Werden Sie aktiver und interaktiver in 2010!

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Sonntag, 03. Januar 2010 01:45:00

Zu Jahresbeginn bemühen fast alle Experten ihre Glaskugel und machen Prognosen für das neue Jahr; die Prognosen reichen von Fortsetzung der Superhausse aus 2009 und dem Erreichen der alten Höchstkurse bis totaler Finanzkollaps. Auch eine Hyperinflation wird aufgrund der Geldschwemme der Notenbanken in Aussicht gestellt. Andere machen zu Jahresbeginn keine kühnen Prognosen, dafür aber gute Vorsätze für das neue Jahr.

Ich weiß ja nun nicht so genau, was bei Ihnen bei den „guten Vorsätzen“ (außer Abnehmen zu wollen) auf dem Papier steht. Ich gebe Ihnen nur den Rat, auf Ihr Papier zu schreiben, in 2010 aktiver und interaktiver zu werden. Nutzen Sie dabei die Informationsmöglichkeiten des „global village“ und konzentrieren Sie sich dabei auch auf die wesentlichen news. Vermeiden Sie also einen Informations-Crash und versuchen Sie den Überblick zu bewahren in einer immer komplexeren und immer mehr vernetzten Welt. Machen Sie zu Jahresbeginn mal die Mühe, die Hauptheadlines, also die dominanten News für 2010 herauszufiltern. Schicken Sie mir dann bitte Ihr Ergebnis bzw. Ihr Feedback.

Silbermond hat es auf den Punkt gebracht mit dem Wunsch: „Gib mit ein kleines bißchen Sicherheit, in einer Welt in der nichts sicher scheint, gib mir irgendwas, das bleibt!“. 2009 war die Flucht in die Sicherheiten, sprich in Staatsanleihen, die wiederum keineswegs so sicher sind wie sie scheinen. Was wird uns in diesem Jahr alles erwarten: der Turn around in der Weltwirtschaft nach den herben Wirtschaftseinbrüchen in 2009, globales Welt-BSP-Wachstum von über 3% und einen Gewinnswing in vielen Branchen einerseits, steigende Inflationsraten, steigende Zinsen, viele zu hohe Haushaltsbilanzdefizite und eine zu starke Schuldenexpansion anderseits.

Zudem sind Afghanistan, Pakistan und Iran ungelöste Probleme, auch für den Weltfrieden. In Pakistan gab es zum Jahreswechsel wieder einen Selbstmordanschlag mit über 100 Todesopfern, was durchaus von Bedeutung ist. Wenn in Pakistan die Regierung gestürzt werden sollte, ist der Weltfrieden noch unsicherer. Im Iran probt die Opposition die Revolution, was bisher 80 Todesopfer zur Folge hatte. In den USA wurde nur knapp ein Terroranschlag der El Kaida-Verbündeten, die bis nach Nigeria reichen, vereitelt. Die USA will jetzt tabula rasa in Jemen machen, wo sich weitere Terrorlager befinden. Die neuen Terroristen werden aber aus dem islamisch geprägten, verarmten Ländern aus Ost-Afrika kommen, wie der neue Ermordungsversuch in Dänemark schon aufzeigte Die El Kaida ist bisher überwiegend in Afghanistan, Pakistan und Irak aktiv und versucht das feindliche Ausland herauszubomben. Die Terrorgefahr ist sicherlich in 2010 nicht gebannt, egal mit oder ohne Nacktscanner und erst recht nicht mit 30.000 Soldaten mehr in Afghanistan!

Alle Anleger und Analysten sollten sich (mehr) in Selbstverantwortung üben und auch (mehr) Gedanken über das „Verwundbarkeits-Management“ von Ländern und Unternehmen machen. Wer sich zu hoch verschuldet, ist verwundbarer bei Wachstumseinbrüchen. Es wird wohl noch einige Zeit dauern, bis das alle kapiert haben. Das Hebeln über Fremdkapital ist einerseits Ausdruck der Gier, anderseits aber auch der fehlenden Kontrolle. Hier müsste es klare Regeln auch im Börsengeschäft geben, die Hebelprodukte nur entsprechend hohen Sicherheiten bzw Eigenkapital erlauben. Letztendlich sind es die Derivate, was in der Regel gehebelte Produkte sind, die die Realwirtschaft zugrunde und Millionen von Arbeitsplätzen vernichten können. Hier muss ein deutlicher Riegel vorgeschoben werden.

Am meisten hebeln Banken schon dadurch, dass sie oft nur eine Kerneigenkapitalquote haben von unter 5%. 95% des Geschäftes ist also gehebelt. Durch (mehr oder weniger) kluge Finanzmathematiker im Hause werden dann an die 95% Fremdkapital noch mal gehebelt. Die Bilanzsummen von Großbanken sind durch Merger und Bilanzsummenaufblähung so groß geworden, dass im Falle von Pleiten ganze Volkswirtschaften ruinieren können. „Too big to fail“, war wohl der Spruch des Jahres 2009. Mit den oberflächlich guten Zahlen bei Goldman Sachs und JPMorgan begann im März 2009 die Trendwende, der aber ohne erhebliche Bilanzhilfen auch nicht möglich gewesen wäre. Immerhin konnte der Super-Gau, also ein Bankenrun, in 2009 durch die staatlichen Rettungsschirme vermieden werden. In den USA gingen bisher erst 140 Banken pleite, in Deutschland hängen vor allem die Landesbanken noch am seidenen Faden.

Ich hoffe nur sehr, dass der Finanzsektor seine Lektionen gelernt hat. Es ist ohnehin erstaunlich, dass nun gerade aus dem Bereich, wo Risk-Management zur Profession gehört, die größten Fehler gemacht wurden, die zudem keiner bemerkt hat. Die Folgen dieser Fehler wird uns auch noch in den nächsten Jahren beschäftigen, denn die Verschuldung ging in 2009 sprunghaft auf den Staatsbürger über ohne eigenes verschulden. Die Mega-Verschuldung ist kaum wieder rückführbar und der Staat wird in Zukunft sehr rigide die Steuern eintreiben müssen, um sich nicht in die Zahlungsunfähigkeit zu bringen. In 2010 wird es aber einige Länder geben, die am Rande des Staatsbankrotts stehen, nicht nur „Dubai“ und die „PIGS“.

2009 war für die meisten Anleger der Jahr der verpassten Anlagechancen. Kaum einer traute sich schon im Frühjahr Aktien zu kaufen; alle wollten sich gemäß dem Silbermond-Motto in Sicherheit wiegen und in Staatsanleihen investieren, die kaum Zinsen brachten. Nur wenige „Hartgesottene“ bekamen daher die Super-Hausse in 2009 mit. Sowohl der DAX als auch der Dow Jones stiegen von März bis Ende des Jahres um über 60%, was der stärkste Kursanstieg in der Nachkriegszeit war. Da die Aktien in den ersten beiden Monaten aber noch kräftig nachgaben, war das Plus von 23-25% bei DAX und Dow Jones zwar auch ansehnlich, aber nicht etwas Besonderes, insbesondere nicht in Anbetracht der Kursverluste im Vorjahr. Das letzte Jahr war sicherlich mental nicht einfach für Anleger, zumal das Wirtschaftssystem auf der Kippe stand.

Mit 2010 beginnt eine neue Dekade. Die spannende Frage bleibt, ob die westlichen Industrienationen wirklich von den Fehlern der Vergangenheit gelernt haben und ob sie, wie von allen Regierungen erwünscht, gestärkt aus der Krise herauskommen. Was sind nun – unabhängig davon - wohl die nächsten Megatrends, die Sie auch als Investor nutzen können? Sicherlich werden die G20 und mithin auch die großen Emerging Markets eine immer bedeutsamere Rolle beim globalen Wachstum bilden. Setzen sie daher auch auf die neuen möglichen Wachstumsunternehmen aus den Emerging Markets, die zum Beispiel im neuen Emerging Markets Challenger Basket II (ISIN CH0107368208) von der Schweizer Vermögensverwaltung Jud &Partner zusammengefasst sind. Auch Klimawandel wird ein Megatrend auch für Anleger bleiben, wobei chinesische Solar- du Windkraftwerke weiterhin hohes Wachstumspotential haben. Der Asia Wind&Solar Fund (WKN A0RN3V) ist ein geeignetes Vehikel für diesen Megatrend, ganz unabhängig vom dem Erfolg des nächsten Klimagipfels.

Auch werden die großen Chancen in Osteuropa immer wieder falsch bzw zu gering eingeschätzt; es ist immer wieder erstaunlich, wie stiefmütterlich die osteuropäischen Börsen behandelt werden. In den Jahren 2003-2007 konnten allen Ostbörsen den DAX und Dow Jones deutlich outperformen und in 2009 wieder. Die zentralosteuropäischen Börsen stiegen um über 60% und die Börsen aus Russland, Kasachstan und Ukraine um weit über 100%, ausgehend von den Tiefstkursen im März sogar um fast 200%. Es ist nur die Kunst, bei den Crashs, dies es immer wieder von Zeit zu Zeit gibt, nicht vollumfänglich dabei zu sein und rechtzeitig die Reißleine zu ziehen.

Dies war übrigens nach meinen eindringlichen Warnungen im EAST STOCK TRENDS (EST) auch ohne weiteres in 2008 rechtzeitig möglich. Auch im neuen EST wird im Strategieteil die Marktechnik bei Aktien und Rohstoffmärkten aufgezeigt, wobei das „big picture“ auch immer Wegweisungen für das Timing bei den Anlagen in Osteuropa gibt. Bestellen Sie jetzt ein Probe-Abo des EST, um diese wichtigen Informationen nicht zu verpassen. Mit dem den Aktien im spekulativen Muster-Depot hätten Sie eine Performance von über 180 % in 2009 erzielen können, mit einzelnen Aktien sogar von 500% (welche bitte im nächsten EST nachlesen und Probe-Abo unter www.eaststock.de bestellen). Im neuen EST werden Ihnen drei Aktien für 3 neue Mega-Trends aus den Rohstoff, Energie- und Agrarsektor vorgestellt. Die Märkte in Osteuropa sind aber sehr volatil.

Insofern sind das Timing und die Markttechnik immer wieder von neuem zu beachten. In 2009 hatten wir ziemlich gleichförmige bzw besser „v-förmig“ verlaufende Kurserholungen sowohl bei Rohstoffen als auch bei Aktien, wobei die Haussetrends seit März 2009 noch knapp intakt sind. Die ersten 7 Tage an der Wall Street sind oft ausschlaggebend für das ganze Jahr. Es kann gut sein, dass sich die Börsen zu Jahresbeginn wieder leicht nach oben bewegen, was dann als Jahresanfangsrallye gewertet werden kann und eine gute Basis für das Gesamtjahr bildet.

Viele von Ihnen haben die großen „v-förmigen“ Rebound-Chancen in 2009 verpasst, viele von Ihnen haben auch zu spät oder auch überhaupt nicht die Reißleine in 2008 gezogen, weil sie die Märkte falsch eingeschätzt oder die falschen Berater hatten. Lernen Sie aus Ihren Fehlern, denn beides war nicht nötig und vielleicht auch Ausdruck einer zu großen Gier. Ich bliebe bei meinem Appell, werden sie in 2010 wieder aktiver und interaktiver. Bleiben Sie vor allem flexibel. Schreiben Sie mir, welche Aktien bei Ihnen im Vordergrund stehen und was Sie für Erwartungen für das neue Jahr haben.

Der DAX schloss zum Jahresende knapp unter der 6000-er-Marke bei 5957 Indexpunkten. Ein erstes Warnsignal für eine scharfe Korrektur gibt es bei unter 5800 und bei unter 5600 droht sogar ein markanter Trendwechsel. Bei über 6040 wird es eine kleine Jahresanfangsrallye geben, wobei es dann aber auch die Wall Street einen neuen Höchstkurs geben müsste. Ich glaube eher an Seitwärtsbewegungen, übrigens auch für das ganze Jahr, wobei es zwischenzeitlich recht volatil sein wird. Im ersten Quartal rechne ich aber auch mit dem Verlassen des Aufwärtstrends seit März 2009, wobei dann scharfe Korrekturen durch Gewinnmitnahmen und Stopp-loss-order zu erwarten sind. Der Dow Jones Industrial Index bewegt sich trotz des neuen Jahreshöchstkurse per saldo seit Mitte Oktober bereits seitwärts. Am 31. Dezember gab er um 1,14% deutlich auf 10.428 Indexpunkte nach. Erst bei unter 10240 Indexpunkten entsteht ein deutliches Verkaufssignal, bei über 10.550 aber ein deutliches Kaufsignal. Richtig bearish wird es aber erst bei unter 10.000 Indexpunkten. Dies ist auch wegweisend für die Ostbörsen, wobei sich die meisten Ostbörsen auch seit Oktober seitwärts bewegen.

Der russische RTS-Index schloss am 31. Dezember mit einem Plus von 1,12% bei 1444 Indexpunkten. Damit war die Moskauer Börse mit einem Plus von 125% einmal wieder einer der Top-Performer unter den Weltbörsen. Waren Sie dabei? Dabei half sicherlich auch, dass der Ölpreis um über 60% anstieg. Zuletzt stieg der Ölpreis sogar wieder auf 80 USD/Barrel, obwohl der Euro zum Dollar auf 1,43 einbrach. Die russischen Broker befinden sich noch bis zu den russischen Weihnachten in Urlaub. Gold wird wie im Dezember dann stark fallen, wenn der Dollar wieder stärker werden sollte, womit ich in 2010 mittelfristig rechne. Insofern könnte auch der Goldpreis wieder auf 1000 USD/Unze oder sogar darunter korrigieren. Der Goldpreis schloss zum Jahresende bei 1096 Indexpunkten.

Welche Aktien aus Osteuropa jetzt im Trading-Bereich ge- oder verkauft werden sollten, können Sie auf der täglich aktualisierten Ostbörsen-Hotline 09001-8614001 (1,86 €/Min) entnehmen. Lesen die Chancen im neuen EAST STOCK TRENDS (Bestellung unter www.eaststock.de).

TV-Hinweis: Andreas Männicke wurde am 10. Dezember im DAF über die Aussichten und möglichen Jahresendrallye des russischen Aktienmarktes befragt. Sie können sich das TV-Interview jetzt unter www.anleger-fernsehen.de bei video on demand oder auch im TV-Archiv bei www.eaststock.de runterladen.

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