Vorsicht vor systemischen Risiken: der zweite Akt des Dramas beginnt!

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Freitag, 11. Juni 2010 16:45:00

Die Aktienmärkte reagierten heute sehr nervös und volatil auf die (gar nicht so) schlechten US-Konjunkturdaten wie US-Einzelhandelsumsätze und US-Verbrauchervertrauen. Vor allem weiten sich das EU-Handelsbilanzdefizit und US-Handelsbilanzdefizit aus. Der DAX und Dow Jones Index gaben erst kräftig nach, starten dann aber ein Pull back-Versuch und drehte dann sogar intraday wieder ins Plus. Die Märket bleiben sehr nervös.

Viele Anleger begreifen immer noch nicht, dass wir es mit systemischen Risiken zu tun haben. Die Finanzkrise ist noch nicht überwunden. Es gibt noch zu viel Bilanzkosmetik. Die US-Daten sind geschönt, vor allem die US-Arbeitsmarktdaten, weil die Strebe- und Geburtenrate sehr eigenwillig interpretiert wird. In Wirklichkeit kam es im Mai zu einer Zunahme der Arbeitslosen und der Konsum kommt nicht in Schwung. Bernanke versucht die Märkte bei Laune zu halten mit positiven Wirtschaftsprognosen, weil er weiß, dass der Markt kippen kann. Kipp aber der Markt und kommt ein Double Dip, wird die USA die Anleihen nicht mehr los, die jetzt auf den Markt kommen sollen. Die Sparprogramme in Westeuropa und der restriktiven Kurs von China könnten zu einer Konjunkturverlangsamung in der zweiten Jahreshälfte beitragen. Es kommt aber ganz darauf an, wie stark diese ausfallen wird. Ein „Double Dip“ wäre sehr gefährlich für die globalen Finanzsysteme, da dann das Weiterrollen von Krediten nicht mehr so gut klappt.

Japan steht bereits kurz vor der Pleite und Japan kann kein IWF helfen. Japan muss 45% des BSP in diesem Jahr weiterrollen. Die gleichen Probleme könnten die USA und Großbritannien(demnächst ohne BP?) in der zweiten Hälfte bekommen. Ich rechne mit keiner Rezession, aber mit einer deutlichen Konjunkturverlangsamung, also einem BSP von 2% in den USA, unter 10% in China und 1% in Europa. 1% sind aber zu wenig, um das enorme Anleihenvolumen glatt platzieren zu können. Es könnte sogar schneller als einige glauben zu dramatischen Konstellationen kommen.

Zudem wird sich die Börse demnächst mehr mit der Iran-Problematik auseinandersetzet zu haben. Einige black swans sind also in Sicht. Die Börse steht jetzt vor der Weichenstellung: gewinne die noch guten Konjunktur- und Unternehmensdaten und gewinnen die bad news an der Verschuldungsfront? Gehen Sie dabei bitte mit dem Markt. Wir laufen in eine charttechnisch brisante Konstellation in den nächsten Wochen: bei einem Dow Jones von über 10.250, einem S6P von über 1100 oder einen DAX von über 6200 gehen sie bitte long – auch an den Ostbörsen, denn dann bekommen wir einen Short-Squeeze. Bei einem Do Jones von unter 9750, einem S&P von unter 1030 und einem DAX von unter 56000 gehen Sie bitte short, denn dann bekommen wir kurzfristig einen Bärmarkt (bzw. mini-Cash) , der im Grundsaht im kurzfristige Zyklus seit Mai noch intakt ist. Innerhalb dieser Trading Range wird jetzt nervös hin und he getraded.

Besser man geht in Cash , fährt in Urlaub – so wie ich - und genießt die WM in Afrika oder kauft Afrika Fonds. Die nächsten 3 Wochen wird daher kein Newsletter von mir erscheinen. Weltmeister wird übrigens Niederlande.

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