Schöne Osterüberraschung: Moskauer Börse schon wieder No. 1!

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Freitag, 10. April 2009 14:56:00

Totgeglaubte leben länger: Der RTS-Index, einer der vielen Börsenbarometer des russischen Aktienmarktes, stieg am 8. April auf USD-Basis um 6,62% auf 810,3 Indexpunkte. Damit stieg der RTS-Index in einem Monat um 27% und seit Jahresbeginn um 28,33%. Der MICEX-Index, der auf Rubelbasis berechnet wird, stieg am 8. April zwar „nur um 5,72% auf 922 Indexpunkte; damit stieg er seit Jahresbeginn aber schon 48,93%. Im 1 Jahresvergleich befindet sich der RTS-Index damit immer noch 61% und der MICEX.Index 45% im Minus Einer der Gründe des starken Kursanstiegs war der starke Ölpreisanstieg auf zuletzt 54 USD/Barrel bei der Sorte WTI, was nun auch an den Zapfsäulen zum Leidwesen der Autofahrer zu Ostern in verstärkter Weise spürbar ist. Zudem verminderte sich die Kapitalfluch und der Rubel konnte sich wieder stabilisieren. Dabei ist die Inflationsrate mit 14% immer noch deutlich zu hoch.

Damit ist die Moskauer Börse die in diesem Jahr am besten performende Börse der Welt, womit zu Jahresbeginn kaum einer gerechnet hatte. Ganz offensichtsichtlich haben kurz vor Ostern auch noch einige ausländische Fonds Russland als Investmentmarkt wieder entdeckt, die sich zuvor noch sehr skeptisch geäußert hatten. Die Kursrallye war fast so stark aus wie Ende Oktober, als der MSCI Emerging Markt Index um 52% in einer Woche anstieg. Jetzt stieg der MSCI Emerging Market Index immerhin um 25,85% in einem Monat und damit um 11,34% seit Jahresbeginn. Dies zeigt ganz deutlich, dass sich Investments in Emerging Markets wieder lohnen.

Die Aktien in China stiegen gemessen am Shangahai Copmposit Index schon um 30% seit Jahresbeginn. Auch in Brasilien wird wieder Samba getanzt. Der IBOV-Index befindet sich seit Jahresbeginn ebenfalls 21% im Plus. Sogar die Aktien in Indien konnten gemessen am SENSEX-Index nach der Rallye von 32% in einem Monat ein Plus von 9,09 % seit Jahresbeginn erreichen, so dass auch hier aus einem kräftigen Minus ein Plus von 9% gemacht wurde. „BRIC“ ist damit wieder ein Thema, da alle BRIC-Länder jetzt kräftig im Plus liegen. Dabei befanden sich alle „BRIC-Länder mir Ausnahme von China im Februar noch alle kräftig im Minus und es wurden im Gleichklang mit den Weltbörsen sogar neue Tiefstkurse erwartet.

Aber auch die zentralosteuropäischen Börsen konnten sich im März und Anfang April von ihren Tiefstständen im Februar kräftig erholen. So stieg der BUX-Index der Budapester Börse in einem Monat um 29% und seit Jahresbeginn um 4,61% auf 12806 Indexpunkte, der WIG-Index der Warschauer Börse um 21,6% in einem Monat und 2,9% auf 28.017,8 Indexpunkte seit Jahresbeginn und der PX-Index der Prager Börse um 29,7% in einem Monat und 4,61% seit Jahresbeginn auf 840,8 Indexpunkte. Der PFTS-Index der Börse Kiew explodierte sogar um 39% in einem Monat und befindet sich damit „nur“ noch 7% im Minus. In einem Jahr verblieb damit noch ein Minus von 71%. Ähnlich „grausam“ ist die Realität beim ROTX-Index für Rumänien mit einem Kursplus von 50% in einem Monat, aber Kursverlusten von über 60% in einem Jahr. Ein Eldorado für geübte Trader, aber Langfristinvestoren liegen immer noch kräftig im Minus, wenn sei erst 2006 die Ostbörse entdeckten. Der Griffin Eastern EuroeanFfund verzeichnette aber ein Plus von 21% p-a. seit 1998, was zeigt, dass ich sogar Langfristinvestments in Osteuropa auszahlten..

Dies zeigt aber auch, wie enorm hoch die „Vola“ im Moment an den Ost- und Weltbörsen immer noch ist, wobei sich seit November schon eine Stabilisierung im Sinne einer volatilen Seitwärtsbewegung bemerkbar macht. Alle Ostbörsen-Indices sind über Endlos-Zertifikate auch handelbar, wobei sich allerdings die Spreads Ask/Bid bei den illiquiden Märkten enorm erhöht haben. Bei dem UTX-Index für die Ukraine betrug er zuletzt sogar 34%, also das, was man eigentlich verdienen möchte, ist schon im Spread Geld/Briefkurs drin. Noch höher sind die Spreads im Moment bei Nebenwerten in der Ukraine und auch in Russland, wo es zum Teil wochenlang gar keine Umsätze gibt. Daher empfehle ich im Trading-Bereich weiterhin nur liquide Blue Chips oder ETFs. Die Spreads bei den Credit Default Swaps haben sich dagegen deutlich abgebaut, was ein gutes Zeichen ist. Sie sind aber immer im historischen Vergleich überdurchschnittlich hoch.

Viele Anleger haben die guten Trading-Chancen im März/Anfang April daher verschlafen, weil sie zu passiv waren. Selbst der DAX konnte sich in einem Monat um 15% erholen, liegt aber noch 6,6% seit Jahresbeginn im Minus. Die Abwrackprämie wird bis Jahresende gezahlt, was ein 5 Mrd. € Konjunkturprogramm alleine für die angeschlagene Automobilindustrie sein wird. Der S&P 500-Index verzeichnete im März sogar den stärksten Kursanstieg in der Nachkriegzeit; in einem Monat konnte er sich im 19% erhöhen und liegt damit aber immer noch 5,17% im Minus. Dagegen konnte sich der NASDAQ-Inex s mit 4,79% schon ins Plus bewegen. Das 787 Mrd. USD-Programm ist nicht so groß wie man meint, denn es ist auf 3 Jahre gestreckt. Viel zu hoch ist dagegen das US-Haushaltsbilanzdefizit mit fast schon 15% des BIP. Dies wird die Märkte in Zukunft noch durcheinanderwirbeln. Ich erwarte einen Bärmarkt oder sogar Crash im Bonds-Markt im Jahresverlauf. Da die Importe enorm abnehmen, verminderte sich das US-Handelsbilanzdefizit im Februar aber dramatisch auf 35 Mrd. USD , was das niedrigste seit Mai 2001 war. Dies stärkt zunächst den Dollar stärkt, der Dollar daher zuletzt auf 1,31 EUR/USD stieg.

Unter den nachlassen US-Importen leidet besonders Japan und China, deren Exporte umgekehrt einbrachen. Dabei hat China aber die Chance einer starken Binnenkonjunktur, was in Japan wohl kaum möglich ist. Der Nikkei.Index legte in einem Monat dennoch um 26% zu und konnte damit auch ein Plus von 0,64% auf 8916 Indexpunkte verzeichnen. Japan beschloss am 9. April ein Konjunkturprogramm im Volumen von 154 Mrd. USD, was die Aktienmarkt zusätzlich beflügelte. Dabei wurde vernachlässigt, dass sich in Japan schon eine Deflation abzeichnet, die nur schwer zu bekämpfen ist.

Der Kursverlauf war an allen Weltbörsen seit März „V-förmig“, verlief also ohne Bodenbildung und auch ohne fundamentale Gründe. Im Gegenteil: die Konjunkturdaten wie schwache BIP-Zahlen und hohe Arbeitslosenquoten (in den USA über 600.000, in Spanien schon 15%) zeigen im 1Q09 weltweit die Stärke der Rezession an. Allerdings wurden positive Nachrichten im Bankensektor „gestreut“ und viele Leerverkäufer mussten sich eindecken, was den Kursschub nach oben verstärkte. Je stärker die Aktiemärkte steigen, desto mehr verlor Gold an Wert, da die „Angstprämie“ wegfiel und zudem die Inflationsraten sinken. Der Goldpreis fiel seit dem Hoch im März von fast 990 auf 883 USD/Unze. (Vortag 880 USD/Unze.). Am 8. April war lag der Goldpreis trotz der Mega-Finanzkrise damit sogar im 1 Jahresvergleich um 5,4% im Minus. Dennoch war Gold einer der stabilsten Geldanlagen im 1 Jahresvergleich vor allem auf Basis der Schwachwährungen.

Dagegen konnten andere Rohstoffe wie vor allem Kupfer und Öl deutlich in den letzten Wochen im Preis zulegen. Der Kupferpreis stieg in einem Monat um 22% auf 4400 USD/Tonne und der Ölpreis um 18,7% auf 51,6 USD/Unze, wobei beide Rohstoffe als Frühindikatoren für eine sich wieder erholende Wirtschaft gewertet werden. Von der Rallye profitierte auch die Kupfer und Ölprozenten in Osteuropa, die daher auch im EAST STOCK TRENDS“ schon vorher rechtzeitig als „Aktien des Monats“ herausgestellt wurden. Die meisten Öl-Bluechips stiegen ausgehend von den Februartiefs schon um über 50%. Auch Medienaktien aus Osteuropa konnten sich im Kurs in wenigen Wochen fast verdoppeln, was zeigt, wie hoch die Tradingchancen in diesen volatilen Zeit sind.

Nach dem starken Kursanstieg bei Aktien und auch einigen Rohstoffen ist in den nächsten Wochen nach Ostern aber wieder mit kräftigen Gewinnmitnahmen zu rechnen. Wer an den Mondkalender glaubt: am 9. April war Vollmond und danach könnte es weder bergab gehen. In einem positiven Szenario steigen die Aktien bis Ende April nach einer gesunden Korrektur noch weiter an und nähern sich der immer noch fallenden 200-Tagaeslinie, was dann immer noch eine Bärmarktrallye und keine Trendwende wäre. Trader, aber auch Langfristinvestoren sollten ihre Stopp-loss-Marken in jedem Fall nachziehen. Bearish wird es erst wieder wenn der S&P unter 790 bzw. der DAX unter 3900-Indexpunkte fallen sollte. An dominanten News und mögliche Störfaktoren kommen eine mögliche Insolvenz von General Motors sowie die Bekanntgabe der Horror-Zahl von 4 Billionen USD (!) „Giftmüll“ in den Büchern der Banken, die vom IWF in einer neuen Studie ermittelt wurden. Die sich jetzt deutlich verbessernde Stimmung kann also ganz schnell wieder drehen. Hoffen wir aber an eine Fortsetzung der Rallye und auch, dass die Konjunkturprogramme weltweit greifen werden. Die nächste Frage dürfte dann aber werden, wie hoch die Steuern im nächsten Jahr steigen müssen, um die Haushaltsbilanzdefizite wieder zu vermindern. Bis jetzt handelt es sich noch um „wishful thinking und nicht um gute Fundamentaldaten, was – in Kombination mit der Markttechnik (Short-Covering) - zu dem fulminanten Kursaufschwung führte.

Ich befürchte, dass wir demnächst öfters eine 180% Kehrtwendung bei Investoren feststellen. Die meisten Anleger agieren immer noch pro-zyklisch und nicht anti-zyklisch, was aber zu keinen guten Ergebnissen führt. Wer jetzt noch einsteigt, nimmt ein wesentlich höheres Rückschlagsrisiko in Kauf als noch vor 1 Monat, als die Stimmungsindikatoren im Tief waren. Ein probates Mittel um Gewinne abzusichern sind Teilgewinnmitnahmen und das Hochziehen der Stopp-loss-Marken: Auf diese Weise kommt der Anleger automatisch in Liquidität. Sicherlich kann dabei auch passieren, dass er zu früh ausgestoppt wird; das ist aber immer noch besser als Kursverluste „aussitzen“ zu wollen und sich passiv zu verhalten, bei einem Verlust von immer noch über 50%, zu weilen sogar über 70% im Depot. Die meisten Privatanleger sind vor lauter Schreck vor den Horrormeldung in Lethargie verfallen oder sie haben frustriert mit hohem Verlust verkauft. Erwachen Sie aus Ihrem Winterschlaf und werden Sie also wieder aktiv, denn der Frühling steht vor der Tür! Zudem wird der russische Bär auch wieder munter. Werden Sie vor allen nicht zu gierig und bedenken Sie, dass derartige Kursavancen wie im März/Anfang April mit 50-100%-Chancen an den Ostbörsen auch nicht in so kurzer Zeit normal sind.

Und dennoch: Die größten Chancen werden aber in der Krise geboren. Nutzen Sie daher gerade jetzt die Informationsmöglichkeiten bei dem monatlich erscheinenden Börsenbrief EAST STOCK TRENDS (www.eaststock.de) und auf dem nächsten ESI-Ostbörsen-Seminar am 27. Mai in Frankfurt/M. (Details unter www.eaststock.de) mit einem Afrika-Special. Auf dem Seminar wird auch ein Asset.Mix vorgestellt, bei dem alle Module im letzten Jahr in Plus lagen und das auch jetzt vielversprechend ist Verpassen Sie die nächste 50%-100%-Chance nicht, die sicherlich kommen wird. Welche Aktien an den Ostbörsen auch unter Trading-Gesichtspunkten aussichtsreich sind, können Sie weiterhin der täglich aktualisierten Ostbörsen-Hotline 09001-8614001 (1,86 €/Min.) entnehmen.

Fazit: Die Welt hat sich (auch nach dem G 20 Gipfel in London) noch nicht wesentlich verbessert, aber sie dreht sich weiter! Und danken Sie dem Osterhasen für die Osterüberraschung. Frohe Ostern!

TV-Hinweise. Das nächste TV-Interview mit Andreas Männicke ist am 24. April 2009 um 21.30 Uhr in der 3SATBörse über Zentralasien (Kasachstan, Usbekistan etc

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