Wahre Werte (nicht nur) zu Weihnachten: Zeit!

Drucken Speichern

Sonntag, 26. Dezember 2010 19:29:00

Was haben Sie dieses Jahr zu Weihnachten geschenkt bekommen? Das, was Sie sich schon immer gewünscht haben oder genau das Gegenteil davon? Der Einzelhandel vermeldet in Deutschland ein Umsatzwachstum um 2% zur Weihnachtszeit, was über den Erwartungen liegt. Um wie viel hat sich Ihr Weihnachts-Budget dieses Jahr erhöht? Die Krisenstimmung ist der hoffnungsvollen Stimmung gewichen. Der IFO-Geschäftsklima-Index erreichte im Dezember ein neues Jahres-Hoch und der DAX auch mit über 7000 Indexpunkten.

Weihnachten ist auch die Zeit der Stille, der Besinnung und der Ruhe, also das, was Politiker in diesem Jahr nicht hatten. Sie jagten von einem Krisentermin zum nächsten und kamen dabei kaum zur Besinnung. In der Panik öffnete „Onkel Helikopter-Ben“ schon frühzeitig die Geldschleusen. Seine 600 Mrd USD Anleihenkäufe und die fortgesetzte Nullzinspolitik waren wohl die besten „Vor-Weihnachtsgeschenke“ für die Börsianer, das man sich denken konnte, denn seit Ende September haussieren die Weltbörsen wieder. Auch die EZB machte ein „QE2“, was auch den Euro wieder stabilisierte. Man darf aber gespannt sein, wie die FED und die EZB in den nächsten Jahren die Schrott-Anleihen wieder los werden. Die EZB will schon das Kapital erhöhen, um die höheren Risiken auffangen zu können, sprich: um nicht selbst Pleite zu gehen. Was passiert eigentlich, wenn die Notenbank Pleite geht? Die Notenbank kann Gelddrucken, wird aber dann irgendwann gegen die Inflation ankämpfen müssen.

Neben Onkel Ben sollten sich die Börsianer auch bei dem Staatspräsidenten der Republik China Hu Jintao bedanken, denn ohne Chinaimporte hätten wir nicht so eine Rohstoffhausse wie jetzt gehabt und ohne sein Konjunkturprogramm hätten wir auch kein neues Hoch beim IFO-Geschäftsklima-Index und beim DAX gehabt. Durch eine moderate Soft-Abwertung des Yuan wurde auch ein Währungskrieg mit den USA (knapp) vermieden. Auch werden durch die Erhöhung der Mindestreservensätze ein Überschäumen der Konjunktur und eine zu starke Inflation vermieden. Danke Hu Jintao!

Auch Barak Obama machte einen besseren Job als ihn die Tea Party weiß machen will. Das START 1 Atom-Abrüstungsprogramm mit Russland kann ebenso als Erfolg verbucht werden wie zuvor die Gesundheitsreform und in Ansätzen auch die - noch recht zahme - Finanzmarktreform, mit der sogar die Wall Street leben kann. Obama ist nicht nur ein guter Rhetoriker, sondern er kann auch bei wichtigen Fragen durch seine “Telefondiplomatie“ auch Gegner auf seine Seite bringen. Chapeau! Im nächsten Jahr hat er aber die schwierige Iran-Atomfrage zu klären. Vielleicht gelingt ihm auch dort ein Meisterstück, was aber auch sehr bedeutsam für die Börse sein wird, ebenso wie die Schlichtung des Nord-/Südkorea-Konflikts.

Das neue Start-1-Programm mit Russland senkt die Zahl der strategischen Atomsprengköpfe von 2200 auf 1550 und sieht nach einer Unterbrechung von über einem Jahr die Wiederaufnahme gegenseitiger Inspektionen vor. Dies ist besser als ein „Kalter Krieg“ mit Russland – für alle Beteiligten und auch für den Weltfrieden. Da auch Putin/Medwedew hier mitmachen darf man sich auch bei Putin/Medwedew bedanken. Im nächsten Jahr soll Russland auch in die WTO beitreten. Die Welt dreht sich weiter und rückt dabei aber auch immer mehr zusammen. Am Montag beginnt aber auch die Verlesung des Urteils gegen den Ex-Öl-Magnaten Chodorkowski, das sicherlich nachdenklich macht, denn eine Haftverlängerung scheint schon so gut wie beschlossen. Hier bleibt hoffen, dass zumindest die beweisbaren Fakten öffentlich gemacht werden, sonst kann so ein Urteil auch irgendwann zum Bumerang werden.

Angela Merkel hat es auch nicht einfach in diesem Jahr mit all den Euro-Krisengipfeln wegen der „PIGSIs“ gehabt. Ihr ist es auch zu verdanken, dass wir jetzt (noch) keine EU-Anleihen und damit wesentlich höhere Zinssätze in Deutschland haben. Deutschland wird aber Zahlmeister der „Transferunion“ bleiben, wovon Deutschland aber auch am meisten profitiert. Und die „PIGSIs“ werden uns allen auch im nächsten Jahr das Leben schwer machen - auch an der Börse. Noch einmal: Ohne den Euro hätten wir jetzt einen DAX von unter 4000 Indexpunkten, was die meisten noch nicht so richtig verstehen (wollen), Immerhin gelang es ihr – auch mit Hilfe von China – den Aufschwung XXL in Deutschland beim Export herbeizuführen, die Arbeitslosigkeit zu senken und bei den meisten Unternehmen wieder eine positive Stimmung (mit einem Hoch beim IFO-Geschäftsklima-Index) herbeizuführen. Daher sage ich auch: Danke Angela Merkel!

Im letzten Jahr wurde noch eine zweite Weltwirtschaftskrise erwartet, die bisher ausblieb. Das bescherte uns allen ein Weihnachtsfest mit neuen Jahreshöchstständen an den Weltbörsen, das weit besser war, als man im Dezember 2008 – und auch noch im September 2010 - noch glauben konnte.

Weihnachten ist auch die Zeit der Dankbarkeit und Danksagungen. Daher sage ich im Namen aller, die es ähnlich sehen: Danke Onkel Ben, danke Hi Jintao, danke Obama, danke Medwedew/Putin, danke Angela Merkel. Ich habe Euch alle oft genug in diesem Jahr (nicht nur) wegen der zu starken Verschuldung kritisiert und werde dies auch in Zukunft tun. Ich bin aber froh, in Deutschland und nicht im Iran, Russland oder in Ungarn zu leben, denn Gedanken- und Pressefreiheit sind in der Tat ein hohes Gut, dass zu recht von der Verfassung geschützt sein sollte. Was Ungarn da als neuer EU-Ratsvorsitz mit dem neuen Mediengesetz - sprich :Mediendiktatur - vorhat ist wenig verständlich und in der Diplomatensprache “nicht akzeptabel!“. Wikileaks hat möglichweise die Grenzen der Pressefreiheit überschritten und zu viele intime Dinge respektlos ausgeplaudert. Es ist aber gut, wenn es eine Gegenmacht gibt, die eine Allmacht der Politiker verhindert und die Wahrheit zu Tage bringt. Es ist auch gut, wenn Dinge transparent werden, die zumindest bei den Betroffenen mehr Respekt abfordern. Daher auch danke Julian Ansange, was die Aufklärung angeht, aber nicht das Betragen gegenüber Frauen.

Am meisten bedanke ich mich aber bei Ihnen, lieber Leser, dass Sie meiner Kolumne die Treue halten, denn dadurch schenken Sie Ihr kostbarstes Gut, nämlich Zeit. Lesen Sie aber bitte noch einmal meine Kolumne „wahre Werte“ und schreiben Sie mir Ihre Meinung dazu. Werden sie jetzt noch interaktiver und geben mir ein Feedback. Wir alle können etwas dazu tun, einen kleinen Mini-Beitrag zur „Weltverbessrung“ zu leisten. Seien Sie in Zukunft mehr ein aktiver Teilnehmer als ein passiver Leser.

Das kostbarste Gut ist neben der Gesundheit immer noch die Zeit. Schenken Sie – nicht nur zur Weihnachtszeit – also sich und Ihren liebsten Erdenbürgern Zeit. Liebe Politiker und Bankmanager, schenkt auch Euch Zeit zum Nachdenken, denn es bedarf gerade im nächsten Jahr sehr besonnener und wohlbedachter Entscheidungen. Im chinesischen ist Krise und Chance dasselbe Symbol. Krise ist immer auch eine Chance- zur Neubesinnung, zum Umdenken, zum Bewusstseinswandel und zum Wertewandel. Vielleicht ist auch hier noch nicht zu spät. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

Am 1. Januar 2011 dürfen wir mit Estland ein neues Land im Euroraum willkommen heißen. Die Anleger in Estland durften sich schon über ein Kursplus von über 70% in diesem Jahr freuen, was zeigt, dass die Ostbörsen immer wieder selektiv Outperformancechancen haben. Auch die Moskauer Börse zählte mit einem Plus von über 20% zu den Outperformern, was bis September noch nicht so rosig aussah. Vor dem Investieren sollten Sie aber eingehend informieren!

Bestellen Sie daher jetzt ein Probe-Abo für den monatlich erscheinenden Ostbörsenbrief EAST STOCK TRENDS (EST, siehe www.eaststock.de). Im EST als wird auch immer auf das „big picture“ eingegangen, also auf die Hintergründe der gegenwärtigen Gold/Silberhausse und das Pro und Contra an den Weltbörsen, was immer auch Rückwirkungen auf die aufstrebenden Ostbörsen hat.

Die beiden Osteuropa-Muster-Baskets des EST konnten seit März 2009 in einem Jahr im konservativen Red-Chip-Portfolio eine Performance von 190% und im spekulativen Muster-Basket sogar von 290% erzielen. Aktien wie die Holding AFK Sistema konnten sogar um über 600% und das Softwareunternehmen IBS Group um über 1000% zulegen und haben noch Potential. Ausgehend von den Tiefstkursen bestehen realistische 1000%-Chancen. Es gibt eine ganze Reihe von Werten in Russland mit neuen historischen Höchstkursen wie zum Bespiel die Konsumaktien X 5 Retail Group und Magnit. Auch russische Gold/Silberaktien wie Polimetall haben noch Potential.

Welche Aktien aus Osteuropa jetzt im Trading-Bereich ge- oder verkauft werden sollten, können Sie auf der täglich aktualisierten Ostbörsen-Hotline 09001-8614001 (1,86 €/Min) entnehmen. Wenn Sie Interesse an Ostbörsen- oder Emerging Market-Seminaren haben, dann melden Sie sich bitte bei der ESI GmbH (info@eaststock.de; Tel: 040/6570883).

Interview-Hinweise: Andreas Männicke wird am 3. Januar 2011 um 13.00 Uhr in NTV/Telebörse über die Chancen in Estland und Russland befragt. Am 25. November 2010 wurde Andreas Männicke von Dr. Bernd Jünemann im Deutschen Anleger-Fernsehen (DAF, www.anleger-fernsehen.de) über die Chancen in Osteuropa befragt. Sie können sich das Interview jetzt unter www.eaststock.de runterladen ebenso wie die letzten Interviews von Andreas Männicke in NTV7Telebörse und in der FAZ vom 26. August 2010 über Osteuropa.

Anzeige
 

Newsletter

Newsletter

Jetzt kostenlos anmelden und von Andreas' Männicke Wissen profitieren! weiter

Termine

Archiv

31.07.17 Automobilbranche in der Vertrauenskrise – wo bleibt die Moral der Manager?
23.07.17 Drohen jetzt neue Wirtschaftskriege oder sogar ein Börsen-Crash?
25.06.17 Neue Bankenpleiten in Südeuropa
28.05.17 G7 und Trump: Einer gegen alle, alle gegen einen!
08.05.17 Vive la France, aber nach der Wahl ist vor der Wahl

Weitere Artikel im Archiv

Hotline

Tel.: 0900 - 1-86 14 001
(€1,86/Min aus dem Netz der DT AG, Anrufe aus dem Mobilfunknetz können abweichen)