Positive Halbjahresbilanz bei „BRIC“ und „TRIC“ trotz Rezession: >50%!

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Samstag, 04. Juli 2009 16:34:00

Das erste Halbjahr verlief an den Börsen außerordentlich erfolgreich, obwohl auch die meisten Emerging Markets mit Ausnahme von China eine schwere Rezession zu verkraften haben. Die BRIC-Länder überzeugten mit einer deutlichen Outperformance von über 50% im Durchschnitt gegenüber dem DAX, Dow Jones Industrial oder Nikkei Index, die in etwa nur das aufholten, was sie bis Mitte März verloren hatten. Dabei schnitt zum Schluss Brasilien mit +65% am besten ab vor China (61%), Russland (54%) und Indien (50%) gemessen am MSCI-Länderindex. Bei einigen Performanceranglisten auf USD-Basis liegt China vorn vor Russland, Indonesien und Indien. Einige Börsen wie die Kasachstan werden in den Rangliste gar nicht aufgeführt, liegen aber auch über 40% im Plus. Bemerkenswert ist dass die Börsen aus China, Indien, Türkei und Venezuela im 1 Jahresvergleich schon wieder im Plus sind. Hier war die Wertaufholung also besonders signifikant. Dabei schnitten Solarunternehmen aus China mit einer Kursverdoppelung bis Verdreifachung besonders erfreulich ab.

Dies zeigt deutlich auf, dass es auch in der größten Wirtschaftskrise in der Nachkriegzeit gute Trading-Chancen gibt. Dies erfordert aber ein sehr aktives, trading-orientiertes Verhalten der Anleger. Bei den meisten Anlegern wurden aber nur passiv Kursverluste aus dem Vorjahr etwas verringert, weil man „durchgehalten“ hat. Ende Mai hatte Russland noch die Nase vorn mit einem Plus von über 80% aber im Juni korrigieren die Kurse an der Moskauer Börse um 18% durch Gewinnmitnahmen.

Aber selbst wenn man den Top-Performer Brasilien herauslässt und dafür Türkei einsetzt, also auf „TRIC“ gesetzt hat liegt der Anleger ganz vorne, denn auch die Türkei verzeichnete ein Plus von 38%. Dies stand jedoch nicht im Einklang mit der wirtschaftlichen Entwicklung, da es auch in der Türkei eine tiefe Rezession gibt. Besonders ausgeprägt ist die Rezession in den baltischen Ländern mit -14 bis -18%, in der Ukraine mit -20% und in Russland mit -10% des BSP. Das einzige osteuropäische Land, das ein positives BSP aufwies, war im 1. Quartal Polen mit 0,8%.

Die Outperformance der Emerging Markets war in erster Linie aber eine Wertaufholung infolge der dramatische Underperformance des letzten Jahres mit Kurseinbrüchen von über 60% bei BRIC oder TRIC. Dies bestätigt wiederum die hohe Volatilität der Emerging Markets im Vergleich zu den entwickelten Industrieländern. Dies ist aber eine altbekannte Erfahrungstatsache. Es ist daher fahrlässig und gefährlich, die Kurse insbesondere in Emerging Markets ins Bodenlose fallen zu lassen, da dann die Wertaufholung umso größer ausfallen muss. Das Erkennen von systemischen, globalen Risiken und auch markttechnischen Trendwenden ist bei Emerging Markets also besonders wichtig. Deswegen habe ich schon Mitte letzten Jahres so intensiv zum Ausstieg bei allen Emerging Markets geraten, was im EAST STOCK TRENDS (www.eaststock.de) auch nachlesbar ist. Viele Anleger verlieren das „big picture" zu schnell aus den Augen und bemühen sich nur um Informationen ihrer eigenen Aktien und „Lieblinge“. Die Krise hatte sich vorher rechtzeitig angekündigt. Aber selbst Ben Bernanke hatte damals das Ausmaß der Krise nicht richtig erkannt. In vielen kleinen Ländern ist der Anleger aber in einer Liquiditätsfalle wie in der Ukraine, Südosteuropa und den baltischen Ländern. Diese Liquiditätsrisiken müssen bei kleinen Emerging Markets also beachtet werden, dafür sind dann die Kursausschläge in Haussephasen auch umso deutlicher.

Auch wenn jetzt die Wertaufholung vor allem bei den BRIC-Ländern besonders ausgeprägt war, dürfen wir die Augen nicht verschließen, dass wir uns nach wie vor in der schwersten Wirtschaftskrise der Nachkriegszeit befinden, die aber noch nicht in allen Ländern erkennbar angekommen ist, weil der Konsum noch recht robust ist. Ist die Krise bei Ihnen eigentlich schon angekommen bzw. spürbar geworden? Es gibt immer eine oft zu "einseitige", zuweilen sogar falsche Medienrealität, eine durch Statistiken oft verfälschte Realität, die persönlich wahrgenommene Realität und die Realität, so wie sie ist und die kennt aufgrund der Komplexität nur der liebe Gott. Realität ist aber also komplex und Analysten versuchen mit ihren Beschreibungen der mutmaßlichen Realität möglich nahe zu kommen. Im Moment stochern sei aber alle im Nebel, da es oft sogar keine Guideline der Vorstände gibt. Die Börse versucht die jeweilige Stimmung einzufangen und sich ein wahres Bild von den realen Zukunftsaussichten zu machen. Dabei reagiert sie im Moment sehr sensibel auf Konjunkturdaten aus den USA. Die Arbeitslosenzahlen stiegen in den USA im Mai um 467.000, womit die Arbeitslosenquote 9,5% beträgt. Der Index für das Konsumentenvertrauen fiel in den USA auf 49 (von zuvor 54), was sehr niedrig ist. Zudem ging in den USA schon die 48. Bank Pleite, was aber kaum jemand zu interessieren scheint. Ich erwarte weitere Bankenpleiten in den USA. Die Auftragseingänge im Maschinenbau sind in Deutschland ebenso dramatisch eingebrochen wie die Exporte. Der Chef des IFO-Instituts Prof Sinn fodert nun von der Regierung ein weiters Konjunkturprogramm in Volumen von 25 Mrd. €. Nach den Schätzungen der Weltbank wird das Welt-BSP in diesem Jahr um 2,3% schrumpfen und der Welthandel um 10% abnehmen. Ich halte aber wenig von diesen Prognosen, da sie im Nachhinein selten stimmen. Offensichtlich ist der Lehman-Schock aber nicht verkraftet und es gibt noch kein „Business aus usual“, sondern immer noch überwiegend Krisenmanagement.

Obama ist schon bereit, ein zweites Konjunkturprogramm nach dem schon bewilligten 800 Mrd. USD-Programm aufzulegen. Er ist der Auffassung, dass Europa zu wenig für die Ankurbelung der Konjunktur tut. Obama fliegt am Montag nach Russland, um für „Entspannung“ zu sorgen und auch Lösungen für die offene Iran-Frage zu suchen. Angel Merkel beim Konjunkturprogramm da ganz anderer Auffassung als Obama. In der Tat sollte auch Obama und vor allem seine Berater die Verschuldung im Auge behalten. Auch das jetzt vom Bundestag verabschiedete Bad bank-Konzept ist ein gewagtes Experiment. Ganz offensichtlich funktionieren weltweit die Kredit- und Geldkreisläufe trotz massiver staatlicher Eingriffe immer noch nicht. Das Hauptproblem scheint mir dabei zu sein, dass keiner so genau sagen kann oder will, wieviel Giftmüll in den Bankenbilanzen tatsächlich nicht steckt. Der IWF geht von 4 Billionen USD aus. Was ich schon seit langem fordere ist eine globale „Evidenzzentrale für Derivate“, insbesondere für Kreditderivate (CDO u.a.), denn viele Großbanken haben sich offensichtlich zu Hedgefonds entwickelt und können im Krisenfall wie jetzt ihrer eigentlichen Aufgabe nicht nachkommen, die Wirtschaft mit Krediten zu versorgen.

Insbesondere dort, wo der Staat beteiligt ist, müsste er verlangen, dass alle Karten auf den Tisch gelegt werden. Aber selbst wenn alle Karten auf dem Tisch sind, gibt es Bewertungsrisiken. Auf diese Bewertungsrisiken muss jeder Bankvorstand auf der Hauptversammlung hingeweisen, sonst macht er sich der Untreue strafbar. Produkte, die der Bankenvorstand nicht versteht, darf er auch nicht in seine Bücher nehmen bzw. in dubiosen Zweckgesellschaften verstecken. Machen wir uns nichts vor: es sind in der Finanzwelt weltweit Spielcasinos entstanden, die eine ungeheure Sprengkraft für die Volkswirtschaft haben, was ein Ende haben muss. Das gesamte Volumen der Derivate (darunter vor allem auch CDS) beläuft sich weltweit auf über 800 Billionen USD, wobei das Welt-BSP nur 54 Billionen BSP beträgt. Die Finanzwelt hat sich also eindeutig von der realen Welt abgehoben und eigene „Luftspiele“ mit eigenen Regeln gemacht. Dass hängt damit zusammen, dass im Derivatebereich oft 10-fach und mehr gehebelt wird.

Dadurch konnte auch solche Mogelpackungen wie dann von Madoff einige Jahre am Leben erhalten bleiben Madoff wurde jetzt zu 150 Jahren hinter Gittern verurteilt. Viele ahnungslose Privatanleger verloren in den USA dabei ihr Hab und Gut und sind nun mittellos. Ich frage mich aber dennoch, wieso dabei eine Summe von über 60 Mrd. USD so lange in den Büchern auch bei Institutionellen Anlegern blieb ohne Verdacht zu schöpfen, denn das ist immerhin mehr als BSP ganzer Länder wie das BSP der Slowakei oder das BSP von Slowenien und Kroatien oder gar von allen drei baltischen Ländern zusammengenommen. Der entstandene Vertrauensschaden ist dabei enorm. Mein Rat dazu: bleibe beim Warren Buffet-Konzept und kaufe nur das, was man auch versteht. Die deutschen Landesbanken sind diesem Rat nicht gefolgt und müssen nun zusammen mit den Sparkassen mehr bluten als ihnen lieb ist.

Nun gibt es eine Reihe von Abschreibungserleichterungen für Banken und Versicherungen, was zwar eine gewisse Schonfrist den Banken gewährt, aber das Bewertungsproblem nur nach hinten verschiebt. Es wäre ein Unding, wenn das Bewertungsproblem der Banken letztendlich beim Steuerzahler hängen bleiben wird. In Deutschland soll die Karenzzeit über Anleihenkäufe des Staates 20 Jahre betragen. Letztendlich beteiligt sich der Steuerzahler dann zwangsweise an den unsoliden Banken und hofft darauf, dass die Bank in Zukunft besser wirtschaftet. Gespannt sein darf man auch, wie und wann das Bad bank-Konzept in den USA umgesetzt wird. Zudem gibt es aber immer noch keinen eindeuteigen Kriterienkatalog, was systemische Risken und was eine systemische Bank ist. Die Auswahl ist relativ willkürlich und hängt von befürchteten Dominoeffekten aufgrund der Größe ab; es gibt aber keine klaren Grenzlinien, was eine systemische Bank ist und was nicht. Kleine und mittlere Banken dürfen also sterben, bei Großbanken soll der Steuerzahler den Super-Gau verhindern und damit Managementfehler sanktionieren.

Wenn jetzt Banken positive Geschäftszahlen aufweisen, besagt das wenig, auch wenn die Börsen darauf positiv reagieren. Es muss international koordinierte Stresstests geben, damit wieder Vertrauen in die Finanzmärkte kommt. Die Lehman-Pleite hat den Interbankenmarkt zerstört. Jetzt werden aber über 800 Mrd. USD an Liquidität bei der FED bzw. EZB bankenseitig geparkt, was auch eine Konjunkturbremse darstellt. Hier muss dringend der Staat eingreifen, damit die Banken auch wieder Kredite vergeben, natürlich auch nur, wo dies das Geschäftsmodell der Unternehmen zulässt, was im Fall von Arcandor nicht wohl nicht der Fall war. Die Kredite werden aber teuer beleiben zumindest bei Unternehmen, die nicht nachweisen können, dass sie in Zukunft stabile Cash flows verdienen werden.

Neben den bisher immer in der Summe noch nicht bekannten „Altlasten“ stellt sich in Zukunft auch die Frage der Qualität de bestehenden und neuen Kreditverträge. Je nachdem wie hoch hier die Abschreibungsquoten sind, könnte sich eine zweite Kreditklemme in der realen Wirtschaft im zweiten Halbjahr ergeben. So gibt es in Russland sehr unterschiedliche Schätzungen für de Kreditausfallquote bis Ende des Jahres; sie reicht von 10% bis 60%. Die russische Regierung will für den worst case noch einmal 30 Mrd. € bereithalten. Bisher wurde in Russland erst ein Drittel für das Anti-Krisenprogramms vorgesehenen Gelder ausgegeben, dies allerdings ohne erkennbare Wirkung in der Realwirtschaft (BSP-10%).

Die Sberbank hat bisher eine Kreditausfallquote von 3%, die Deutschte Bank AG von 1-2%. Eine Kreditausfallquote von über 10% kann keine Bank verkraften, da dann das Eigenkapital aufgebraucht ist. Die Banken müssen als wie immer wie neu re-kapitalisiert werden, was zu einer Verwässerung der Aktienkurse für den Aktionär führt. In der letzten Woche stieg der Kurs der Commerzbank am Donnerstag um 20% und am Freitag noch mal um 2,2% gegen den fallenden Trend, weil sie einer der Profiteure eines bad banks Konzept sein werden. Das Manager Magazin macht hingegen darauf aufmerksam, dass sich die Commerzbank schon jetzt in die Schuldenfalle begeben hat. Nun ist es so, dass Banken per se mit Faktor 10 bis 50 ihr Bankgeschäft hebeln, das sie oft nur 2-4% effektives, realisierbares Eigenkapital haben. Die Summen, die dann der Staat bei Rettungsversuchen aufbringen muss, sind durch den automatischen Hebel so groß, dass die Verschuldungsquote wiederum sehr schnell zum Problem für die Volkswirtschaft wird. Genau vor diesem Problem stehen wir aber: erstens muss klar kommuniziert werden, welcher Abschreibungsbedarf vorhanden ist und welche davon liquiditätswirkam wird, zweites muss der zukünftige Kapitalbedarf für die nun in der Realwirtschaft entstehenden beziffert werden und drittens dürfen die Zinsen nicht steigen, weil es dann mittelfristig zum Staatsbankrott kommen kann. Wenn also nun aufgrund des maßlosen Gelddruckens der FED neue Spekulationswellen entstehen, hat dies nicht mit einer Gesundung der Wirtschaft zu tun. Falls aber in den nächsten Jahren die Inflation ansteigen sollte, müssen auch die Zinsen steigen.

Genau wie amerikanische Hausbesitzer steigende Zinsen bei der langfristigen Zahllast nicht einkalkuliert haben, machen jetzt Regierungen die gleichen Fehler und gehen von niedrigen Zinsen aus. Die Zinsen werden aber langfristig steigen und damit auch die Zahllast des Staates. Bei über 11 Billionen Staatschulden des USA und 7 Mrd. USD Neuverschuldung täglich werden sich steigende Zinsen vor allem in den USA bemerkbar machen. Im Grunde aber dürfen die Zinsen in den USA nicht mehr steigen genauso wie in Japan nicht steigen durften. Japan hat mit 180% Verschuldung zum BSP einer der höchsten Verschuldungsquoten weltweit, aber auch die USA steuern mittelfristig auf die 100% und Deutschland auf 70% zu. Steigende Zinsen wirken dann zur Unzeit wie ein Brandbeschleuniger bei einem Brand, der noch nicht gelöscht ist. Im Moment haben wir eine Nullzinspolitik (wie zuvor 20 Jahre lang in Japan), weil auch mehr die Deflation als die Inflation ein Problem ist. Das kann sich aber in den nächsten Jahren ändern.

Das Wachstum muss bei steigenden Inflationsraten und mithin steigenden Zinsen dann noch sehr viel stärker ausfallen als es bisherige Budgetplanungen vorsehen. Im Moment sind die Zinsen von Staatsanleihen noch niedrig, weil eine Flucht in Staatsanleihen und, wenn man so will, einen Staatsanleihenbubble auslöste. Wenn die Zinsen wieder steigen, wird sich dieser Bubble auflösen. Die Frage ist, wer dann davon profitieren wird und ich kann mir gut vorstellen, dass sogar bei steigenden Zinsen auch die Aktienmärkte zumindest in den Emerging Markets weiter steigen werden; dies aber wiederum auch nur, wenn die Unternehmensgewinne wieder nachhaltig steigen sollten. Aktien könnten dann einen gewissen Inflationsschutz bieten, Anleihen nur, wenn es inflationsindexierte Anleihen sind. Das ist aber mehr der Stoff für 2010 und später, weil es im Moment in den Industrieländern kein Inflations-, sondern ein Deflationsproblem gibt.

Steigende Zinsen werden eine enorme Sprengkraft haben. Schon jetzt sind viele Gemeinden, Kommunen du Städte am Rand der Pleite in den USA, aber auch in Deutschland. In Deutschland wird die Neuverschuldung gewaltig steigen im nächsten Jahr auf 90 Mrd. € und mittelfristig auf 300 Mrd. €. Im Wahlkampf gehen dennoch einige Parteien jetzt von Steuersenkung aus. Wenn aber Steuersenkungen durchgeführt werden und dann die Wirtschaft nicht in Schwung kommt, wird das Problem größer als zuvor. Steigende Zinsen machen das Verschuldungsproblem aber ganz schnell brisant. So können demnächst nicht nur Banken, sondern auch der Staat in die Insolvenz kommen.

Hoffen wir also, dass die Börse als bester Kenner der Wirtschaft zumindest für die neuen Hoffungsträger der Welt, nämlich die Emerging Markets, recht haben und das sich ein realer Konjunkturaufschwung im zweiten Halbjahr zumindest ansatzweise abzeichnet, also wieder zumindest stagnierende BSP-Zahlen, geringere Arbeitslose und vor allem wieder zunehmende Aufträge und Unternehmensgewinne zumindest zum Vorquartal. Ich habe da aber noch meine Zweifel, dass die Pferde trotz der Megakonjunkturprogramme im 3. Quartal schon saufen werden. Und falls es Ergebnisverbesserungen gibt, muss man prüfen, wie nachhaltig diese in Zukunft sein können. Vor allem in Asien gibt es in einigen Ländern schon deutliche Zeichen der Stabilisierung. So eine Krise, die uns noch lange Jahre beschäftigen wird, kann aber auch die Innovationsfähigkeit der Unternehmen steigern helfen. Ein zu starker Protektionismus wie in China und Russland ist dabei aber eher hinderlich. Zudem muss sich das Krisenmanagement verbessern. Die Börse wird nun zunächst die uns vorgelegte Zahlen für das 2. Quartal ebenso auswerten wie die neuen Konjunkturzahlen aus den USA. Ich kann mir gut vorstellen, dass es dabei auch einige Enttäuschungen geben wird.

Von der Marktechnik her befinden wir uns bei den meisten Weltbörsen immer noch – nach meiner Einschätzung – in einem intakten Bärmarkt, der noch nicht nachhaltig verlassen wurde. Immerhin wurde schon die 200-Tageslinie einmal nach oben durchbrochen, aber noch nicht die langfristige Bärmarkt-Trendlinie seit August 2008. Dies könnte aber im 3. Quartal durchaus geschehen, falls es positive Quartalsergebnisse und Konjunkturdaten gibt. Andernfalls wird der Bärmarkt intakt bleiben, was zu kräftigen Korrekturen führen kann. Von der Markttechnik befinden wir uns schon jetzt in einer brisanten Phase. Der DAX gab am Freitag nur leicht um 0,22% auf 4708 Indexpunkte nach, während der S&P-Index aufgrund schwacher Konjunkturdaten um 2,91% auf 896 Indexpunkte nach der RTS-Index blieb relativ stabil bei 950 Indexpunkte. Dabei korrigierte der Ölpreis kräftig auf 66 USD/Barrel und der Goldpreis stabilisierte sich bei 932 USD/Unze. Wenn der DAX nachhaltig unter 4700, der S&P unter 880 und der RTS unter 900 Indexpunkte geht, sollten Sie auch an den Ostbörsen in Liquidität gehen und eine defensive Anlagepolitik bevorzugen, denn dann ist wieder Cash king. Mit ETFs (Exchange traded funds) für Osteuropa, die im nächsten EST STOCK TRENDS (www.eaststockde) ausführlich vorgestellt werden hat der Anleger auch flexible Investmentvehikel. Im den Zusammenhang sind Unternehmensanleihen aus Russland mit zweistelligen Renditen eine gute Alternative, eines Teil das Cashs renditewirksam anzulegen.

Welche Aktien aus Osteuropa jetzt im Trading-Bereich ge- oder verkauft werden sollten, können Sie auf der täglich aktualisierten Ostbörsen-Hotline 09001-8614001 (1,86 €/Min) entnehmen.

Radio+TV-Hinweis: Der Autor wurde am 1. und 3. Juli 2009 von der Deutsche Welle im Radio über die Aussichten von Kasachstan und Russland befragt. Sie können sich das Interview und den Onlinebeitrag unter www.eaststock.de (dort unter de Rubrik Interviews) per link nach www.dw-world.de runterladen (auf russisch). Der Autor wird zudem am 6. Juli 2009 anlässlich des Besuchs von Obama in Russland um 18.15 Uhr live in N24 über die Aussichten des russischen Aktienmarktes befragt. Wer das Interview verpassen sollte, kann sich das Interview auch unter www.n24.de anschauen.

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