Nach der Rallye ist vor der Rallye: Moskau +130%!

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Sonntag, 25. Oktober 2009 15:48:00

Nach dem Motto die “Hausse nährt die Hausse” jagten die Aktienkurse in den letzten 6 Monaten von einem Hoch zum nächsten. Die Frage ist nun, ob auch das Motto „nach der Krise ist vor der Krise“ richtig sein wird. Diejenigen Anleger, die eine kräftige Korrektur zum Einstieg abwarten wollten, sehen sich nun vor der Situation, dass sie dem Markt hinterherlaufen müssen. Dies zeigt wiederum, wie wichtig das Timing bei volatilen Märkten ist.

Nach der Frühjahrsrallye folgte eine Sommerrallye, die nun in eine Herbstrallye übergeleitet wurde. In den letzten 6 Monaten galt also der Grundsatz: „Nach der Rallye ist vor der Rallye“. Nun hoffen viele Anleger auf eine Fortsetzung der bemerkenswerten Hausse zu einer Jahresendrallye. Da die Rallye von relativ geringen Umsätzen begleitet war, ist davon auszugehen, dass die meisten Anleger die sich gebotenen Chancen nicht aktiv, sondern bestenfalls passiv durch „Aussitzen der Leichen im Keller“ genutzt haben.

Dabei ist an vielen Märkten aber auch eine Blasenbildung möglich, die sich durch starke Kurseinbrüche wieder auflösen wird. So befürchte ich, dass sich spätestens im nächsten Jahr der Bubble bei US-Staatsanleihen auflösen wird. Es ist allerdings fraglich, ob bei steigenden Zinsen auch die Aktienmärkte in die Knie gehen werden. Es kann auch gut sein, dass ein Teil der von Institutionellen im Anleihensektor angelegten Gelder nach und nach in den Aktiemarkt umgeschichtet werden, sobald die sich jetzt abzeichnende Gewinndynamik bei einigen Standardwerten anhält und die Ökonomen wieder von realem Wachstum sprechen können. Einige Versicherungen haben schon jetzt Probleme, die Mindestrendite von 3,5% bei Lebensversicherungen darstellen zu können, da sie kaum in Aktien investiert sind. In jedem Fall ist bei Verlassen des steilen Haussetrend mit scharfen Korrekturen zu rechnen. Noch ist aber der steile Haussetrend seit März intakt, obwohl die Weltbörsen am Freitag etwas Dampf abließen.

Viele Indikatoren wie Gfk, IFO-Geschäftsklima, ZEW und Auftrageingänge signalisieren, dass es mit der Konjunktur zumindest nicht mehr weiter bergab geht, was die Börse mit ungewöhnlich starken Kursprüngen honoriert. Die Kursrallye verlief „v-förmig, der Konjunkturaufschwung jedoch nicht. So stieg die Industrieproduktion zuletzt nur leicht an. Die Rallye wird aber zum Teil von Quartalsgewinnen getragen, die höher ausfielen als erwartet.

Die Aktien in Deutschland stiegen die Aktien seit dem Tief im März um über 60%, ebenso in den USA. Noch besser war die Performance bei den meisten Emerging Markets. Trotz der Super-Hausse der letzten 6 Monate kann keineswegs davon ausgegangen werden, dass die Zeiten jetzt schon wieder „normal“ sind. Vielerorts herrscht immer noch eine Kreditklemme bzw die Finanzierung ist zu teuer. Zur Normalität ist noch ein weiter, steiniger Weg. Davon sorgen schon die abnorm hohen Verschuldunge der Länder. In diesem Jahr wird die Rekordsumme von 6 Billion USD im Anleihensektor platziert und das bei sehr geringen Renditen von 3-4%. Wer als Ausländer in US-Staatsanleihen investiert hat, muss nun auch hohe Währungsverluste verkraften von weit über 10%.

Die Portefeuilles bei dem meisten Institutionellen wie Pensionskassen und Versicherungen sind jetzt voll mit Anleihen. Was werden die aber machen, wenn die Zinsen zu steigen beginnen und Verluste im Anleihensektor drohen? Noch ist die Inflationsrate kein Problem – in einigen Ländern beträgt sie sogar Null Prozent -, sie könnte es aber in 2010 werden. Ich rechne mit relativ niedrigen Zinsen in den USA und in Europa aber auch im nächsten Jahr. Die Frage ist, ob die USA „japanischer Verhältnisse“ in den nächsten Jahren durchleiden müssen, also trotz Niedrigzinsen kein nachhaltiger, dynamischer Konjunkturaufschwung über einen Zeitraum von 20 Jahren. Auch ist die Frage, ob US-Anleihen dauerhaft auf das Niedrigstniveau von Japan fallen werden. In Japan rentieren 10-jährige Anleihen bei 1,3 % und 5 Jährige Anleihen bei 0,7%. Für die USA wird in 2010 mit einem BSP-Wachstum von 2% gerechnet nach einem Minus von 2-3% in diesem Jahr. Wichtig auch für den US-Konsum ist, dass sich die Immobilienpreise wieder stabilisieren und selektiv wieder ansteigen. Der private Immobilienmark ist in den USA von 6 auf 2% des BSP geschrumpft. Dem gewerblichen US-Bausektor steht die Krise wohl noch bevor. Während die Preise von Wohnimmobilien in den USA und in Großbritannien schon wieder leicht ansteigen, stagnieren noch die Preise bei Gewerbeimmobilien.

In den USA steht nächste Woche eine Anleihenemission im Volumen von 182 Mrd. USD an, womit US-Finanzminister Geithner schon jetzt die Verschuldungsgrenze von 12,1 Billionen überschreiten wird, was vom US-Kongress noch abgesegnet werden muss. In Deutschland stieg die Staatsverschuldung auf 1,6 Billionen € an. Die Neuverschuldung wird im nächsten Jahr wohl 90 Mrd. € betragen, wobei es auch einige Schattenhaushalte geben wird, was die Transparenz verschlechtert. Dieser Realität muss sich auch der neuen bürgerlich-liberalen Regierung stellen und irgendwann einen Sparkurs einschlagen.

Die Verschuldungsuhr tickt damit immer schneller. Die neue Bundesregierung will dennoch Steuersenkungen im Volumen von über 10 Mrd. € durchsetzen in der Hoffnung, dass durch mehr Wachstum auch wieder mehr Steuereinnahmen erzielt werden. Sowohl in den USA als auch in Deutschland und Japan werden im nächsten Jahr weitere Nachtragshaushalte erwartet. Vor allem die Finanzierung des Gesundheitssektors wird vielerorts problematisch, da die Staatskassen leer sind. Es wird Zeit, dass mit der Schuldenmacherei ein Ende gemacht wird, da dies nur das zukünftige Wachstum und den Wohlstand der zukünftigen Generation belastet. So ist der Investmentguru George Soros ebenso wie Warren Buffet um die ausufernde Staatsverschuldung besorgt. Die hohen US-Schulden und die Nullzinspolitik der FED sind auch die Hauptgründe für den Dollarkursverfall auf nunmehr 1,50 EUR/USD. Der starke Dollarkursverfall ist aber auch der Treibstoff für die Aktien- und Rohstoffmärkte im Moment.

Am meisten stieg in diesem Jahr die Moskauer Börse mit einem Plus von fast 130% seit Jahresbeginn auf USD-Basis. Die beiden Musterdepots des monatlich erschienenden Newsletters EAST STOCK TRENDS (kurz EST, siehe www.eaststock.de) konnten sich ebenfalls weit mehr als verdoppeln. Einige im EST zum Kauf empfohlene Aktien konnten sich ausgehend von den Tiefstkursen bereits mehr als verfünffachen wie die Holdung AFK Sistema (von 2,5 auf 12,5 €) und das Medienunternehmen CTC Media (von 2 auf 12,6 €) oder sogar fast verzehnfachen wie das private Bahnfrachtunternehmen Globaltrans (von 0,7 auf 6,2 €) und das Softwareunternehmen IBS Group (von 0,8 auf 7,2 €).

Vervierfachen konnte sich immerhin auch der Kurs des österreichischen Öl-Service-Unternehmen C.A.T. Oil AG (von 2 auf 8,5 €), das an der Frankfurter Wertpapierbörse im Jahr 2006 ein IPO zu Kurs von 15 e wagte. Der Kurs stieg Anfang 2007 auf 25 € im Hoch, um dann in 2008 auf 1,8 € einzubrechen. Die zeigt auch auf, wie hoch die Volatilität bei vielen Aktien an den Ostbörsen bzw. mit Osteuropabezug ist. Die Marktkapitalisierung stieg jetzt wieder auf über 400 Mio €. Die C.A.T. Oil AG ist in Russland und Kasachstan aktiv und hat ein Auftragsvolumen von 230 Mio €. Als Großkunden finden sich solche Standardwerte wie LUKoil, TNK-BP und Rosneft. In Kasachstan konnte sich der Kurs des Kupferproduzenten Kazakhyms ausgehend vom Tief schon von 2,1 auf 14,2 € in einem Jahr versiebenfachen! Die genannten Aktien fielen im letzten Jahr aber auch wie ein Stein um über 80%. Diese Beispiele zeigen aber auf, wie groß die Reboundchancen in Russland, Kasachstan und der Ukraine trotz Wirtschaftsrezession sind. Viele Aktienkurse konnten sich nach der scharfen Juni-Korrektur nun noch einmal in wenigen Monaten fast verdoppeln.

In den letzten Wochen konnte die Moskauer Börse also die beeindruckende Herbstrallye fortsetzen, wobei vor allem der starke Ölpreisanstieg auf das neue Jahreshoch von 80 USD/Barrel den Schmierstoff für die Börse bildete. Der RTS stieg am Freitag um 0,8% auf das neu Jahreshoch von 1461 Indexpunkten, was fast eine Verdreifachung (exakt +192%) gegenüber den Tiefstkursen im Januar/Februar von 500 bedeutet. Die Börse Kiew konnte seit März auch um über 150% zulegen. Ebenso stark stiegen die Aktien in Kasachstan in diesem Jahr, worauf ich Sie rechtzeitig hingewiesen habe.

In den am besten performenden Märkten der Welt ist auch die deutsche Beteiligungsgesellschaft KREMLIN AG (www.kremlin-ag.de) aktiv. Der NAV, also der Wert des Wertpapierbestandes, betrug Ende September 1,5 € pro Aktie, dürfte jetzt im Oktober aber weiter angestiegen sein. Die Aktie notiert aber nur bei 1,2 €. Die Börsenkurse dieser drei Länder fielen im letzten Jahr aber auch jeweils im letzten Jahr um über 70%, was meinen Emerging-Market-Strategieansatz bestätigt, gerade in Krisenzeiten immer auch auf die Top-Verlierer zu setzen bzw. sie relativ überzugewichten, da diese sehr schnell zu den Top-Gewinner des Folgejahres avancieren können. Aber auch die Börsen im Baltikum und Zentral-Osteuropa konnten den DAX mit einem Plus von über 50% im Durchschnitt deutlich outperformen.

Durch die v-förmige Kurserholung konnte aus dem Verlust von 24 Billionen USD an den Weltbörsen nun 11 Billionen wieder gewonnen werden, so dass nur noch 13 Billionen USD vom Allzeit-Hoch Anfang letzten Jahres fehlen. Die Börse setzt damit auf eine Wiederbelebung der Wirtschaft, neudeutsch „economic recovery“ in 2010. Die Wachstumszahlen im 2. Halbjahr könnten besser ausfallen als von vielen befürchtet wurde. Dennoch gibt es nach wie vor berechtigte Zweifel an der Nachhaltigkeit des noch sehr zögerlichen Konjunkturaufschwungs. Zudem liegen die Gewinnschätzungen für 2010 immer noch sehr weit auseinander. Es gibt KGV-Schätzungen für den S&P von 140 für 2009 bei realen und nicht geschönten Zahlen. Vor allem die Bankbilanzen sind durch Abschreibungsvorteile geschönt. Bei deutschen DAX-Unternehmen wird ein Gewinn pro Aktie von 513 für 2010 geschätzt, wobei das Hoch bei 630 lag. Das KGV10 wird für DAX-Werte nun grob auf 13 bis 15 geschätzt, wobei die Vorstände noch sehr vorsichtig mit Gewinnprognosen sind. Viele Unternehmen kämpfen immer noch um das Überleben. Auch die Pleite von Quelle konnte nicht verhindert werden, was nun zu weitern 7000 Arbeitslosen führt. Auch ist das Schicksal von Opel noch ungeklärt, nachdem GM durch die EU-Intervention jetzt offenbar einen Rückzieher machen will. Bei vielen Unternehmen konnte durch die Umstrukturierung und Entlassungen die Profitabilität aber verbessert werden.

Die Konjunkturlokomotive der Welt kommt aus Asien. China wächst auch im 3. Quartal mit 7-8% sehr dynamisch, aber auch Indonesien weist Wachstumsraten von über 5% auf. Die meisten osteuropäischen Länder befinden sich immer noch in einer Rezession, wobei das BSP im Durchschnitt um 6% zum Vorjahr fällt. Aber auch in Osteuropa verlangsamt sich der Konjunkturabschwung und im nächsten Jahr wird wieder mit leichtem Wachstum gerechnet. Vor allem haben sich die Spreads bei den Unternehmensanleihen weiter abgebaut. Einige Länder wie Lettland und Ulkraine müssen jetzt aber eine gewaltige Roßkur durchmachen und hängen weiter am Tropf des IWF. Auch Rumänien muss jetzt nach dem politischen Debakel um den IWF-Kredit bangen. Russland will IWF-Kredite vermeiden und dafür im nächsten Jahr wieder nach über 10-jähriger Abstinenz den Euro-Kapitalmarkt mit 18 Mrd. USD anzapfen. Russland sucht nicht erst nach dem Putin-Besuch in China nach neuen Kooperationen und Absatzmärkten in Asien. Putin will dabei aber auch die strategische Partnerschaft mit Deutschland aufrechterhalten bzw reaktivieren und deutschen Unternehmen wie EON, Siemens und BASF/Wintershall das Wirtschaftsleben in Russland erleichtern.

Überall bereiten die hohen Haushaltsbilanzdefizite große Probleme. Relativ stabil sind die Länder Polen und Tschechien. Die EU warten nun auf die Unterschrift von Vaclav Klaus, um den EU-Vertrag zu unterzeichnen, aber Klaus lässt sich Zeit und beruft sich dabei auf die Überprüfung seitens des Verfassungsgerichtes. Polen war zuvor eingeknickt und hat den EU-Vertrag trotz großem Widerstand im Lande unterschrieben. Es dürfte aber noch eine Weile vergehen, bis West- und Osteuropa an einem Strang ziehen, was bei der Iran-Frage schon bedeutsam wäre. Noch konnten die zögerliche Haltung von Tschechien aber nicht den Europa schwächen, ebenso wenig wie die Aufhebung der Immunität beim italienischen Präsidenten Berlusconi. Problemländer Europas sind sicherlich die Südeuropäer Italien, Griechenland und Spanien, wo die Arbeits- und Hoffnungslosigkeit immer größer wird. Viele Marokkaner nach Spanien ausgewanderte fliehen jetzt schon wieder in ihr Heimatland, weil sie in Spanien keine Arbeit mehr finden und kommen dort aber auch vom Regen in die Traufe.

Durch den schwachen Dollaar wurden auch die Rohstoffmärkte zu neuen Höchstkursen getrieben. So konnte auch Gold mit über 1050 USD/Unze ein neues Allzeit-Hoch reichen, wobei der Silberpreis in diesem Jahr sogar doppelt so stark stieg wie der Ölpreis. Durch die Nullzinspolitik der USD und der expansiven Geldpolitik der meisten Notenbanken auf der Welt gab es in dem letzten Jahr eine bemerkenswerte liquiditätsgetriebene Kursrallye an allen Weltbörsen und auch gleichförmig an den Rohstoffmärkten.

Alleine in den USA sind aber immer noch 3,5 Billionen USD unverzinst in Geldmarktfonds geparkt, die nach Anlagen suchen. Ein kräftige Korrektur oder sogar eine Trendumkehr könnte es dann geben, wenn die US-Notenbank von ihrer Nullzinspolitik abweicht und beginnt die Zinsen anzuheben. Aber das wird wohl noch eine Weile dauern, denn Inflation ist bis jetzt kein Problem in den USA.

Die Berichtsaison begann mit Alcoa mit einer ähnlich positiven Überrauschung wie im 2. Quartal mit einem Gewinn. Positiv überrascht haben auch die beiden Großbanken JPMorgan und Goldman Sachs, die jeweils einen Quartalsgewinn von über 3 Mrd. USD im 3. Quartal unter dem Strich erwirtschafteten und damit die guten Zahlen aus dem 2. Quartal bestätigten. Die Gewinn lagen weit übe den Konsensschätzungen, was wie schon Anfang des 2 Quartals wieder alle Weltbörsen zu neuen Kursavancen beflügelte. Durch die hohen Gewinne werden auch wieder einige Mrd. USD an Boni ausgezahlt, was Obama aber zu vereiteln sucht. Die Boni-Diskussion wird uns wohl noch eine Weile beschäftigen, wobei sie nicht den Kern des Problems trifft.

Die Deutsche Bank AG erwirtschaftete zwar auch einen Quartalsgewinn von 1,4 Mrd. € im 3 Q09, wobei Josef Ackermann sich außergewöhnlich skeptisch über die Zukunft der europäischen Bankenlandschaft äußerte. Nach seiner Auffassung könnten europäische Großbanken sehr schnell den Anschluss verpassen während vor allem chinesische und auch einige amerikanische Großbanken sogar von der Krise profitieren.

Merill Lynch kam zudem zu dem Ergebnis, dass es bei deutschen Banken noch einen Abschreibungsbedarf von über 650 Mrd. € gibt. Der meiste Giftmüll lagert immer noch bei den Landesbanken, wobei auch die Commerzbank nach der Analyse noch einen Abschreibungsbedarf von fast 30 Mrd. € hat. Diese Analyse ließ auch die neu neue Bundesregierung aufhorchen. Der IWF schätzt den „Giftmüll“ in den Bankbilanzen weltweit immer noch auf 3,4 Billionen USD. Seit der Lehman-Pleite haben US-Banken bisher 1,1 Billion USD abgeschrieben.

In den USA gingen am Freitag 7 regionale Banken Pleite, womit die Zahl der Bankpleiten auf 106 stieg. Dies ist in Anbetracht von über 8000 Kreditinstituten in den USA und auch im Vergleich zu früheren Krisen noch relativ wenig, aber einige Experten befürchten weitere 600 Bankpleiten in den USA im nächsten Jahr. Der US-Einlagensicherungsfonds ist schon leer und das Auffüllen wird den US-Banken einige Mrd. USD kosten, denn der Staat will seien Obolus nicht leisten. Man darf gespannt sein, wie viele Bad banks es wohl noch geben wird. Vielleicht wird die bad bank der West LB auch die einzige bleiben.

Die Schweinegrippe scheint weiterhin ein gutes Konjunkturprogramm für die Pharmawerte zu werden, die den Impfstoff herstellen. In Deutschland gab es jetzt den 3. tödlichen Schweingrippenfall. Die groß angelegte Impfaktion beginnt am 26. Oktober. Obama bestellte jetzt gleich vorsorglich 250 Mio Dosen Impfstoffe, um einer Pandemie vorzubeugen. Obama rief auch den Notstand im Gesundheitssektor aus, um die Impfung schneller durchführen zu können. In den USA sind schon 1000 Menschen an der Schweinegrippe gestorben.

Wie wird es jetzt an den Börsen weitergehen? „BRIC“ ist nach der Kursrallye nicht mehr preiswert. In Indien, China und jetzt sogar auch in Brasilen betragen die KGV über 20, wobei das Wachstum in China immer noch beeindruckend ist und ein hohes KGV rechtfertigt. Auch Russaland ist nach der Rallye um fast 130% seit Jahresbeginn und weit über 150% seit März nicht mehr preiswert, zumal Russland nicht die Wachstumsdynamik aufweist wie Indien und China. Russland ist zudem sehr vom Ölpreis abhängig. Die meisten Aktienmärkte sind jetzt übergekauft, so dass eine Korrektur überfällig wird. Die Überbewertung der amerikanischen Dividendentitel befindet sich im Vergleich zu europäischen Dividendentiteln auf einem 35 Jahreshoch.

Beim Dow Jones dürfte bei 10.000 und beim DAX bei 6000 Punkten vorerst der „Deckel drauf“ sein. Der Dow Jones schloss am Freitag mit -0,39% fast unverändert bei 5740 Indexpunkten und der Dow Jones mit minus 1,08% bei 9972 Indexpunkten. Der Dollar stabilisierte sich bei 1,50 EUR/USD und der Ölpreis bei 80 USD/Barrel. Gold konnte sich bei 1054 USD/Unze gut behaupten.

Das meiste Geld fließt jetzt in „BRIC“ und nicht in die USA. Es kann aber auch gut sein, dass die Liquiditätshausse noch eine Weile anhält. Ich rechne mit rückläufigen Rohstoffnotierungen, sobald der Dollar wieder etwas stärker wird. Die Lager sind überall voll. Vor allem bei Metallpreisen dürfte es eine Stagnation oder einen Rückgang geben. Gold, Silber und Kupfer stiegen sogar in USD in diesem Jahr sehr stark an und dürften demnächst korrigieren, sobald de Dollar wieder stärker wird. Der Dow Jones stieg in € in diesem Jahr nur um 7% und bis Ende September sogar nur um 2,5%. Anleger müssen also auch die Währungsrisiken beachten. Dies trifft auch für Russlandanleger zu. Ich empfehle daher weiterhin, den Dollar zumindest temporär zu hedgen, um Währungsrisiken in Grenzen zu behalten.

Umgekehrt gibt es auch Währungschancen. Der brasilianische Real hat sich zum Dollar um 40% seit Jahresbeginn aufgewertet, aber auch die asiatischen Währungen verzeichnen Währungsgewinne zum USD. Insofern lohnt es sich für Amerikaner auch im Ausland als in der Heimat zu investieren, um Währungschancen wahrzunehmen. Wenn der Dollar wieder stärker wird, werden Amerikaner auch Geld abziehen. In Russland dürfte es im nächsten Jahr einige Privatisierungschancen, IPOs und auch Übernahmen (M&A) geben, was auch selektiv zu Kurschancen führen wird.

Informieren Sie sich auch bei dem nächsten ESI-Ostbörsen-Seminar „Go East – In der Krise liegt die Chance!“ am 11. November 2009 in Frankfurt/M um 17.00 Uhr gleich nach dem Eigenkapitalforum über die neuen Chancen in Osteuropa (Info und Anmeldung unter www.eaststock.de).

Welche Aktien aus Osteuropa jetzt im Trading-Bereich ge- oder verkauft werden sollten, können Sie auf der täglich aktualisierten Ostbörsen-Hotline 09001-8614001 (1,86 €/Min) entnehmen.

TV-Hinweise: Das nächste Interview mit Andreas Männicke über die Börse Osteuropas findet am 12 November 2009 im Börsentalk mit Dr. Jünemann im DAF statt. Das letzte TV-Interview im DAF war am 25. September 2009 in der Rubrik Q&A Global über Osteuropa. Sie können sich das Interview jetzt auch runterladen, wenn Sie bei www.anleger-fernsehen.de in der Suchfunktion „Männicke“ eingeben. Zudem wurde Herr Männicke am 25. September 2009 um 10.15 Uhr in NTV/Telebörse über die Chancen in Russland befragt (siehe bei www.eaststock.de im TV-Archiv)

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