumerang nach der Deflation eine Inflation werden könnte. Bisher gibt es „nur“ einen „Bubble“ bei kurzfristigen Staatsanleihen, während die Spreads bei Unternehmensanleihen noch enorm hoch ist. Ich empfehle daher jetzt eher ein Potfolio von Unternehmensanleihen von Unternehmen zu bilden, bei denen man nicht annimmt, dass in den nächsten Jahren eine akute Konkursgefahr bestehen könnte. Dazu zähle ich ausdrücklich nicht Anleihen von westlichen Banken oder Automobilproduzenten, schon gar nicht von General Motors oder Ford. Auch bei Telekomaktien und Versorgern in Emerging Markets lassen sich jetzt Renditen von weit über 10% erzielen und das bei einer relativ niedrigen und zudem abnehmenden Inflationsrate. Junk Bonds werden schon gar nicht mehr gehandelt; diese sollte man ohnehin den Spekulanten überlassen.

    Durch die Zinssenkung sprang der Euro sehr schnell von 1,33 auf 1,42 EUR/USD um 10 Cents, was ich erwartet hatte. Ich schrieb im EAST STOCK TRENDS am 8. Dezember wörtlich: Wenn der Euro wieder auf über 1,33 steigt, dürfte sich der Dollar deutlich auf über 1,40 abschwächen“, was nun auch passiert ist. Die plötzliche Dollarstärke ist also kein Black Swan. Ebenso weinig ist es eine Überraschung für mich, dass sich der Ölpreis selbst nach der OPEC-Ankündigung der Fördermengenreduzierung um 2,4 Mio. Barrel auf 42 USD/Barrel abschwächte. Dass sich der Ölpreis aber in diesem Jahr erst von 100 auf 150 und dann von 150 auf 38 USD/Barrel verändert hat, kann man als „Black Swan“ bezeichnen. Auf die Immobilienblase in den USA und die Folgewirkungen der Immobiliekrise habe ich rechtzeitig schon im letzten Jahr hingewiesen. Ein „Black Swan“ ist aber sicherlich die Schnelligkeit und Dynamik der Kurseinbrüche und der Einbruch der Auftragseingänge im 4. Quartal 2008. Letztendlich führte auch der Kollaps einiger Großbanken zu einem systemischen Risiko, mit dem ich in diesen Jahr in dieser Form nicht gerechnet hatte. Sie trifft auch die ganze Heerschar der Experten weltweit unvorbereitet. Auch der Einbruch der Rohstoffpreise in den Monaten September/Oktober 2008 traf die meisten unvorbereitet und brachte (nicht nur) so manchen Hedgefonds an den Rand der Pleite.

    Durch den starken Ölpreisverfall kamen russische Ölgesellschaften erneut unter Druck, die sich seit Anfang Dezember im Kurs deutlich um 20% erholen konnten. Zudem senkte S&P das Rating der russischen Anleihen von BBB auf BBB- wegen des hohen Verlustes der Währungsreserven, der anhaltenden Kapitalflucht, und nicht erfolgten Reformen – auch im Bankensektor. Der Rubel verlor schon um 15%. Auch im nächsten Jahr wird ein Währungsverlust beim Rubel von 10-20% erwartet. Die Notenbank tendiert aber im Moment nur zu einer seichten Abwertung in 1%-Schritten. Die Währungsreserven wurde schon um 161 Mrd. USD verringert. Der RTS gab am Freitag um 5,1% auf 634 Indexpunkte nach.

    Wie erwartet hatte die Moskauer Börse damit ihre Jahrendrallye vorgezogen, denn einige Standardwerte stiegen schon um über 20% im Dezember, um nun wieder kräftig zu korrigieren. Bis Weihnachten ist eher mit nachgebenden Kursen zu rechnen. Dann fahren die russischen Broker, die noch übrig geblieben sind – viele sind schon entlassen!- in Urlaub und sie kommen erst in der zweiten Janaurwoche wieder. Die Richtung im ADR-Markt wird dann wieder die Wall Street vorgeben ohne Mitwirkung der russischen Broker, die ohnehin mehr auf die Wall Street als auf die eigenen Unternehmen als Richtungsvorgabe schielen. Der russische Nebenwertemarkt ist fast völlig zusammengebrochen und die Spreads zwischen Geld und Briefkurs liegen zum Teil über 100% auseinander. Daher brach auch der Kurs der deutschen Beteiligungsgesellschaft KREMLIN AG jetzt auf 0,9 € unter ihren Nominalwert ein. Bei einigen russischen Werten kann es aber zu starken Rebounds in wenigen Tagen kommen. So stieg der Pleitekandidat Urals Energy in wenigen Tagen um 200% von 0,07 auf 0,21 €, nachdem Übernahmengerüchte von Sinopec auftauchten. Wichtiger für das Überleben der Firma ist aber die Verlängern des 600 Mio USD-Kredites von der Sberbank. Im Dezember gab es einige Auf und Abs bzw. Tops und Flops bei Öl-Juniors.

    So brach erst der Kurs des Öl-Juniors Sibir Energy von 1,4 auf 0,5 € ein, um dann wieder auf 1,4 € anzusteigen und sodann durch Gewinnmitnahmen auf 1,2 € zu konsolidieren. Kursprünge von 20% nach unten und oben sind keine Seltenheit. In diesem Fall kam der Kursprung auf 1,4 € zustande, weil die geplante Beteiligung an Immobilienprojektes des Großaktionärs Tchigirinsky für 340 Mio. USD auf der letzten HV verschoben wurde. Sibir Energy produziert jetzt schon 80.000 Barrel am Tag, was neuer Produktionsrekord ist. Damit ist Sibir Energy auch ein attraktiver Übernahmenkandidat. Mit einem KGV08 von 1-2 ist Sibir Energy wie alle russische Ölwert jetzt zwar extrem niedrig bewertet. Bei Ölpreisen von unter 40 USD/Barrel wird aber aus einem Gewinn ein Verlust, so dass Kurs-Gewinn-Verhältnisse für 2008 jetzt keine Aussagekraft haben bzw. mit Vorsicht zu genießen sind. Wichtiger ist, ob der letzte OPEC-Beschluss in 2009 Wirkung zeigt oder ob die rezessiven Tendenzen den Ölpreis auf das Kursziel von Merrill Lynch mit 25 USD/Barrel bringen. Dennoch gibt es jetzt immer wieder gute Trading-Chancen – je nach Ölpreisentwicklung. Der sinkende Ölpreis dürfte viele Länder der Welt weit mehr entlasten als die Konjunkturprogramme, was im Moment noch nicht eingepreist wird.

    Das Jo-Jo-Spiel an den Weltbörsen geht also weiter. Die Zinssenkung verhielt zwar dem Dow Jones am Mittwoch zu einem Kursanstieg um 4% auf 8842 Indexpunkte; am Donnerstag fielen die Kurse aber schon wieder um 2,49% auf 8604 Indexpunkte. Und schlos am Freitag mit minus 25 Punkten bei 8579 Indexpunkten. Belastend wirkten die Milliardenverluste bei Morgan Stanley und Goldman Sachs im 3. Quartal 2008. Auch muss noch der Schock über den 50 Mrd. US Verlust bei dem Hedgefonds vom Ex-NASDAQ-Chef Madoff verkraftet werden, von dem auch deutsche und schweizer Banken betroffen waren. Auch die Verluste der Deutsche Bank AG in den USA machen nachdenklch. Börsenexperte Egbert Proir senkt das Kursziel der Deutsche Bank AG schon auf 1 €! Die Citibank senkte die Kursziele von deutschen Banken ebenfalls drastisch, wobei sie selbst im nächsten Jahr die größten Probleme haben dürfte, zu überleben. . Mit andern Worten: die Bankenkrise ist noch nicht vorbei. Wir werden in 2009 nolens volens weitere Bankpleiten erleben. Auch das wäre kein Black Swan. Es wäre für mich auch kein Black Swan, wenn General Motors im nächsten Jahr Chapter 11 anmelden müsste, auch wenn dies die US-Wirtschaft noch schneller nach unten ziehen würde. Die Nachricht über die Höhe der Kredithilfen für die 3 großen US-Automobilkonzerne werden die Kurse in den nächsten Tagen und Wochen nachhaltig beeinflusst werden.

    Über die möglichen „Black Swans“ in 2009 kann sich jeder über Weihnachten Gedanken machen. Wer noch kein Weihmachtsgeschenk hat, sollte das lesenswerte Buch „Black Swans“ von Nassim Nicholas Talib kaufen, damit es (auch für Sie und Ihrem Lebensgefährten) in 2009 keine bösen Überraschungen gibt. Wer auf das unvorhersehbare Risiko gut vorbereitet ist, wird die Krise gut überstehen oder sogar die Krise als Chance betrachten können. Wer sich zu arglos verhält, wird aus der Krise notgedrungen noch mehr lernen als ihm lieb ist. Schauen Sie sich am besten schon jetzt selbst in den Spiegel und fragen sich, warum Sie in diesem Jahr nicht schon früher - wie von mir empfohlen - in Liquidität gegangen sind.

    Beachten Sie auch in den nächsten Tagen die Markttechnik. Bei einem Dow Jones von unter 8500 Indexpunkten oder einem DAX von unter 4400 wird anstelle der erhofften Jahresendrallye eher ein Testen der Jahrestiefstkurse. Immerhin nimmt die „Vola“ im Vergleich zu den Horrormonaten September/Oktober jetzt etwas ab. Bullish wird das Jahresend-/Jahresanfangs-Sennario erst, wenn der Dow Jones nachhaltig über 9000 Indexpunkte bzw. der DAX über 4800 Indexpunkte steigt. Weitere Zinssenkungen der FED wird es so schnell nicht mehr geben. Dafür erwarte ich weiterhin ein gutes Weihmachtsgeschäft – zumindest in Deutschland.

    Für das nächste Jahr werden schon wieder Kursziele beim DAX von 6000 und Dow Jones von 10000 von Bankenexperten gesehen, während andere einen DAX von 3000 und ein Dow Jones von 6000 für realistisch halten. Nicht gerade ein Black Swan, aber eine Überraschung wäre es sicherlich, wenn der Dow Jones auf 6000 fällt und der DAX auf 6000 Indexpunkte steigt, aber selbst das wäre nicht unmöglich. Vergessen Sie alle diese Prognosen, die jetzt rumgereicht werden und gehen Sie mit dem Markt. Eine Trendwende wird es erst dann geben, wenn die 200-Tageslinien nach oben drehen. Vorher handelt es sich nur um „Bärmarktrallyes“, die für Trader aber kurzfristig hohe Tradinggewinne bringen können. Entscheidend für das nächste Jahr sind wieder die ersten 7 Tage an der Wall Street. Wenn Sie sich nach diesem relativ treffsicheren „Frühwarn-Indikator“ gerichtet hätten, hätten Sie nach dem Horror-Januar 2008 jetzt nicht so hohe Kursverluste in Ihrem Depot zu beklagen. Welche Aktien Sie jetzt kaufen oder verkaufen sollen, können Sie der täglich aktualisierten Ostbörsen-Hotline 09001-8614001 (1,86 €/Min.) entnehmen.

 

 

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