Russen auf Einkaufstour in Deutschland

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Samstag, 14. Juni 2008 11:15:00

+++Deutsche Bank im Visier der Russen+++deutsch-russische “Leuchturmprojekte“ in Sicht+++Russiche Aktien bleiben gefragt+++

Die Russen sind bekannt als sehr reise- und konsumfreudige Menschen. Man sieht sie in den mondänen Skiorten in der Schweiz und Österreich, in den Urlaubsorten von Spanien, Türkei und Frankreich und überall gegeben sie mehr als doppelt soviel aus wie andere Touristen. Auch in arabischen Ländern wie vor allem Dubai sind die Einkaufstüten bei Russen auf der Rückreise vor allen bei den Frauen prall gefüllt. Sie haben dabei keine Scheu, ihren schnell erlangten Reichtum offen zur Schau zu stellen.

Die Oligarchen gehen auch gerne auf Einkaufstour. Sie kaufen Schmuck, Luxusyachten, Flugzeuge und Fußballmannschaften So steht Ballack auf der Gehaltsliste des Fußball Clubs Chelsea London, der von Roman Abromovich für 400 Mio. US-Dollar aufgekauft wurde. Dadurch, dass Chelsea gegen den Erzrivalen Manchester United das Champions-Leage-Endspiel in St. Petersburg verlor, gingen dem Oligarchen 100 Mio. USD durch die Lappen, was er verkraften kann. Aber auch deutsche Unternehmensanteile stehen bei Russen ganz oben auf der Einkaufsliste von russischen Firmenraidern.

An den Unternehmen Escada, Dr. Scheller Kosmetic, Kali&Salz, Hochjtief, Strabag SE und in der Schweiz Oerlikon und Sulzer haben sich schon die mehr oder weniger bekannten Oligarchen wie Deripaska und Vechselberg beteiligt. Auch an kleineren Fluggesellschaften und Billigfliegern beteiligen sich die russischen Oligarchen gerne. Sogar ein 6%-ges Aktienpaket von EADS befindet sich schon lange in russischer Hand und Russland hat damit „Großes“ vor. Der letzte Coup war die Beteiligung an dem Touristikkonzern TUI durch den Oligarchen Mordashov. Auch Infenion, Deutsche Post und die Bahn sind schon auf dem Radarschirm der russischen Schnäppchenjäger während von der Übernahmen der Deutsche Telekom Abstand genommen wurde, da Angela Merkel da nicht mitspielen wollte..

Nun hat sich auch der bis dahin unbekannte Multi-Milliadär Sluleiman Kerimow an der Deutsche Bank AG beteiligt. E will seine Beteiligung, die noch unter 3% liegt, angeblich auf 9% aufstocken, womit er der größte Einzelaktionär der Deutsche Bank wäre. Bisher halten nur Barclays und Axa ein Akteinpaket von 3%. Nach einer Schätzung von Forbes hat der 42-jährige Kerimow, der aus der Kaukasus-Republik stammt, aus undurchsichtigen Finanzgeschäften ein Vermögen von 17 Mrd. US-Dollar angehäuft. Ursprünglich war er anfangs an der sowjetischen Ölhandelsgesellschaft Nafta Moskva beteiligt aus der dann die Beteiligungsgesellschaft GNK wurde. Der Kauf und Weiterkauf von Unternehmensanteilen war und ist ein lohnendes Geschäft. So wurden von GNK die Firmenanteilen von Vnukovo Airlines und dem Versicherer Ingosstrakh mit hohem Gewinn ge- und verlauft. Angeblich besitz Kerimow hat sich dann vornehmlich an Staatsbetrieben wie Sberbank du Gazprom beteiligt. So sollen ihm 6% der Sberbank und 4,5% von Gazprom gehören. Die Kurse dieser beiden Unternehmen haben sich seit der Krise 1998 mehr als verhundertfacht. Angeblich will er nun sein Anteil in Russland nach und nach verkaufen und im Westen anlegen. So will er angeblich auch seinen 74%igen Anteil an dem Silber- und Goldproduzenten Polimetall verkaufen. Keromiv ist einer der über 30 Milliardäre, die in der Duma als Abgeordneter sitzen und von daher gewisse Immunität genießen. Früher gehörte er zur Liberaldemokratischen Partei des rechtsextremen Poitikclowns Waldimir Schirinowski.

Der neue russische Präsident Dimitrij Medwedew wählte nicht ohne Grund als zweites Land für einen Staatsbesuch im Ausland nach China nun Deutschland aus. Er hatte dabei die gleiche Rethorik wie Putin. Er sagte wohl nicht ganz ohne Grund, dass sich Russen und Deutsche bei „Geschäften besser kennenlernen“ können. Und Putin sagte zuvor in der gleichen Rethorik, dass die „Russen nicht mit Kalaschnikows kommen, sondern mit Geld“. Wie wahr!

Ein Mega-Geschäft könnte der Kauf von Unternehmensanteilen bei der Deutsche Bank AG werden, denn die ist jetzt sehr billig zu Tieftskursen zu haben. Russen sind auch gute Geschäftemacher und achten schon auf den Einkaufspreis.. Andere Mega-Geschäfte werden folgen. So könnte auch Thyssen Krupp irgendwann auf der Liste der russischen Oligarchen stehen. Auf der anderen Seite können ausländische Unternehmen nach dem neuen Gesetz nur noch begrenzt Einfluss auf russischen Unternehmen nehmen. Schon zuvor hatte Siemens Schwierigkeiten, eine Mehrheit bei dem Maschinenbauwert Power Machines zu bekommen, was letztlich auch nicht gelang. An TNK-BP hat im Moment Probleme, sich in Russland zu behaupten und wird mir Steuerfahndungen schikaniert. Angeblich will Gazprom den 50%igen Anteil für des 50.50 JV für 20 Mrd. US-Dollar übernehmen. Russland und England befinden sich im Moment nicht in einer entspannten Situation. Dafür hat Gazprom jetzt mit Wintershall einen neuen 30-jährigen-Vetrag geschlossen, was darauf hindeutet, dass die Russen mit den Deutschen dauerhaft Geschäfte machen wollen. Auch das neue Pipelineprojekt „Nordische Pipeline“, das von Polen und Baltischen Ländern sehr argwöhnisch und kritisch betrachtet wird, soll letztendlich der Versorgungssicherheit dienen. Das wäre dann das erste deutsch-russischen Milliarden-Projekt von Bedeutung. Ob dieses von Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder beaufsichtigte „Leuchtturmprojekt“ aber bis 2010 fertig gestellt wird, steht in den Sternen. Auf jedem Fall wird es wesentlich teurer für Gazprom, EON, BASF/Wintershall als zuvor geplant.

Mein Tipp: Machen Sie sich auch ein „Oligarchen-Portfolio“, denn auch Russen wollen kein Geld verlieren und sie treffen oft gut überlegte und strategisch sinnvolle Entscheidungen. Insofern wäre der Kauf der Deutsche Bank AG zum jetzigen Zeitpunkt trotz der noch nicht beendeten Finanzkrise eine Überlegung wert. Aber auch russische Aktien bleiben gefragt, da die Petrodollar weiter hineinströmen.

Hinweise: Trader können die Ostbörsen-Hotline 09001-861400-1 (1,86 Euro/Min) weiter Hinweise für möglichen „Schnäppchenkurse“ in Osteuropa“ bekommen.

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