Ostbörsen wieder gefragt: 100%-Chancen!

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Mittwoch, 23. September 2009 19:08:00

Die Börsen Mittel- und Osteuropas konnten bis dato wieder einmal die etablierten Westbörsen um Längen outperformen. Damit hat sich mein Motto: „In der Krise liegt die Chance“ schon bewährt. Auch mit Unternehmensanleihen aus Osteuropa, die ich Ihnen im EAST STOCK TRENDS schon gleich zu Jahresbeginn vorgestellt habe, ließ sich in den letzen Monaten viel Geld verdienen, da sich die Risikoprämien stark abbauten und die Zinsen fielen. Dabei darf aber auch nicht vergessen, dass die Ostbörsen auch im letzen Jahr weit mehr an Wert verloren haben als die Westbörsen. Dies bestärkt mich in der These, dass die Börsen Osteuropas sehr gute Trading-Märkte, wo sich immer wieder in kürzester Zeit 100%-Chancen und einem drei bis fünfjährigen Haussezyklus sogar realistische 1000%-Chancen ergeben.

Während die Moskauer Börse im letzten Jahr mit einem Minus von über 70% das Schlusslicht unter den Weltbörsen bildete, ist die Moskauer Börse in diesem Jahr – allen Unkenrufen zum Trotz – schon wieder die am besten performende Börse der Welt (zumindest unten den Weltbörsen mit einer Market Cap von über 500 Mrd. USD, also den Börsen, wo man liquide handeln kann). Der Risikoappetit der Anleger nimmt erkennbar wieder zu, wobei die meisten Anleger immer zu spät auf dem schon fahrenden Zug aufsteigen wollen und damit die größten Rebound-Chancen verpassen.

Der RTS-Index konnte sich in diesem Jahr schon fast verdoppeln (exakt +97% in USD). Die zentralosteuropäischen Börse Budapest (+68%), Warschau (+40%), Prag (+35%) konnten den DAX (+19%) und den Dow Jones Industrial Index (+12%) klar outperformen. Aber auch die Aktien an einigen - wie ich es nenne – „Exotenbörsen“ in Osteuropa (wie Kiew +67%) und Almaty (>100%) konnten trotz einer schweren Rezession wieder kräftig im Kurs zulegen, wobei hier die Liquidität sehr eingeschränkt und Traden faktisch nicht möglich ist. Auch die Mini-Börse Sofia liegt jetzt schon 40% im Plus, nachdem Sie bis Mai noch im Minus war. Börsen wie in Serbien schaffen sogar ein Plus von 25% in einem Monat (wie im August). Selbst die baltischen Börsen zeigten wieder ihre „Tiegerkrallen“, die schon stumpf geworden waren, und schafften einen bemerkenswerte Rebound mit einem Plus von 40% im August im Durchschnitt, obwohl die Wirtschaft noch brach liegt. Man muss aber immer zwischen Makro- und Mikrodaten unterschieden; denn auch im volkswirtschaftlich schlechten Umfeld können sich Cash-flow-starke Unternehmen immer wieder gut behaupten und outperformen. So sorgte zuletzt bei den baltischen Börsen die geplante Übernahme der T- Aktien Eesti Telekom und TEO Lt durch TeliaSonora für eine wahre Kursrallye von 40% an den baltischen Börsen.

Seit dem Tief im März konnte sogar der sonst relativ träge Dow Jones Industrial Index um 60% ansteigen, was der stärkste Kursanstieg in 6 Monaten in der Nachkriegszeit war. Auch hier war die Kurserholung aber „V-förmig“, was vielen Anleger und Vermögensverwaltern Schwierigkeiten bereitet, die jeweiligen Indices outzuperformen. Die meisten Vermögensverwalter gingen in diesem Jahr auf Nummer sicher und haben daher die Rallye verpasst, was zu großen Teil aber auch der Kundenwunsch war. Die meisten Anleger und Vermögensverwalter stiegen in diesem Jahr also zu spät oder gar nicht ein und konnte daher nicht so gut performen, wie es die Aktienindices weltweit hergaben. Zudem wagen sich immer zu wenige Anleger, über den eigenen Tellerrand zuschauen. Ich sage auf meinen ESI-Ostbörsen-Seminaren immer wieder – das nächste findet am 11. November 2009 in Frankfurt/M statt - , dass es ein Fehler ist, nicht nach internationalen Chancen zu suchen und seinen Horizont zu erweitern. Wer in diesem Jahr „BRIC-„Länder in seinem Portfolio nicht hoch gewichtet hat – und seit es auch nur über einen ETF -, der hat seien Potentiale im Asset Management nicht voll ausgenutzt und eindeutig Chancen verpasst.

Wer sich im Frühjahr rechtzeitig positioniert hatte und nicht allzu „hasenfüßig“ war, kann jetzt bereits im Trading-Bereich eine reiche Ernte einfahren, vorausgesetzt er ging wie von mir empfohlen im letzten Jahr rechtzeitig in Liquidität. Die meisten Anleger haben im letzten Jahr den rechtzeitigen Ausstieg verpasst und sie laufen auch jetzt dem Trend wieder hinterher. Damit sitzen die meisten Anleger immer noch auf hohen Verlusten. Der Vermögensverlust der Super-Reichen war noch nie so groß wie im letzten Jahr. Viele Vermögende verloren im letzten Jahr fast die Hälfte des Vermögens und damit fast alles, was in 10 Jahren an Performance mühselig aufgebaut wurde. Das war nicht nötig. Aber meine Warnungen wollte letztem Jahr keiner hören. Sowohl Timing als auch Liquiditätssteuerung und Hedging-Strategie sind an den Ostbörsen – und nicht nur dort – enorm wichtig.

An den Börsen Ost- und Mitteleuropa ist die Volatilität wesentlich großer, was enorme Trading-Chancen eröffnet. Dabei müssen Trader aber auch die Liquiditätsrisiken beachten. Bei den meisten Exotenbörsen sind aus Liquiditätsgründen nur „Long only-Strategien“ möglich. Da aber auch hier die Kurse wieder einbrechen können oder Märkte „unverkäuflich“ werden bzw gar nicht mehr existieren, sollten Anleger auch Absicherungsmöglichkeiten über Cross-Selling nutzen, also Hedgingstrategien über den DAX oder S&P-Short in die Anlageüberlegungen einbeziehen. Aber auch hier liegen selbst die Profis oft falsch: so muss Barrick einen Hedging-Verlust von 6 Mrd. USD hinnehmen. Hier entstehen dann enorme Opportunitätskosten, wenn der Markt gegen sie läuft. Das bedeutet; was der Anleger auch macht, er bleibt im Risiko. Durch einen Multi-Asset--Mix unter Einbeziehung von Short-Strategien an den Aktien- und Rohstoffmärkten kann das Risiko aber vermindert werden. So konnte das von mir empfohlene „Managed Account“ im Devisenbereich schon um 63% zulegen. Wen das interessiert, kann sich direkt an mich persönlich wenden.

Neben den hohen Liquiditätsrisiken müssen auch weiterhin die hohen Währungsrisiken beachtet werden, die aber auch Währungschancen in sich bergen. So fielen alle Ostwährungen unisono wie ein Stein von November 2008 bis Februar 2009, was die Performance nach schlechter machte als sie schon war. Seit März dieses Jahres erholten sich wiederum fast alle Ostwährungen kräftig, so dass in den letzten 6 Monaten sogar Währungsgewinne neben den Aktienkursgewinnen hinzukamen.

Aktienkurse sind selten ein Spiegelbild der Fundamentaldaten. Deswegen nutzen Fundamental-Analysen insbesondere in Extremsituationen wie wir sie jetzt immer noch haben, wenig. Die Börse schaut immer in die ungewissen Zukunft. Wobei die Börse auch immer wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeführt wird. Nach einer Überspekulation lösen sich Bubbles oft crashartig aus. Dubai wird ein Milliardengrab im Immobiliensektor für Anleger, die USA war ein Billionengrab für Immobilienanleger und hernach sogar für die ganze Bankenwelt, wo die Kontrollinstrumente versagten. Warnungen eines Immobilien-Bubbles wurde nicht Ernst genug genommen. Lehman Brothers hat Geschichte geschrieben. Es gibt jetzt ein neues Zeitalter „Ante- und Post-Lehman“. Aber auch in dem neuen Zeitalter wird es weiterhin Spekulationsblasen und das Platzen von Blasen geben. Die gefährlichste davon ist die Verschuldungsblase der Länder.

Nun bemühen sich die G20-Länder, die immer noch angeschlagene Bankenwelt zu sanieren und zu regulieren. Ich glaube noch nicht, dass alle toxischen Produkte sich damit im Nichts auflösen werden. Es gibt Gerüchte, dass die Deutsche Bank AG toxischen Produkte im Volumen von 75 Mrd. € haben soll, andere gehen sogar von 200 Mrd. € aus, wobei ich auf solche Gerüchte nichts gebe. Eines ist aber klar: ein Etat von 200 Mrd. € könnte der deutsche Staat nur durch ein unverantwortlich hohe Neuverschuldung regulieren. Auch wie insolvente Großbanken in Zukunft abwickelt werden können ohne den Steuerzahler zu stark zu belasten, wird ein heikles Zukunftsthema bleiben.

Es gibt aber nach wie vor aber keine Evidenzzentrale für Risikopapiere. Nach den Vorschlägen von Obama soll dies der IWF global und die US-Notenbank für die USA werden. Das Vermeiden und rechtzeitigen Erkennen von systemischen Risiken dürfte das Hauptthema sein. Ich wunder mich, dass hier die Wissenschaftler weltweit überfordert zu sein scheinen, da noch kein praktikabler Vorschlag bisher auf dem Tisch liegt. Auch hat die gesamte Universitäts-Elite bisher bei dem systematischen Früh-Erkennen von systemischen Risiken versagt. Jetzt mit alten Ökonomie-Modellen die Situation zu retten, reicht nicht ganz aus. Dabei gefährden solche Fehlspekulationen der Banken die ganze Welt. Ich habe versucht, mit allem mir zur Verfügung stehenden Ausdrücken im letzten Jahr rechtzeitig auf die Gefahren aufmerksam zu machen, aber in der Finanz-Wüste sind solche Weckrufe vergeblich. Die nun vereinzelt geschaffen bad banks wie in Irland im Volumen von 54 Mrd. € ist keine Bank, sondern der Steuerzahler, der die Suppe dann auslöffeln muss. Zwangsläufige Folge sind unbemerkte Sozialisierungseffekte selbst in der freien Welt des Kapitalismus über Steuererhöhungen und sonstige Abgaben.

Eine Ursache der Krise ist auch, dass es zu viele Madoffs auf der Welt gibt und zu viel , die an Madoffs blauäugig glauben. Durch das Counterpart-Risk kann jeden Bank durch die Schieflage einer andern Bank in den Abgrund gerissen werden. Dieses systemische Risiko der Kettenreaktionen soll nun durch höher Eigenkapitalauflagen, höheren Reservenpolstern bei Risikoanlagen und besser Transparenz verhindert werden. Dies ist übrigens auch weit wichtiger als die Boni-Diskussion von Angela Merkel.

Auf der anderen Seite müssen auch neue Finanzierungsformen gefunden werden und vor allem die Eigenfinanzierung sowie das Private Equity steuerlich begünstigt werden. Fremdkapital schafft größere Abhängigkeit, denn der Kapitaldienst muss nun mal bedient werden, was das Herzinfarktrisiko erhöht. Leider versündigen sich alle Präsidenten und Finanzminister jetzt an der Nachfolgegeneration. Warum sagt keiner bei den Bundestagswahlen in Deutschland dass es eine Illusion ist, die enormen Schuldenberge, die sich jetzt angehäuft haben, durch (Mini) Wachstum wieder verringern zu können. Der Staat wird sich in Zukunft mehr den je bei den Steuerzahlern bedienen, um auch den eigenen Kapitaldienst, der immer größer wird bedienen zu können. Dazu gehören auch das Schließen von Steueroasen und die Suche nach Steuerflüchtigen.

Der Cut bei der ausufernden Verschuldungspolitik wird für alle Anleger und Steuerzahler (irgendwann sehr) schmerzlich sein; das ist absehbar. Dies beruht aber auch auf der systemimmanenten Wachstumsillusion. Aus der Wachstumsillusion wird jetzt ein Wachstumszwang für die USA und westliche Industrienationen. Wächst die Wirtschaft nicht wie es die Börsen jetzt erwarten im nächsten Jahr, wird es ein finanzielles Chaos geben. Die Wachstumsraten werden im Westen ohnehin nicht all zu hoch sein, höchsten 1-3%. Die Zunahmen der Verschuldung ist aber höher als das Wachstum und darin liegt das Kernproblem. In diesem Jahr wurden schon 2 Billionen USD an Unternehmensanleihen und 4 Billionen USD an Staatsanleihen neu platziert. Die meisten Institutionellen Anleger, also Pensionskassen und Versicherungen, kaufen diesen neuen Schuldenberg auf . Wenn die Zinsen im nächsten Jahr steigen sollten, haben sie auch damit erheblich Kursrisiken. Die meisten Institutionellen Anleger sind bei der Aktienhausse in diesem Jahr nicht dabei. Es ist weltweit noch enorme Liquidität vorhanden, die nach Anlagen sucht, so viel wie noch nie in der Nachkriegszeit. Da reicht es aus, um nur einige Prozent mehr in Risikopapiere zu geben (wie Aktien) und schon haben wird wieder eine liquiditätsgetriebene Hausse (so wie jetzt), die noch nicht in Einklang stehen mit den Fundamentaldaten.

Die meisten Experten inklusive Ben Bernanke behaupten jetzt, dass wir die Talsohle hinter uns haben. Ich glaube auch eine Erholung; es ist nur die Frage wie nachhaltig die durch künstliche Staatseingriffe und Nullzinspolitik herbeigeführte Erholung sein wird. Die Frage ist also: Strohfeuer und was kommt dann? Viele argumentieren wie immer prozyklisch. Viele Indikatoren deuten auf eine nur schwache Erholung bei westlichen Industrienationen hin. Für mich ist die Erholung der Wirtschaft noch auf sehr wackligen Beinen Der Baltic-Dry-Index für Frachtraten brach schon wieder m 40%. Fakt ist auch, dass der Export in Deutschland mit minus 24% auf 391 Mrd. € noch nie so stark eingebrochen war wie eben in diesem Zeitraum. Das will heißen, dass wir nach wie vor in einer Extremsituation leben, wobei es jetzt erkennbar Erholungschancen gibt, wenn sich die Weltwirtschaft wieder erholen sollte.

Asien ist eine Welt für sich. In Indonesien (Börse +81%), Indien (+Börse +70%) und China (Börse +59%) gab es selbst in der Krise kaum echte Rezessionen wie im Westen oder auch in Osteuropa. Auch die Hausse an den Ostbörsen ist nicht durch Wachstum begleitet, also mehr spekulativer Natur. Polen wird in diesem Jahr das einzige Land in Osteuropa mit einem positiven BSP-Wachstum werden. In den baltischen Ländern, der Ukraine und Russland ist das Minuswachstum beim BSP sogar im zweistelligen Prozentbereich und es wird Jahr wieder dauern bis das BSP-Niveau von Mitte 2008 wieder erreicht wird. Dafür werden die Haushaltsbilanzdefizite sehr hoch ausfallen. Auch in Russland wird Haushaltsbilanzdefizit 10% des BSP, also etwa 100 Mrd. USD betragen.

Ganz anders sieht es hingegen in Asien aus, wo in der Tat ein dynamisches Wachstum zumindest die Chancen bietet, auch den Staat wieder Handlungsspielraum zu geben. China wuchs im ersten Halbjahr um sensationelle 14%; dafür wurde aber auch das Kreditwachstum um 30% ausgeweitet. Entsteht hier etwa der nächste Kredit-Bubble? Im Moment kauft China alle Rohstoffreserven auf, wo es nur kann zu wesentlich höheren Preisen als westliche Anbieter. Auch Gold wird gehortet schon um die 800 Mrd. USD in US-Staatsanleihen hedgen zu können. Ich vermute, dass die 400 Mio. Tonnen Gold, die vom IWF angeboten werden, überwiegend marktschonend von der chinesischen Notenbank oder anderen chinesischen Instituten aufgekauft wird, denn China ist und bleibt ein Gold-Bulle Bei westlichen Ländern hat der Staat faktisch keinen Handlungsspielraum mehr, auch wenn jetzt beim Wahlkampfreden auf Marktplätzen in deutschen Großstädten anderes behauptet wird. Für Russland erwarte ich im nächsten Jahr einige Privatisierungen (wie bei Rosneft und der Sberbank). Der Staat ist hier auch durch staatlichen Reservenfonds noch handlungsfähig, denn dort wurde das Tafelsilber noch nicht verscherbelt, obwohl in Russland das Kreditausfallrisiko steigt und das Risk-Management bei Banken noch stark verbesserungsfähig ist.

Ich glaube nicht an den großen Durchbruch beim G20 Gipfel in Pittsburgh (USA) am Wochenende. Im November soll schon das nächste Treffen der Finanzminister anberaumt werden. Diese Gespräche sollten vor allem dazu führen, dass der Protektionismus abgebaut und Vertrauen in den Welthandel wieder aufgebaut wird. Ein Mega-Solidaritätsfonds und eine zentrale Not-Feuerwehr (wie der IWF) wird sicherlich auch diskutiert werden. Zudem sollte ein Innovationsfreudiges Investmentklima aufgebaut und Anreize für unternehmerisches, verantwortungsvolles handeln insbesondere bei den Kleinunternehmen und mittelständischen Betrieben geschaffen werden. Umgekehrt sollten aber auch global die Kontrolleffizienz und Transparenz verbessert werden. Schließlich wäre ein Solidarbeitrag der Reichen Länder und Hilfe zu Selbsthilfe bei armen Ländern ein wichtiger Diskussionsstoff. Wenn die Billionen USD in den Steueroasen mehr in innovative Projekte investiert werden, die auch Arbeitsplätze schaffen, wäre der Welt schon geholfen.

Anleger, die den Mut hatten im Frühjahr Geld an den Ostbörsen zu investieren und nun bei russischen Aktien weit über 100% verdient haben, sollten sich daran erinnern, dass sie damit dann schon für 10 Jahre eine Kapitalrendite von etwa 10% p.a im Voraus verdient haben. Die Gier (=Renditeerwartung über pure Spekulation) sollte auch nicht zu groß werden, denn Gier schlägt wieder sehr schnell um in abrupte Kapitalvernichtung durch Crashs oder Bärmärkten (wie 2000-2003). In der Finanzwelt sollte insgesamt mehr Bescheidenheit und Demut einkehren, gerade jetzt in der Notlage. Insofern ist auch die Boni-Diskussion berechtigt, wenn sie auch nicht aus der Krise helfen kann. Ich empfehle aber jeden Anleger, sich intensiver mit den chancenreichen Märkten Osteuropas zu beschäftigen. Zumindest hat mit in Osteuropa die Chance, vergangene Verluste auch wieder zumindest zum Großteil wieder wettzumachen. Viele Vermögensverwalter und Anleger haben jetzt den Druck, nichts zu verpassen. Das führt dann wider zu dem Motto: die Hausse nährt die Hause. Liquidität ist weiterhin hinreichend vorhanden.

Die Haustrends seit März sind auch noch weltweit intakt. Der DAX kämpft mit der 5700-er Marke, wobei 6000 noch möglich erscheinen und der Dow Jones mit der 9800-er Marke, wobei 10.000 in diesem Jahr noch möglich sind. In einen weiter haussierendem Weltbörsenumfeld, werden auch die Ostbörsen weiterhin weit überdurchschnittlich abschneiden können. Der RTS-Index stieg gestern auf ein neues Jahreshoch von 1249 Indexpunkten, was ein Plus 97,68% seit Jahresbeginn bedeutet. Wer von Ihnen war bei der Rallye dabei und wer hat sie wieder einmal verpasst? Allerdings ist man in Russland auch im Dollarrisiko, wenn man russischen Aktien auf Dollarbasis kauft. Der Rubel war zuletzt zum Dollar wieder auf 30 gestiegen, was schlecht für die Gelder im Reservenfonds sind, denn die sind meistens in USD angelegt. Auch die russischen Exporteure wie die Öl/Gas- und Metallunternehmen leiden unter einem schwachen US-Dollar.

Solange der Dollar so schwach bleibt wie bisher, wird auch Gold und Silber weiter steigen. Wie von mir erwartet, ist der Dollar zum Euro auf 1,48 gefallen. Die Arbeitslosen in den USA am Donnerstag werden auch den Dollar bewegen. Gold kämpft weiter mit der 1000-er Marke (z.Zt. bei 1010 USD leicht drüber). Bei einem weiter schwachen Doller, wird Gold weiter steigen – und umgekehrt.

Die Luft nach oben wird aber auch hier immer dünner. Nach den Indikatoren sind die meisten Märkte jetzt überverkauft. Am Donnerstag kommen Arbeitslosenzahlen, die entweder den Trend der Konjunkturerholung bestätigen oder aber zu einer Enttäuschung führen werden. Man darf gespannt sein, wie die Autoindustrie in den nächsten Monaten ohne Abwrackprämie auskommen wird. Ma darf auch gespannt sein, wie viele Mitarbeiter bei Opel tatsächlich entlassen werden müssen. Die Notenbanken werden wohl noch eine Weile bei der Nullzinspolitik bleiben und damit die Märkte fluten, was die liquiditätsgetriebene Hausse weiter antreiben wird. Dies birgt aber erheblich Rückschlagsgefahren, falls es enttäuschende Konjunkturdaten geben sollte. Rechnen Sie also auch in Zukunft mit kleinen Mini-Crashs bzw heftige Korrekturen mit Tagesverlusten von 3-5%, dies aber erst, wenn wichtige Trendlinien durchbrochen werden.

Am Wochenende haben Sie die Qual der Wahl. Meistens steigen die Aktienkurse bis zu den Wahlen und fallen nach den Wahlen – fast egal wer gewinnt. Ich tippe ein Patt-Situation und damit notgedrungen auf die Fortsetzung der großen Koalition, was die Aktienmärkte kaum begeistern dürfte. Von daher empfiehlt es sich auch bei deutschen Aktien Stopp-loss-Marken nachzuzeihen und Gewinne zum Teil mitzunehmen Es werden wieder Tage kommen, wo der DAX um mehr als 100 Punkte an einem Tag einbricht, wo sie dann auf der Shortseite auch dabei sein sollten. Bei unter 5600 empfehle ich zur Absicherung von Aktienbeständen Short-Position beim DAX, da der DAX dann schnell bis 5500 oder auch darunter fallen könnte. Bearish wird die Gesamtmarktkonstellation aber erst, wenn der DAX unter 5400 Indexpunkte fallen sollte.

Auch Anleger in Osteuropa empfehle ich dann zur Absicherung von Aktienbeständen dann Short-Positionen oder einfach in Liquidität zu gehen. Beim S&P ist alles über 1000 Indexpunkten noch im Grünen Berech. Gefährlich wird es erst, wen die 1000-er-Marke nachhaltig nach unten durchbrochen wird, wovon wir jetzt aber noch weit entfernt sind. Ebenso ist auch bei wesentlich volatileren RTS-Index die 1000-er Marke der Scheideweg. Auch hier ist der Haussetrend seit März noch voll intakt. Falls der Ölpreis unter 68 USD/Barrel gehen sollte, empfehle ich auch hier Positionsglattstellungen, insbesondere wenn dann auch die Wall Street kräftig korrigieren sollte. Bei einem Goldpreis von über 1040 bei Gold long gehen und bei unter 970 Gold short gehen. Die Richtung dahin entscheidet der Dollar in den nächste Tagen und hierüber wiederum die Arbeitsmarktdaten und andere Makrodaten sowie Onkel Bens neue Zinssignale.

Derweil kann man an den Ostbörsen weiterhin weit mehr Geld verdienen als an den Westbörsen. Die Wahl in Deutschland könnte auch eine Richtungswahl für die Börse werden. Man darf gespannt sein, welche Farben sich durchsetzen werden. Wer auch immer gewinnen wird, die neue Regierung erbt einen hohen Schuldenberg, den es abzutragen gilt. Und noch was: wer auch immer gewinnen wird, wagen sie schon jetzt den Blick über den Tellerrand und investieren Sie auch an den Ostbörsen, Es wird sich für Sie weiterhin auszahlen! Allerdings rechne ich mit scharfen Korrekturen durch Gewinnmitnahmen in der nächsten Woche und auch im Oktober.

Die beiden Musterdepots im EAST STOCK TRENDS konnte sich in diesem Jahr auch bereits verdoppeln. Im Strategieteil wird auch immer auf die aktuelle Situation an den Weltbörsen eingegangen und Chancen und Risiken ausgelotet. Verpassen Sie die herausragenden Trading- und Investment-Chancen an den Ostbörsen nicht und bestellen jetzt ein Probeexemplar des monatlich erscheinenden Börsenbriefes EAST STOCK TRENDS unter www.eaststock.de, denn es wird immer wieder 100%-Chancen an den Ostbörsen geben - und es wird immer wieder Krisen geben. Aber in der Krise liegt die Chance – auch für Sie!

Informieren Sie sich auch bei dem nächsten ESI-Ostbörsen-Seminar „Go East – In der Krise liegt die Chance!“ am 11. November 2009 in Frankfurt/M um 17.00 (Info und Anmeldung unter www.eaststock.de)

Welche Aktien aus Osteuropa jetzt im Trading-Bereich ge- oder verkauft werden sollten, können Sie auf der täglich aktualisierten Ostbörsen-Hotline 09001-8614001 (1,86 €/Min) entnehmen.

TV-Hinweise: Das nächste Interview über die Börsen Osteuropas findet am 25. September 2009 ab 14.30 Uhr in Deutschen Anleger Fernsehen (DAF) in der Rubrik Q&A Global statt. Sie können sich das Interview auch hernach runterladen, wenn Sie bei www.anleger-fernsehen.de in der Suchfunktion "Männicke" eingeben. Zudem wird Herr Männicke am 25. September 2009 um 10.15 Uhr in NTV/Telebörse über die Chancen in Russland befragt (siehe www.teleboerse.de).

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