Sommerloch statt Sommerrallye!

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Samstag, 03. Juli 2010 12:49:00

Schwache US-Konjunktur- und Arbeitsmarktdaten sorgten für Kursabschläge an den Weltbörsen. Anstelle der erhofften Sommerrallye fielen die Weltbörsen uni sono vergangen Woche in ein Sommerloch. Die Kurse notieren jetzt an vielen Weltbörsen nahe des Jahrestiefststandes oder sogar darunter. In den USA fiel zwar die Arbeitslosenquote von 9,7 auf 9,5%, es kam aber zu weit weniger in Beschäftigung als erhofft. Der chinesische Einkaufsmanager-Index deutet auf eine Konjunkturverlangsamung hin. Der deutsche Maschinenbau florierte hingegen mit Zuwächsen um 61% bei den Aufträgen. Gut sind auch die Absatzzahlen im Automobilmarkt, sogar in den USA.

Neben den überwiegend schwachen Konjunkturdaten, die auf ein „Double Dip“ hindeuten, machen sich die Anleger auch weiterhin Sorgen um das die Bonität von südeuropäischen Anleihen. So überlegt Moodys ein Downgrade von spanischen Anleihen, was Fitsch und S&P schon gemacht hatten. Europäischen Banken werden in den Sommermonaten einen Stresstest unterzogen. Die meisten Problemkredite in absoluten Zahlen haben deutsche Banken in den Büchern. Viele westliche Banken haben südeuropäischen Anleihen im Portfolio, wo jetzt bei fortgesetzten Downgrades und Renditeerhöhungen Abschreibungen gemacht werden müssten. Gefährliche „Wackelkandidaten“ sind auch Italien und Großbritannien. Falls deren Anleihen herabgestuft werden, was berechtigt wäre, könnte dies eine Lawine an den globalen Finanzmärkten auslösen.

Die Rating-Agenturen werden jetzt in erster Linie darauf schauen, wie die Sparprogramme aussehen und wie sie umgesetzt werden. Auf der andren Seite warnen Expertenwie George Soros auch davor, dass sich die Staaten nicht „totsparen“ und die Konjunktur abwürgen dürfen. Das wird also ein gefährlicher Drahtseilakt in den Sommermonaten werden. Auch eine Pleite der USA hält der US-Star-Ökonom Roubini für möglich. Es wird also ein „heißer“ Sommer werden, wobei viele Regierungen nur auf Zeit spielen. In Deutschland werden die Bürger im nächsten Jahr durch höhere Krankassenbeiträge belastet werden, was den Konsum negativ belasten wird. Auch der Konsum in den USA könnte nachgeben, was sich negativ auf das Wachstum auswirken könnte. Ich persönlich erwarte überall Konjunkturverlangsamungen, aber keine Konjunktureinbrüche wie in 2008. Die großen Hoffnungsträger bleiben die Emerging Markets vor allem in Asien.

Aufgrund möglicher Dominoeffekte handelt es sich dabei aber weiterhin um systemische Risiken. Dieser Gefahr sind sich hoffentlich auch die G20 bewusst, die fast alle in einer Sackgasse aufgrund übermäßiger Verschuldung gekommen sind. Eine Finanzmarktreform wurde aber auf das nächste Treffen in Südkorea vertagt. Vorreiter sind hier die USA, die nun schon eine Finanzmarktreform beschlossen haben. Deutschland machte mit dem nun gesetzlichen Verbot von ungedeckten Leerverkäufen einen Alleingang, der wohl wirkungslos ist, da London nicht „mitmacht“.

Immerhin konnte eine spanische Anleihe letzte Woche Anfang Juli problemlos zu relativ günstigen Konditionen platziert werden, was dem Euro zu einem Kurssprung von 1,22 auf 125 EUR/USD verhalf. Daraufhin ging der Gold und Silberpreis scharf auf 1200 USD/Unze bzw. 17,7 USD/Unze zurück. Auch andere Rohstoffpreise gaben in den letzten Wochen kräftig nach. Öl fiel von 79 auf 72 USD/Barrel auch aufgrund der globalen Konjunktursorgen. Für den Ölpreis wird es nun von Bedeutung sein, wie die Hurrikan-Saison in den USA ausfallen wird. Der Sturm „Alex“ ist schon der erste Vorbote, weitere Stürme werden folgen. BP wird nach dem Kurseinbruch infolge der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko zum Übernahmekandidat durch Exxon oder Shell.

Die Marktechnik an den globalen Aktienmärkten ist jetzt sehr brisant, da alle amerikanischen Indices wichtige Unterstützungslinien durchbrachen und auch die anderen Weltbörsen in Mitleidenschaft gezogen wurden. So fiel der S&P unter die wichtige 1040-er-Marke. Der S&P Index schloss am Freitag nur knapp mit 0,47% im Minus und schloss bei 1022 indexpunkte. Es kann jetzt ein Pull back auf 1040 Indexpunkte kommen. Bei unter 1000 Indexpunkten beim S&P-Index wird es aber an den Weltbörsen sehr bearish und die Aktien könnten in ein tiefes Sommerloch fallen. Man kann jetzt nur hoffen, dass es sich um eine Bärenfalle handelt, denn am amerikanischen Markt wurden schon Verkaufssignale ausgelöst, die auch die Emerging Marktes mit nach unten ziehen werden. Im Moment sind eine defensive Strategie und hohe Cash-Positionen ratsam, wobei ich später im Jahresverlauf auch wieder „“v-förmige“ Kurserholungen erwarte. Ich hatte Ihnen schon zu Jahresbeginn eine volatile Seitwärtsbewegung angekündigt, die jetzt auch eingetreten ist. Die WM (und die heiße Sonne) zeiht jetzt mehr Aufmerksamkeit auf sich als die schwache Börse.

Der DAX gab am Freitag nur leicht um 0,4% auf 5834 Indexpunkte nach. Der RTS-Index konnte sogar um 2,17% auf 1318 Indexpunkte zulegen, nachdem die Kurse aber an den vorherigen Tagen dramatisch einbrachen. Besonders stark waren die Kurseinbußen in China und in Russland, wobei ich den Kurseinbruch in Russland für überzogen halte. Ich rechne weiterhin mit nachgebenden Kursen in den nächsten heißen Sommermonaten, was dann aber auch wieder gute Einstiegskurse vor allem in Osteuropa sein werden, wobei ich hier jetzt nur gestaffelte Abstauberlimits empfehle.

In Polen wird am 4. Juli ein neuer Präsident gewählt, wobei hier das Volk das Sagen hat. Der liberale Demokrat Komorowski hatte zuletzt die Nase knapp vor dem Kandidaten Kaczynski, wobei er die absolute Mehrheit verfehlte, so dass am 4. Juli nun die Stichwahl entscheiden wird. Ich nehme an, dass Komorowski knapp das Rennen machen wird, was das Ausland begrüßen würde, da Kaczynski (zu) national eingestellt ist. Komorowski will ab 2015 den Euro in Polen einführen, Kaczynski hat sich hierzu noch nicht klar geäußert. Dieses demokratische Vorgehen, also die Präsidentschaftswahl durch das Volk, ist vorbildlich und ich würde es begrüßen, wenn auch hier der deutsche Präsident vom Volk gewählt wird anstelle von uneinigen und zerstrittenen Bundestagsabgeordneten. Über die möglichen Auswirkungen auf die Warschauer Börse und attraktive Wert in Polen wurde ich am 1. Juli in NTV/Telebörse befragt, was Sie sich jetzt unter www.eaststock.de anschauen können. Ausführlicher werde ich mich dazu im nächsten EAST STOCK TRENDS äußern.

Verpassen Sie daher die Outperformancechancen in Osteuropa nicht und bestellen jetzt ein Probe-Abo des monatlich erscheinenden Börsenbriefes EAST STOCK TRENDS (EST) unter www.eaststock.de. Die beiden Osteuropa-Muster-Basket des EST konnten seit März 2009 in einem Jahr im konservativen Red-Chip-Portfolio eine Performance von 159% und im spekulativen Muster-Basket sogar von 275% erzielen. Aktien wie die Holding AFK Sistema konnten sogar um über 700% zulegen und haben noch Potential. Ausgehend von den Tiefstkursen bestehen realistische 1000%-Chancen. Es gibt eine ganze Reihe von Werten in Russland mit neuen historischen Höchstkursen, die auch bei den nächsten Seminaren vorgestellt werden.

Welche Aktien aus Osteuropa jetzt im Trading-Bereich ge- oder verkauft werden sollten, können Sie auf der täglich aktualisierten Ostbörsen-Hotline 09001-8614001 (1,86 €/Min) entnehmen. Das nächste ESI-Ostbörsen-Seminar „Go East!“ wird im Herbst in Frankfurt/M stattfinden (siehe www.eaststock.de). Wenn Sie Interesse an Ostbörsen- oder Emerging Market-Seminaren in anderen Städten haben, dann melden Sie sich bitte bei der ESI GmbH (info@eaststock.de; Tel: 040/6570883).

TV-Hinweis: Andreas Männicke wurde am 1. Juli in NTV/Telebörse (www.teleboerse.de) anlässlich der Präsidentschaftswahl inPolen über die Chancen an der Warschauer Börse befragt. Sie können sich das Interview jetzt bei dem Link unter www.eaststock.de in der Rubrik „Interviews“ runterladen.

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