Ostbörsen im Fokus (siehe auch www.eaststock.de)

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Interview- und Termin-Hinweise

Andreas Männicke wurde am 24. Mai 2018 in NTV/Telebörse über Rohstoffe und Russlan befragt.

Andreas Männicke wird am 13. Juni 2018 um 18.15 Uhr in WeltTV von Dietmar Deffner anläßlich der Fussballweltmeisterschaft über die Chancen in Russland befragt,

Das nächste Interview für Börsen Radio Networks wird am 2 Juli 2018 um 13.00 Uhr sein.

Andreas Männicke wurde am 2. Maí 2018 in Börsen Radio Networks über die neuen Chancen in Osteuropa, aber auch die Sanktionen gegen Russland befragt.

Andreas Männicke wurde am 19. März 2018 um 13.15 Uhr live in NTV/Telebörse über die Chancen in Russland nach der Präsidentchaftswahl befragt.

Ab Oktober 2013 können Sie unter Eingabe von "EastStockTV" bei www.youtube.de die aktuellen Kommentare von Andreas Männicke zu den Aussichten an den Welt- und Ostbörsen kostenlos abrufen. Abonnieren Sie einfach den Kanal bei www.youtube.de.

Ab Mai 2014 können mit Herrn Männicke über www.go.guidants.com auch interaktiv in Kontakt treten und Fragen zu den Ostbörsen stellen.

Verpassen Sie die Outperformancechancen in Osteuropa nicht und bestellen Sie jetzt den monatlich erscheinenden Börsenbrief EAST STOCK TRENDS unter www.eaststock.de. Ein Probe-Abo (3 Ausgaben kosten nur 15 €). Die beiden Muster-Depots erzielten seit Februar 2009 eine Performance von über 320% im Muster-Depot 1 (konservativer Osteuropa-Basket) bzw. über 350% im Muster-Depot 2 (spekulativer Osteuropa-Basket, das sind über 40% p.a. seit 2009. In den neuen Muster-Depots ab 2015 wude eine Performance von über 130% bzw über 80% erzielt. Das neue "goldige" Muster-Depot erreichte immerhin ein Plus von 66% ab 2016.

Zudem können Sie sich alle bisherigen TV-Inteviews von Andreas Männicke in diesem Jahr runterladen unter den Links der Rubrik "Interviews".

  • Vorsicht: Staatsbankrott!

    Freitag, 31. Oktober 2008 20:04:00

    Vorsicht: Staatsbankrott!

    von Andreas Männicke (Chefredakteur des EAST STOCK TRENDS, www.andreas-maennicke.de )

    +++Ungarn und Ukraine erhalten IWF- und Weltbank-Kredite+++Wie im Kleinen so im Großen?+++Defaultgefahren bei Unternehmensanleihen+++Währungsturbulenzen nehmen zu+++Weltweiter „Linksrutsch“ macht nachdenklich+++Erholungs-Rallye an der Moskauer Börse nur „Strohfeuer“+++

    Ungarn erhielt in der letzten Woche einen IWF- und Weltbank-Kredit in der Höhe von 25 Mrd. USD und die Ukraine in der Höhe von 16,5 Mrd. USD. Schon das Volumen macht deutlich, wie sehr es im Finanzsektor bei einzelnen Ländern mit hohen Schulden brennt. Auch Pakistan wird nur durch einen IWF-Kredit vor dem sonst zwangsläufigen Staatsbankrott gerettet werden können. Alle Länder, die eine zu hohe Verschuldung und Leistungs- sowie Haushaltsbilanzdefizite aufweisen, kommen jetzt in schwere Schieflagen, wo nur noch der IWF oder die Weltbank retten kann. Auch bei einer Reihe von Unternehmensanleihen in Emerging Marktes und Industrieländern gibt es Defaultgefahren. Der Anleger sollte sich der Gefahren bewusst sein und ihnen offen ins Auge schauen. Wie haben es mit einer anormalen Situation zu tun, die mit Nichts in der Nachkriegeszeit vergleichbar ist. DABEI STEHT UNS DER ULATIMATIVE STRESSTEST NOCH ALLEN BEVOR!

    In Ungarn wird ein Minuswachstum von 1% erwartet. Ungarn legte sich zwar schon in den letzten Jahren einen Sparplan auf, der aber auch die hohe Verschuldung nicht zurückführen konnte. Alle klugen Köpfe der Welt sollten sich rechtzeitig darüber Gedanken machen, was passiert, wenn die USA oder einige europäische Länder überraschend den Staatsbankrott anmelden müssen. Der einzige Ausweg dürfte dann nur eine Währungsreform sein. Jeder weiß schon jetzt, dass die amerikanischen Anleihen (und wohl auch nicht die Konsumentenschulden) nicht zurückbezahlbar sind. Die US-Staatsverschuldung hat sich schon auf 10 Billionen angehäuft und die Schuldenuhr tickt unaufhörlich jeden Tag um 1-2 Mrd. USD – wie eine Zeitbombe! Unter Einbeziehung von Pensionsverpflichtungen und Kosten des Sozialsystems beträgt die Verschuldung in den USA weit über 300% des BSP. Die meisten Analysten, Politiker und Wissenschaftler wissen das genau, halten aber dennoch einen Staatsbankrott von großen Industrienationen für unmöglich – bis die Zeit sie einholt. Was im Kleinen mit Island, Ungarn, Ukraine passieren kann, kann theoretisch auch im Großen passieren. Machen Sie sich mal darüber Gedanken, Herr Steinbrück, Paulson & Co., wer in Zukunft die Staatsfinanzen der USA retten soll?

    So mancher Anleger, Analyst und Journalist hat die Immobiliekrise in den USA zwar kommen gesehen, aber keiner hat sich so recht rechtzeitig Gedanken gemacht, was passiert, wenn die damit verbundenen Risiken (und Folgewirkungen) über den ganzen Globus schlagend werden. Ich hoffe nur, dass de Politiker, Banker, Wirtschaftskapitäne und Wissenschaftler sich rechtzeitig darüber Gedanken machen, wie die Nachfolgegeneration das Problem der weltweit Verschuldung lösen kann ohne eine Panik - wie wir sie jetzt erleben - geradezu zu provozieren. Wenn die USA die Finger heben, ist es zu Spät zum Handeln. Dann sind die Gläubiger (China, Japan, Saudi-Arabien etc) am Zug und können „zwangsvollstrecken“ mit ungeahnten geopolitischen Auswirkungen.

    Jetzt werden in aller Hektik zähneknirschend weltweit Konjunkturprogramme, die eigentlich keiner haben will, geschnürt, um eine Rezession oder gar Depression im eigenen Land zu verhindern. Andere Politiker fordern wiederum Steuersenkungen, um eine Rezession zu verhindern. Aber auch das bedeutet eine Erhöhung der Haushaltsbilanzdefizite in 2009. Die EU überlegt schon die Maastrich-Kriterien vorübergehend außer Kraft zu setzen und ein Haushaltsbilanzdefizit von über 3% des BSP zuzulassen. In Europa könnten demnächst die Staatsverschuldung zum BSP auf 70% und die Konsumentenverschuldung zum BSP auf 80% ansteigen. Alle gegenwärtigen staatlichen Rettungs- und Konjunkturprogramme sind aber Konzepte, die die Staatsverschuldung weiter blitzschnell in die Höhe treiben werden, was die Nachfolgegeneration dann irgendwann (nur wann?) ausbaden muss. Wer soll das alles bezahlen, wer hat so viel Geld?

    Deutschland will 25 Mrd. € für gezieltes Konjunkturprogramme bereitstellen, Japan feilt an einem Konjunkturprogramm von über 51 Mrd. USD (Staatsverschuldung ist hier schon 180% des BSP) und Frankreich will jetzt sogar einen Staatsfonds gründen, um wenigstens die Schlüsselindustrien zu retten. Die USA benötigen jetzt nach Auffassung des US-Ökonomen Nouriel Roubini, der schon lange den Crash vorausgesagt hat und nun einer der gefragtesten Ökonomen in den USA ist, dringend ein Konjunkturprogramm von 300-400 Mrd. USD zusätzlich zu dem 700 Mrd. Rettungsprogramm für die Banken, um einen Kollaps der US-Wirtschaft zu verhindern. Er glaubt daran, dass sonst eine schwere Rezession, die über 2 Jahre anhalten wird, unausweichlich ist. Einige Experten gehen davon aus, dass die Bankenkrise 3 Jahre anhalten wird.

    Am 31. Oktober betrug das Minus beim BSP zwar nur 0,3% und die Arbeitslosenzahlen waren nicht so stark wie erwartet, worauf auch die Wall Street zunächst positiv reagiert hat. In Deutschland gab es erstmals seit Jahre wieder weniger als 3 Mio. Arbeitslose. Die große Abschwächung und der starke Anstieg der Arbeitslosenzahlen beginnt aber in den USA erst im Oktober 2008 und wird sich voraussichtlich bis Jahresende verstärken. Ob die Konjunkturprogramme eine Rezession verhindern können, ist ungewiss. In jedem Fall kosten sie der Bevölkerung, insbesondere der Nachfolgegeneration viel Geld. Wenn das deutsche Rettungsprogramm im Default endet, woran im Moment keiner denken will, kostet das jedem Staatsbürger 6000 €. Das sind wahrlich keine schönen Weihnachtsgeschenke, die jedem Bürger jetzt zu Weihnachten - zunächst nur als theoretische Größe - aufgebürdet werden.

    Neben der Gefahr des Staatsbankrotts – zunächst nur bei einigen Ländern in Emerging Marktes – gibt es das Risiko der Defaultgefahren bei Unternehmensanleihen im Falle einer Rezession und einer restriktiven Kreditvergabe bei Banken, also einer Kreditklemme. Noch ist dieses Prolongations-Risiko nicht schlagend geworden. Jeder Anleger und Analyst muss aber wissen, dass es vorhanden ist und einkalkuliert werden muss. Gefährdet sind die Anleihen von US-Automobilkonzerne und Konsumunternehmen, wenn der Konsum in 2009 einbrechen sollte. Besonders General Motors hängt am seidenen Faden und will nun mit Chrysler zwangsfusionieren. Auch viele Automobilzulieferbetriebe können Konkurs gehen und der Konsum könnte einbrechen. Überall steigt jetzt weltweit die Sparquote, sogar in den USA, was eine Rezession verschärft, weil der Konsum dann abnimmt. Gefährdet sind im Falle einer Rezession wiederum auch Banken, weil Unternehmens-. und Konsumentenkredite ausfallen. Der eigentliche Teufelskreis könnte also erst in 2009 beginnen. Auch Städte, Gemeinden und Kommunen könnten an den Rnad der Pleite kommen.

    Was jetzt weltweit unternehmensseitig passieren muss, ist ein De-Leveraging und eine Re-Kapitalisierung (zur Not künstlich durch Kapitalspritzen des Staates) also die Zunahme von Eigenkapital und die Abnahme von Fremdkapital. Wer jetzt in Cash ist und auch hohe Cash Flows in Zukunft durch sein Geschäftsmodell erzielt, dürfte enorme Wettbewerbsvorteile haben und auch bei Analysten hoch im Kurs stehen. Zwangskapitalerhöhungen werden die Kurse weiter verwässern. Auch werden die ausländischen Staatsfonds jetzt weltweit willkommene Anleger sein, denn jeder, der sich zu hoch verschuldet hat, braucht im Moment Geld.

    Dieser weltweite De-Leveraging-Prozess findet jetzt nicht nur bei vielen Unternehmen (und Oligarchen!), sondern auch bei Hedgefonds statt, die ihre Assets zur Liquiditätsbeschaffung wegen Margin Calls bei kreditfinanzierten Aktienkäufen weltweit zwangsliquidieren müssen. Auch lösen sich weiter „Carry Grades“ im Mrd-Volumen aufgrund des starken Yen auf. Dies führt in Kombination mit dem Kapitalabzug von Institutionellen zwangsläufig zu Kurseinbrüchen ungeahnten Ausmaßes vor allem bei Emerging Markets und Rohstoffen wie ganz dominant in Moskau in den Monaten September/Oktober. Auch gehen jetzt Versicherungen und Pensionskassen fast komplett aus Risiko-Assets - und dazu zählen auch Aktien - heraus und gehen in Staatsanleihen. Hinzu kommen die Währungsturbulenzen durch die starke Dollarerholung vor allem in den letzten beiden Monaten September/Oktober, die viele Länder zur Stützung der eigenen abwertungsbedrohten Währung zu Zinserhöhungen nötigten, was wiederum die Konjunktur abwürgt. So wurden die Zinsen in Ungarn zuletzt von 8 auf 11% angehoben und in der Ukraine gibt so hohe Zinsen wie lange nicht mehr. Der Rubel wurde seit August um 12% zum Dollar abgewertet. Die Flucht in den Dollar ist zwar wenig verständlich, aber sie findet weltweit statt. Vor allem verkaufen die Amerikaner selbst ihre Assets im Portfolio-Bereich im Ausland, um die Löcher im eigenen Land zu stopfen. Dies führt auch zu einem Kapitalabzug an den Börsen, was den Kursdruck erhöht.

    Auch dies muss der Anleger sehen und verstehen: die Zinssenkung der FED um 0,5% auf 1% wird keine nachhaltige Verbesserung für die finanzielle Situation der Unternehmen bringen, wenn nicht die enorm hohen Spreads bei Eurobonds, Junk-Bonds und allen Unternehmensanleihen sich abbauen. Die Zinsen über den Kapitalmarkt werden immer teurer und nicht billiger. Auch kann es demnächst ein Downgrade-Prozess bei Staatsanleihen sogar in Europa geben, was ebenso die Fremdfinanzierungskosten von Unternehmen enorm belasten wird. Hier stellt sich die Frage des „Verwundbarkeits-Managements“. Auch Versicherungen werden in einem solchen Umfeld schwere Zeiten erleben. In den USA steht die private Altersversorgung auf dem Spiel, in Europa irgendwann auch. Die Bilanzierungserleichterungen schaffen zwar mehr Möglichkeiten zur Bilanzkosmetik, was aber nur vorübergehend Erleichterung verschafft. So sind die 400 Mio. € Gewinn bei der Deutsche Bank Makulatur. Vor einem halben Jahr wäre ein Vorstand noch wegen Bilanzfälschung ins Gefängnis gekommen, wenn er den Abschreibungsbedarf nicht richtig angibt. Jetzt wird der „Wahnsinn“ der Bilanzmanipulation und Bilanzintransparenz legalisiert, was nicht gerade zum Vertrauen für Analysten und Anleger beiträgt. Ich bin gespannt wie hoch die Goodwill-Abschreibungen in 2009 tatsächlich sein werden und was davon offengelegt wird…

    Dass wir weltweit in 2009 starke rezessive Tendenzen in der Wirtschaft bekommen, dürfte allen klar sein. Schauen Sie sich nur den Baltic Dry-Index für Frachtraten raten an, der auf einem 10 Jahrestief ist. Der weltweite Schiffstransport kann aufgrund der Deflation in diesem Sektor zusammenbrechen Der Baltic Dry Index gilt als wichtiger Frühwarnindikator für die Weltwirtschaft, da 80% aller Transporte der Welt über das Schiff erfolgen. Auch Reeder werden in Finanzschwierigkeiten kommen. Die Frage ist nur, wie lange die weltweite Rezession anhalten wird. Werden wir japanische Verhältnisse bekommen? Wie Sie wissen hat der Nikkei-Index im Oktober ein neues Jahrestief gebildet und damit einen über 20-jährigen Bärmarkt bestätigt. Oder werden wir die gleichen Rezessionsmuster haben, wie in den vorherigen USA-Konjunktur-Zyklen, also nur 1-2 Jahre? Am Ende der Rezession werden die Kurse dann schon wieder anfangen zu steigen, da die Börse in die Zukunft schaut. Eine spannende Frage wird es auch sein, wie stark die Konjunkturabschwächung in den Emerging Markets in 2009 sein wird. Ich glaube an eine Halbierung der BSP-Wachstums-Zahlen und in einigen Ländern sogar mit einer leichten Rezession. Noch sind die Emerging Markets nicht groß genug, um einen Gegengewicht für die Industrieländer zu bilden. Vor allem werden Emerging Markets, die überwiegend von Rohstoffexporten leben, im nächsten Jahr harte Zeiten durchmachen. Anleger sollten sich jetzt auf alles einstellen und flexibel bleiben.

    Zwischenzeitlich werden wir immer wieder starke Erholungstendenzen in einem fallenden Trend bekommen, was ein Eldorado für Daytrader, aber ein starke Nervenbelastung für Value-Investoren ist. So erholten sich die Kurse an der Moskauer Börse im Gleichklang mit den Weltbörsen bei einigen Blue Chips in der letzten Woche um 50-100%. Die Sberbank erholte sich zum Beispiel von 80 auf 160 € in wenigen Tagen. Am 2. bis 4. November wird an der Börse wegen Feiertage nicht gehandelt. Am 27. Oktober wurde der Handel an der Moskauer Börse wegen zu starker Verkaufspanik am 24. Oktober mit einem Minus von 13% ausgesetzt. Dann begann eine bemerkenswerte Erholungsrallye um 50% beim RTS. Dennoch ist der RTS mit einem Minus von 47% der Top-Verlierer unter allen Weltbörsen. Der Nikkei barch um 20% und der Dow Jones sowie der DAX um jeweils 14%.. Die letzte Oktoberwoche wird aber auch als eine der am besten performenden Wochen in die Börsengeschichte eingehen, was zeigt wie dicht Leid und Glück an der Börse im Moment beieinander liegen. Die hohe „Vola“ wird uns erhalten bleiben.

    Geübte Trader sollten versuchen, diese großen Erholungschancen kurzfristig bei liquiden Aktien zu nutzen und illiquide Aktien im Moment meiden, weil es hier kaum Exitmöglichkeiten zu vernünftigen Bedingungen gibt. Für den Normalanleger bleibt Cash King, da die Risiken immer noch unkalkulierbar sind und jeder Tag eine neue Hiobsbotschaft kommen kann. Ich habe da insbesondere den möglichen Konkurs von General Motors im Auge, der einen weiteren Crash an den Weltbörsen auslösen würde. Wie gesagt: nichts ist unmöglich…!

    Am 4. November wird in den USA ein neuer Präsident gewählt, wobei Obama nach den Wahlumfragen der Favorit ist. Ein Obama-Sieg bedeutet striktere Finanzmarktregulierung was ich begrüße, viele Marktteilnehmer jedoch nicht! Obama wird jetzt ebenso wie alle Politiker der Welt nicht nur aus Not, sondern auch aus Überzeugung einen „Linksrutsch“ einleiten, der auch als Korrektur oder Überwindung einer Systemkrise verstanden werden kann. Hoffen wir, dass die Börsianer und die Wirtschaft wieder mehr Vertrauen bekommen, denn ohne Vertrauen funktioniert Börse und Wirtschaft nun mal nicht. Und ohne Kapital funktioniert sie auch nicht. Welche Aktien Sie jetzt kaufen oder verkaufen sollen, können Sie der täglich aktualisierten Ostbörsen-Hotline 09001-8614001 (1,86 €/Min.) entnehmen. Bestellen Sie auch jetzt den kostenlosen Newsletter bei www.andreas-maennicke.de

    Hinweise: Melden Sie sich jetzt an das Ostbörsen-Seminar „Go East – In der Krise liegt die Chance!“ am 12. November 2008 um 17.30 Uhr in Frankfurt M. Neben einer Risiko-Chancenanalyse für die Weltbörsen werden dort auch die neuen Chancen an den Ostbörsen ausgelotet. Referenten sind Manfred Kastner (Vorstand von Cat Oil AG), Stefan Laxhuber (Ostinvestor) und Andreas Männicke (ESI GmbH). Infos und Anmeldung unter www.eaststock.de . Am 7. November wird Andreas Männicke in der 3SATBörse um 21.30 Uhr über die Chancen in Russland nach dem Crash befragt werden.

  • Panik pur: Blutbad an den Weltbörsen!

    Samstag, 25. Oktober 2008 17:35:00

    „Oh je, schon wieder ein „schwarzer Freitag!“, wird sich so mancher Bankberater und Anleger am Freitag verzweifelt gesagt haben. „Wie viele „schwarze Freitage“ und „schwarze Montage“ werden wir wohl noch bekommen?“ dürfte jetzt die anschließende Kardinalfrage sein. Die Nerven der Broker und Anleger liegen blank und viele sind schon der Hoffnungslosigkeit nahe, denn keiner weiß, ob dies nun endlich der „finale Ausverkauf“ war oder ob er noch kommt. Um dies zu beantworten, muss man die „Glaskugel“ haben und wissen ob und wann die „Pferde saufen“. Ich erwarte trotz aller weltweiten Rettungsversuche eine Reihe von Banken- und Hedgfondspleiten, was weiter die Kurse drücken wird. Auch erwarte ich eine scharfe Auswirkung auf die Realwirtschaft und Insolvenzgefahren auch im amerikanischen Automobilsektor. Auch rechne mit einer Reihe von weiteren Gewinnwarnungen mit verheerenden Folgen für die Kurse der betreffenden Aktien und wohlmöglich den Gesamtmarkt.

    Dennoch kann nach einer Verkaufspanik auch wieder eine Kaufpanik folgen so wie am 13. Oktober nach der Bekanntgabe der koordinierten Rettungsaktionen der G7 Länder. Dies ist eine Eldorado für geschickte „day trader“, die täglich die Seite wechseln. Value-Investoren werden auf eine Geduldsprobe gestellt, da auch Value-Aktien immer weiter im Kurs einbrechen und noch keinen Boden gefunden haben. Das Signal von Warren Buffet mit dem Einstieg bei Goldman Sachs und General Electric findet weltweit zwar viel Beachtung, aber wenig Nachahmer im Moment, denn es überwiegen immer noch die Zwangsverkäufe von Hedgefonds und kreditfinanzierten Aktienpaketen – auch in Russland!

    Auf Basis der Gewinnschätzungen für 2008 gibt es jetzt weltweit nur „Schnäppchenkurse“. Die große Frage wird sein, wie weit die Gewinne im nächsten Jahr aufgrund einer globalen Konjunkturverlangsamung vermindert werden und was davon der Markt jetzt schon an zukünftigen Hiobsbotschaften eingepreist hat. Eines dürfte klar sein: die Auftragseingänge deuten klar auf eine Rezession hin, die dann auch eine erhöhte Arbeitslosigkeit zur Folge haben wird, zunächst im Banken- und Automobilsektor, dann möglicherweise aber auch mit einem gewissen time lag im Konsum- und Industriesektor. Die Frage ist auch, ob General Motors und deren Zulieferbetriebe die Absatzkrise überleben kann. Bei Opel stehen jedenfalls die Räder für eine ganze Weile still, was durchaus Symbolwirkung hat.

    Es kann aber auch gut sein, dass der Markt jetzt schon vor lauter Angst zur Übertreibung nach unten neigt. Das Gesamtvolumen der Rettungsprogramme hat weltweit jetzt eine Größenordnung von 2 Billionen USD, die aber nicht sofort wirksam werden. Reicht dies aus, um die Schieflagen im Bankensektor zu kompensieren? Viele Regierungen arbeiten jetzt schon an weiteren Konjunkturprogrammen, damit die Wirtschaft im nächsten Jahr nicht vollends einbricht mit der Folge von Massenarbeitslosigkeit und Deflation. Einige Regierungen arbeiten auch an einer neuen Weltfinanz- und wiederum andere auch an einer neuen Weltwirtschaftsordnung, wobei Sarkozy mit seinen staatslastigen Vorschlägen besonders weit geht. Auch ist immer wieder (hinter der Hand) von einer Währungsreform zu hören. Der Euro ist in den letzten Tagen markant auf 1,28 €/USD eingebrochen. Immerhin sollen sich ab dem 15. November nicht nur die G7-Länder, sondern auch die Schwellenländer auf einem neuem Welt-Krisengipfel regelmäßig treffen, um der Krise Herr zu werden. Die Welt wächst allmählich zusammen, nicht nur im Internet. Hoffentlich macht die Not auch erfinderisch und solidarisch. Wir brauchen jetzt einen solidarischen, grenzenlosen Kapitalismus ohne Vorbehalte, um ein 1929, also eine Weltwirtschaftskrise und -depression mit Massenarbeitslosigkeit zu verhindern. Echte Unternehmer können die Krise bewältigen, künstliche Konjunkturprogramme werden jedoch versanden. Übrigens ist auch Krieg ein künstliches Konjunkturprogramm, das verboten werden sollte! Rüstungsunternehmen haben jedenfalls weiterhin Hochkonjunktur. Nachhaltige Investments unter sozialen, ökologischen und ethischen Gesichtspunkten sollte demnächst hoffentlich auch Hochkonjunktur haben, da sich eine Fehlleitung des Kapitals früher oder später rächen wird..

    Am 4. November wird in den USA entschieden, wer der neue Präsident sein wird, wobei Obama nach den Wahlumfragen führt. Hoffentlich fallen nicht wieder die Computer aus im (angeblichen) Musterland der Demokratie aus, was bei einer Pari-Situation von Bedeutung sein könnte. Auch das ist im Grundsatz schon ein „Richtungswahlkampf“ und der „linke“ Obama dürfte wohl nach einem Wahlsieg einen Paradigmawechsel auch in den USA einleiten. Es fragt sich aber, ob er die großen wirtschaftlichen Herausforderungen der Zukunft, vor allem die große Staatsverschuldung, so meistern kann, dass die Hoffnung auf eine Trendwende zum Positiven hin eingeleitet wird. Das Thema „Alternative Energien“ dürfte unter ihm eine Renaissance erfahren (also weiter bei Schwäche Solarunternehmen kaufen). Aufgepasst: Die erneuerbaren Energien könnte der neue Motor für die Bauwirtschaft werden.

    Es ist auch die Frage, welche Impulse die Emerging Markets in dieser Situation für die Weltwirtschaft geben können. Gleichsam muss beobachtet werden, wo akute Defaultgefahren im Anleihenbereich vorherrschen. Wenn Unternehmen keine Anschlussfinanzierung bekommen, können auch solide geführte Unternehmen mit guter Auftragslage in die Insolvenz geraten, was Defaultgefahren für die Anleihen bedeutet. Alle Unternehmen, die zu hohe Kredite aufgenommen haben, werden in Schwierigkeiten kommen und das können auch deutsche mittelständische Betriebe mit vollen Auftragsbüchern sein. Auch russische Unternehmen, die zuvor aufgrund der hohen Rohstoffpreise ohne eigenes Dazutun in gerade „paradiesischen Verhältnissen“ gelebt haben, müssen sich bei stark fallenden Rohstoffpreisen auf die neue Situation der „Kreditklemme“ einstellen.

    Der Analyst muss jetzt mehr denn je die Passivseite und hier vor allen die Möglichkeiten der Anschlussfinanzierung ausloten, um eine Aktienbewertung vorzunehmen. Am Freitag kollabierten die Aktienkurse weltweit auch wegen möglicher Defaultgefahren in den BRIC-Ländern. Auch die Ukraine muss wohl einen IWF-Kredit in Anspruch nehmen, um nicht Defaults melden zu müssen. Bei jedem Default wird es zu einem erneuten Kurseinbruch an der Heimatbörse und möglicherweise nach Größe und Tragweite auch an den Weltbörsen kommen. Kaum einer mag sich vorstellen, dass auch irgendwann einmal die US-Anleihen nicht mehr hinreichend von Japan, China und Saudi-Arabien gekauft werden, was faktisch einen „Default“ bedeuten kann. Die USA sind aber mit fast 10 Billionen USD (ausgeschrieben 10.000.000.000.000!) schon verschuldet. Unter Einbeziehung der Sozialverpflichtungen und Pensionskassen sowie der Konsumentenverschuldung beträgt die Verschuldung über 300% des BSP und das ist höher als 1929! Das US-Gesundheitssystem steht in den USA vor dem Kollaps. Viele Kommunen und Städte werden Konkurs anmelden müssen, wenn es keine Anschlussfinanzierung mehr gibt und die Steuereinnahmen einbrechen. Bei einem Zinssatz von 4% beträgt die Zinslast des Staates jedes Jahr 400 Mrd. USD, bei 5% sogar 500 Mrd. USD. Jede Zinserhöhung treibt die USA früher oder später in den Ruin. Die Schuldenuhr tickt unaufhörlich – wie eine Zeitbombe! Aber auch hier gilt aber der Grundsatz aufgrund des „counterpart risks“: too big to fail! Die einzige Alternative ist mittel- bis langfristig eine Währungsreform.

    Am 25. Oktober brachen die Kurse zunächst in Japan aufgrund einer Reihe von Gewinnwarnungen (wie bei Samsung) ein. Der Nikkei Index fiel um 9,6% auf 7649 Indexpunkte. Damit nähert sich der Nikkei-Index mit großen Schritten dem 10 Jahres-Tief aus dem Jahr 2006 von 7000 Indexpunkten. Volvo gab in Schweden einen Einbruch bei den Auftrageingängen bekannt, was die Aktie um 20% einbrechen lies. Die panikartigen Kettenreaktionen gingen wieder mit voller Wucht rund um den Globus.

    Der DAX verlor am 25. Oktober zwischenzeitlich um 11% an Wert, erholte sich dann aber wieder, so dass „nur“ ein Minus von 4,92% bei 4295,67 Indexpunkten heruaskam. Nachdem die 4500-Marke nicht halten konnte, schwinden die Hoffnungen auf eine baldige Bodenbildung. Bei 4000 Indexpunkten gibt es eine Unterstützung auf dem Jahr 2004. Das bedeutet aber auch, dass die Aktien auf das Niveau von 2004 fallen können. Falls der DAX unter 4000 Indexpunkte fallen sollte, gibt es eine weitere Tsunami-Welle und damit auch wahrscheinlich einen weiteren „schwarzen Freitag oder Montag“. Einige Aktien wie Automobil- und Bankaktien befinden sich schon auf dem Niveau von 2002/2003. Wie zu erwarten war, ist die Bayerische Landsbank die bisher erste und einzige Bank, die mit einem 6 Mrd. €-Kredit das Rettungsprogramm der Regierung in Anspruch nahm. Neben Subprime- und Lehman Brothers-Anleihen kamen nun Island-Anleihen im Volumen von 1,6 Mrd. € an „Abschreibungsobjekten“ hinzu. Hier hat auch die staatliche Aufsicht und die Landesregierung versagt, die nun auch das Finanzdebakel ausbaden muss. Auch Sparkassen müssen nun im Fall von Lehman Brothers-Zertifikaten für einen Ausgleich sorgen. Es droht eine neue Klagewelle von Privatinvestoren, die nun mit einem Totalverlust bei Lehman Brothers-Anlage rechnen müssen. Sogar die deutsche Rentenkasse hat sich mit 44 Mio. € mit Lehmann Brothers-Anleihen gründlich verzockt.

    Es gab Gerüchte, dass die Wall Street am Freitag geschlossen wird, was aber dann unterblieb. Es gab auch Gerüchte, dass General Motors doch in diesem Jahr Chapter 11 anmelden muss, was ich für durchaus für realistisch und auch für die beste Lösung für GM halte. Allerdings steckt hinter GM ein Anleihenvolumen von 300 Mrd. USD; zudem würde dann die Arbeitslosigkeit in den USA sprunghaft ansteigen. Mit einer höheren Arbeitslosenquote ist nun weltweit zu rechnen. Die nächsten Frühindikatoren (Auftragseingänge, Einzelhandelsumsätze, Arbeitslosenzahlen, Verbrauchervertrauen etc) werden alle schwach ausfallen. Am Mittwoch wird eine Senkung des US-Zinssatzes furch die FED auf 1% erwartet, womit wir allmählich japanische Verhältnisse bekommen. Japan befindet sich aber seit fast 20 Jahren in einer Baisse, wobei hier das demographische Problem der Überalterung immer schwerer ins Gewicht fällt neben der Staatsverschuldung von 180% des BSP. Wird jetzt die USA in eine ähnliche Situation kommen? Immerhin ist die USA durch Migration wesentlich jünger, dafür aber im Konsumsektor auch um ein Vielfaches höher verschuldet, denn Japan hat im Gegensatz zu den USA eine sehr hohe Sparquote. Zudem kommen am Donnerstag die US-BSP-Zahlen für das 3. Quartal 2008, was ein weiterer Hinweis auf eine US-Rezession werden könnte oder umgekehrt ein Hinweis, dass der Konjunktureinbruch doch nicht so groß ist wie zuvor befürchtet. Je nachdem werden die Weltbörsen sehr volatil nach unten oder oben reagieren.

    Der Dow Jones Industrial Index brach zunächst in den ersten Minuten um 5% ein, fing sich dann aber wieder, so dass das „Minus“ zum Handelsende „nur“ noch 3,53% bzw. betrug. Der Dow Jones schloss mit 317 Indexpunkten im Minus bei 8373 Indexpunkten. Da das Tief im Oktober bei etwa 7600 Indexpunkte lag, hat der Dow Jones anders als der Nikkei und DAX noch kein neues Jahrestief erreicht. Die USA muss aber aufpassen, dass sie nach der Subprimkrise nicht nun eine Konsumentenkreditkrise und Massenarbeitslosigkeit hineingleitet. Es wird jetzt sehr darauf ankommen, wie stark der Wirtschaftsabschwung weltweit sein wird und wie stark sich die Finanzkrise auf die Realwirtschaft auswirkt. Erste Ergebnisse wird es diesbezüglich bei den BSP-Zahlen am kommenden Donnerstag geben. Es fällt jetzt aber schwer, Gewinnschätzungen für das nächste Jahr zu machen. Jeder Analyst tappt im Dunkeln, da auch Vorstände im Moment keine Aussage über zukünftige Ergebnisse machen können. Zu beachten sich auch die hohen Goodwill-Abschreibungen, die im nächsten Jahr zu Buche schlagen – bei DAX-Unternehmen alleine im Volumen von 150 Mrd. €! Es herrscht also weiter lange Zeit Unsicherheit, was bei jeder Bestätigung des fallenden Trends zu weiter fallenden Kursen führen kann.

    Auch Gold bietet in diesem Krisenzeiten keinen hinreichenden Schutz : der Goldpreis fiel am Freitag bis 11.00 Uhr sogar auf 680 USD/Unze, um sich dann in wenigen Stunden um 50 USD/Unze wieder auf 730 USD/Unze intraday zu erholen. Auch dies ist ein Eldorado für day trader, aber unter Investmentgesichtspunkten für Goldanhänger eher enttäuschend. Gold war in diesem Jahr trotz aller denkbarer Krisen nicht besser als ein Sparbuch! Der relativ schwache Goldpreis ist auch eine Folge des starken US-Dollars und der Zwangsliquidierungen bei Hedgefonds. Auch dies hatte ich immer wieder vorher betont. Allerdings befindet sich der Goldpreis in vielen Währungen auf neuem Höchststand wie auf Basis des australischen Dollars und auch des südafrikanischen Rand oder Pfunds. Auch auf €-Basis hat sich der Goldpreis zumindest halten können. Gold ist aber kein ausreichender Hedge, um Aktienkursverluste zu kompensieren. Da muss der Anleger schon den Mut haben, auch mal short zu gehen, um die Performance zu verbessern. Die meisten Anleger, die (gegen meinen Rat) nach dem Motto „Augen zu und durch!“ Aktien „durchgehalten“ haben, haben jetzt Kursverluste von über 50%, in Russland und Ukraine sogar von über 70% im Durchschnitt zu beklagen.

    Alle Aktien befinden sich jetzt weltweit im freien Fall und viele Experten schütteln mit dem Kopf und fragen sich, was dort vorgeht. „Am besten alle Börsen jetzt schließen, damit Ruhe einkehrt“ ist der resignierende und vielsagende Ausspruch eines Brokers, der nicht genannt werden will. Der Hintergrund dieses Vorschlags sind weiterhin neben schlechten Wirtschaftsnachrichten schwere Schieflagen bei Hedgefonds, wo immer mehr Gelder abgezogen werden. In diesem Jahr wurden bei Hedgefonds 230 Mrd. USD schon abgezogen, was ein Minus von 11% der Anlagevolumina bedeutet. Die Hedgefonds sind dann genötigt, unlimitiert zu verkaufen. Das Gleiche trifft für Investmentfonds zu, wo Gelder abgezogen und auf das Sparbuch gebracht werden. Zudem kommen Zwangsliquidierungen durch kreditfinanzierte Aktienkäufe zu Stande. Die Stopp-loss-Order erhöhen zusätzlich nach und nach den Kursdruck.

    Den größten Kursverlust gab es am „schwarzen Freitag“ wieder an der Moskauer Börse. Der RTS1-Index brach um 13,68% auf 549,43 Indexpunkte ein, während der RTS2-Index nur 3,73% an Wert verlor und bei 770 Indexpunkten schloss. Vor allem Öl-, Stahl- und Bankaktien brachen um bis 20% an einem Tag ein, wobei neben Hedgefonds auch Oligarchen ganze Aktienpakte auf den Markt schmeißen, um sich Liquidität zu beschaffen. Es ist unklar, wie lange diese Zwangsexekutionen noch anhalten. Eine Gazprom fiel sogar erstmals in diesem Jahr unter 10 € und befindet sich mit dem Minus von 17% am Freitag wieder auf dem Niveau aus dem Jahr 2004. Dabei werden bei Gazprom auch in diesem Jahr neue Rekordgewinne erwartet. Gleichsam fiel der Öl-Blue Chip Lukoil am Freitag um 20% auf unter 20 €, was fundamental trotz einer Halbierung der Ölpreise nicht gerechtfertigt ist. Auch dies sind irrationale Übertreibungen – diesmal nach unten!

    Es mehren sich jetzt aber auch Gerüchte, das auch Unternehmensanleihen in Russland „default“ gehen könne. Dem Mobilfunkunternehmen Vimpel Com. gelang es mit Mühe und Not, sich einen 600 Mio. USD-Kredit zu beschaffen. Der Konkurrent MTS konnte ein Rubelbond platzieren. AFK Sistema kam auch in Liquiditätsschwierigkeiten und hat weitere M&A-Aktivitäten zurückgestellt. Der Aktienkurs von 2 € ist aber Witz. Viele notwendige Großinvestitionen werden jetzt zurückgestellt. Zudem befindet sich der Ölpreis weiter im freien Fall. Der Brentölpreis fiel am „schwarzen Freitag“ um 5,58% auf 64,76 USD/Barrel. Damit kommen jetzt auch hochverschuldete russische Ölwerte in Schwierigkeiten, da die Öleinahmen weg brechen und die hohen Schulden bleiben.

    Russland befindet sich auch vor einer Bankenkonsolidierung: aus über 1000 Banken sollen nur noch 150 Banken durch Merger werden. Auch dies könnte zu weiteren Verwerfungen und Irritationen führen. Die meisten Aktienrückkaufprogramme von russischen Unternehmen wurden rückgängig gemacht

    Jetzt wird aber weltweit nicht nur einen Weltwirtschaftsrezession, sondern allmählich auch eine Weltwirtschaftsdepression eingepreist. Nachdem ich das ganze Jahr über sehr skeptisch war und im Grunde auch einen Crash im September/Oktober erwartet habe, werde ich jetzt allmählich wieder etwas mutiger. Allerdings sollte der Anleger nie versuchen, das fallende Messer aufzufangen. Immerhin hatte ich schon seit Mai/Juni dieses Jahres im EAST STOCK TRENDS geraten, auch an den Ostbörsen in Cash zu gehen, was sich jetzt auch als richtig herausgestellt hat, denn nur wer Cash hat, ist „King“ und hat nun die „freie Auswahl“. Ich bleibe aber bei der Vorsichtsstrategie, weiterhin nur mit tief gestaffelten Abstauberlimits zu kaufen, um einen guten Durchschnittskurs zu bekommen. Welche Aktien Sie jetzt kaufen oder verkaufen sollen, können Sie der täglich aktualisierten Ostbörsen-Hotline 09001-8614001 (1,86 €/Min.) entnehmen. Bestellen Sie auch jetzt den kostenlosen Newsletter bei www.andreas-maennicke.de

    Hinweise: Melden Sie sich jetzt an das Ostbörsen-Seminar „Go East – In der Krise liegt die Chance!“ am 12. November 2008 um 17.30 Uhr in Frankfurt M. Neben einer Risiko-Chancenanalyse für die Weltbörsen werden dort auch die neuen Chancen an den Ostbörsen ausgelotet. Referenten sind Manfred Kastner (Vorstand von Cat Oil AG), Stefan Laxhuber (Ostinvestor) und Andreas Männicke (ESI GmbH). Infos und Anmeldung unter www.eaststock.de . Am 7. November wird Andreas Männicke in der 3SATBörse um 21.30 Uhr über die Chancen in Russland nach dem Crash befragt werden.

  • „Margin Call“ für Oligarchen und Hedgefonds!

    Sonntag, 19. Oktober 2008 13:53:00

    +++Crash an der Moskauer Börse durch Zwangsverkäufe und Ölpreisverfall+++Rettungsprogramme werfen Fragen auf+++Währungsreform in Sicht?+++Schweiz kommt ins Gerede+++schwere Schieflagen bei UBS und ING++

    Am 16. und 17. Oktober wurde im parlamentarischen Schnellverfahren in 5 Tagen das Rettungsprogramm im Volumen von 500 Mrd. € per Gesetz manifestiert, womit Deutschland schon wesentlich weiter und schneller ist als die USA mit dem 700 Mrd. USD Rettungspaket. In Deutschland handelt es sich allerdings überwiegend um Staatsbürgschaften mit einem Volumen von 400 Mrd. €, während die Amerikaner jetzt Ramschanleihen über den Staat aufkaufen wollen. Im „worst case“ würde der Steuerzahler in Deutschland pro Person mit 6000 € belastet werden.

    Auch andere Länder in Europa und außer von Europa entwickeln jetzt ähnliche Staatsprogramme, um ihr Bankensystem zu retten. Sogar die Schweiz stellet der UBS 3,9 Mrd. € zur Verfügung, damit diese ihren Kreditverpflichtungen nachkommen kann. Jetzt beginnt die spannende Frage, welche Banken in Europa Staatskrediten Anspruch nehmen. Einer der ersten Kandidaten soll die ING Bank, die 20 Mrd. € von der niederländischen Regierung bekommen soll. Alle Banken, die zuvor kreditfinanziert ein „zu großes Rad gedreht“ haben, werden nun Probleme bekommen und wohlmöglich teilverstaatlicht werden.

    Es gibt auch große Sorge, dass nach dem Staatsbankrott von Island auch andere kleine Länder, wo Banken dominieren, den Staatsbankrott anmelden müssen. So kommt jetzt auch die Schweiz ins Gerede, wo bei 7 Mio. Einwohnern ein Bankeinlagenvolumen von 3,5 Billionen SFR aufgebaut werden konnte, wobei das meiste Geld aus dem Ausland kam. In der Schweiz sollen sich angeblich ein Drittel aller Vermögen der Welt befinden. Amerikanische und russische Geheimdienste ermitteln nun, wie sie an diese Pfründe herankommen können, da die Staatsfinanzen im eigenen Land knapp werden. Alleine aus Russland werden über 100 Mrd. € an nicht versteuertem Fluchtkapital, das in der Schweiz und in Liechtenstein geparkt wird, seitens der russischen Regierung vermutet Die Schweiz hat nun die UBS mit einem Notkredit von 6 Mrd. SFr vor dem Kollaps gerettet. Aber auch die Credit Suisse steht auf wackligen Beinen. Bei der Credit Suisse musste schon der Staatsfonds von Katar mit einem 10 Mrd. aushelfen, was wohl aber nicht ausreicht. Andere Schweizer Banken sollen aber gesund sein. Aus der Schweiz und Liechtenstein wurde umgekehrt erhebliche Gelder aus der Ukraine und Russland abgezogen, was den Crash an den Börsen Kiew und Moskau einleitet bzw verstärkte. Daher war die Kursverluste in der Ukraine und Russland in den letzten Monatenn die höchsten auf der Welt. Man darf gespannt sein, wo jetzt das viele Geld hinwandert und wo es wieder reinvestiert wird.

    Der UBS laufen in jedem Fall die Großkunden weg. Alleine im 3. Quartal wurden Gelder im Volumen von 84 Mrd. SFr abgezogen. UBS ist aber immer noch der größte Vermögensverwalter der Welt. Trotz hoher Verluste zahlte die UBS ihren Top-Managern 10 Mrd. Franken an Boni wegen „guter Leistungen“ aus. Ein Skandal – ähnlich wie bei AIG und Lehman Brothers In den USA sollen nach den Angaben der britischen Zeitung „The Guardian“ in diesem Jahr noch fast 70 Mrd. USD an Boni im US-Bankensystem ausgezahlt, obwohl die Banken enorme Verluste machen - davon 11,4 Mrd. USD bei Goldmanns Sachs, 6,5 Mrd. USD bei JP Morgan, 3,5 Mrd. USD bei Merrill Lynch uns selbst für Lehman Brothers wurden 6,1 Mrd. USD für Boni reserviert. Wenn die „Pferde jetzt nicht saufen“, wird ein neues Welt-Finanz-system entstehen und wohlmöglich ein Welt-Konjunktur-Programm zur Vermeidung einer Weltwirtschafts-Rezession folgen. Schon gleich nach der US-Präsidentschaftswahlen sollen neue Welt-Gipfel mit den Schwelleländern im Boot in den USA stattfinden, um eine Weltwirtschafts-Rezession zu verhindern. Die größte Herausforderung für die USA wird die Bewältigung der kommenden Konsumentenkreditkrise werden,.

    Die USA will jetzt auch 250 Mrd. USD für die Teilverstaatlichung von Banken zur Verfügung stellen und damit den britischen Weg einschlagen. In Großbritannien wurde drei Großbanken, darunter auch die Royal Bank of Scotland (RBS) teilverstaatlicht. Der Staat hält dort nun 60% an Vorzugsaktien und die RBS erhielt über 60 Mrd. € als Kapitalspritze. Nun drohen auch einigen deutschen Banken die Teilverstaatlichung und damit mehr staatliche Kontrolle. Dabei waren es Deutschland gerade die unter staatlichem Einfluss stehenden Banken wie die Landesbanken und IKB, die Mrd-Verluste und fast eine Insolvenz hinnehmen mussten. Einer der ersten Kandidaten wird wohl die Hypo Real Estate werden und dann werden sich die deutschen Landesbanken (also der Staat!) an dem Staatskreditprogramm beteiligen. Das waren aber auch schon vorher die Pleitekandidaten, die jetzt künstlich am Leben erhalten werden.

    Ob alles diese Maßnahmen ausreichen, um nun wieder den seit der Insolvenz von Lehman Brothers ausgetrockneten Interbankenmarkt wieder zu beleben wird, bliebt abzuwarten. Auch die Diskussion um Boni zeigt schon Wirkungen. So verrichtete der Deutsche Bank Chef Josef Ackerman in diesem Jahr auf seine Boni, die 80% seines Gehaltes ausmachen. Er will das Geld verdienten Mitarbeitern zur Verfügung stellen. Ackermann war einer derjenigen „Experten“ (und Berater von Angela Merkel), der die Finanzkrise schon im Frühjahr für beendet erklärte. Ich war schon damals einer ganz anderen Auffassung wie Sie im Newsletter EAST STOCK TRENDS und meinen Kolumnen nachlesen können. Ich hatte rechtzeitig vor einem möglich Crash an den Weltbörsen im September/Oktober schon vor Monaten gewarnt und empfohlen vorsichtshalber auch an den Ostbörsen in Cash zu gehen, was sich im Nachhinein als richtig herausgestellt hatte. Ich glaube nach wie vor, dass die Situation mit dem Rettungsprogrammen noch nicht bereinigt ist und dass die Situation weit schlimmer ist, als die meisten zu erkennen geben. Man denke nur an die Goodwill-Abschreibungen im Volumen von 150 Mrd. € für deutsche Unternehmen, die im nächsten Jahr die Bilanzen belasten werden.

    Nun drohen Bankmanagern, die das Geld vom Staat in Anspruch nehmen, Gehälter von nur noch 500.000 € neben einer verstärkten Staatsaufsicht. Die Verstaatlichungswelle im Bankensektor dürfte damit weltweit weitergehen, wobei die Initiatoren auf den Erfolg des schwedischen Modells in den 90-er Jahre hoffen. Damals kamen der Staat und damit der Steuerzahler mit einer schwarzen Null heraus. Wenn es aber zu einer zu starken Beanspruchung der Steuerzahler kommen sollte und die Weltwirtschaft zu stark in die Rezession gleiten sollte, droht sogar eine Währungsreform. Die Bretton Woods-Experten bereiten schon einen Entwurf vor. So gibt es schon jetzt verschieden Konzepte, die de facto auf eine Währungsreform hinauslaufen. In jedem Fall soll der Währungshüter IWF in Zukunft mehr Macht und Kontrollfunktionen bekommen, An den Weltbörsen wurden in der letzten Woche neben dem Rettungsprogramm auch das Thema Rezession in 2008 eingepreist. Bei sehr hoher Volatilität und Kurseinbrüchen von über 7% am Donnerstag schloss die Wall Street am Freitag mit einem Plus von 4% im Wochenverlauf, obwohl die Kurs am Freitag selbst mit 1,41% ins Minus gerieten. Am vergangen Montag kam es nach dem US- und EU-Rettungsprogramm zu einem Kursanstieg im zweistelligen Prozentbereich. Die Nerven bei den Bankmanagern und Anlegern werden auf eine große Belastungsprobe gestellt, da mit den jetzt beschlossenen Rettungsprogrammen der Super-Gau noch nicht gänzlich vermieden ist.

    Am Freitag fiel der Dow Jones allerdings unter großen Kurschwankungen um 1,41% auf 8852 Indexpunkte während der DAX mit einem Plus von 3,43 % bei 4781 Indexpunkten schloss. Am Vortag brach der Dow Jones über 7% bzw. 700 Indexpunkte ein, was einen Wertverlust von über 1 Billion USD bedeutet. Noch stärker waren die Kursschwankungen in der letzten Woche an der Moskauer Börse, die sich weiterhin im freien Fall befindet. Der RTS-Index brach am 16.Oktober noch einmal um 6,48% auf 667,62 Indexpunkte. Dabei zählte die Moskauer Börse im Mai mit einem Plus von 5% noch zu den Top-Perfomern unter den Weltbörsen. Im Mai befand sich der RTS noch über 2400 Indexpunkte. Seit Mai fielen die Kurse in Moskau um über 70%! Der Wertverlust betrug damit fast 1 Billion USD Dollar, was fast soviel wie das russische BSP ist. An der NYSE betrug der Kursverlust am 15. Oktober sogar über 1 Billion USD an einem Tag.

    Der beiden Hauptgründe für den dramatischen Kursverfall vor allem in den letzten Wochen waren die Halbierung des Ölpreises von über 150 auf nunmehr 72/USD/Barrel und der „Margin Call“ (Nachschusspflicht) für viele Oligarchen und Hedgefonds, die russische Aktien zur Besicherung für Kreditaufnahmen im Mrd-Volumen hergeben haben. Die OPEC will am 24. Oktober nach dem dramatischen Kursverfall des Ölpreises nun um Verminderung der Ölfördermengen um ein Million Barrel pro Tag beraten.

    Noch wichtiger für die russischen Aktien sind aber die Margin Calls bei Hedgfonds und russischen Großaktionären. Nachdem die Kurse von besicherten Blue Chips unter die Beleihungsgrenzen fielen, warfen Banken und Hedegfonds ohne Rücksicht auf den Kurs ganze Aktienpakete auf den Markt, was nach und nach den Kursdruck erhöhte. Zudem gab es kaum einen, der den Mut hatte, das Material aufgrund der Unsicherheit im Finanzmarkt aufzunehmen. Auf diese Weise verloren russische Oligarchen in der Summe über 230 Mrd. USD. Einige russische Oligaechen wie Oleg Deripaska gerieten in arge Zahlungsnöte, da der Kauf von Anteilen mit durch Aktien besicherten Krediten erworben wurde.

    So erwarb Deripaska bzw. sein Aluminiumkonzern RuSal für einen 25%gen Anteil an Norilsk Nickel einen Kredit in Höhe von 4,6 Mrd. USD. Ebenso benötigte die Alfa Group (Altimo) ein Kredit von 2 Mrd. USD von der Deutschen Bank AG, um den Anteil an dem Mobilfunkunternehmen Vimpel Com auf 44% zu erhöhen. Nun haben die Kreditgeber das Recht, die Aktien über den Markt zu verkaufen, falls die Differenz bis zur Beleihungsgrenze nicht in Cash bezahlt wird. Aber auch Oligarchen haben in der Regel nicht einige Mrd. USD flüssig auf dem Konto. Daher musste Deripaska notgedrungen schon seinen Anteil, an dem Automobilzulieferer Magna verkaufen. Den Anteil Strabag SE soll er aber noch haben.

    Vor einigen Wochen kündigten russische Oligarchen bzw das Management der jeweiligen Untenehmen großangelegte Aktienrückkaufprogramme an, um den Kurssturz aufzuhalten. Nachdem die Aktien aber um weiter 20-30% im Oktober einbrachen, wurden die Aktienrückkaufprogramme aber nach und nach rückgängig gemacht, weil die Aktienkurse jetzt weit tiefer sind als bei Bekanntgabe vor einigen Wochen. So will der Großaktionär Prohkororv auch gegen das Aktienrückkaufprogramm von Norislk Nickel klagen, da bei Durchführung des Aktienrückkaufprogramms im Volumen von 2 Mrd. USD Insolvenzgefahr besteht. Norilsk Nickel hat den Aktionären angeboten, Aktien zum Kurs von 616 Rubel bzw. 17,6 € pro ADR zurückzukaufen, wobei der Aktienkurs zur Zeit bei 5,4 € liegt.

    Der Oligarch Prokhorov beteiligte sich zuvor mit 500 Mio. USD an dem größten russischen Invstmentbank Renaissance Capital. Vor 6 Monaten wurde der Wert dieses 50%-igen Anteils noch auf 5 Mrd. USD geschätzt. Ich vermute, dass nun das große Broker- und Bankensterben in Russland beginnt. Um eine „Bankenrun“ zu vermeiden, wird wohl die Sberbank und die VTB Bank eine Reihe von Banken und Brokern übernehmen, wobei der wahre Gewinner des Verteilungskampfes der Kreml sein wird. Der Staat holt sich damit das sehr günstig zurück, was unter der Jelzin-Zeit unkontrolliert unter Oligarchen aufgeteilt wurde.

    Zudem will der Präsident Medwedew Untersuchungen zur Korruptionsbekämpfung einleiten und dabei feststellen, wie russische Beamte zu Traumvillen in Südfrankreich und Südspanien gekommen sind. Die Säuberungs- und Konsolidierungswelle könnte zwischenzeitlich zu weiteren Irritationen am Aktienmarkt führen, ist mittelfristig aber zu begrüßen. Die meisten der über 1000 Banken sind aufgrund der zu geringen Eigenkapitalausstattung ohnehin nicht nach westlichen Maßstäben überlebensfähig und die Milliarden aus dem Ölsektor versiegen allmählich.

    Schon jetzt gibt es ein ganze Reihe von unterbewerteten russischen Aktien, die aber erst dann wieder nachhaltig steigen werden, wenn die „Margin Calls“ für Oligarchen und Hedgefonds aufhören und zudem die Weltbörsen die wahrscheinliche Rezession in 2009 eingepreist haben und nicht weiter so dramatisch fallen wie in den letzten beiden Monaten. Das Erholungspotential ist bei einem KGV von 3-4 enorm, wobei jetzt KGV nicht mehr die Bedeutung wie zuvor haben. Wichtiger ist der Verschuldungsrad und die Cash Flow-Situation des Unternehmens. Zudem sollte der Analyst und Anleger jetzt darauf achten, welche Aktienpakte von Großaktionären zu welchen Konditionen besichert sind. Die Transparenz ist darüber sehr gering. Daher handelt es sich auch bei Aktienkäufen im Moment noch um eine unkalkulierbare „Black Box“. Auch ist noch nicht klar, welche Folgewirkungen die Finanzkrise auf die Realwirtschaft haben wird. Hierauf sollten Anleger und Analysten jetzt den Blick werfen, um nicht wieder auf dem falschen Fuß erwischt zu werden. Wer zu früh versucht, dass fallende Messer aufzufangen, schneidet sich in den Finger. Wenn der Dow Jones unter 8500 Index fallen sollte, werden auch die anderen Weltbörsen die Talfahrt fortsetzten. Bei unter 8000 Indexpunkten droht sogar eine weitere Tsunami-Welle. Beim DAX muss zunächst die 4500-er Marke halten. Unter 4300 Indexpunkte dürfte es auch beim DAX eine weitere Tsunami-Welle geben. Es ist also noch unklar, ob das schon die letzte Kapitulationsphase war oder ob wir diese noch vor uns haben. Es wird jetzt zunächst alles davon abhängen, ob und wann die „Pferde saufen“ wollen. Daher bleibt Cash King!

    Mutige Anleger gehen dennoch mit 10-20% des Geldes schon jetzt im Trading-Bereich auf „Schnäppchenjagd“ und daher mit gestaffelten Abstauberlimits in den Markt und eifern Warren Buffet nach, dessen Leitspruch ist: „Verkaufe, wenn die Gier überwiegt und werde gierig, wenn die Angst überwiegt!“ Daher ist mein Motto auch bei meinem Ostbörsen-Seminar „Go East“ am 12. November 2008 um 17.30 Uhr in Frankfurt M. „In der Krise liegt die Chance“. Bis dahin dürfte aber noch einiges passieren. Welche Aktien Sie jetzt kaufen oder verkaufen sollen, können Sie der täglich aktualisierten Ostbörsen-Hotline 09001-8614001 (1,86 €/Min.) entnehmen. Bestellen Sie auch jetzt den kostenlosen Newsletter bei www.andreas-maennicke.de

  • Bitte aufwachen: Margin Call für den Steuerzahler in Sicht!

    Mittwoch, 15. Oktober 2008 19:35:00

    Jetzt geht ins Eingemachte! Es geht um die Kernfragen des Systems. Es geht auch um Lerneffekte bei Politikern, Bankern, Aufsichtsgremien und last not least Anlegern. Nach dem letzten G7 Gipfel kam klar zum Ausdruck, dass es nun eine Verstaatlichungswelle wahrscheinlich nach dem britischen Modell weltweit geben wird, damit der Kredit- und Geldkreislauf wieder in Gang kommt. Die Schwellenländer China, Brasilien und Indien wollen mithelfen, dass sich die Finanzkrise nicht ausweitet. Dies soll dann nur eine Übergangslösung sein, damit die Bankwirtschaft, die im Moment kein Geld hat bzw. kein Geld ausgeben will, wieder eigenständig in Gang kommt.

    Die DAX reagierte heute in den ersten Morgenstunden mit einem Kursfeuerwerk von 518 Indexpunkten bzw. 11,4% auf 5062 Indexpunkte. Ob dies nun auch wieder ein Strohfeuer war, muss abgewartet werden. Die Moskauer Börse war am 13. Oktober aber anfangs nach Eröffnung immer noch unter dem Niveau wie vor der Schließung der Börse am 9. /10. Oktober. Im ADR-Handel stieg Gazprom aber um über 20%, Sugutneftegas um über 20%% und Lukoil um 15% bei Handelseröffnung am Montag. Auch die Wall Street stieg am Monat anfangs um über 6% auf 9000 Indexpunkte. Entscheidend wird es zu Stabilisierung sein, dass die Kurse in dieser Woche nicht wieder brutal einbrechen und auch diese Rettungsaktion der G7-Länder verpufft. Wenn es aber Anschlussorder gibt, gibt es auch hohe Reboundchancen bis Jahresende. Vielleicht haben wir am 9. Oktober „schon“ die Tiefstkurse für dieses Jahr gesehen.

    Es bleibt abzuwarten, ob dies wie in den Vortagen nach bestimmten „Feuerwehraktionen“ des Staates nur ein Strohfeuer ist. Der Anleger sollte aber jetzt einmal in sich gehen und selbst mögliche Szenarien entwickeln. Leider hat der Anleger (und auch der hilflose Bankberater) oft keine Schublade für ein „worst case“ Szenario parat. Ich kann nur immer wieder sagen: vermeiden Sie Kursverluste von über 50% in Ihren Depot, denn die sind schwer aufzuholen. Ich habe rechtzeitig darauf hingewiesen, in Cash zu gehen. Wie geht es jetzt aber weiter und was ist im Detail geplant?

    Es soll nach den Plänen der EU in Paris weiter Liquidität und Kapital zur Verfügung gestellt werden und es sollen Bilanzierungserleichterungen geben. Die USA und der IWF wollen jetzt auch zusammen mit der EU und den Schwellenländern an einem Strang ziehen. Es handelt sich also zum ersten Mal ein Krisenpaket in der Nachkriegsgeschichte, wo die ganze Welt mit im Boot ist. Im Einzelfall soll der Staat auch Aktionär werden. Bis zu 470 Mrd. sollen für Staatsgarantien bzw. Bürgschaften alleine in Deutschland bis Ende 2009 zur Verfügung gestellt werden. Ich kann nur hoffen, dass der Fonds nicht in dem Ausmaß in Anspruch genommen wird, denn dann gibt es eine Pleitewelle bei Gemeinden, Kommunen und Städten; selbst die Kreditwürdigkeit des Staates sinkt dann enorm. Denken Sie daran: nichts ist im realen Stresstest unmöglich, auch nicht ein Staatsbankrott! Ich hoffe aber, dass es nicht dazu kommt und dieser Fonds nur eine weitere psychologische Beruhigungspille ist, denn wie das Ganze im Ernstfall finanzierbar sein soll, bleibt mir ein Rätsel.

    Diesen Finanzmarktstabilisierungsfonds hatte Russland übrigens schon rechtzeitig nach der Russlandkrise 1998 gebildet, was eine Weise Entscheidung war. Der Westen muss also vom Osten (Russland) und deren Krisenmanagement lernen (und nicht umgekehrt), was auch ein Novum ist. Dennoch war der Wertverlust an der Moskauer Börse weit höher als an der Wall Street, weil Ausländer und Hedgefonds aber auch Oligarchen fast wahllos durch den „Margin Call“ Aktienpakete auf den Markt schmeißen mussten Ich frage mich allerdings, warum Putin/Medwedew den Stabilisierungsfonds nicht jetzt massiver einsetzen, um Aktienpakete an der Moskauer Börse zu kaufen.

    Schon heute soll im Deutschen Bundestag über ein Notgesetz der Nachtragshaushalt in Berlin beschlossen werden. Das kann in Zukunft große Finanzierungsprobleme für Städte und Kommunen geben. Die Defizite werden immer höher und auch Stadtpleiten (wie Berlin) sind möglich. Immobilien müssen jetzt zwangsverkauft werden. Auch Städte und Kommunen müssen weiter sparen. In England löschte schon die Feuerwehr mit drei Krediten und Staatsbeteiligungen bei Großbanken, wobei vor allem RBS gerettet werden soll. Der Kurs brach am Montagmorgen erst um fast um 30% ein, erholte sich dann aber wieder von 0,7 auf 1 € auf das Ausgangsniveau. Dabei beteiligt sich der Staat nur über Vorzugsaktien und hat damit kein Stimmrecht. Das ist noch der liberalste Weg. Dabei waren es gerade die RBS-Analysten, die einen Kurseinbruch beim S&P von über 20% vor einigen Wochen vorhersahen, aber nicht Ernst genug genommen wurden. Ähnliches wird zeitgleich in Rom und Paris beschlossen werden. Es wird für alle Beteiligten gemeinsame Regeln zur gegenseitigen Hilfe in der EU für den Notfall geben, nicht mehr aber auch nicht weniger. Am Mitwoch sollen beim EU-Gipfel auch andere europäische Länder mit ins Boot genommen wurden. Der Steuerzahler wird wie in den USA mit die Hauptlast tragen, zunächst virtuell als Bürgschaftsgeber, im Notfall aber auch real. Die Finanzwelt ist nicht mehr wie er zuvor war. Der Turbo-Kapitalismus hat ein Ende gefunden, was nicht zu bedauern ist.

    Damit ist aber auch gesagt, dass viele Großbanken außer den bekannten Adressen schon jetzt aufgrund des „counterpart risk“ faktisch Pleite sind bzw. ohne Staatshilfe nicht existieren können. Selbst Goldman Sachs hätte Pleite gehen können, wenn AIG Pleite gegangen wäre. Das wurde bis jetzt noch knapp vermieden. Goldman Sachs hatte zudem U-Boot-Teams, die Short waren und damit von dem Finanzdebakel profitiert hatten. Nun wollen die G7 mit aller Macht einen Bankenrun verhindern und dafür sorgen, dass der Geldkreislauf der Welt wieder funktioniert. Dafür wurden auch weitere Beruhigungspillen verteilt wie Erhöhung der Einlagensicherung von 20.000 auf 50.000 in Europa. Nur fragt sich nach wie vor, wer das im Ernstfall alles bezahlen soll. Es ist ganz klar, dass auch die EU-Notbeschlüsse am 11. Oktober nur psychologisch wichtige, aber im Ernstfall nicht ausreichende Beruhigspillen sind, die jetzt verteilt werden. Man kuriert nach wie vor an den Symptomen, um ein krankes, von Krebsgeschwüren befallenes System so lange wie möglich am Leben zu erhalten.

    Es ist nicht verwunderlich, dass die Beruhigung des Finanzsystem Thema No. 1 im US-Walkampf geworden ist. Es kann auch gut sein, dass in Deutschland nächstes Jahr dieses Thema das Thema No. 1 sein wird. Es ist wahrscheinlich, dass dabei auch Systemfragen diskutiert werden und „Die Linke“ unter Oskar Lafontaine ohne eigenes Dazutun von dieser Situation profitieren wird. Der „linke“ Obama profitiert jetzt schon von dem Finanzdebakel, da die Republikaner mehr für den volkswirtschaftlichen Schaden des Laisser-faire-Stils (ohne Kontrolle) verantwortlich gemacht werden. Jetzt kann McCaine wahrscheinlich nur noch ein (konstruierter) Terroranschlag retten, um die Wahl am 4. November zu gewinnen. Es wäre schlecht, wenn die großen Volksparteien in Deutschland nun wie in Bayern völlig im Wahlergebnis einbrechen und wohlmöglich radikale Randgruppen großen Zulauf bekommen. Dies wäre aber nur dann der Fall, wenn die Arbeitslosigkeit dramatisch steigen würde und die Inflation hoch bleiben würde, kurz wenn die Finanzkrise sich nachhaltig auf die Realwirtschaft auswirken würde. Ich glaube aber mehr daran, dass die Börse im Moment übertreibt und das es außer im Banken- und Automobilsektor nicht zu Massenentlassungen kommen wird. Es wird jetzt zu wenig gesehen, dass viele Unternehmen auch in Osteuropa immer noch sehr gut dastehen und auch gut durchfinanziert sind. Das wird die Börse korrigieren (mit Kurssteigerungen), wenn die Zwangverkäufe der Hedgfonds und Banken im Eigenhandel aufhören.

    Wer sind also jetzt also die Experten, die kluge und weitsichtige, aber nicht populistische Antworten auf die drängenden Fragen der Bevölkerung finden? Sicherlich wurden durch die Medien die Probleme in den letzten Wochen nicht verursacht, aber deren Auswirkungen durch entsprechende Sensationsberichterstattung eher verschärft; vor allem aber haben auch die Meiden leider in den letzten Jahren versagt, weil kein Börsenmagazin oder TV-Sendung vorher so richtig recherchiert hat, wohin die Billionen € an Kreditderivaten gewandert sind, wie sie verbucht wurden und welche möglichen Auswirkungen diese „Massenvernichtungswaffen“ haben. Ich habe versucht, diese Probleme durch mein „Radar- und Frühwarnsystem“ immer wieder bei meinen Kolumnen und auch im Strategieteil des EAST STOCK TRENDS zu thematisieren und auch die richtigen Schlüsse für den Anleger zu treffen. Aber ich weiß, dass dies, um Gehör zu finden, eher schädlich ist.

    Auch EON hat sich mit seinem zu hohem Kaufpreis in Russland verspekuliert und muss nun hohe Goodwill-Abschreibungen im Mrd-Volumen in Kauf nehmen. Das Volumen für DAX-Wert beträgt über 150 Mrd. €. Ich kritisiere nach wie vor, dass es so ein Frühwarnsystem für den Finanzsektor und wohl auch nicht im Finanzmanagement von Großkonzernen, die Übernahmen geplant haben, bisher nicht gegeben hat. Hier hat auch der IWF versagt. Auch haben Analysten versagt, die nicht den Leverage-Effekt hinrechenf beachtet haben. Jetzt ist die Analyse der Passivseite wichtiger als die Analyse der Aktivseite und Ertragspotentiale im Wettbewerb. Jetzt können die Unternehmen, die Cash haben, auf „Schnäppchenjagd“ gehen. Es wird auch zu vielen Übernahmen in 2009 kommen. Es gibt aber noch weitere Punkte, die für die Zukunftsgestaltung Beachtung verdienen. Nach wie vor sollte auch das unkalkulierbare und intransparente Treiben der Hedgefonds hinterfragt werden, die jetzt Aktien fast wahllos auf den Markt schießen müssen, um das überleben zu sichern.

    Was wir jetzt verfolgen ist auch Ausdruck einer tiefgreifenden und weitreichenden Globalisierungskrise; denn wenn die freien Marktkräfte unreguliert die Geldkreisläufe auf der ganzen Welt beeinflussen, dann sind nationale Regierungen hilflos diesen globalen Prozessen ausgeliefert. Prozesse die außer Kontrolle geraten, sind immer gefährlich. Ähnliche Probleme könnte es auch im Falle eines Cyber-Krise geben. Weltweite Vernetzung birgt enorme Chancen in sich; wenn diese aber einseitig wohlmöglich kriminell ausgenutzt werden, kann es auch dort zu einer“ Systemkrise im Web“ kommen mit nicht kalkulierbaren Risiken für die Realwirtschaft. Ähnlich ist dies heutzutage in der globalen Welt der Finanzwirtschaft. Es gab und gibt noch immer keine Transparenz über das Volumen der Kreditderivate und Credit Defaults Swaps und es gibt (noch) keine Kontrolle über die globalen Prozessen in der Finanzwirtschaft.

    Immerhin gibt es jetzt zum erstem Mal koordinierte und abgestimmte Aktionen der G7 Länder und der EU, die alle nur dazu führen sollen, dass der internationale (nicht nur nationale) Geldkreislauf wieder funktioniert und das vor allem ein Bankenrun vermieden wird. Kommt es aber zu einem Bankenrun, kann auch der Staat nicht helfen, weil die Bilanzsummen der Banken größer sind als das BSP eines Landes. Die osteuropäischen Länder haben es hier sogar besser, da kaum Subprimekredite in den Büchern sind und zudem die Bedeutung des Finanzsektors in Relation zum BSP oder das Kreditvolumen pro Kopf nicht so hoch ist. Dennoch können auch osteuropäischen Banken jetzt Pleite gehen und wohlmöglich unter staatliche Obhut kommen, wenn sie sich zu stark international refinanziert haben und die Refinanzierung jetzt nicht mehr oder viel zu teuer möglich ist.

    Das Beispiel Island zeigt sehr eindrucksvoll, dass im worst case dann auch Staaten sehr schnell Pleite gehen können, wobei das Beispiel bisher nur bedingt aussagekräftig ist, da Island nut 360.000 Einwohner hat und dort die Banken die Wirtschaft dominieren. Zudem wurde das Wachstum im Bankensektor überwiegend nicht über Einlagen, sondern über ausländische Anleihen finanziert. Früher oder später werden sich aber auch Staaten wie USA und Deutschland die Frage stellen müssen, ob die aufgebaute Billionen-Verschuldung (=Forderungen bei Notenenbanken, Pensionskassen, Banken, Versicherungen und Privatanlegern) wieder korrigiert bzw zurückgeführt werden kann. Meine These ist schon lange: es kann früher oder später auch zu einem Staatsbankrott in Deutschland oder USA kommen. Die Auflösung kommt dann über eine Währungsreform oder Hyper-Inflation. Auch dies ist ein Prozess, der schon in Gang ist, aber wohl erst in einigen Jahren den Problemlösern der Welt gelöst werden muss, was allerdings nicht ohne arabische Länder, China, Japan, Indien und Russland denkbar ist. Ich hoffe, dass dann nicht solche Panikreaktionen wie jetzt notwendig sind, sondern das die Problemlösung „sanft“ und strategisch vorbereitet wird. Ich vermisse aber bei allen Regierungen (Finanzministerien) die Vorbereitung von extremen Maßnahmen einer zu hohen Staatsverschuldung oder gibt es dafür schon geheime Ausschüsse, die darüber kreativ nachdenken. Auch hier werden jetzt Fehler gemacht, da ich nicht den Eindruck habe, dass man für den „worst case“ eine oder besser mehrere Schubladen noch nicht parat hat.

    In der Schweiz kommt es im Moment der Vermögensabbau schon einer Kernschmelze gleich. In der Schweiz sollen angeblich ein Drittel der Vermögen der Welt versammelt sein, wobei die Dunkelziffer groß ist. Wurden die Kunden der Schweiz aber gut beraten? Haben auch die Schweizer Banken geeignet Frühwarnsysteme für den „worst case“? Viele Vermögensverwalter sind jetzt zun 50% in Cash. Wem aber gelang es, Vermögenssubstanz zu erhalten oider gar zu mehren außer einigen wenigen Hedgefonds (bitte bei mir melden)? Seit letztem Jahr sind alleine im Aktienbereich Wertverluste von über 20 Billionen USD weltweit entstanden, wobei 7% beim Dow Jones alleine einen Wert von über 1 Billion USD haben. Das Kernproblem ist nun ein Misstrauen in der Finanzwirtschaft; wenn das Misstrauen auf die Realwirtschaft überschwappen sollte, kommt es zu weniger Konsum, weniger Investitionen und dazu Massenarbeitslosigkeit, höheren Haushaltsbilanzdefiziten und Bankenpleiten, die dann durch den Staat, also uns absorbiert werden. Dann werden eine Reihe von Gemeinden, Kommunen und Städten faktisch Pleite geben. Das reiche Kalifornien ist jetzt schon Pleite, weil ihm 7 Mrd. im Haushalt fehlen.

    Im Moment gibt es eine Flucht ist Staatsanleihen (Bundesschatzbriefe fast ausverkauft) und in Gold als letzten Rettungsanker, wobei für mich Gold keinen ausreichenden Schutz für Verluste im Aktienbereich bieten werden. Anleihen werden aber bei anhaltend hoher Inflation auch real (inflationsbereinigt) keinen Schutz dauerhaft bieten können. Ich bin schon sehr verwundert wie hilflos jetzt Politiker, Wirtschaftswissenschenschaftler auch Nobelpreisträger, Bankberater, Analysten und Anleger sind und wohl auch bleiben werden, wenn es zu einem wirklichen Stresstest nicht nur bei Banken, sondern auch der Staatsfinanzen kommt. Lieber also dafür jetzt schon sorgen, dass kein Feuer ausbricht, bevor die großen Feuerlöscher nur den Brand löschen, aber ein Chaos hinterlassen.

    Warum macht man sich als Politiker nicht jetzt schon Gedanken wie man die Zukunftsprobleme wirklich lösen wird. Die Staatsschulden der Amerikaner befinden sich jetzt in diversen Büchern der US-Pensionskassen, der ausländischen Pensionskassen, der Nationalbanken (Transparenz der Anlagepolitik der Notenbanken), der Araber, Chinesen und Russen (oft Einzelpersonen bzw. deren Finanz-Holddings). Auch hier ist es natürlich die Frage, wie lange vertraut man den USA noch zu, ihre Schulden weltweit bezahlen zu können. Die Amerikaner müssen jetzt einen enormen Sparvorgang in Gang setzen, um mittelfristig nicht die Vertrauenswürdigkeit in die Währung zu verlieren. Dies bedeutet aber auch Konsumverzicht in dies in den USA, was in den USA mit einer Rezession verbunden sein wird. Den nächsten Stresstest in der Realwirtschaft muss die USA schon sehr bald, wahrscheinlich schon in 2 Monaten die US-Automobindustrie bestehen. Die Betriebsstilllegung bei Opel war nur der Anfang eines schwierigen Anpassungsprozesses in einer Finanzwelt, wo das Geld ausgeht. Die Börse ist oft das beste Frühwarnsystem für die Realwirtschaft.

    Passen Sie also genau auf, was in den nächsten Wochen mit GM passieren wird. Wird GM mit Chrysler mergen? Dann treffen sich zwei Blinde mit Krückstock, die beide im Nebel der Konjunkturausblicke und des Verbraucherverhaltens rumstochern, aber sich gegenseitig stützen wollen. Wenn aber GM Chapter 11 anmelden muss, wird für die USA eine weitere Welt untergehen und Träume von „think big“ werden zu Alpträumen (auch an den Weltbörsen!). Dabei wäre auch das ein ganz natürlicher Auslesprozess einer falschen Produktpolitik (zu wenig Hybrid und umweltfreundlich) und einer zu hohen Verschuldung. GM hat schon vor 1 Monat die Kreditlinie mit 4,5 Mrd. USD voll ausgeschöpft. Jetzt kann nichts mehr helfen außer der Staat, der dann auch wieder für Managementfehler gerade stehen muss. Was für Banken gilt, müssen die USA demnächst auch auf große multinationale Konzerne ausweiteten, da sonst die Gefahr einer Massenarbeitslosigkeit zu groß ist. Das Motto heißt auch hier: too big to fail.

    Was passiert aber, wenn GM trotz aller Rettungsbemühengen des Staates doch Pleite gehen sollte? Das würde sofort eine weitere Tsunamiwelle an den Weltbörsen trotz aller Rettungsversuche auslösen. Dieses Thema wurde schon am letzten Donnerstag an der Wall Street gespielt, die zuvor auch ein paar Mal das Thema Lehman Brothers mit Gerüchten um eine mögliche Pleite durchspielte. George Soros wollte auch nicht an Pleite glauben und wurde bestraft. Aber keiner wollte im Grunde so recht an eine Pleite eines Prime Brokres glauben. Auch hier heißt es für Politiker und Anleger: Last Margin Call bedeutet last wake up call für alle Anleger. Viele begreifen immer noch nicht, welche Prozesse jetzt gerade ablaufen, obwohl sie klar erkennbar sind.

    Nach einer Rezession in 2009 darf aber keine Depression oder eine japanische Krankheit in der Welt werden. Noch ist der Dollar die Weltreservenwährung mit dem Ausspruch „In God we trust“. Auch hier müssen in Zukunft der Yuan und Rubel als Weltreservenwährung mehr Beachtung finden. Insofern gebe ich Medwedew/Putin ganz recht. Dass es zu keiner Depression kommt, können (nur) die Emerging Markets (auch in Eigenregie und nicht unter der Regie des IWF) etwas beitragen. Die Führungsrolle der USA wird abgelöst. Auch das ist wie ein Paradigmawechsel. Die Welt verändert sich im Moment dramatisch. Verändern Sie sich auch und passen sich den Prozessen an. Oder noch besser: Nutzen Sie die Prozesse als Chance aus.

    Der EZB-Chef sagte ebenfalls anbetungsvoll „You can count on us“ und macht eindringliche Appelle, das die Banken jetzt wieder sich gegenseitig trauen sollen und nicht das Geld, dass sie sich bei der EZB ausleihen nur wieder bei de EZB anlegen. Nun, „you can count on us“, war auch die Werbung von Nothern Rock und wer diesem Werbespruch vertraut hatte, war (fast) sein Geld los. Ähnlich denken jetzt wieder Bankmanager, wo keiner dem anderen traut. Ich will es kaum aussprechen oder denken: aber können wir wirklich den Staat vertrauen? Und was passiert, wenn wir dem Staat nicht mehr trauen können? Es kommt dann eine Währungsreform als „ultima ratio“. Aber wie weit sind wir von diesem letzen Schritt entfernt? Wenn alle jetzt mitmachen und die Banken und Wirtschaft, vo allem die Konsumente (also Sie!) wieder Vertrauen bekommen, noch sehr weit. Wenn nicht gibt es ein „1929“-Szenario schneller als uns lieb ist. Bankmanager und Anleger brauchen jetzt einen Psychiater. Also ab auf die Coach! Wenn keiner mitmacht oder es weitere Pleiten mit systemischen Risiken wie bei GM gibt, dann aber kann es schon sehr bald wieder zu einem Crash und Staatsbankrott kommen. Denken Sie mal darüber nach, denn jetzt können sich sehr schnell Verschuldungs-Prozesse entladen, die schon lange in Gange sind.

    Ohne dass es zu einer Systemkrise gekommen war, waren schon eine Reihe von Staaten zuvor Pleite gegangen wie ua. Russland, Mexiko, Argentinien. Nur kann der Staat seinen faktischen Bankrott so lange hinausschieben, bis es genug Personen/Institutionen gibt, die ihm noch Geld geben. Aufgepasst: Amerika wäre ohne Kapital aus China, Japan und Saudi-Arabien längst Pleite, denn diese neuen Kapitalgeber finanzieren das US-Haushaltbilanzdefizit im großen Stil. Sie sind also mit im Boot und können sich einen Staatsbankrott wegen des Counterpart risk nicht erlauben. Jetzt wurde die US-Verschuldungsgrenze auf 11 Billionen erhöht. Und das obwohl die Sparquote minimal ist. Die große Illusion der amerikanischen Altersversorgung war und ist, dass Immobilien und Aktien immer weiter steigen. In den USA ist die Altersversorgung sehr stark auf diesen beiden Beinen Aktien und Immobilien aufgestellt. Nun brechen beide Säulen zum ersten Mal brutal ein. Im Jahr 2001 drohte nach den 11. September auch eine Kernschmelze des US-Finanzsystems: Sie wurde verhindert durch eine historisch einmalige Geldausweitung durch Greespan. Dadurch stiegen sowohl Aktien als auch Immobilien wieder. Dadurch bildete sich eine Reihe von „Bubbles“ im Immobilien- und Rohstoffsektor, die nun massiv korrigiert werden. Zudem gab es eine Exponentialkurve bei Krediten - vor allem Konsumentenkredite und Immobilienkredite. Der Systemkollaps wurde dadurch erst einmal nach hinten verschoben.

    Jetzt aber wurden die Immobilien nicht nur zu 60%, sondern sogar zu 120% besichert und die Kreditpakete in die ganze Welt verkauft. Dieser Bubble löst sich jetzt auf, ebenso wie der Immobilienbubble in den USA, Großbritannien und Spanien. Alleine diese Prozesse führten schon zum Beinahe-System-Kollaps. Eine Teilverstaatlichung ist auch nur eine kosmetische Behandlung des Verschuldungsproblems, um oberflächlich wieder Vertrauen ins System zu bringen.

    Ich sage aber schon lange: das System hat inhärente Systemschwächen, die (immer wieder) zu einem Systemkollaps führen können, was durch die Globalisierung eine neue Dimension bekommen hat. Was global lange Zeit fehlte, war eine Ethikdiskussion in den Vorstandsetagen und bei Aufsichtsräten, war das Problem der ineffizienten Kontrolle (Frühwarnsysteme) durch bisherige Kontrollgremien wie Bafin/SEC, Notenbanken, Regierungen, Aufsichtsräten (Risk-Management), Wirtschaftsprüfungsgesellschaften und Rating-Agenturen. Die gegenwärtigen Diskussionen führen hoffentlich auch zu Lerneffekten bei der Systemverbesserung. Den Turbo- Kapitalismus der alten Form wird und darf es nicht mehr geben, einen totalitären Staatskapitalismus ist aber das Gleiche in Grün (dann würden nur Funktionäre davon profitieren). Das Thema ist sehr komplex. Wie in der Natur gibt es aber immer wieder in der Evolution komplexe Systeme, die durch Rückkopplung sich anpassen oder verschwinden und neue Systeme die eine gute Überlebenschance haben. Ich sage; das alte System hat keine Chance dauerhaft zu überleben. Kommt nach der Konsolidierung in Zukunft das Dinosauriersterben erst in der Finanzwirtschaft und dann in der Industrie? Was passiert tatsächlich mit ihrer Altersversorgung in 10 Jahren?

    Was wir schon lange brauchen ist eine globale Diskussion an Universitäten und von Führungspersonen in der Wirtschaft und Politik, um global bessere, sprich stabilere Systeme zu schaffen, die bestmögliche Entfaltungsmöglichkeiten aber auch ein neues Anreizsystem schaffen. Viele Top-Manager sind vor allen in der Finanzwirtschaft immer noch in deren Anreiz-Beitrags-Systemen fehlgeleitet und fehlgesteuert, da es nur von kurzfristigen Renditegesichtspunkten geleitet ist. Wenn ein Top-Manager (Vorstand) ein Unternehmen in die Pleite führt, hat er zuvor durch Boni so viel Geld verdient, das es ihm egal sein kann, ob das Unternehmen Pleite geht. Diese Boni müssten zurückverlangt werden können aber dazu kann nur der Aufsichtsrat oder die Hauptversammlung der Aktionäre in Zukunft sorgen. Auch in Russland sind Fehlleitungen des staatskapitalistischen Systems ganz deutlich erkennbar ebenso wie in China. Die großen Reichtümer werden in der Schweiz und auf Steueroasen gebunkert und nicht ausreichend in den russischen Wirtschaftskreislauf reinvestiert. Dafür werden die Traumvillen in Südfrankreich im prunkvoller. Auch dies ist erkennbar der falsche Weg und wird sich dann rächen, wenn die Rohstoffeinnahmen deutlich geringer werden. Auch hier dürften die USA die falschen Vorbilder sein. Wenn der Staat kein Geld mehr hat, muss er es sich mit dem Rücken zur Wand irgendwie beschaffen. Dies wird ein Top-Thema für alle Regierungen auf der Welt werden, wo jetzt die Finanzmittel immer knapper werden.

    Was wird also politisch passieren: in einer Rezession haben meisten Linkskräfte wieder Oberwasser, in einer Depression werden aber auch rechte und linke Randgruppen (wie 1929) großen Zulauf bekommen. In einer Depression erhöht sich übrigens auch die Wahrscheinlichkeit eines Weltkrieges bzw Stellverettzerkriegen.. Es ist also sehr wichtig, dass die Wirtschaft im nächsten Jahr wieder Fahrt aufnimmt. Bisher deutet sich nur eine Rezession bei den meisten G7-Ländern an. In einer Rezession kommen die Verschuldungsprobleme wegen Steuerausfällen wieder so richtig zum Vorschein, da es dann überall an Kapital fehlt. Es wird also in 2009 zu weiteren Konjunkturprogrammen kommen müssen, was die Haushaltsbilanzdefizite nur weiter erhöht. Die Haushaltsbilanzdefizite erhöhen sich in dieser Phase also, was Thema No 1 in 2009 neben „Verteilungsdiskussionen“ sein wird. Und dennoch ist der Bedarf an Zukunftsinvestitionen (also Bildung, Familie) enorm. Politiker erhöhen aber gerade in der Zeit die Rüstungsausgaben. So werden die Militärausgaben in USA und Russland sowie China weiter aufgestockt. In anderen Bereichen wird es aber massiv an Geld fehlen- auch an Transferzahlungen und Sozialleistungen. Dies wird zu Unmut bei der Bevölkerung führen und weiderum zu einem Zulauf von politischen Randgruppen.

    Auch für Russland wird das ein wichtiges Thema werden, wenn die Wirtschaft durch den Rohstoffreichtum nicht mehr so wächst wie zuvor. Das Investmentklima hat such schon dramatisch verschlechtert. In Russland werden diejenigen Beamten gejagt und verfolgt werden, die sich ungerechtfertigt durch Korruption bereichert haben. Nach groben Schätzungen gibt es alleine im Beamtensektor über 100.000 Millionäre mit Traumvillen in Südfrankreich und Spanien. Bei den Oligarchien wird untersucht werden, ob die Steuern vernünftig abgeführt werden. Der unglaubliche Reichtum in Russland kommt nicht von ungefähr. Medwedew scheint schon jetzt Ernst zu machen mit seiner Korruptionsbekämpfung. Viele Gouverneure und deren Beamten könnten ausgetauscht werden und neu eingesetzt werden. Ich erwarte diese „Säuberunsgwelle“ im nächsten Jahr. Auch bei einigen Oligarchen, die Reichtümer ohne Wissen des Kremls im Ausland anhäuften, könnte es an den Kragen gehen. Deswegen flieht schon jetzt russisches Kapital ins Ausland. Aber wohin und wie wird es angelegt?

    Die Schweiz hat schon die USA auf der Watch-list. Datenklau scheint in Mode zu kommen und ein neues Eldorado für Wirtschaftskriminalität werden. Auch die Daten in der Schweiz, Liechtenstein und Luxemburg werden in den nächsten Jahren nicht sicher sein und hier geht es um Billionen! Wenn der Staat mit dem Rücken zur Wand dringend Geld braucht, wird er sehr erfinderisch und die jeweiligen Geheimdiesnte auch! In Russland sind die „paradiesischen Zeiten“ jetzt vorbei. Ohne Modernisierungspartnerschaft, Innovationen (eigenen Patenten) und Förderung der eigenen Kreativität wird Russland den Reichtum schnell wieder verlieren. Die neuen Technologiezentren sind gute Ansätze für den Anfang. Eine Oligarchenjagd wäre aber schädlich für den Aktienmarkt. Schon beim „Mechelfall“ glaubte der Markt an einen zweiten Yukos-Fall. Ich hoffe, dass auch hier eine Politik mit Augemaß betreiben wird. Gerade Russland muss dafür sorgen, dass verloren gegangen Vertrauen wieder gewonnen wird. Anders ist die Modernisierungsoffensive und anders sind die Infrastrukturinvestitionen nicht zu finanzieren. Auch Russland hat die Chancen für einen Neustart, bei dem Europa und Asien als strategischen Partner mit ins Boot kommen. Auch wenn es politisch zu großen Spannungen kommen kann, werden weiter die Investoren aus Großbritannien, Kanada und USA zumindest im Öl/Gassektor ein großes Interesse haben, mit Russland ins Geschäft zu kommen. Die Begrenzung des Kapitals für Ausländer auf 25% bei strategisch relevanten Breichen halte ich nach wie vor für einen Fehler, der revidiert werden muss, sonst wird der Kapitalfluss sich schnell umdrehen. Wie lange Russland die großen sozialen Unterschiede geduldig aushält, bleibt abzuwarten. Wenn die Politiker in Russland und China nicht lernfähig sind, wird es eine soziale Revolution geben. Das wird aber noch eine ganz Zeit dauern.

    Die Risikoprämienwaren im letzten Jahr viel zu niedrig, jetzt im Stresstest aber viel zu hoch, auch hier brauchen wir ein neues Maß in der Risikoeinschätzung und bessere Möglichkeiten, die globalen Risiken besser einschätzen zu können. Wann gehen wir endlich dazu über Manager nach langfristige Kriterien zu honorieren, nach nachhaltigen Gewinnen, nach Erhöhung von Marktanteilen, nach der Schaffung von Arbeitsplätzen, nach Ehrlichkeit zu Geschäftspartnern und Anlegern. Auch Aktionäre und Aufsichtsräte sollten im Kern andere Anzeiz-Systeme zur Entlohnung entwickeln als das bisher der Fall war. Was in den Vorstandsetagen bei Lehman Brothers und AIG passiert war, ist sicherlich kein Einzelfall. Gute Leistungen und kreative Ideen sollten belohnt werden; langfristiger Erfolg selbstverständlich auch. Ich wäre zum Beispiel dafür, dass die Boni von Managern nur dann ausgezahlt werden, wenn dieser Mehreinahmen in das eigene Unternehmen wieder reinvestiert werden. Wenn die Führungsenstcheidung nicht nachhaltig für das Unternehmen sich positiv auswirken, sollten Boni auch (zum Teil) im Nachhinein wieder zurückgeführt werden können. Dies erhöht dann automatisch die Bereitschaft der Manager, Risiken richtig einzuschätzen und im Unternehmen ein vernünftiges Risikomanagement zu etablieren. Wenn wir nicht im nächsten Jahr mit den Rücken zur Wand zu grundlegend Änderungen im System kommen, könnte es zu spät zum Einlenken werden.

    Das deutsche Modell die Krisenbewältigung wird uns jetzt vorgestellt werden und die Börse wird dementsprechend reagieren (heute sehr positiv). Im US-Wahlkampf sind Wirtschaft und Finanzthemen jetzt Thema Nummer 1. Auf die jeweiligen Antworten der Politiker und der nächsten Hiobsbotschaften wird die Börse ihrerseits antworten und die Börse ist immer sehr ehrlich, wenn auch manchmal wie jetzt übertrieben ehrlich, was sie von den neuen Vorschlägen hält. Ich rechne zunächst mit einer fortgesetzten Kursstabilisierung, wobei jetzt vor allem die Berichtssaison darüber Aufschluss geben wird, wie die Finanzrisiken bisher in der Realwirtschaft angekommen sind und auch wie hoch die Bankwirtschaft den Abschreibungsbedarf noch sieht. Sicherlich wird es auch Bilanzierungshilfen geben, damit nicht tatsächlich die Staatslast zu groß wird, Es kann gut sein dass sich die Kurse wieder bis Jahresende oder bis Frühjahr 2009 kräftig erholen. Dies kann aber nur dann geschehen, wenn bis dahin nicht große US-Automobilkonzernen oder Kalifornien Pleite geht. Ich glaube aber, dies wird US-Finanzminister Paulson nicht zulassen (dürfen), so das Geld fließen wird, solange es noch da ist. Damit werden die Probleme ins nächste Jahr verschoben und Obama darf sich dann darum kümmern. Auch wird es spannend, wie sich die Inflationsraten jetzt entwickeln werden. Ich rechne durchaus mit steigenden Kursen und sinkenden Inflationsraten (wegen der gefallen Rohstoffpreisen) kurzfristig, was aber kein neuer Trend ist, sondern nur ein Bärmarktrallye. Wenn die Rettungspakete nicht wirken sollten nicht und auch die Realwirtschaft in eine Krise kommt, sind wir nicht weit von einem Staatsbankrott (und einem 1929) entfernt! Dann kann es also zu einem Margin Call beim Steuerzahler, also bei Ihnen kommen. Sind Sie sich dessen eigentlich bewusst? Und dies hat nichts mit Panikmache zu tun! Ich glaube aber noch nicht so schnell an einen Margin Call für die Steuerzahler und daher glaube ich sogar an die Möglichkeit einer Jahresendrallye, wenn die Berichtssaison jetzt in den Folgetagen keine neuen Hiobsbotschaften bringt.

    Dieses und viele andere Themen werden wir beim nächsten ESI-Ostbörsen-Seminar besprechen. Bitte aufwachen: wir sind mitten in einem Paradigmawechsel: die Emerging Markets werden die Triebfedern der Wirtschaft und jetzt die Retter der Welt sein. Setzen Sie also weiter auf Emerging Markets, insbesondere auf die Ostbörsen. Daher ist mein Motto auch bei meinem Ostbörsen-Seminar „Go East“ am 12. November 2008 um 17.30 in Frankfurt M. „In der Krise liegt die Chance“. Bis dahin dürfte aber noch einiges passieren. Welche Aktien Sie jetzt kaufen oder verkaufen sollen, können Sie der täglich aktualisierten Ostbörsen-Hotline 09001-8614001 (1,86 €/Min.) entnehmen.

  • Verpufft das US-Rettungsprogramm?

    Samstag, 04. Oktober 2008 13:31:00

    Haben Sie auch Angst um Ihr Geld? Nachdem die Pleitewelle im Bankensektor auch die HYPO Real Estate, also die drittgrößte Hypothekenbank Europas, erreicht hat, fragen sich viele Menschen besorgt in Deutschland, ob ihr Geld bei ihrer Bank überhaupt noch sicher ist. Die Hypo Real Estate wurde zwar mit Mühe und Not im zweiten Anlauf am Freitag gerettet, was schon fast zu einer Kursverdoppelung seit dem Tief von 3,5 € geführt hat; diese Rettungsaktion kam aber nur dadurch in trockene Tücher, weil die Versicherungen in letzter Minute sich an der Rettungsaktion beteiligten.

    Eine Bürgschaft des Staates von 35 Mrd. € hat es in der Nachkriegszeit noch nie in Deutschland gegeben. Auch die EZB pumpte am Freitag noch einmal 50 Mrd. € in den Markt, um für Liquidität zu sorgen. Diese Rettungsaktionen sind jetzt in der ganzen Welt zu beobachten: die russische Regierung gab der VEB Bank (Außenhandelsbank) ebenfalls 50 Mrd. USD in die Hand, damit die russischen Banken ihren Zahlungsverpflichtungen im Ausland nachkommen und einen „Default“ vermeiden können. Es brennt also nach wie vor lichterloh in der Welt und alle Notenbanken der Welt pumpen im Moment Geld in den Markt, um einen weltweiten Finanzkollaps zu vermeiden.

    Die größte Rettungsaktion überhaupt ist aber das von Bush vorgeschlagene 700 Mrd. USD Rettungspaket der amerikanischen Regierung, das am Freitag vom US-Repräsentantenhaus verabschiedet wurde. Es bleiben aber noch viel Fragen offen wie zu welchen Konditionen die amerikanische Regierung die bis dato fast wertlosen bzw. illiquiden „Ramschpapiere“ aufkaufen will. Angeblich sollen Auktionen stattfinden, wo die Banken ihre Ramschpapiere anbieten. Es ist fraglich, ob damit Bankinsolvenzen in Zukunft vermieden werden können. Zudem wäre eine Kapitalspritze im Volumen von 700 Mrd. USD wesentlich wirkungsvoller gewesen, da viele Banken immer noch in Relation zu den risikoreichen Anlagen unterkapitalisiert sind. Es ist nämlich so, dass viele Vorstände und schon gar nicht die Aufsichtsräte einen Überblick über außerbilanzielle Zweckgesellschaften, den off shore-Gesellschaften auf de Bahamas &Co und anderen Steueroasen, haben. Die „Monster“ im Bereich der Finanzderivate sind vielfach zu groß und undurchschaubar geworden. Es schwirren in der Welt Billionen USD von Forderungen umher, wo nicht klar ist, ob es dafür einen Rückzahlungs- bzw. Refinanzierungsmöglichkeiten gibt bzw. ob die Kreditversicherungen ausreichen, um den Schaden zu begrenzen. Es sind in der Tat um mit Bundespräsidenten Köhler und Investmentlegende Buffet zu sprechen „Monster“ und „Massenvernichtungswaffen“ im Finanzderivatebereich entstanden, die keiner außer den Initiatoren mehr versteht und die Dimensionen erreicht haben, die das Welt-Finanzsystem zum Kollaps bringen können. Jetzt ist überall sogar in den USA der Ruf nach mehr Transparenz und Kontrolle groß. Er kommt nur etwas spät, hoffentlich nicht zu spät!

    Es gibt Experten, die ausrechnen, dass mindestens 2,5 Billionen USD, wenn nicht sogar 5 Billionen USD notwendig sind, um wirklich wieder Vertrauen ins Bankensystem weltweit zu bringen und alle großen Schieflagen bei den „Asset Backed Securities“ (ABS) aufzufangen. Das große Problem sind weiterhin die Kreditderivate und gehebelten Produkte und deren Versicherungen. Der Deutsche Bank AG-Chef Josef Ackermann fordert nun, dass sich Europa ein ähnliches Rettungspaket einfallen lässt, was nur zeigt wie dramatisch die Situation immer noch ist. Dabei hielt er die Krise im Frühjahr schon für „abgehakt“. Bankvorständen kann man bei ihren Aussagen wahrlich nicht mehr trauen, wenn es Liquiditätsfragen und Krisenanfälligkeit der eigenen Bank geht. Der französische Präsident Sarkozy hat daher auch vorgeschlagen, dass jeder europäische Staat 3% des BSP für eine Rettungsaktion zur Verfügung stellen soll, um den Mega-Gau, also die Kernschmelze in Finanzsystem zu verhindern. Angela Merkel ist jedoch dagegen und will van Fall zu Fall länderindividuellen Problemlösungen vorschlagen.

    Das große Problem ist das „Counterpart Risk“, also das Risiko der Gegenpartei von Krediten/Anleihen. Wenn eine Großbank Pleite geht, schleppt sie gleich einen ganzen Rattenschwanz von Banken mit sich, die in schwere Liquiditäts-Schieflagen kommen können. Für viele Banken besteht jetzt das Problem der Refinanzierung und Anschlussfinanzierung von Anleihen und Kreditderivaten. Für Unternehmen besteht das Problem einer möglichen Kreditklemme, die die Weltwirtschaft erlahmen lässt. Und dann geht es in „Eingemachte“ wie Konsumentenkredite und Unternehmenskredite.

    Man bedenke, dass alleine die Insolvenz von Lehman Brothers Verbindlichkeiten von 600 Mrd. USD unter Chapter 11 zur Abwicklung bringt. Das ist so als ob Russland im Jahr 1998 ausgelöscht und „abgewickelt“ wird, denn das BSP betrug damals auch nur 600-700 Mrd. USD. Bei der Hypo Real Estate stehen 400 Mrd. € auf dem Spiel. Wenn diese Großbanken in die Insolvenz gehen, kommen viele „Counterparts“, also auch andere Banken und Versicherungen in ernsthafte Zahlungsschwierigkeiten usw..

    Noch schlimmer aber wäre es, wenn der normale Sparbuchkunde und Anleger die Nerven verliert und das Geld von der Bank abziehen will. Wenn dies massenweise aufgrund von Gerüchten über eine Pleitegefahr geschieht, nennt man dies einen „Bankenrun“. Dies geschah im September bei der größten amerikanischen Bausparkasse Washington Mutal in den USA und der East Asia Bank in Asien. Zuvor war Nothern Rock in England Opfer eines Bankenruns und wurde dann vom Staat aufgefangen. Ein Bankenrun in Europa (Deutschland) bei mehreren Banken mit langen Menschenschlangen vor allen Bankfilialen gleichzeitig ist (noch) unvorstellbar und wäre auch fatal, weil dann keine Bürgschaft und auch kein staatliches Rettungsprogramm nützen würde.

    Daher hat die irländische Regierung vorsorglich die Einlagen für alle 6 Großbanken bis 2010 als sicher garantiert, um einen Bankenrun zu verhindern. Dabei scheint es der irländischen Regierung nicht zu stören, das dieses Versprechen das Doppelte des BSP beträgt. In einem solchen Fall wäre der Staat selbst fast Pleite. Auch an diesen Gedanken wird man sich in Zukunft gewöhnen müssen. Auch Staaten können Pleite gehen wie zuvor Argentinien und Russland! Auch Japan ist schon mit 180% des BSP verschuldet. Die USA kommen bald in ähnliche Regionen, wenn sie so weitermachen. Die Verschuldungsgrenze wurde in den USA jetzt von 9,6 auf auf 11 Billionen USD erhöht. Mit dem Rettungsprogramm erhöht sich das Haushaltsbilanzdefizit auf über 1 Billion USD, wobei die Schulden von Fannie Mae und Freddie Mac noch nicht mitgerechnet sind und das sind immerhin 5 Billionen USD. Im Falle eines Bankenruns bei mehreren Großbanken würde der Einlagensicherungsfonds nicht ausreichen, um die Spargelder wieder zurückzahlen zu können. Der Einlagensicherungsfonds ist durch die Lehman Pleite fast leer, wird aber wieder aufgefüllt. Es brennt aber lichterloh im Bankensektor!

    Die Gefahr, die ich sehe ist, dass die Kriegsgefahr zunimmt, wenn die Finanz- und Wirtschaftskrisen überhand nehmen. Schließlich ist auf der Weltwirtschaftskrise 1929 ein Weltkrieg entstanden. Nur haben jetzt viele Weltmächte Atombomben. Diese Gedanken wollen wir lieber nicht weiterspinnen.. Ich halte den NATO-Gipfel in Tiflis für einen Fehler, weil er eine Provokation für Russland darstellt. Ebenso ist das Raketenabwehrsystem auf polnischen und tschechischen Boden eine Provokation in russischen Augen.

    Das nächste brisante Thema wird der Iran werden, wo das Atomkraftwerk im Oktober ans Netz gehen wird. Auch dies ist schon jetzt Bestandteil des US-Wahlkampfes und die Republikaner könnten versuchen, wieder „Kriegsthemen“ wie Irak/Iran in den Vordergrund zu bringen, nachdem McCaine in Wirtschaftsfragen offensichtlich nicht kompetent genug ist und auch sein Mannschaft nicht hinter sich hat. Ein Bombenanschlag wie in Südossetien kommt da ganz gelegen und wie die Iran-Atomfrage geklärt wird, ist auch noch offen Das sind zwei für den Weltfrieden (und die Weltbörsen) gefährliche Trumpfkarten für McCaine, die er noch im Wahlkampf bis 4. November ausspielen könnte …(hoffentlich nicht!).

    Trotz des US-Rettungspakets ging die Wall Street am Freitag in den letzten Handelsstunden wieder in die Knie. Der Dow Jones verlor in wenigen Stunden um fast 500 Punkte von 10.800 auf das neue Jahrestief von 10.325 Indexpunkten, während er vor der Entscheidung noch 300 Punkte im Plus war. Dies ist ein sehr schlechtes Zeichen für die nächste Woche. Wenn der Dow Jones unter 10.300 Indexpunkte fällt bzw. der S&P-Index unter 1100, droht ein weiterer Mini-Crash bzw. Kursverlust von 5-10% in wenigen Tagen. Der DAX wird wohl am Montag wieder mit einem Gap von 160 Punkten nach unten eröffnen, womit der Tagesgewinn von heute wieder verloren ist. Ich nehme aber an, dass der DAX dann wieder das Gap schließen wird, weil der S&P-Future (künstlich?) über Globex nach oben geht. Bei unter 5500 Indexpunkten könnte der DAX schnell bei 5000 Indexpunkten landen.

    Es kann aber gut sein, das das „Plunge Protection Team“ in den USA am Montag wieder auf den Plan tritt und die Wall Street rettet, indem S&P Future im großen Volumen gekauft werden und so ein „Short-Squeeze“ bzw „Short Covering“, also das Eindecken von Short-Positionen auslöst. Achten Sie daher auf die S&P-Future vor und nach Handelseröffnung. Der Nikkei-Index dürfte auf unter 10.800 Indexpunkte einbrechen und damit wieder auch Panikreaktion an der Moskauer Börse auslösen. Die Unsicherheit bei den Anlegern ist wieder sehr groß, so dass wieder Panikverkäufe und Zwangliquidierungen von Hedgefonds möglich sind, die selbst in arger Not sind. Eine weitere Tsunami-Welle könnte also nach dem „Erbeben der internationalen Finanzarchitektur“ folgen.

    An der Moskauer Börse wurde der Handel am Freitag zum dritten Mal in den letzten 4 Wochen ausgesetzt, nachdem die Aktien in wenigen Minuten um 5% einbrachen. Am besten man wird jetzt alle Börsen schnell schließen, um Panikreaktionen zu vermeiden, aber das wird nicht möglich sein. In Südossetien kamen 7 russische Soldaten bei einem Bombenanschlag ums Leben, wobei die russische Regierung den georgischen Geheimdienst dafür verantwortlich macht. Das hört sich nicht gut an (auch für den Weltfrieden!). Verschwörungstheoretiker können auch vermuten, dass US-Geheimdienset dahinter stecken könnten, um McCaine, der nun fast aussichtslos hinter Obama bei den Wahlumfragen zurück liegt, wieder als außenpolitischer Krisenmanager nach vorne zu bringen. Das würde dann aber wieder Krieg in Georgien bedeuten, was in dieser Zeit weitere Panikreaktionen nicht nur in Moskau, sondern an allen Weltbörsen verursachen würde. Dabei sollen jetzt gerade EU-Beobachter nachprüfen, dass alle russischen Truppen bis 10. Oktober abgezogen sind. Wenn sie jetzt aber wegen dieses ganz bewusst herbeigeführten Terroranschlags wieder zurückkehren sollten, wäre dies ein herber Rückschlag – sogar für den Weltfrieden! Auch ein Terroranschlag in Deutschland oder den USA würde ins Bild der Verschwörungstheorie passen und kämen zur Unzeit für die Weltbörsen. Nur die Shortseller würden dann davon profitieren.

    Man kann nur hoffen, dass Medwedew/Putin diesmal besonnen(er) reagieren. Im erneuten Kriegsfall in Georgien würde die Moskauer Börse wieder einbrechen, weil ausländische Investoren ihr Kapital panikartig abziehen werden. Auf der anderen Seite sind russische Aktien jetzt äußerst günstig bewertet, so dass die Kurserholung kräftig ausfallen dürfte, wenn die Ausländer wieder zurückkommen. Im Moment ist daran aber nicht so schnell zu denken, da die Amerikaner und Briten ihre Brandherde im eigenen Land löschen müssen und Kapital weiter abziehen. Unter dem Kapitalabzug bei Fonds leiden vor allem Small und Mid Caps – auch bei anhaltend guten Fundamentaldaten.

    Ich erwarte also weiter turbulente Zeiten und einen heißen Oktober. Es wird trotz des US-Rettungspaketes weitere Banken- und vor allem Hedgefondspleiten geben. Crashtage, die wahrscheinlich kommen werden, sind aber auch an Ostbörsen Kauftage, wenn auch nur für einige Tage. Der Bärmarkt bleibt insgesamt intakt, da die 200 Tageslinien überall bei den großen Weltbörsen fallend sind. Die Aktien an der Wall Street sind bisher erst um 20% gefallen und in Anbetracht der Gewinnverminderungen im Banken- und Automobilsektor immer noch zu teuer. Die Automobilbranche bekommt jetzt in den USA eine 25 Mrd. USD-Kredit, verschuldet sich damit aber immer mehr. Die US-Verschuldung steigt insgesamt dramatisch an. Ich rechne mit vielen Pleiten von Kommunen und Ländern in den USA in 2009. Auch Kalifornien ist schon am Rand der Pleite.

    Die Wall Street ist bisher – man höre und staune! - dennoch von den großen Weltbörsen die am besten performende Börse der Welt, obwohl in den USA die Verschuldungsprobleme am größten sind. Die relativ stabile Wall Street könnte wie erwähnt eine Folge des „Plunge Protection Teams“ sein, das bisher einen Crash wie 1987 erfolgreich verhindern konnte. Die 777 Dow Jones-Indexpunkte am schwarzen Monat im September war „nur“ ein Kursverlust von 8% während der 87-er-Oktober-Crash einen Kursverlust von 19% bei etwas über 500 Indexpunkten zur Folge hatte. Obwohl die Welt-Aktienkapitalisierung schon von 62 auf 42 Billionen um 20 Billionen USD (!) seit Oktober 2007 abnahm, können die Kursverluste noch größer werden. An dem „Schwarzen Montag“ gingen an der Wall Street über 1 Billion USD verloren, die am nächsten Tag dann fast wieder zurückgewinnen wurden. Diese volatilen Kursprüngen werden sich fortsetzten.

    Dies zeigt schon, dass 700 Mrd. USD nicht ausreichen werden, um die Finanzkrise in den USA bzw. gar weltweit beherrschen zu können. Der IWF schätzt alleine die Verluste im Bereich der Subprime-Kredite auf über 1 Billion USD. Ich erwarte dennoch bei einer Bärmarktrallye, die irgendwann zum Jahresende kommen wird, keine Bodenbildung, so dass der Anleger nur mit gestaffelten Abstauberlimits in ausgewählte Blue Chips bei seiner Schnäppchenjagd in den Markt gehen sollte. Das Timing wird beim „Bottom Fishing“ ohne Boden nicht einfach werden. Das wichtigste ist aber, dass wieder Vertrauen in den Bankensektor kommt, was im 4. Quartal gut sein kann, da jetzt wohl alle Restabschreibungen erfolgen. Dann wird der Anleger sehen, dass es auch Gewinner geben wird wie die Bank of America, Goldman Sachs und JP Morgan in den USA oder Sberbank in Russland. Waren Buffet investierte schon einige Milliarden in Goldman Sachs und General Electric. Der kann aber auch lange Warten und vor allem Nachlegen, wenn die Kurse weiter fallen sollten. Können Sie das auch? Es gibt jetzt schon vielerorts „Schnäppchenkurse“, die zum Einstieg locken, wobei das Timing des optimalen Einstiegs sehr schwierig ist. Ich empfehle daher weiterhin, auch in Osteuropa selektiv mit gestaffelten Abstauberlimits in den Markt zu gehen. Cash bleibt King!

    Daher ist mein Motto auch bei meinem Ostbörsen-Seminar „Go East“ am 12. November 2008 um 17.30 in Frankfurt M. „In der Krise liegt die Chance“. Bis dahin dürfte aber noch einiges passieren. Welche Aktien Sie jetzt kaufen oder verkaufen sollen, können Sie der täglich aktualisierten Ostbörsen-Hotline 09001-8614001 (1,86 €/Min.) entnehmen.

 

 

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