Russia/USA – come together!?

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Montag, 21. September 2009 01:38:00

Obama – yes, you can! Zur Überraschung vieler Militärexperten und Politiker gab der US-Präsident Barack Obama letzte Woche eine Kehrtwendung in der Verteidigungspolitik bekannt. Anstelle des auf tschechischen und polnischen Boden geplanten Raketenabwehrschirms sollen nun erst ab dem Jahr 2011 auf verschiedenen Kriegsschiffen mobile und flexible Raketenabwehrschirme geschaffen werden. Der Hintergrund ist seine Einschätzung bzw. die Einschätzung seiner Militärexperten, dass der Iran noch nicht in der Lage sei, Langstreckenraketen mit atomaren Sprengköpfen so bald zu entwickeln. Der russische Präsident Medwedew begrüßte Obamas weitsichtige Entscheidung. In den USA wird Obama aber den Gegenwind zu spüren bekommen ebenso wie bei seiner neuen Gesundheitspolitik, die zwar sozialer, aber schwer zu bezahlen ist.

Ob sich Obama nun eine Gegenleistung Russlands bei der Iran-Frage erhofft, blieb offen. Medwedew machte seinerseits klar, dass eine Gegenleistung weder gefordert wurd , noch berechtigt sei. Dieses Entgegenkommen von Obama, der einen offenen Dialog und eine andere Politik mit Russland wünscht als die Bush-Administration, kann durchaus mittelfristig auch für die Weltbörsen in Form einer „Friedensdividende“ relevant werden. Wenn die Militär-Großmächte USA/Russland zusammen an der Terrorkämpfung mitwirken als sich selbst zu bedrohen, wäre dies von Vorteil. Die Anleger sollte nicht vergessen, dass sich die beiden Großmächte während des Georgienkriegs im August letzten Jahres in gefährlicher Weise feindlich gegenüber standen und lange Zeit hernach ein „kalter Krieg“ auch mit der NATO und Russland vorherrschte.

Sicherlich werden auch in Zukunft bei Nationen ihre nationalen Interessen betonen und wahrnehmen; jedes Säbelgerassel der beiden Großmächte ist aber immer noch eine Bedrohung für den Weltfrieden. Einen Schmusekurs zwischen USA und Russland ist in Zukunft nicht zu erwarten, aber doch die Verbesserung der diplomatischen Beziehungen, die bis zur Zusammenarbeit bei einzelnen Projekten gehen kann. Die Iran-Frage ist immer noch ungeklärt und hier braucht die USA sicherlich schon bald Russland als Gesprächspartner, um eine Eskalation zu vermeiden.

Viele Anleger machen sich gar nicht immer bewusst, wie wichtig diese „Friedensdividende“ ist. Der 11. September 2001, aber auch der Georgien-Krieg im letzten Jahr machten bereits deutlich, wie negativ sich geopolitische Extremsituationen auf die Weltbörsen auswirken können. Der 11. September erinnert immer wieder an die Schockstarre, die dieser Tag auch in den Folgemonaten an den Aktienmärkten auslöste. Zudem jährte sich letzte Woche auch die Lehman-Schockstarre. Beides waren Ereignisse, die die Welt in Atem hielt und auf gewisse Weise auch veränderte. Beides waren aber auch „black swans“, die von kaum einem Anleger oder Analysten in dieser Form erwartet worden waren und von daher auch nicht einkalkuliert wurde. Was wird wohl der nächste „black swan“ werden?

In Deutschland wird es vor den Wahlen nach dem ersten Militäreinsatz mit 100 Toten in Afghanistan auch eine erhöhte Terrorgefahr auf Bahnhöfen geben. In Afghanistan wurde Karzai nun offiziell im Amt als Präsident bestätigt, obwohl ein Viertel nach dem Ergebnis von EU-Beobachtern der Stimmen fehlen bzw. manipuliert sein sollen. Karzai kritisierte seinerseits jetzt den unnötigen Luftangriff in Kundus offiziell, bei dem es wohl mehre Missverständnisse gab. Er würdigte aber gleichzeitig auch die Präsenz der deutschen Soldaten in Afghanistan. In Kabul starben letzte Woche sechs italienische Soldaten nach einem Selbstmordanschlag. Weitere Reaktionen der Taliban sind zu erwarten.

Die Hauptgefahr sehe ich in einem möglichen Krieg zwischen Iran und Israel sowie in gezielten Terroranschlägen, nachdem jetzt der Ramadan vorbei ist. Im Iran wurde schon gleich nach dem Ramadan der Ton gegenüber Israel verschärft. Ein Israel/Iran-Krieg wäre ein „black swan“ von weitereichender Bedeutung, was auch unmittelbar börsenrelevant wäre.

Die Welt ist keineswegs befriedet. Umso wichtiger ist es, dass nicht auch die Großmächte USA und Russland mit Kriegsschiffen auf Konfrontationskurs gehen. Der Rüstungsetat der USA ist mit 548,5 Mrd. USD um weit mehr als das Zehnfache größer als der Rüstungsetat Russlands mit 38 Mrd. USD. Eine weitere Aufrüstung oder gar einen Rüstungswettlauf können sich beide Nationen finanziell nicht erlauben. Der Rüstungsetat Russlands ist übrigens genauso groß wie der deutsche. China hat mit 63 Mrd. USD den zweitgrößten Rüstungsetat der Welt und will in Zukunft auch ein Wort bei heiklen Themen wie dem Iran mitreden. Möglich ist weiterhin ein Militärschlag Israels gegen den Iran, der die Weltbörsen schnell aus dem Gleichgewicht bringen könnte.

Noch sind das alles Randthemen, die von der Börse nicht wahrgenommen werden. Black swans sind aber jederzeit möglich. Die Weltbörsen gehen jetzt davon aus, dass die Talsohle erreicht worden sei und blicken nun optimistisch in die Zukunft. Es gab in der Tat in den letzten Wochen eine Reihe von Hinweisen, dass es weltweit wieder aufwärts geht. So steigen jetzt zum ersten Mal wieder die Häuserpreise in den USA nach dem Shiller-Index. Überall auf der Welt werden jetzt die Schätzungen für die Minuszahlen beim BSP nach oben revidiert. In der Schweiz gehen die volkswirtschaftlichen Experten jetzt von einem Minus von 2% anstelle von 3% aus. Die Länder in Asien, allen voran China, wachsen wieder sehr dynamisch, wobei in China das kreditfinanzierte Wachstum dominiert. Die Kredite stiegen um 30% gegenüber dem Vorjahr. Dies könnte sich in einigen Jahren als Bumerang erweisen. In anderen Ländern der Welt gibt es immer noch eine Kreditklemme. In Dubai stehen die Kräne zwar nicht ganz still; es werden aber nur noch alte Projekte fertig gestellt. In Dubai gibt es ein Milliardengrab bei Immobilienprojekten. Viele blauäugige Anleger werden hier viel Geld verlieren, weil geplante Bürotürme gar nicht mehr gebaut werden. Auch hier war die Gier auf hohe Renditen zu groß geworden.

Weltweit ist die Kreditklemme noch nicht beseitigt. Großbritannien fordert jetzt ein „Testament“ von den Banken für Notfall-Liquidationen sowie ein effizientes Frühaufklärungssystem. Auf eine Festlegung von Boni-Obergrenzen wollte sich Großbritannien aber nicht einlassen. Die Kreditinstitute sind in Großbritannien aufgrund der Rezession besonders geschwächt und weiterhin insolvenzgefährdet. In den USA ist mittlerweile die 94. Bank Pleite gegangen ohne dass dies Auswirkungen auf die Börse hatte. Die Irwin Union bank war mit 4,8 Mrd. USD an Einlagen immerhin die das sechstgrößte Geldinstitut in den USA. Ich erwarte, dass die 100. Bankpleite noch in diesem Jahr in den USA stattfinden wird, wobei aber nur kleine und mittelgroße Institute betroffen sein werden. Die Schiffsfonds befinden sich ebenfalls immer noch in der Krise.

Auch die Auslagerung des Giftmülls durch „bad banks“ kommt nur schleppend voran. Angeblich hat die Deutsche Bank 75 Mrd. € an nicht bewertbaren Assets bei einer Marktkapitalisierung von 35 Mrd. €. Irland bildet nut eine „bad bank“ für die fünf größten Kreditinstitute. Damit übernimmt der Steuerzahler Irlands dort den Banken-Giftmüll in Höhe von 54 Mrd. €, was ein Drittel des BSP ist. Der Abschlag des Kreditpaketes im Volumen von 77 Mrd. € beträgt damit nur 30%, was mehr als der gegenwärtige Marktwert ist. Dennoch glaubt die Regierung, dass der Staat die aufgekauften Kredite in 10 Jahren mit Gewinn verkaufen kann, so dass der Steuerzahler nicht belastet wird. Die neue Institution heiß NAMA (National Asset Management Agency). Dadurch sollen die Kreditinstitute wieder Kredite für die Wirtschaft geben können, um nicht den Anschluss beim kommenden Aufschwung zu verpassen. Auch deutsche Landesbanken bemühen sich bad banks auf die Beine zu stellen, um toxische Produkte auszulagern. Das Problem liegt dann bei der Bewertung der Assets. Zudem wird wohl so schnell kein Rating von Rating-Agenturen möglich sein. Banken ohne Rating sind aber nichts wert.

In den letzten Monaten gingen die Unternehmen dazu über, immer mehr Anleihen zu platzieren, meistens sogar nachrangige Anleihen, die auch gut platziert werden konnten. In diesem Jahr sind weltweit schon 2 Billionen an Unternehmensanleihen und 4 Billionen an Staatsanleihen emittiert worden was ein neuer Weltrekord ist. Gold wird als Anlagemedium immer überbewertet. Der Wert der gesamten Goldproduktion in diesem Jahr beträgt nur 50 Mrd. €. Die Anleihenbesitzer werden früher oder später ein Fiasko erleben; nur der Zeitpunkt ist noch ungewiss. Der Bund-Future fiel im September schon stark von 123 auf 120. Ich rechne mit weitren Zinserhöhungen. Bei unter 120 beim Bund-Future short gehen. Durch die Null-Zins-Politik wurden wieder mehrere Asset-Klassen in diesem Jahr angetrieben: Aktien (vor allem chinesische Solaraktien), Anleihen, Gold, Rohstoffe und zuletzt sogar wieder Immobilienpreise. Vor allem Immobilienaktien sind in diesem Jahr stark gestiegen. Das Zertifikat auf den CECE Real Estate-Index (Immobilienaktien Osteuropa) stiegen in diesem Jahr schon über 150%. Weitere Blasen werden die Folgen der Nullzinspolitik sein.

Beim nächsten G 20-Gipfel werden die Banken im Zentrum aller Diskussionen stehen, sei es die Begrenzung der Boni, sei es die erforderliche Kapitalisierung (Eigenkapitalausstattung und Reserven für Kreditausfälle), sei es die Etablierung von Frühaufklärungssystemen, sei es die Überwachung und Transparenz bei Kreditderivaten. Unabhängig von den toxischen Produkten müssen viele Banken weiterhin um die Existenz kämpfen, nämlich dann wenn die Kreditausfallquoten zu groß werden sollte. Viele Analysten befürchten für das nächste Jahr eine starke Erhöhung der Kreditausfallquoten. Zudem darf Obama bei seinen Regulierungsbestrebungen nicht überziehen. Vor allem sollten die G 20 unter allen Umständen zu starke protektionistische Maßnahmen verhindern. Der Anstieg des Zolls auf chinesische Reifen um 35% läuft in die falsche Richtung. Handelskriege via Protektionismus ist das letzte, was die Weltwirtschaft jetzt gebrauchen kann. Auch der Ruf nach mehr Staat als Allheilmittel läuft in die falsche Richtung.

Die G20 werden aber auch über die Schließung von Steueroasen diskutieren. Deutschland hat schon eine Reihe von bilateralen Abkommen geschlossen, um mutmaßliche Steueroasen zu schließen. In Liechtenstein und in der Schweiz wurde das Bankengeheimnis geknackt. Auch die USA machen weiter Druck auf die UBS. Die Schweiz wird in Zukunft die OECD-Richtlinien einhalten und bei dem Verdacht auf Steuerhinterziehung Amtshilfe leisten was vorher nicht der Fall war. Die Schweiz führt bisher ihre Kapitalerträge an EU-Partner im Rahmen des Zinsabkommens ab. Im letzten Jahr waren dies nur 90 Mio. €. Dividenden und Aktiengewinne sind in der Schweiz bis jetzt noch steuerfrei. Jetzt gibt es aber Bestrebungen seitens des Schweizerischen Bankenvereins, eine Abgeltungsteuer auf alle Kapitalerträge für Ausländer anonym einzuführen. Damit wird Steuerhinterziehung an der Quelle bekämpft. Die Abgeltungssteuer soll die gleiche Höhe nach Nachbarstaaten haben. Die Privatsphäre des Kunden soll dabei aber gewahrt bleiben, da die Höhe der Beträge nur der Bank bekannt sei. Das Vermögen ausländischen Kunden bei Schweizer Banken betrug im letzten Jahr 2,2 Billionen Franken bzw. 1,5 Billionen Euro. Dies sind 56% aller Wertpapierbestände in der Schweiz. Die ausländischen Vermögen dominieren also die Wertpapierbestände in der Schweiz. Im letzten Jahr verminderte sich der Wert der Wertpapierbestände in der Schweiz im Durchschnitt um 28%. In diesem Jahr war der Kapitalzufluss in die Schweiz gleich Null.

Es wird nicht nur in der Schweiz, sondern weltweit immer noch viel Geld in Staatsanleihen und Geldmarktfonds bzw. Termingelder geparkt. Dabei wird der Risikoappetit aber allmählich wieder größer, wovon besonders die „BRIC“-Börsen profitierten. Der MSCI World-Index stieg im diesem Jahr schon etwa 20%, ebenso der DAX. Bei der deutschen Börse wird das Wahlergebnis der Bundestagswahl am nächsten Wochenende ausschlaggebend dafür sein, ob die Hausse seit März sich fortsetzten kann. Bei einer schwarz/gelben Koalition ist eine Fortsetzung der Hausse wahrscheinlich; bei einer Fortsetzung der großen Koalition, woran ich glaube, oder gar einem rot/grünen Wahlsieg wird es wohl einen Dämpfer geben.

Die Moskauer Börse konnte schon um über 95% seit Jahresbeginn zulegen. Der RTS-Index schloss am Freitag mit einem Plus von 1,15% auf dem neuen Jahreshoch von 1245 Indexpunkten, womit auch hier der Haussetrend seit März intakt bleibt. Der starke Kursanstieg der Moskauer Börse wurde den Ölpreis von 72 USD/Barrel unterstützt. Unter den BRIC-Börsen ist nun Brasilen mit einem Plus von 104% eindeutiger Outperformer vor Russland mit einem Plus von 94%. Die im EAST STOCK TRENDS (www.eaststock.de) vorgeschlagenen Aktien aus Osteuropa stiegen aber bereits um weit über 100%, was zeigt wie groß die Reboundchancen auch in Osteuropa sind.

Gold schloss am Freitag bei 1006 USD/Unze. Das Hoch lag in der letzten Woche schon bei 1024 USD/Unze, was gleichzeitig ein 18-Monatshoch war. Der IWF will jetzt 400 Tonnen an Gold verkaufen, was den Goldpreis drücken könnte. Die spekulativen Netto-Long-Position sind hingegen beim Gold kräftig angestiegen. Wenn keine neuen Hochs erreicht werden, dürften die Long-Positionen schnell glatt gestellt werden, was zu starken Korrekturen führen wird. Der Silberpreis stieg noch wesentlich stärker als der Goldpreis. Silber schloss am Freitag mit 17,04 USD/Unze nahe dem Jahreshoch von 17,65 USD/Unzen, was ein 13-Moansthoch bedeutet.

Trotz Rezession konnten sich die meisten Rohstoffpreise in diesem Jahr wieder kräftig erholen. Der Maispreis stieg mit einem Plus von 13,6% am Donnerstag sogar so stark wie schon in den letzten 36 Jahren nicht mehr an einem Tag. Angeblich soll es nach den Wettervorhersagen in den nächsten Wochen ein Kälteeinbruch in den USA geben. Bisher sind erste 12% der Maiskolben ausgereift. Der CRB-Index tendierte dagegen seit Mai seitwärts und schloss am Freitag bei 253 Indexpunkten. Damit legten Rohstoffpreise in diesem Jahr im Durchschnitt um 25% zu. Dagegen korrigierte Kupfer auf 6141 USD/Tonne und Nickel auf 17.320 USD/Tonne.

Der Dollar stabilisierte sich bei 1,47 EUR/USD. Falls der Dollar auf 1,48 fallen sollte, wird auch Gold und Silber weiter steigen. Da die US-Import weiter stark steigen und die US-Exporte kaum zunehmen, ist von einem weiterhin schwachen US-Dollar auszugehen. Ich rechne allerdings nicht damit, dass der Goldpreis das Allzeit-Hoch von 1032 USD/Unze so schnell überschreiten wird. Bei unter 970 USD/Unzen sollten Gold-Long-Positionen glatt gestellt werden. Der Gold-Silberkoeffizient ist mit 58,8 auf den niedrigsten Stand seit August 2008 gefallen. Beim Goldpreis haben sich sogar die Goldproduzenten selbst verschätzt. Viele Goldproduzenten haben ihre Goldproduktion gehedgt, das heißt sie sind Gold-Short-Positionen eingegangen, um sich gegen einen fallenden Goldpreis abzusichern. Barrick hat alleine dadurch schon 6 Mrd. USD verloren. Daher wundern sich viele Anleger, warum ihre Goldaktien nicht so steigen wie der Goldpreis. Offen stehen noch fast 1000 Tonnen an Gold-Short-Positionen. Wenn die Short-Positionen eingedeckt werden, führt dieses zu einem steigenden Goldpreis. Als neuen Groß-Aufkäufer von Gold kommen jetzt vor allem Chinesen in Betracht, die sogar Indien den Rang ablaufen könnten. Zudem wird Gold umso mehr steigen, je stärker der Dollar fällt – und umgekehrt. Öl konnte sich bei 72 USD/Barrel trotz hoher Lagerbestände behaupten. Bei unter 68 USD/Barrel empfehle ich Long-Positionen beim Öl aufzulösen und short zu gehen.

Maßgeblich für die Weltbörsen ist weiterhin die Wall Street. Die relativ guten US-Konjunkturdaten sorgten für eine Fortsetzung der Zwischenhausse in der letzten Woche. Ich bezweifele allerdings, dass die Konjunkturerholung nachhaltig ist. Sie ist vielmehr ein logische folge der Nullzinspolitik in Kombination mit der Mega-Neuverschuldung des Staates. In Schweden gibt es jetzt sogar Negativ-Zinsen bzw. Strafzinsen. Die Bank, die keine Kredite vergibt, sondern das Geld bei der Notenbank parkt muss Strafzinsen zahlen, was ein Novum ist. Im Auge müssen wir weiterhin die stark angestiegen Verschuldung behalten.

Der Dow Jones strebt jetzt die magische 10.000-er Marke und der DAX die 6000-er Marke an. Danach dürfte die Luft dünn werden. In den letzten 6 Monaten gab es in den USA und Deutschland den stärksten Kursanstieg seit 1933, wobei die Hausse vor allem liquiditätsgetrieben ist. Beide Länder befinden sich immer noch in einer Rezession, hoffen aber auch Wachstum im nächsten Jahr. Die meisten Indikatoren befinden sich mittlerweile in einer überkauften Situation, so dass mit starken Korrekturen im Oktober zu rechnen ist. Die gute Liquiditätssituation, Nullzinspolitik und die intakte Markttechnik spricht aber zunächst für die Fortsetzung der Hausse.

Der DAX schloss am Freitag mit einem Minus von 0,48% bei 5703 Indexpunkten, nachdem am Vortag noch ein neues Jahreshoch erreicht wurde. Damit bleibt auch hier der kurzfristige Haussetrend sei März intakt. Ich empfehle Positionsglattstellungen im Trading-Bereich beim DAX erst bei unter 5500 Indexpunkten. Der Schweizer SMI-Index erklomm am Freitag mit 6325 Indexpunkten ebenfalls ein neues Jahreshoch und schloss mit 0,12% erneut im Plus. Das Tief lag Anfang März bei 4234 Indexpunkten. Damit konnten die Schweizer Aktien im Durchschnitt seit dem Tief um 49,38% zulegen, was ebenfalls der stärkste Kursanstieg in der Nachkriegzeit in 6 Monaten war. Der Dow Jones Industrial Index stieg am Freitag um 0,37% auf ein neues Jahreshoch von 9870 Indexpunkten und der markbreitere S&P-Index um 0,26% auf 1068 Indexpunkte. Bearish wird es erst bei einem Stand von 975 Indexpunkten. Wir können nur hoffen, dass es sich diesmal um keine Spekulationsblase handelt und dass die USA mit Russland in einem fruchtbaren Dialog auch bei der strittigen Iran-Frage kommen werden. USA/Russia - come together? Obama, yes you can because change happens (sometimes)!

Welche Aktien aus Osteuropa jetzt im Trading-Bereich ge- oder verkauft werden sollten, können Sie auf der täglich aktualisierten Ostbörsen-Hotline 09001-8614001 (1,86 €/Min) entnehmen.

Hinweis: das nächste ESI-Ostbörsen-Seminar "Go East!" findet am 11. November 2009 um 17.00 Uhr gleich nach dem EK-Forum in Frankfurt/M statt. Melden Sie sich jetzt unter www.eaststock.de (Rubrik Seminare) an.

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