Salami-Crash and den Weltbörsen – fast wie auf Knopfdruck!

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Freitag, 05. August 2011 11:47:00

Die Telefondrähte in Europa aber auch nach Übersee werden heiß. Politiker halten Telefonkonferenzen, sind aber ratlos bei dem, was sich jetzt an der Börse abspielt. Dabei haben sie es mittelbar verursacht. Der Dow Jones rutschte am 4. August um über 500 Indexpunkte ab und schloss mit 4,31% im Minus bei 11.383 indexpunkten. Dem DAX erging es nicht viel besser nach dem Kurseinbruch gestern setzt sich heute die Panikstimmung fort. Nachdem auch die asiatischen Börsen um 3-4% nachgaben – der Nikkei-Index verlor 359 Indexpunkte und schloss bei 9299 Indexpunkte 372% im Minus- , brach auch der DAX noch einmal gleich zu Handelsbeginn um über 3% ein und fiel auf das neu Jahrestief von 6150 Indexpunkten im Tief. Der TecDax brach heute (bis mittags) sogar um 7% auf 673 Indexpunkte ein.

Beim S-DAX und TEC-Dax sind wegen der geringen Liquidität die Kursauschläge besonders hoch. Viele Kurse werden jetzt auch ungerechtfertigt nach unten geprügelt. Die Kettenreaktionen und Dominoeffekte kennen wir schon aus dem Lehmann-Crash zur Genüge, wobei es diesmal nicht ganz so schlimm wird.

Auch der WTI-Ölpreis brach von über 90 auf 84 USD und der Brentölpreis von 113 auf 106 USS/Barrel ein, was wiederum auch russische Ölaktien und damit den russischen Markt unter Druck brachte. Der RTS gab heute Morgen am 5. August um 2,8% auf 1800 Indexpunkten nach, nachdem er gestern schon um über 3% einbrach. Auch die anderen Ostbörsen gaben um etwa 3%. Als „sicherer Hafen“ gilt weiter Gold (1666 USD/Unze), der Bund-Future (über 133) und der Schweizer Franken, die alle kräftig im Kurs auf neue Rekordstände ansteigen. Silber brach dagegen gestern auch um 6% fast auf 39 USD/Unze ein. Der Euro sank zum Dollar auf 1,41 EUR/USD.

Die letzten 3 Tage hatten es in sich. Die Kursverluste summierten sich an den Weltbösen auf über 10%, was man schon einen Salami-Crash nennen kann. Damit preisen jetzt auch die Aktienmärkte die systemischen Risiken ein, die Politiker mit ihren Verschuldungsorgien verursacht hatten. Das Fass droht jetzt überzulaufen. Italien ist mit einer Verschuldung von 1,9 Billionen € am Rande der Pleite, die USA retten sich nur noch durch eine höhere Schuldengrenze von 2,1 Billionen USD vor der Zahlungsunfähigkeit und die Rating-Agenturen drohen zu recht mit weiteren Herabstufungen. Dadurch erhöhen sich dann wieder Spreads bei den Anleihen.

Auf der anderen Seite gibt bei einem Salami-Crash eine Flucht in Bundespapiere und sogar in US-Staatsanleihen mit niedrigeren Zinsen, was wenig verständlich ist. EZB-Chef Trichet gießt dann noch Öl ins Feuer, indem er zu Unzeit von außergewöhnlichen Konjunktursorgen und Inflationsgefahren fachsimpelt. Schon machen sich wieder Rezessionsängste breit.

Dabei geht es der deutschen Konjunktur so gut wie schon lange nicht mehr und viele Unternehmen wie BMW meldeten Rekordergebnisse. In der Berichtssaison meldeten bisher 80% der US-Unternehmen Ergebnisse über den Erwartungen, in Deutschland hielt sich das mit 50% die Waage, was etwas enttäuschte. Konjunktursorgen sind aber in den USA berechtigt. Heute kommen die US-Arbeitsmarktdaten nachmittags und die könnten wiederum schlecht ausfallen. Die Arbeitslosenquote ist mit 9% viel zu hoch und könnte den Konsum in den USA abwürgen, zumal neue geld- und fiskalpolitische Maßnahmen die Inflation anheizen könnten. Und dann wären wir wieder beim Trichet-Fachgesimpel. Ich befürchte – notgedrungen - ? ein QE3 der FED und dann werden die Börsen wieder ansteigen.

Vieles, was jetzt geschieht ist aber reine Markttechnik und Psychologie in Kombination mit dem Teufelszeug von Derivaten, was wenig mit der Real-Wirtschaft oder Fundamentaldaten zu tun hat. Ich hatte ihnen im EAST STOK TRENDS punktgenau die gefährlichen Chartmarken angekündigt, so dass sie bei diesem Salami-Crash nicht überrascht sein sollten. So ein Salami-Crash bietet aber auch neue Einstiegschancen, wenn man geschickt vorgeht und nicht zu viel Pulver zu früh verschießt. Wie Sie sich jetzt in dieser brisanten Situation verhalten sollen, können Sie nachlesen im Börsenbrief EAST STOCK TRENDs, der schon morgen erscheint (Probe-Abo für 3 Ausgabe für nur 15 weiche Euro

Wenn Sie sich aktuell informieren wollen, wie Sie sich jetzt verhalten sollen, dann hören Sie jetzt mal in die Ostbörsen-Hotline 09001-8614001 (1,86 €/Min) rein.

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