Von Krise zu Krise zum neuen Jahreshoch!

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Sonntag, 22. November 2009 17:57:00

In den letzten Tagen häuften sich bedeutsame Konferenzen, die die wesentlichen Brennpunkte von Weltwirtschaft und -politik zum Thema hatten und per saldo alles „Krisenkonferenzen“ waren. Ich selbst war auf der „Eurofinance“ in Frankfurt/M und konnte mir einen Überblick darüber verschaffen, wie die Befindlichkeiten und Stimmungen im Finanzsektor waren. Dabei waren weniger die offiziellen Statements und Präsentationen aufschlussreich, sondern die persönlichen Gespräche mit Verantwortlichen in der Pause. Insgesamt habe ich den Eindruck, dass die Finanzbranche jetzt wieder wesentlich zuversichtlicher in die Zukunft schaut, wobei vieles noch auf dem Prinzip „Hoffnung“ basiert. Immer wieder wurde die Frage gestellt, was die Finanzbranche für Lektionen gelernt hat, denn Krise sind immer auch Nachhilfestunden für gutbezahlte Manager und Beamte (wie Bundesbankdirektoren und Staatssekretäre mit Aufsichtsamtsmandaten). Das Problem ist, dass es im Bankensektor zu viele Fachspezialisten gibt, die den Blick für die komplexen Vorgänge in der Finanzwirtschaft entweder gar nicht beachten oder auch nicht mitbekommen (sollen).

Der wohl wenig abgesprochene Vorschlag von Josef Ackermann, eine Art Feuerwehrfonds für notleidende Banken zu gründen, fand wenig Anklang. In den USA wird wieder die Entflechtung bzw Zerschlagung von Großbanken in Kreditinstitute und Investmentbanken diskutiert, damit es nicht wieder heißen kann „too big to fail“. Die größten Herausforderungen für alle Länder der Welt, insbesondere aber der USA und Großbritannien ist es aber, nicht nur ein nachhaltiges Wachstum in den nächsten Jahre zu erzielen, sondern auch die Schulden wieder zurückzuführen. Nachhaltiges Wachstum erwarte ich bei Alternativen Energien, dies sind aber bisher nicht die großen Steuerzahlen, sondern kosten dem Staat durch Subventionen noch Geld. Politiker sind Machtmenschen, die ebenso wie Investmentbanken maximal an die nächsten 4-5 Jahre denken, wo Sie an der Macht sind und Einfluss haben. Durch die Verschuldungsorgie der Gegenwart werden aber die Spielräume für die nächsten Politiker aber immer geringer.

Die meisten Politiker und auch übrigens viel Finanzanalysten machen den Fehler des linearen Denkens und zum Teil des egoistischen Machtdenkens Es fehlen die großen Querdenker und ganzheitlichen Strategen. Auch werden Strukturbrüche oft nicht früh genug erkannt. Viele erkennen zudem nicht die komplexen Ursache-Wirkungs-Mechanismen. Auch werden mögliche“ schwarze Schwäne“ nicht einkalkuliert oder ausgeblendet wie die Pleite von Lehman Brothers. Es mangelt bei allen Großbanken und auch bei Regierungen an Strategieabteilungen und unabhängigen Analysten, die – auch durch Zahlenreihen dokumentiert -, den globalen Kontext aufzeigen und globale Entwicklungen transparent machen. Sie sollte auch worst case Szenarien aufmachen und dafür Schubladen entwickeln. Immerhin hatten die Analysten der RBS (ausgerechnet die!) lange vor den Crash im Sommer 2008 die Krise vorhergesehen und auch einen Einbruch des S&P um über 20% vorausgesagt. Nun sorgt die worst case–Studie der Societe General für Aufmerksamkeit. Bemängelt wird dort die ausufernde Verschuldung, die zum Systemkollaps führen kann. Wird sie aber auch von Politikern und Anlegern beachtet? Die bisherigen Stresstest waren wohl unzureichend und auch das Risk-Management versagte global, trotz aller theoretisch vorhandener Modelle. Was würde zum Beispiel passieren, wenn keiner mehr die US-Staatsanleihen kaufen will und deswegen die Zinsen steigen müssen? Politiker lassen sich wiederum auch oft extern beraten. Im Grunde sollten dann auch immer Ross und Reiter bekannt werden. Sowohl Top-Manager als auch Politiker und Spitzenmanager dürfen nicht das Sagen, was sie denken oder sie wollen nicht sagen, was sie wissen. Die Bevölkerung wird dann meistens vor vollendete Tatsachen gestellt.

Wir brauchen jetzt aber mehr denn je eine Transparenz- und Informationszentrale für die Bürger, auch um in Zukunft Bürgerkriege zu vermeiden. Um es noch einmal ganz klar zu sagen: wir standen im Oktober schon vor dem Systemkollaps und die nächsten 5 Jahre werden auch sehr heikel werden. Ich bin mir sicher, dass wir in den nächsten Jahren verschärfte „Systemdiskussion wieder bekommen werden. Dabei wird es auch um Verteilungsfragen gehen. Zunächst einmal herrscht in der Finanzbranche wieder Zuversicht, dass man die Dinge wieder irgendwie in den Griff bekommt, wobei auch viel Wunschdenken dabei ist.

Dabei ist die Verschuldungssituation bei Ländern, Gemeinden, den Banken und vielen Unternehmen, die am berühmten „seidenen Faden“ hängen immer noch derart desolat, dass eigentlich der Kulminationspunkt schon fast erreicht ist. Der Kulminationspunkt ist der Zeitpunkt, wo die Fässer überlaufen und Dämme brechen, die jetzt mühsam zusammengehalten werden. Für die Überflutung sorgen im Moment die Notenbanken durch Gelddrucken. Dies erhält momentan die systemische Banken am Leben.

In den USA findet gerade eine Bankebereinigung und auch ein Deleveraging-Prozess statt. In den USA ist jetzt die 124. Bank Pleite gegangen; in Russland wird Bereinigungsprozess künstlich durch Staatshilfen verhindert, um einen Bankenrun zu vermeiden. Die Banken sind die größten Schuldner der Welt schon durch ihre aufgeblähten Bilanzsummen, die in der Summe größer sind als das jeweilige Bruttosozialprodukt der Länder. Durch von der Finanzwelt selbst geschaffen Hebelprodukte und Kreditderivate entstehen Volumina, die nicht beherrschbar sind. Auch die neuen Hybrid-Anleihen wie der Deutzsche Bank AG mit 9.5%sind nicht ganz ungefährlich, das dafür keine Rückzahlungsansprüche gibt. Auch der Markt für Genussscheine war zusammengebrochen. Wenn es aber keine Märkte (sprich Abnehmer der Produkte) gibt, sind die Anlagen wertlos.

Oft sind auch so, dass die Produkte gar nicht mehr verstanden werden. Bei der "Eurofinance" fehlten mir die Rating-Agenturen S&P und Moodys, die einen ungeheuere globale Macht haben, aber ebenso wie Politiker auch wohl nicht das machen dürfen, was sie denken bzw herausgefunden haben. Wenn die US-Ratingagenturen die amerikanischen Anleihen und auch die Anleihenversicherer und Großbritannien richtig raten würde, nämlich einige auf Junkbonds-Status, wäre die Welt pleite, weil dann die Eigenkapitalerfordernisse wesentlich mehr steigen würden. Dieses notwendige Kapital ist aber im Moment nicht vorhanden, was man auch am Itraxx-Index ablesen kann.. Die meisten Anleihen haben aber keine Risikoprämie mehr, so dass man schon wieder das Vor-Lehman-Niveau erreicht hat. Die könnte aber ein Trugschluss sein, dass es keine Risiken mehr gebe.

Die Banken selbst befürworten jetzt eine Überregulierung. Es fehlt aber nicht an Quantität der Kontrolle, sonder an Qualität. Die Top-Bankmanager meinen, sie seien ohnehin gut reguliert. Was aber nicht reguliert sei, waren Investmentbanken und Hedgefonds. Die Banken selbst sind jetzt zum Teil in Überliquidität und finden nicht genug Kunden mit plausiblen Geschäftsmodellen. Anderseits klagt der notleidende Mittelstand, dass er keine Kredite mehr bekommen kann. Bei den Banken sind die Abschreibungen auf uneinbringliche Kredite (NPL) aber gestiegen und sie können sich keine weitere Verschlechterung des Kreditportfolios erlauben. In Ländern wie der Ukraine ist zudem die Geltendmachung von Forderungen selbst im Liquidationsfall sehr schwierig durch korrupte Gerichte. Das Dilemma ist im Moment schwer aufzulösen.

Neben der „Eurofinance“ gab es den Weltwährungsgipfel und den Klimagipfel zu diskutieren und dies sind beides Themen von wirtschaftlicher und auch finanzwirtschaftlicher Relevanz. Um die Hungersnot in den Entwicklungsländern zu lindern, sind noch weitere Hilfe zu Selbsthilfebeiträge erforderlich, um vor allem die Agrarwirtschaft auf den neuesten Stand zu bringen. Hier wird es wohl ein starkes Wachstum bei der Mikro-Finanzierung in Entwicklungsländern geben, ein Modell, das auch in Deutschland Schule machen könnte. Gerade in Entwicklungsländern spielt das knappe Gut Wasser eine überlebenswichtige Rolle. Vielleicht wird es demnächst nicht Kriege um Öl, sondern auch um Wasser geben, wenn sich das Klima tatsächlich verändern und die Luft erwärmen sollte. Die Überschwemmungen in Großbritannien haben auch eine gewisse Symbolkraft ebenso wie die warmen Temperaturen jetzt in Deutschland. Aber auch weiß man nicht genau, wann das System „Natur“ kippt. Von den Politkern der USA und China wird es auf die Wartebank verschoben, was ein großer Fehler sein kann. Auch hier wird Lobbyarbeit an allen Fronten gemacht. Die Pharmaindustrie bekommt im Monet ein Konjunkturprogramm durch die „Schweingrippe“. Auch das Thema „Klima“ wird kommerzialisiert. Es ist ein ziemliches Trauerspiel, was beim Klimagipfel herausgekommen ist.

Der Handel von den Emissionszertifikaten könnte dennoch auch ein Finanzthema werden. In jedem Fall müssen auch Energiekonzerne demnächst umdenken und einige Zusatzbelastungen auf sich nehmen. Alternative Energien wird eine Wachstumsbranche bleiben. In der Wüste werden neuen Solarzentren entstehen, die auch durch arabische Ölgeld finanziert werden. Unter Obama könnte die USA jetzt aber auch in diesem Bereich kräftig zulegen und einige Innovationen im Heimatland zustande bringen. Interessant bleibt auch da Thema Wind, Sonne, Wasser für Asien als Wachstumsregion. Die Schweizer Vermögensverwaltung Jud&Partner Vermögensverwaltung (JPV) aus der Schweiz hat hier ein sehr interessantes, wegweisendes Produkt als Asienfonds lanciert. Die Performance von über 60% in diesem Jahr kann sich sehen lassen. Wer näheres hierüber wissen möchte, meldet sich gerne bei der ESI East Stock Informationsdienste GmbH (www.eaststock.de).

Eine wichtiges Frage der Zukunft für alle Anleger weltweit dürfte Inflation werden, nämlich dann, wenn wieder hohe Kapazitäten erreicht werden und Preisumwälzungsspielräume vorhanden sind. Denn es ist fraglich, wie die FED dann später die Billionen USD wieder durch eine strikte Geldpolitik abschöpfen kann. Und was wird passieren, wenn China oder Japan als größte Gläubigernationen dann irgendwann nicht mehr die die US-Anleihen in erforderlichen Umfang aufkaufen kann. Dann wird die US-Notenbank die US-Anleihe aufkaufen und damit die Geldmenge ausweiten. Es wird dann zwischenzeitlich zu weiteren liquiditätsgetrieben Blasen kommen, die auf Sand gebaut werden. Wann aber wird das Kartenhaus gänzlich zusammenbrechen? Noch ist aber Deflation eher ein Thema als Inflation, da es immer noch Überkapazitäten und große Angebotsüberhänge gibt, obwohl die Sparquote der USA schon wieder von 6% auf nur 2% zurückgegangen: zum Erstaunen vieler konsumiert der US-Bürger also wieder mehr und spart weniger. Die hohe Arbeitslosenquote von offiziell 10%, inoffiziell über 20% dürfte aber den Konsum in 2010 einschränken und dies ist die tragende Säule der USA.

Die für das nächste Jahr große Herausforderung ist schon die Verminderung von Haushaltbilanzdefiziten, was am besten über mehr Wachstum erreichbar ist. Der Wachstumszwang führt aber irgendwann zur Wachstums- und letztendlich Schuldenfalle. Das Problem ist, dass immer mehr Schulden gemacht werden und die Wachstumseffekte immer geringer werden.

Wenn die Inflation gerade in Entwicklungsländern zu große werden sollte, wird es Preisabsprachen und Preisregulierungen geben müssen, um Bürgerkriege zu vermeiden. Klimakatastrophen und „Umweltauflagen“ sind auch ein volkswirtschaftlich zunehmen bedeutsamer Kostenfaktor. Die meisten Finanz-Modelle haben diese komplexen Sachverhalte nicht einberechnet. Einige tun jetzt schon wieder so, als ob die Krise überstanden sei und man fortfahren könne, wie zuvor. Der Lernprozess ist aber noch nicht abgeschlossen, was nicht nur eine „Boni-Frage ist. Es werden die falschen Anreize für Boni gegeben. Die Kriterien müssten sein, wer hat welche Innovation geschaffen, die Arbeitsplätze schafften. Die großen Gelder werden im Moment im Ölsektor und immer noch bei den Banken verteilt. Die 17 Mrd. USD Boni von Goldman Sachs sprechen eine deutliche Sprache in diesem System. Das sind Ungleichgewichte, die behoben werden müssen. So müsste der Top-Manager belohnt werden, der Arbeitsplätze durch geistreiches Unternehmertum schafft oder in schwierigen Situationen zumindest erhält. Es fehlen die wahren Entrepreneurs wie bei so manchem Familieunternehmen; es gibt zu viele Geldverwalter und zu viele, die nur auf ihre Boni schauen.

Seien wir ganz ehrlich: es stimmt so einiges nicht mit dem System und der Großteil der Spitzenmanager, Politiker und Spitzenbeamte denken immer zu linear in ihrem einseitigen Gedankenmodell; sie sollten jetzt lernen, ihre Überzeugungen und Verhaltenweisen zu überdenken. Was wir jetzt brauchen ist ein globales „Brain“ und eine globale Informationszentrale, die das transparent macht, was viel nicht verstehen oder verstehen wollen. Die Transparenzzentrale müsste ein Frühwarnsystem bei globalen Risiken entwickeln und kommunizieren. Das Problem ist, dass die meisten Statistiken, insbesondere die US-Statistiken, geschönt sind. Auch ist das Problem der Lobbyisten nicht hinreichend gelöst, da es auch systemimmanent bzw vom System geduldet wird. Wir brauchen auch mehr basisdemokratische Modelle wie in der Schweiz.

Die neue EU-Doppelspitze aus Belgien und Großbritannien wurde wohl absichtlich so gewählt, dass sie keine Probleme bei den lokalen Länderregierungen macht. Bei Umfrage werden der neue EU-Rastpräsident van Rompoy und die neue EU-Außenbeauftragte Ashton aus Großbritannien wohl kaum bei der Frage „Who is who“ bei der EU-Bevölkerung erkannt wird. Ich glaube aber, dass sie demnächst schon sehr bald mit brisanten, unangenehmen Entscheidungen zu befassen haben wie mit dem möglichen Iran-Krieg, obwohl es keinen EU-Verteidigungsminister gibt. Das Problem bei der Konsensfindung ist aber immer, dass die eigene Meinung unter dem Tisch fällt, vor allem bei Personen ohne Führungsqualitäten und ohne Charisma. Was auch fehlt ist ein EU-Ministerium für innere Angelegenheiten. So könnte auch der Euro in Gefahr geraten, wenn Griechenland und Spanien nicht die Hauhaltsbilanzdefizite abbauen können. Ohne den Euro hätten Länder wie Griechenland und auch Spanien ihre Währungen erheblich abwerten müssen. Letztendlich finanziert Deutschland jetzt als Exportweltmeister eine Reihe von EU-Sorgenkindern, obwohl sich Deutschland im Moment auch übermaßen verschuldet.

Neben den Zusatzbelastungen aus Umwelt und Gesundheit kommt die demographische Entwicklung hinzu, die irgendwann das System zum Kippen bringen kann, da es nicht mehr finanzierbar ist. So werden auch Pensionskassen und Versicherungen demnächst vor große Herausforderungen gestellt. Auch Obama wird im nächsten Jahr Probleme haben, die Gesundheitsreform zu finanzieren. Um von internen Problemen abzulenken, wählt die USA dann oft Krieg als Ablenkungsmanöver. Obama hat bereits eine Drohkulisse gegenüber dem Iran aufgebaut und Israel ist mit der Luftwaffe „stand by“. Die von Obama gewollten diplomatischen Gespräche mit dem Iran werden wohl zu nicht viel führen, da der Iran mal wieder Katze und Maus mit den USA und Europa spielt. Auch in Asien hat Obama bisher nicht viel erreichen können, um Ungleichgewicht abbauen zu können. Die USA wollen Weltmacht bleiben und China will Weltmacht werden, wobei China schon jetzt mit Billigprodukte die Weltmärkte überschwemmt und durch Dumpingpreise die Konkurrenz ausbootet. China ist zudem der größte Rohstoffimporteur der Welt, wovon jetzt Kasachstan und Russland profitieren. Obama macht den Chinesen jetzt ein Freundschaftsangebot, sich auch an US-Banken zu beteiligen, was unter der Bush-Regeierung wohl unmöglich wäre. Damit soll der latente Konflikt USA/China gemildert werden. Am längeren Hebel sitzt im Konfliktfall in der Regel der Gläubiger, also China. China wird durch Rohstoffimporte immer bedeutsamer für Länder wie Kasachstan du Russland.

Ich bin der Meinung, dass einige Banker, Politiker und Spitzenbeamte noch einige Lerneffekte durchleiden und dabei auch“ black swans“ einkalkulieren müssen. Aber alleine das schon jetzt allen zur Verfügung stehende Zahlenmaterial reicht aus, um die globale Finanz-Notlage transparent zu machen. Um es auf dem Punkt zu bringen; es darf nach der Krise keine weitere Wirtschaftskrise mehr kommen, da die Staaten sich übermäßig verschuldet haben. Ist das aber realistisch, dass es keine Krise mehr gibt? Die Societe General bereitet ihre Anleger in einer Studie mit dem Titel „Worts case debt scenario: Protecting yourself against economic Collaps. Hope the best, be prepared for the worst“ gerade auf den globalen Kollaps vor. Auch auf dem Rohstoffseminar vom „Silberjungen“ Schulte in Frankfurt/M kam klar zum Ausdruck, das gerade in der Zeit der überschäumenden Risken und übermäßigen Verschuldung Gold und vor allem Silber eine attraktive Anlagemöglichkeit für Anleger dauerhaft bilden. Schulte ist der Auffassung, dass dass Papiergeldsystem in den nächsten 5 Jahre nicht mehr Bestand hat und dass der Silberpreis im nächsten Jahr auf 30 bis 50 USD/Unze steigt.

Selbst der Hedgefondsmanager John Paulson, der erfolgreich auf die Subprimekrise-Krise voraussah und mit der Subprim-Krise in 2008 über 2 Milliarden USD verdiente, will jetzt 10% seines zu verwaltenden Vermögens von 30 Mrd. USD in eigene Goldfonds anlegen. Gold und Silber jagen im Moment von einem Höchstkurs zum nächsten, was man vom Aktienmarkt nicht behaupten kann. Die chinesische Regierung hat unlängst öffentlich auch zum Kauf von Gold bei der Bevölkerung aufgefordert und Indien kauft schon 200 Tonnen Gold vom IWF auf. In arabischen Länden gehört der Goldkauf zum Tagesgeschäft. JPMorgan und Goldman Sachs sind beim Gold großvolumig short, damit das US-Krisenszenrio nicht außer Kontrolle gerät. Gold könnte sich nach meiner Einschätzung deutlich abschwächen wenn der Euro zum Dollar auf unter 1,45 fällt. Der Goldpreis könnte dann sogar unter 1000 USD/Unze fallen. Auch dafür könnten die Notenbanken sorgen, wenn sie es wollen. Bei einem starken Dollar fallen aber Rohstoff- und Akteinmärkte.

Der DAX konnte letzte Woche im Gegensatz zum Dow Jones keine neuen Jahreshöchstkurse erreichen und zeigt damit relative Schwäche. Der DAX schloss am Freitag mit einem Minus von 0,68% bei 5663 Indexpunkten. Die Wall Street blieb relativ stabil. Der Dow Jones sank nur um 0,14% auf 10.318 Indexpunkte und der S&P-Index um 0,32 auf 1091 Indexpunkte. Der russische RTS-Index gab um 1,02% auf 1436 Indexpunkte leicht nach. Dabei schwächte der Dollar auf 1,4860 leicht ab. Gold notierte mit 1149 Indexpunkte nahe dem Jahreshöchstkurs ebenso wie Silber mit 18,5 USD/Unze. Auch Öl konnte sich bei 77,8 USD/Barrel gut behaupten Ich erwarte ziemlich gleichförmige Bewegungen an den Aktien- und Rohstoffmärkten, wenn der Dollar stärker oder der Euro schwächer wird, was auch durch den Carry Trade in US-Dollar eine Rolle spielt. Wenn aber der Dollar wieder auf 1,45 EUR/USD steigen sollte, erwarte ich kurzfristig scharfe Korrekturen an den Aktien- und Rohstoffmärkten auch bei Gold und Silber, vorher aber auch nicht. Noch bleibt der Haussetrend vor allem bei Gold/Silber intakt. Auch der russische Aktienmarkt erreichte mit 1487 Indexpunkten in der letzten Woche ein neues Jahreshoch und behauptet mit einem Plus von 135% eindrucksvoll seine Spitzenposition unter den Weltbörsen. Waren Sie dabei?

Welche Aktien aus Osteuropa jetzt im Trading-Bereich ge- oder verkauft werden sollten, können Sie auf der täglich aktualisierten Ostbörsen-Hotline 09001-8614001 (1,86 €/Min) entnehmen.

TV-Hinweis: Andreas Männicke (ESI GmbH) und Dr. Martin Hrdina (DEKA) wurden am 12.11.09 im Börsentalk von Dr. Bernhard Jünemann im Deutschen Anleger Fernsehen (DAF) über die neuen Chancen in Osteuropa befragt. Sie können sich das TV-Interview jetzt unter www.anleger-fernsehen.de bei video on demand oder auch im TV-Archiv bei www.eaststock.de runterladen.

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