Tickende Zeitbomben und viel „heiße Luft“

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Samstag, 11. Juli 2009 14:56:00

Der G8-Gifpel in Italien zeigte deutlich auf, wie schwierig die Konsensfindung schon bei den 8 größten Industrienationen ist. In der Schlussresolution konnte man sich bei den drängenden Klimafragen nur auf eine Absichtserklärung einigen. Die Lufttemperatur soll in Zukunft nicht mehr als 2% in Durchschnitt ansteigen dürfen. Wie aber will man das konkret verhindern? Und was passiert, wenn sie es doch tut? Bisher wurde in Italien nur „heiße Luft“ versprüht. Die Regierungschefs sollten sich auch hier der Verantwortung für die Nachfolgegeneration bewusst sein. Immerhin ist jetzt zum ersten Mal Amerika bei den Absichtserklärungen mit im Boot. Es dürfte aber klar sein, dass zwar ohne die aktive Mitwirkung von Amerika kein globalen Klimaziele erreicht werden können, mindestens ebenso wichtig sind aber auch die Emerging Markets und hier insbesondere die BRIC-Länder. Hier geht es nicht nur um die Einhaltung der Ziele im Kyoto-Protokoll, sondern wirklich um globale Anstrengungen, die Erwärmung der Luft zu verhindern. Die Verminderung des weltweiten CO2-Ausstosses ist hier nur ein Mosaik im komplexen Klima-Puzzle, was eingehalten muss.

Dabei sind die Fakten zwar bekannt, was aber fehlt, ist ein global anerkannter Schiedsrichter. Wir alle wissen welche verheerenden volkswirtschaftlichen Kosten in der Summe Natur- und Umweltkatastrophen haben werden. Ich nenne das den CO2-Killer, der auch aufgrund der hohen Kosten auch für die Weltbörsen von großer Bedeutung ist. Man muss dabei nur die allseits bekannten Berichte von großen Rückversicherungen wie von der Münchener Rück durchlesen und dabei geht es sicherlich nicht um unnötige Panikmache, um die Versicherungsprämie hochzutreiben. Die steigen schon wegen der zunehmenden Schadenssummen seien es Waldbrände nicht nur in Kalifornien), Erbeben in Entwicklungsländern, Überflutungen (zuletzt wieder in Tschechien) oder Sturmschäden. Ich fordere hier schon lange eine globale Evidenzzentrale und auch Kontrollmechanismen, die global wirken, denn Klimaveränderungen haben nun mal global Auswirkungen, die an keiner Grenze halt machen. Bisher verhielt sich die USA sehr restriktiv und wenig kooperativ, was die Verfolgung von Klimazielen angeht. Unter Obama könnte das anders werden. Aber der CO2-Killer wird ein erheblicher Kostenfaktor für den Energiesektor werden. Dies wird alle Versorger langfristig vor große Herausforderungen stellen.

Klimaveränderungen und Umwelt- bzw Naturkatastrophen sind schleichende Zeitbomben, die schon lange tickt, bei denen man aber nicht weiß, wie weit die Lunte sich schon in Richtung des Sprengkopfes bewegt hat. Sie wird nicht in allen Ländern gleichzeitig losgehen aber einige Länder sind besonders gefährdet und andere Länder könnten sogar von der Klimaveränderung profitieren. Klimaveränderung ist auch ein Investmentthema an der Börse, nicht nur weil Green Energy“ immer mehr nachgefragt wird. Demgegenüber steht auch die Finanzierungsmöglichkeit von alternativen Energien, die zuletzt ins Stocken geraten ist und so manches Solarunternehmen an den Rand des Ruins gebracht hat. Es ist auch immer die Frage, wie weit die Alternative Energieunternehmen subventioniert werden und wo die Förderung wegfällt. Der Ausstieg aus der Atomenergie, der durch den Vattenfall-Fall jetzt wieder ein Wahlkampfthema wird, ist auch eine Kosten- und Finanzierungsfrage. Vielen Solarunternehmen wird jetzt in der Finanzkrise der Geldhahn abgedreht.

Am besten werden wohl noch chinesische Solarunternehmen mit der Subventionierung der chinesischen Regierung abschneiden, die ich daher nach einer Korrektur auch langfristig weiterhin zum Kauf empfehle. Der Kurs der meisten chinesischen Solarunternehmen explodierte seit März um über 200%, während andere wiederum um die Existenz bangen. Die Schweizer Vermögensverwaltung Jud&Partner (Zürich, www.jpv.ch) hat sich auf dieses Thema spezialisiert und damit zuletzt auch überdurchschnittliche Anlageerfolge erzielt. Das Thema Klimawandel wird wohl nach langfristig ein spannendes und durchaus ertragreiches Investmentthema bleiben, das aber noch nicht von allen Ländern als Chance wahrgenommen wird. Das deutsche 300 Mrd. € Kooperations-Projekt in der Wüste ist noch sehr visionär, zeigt aber den Weg auf, was in Zukunft möglich sein wird.

Bezeichnenderweise hat Russland kein einziges börsenotiertes Solarunternehmen und verpasst damit große Chancen. In Energiefrage ist Russland noch rückständig, da es sich zu sehr auf die großen Öl- und Gasvorkommen stützt. Russland setzt vor allem auf veraltete Kernkraftwerke, was wiederum auch eine Zeitbombe ist. Immerhin hat Russland im Gegensatz zu den USA das Kyoto-Protokoll unterschrieben. Der durchaus einnahmeträchtige CO2-Zertfifikatehandel soll durch die Sberbank in Zukunft abgewickelt werden.

Es ist auch bezeichnend, dass am 6. Juli mit RusHydro das zweitgrößte Wasserkraftwerk ein IPO an der Londoner Börse wagte und keiner Notiz davon nimmt. Auch dies fällt in den Bereich der Green Energy. Leser des EAST STOCK TRENDS wurde rechtzeitig informiert und konnten vorbörslich an der MICEX in Moskau schon 100% als Pre-GDR machen. RusHydro wurde am 7. März schon in den MICEX10-Index eingeführt und an der Moskauer Börse handelbar gemacht. Der Kurs verdoppelte im Vorfeld des Listings an der Londoner Börse schon von 0,02 auf 0,04 USD. 1 GDR entsprechen 100 Stammaktien. Die Aktie wurde am 6. Juli zum Eröffnungskurs von 3,75 USD in London als GDR handelbar gemacht. Nun soll das GDR wiederum auf Antrag der Gesellschaft in ADR umgewechselt werden, da ein ADR-Programm angekündigt wurde. Am 8. Juli machte RusHydro eine zusätzliche Kapitalerhöhung, die gerade läuft, wobei der russische Staat Mehrheitsaktionär du Hauptzeichner der Aktien bleibt. Am 10 Juli wurde von RusHydro ein Delisting der GDR beantragt, um hernach die ADR einführen zu können. Der GDR/ADR-Wechsel soll am 8. August erfolgen.

Alle anderen Medien beachteten dies in inmitten der Krise bemerkenswerte IPO kaum. Auch hier verkauft sich Russland nicht gut genug. Ich musste schon dafür persönlich sorgen, das RusHydro auch an deutschen handelbar gemacht wird, was mir schließlich auch gelang. RusHydro ist jetzt unter der WKN A0Q473 auch an deutschen Börsen ahndelbar. Am 10. Juli fiel der Kurs um 8,85% auf 3,4 USD. Das Interesse der Medien und Anleger in Deutschland ist aber erstaunlicherweise gleich Null. Hier werden Chancen seitens der Gesellschaft verpasst, neue Investorengruppen global zu erschließen, die man aber braucht, um den Wettkampf mit der Zeit zu gewinnen.

Russland ist, was Energieeffizienz und auch Alternative Energie angeht, leider sehr rückständig und verpasst mögliche Zukunftschancen. In den USA wird es aber unter Obama einen Wandel geben und es wird mit China zusammen in einen Wettkampf treten, die Herausforderungen der zeit anzunehmen. Dies ist im Grund auch für Deutschland eine große Chance, sich zu etablieren und die Marktführerschaft zum Beispiel bei Windenergie zu behaupten.

Klimawandel ist eine Zeitbombe mit enormen wirtschaftlichen Auswirkungen. So könnte auch Wasser ein knappes gut werden, um nur eine der vielen bedeutsamen Faktoren anzusprechen. Auch viel RusHydro wird der jeweiligen Wasserpegel von großer Bedeutung sein.

Die zweite Zeitbombe ist die internationale Verschuldung, die ebenfalls ungeheurer Spreng- und Zerstörungskraft hat. Dadurch, dass die Zinslast immer höher wird, wird auch der Raum für Entwicklungshilfeprojekte und soziale Zecke immer geringer. Neben Kapital ist aber auch selbstlose Hilfe zur Selbsthilfe bei der Übertragung von Know how ein wesentlicher Aspekt, der vielfach (auch beim G8-Gipel) zu kurz kommt. Klimawandel ist ein Kostenfaktor und die Zahllast des Staates ist auch zweiter Kostenfaktor. Beides sind Exponentialkurven, die irgendwann implodieren, wenn das Fass übergelaufen ist. Keiner weiß aber genau, wann das Fass überlaufen wird. Ich weiß nur eins; wenn die Zinsen stark steigen sollten wird die Gefahr eines Staatsbankrotts schneller da sein als es den jeweiligen Finanzminister lieb ist. Ich fordere schon lange eine globale Evidenzzentrale für internationale Verschuldungsprozesse und das festlegen von Verschuldungsgrenzen, denn eine global Währungsreform wird ein sehr schmerzhafter Prozess werden, der entweder gut vorbereit sein will oder am besten vermieden wird.

So stiegen in Deutschland, das noch relativ gering verschuldet ist, in diesem Jahr die Zinszahlungen von 40,9 auf 43,9 Mrd. €, wobei die Haushaltsausgaben von 283 a8f 303 Mrd. € ansteigen. Bis zum Jahr 2009 sollen die Staatsausgabe 303 Mrd. € betragen, die Zinszahlungen steigen dabei auf 54 Mrd. €. Es bleibt dabei also immer weniger für andere Etats wie Arbeit und Soziale und Gesundheit zur Verfügung. Auch der Kostenfaktor im Gesundheitswesen, der immer mehr zunimmt, ist aufgrund der demographischen Entwicklung übrigen ein Zeitbombe ebenso wie die nicht einlösbaren Pensionsverpflichtungen und Renten. Das große Fragezeichen für den Staat sind dabei auch, ob die Steuereinahmen von gegenwärtig 239 Mrd. € mittelfristig stabil bleiben können oder wegbrechen. Im nächsten Jahr wird ein Rekorddefizit in Höhe von 90 Mrd. € eingeplant. Auch das ist ein Sprengkopf, die im Auge behalten werden muss bevor der Staat sagt: Rien ne va plus! Im Wahlkampf werden jetzt einige Wahllügen erzählt. Bitte nicht darauf hören. Das Wahlergebnis wird allerdings eine nachhaltige Wirkung auf die deutsche Börse haben. Dazu später mehr.

Die dritte Zeitbombe sind die Kreditderivate, die immer noch in den Banken schlummern im Gesamtvolumen von über 800 Billionen USD, wobei es nach dem IWF noch ein Abschreibungsbedarf von 4 Billionen USD weltweit gibt. Ob die nun allmählich in Mode kommenden bad banks ein volkswirtschaftlich sinnvoller Ausweg sind, wird sich zeigen. Die volkswirtschaftlichen Sanierungskosten sind enorm, denn die Haushaltsbilanzdefizite werden immer größer. Das meiste Geld der „Konjunkturprogramme“ ist Hilfe zum Überleben von insolventen Banken, was wohl notwendig ist, um der Super-Finanzgau zu verhindern, was aber volkswirtschaftlich sonst keinen Nutzen hat, also kein Wachstum bringt. Josef Ackermann hat jetzt immerhin erstmals zugegeben, dass mit der Pleite der Hypo Real Estate AG alle deutschen Banken drohten in die Insolvenz zu gehen inklusive der Deutsche Bank AG, die bisher noch keine Staatsgelder in Anspruch genommen hat. Die US-Regierung rudert bezüglich des Bad Banks-Konzeptes schon wieder zurück, anstelle von zuvor geplanten 1 Billion USD will US-Finanzminister Geithner jetzt nur noch 40 Mrd. USD für das Bad Bank-Konzept für toxische Wertpapiere zur Verfügung stellen. Die US-Banken haben bisher bereist 700 Mrd. USD von Staat zu bekommen und es gibt in der Tat erste Stabilisierungstendenzen. Allerdings sind es jetzt nicht nur die für Außenstehende undurchschaubaren Kreditderivate, sondern auch die realen Kredite, die immer mehr ausfallen. Nach S&P ist die Kreditausfallquote schon auf über 10% gestiegen Bis ende des Jahres wird eine Kreditausfallquote von 11-14% global erwartet. Dies wider viele Banken Ende des Jahres in die Insolvenz treiben. Bisher haben schon 48 Banken in den USA Insolvenz angemeldet so viel wie im gesamten Jahr 2008. Mein Eindruck ist aber: Die Lunte ist gezündet, schwelt weiter und noch nicht gelöscht.

Die vierte Zeitbombe ist die Geldmenge, die 10-mal größer ist als das BSP. Fast alle Notenbanken, zuletzt auch wieder die EZB, pumpen immer noch Mrd. in den Geldkreislauf, wobei die Banken das Geld immer noch bei der EZB oder FED bunkern, d.h. das Geld kommt in der Realwirtschaft nicht hinreichend an. Wer wird wann das Geld abpumpen und welche folgen wird das für die Volkswirtschaften haben. Wann wird aus der Deflation eine Inflation? Immer dann, wenn Geldmengen stark eingeschränkt werden, gibt es schwache Börsen bis zu Börsencrashs und starke Wertminderungen bei Assets (auch Immobilien), die zuvor durch die Geldmengen aufgebläht waren. Nach wie vor geht das Geld im Moment mehr in Staatsanleihen. So sind der Bund Future und auch der japanische Anleihen-Future zuletzt stark gestiegen, was auch schon ein erstes Warnsignal für den Aktienmarkt ist. Es beginnt schon wieder die Flucht in Anleihen, sobald die Rohstoffpreise fallen.

Eine fünfte Zeitbombe sind Währungen, dessen Tage gezählt sind, wobei auch der Dollar in (ferner) Zukunft an Gewicht verlieren wird. Es wird wohl noch einige Zeit dauern, weil man auch hier auf Zeit spielen wird, aber es wird zum einen sowohl der Dollar die Vormachstellung verlieren als auch Kunstwährungen wie der Euro wird in dauerhaften Krisenszenarien Gefahr laufen auseinanderzubrechen. Neue Kunstwährungen werden dann ins Spiel kommen ebenso wie der Yuan auch von russischer Seite als neue Welthandelswährung ins Spiel gebracht wird. Wie schnell dies geht, ist nur eine Frage der Zeit und der Manipulationsversuche von Währungshütern und Regierungen, die oft unter einer Decke stecken. Die Anleger sollten aber schon jetzt darauf achten zum einen in welche Richtung der Dollar und zum anderen in welche Richtung die Schwachwährungen von Emerging Markets in Relation zum Dollar und Euro gehen werden. Fallen Die Schwachwährungen wieder in ein Loch, gibt es auch wieder neue Emerging Markte Krisen. In Gefahr sind baltische Währungen, die ukrainische, und russische Währung, aber der mexikanische Peso. Ich erwarte jedenfalls im Herbst neue Währungsturbulenzen.

Die sechste Zeitbombe ist die Wirtschaft selbst, also die Frage Rezession oder Depression oder Konjunkturaufschwung in 2010. Wie schön zu höhern, dass der IWF glaubt, dass wir im nächsten Jahr wieder ein globales Wachstum von 2,5% haben werden. Es gibt aber Prognosen die von einer langjährigen Rezession ausgehen. Von vielen Ökonomen werden jetzt neu Konjunkturprogramme gefordert, was die Verschuldung weiter erhöhen und die Nachfolgegeneration weiter belasten wird, wenn wir nicht schon in einigen Jahren die globale Überschuldung zu am eigenen Lieb zu spüren bekommen. Vor allem die westlichen Industrieländer brauchen überdurchschnittliche Wachstumsraten, die höher sind als die Zinsen, um die Schulden abzubauen; wie aber soll das geschehen?

Die große Hoffung bleiben die Emerging Markets mit ihren überdurchschnittlichen Wachstumsraten. Es gibt viele, die Parallelen der jetzigen Periode mit den Jahren 1929 bis 1933 sehen, die den Grundstein für einen Weltkrieg bedeuten. Auch jetzt ist die Gefahr eines nuklearen Weltkrieges noch nicht beseitigt. Die Abrüstungsvorschläge von Obama an Russaldn sind zwar gut gemeint; die Gefahr geht aber von Terroristen mit nuklearen Sprengköpfen und solchen zukünftigen und gegenwärtigen Atommächten wie Nordkorea, Pakistan und in Zukunft Iran aus. Der Rüstungsetat ist in den USA um 10% selbst in der Krise gestiegen. Wozu? Auch hier tickt eine Zeitbombe und keiner weiß, wer die Lunte zünden kann und wo sich die Lunte befindet.

Ich habe den Eindruck, die G 8-Treffen sind nicht mehr zweitgemäß und sie bringen uns auch nicht weiter, da immer wieder auf Zeit gespielt wird. Eindeutige Impulse für die Weltwirtschaft sind jedenfalls nicht zu erkennen. Auch wurde leider die Chance verpasst, ein globales Risikofrüherkennungs- und -überwachungssystem zu entwickeln. G20 ist schon ein fortschritt, aber die G20 müssen einen Global-Chef und einen Global Supervisor wählen, der die Gesundungsprozesse überwacht. Wir leben in der Welt des Internet und damit der Vernetzung. Protektionismus oder auf Rufe wie Buy China, USA bringen uns als Weltgemeinschaft nicht weiter, Die Stunde der Wahrheit schlägt dann schneller als einem lieb ist. Die Börse haben recht gute Sensoren für zukünftige Entwicklungen. Das G8-Treffen war leider wieder einmal ein Non Event für die Börse. Das nächste G20 treffen im Herbst wird da schon spannender. Es wird notgedrungen zu neuen Konjunkturprogammen kommen, was die Verschuldung noch mehr ausweiten und die Zinslast noch mehr erhöhen wird. Die Zeitbombe ticken indessen (fast unbemerkt) weiter. Wo aber ist die globale Feuerwehr und wie weit ist die Lunte schon vor dem Sprengkopf angekommen? Obama & Co: es ist fünf vor zwölf. Bitte aufwachen!

Die Börse hat indessen die Korrektur fortgesetzt und befindet sich charttechnisch in einer brisanten Ausgangssituation. Alle Welt blickt jetzt auf die Wall Street: Wenn der S&P nachhaltig unter 870 fallen sollte, ist die Gesamtkonstellation sehr bearish. Zu einem deutet sich beim S&P und auch bei Dow Jones eine Schulter-Kopf-Schulter-Formation an, zum anderen werden bei neuen Tiefs Stopp-loss Order ausgeführt. Auch sie sollte bei einem S&P bei unter 870 Indexpunkten an den Ostbörsen in Cash gehen, zumindest bei den liquiden Titeln. Ich hatte Ihnen schon vor zwei Wichen geraten in Cash zu gehen, was sich auch schon als richtig herausgestellt hat. Viele erwarten erst für den Herbst starke Korrekturen nach unten; sie könne aber Aus dem Nichts (Bzw aus dem Sommerloch) heraus sehr viel früher kommen, wenn dies die Markttechnik anzeigt. Zum anderen gibt es (zum Glück) auch immer wieder Bärenfallen, so dass Short-Position mit Stopp-loss etwa über dem Einstiegskurs abzusichern ist. Jetzt beginnt die Berichtssaison, wobei der Staat von Alcoa mit einem Verlust von 400 Mio. USD zwar etwa besser ausfiel als erwartet, aber auch keine Trendwende erkennen lässt. Wir bleiben also in intakten Bärmärkten.

Am Freitag schloss der DAX mit einem Minus von 1,16% bei 4576 Indexpunkten, wobei das Unterschreiten von 4500 Indexpunkten ein weiteres Verkaufssignal auslöst. Der S&P-Index gab am Freitag hingegen nur um 0,4% auf 879 Indexpunkte nach. Sie wissen bereits, dass die eine sehr kritische und brisante Marke ist. möglicherweise verhilft das „Plunge Protection Team“ nächste Woche zu einer Zwischenhausse, indem Future-Kontrakte auf den S&P gekauft werden und ein Short-Squeeze auslösen. Die Zahl der Leerverkäufe ist in den USA schon wieder stark gestiegen ebenso wie kreditfinanzierte Käufe. Dennoch wird es unter 870 Indexpunkte sehr bearish. Dementsprechend muss beim Dow Jones nächste Woche die 8000-er Marke halten sonst geht es steil abwärts. Was bleibt ist die Flucht in die Anleihen, so dass Bund-Future und auch der japanische Anleihen-Future weiter freundlich tendieren sollten.

Der Ölpreis war letzt Woche schon kräftig von 71 auf 61 USD/Barrel gefallen, was charttechnisch auch ablesbar war. Damit hat der Ölpreis seien Bullenmarkt seit Anfang des Jahres von 40 auf über 70 USDD/Barrel verlassen. Bei unter 58 USD/Barrel ist sogar eine fortgesetzte Korrektur bis auf 52 USD/Barrel wieder möglich und dann wird es auch für russische Ölwerte wieder kritisch. Ich hatte schon zuvor zu Positionsglattstellungen im EAST STOCK TRENDS (www.eaststock.de) geraten. Cash ist daher wieder King. Der RTS fiel am Freitag um 5,62% auf 835 Indexpunkte, was nach dem Unterschreiten von 950 Indexpunkten charttechnisch vorhersehbar war. Damit schrumpfte auch das Plus von über 80% auf unter 40%. Die von mir EAST STOCK TRENDS empfohlenen RTS-Mini-Short-Zertifikate der RBS liefen schon kräftig in den Gewinn.

Ebenso könnte Gold demnächst trotz Mega-Krise weiter nach unten korrigieren, wenn er unter 900 USD/Unze fallen sollte. Den Bullenmarkt seit Oktober letzten Jahre (von 720 auf 950) hat er bereits verlassen. Der größte Aufkäufer von Gold waren zuletzt die Schweiz und ETFs, während die Nachfrage in Indien nachlässt. Indien hat nun auch eine Importsteuer auf Gold erhoben. Auch andere Rohstoffe korrigierten in diesem Umfeld. Der Dollar konnte sich indes bei 1,39 EUR/USD in der Seitwärtsbewegung behaupten. Er befindet sich damit in der Trading-Range 1,38 bis 1,42. Über 1,42 sollten Sie bei Euro long gehen und bei unter 1,37 beim Dollar long gehen. Wenn der Dollar wieder stärker wird, werden die Rohstoffe weiter korrigieren. Auffallend fest ist weiterhin der Bund-Future bei 122,23, was nur ein Zeichen von Flucht in die Anleihen ist

Welche Aktien aus Osteuropa jetzt im Trading-Bereich ge- oder verkauft werden sollten, können Sie auf der täglich aktualisierten Ostbörsen-Hotline 09001-8614001 (1,86 €/Min) entnehmen.

Radio+TV-Hinweis: Der Autor wurde am 1. und 3. Juli 2009 von der Deutsche Welle im Radio über die Aussichten von Kasachstan und Russland befragt. Sie können sich das Interview und den Onlinebeitrag unter www.eaststock.de (dort unter de Rubrik Interviews) per link nach www.dw-world.de runterladen (auf russisch). Der Autor wird zudem am 6. Juli anlässlich des Besuchs von Obama in Russland um 18.15 Uhr live in N24 über die Aussichten des russischen Aktienmarktes befragt. Wer das Interview verpassen sollte, kann sich das Interview auch unter www.n24.de anschauen.

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