Neue Allzeit-Hochs an der Wall Street, wie lange noch?

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Sonntag, 17. November 2013 14:52:00

Nachdem die mutmaßliche Nachfolgerin vom FED-Chef Ben Bernanke, Janet Yellen, bekannt gab, dass sie die Notenbankpolitik von Bernanke gedenke zunächst fortzusetzen, sprangen die Aktienkurse am Donnerstag und Freitag noch einmal an der Wall Street auf neue historische Höchststände.

So stieg der Dow Jones Index auf 15.964 Indexpunkte, der S&P-Index auf 1800 und der NASDAQ-Index auf 3482 Indexpunkte, was allessamt neue Höchststände bedeutete. Der DAX konnte sich bei 9168 Indexpunkte nahe dem Allzeit-Hoch behaupten und der Nikkei-Index stieg am Freitag um 1,69% auf 15.328 Indexpunkte und das alles nur, weil die Notenbanken weiter Geld drucken und damit die Aktienmärkte bei niedrigen Zinsen mit Liquidität versorgen. Gold war hingegen weiterhin wenig nachgefragt und verharrte bei 1288 USD/Unze und Silber bei 20,75 USD, wobei sich der Euro bei 1,34 EUR/USD stabilisierte.

Der sehr treffsicherere „ESI-Seminar-Indikator“ steht weiter auf „buy“. So sind die Haussetrends an den etablierten Börsenplätzen weiter intakt; es droht aber auch eine Asset-Inflation und damit ein „Bubble“ in nächsten Jahr. Besorgniserregend ist, dass die Gewinndynamik in den USA schon lange nicht mehr mit der Kursdynamik standhält und sich damit die Börsenkurse allmählich von der Realwirtschaft abkoppeln. Zudem sind die Wertpapierkredite schon wieder auf den höchsten Stand aller Zeit angestiegen, was ich als ernsthaftes Warnsignal interpretiere.

Im nächsten Jahr wird es aber weitere Rekorddividenden in Deutschland geben. Die Ertragskraft der meisten Standardwerte ist also weiter sehr hoch, auch wenn die Gewinndynamik nachlassen sollte. In Deutschland wird das Geld mehr im Ausland verdient und im Ausland wird auch mehr investiert als im Inland. “Made in Germany“ ist wieder gefragt. Darauf kann Deutschland wahrlich stolz sei. Dies darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Investitionsquote in Deutschland nach wie vor sehr gering ist. Dies beklagt nicht nur der IWF zu Recht, sondern dies wird auch von Südeuropa kritisch wahrgenommen. So nimmt indirekt die Wettbewerbsfähigkeit in Italien und Frankreich immer mehr ab und dies könnte für Europa im nächsten Jahr noch zu einem großen Problem werden. Ich erwarte, dass die Koalition in Italien auseinanderbricht und dass in Frankreich gegen Hollande heftig auf den Straßen demonstriert wird. Spanien, Portugal und Griechenland befinden sich zwar auf dem Weg der Besserung, aber auch diese Länder werden 2014 vor großen Herausforderungen stehen.

Die Koalitionsbildung zwischen CDU und SPD wird sich weiter als sehr schwierig herausstellen. Kaum einer aber denkt im Moment daran, was es bedeuten würde, wenn die Koalition nicht zustande kommt. Dann wäre ganz Europa in heller Aufregung, denn von Deutschland wird eine starke Führungsrolle in Europa erwartet. Ein Nichtzustandekommen der Koalition wäre auch ein „black swan“ für die Aktienmärkte. Im Hintergrund wird schon jetzt einen Links-links-grüne Koalition nachgedacht, die schon jetzt rechnerisch möglich wäre und spätestens für 2017 angestrebt wird. Ich glaube auch nicht, dass die Koalition 4 Jahre durchhalten wird, wenn sie denn im Dezember noch zustande kommen sollte.

Wir merken im Moment gar nicht, dass wir zur Zeit gar keine Regierung haben. Dabei steht Europa vor sehr großen Herausforderungen und braucht eine tatkräftige deutsche Regierung, die es im Moment nicht gibt. Eine große Koalition wird auch teuer werden. Die Sozialkosten werden immer mehr zunehmen. Auch hier darf man sich fragen. Wer soll das bezahlen, wer hat so viel Geld. Klar, die deutschen Vermögenden! So sieht es auch der IWF (=Frankreich).

Im München sah man bei der Mitgliederversammlung von Bayern München einen zum Tränen gerührten, weinenden Uli Hoeneß. Die Mitglieder und der Aufsichtsrat stehen (noch) hinter ihm, aber was ist, wenn er im März doch verurteilt wird? So oder so werden immer mehr Gelder zum Jahresende aus der Schweiz hinausfließen, denn das Bankgeheimnis ist in der Schweiz praktisch nicht mehr vorhanden.

Der russische RTS-Index stieg am Freitag um 0,84% auf 1448 Indexpunkte, tendierte in der letzten Woche aber seitwärts. In Russland waren in 2013 Rohstoffaktien und Versorger nicht gefragt, dafür aber Konsum-, IT und Telekomaktien. In 2014 sollen die Tarife von Monopolen eingefroren werden, um die Inflation im Zaum zu halten. Davon werden einige Branchen profitieren und andere leiden. Der WTI-Ölpreis blieb bei 94 USD/Barrel auf niedrigem Niveau, während der Brent-Ölpreis wieder leicht auf 108 USD/Barrel anstieg

Einige Aktien im Muster-Depot des EAST STOCK TRENDS wie Magnit (>1200%) und Bank of Georgia (>1500%) konnten sich sogar seit Erstempfehlung in 2009 mehr als verzehnfachen. Aussichtsreich sind jetzt auch russische Stahl- und Goldaktien als Turnaround-Kandidaten.

Welche Erholungschancen Sie in Russland und Osteuropa haben und welche Auswirkungen die temporäre US-Pleite auf die Börsen haben wird, können Sie im monatlich erscheinenden Börsenbrief EAST STOCK TRENDS (Probe-Abo mit 3 Ausgaben für nur 15 €, siehe www.eaststock.de) nachlesen mit so einigen neuen „Geheimtipps“, die die NSA noch nicht kennt. Beachten Sie bitte auch die dort angegebenen kritischen Chartgrenzen im EST.

TV-Hinweis: Andreas Männicke wurde am 15. November 2013 von Dr. Bernhard Jünemann im DAF über die Chancen in Osteuropa befragt. Dort wurde auch drei attraktive Aktien aus Russland vorgestellt. Sie können das Interview jetzt unter www.eaststock.de, dort unter „Interviews“ abrufen.

Andreas Männicke hat einen neuen, eigenen EastStockTV-Channel bei www.youtube.de eingerichtet. Sie brauchen nur bei der Suchfunktion bei www.youtube.com „EastStockTV“ eingeben. Sie können dort auch den TV-Kanal abonnieren. Die aktuelle Sendung befasst sich mit dem Thema „Allzeit-Hoch an der Wall-Street, wie lange noch?“ EastStockTV, Folge 7 können Sie jetzt unter http://www.youtube.com/watch?v=IcYDe7Tf_vI&feature=youtu.be abrufen. Wenn Sie hier bestimmte Themen besprochen möchten, dann schreiben Sie es mir. Ich werde dann auch versuchen, Klartext wie immer zu reden.

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