Prawda – die Stunde der Wahrheit rückt näher!

Drucken Speichern

Samstag, 18. August 2012 13:35:00

„Prawda“ ist eine russische Tagezeitung, die bereits vor der Oktoberrevolution im zaristischen Russland erstmals im Jahr 1912 in St. Petersburg erschienen war. Sogar Stalin war bis 1913 bis zu seiner Verbannung nach Turuchansk kurz Chefredakteur der Zeitung. Seit 1917 wurde die Zeitung zum Parteiorgan der KPdSU. In der Prawda sollten Arbeiter für Arbeiter schreiben. Ob die Berichterstattung dann später „wahrheitsgemäß“ war, sein einmal dahingestellt. Auch die Berichterstattung der kremlnahen Medien muss sich diese Zweifel einer wahrheitsgetreuen Berichterstattung gefallen lassen – ebenso wie jetzt wieder einmal die russische Gerichte Zweifel an einer wahrheitsgerechten und nicht politisch bedingten Urteilsfindung aufkommen lassen.

Die Verurteilung der drei jungen Mädchen aus der Musikgruppe Pussy Riot zu 2 Jahren Haftstrafe aufgrund eines provokativen 30 sekundigen Auftritts in einer orthodoxen Kirche mit Parolen gegen Putin hatte jedenfalls ein großes Medienecho weltweit mit Sympathiekundgebungen für Pussy Riot ausgelöst. Damit hat sich Russland sicherlich keinen Gefallen getan, zumal es auch auf Gesetzesebene zu einer Verschärfung des möglichen Vorgehens gegen Oppositionelle und dem Entstehen von Zivilgesellschaften gekommen ist. Das Recht auf Demonstrationen und Versammlungsfreiheit wurde eingeschränkt und damit auch die Meinungsfreiheit.

Die Verurteilung der drei Mädchen wird sicherlich zu weiteren Protesten führen und damit möglicherweise das Gegenteil von dem bewirken, was Putin gewollt hat. Es kann sogar zum Bumerang werden, wenn ein Funke bei der Bevölkerung überspringen sollte, so wie es im „arabischen Frühling“ der Fall war. Davor hat Putin sicherlich Angst und er wird „alles tun“, um dies zu vermeiden, aber irgendwann kommt die Wahrheit („Prawda“) immer ans Licht. Er wäre gut beraten, mit den Oppositionellen in eine offene Kommunikation einzutreten anstelle oppositionelle Künstler ins Gefängnis zu stecken.

Ein Verschärfung oder gar Ausweitung der Krise in Südeuropa könnte im nächsten Jahr auch auf Russland überschwappen. Noch geht es Russland aufgrund des Ölreichtums und den hohen Ölpreisen relativ gut, aber wir haben es im Jahr 2009 gesehen, wie schnell sich das Blatt wenden kann und aus einer „Erfolgsstory“ ein Fiasko werden kann. Deswegen bereiten sich die russischen Machthaber auch schon auf eine Krise vor wohlwissend, dass aus einer wirtschaftlichen Krise schnell auch eine politische Krise werden kann, die jetzt noch gar nicht erkennbar ist.

Auslösender Faktor für eine solche Krise wäre eine Ausweitung der Südeuropa-Krise auf ganz Europa aufgrund der Ansteckungsgefahr. Die Waldbrände in Südeuropa sind ein gutes Beispiel wie schnell aus einem Waldbrand ein Flächenbrand werden kann, der dann ganze Ortschaften und Städte bedroht. Die wirtschaftliche Feuerwehr soll in Europa die EZB sein und darauf beruhen nun auch alle Hoffnungen der Anleger, übrigens auch in den USA.

Die weiter anhaltende Sommerrallye – sprichwörtlich bei außergewöhnlich hoher Hitze sowohl in den USA als auch jetzt in Europa! – lässt den Eindruck aufkommen, dass alles durch die nächsten Notenbankentscheidungen lösbar ist. Das ist es aber nicht, denn durch ein mögliches QE3 der FED oder auch der EZB (durch den Aufkauf von italienischen und spanischen Anleihen) wird nur Zeit gewonnen; es werden aber keine Probleme gelöst. In Erwartung positiver geldpolitischer Impulse steigen jetzt aber die Aktienkurse, wobei das Short-Covering aus dem angelsächsischen Raum, wo massiv auf ein Auseinanderbrechen des Euros spekuliert wird, auch eine Rolle spielt.

Im jetzt auch immer heißer werdenden Wahlkampf in den USA wird auch die Lösung der Schuldenproblematik eine Rolle spielen, wobei Romney hier vor an den Sozialetat ran will, den Obama gerade neu geschaffen hat. Wie die USA tatsächlich ein Sparprogramm entwickeln und zu einem ausgeglichen Haushalt in einigen Jahren kommen wollen, bleibt ein Rätsel.

Aber auch hier rückt die Stunde der Wahrheit („Prawda“) näher, für Politiker und Notenbanker. Beide müssen schon Wunder vollbringen, um den Karren wieder aus dem Schulden-Dreck zu ziehen ohne eine Rezession/Depression oder Inflation heraufzubeschwören. Die Erwartungen der Aktienanleger sind nach den kernigen Worten vom EZB-Chef Draghi, ehemaliger Investmentbanker bei Goldman Sachs, groß; sie könnten aber im Herbst enttäuscht werden. Ab 2013 drohen nicht nur Steuererhöhungen, sondern auch Zwangsenteignungen - entweder offen oder durch die Hintertür.

Am 12. September entscheidet das Bundesverfassungsgericht über die Rechtmäßigkeit des ESM und im September wird auch die Troika entschieden, ob das neuen Sparprogramm von Griechenland über 12 Mrd € ausreicht, um Griechenland neue Gelder zu gewähren Griechenland spart sich „in Wahrheit“ tot. Deutsche Banken proben im Stresstest schon was passiert, wenn Griechenland aus dem Euro austreten würde. Die Rezession betrug im 2. Quartal um 6,7% in Griechenland. Aber auch die meisten südeuropäischen Länder befinden sich in einer Rezession und damit auch Gesamteuropa. Nur Deutschland bleibt der Fels in der Brandung mit einem knappen Wachstum, fragt sich nur, wie lange noch. Mit Argusaugen werden jetzt aber auch die Wachstumsraten in den USA und in China zu beobachten sein, die Aufschluss darüber geben werden, wie groß die Konjunkturdämpfer sein werden. Auch hier rückt die Stunde der Wahrheit (Prawda) näher.

Aber auch an den Weltbörsen rückt die Stunde der Wahrheit (Prawda) näher. Nach der beeindruckenden Sommerrallye der letzten 2 Monate kommt es nun darauf an, dass wichtige Chartmarken nachhaltig mit Schwung überwunden werden. Der DAX überwand schon knapp die 7000-er Marke, aber mit wenig Umsatz und wenig Kraft, so dass eine Konsolidierung wahrscheinlich ist. Eine Korrektur wäre jetzt also ganz normal. Dann kommt es aber darauf an, ob hernach wichtige Unterstützungslinien halten. Die Ostbörsen werden mit dem Dow Jones Index nach oben und unten schwanken. Der Dow Jones stieg in 2 Monaten um über 1000 Indexpunkte und zog alle Weltbösen mit nach oben. Auch hier kommt demnächst die Stunde der charttechnischen Wahrheit, ob die Marke von 13.300 nachhaltig und hohen Umsätze überwunden werden kann oder nicht. Andernfalls droht auch dort eine Korrektur.

Der RTS-Index stieg von 1300 auf über 1450 Indexpunkte. Auch hier kommt es jetzt darauf an, ob nun neue Hochs erreicht werden oder nicht. Am 17. August gab der RTS-Index um 1,59% auf 1421 Indexpunkte nach, wobei das Urteil gegen die Musiker von Pussy Riot auch ein Grund für die fallenden Kurse war, denn der WTI-Ölpreis stieg sogar um 1,08% auf 96,48 USD/Barrel.

Wenn man so will, war dies auch eine Ohrfeige für Putin durch die Börse. Trotz dieser Ohrfeige und Korrektur bleiben aber russische Aktien aufgrund der niedrigen Bewertungen chancenreich, wobei vor allem einige Konsumaktien weiterhin boomen. So konnte der Konsumwert Magnit in diesem Jahr schon um fast 50% ansteigen und damit auch ein neues Allzeit-Hoch erreichen. Seit Erstempfehlung im Muster-Depot des EAST STOCK TRENDS (EST) im Februar 2009 stieg die Aktie schon um 589%. Dies wurde nur durch die Bank of Georgia getoppt, die seit Erstempfehlung sogar um 880% (!) zulegen konnte. Dies zeigt schon auf, wie chancenreich die osteuropäischen Aktienmärkte insbesondere nach externen Schocks und Krisen immer wieder sind.

Sie sollten nach der Sommerrally im Juli gerade jetzt besonders die Markttechnik beachten, die ich Ihnen recht ausführlich im neuen EAST STOCK TRENDS (EST) beschreibe. Achtung: jetzt beginnt die Zeit der „Schnäppchenjäger“! Der sehr treffsichere ESI-Seminar-Indikator steht immer noch auf „Buy“! Wie Sie sich jetzt konkret verhalten sollen und auch welche Aktien in Osteuropa aussichtsreich sind, können Sie nachlesen, wenn Sie jetzt ein Probe Abo- des monatlich erscheinenden Börsenbriefes EAST STOCK TRNDS (3 Ausgaben per e-mail für nur 15 €) unter www.eaststock.de bestellen. Die beiden Muster-Depots konnten sich im Wert seit Auflegung vor 3 Jahren trotz aller Krisen verdreifachen.

Da die Märkte sehr volatil sind, sollten Sie im Moment mehr trading-orientiert agieren. Welche Aktien Sie jetzt kaufen oder verkaufen sollten, können Sie der täglich aktualisierten Ostbörsen-Hotline 09001-8614001 (1,86 €/Min) entnehmen. Verpassen Sie jetzt die guten Trading-Chancen nicht!

TV+Radio-Hinweise: Andreas Männicke wurde am 8. Juni 2012 im DAF anlässlich der Fußball-EM über die Chancen in Polen/Ukraine befragt und am 23. Mai 2012 im DAF (www.anleger-fernsehen.de) von Dr. Bernd Jünemann über die Chancen in Osteuropa, insbesondere in Russland. Sie können sich die Interviews jetzt unter www.eaststock.de, dort unter der Rubrik „Interviews“ runterladen.

Anzeige
 

Newsletter

Newsletter

Jetzt kostenlos anmelden und von Andreas' Männicke Wissen profitieren! weiter

Termine

Archiv

28.05.17 G7 und Trump: Einer gegen alle, alle gegen einen!
08.05.17 Vive la France, aber nach der Wahl ist vor der Wahl
02.05.17 100 Tage Trump - und nun?
23.04.17 Schwarzer Montag? - Ein Leben zwischen Bomben und Zeitbomben -
09.04.17 Trump schockt Russland – kommt es zur Konfrontation in Syrien?

Weitere Artikel im Archiv

Hotline

Tel.: 0900 - 1-86 14 001
(€1,86/Min aus dem Netz der DT AG, Anrufe aus dem Mobilfunknetz können abweichen)