Licht am Ende des Tunnels, aber keine Trendwende!

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Freitag, 17. April 2009 22:16:00

Viele Experten und Politiker melden sich jetzt zu Wort mit dem Ausspruch: „Ich sehe Licht am Ende des Tunnels und es nicht der entgegenkommende Zug“! Selbst FED-Chef Bernanke macht den Anlegern Hoffnung, in dem er einen Stabilisierung der Wirtschaft zu erkennen glaubt. Die Zukunftshoffnungen nimmt die Börse wohlwollend auf und setzt dies sofort in Kurssteigerungen um.

So stieg die Moskauer Börse seit Jahresbeginn um 30% gemessen am RTS-Index und sogar 48% gemessen am MICEX-Index. Auch Aktien aus Kasachstan konnten in den letzten Monaten kräftig zulegen. Kasachstan wird auch am 24. April bei meinem Interview über Zentralasien in der 3SATBörse einen Schwerpunkt bilden. Viele Aktien, die ich im Börsenbrief EAST SOCK TRENDS in der engeren Wahl hatte, konnten sich im Kurs sogar in wenigen Wochen mehr als verdoppeln. Selbst die Deutsche Bank legte ausgehend vom Tief um über 160% von 16 auf 42 € zu. Der DAX befindet sich aber trotz der Kursrallye noch mit 4% im Minus und der Dow Jones mit 7%. Der Nikkei-Index konnte das Minus auf 1% vermindern. Nach der Kursrallye dürften in den nächsten Wochen aber auch wieder kräftige Gewinnmitnahmen an der Tagesordnung sein.

Ausgelöst haben die Kursrallye den letzten Wochen in erster Linie erst die Gerüchte und dann jetzt die Fakten, dass einige Großbanken im 1. Quartal 2009 wieder ein positives Geschäftsergebnis vorweisen können. So meldete Goldman Sachs für das 1. Quartal schon wieder einen Quartalsgewinn von 1,6 Mrd. USD und auch JP Morgan konnte sogar mit Gewinn von 2,1 Mrd. USD abschließen, obwohl 10 Mrd. USD an faulen Krediten abgeschrieben werden musste. Zuvor meldete Wells Fargo erfreuliche Geschäftszahlen. JP Morgan warnt aber auch vor steigenden Abschreibungen bei Unternehmens- und Konsumentenkrediten, was zu höheren Rückstellungen in Zukunft führen könnte. Auch bei der Citi Group fiel der Verlust mit 966 Mio. USD geringer aus als erwartet. Der Kurs hat sich seit dem Tief bereits mehr als vervierfacht. Ein Eldorado für Zocker und Kurzfristtrader!

Zudem kamen Google und auch General Electric mit positiven Geschäftszahlen heraus, was den Markt stützte. Zum einen ist darin bei Banken aber viel Bilanzkosmetik drin, zum anderen gibt es immer noch Banken, die Verluste für das 1. Quartal melden müssen. Zudem ist bekannt, das Goldman Sachs eine Kapitalerhöhung im Volumen von 3,8 Mrd. € durchführen will. Ob Waren Buffet da wohl mitmacht? Warren Buffet setzte im letzten Jahr inmitten der Krise etwas zu früh auf Goldman Sachs, obwohl sich der Kurs seit März um 50% von 60 auf 90 € anstieg. Bei der Commerzbank bzw. deren Tochter Eurohypo wird die größte Pleite beim gewerblichen Immobilienbetreibers General Growth Properties (GGP), der nun Chapter 11 anmelden musste, zwar auch leiden, aber nicht so stark wie es irrtümlich das Handelsblatt vermutete. GGP brach unter der Schuldenlast von 27 Mrd. USD zusammen, wobei die Eurohypo mit fast 60 Mio. USD (und nicht fast 3 Mrd. USD) und syndiziert 260 Mio. zwar zu den Großgläubigern zählt, dafür aber auch die Abwicklung unter Chapter 11 leiten darf. Unabhängig davon muss die Commerzbank nun die Dresdner Bank integrieren und gleichzeitig 9000 Mitarbeiter entlassen.

Die Rekapitalisierung der Banken ist jetzt von großer Bedeutung. Die HSBC konnte Anfang des Jahres immerhin ein Kapitalerhöhung im Volumen 13,9 Mrd. € erfolgreich platzieren. Wo Licht (am Ende des Tunnels) ist, ist aber auch Schatten: So rechnet die UBS mit einem Quartalsverlust von 1,3 Mrd. €. Die UBS will jetzt durch ein radikales Sparprogramm in schwarzen Zahlen kommen und Sparprogramm bei Banken bedeutet immer Mitarbeiternetlassungen. So sollen jetzt 8700 Beschäftigte von 76200 Beschäftigten entlassen werden. Ich habe immer gesagt – und dabei bleibe ich -, dass eine nachhaltige Gesundung der Wirtschaft und auch nachhaltige steigend Aktienkurse zunächst über eine Gesundung des Bankensektors kommen kann. Erste Lichtblicke sind hier erkennbar.

Ist aber der Bankensektor damit schon über den Berg? Laut IWF stecken noch über 4 Billionen USD Giftmüll in den Bilanzen und es ist immer nicht ganz klar, wie diese beseitigt werden soll. Ich erwarte zudem eine zweite Abschreibungswelle bei Unternehmenskrediten und Konsumentenkrediten, was weiterhin vor allem einige USA-Banken hart treffen wird. American Express hat zwar auch trotz schlechter Quartalszahlen zu erkennen gegeben, dass der Vorstand wieder „Licht am Ende des Tunnels“ erkennen kann, die Fakten sprechen aber eine andere Sprache. So erhöhte sich die Kreditausfallquote auf 8,8% im März, was außergewöhnlich hoch ist. Ich rechne aber mit Kreditausfallquote von über 10%, in diesem Jahr, falls die Arbeitslosenquote auch über 10% steigen sollte. In den USD gibt es über 1 Mrd. Kreditkarten

Im US-Automobilsektor soll jetzt nach dem guten deutschen Vorbild (?) auch eine Abwrackprämie für einen Aufschwung sorgen, Premiumautos werden davon aber nicht betroffen sein. Gefragt sind bisher nur Kleinwagen und preiswerte Mittelklasseautos. Obama hat hiermit aber zu lange gewartet. GM wird wohl kaum mehr zu retten sein; GM braucht dringend neue Mrd.Kredite, um zu überleben. Nach dem künstlichen Strohfeuer wird sich aber herausstellen, wie nachhaltig die Nachfrage nach neuen Autos ist und dies wird wiederum von den Arbeitslosenzahlen abhängen. General Motors wird nach meiner Einschätzung mit großer Wahrscheinlichkeit Chapter 11 in den nächsten Monaten anmelden müssen, wobei die Autoproduktion auf reduziertem Niveau dann weiterlaufen wird; es soll dann eine „good GM“ und eine „bad GM“ entstehen. Die Abwicklung der bad GM wird aber wiederum einige Löcher bei einigen Banken, aber noch mehr bei Privatpersonen, größer machen als ihnen lieb ist. Ich hatte schon lange empfohlen, GM Anleihen zu verkaufen. Wenn GM Chapter 11 muss, fallen aber auch die Pensionszusagen weg. Schlecht für die Pensionäre, aber die GM Aktie könnten durchaus irgendwann fast schuldenfrei ein Comeback feiern. Noch rate ich aber von Käufen für GM-Aktien ab. In jedem Fall wird GM in den nächsten Monaten wieder in die Schlagzeilen rücken. GM hat bei einem Kurs von 1,51 € noch einen Börsenwert von 922 Mio. €.

Fiat will bei Chrysler nur dann einsteigen, wenn sich die Gewerkschaften auf Lohnverzicht einlassen. Woolworth musste jetzt doch Insolvenz anmelden, wobei auch hier der Geschäftsbetrieb zunächst weiterläuft, die Zukunft aber ungewiss ist. Durch ein Insolvenzverfahren kann sich ein Unternehmen entschulden und danach durchaus profitabel weiter geführt werden. Dafür gibt es viele Beispiele. Ein Chapter 11 bringt aber weitere Abschreibungen bei den betroffenen Kreditbanken. Man darf gespannt sein, wie hoch die Kreditausfallquote im zweiten Halbjahr bei den Banken sein wird, denn davon wird es auch abhängen, ob der Bankensektor weltweit wieder schnell gesunden kann. In jedem Fall muss eine Rekapitalisierung der Banken fortgesetzt werden und auch die Verschuldungsquote müssen vermindert werden. Die Kernkapitalquote soll wahrscheinlich von 8% auf 10% heraufgesetzt werden. Die Kapitalbasis der Banken muss weiter gestärkt werden und das Risikomanagement muss deutlich verbessert werden, damit eine derartige Krise nicht noch einmal vorkommt und Vertrauen wieder in den Interbanken-Sektor kommt. Basel II hätte in den USA längst umgesetzt werden müssen, dann wäre die Krise nicht so stark ausgefallen wie jetzt.

Ich erwarte in der zweiten Jahreshälfte eine zweite Welle von Kreditausfällen bei Unternehmenskrediten und Konsumentenkredite. Zudem verschuldet sich der US-Staat jetzt auch zu stark. Bis 2011 könnte die Staatsverschuldung in den USA schon 100% zum BSP ausmachen, in Japan beträgt sie bereits 180% des BSP. Mit 15% des BIP wird das Haushaltsbilanzdefizit zu hoch ausfallen, während sich das Handelsbilanzdefizit durch die geringeren Importe von über 60 auf 26 Mrd. USD verminderte. Kaum ein Konzern wagt im Moment einen detaillierten Ausblick für 2009. Dafür sanken die Verbraucherpreise im März um 0,4% in den USA, was faktisch Deflation bedeutet. Eine Deflation ist aber viel schwieriger zu bekämpfen wie eine Inflation, zumal die Zinsen schon bei 0% angelangt sind und die Geldmengen immer weiter erhöht haben.

Die Amerikaner haben zuletzt vorwiegend in Schwelländerfonds investiert, wovon vor allem „BRIC-Länder“ profitierten und in den Kursen um 30% zulegten. Die USA haben aber immer noch 3,8 Billionen in Geldmarktfonds und weitere 4 Billionen USD auf Geldmarktkonten und Sparguthaben mit Minimal-Zinsen. Die Börsekapitalisierung der Wall Street beträgt nur noch 8 Billion USD, die Wall Street bleibt aber damit der mit Abstand größte und bedeutsamste Aktienmarkt der Welt. Auch die Kapitalströme aus den USA bleiben die wichtigsten für die Weltbörsen. Die Aktienrückkaufprogramme haben mit einem Volumen von über 600 Mrd. USD im Jahr 2007 die Aktien nach oben trieben oder stützen, bleibe aber weiterhin aus: jetzt werden weit weniger als 200 Mrd. USD für Aktienrückkäufe im Jahr in den USA ausgegeben. In Schwelleländerfonds gab es erstmals wieder Zuflüsse im Volumen von 3,8 Mrd. USD netto. Wenn es erste Zeichen einer nachhaltigen Konjunkturverbesserung gibt, werden die Aktienkurse aufgrund der hohen Barliquidität weltweit wieder explodieren. Von daher sollte Anleger weiterhin auf Früh- und Spätindikatoren, also gleichermaßen auf Arbeitslosenzahlen, BSP, Quartalsgewinne (=Spätindikatoren) und Auftragseingänge, Geschäftsklimaindex und den ITRAX u.a. achten.

Sorgen bereiten zudem die harten Fakten an der Konjunkturfront. In den USA brachen die Hypothekenanträge erneut um 11% ein. Zudem sank die Industrieproduktion deutlich mehr als erwartet. Der Anleger sollten unterscheiden zwischen Spätinkatoren wie BSP-Zahlen, Arbeitslosenzahlen oder US-Konsumnetausgaben, die nur die Vergangenheit oft zu spät und zu undifferenziert aufzeigen und die erst 9 Monate nach der Börse drehen und Frühindikatoren wie Auftragseingänge, Geschäftsklimaindex, ITRAX. Inbesondere auf die Verringerung der Spreads der Unternehmensanleihen von 1100 auf unter 900 Basispunkte beim Itraxx Europe Crossover sollte der Anleger ein Blick werfen. Die Zinsen der Notenbanken dürften jetzt kaum mehr eine Auswirkung auf die Aktienkurse haben. Wichtiger sind nach wie vor Refinanzierungsfrage und plausible, transparente Geschäftsmodelle auch in Krisenzeiten.

Auch auf China sollte der Anleger mit Argusauge achten, denn China soll in Zukunft die Konjunkturlokomotive der Welt werden, nachdem die USA wohl zumindest in diesem Jahr ausfallen wird. China hat in den ersten beiden Monaten schon genauso viele Kredite vergeben wie im Gesamtjahr 2008, was vor allem die Binnenkonjunktur und auch den Konsum in China ankurbelt. Chinas BSP wuchs im 1Q09 um 6,1%, was aber das schlechteste Quartal seit 10 Jahren war. China kauft auch wieder Industriemetalle auf, was schon den Preis von Kupfer und Nickel wieder um 20% in einem Monat ansteigen ließ. China will jetzt auch große Uranfelder aufkaufen. Der Autoabsatz boomt in China weiterhin, auch ohne Abwrackprämie, wovon vor allem VW mit neuen Rekord-Verkaufserfolgen in China profitiert. VW wird in China demnächst mehr Autos verkaufen können als in Euruopa. Auch darauf sollte der Anleger einmal achten. China ist bisher relativ gering verschuldet, ganz im Gegensatz zur USA. Ebenso wird Indien ein interessanter Automarkt werden. Auch Russland ist relativ gering verschuldet und dürfte die Krise besser überstehen als die USA, wenn die Rohstoffpreise jetzt wieder anziehen sollten. In jedem Fall sollt der Anleger „BRIC-Länder“ wieder auf die Watch-list nehmen. Die Börse von China hat übrigens als erste Börse schon wieder den Stand wie vor dem Lehman-Konkurs erreicht.

Nachdem Lehman Brothers Chapter 11 anmelden musste, hat sich die Finanz-Welt gewaltig verändert und die Lehman-Pleite war wohl der größte Fehler des ehemaligen US-Finanzminister Paulson. Jetzt muss der amtierende US-Finanzminister Geithner einen sehr fragwürdigen Billionplan zur Rettung der Banken auflegen, um einen Finanzkollaps zu vermeiden.

Was ist in den USA zu erwarten: ein Einbruch des Konsums um 10% dürfte in den USA zu einem Minus von 7-8% beim BSP, da 70% des BIP durch den US-Konsum zustande kommen. Aber auch hier gibt es offenbar „Licht am Ende des Tunnels“ (?): der Michigan-US-Verbrauchervertrauensindex stieg am 18. April von 57,3 auf 61,9 Punkte, wobei nur 58 Punkte erwartet worden waren. Obama sah ebenfalls „Licht am Ende des Tunnels“ und äußerte sich erstmals seit langen optimistisch, was die Konjunktur betrifft. Auch dies stütze den Dow Jones am Freitag.

Zwei Drittel der Amerikaner besitzen ein eigenes Haus; hierauf wurde in den letzten fünf Jahren 2,4 Billionen USD zusätzlich an Krediten aufgenommen, was jetzt nicht mehr möglich wird; daher dürfte im Gegensatz zu China der Konsum in diesem Jahr in der zweiten Jahreshälfte stark nachgeben. Zudem sparen die Amerikaner jetzt erstmals seit Jahren aufgrund der Krise, was auch den Konsum um 1 Billion USD vermindert. Insofern sind die bisherigen Konjunkturprogramme in den USA selbst bei einem Volumen von 780 Mrd. USD verteilt auf 3 Jahre relativ gering und ich befürchte zu gering, um einen Konjunkturaufschwung herbeizuführen. Dieser ist aber zwingen notwendig, um hernach einen Schuldenabbau betreiben zu können.

Die US-Einzelhandelsumsätze sind mit -10% auf dem niedrigsten Stand in der Nachkriegszeit. Zudem sind die Nettovermögen der Amerikaner um 13 Billionen von 69 auf 53 Billionen USD gesunken. Zuvor hatten die Immobilen Anfang 2008 einen Wert von über 20 Billionen USD. Die Hauptverluste entstanden in absoluten Zahlen bisher im Immobiliensektor und nicht im Aktiensektor in den USA. Beides - Aktien und Immobilien - sind aber die Hauptsäulen der Altersversorgung in den USA, die jetzt auch geringer ausfällt. George Soros geht davon aus, dass die Immobilien in den USA nach Minus 30% noch einmal um weitere 30% sinken können. Dies würde zu weiteren Kreditausfällen im Volumen von 250 Mrd. USD sorgen Ich gehe mit Waren Buffet konform, der sagt, dass eine Trendwende in den USA nur mit einer Stabilisierung der Immobilienpreise einhergehen kann. Der Anleger sollte also auch genau darauf achten, wie sich die Immobilienpreise in den USA in den nächsten Monaten entwickeln. Auch muss abgewartet werden, wie und ob der Geithner-Plan in den nächsten Monaten konkret umgesetzt wird und wer dort als Privater beim Schuldenaufkauf mitmacht. Noch ist fundamental also kein Licht am Ende des Tunnels in den USA erkennbar, sondern es handelt sich um „wishful thinking“ und einem Anstieg entlang der“ Wall of worry“ (Wall der Ängste).

Auch einige Hedgefonds wie der von Chris Hohn geleitete TCI Hedgefonds, der sich u.a bei der Deutsche Börse AG beteiligt hatte und zuvor Renditen von über 30% p.a. erwirtschafte, geraten jetzt in Schwierigkeiten. Im letzten Jahr erntete Hohn nur Hohn, nachdem er einen Verlust von 42% melden musste. Eine Alternative von oft untransparenten Hedgefonds sind transparente Managed Futures Acoounts, wo der Anleger sogar kapitalgeschützt Renditen von über 10% und ohne Kapitalschutz von über 30% p.a. erreichen kann. Ich werde dies auch bei meinem nächsten Vortrag auf der „Invest“ am 24. April um 14.15 Uhr bei der „Invest“ in Stuttgart beim Stand des „Derivate-Magazins“ vorstellen.

Das Tal der Tränen haben wir also trotz einiger Lichtblicke im Bankensektor noch nicht durchschritten. Der IWF glaubt eine scharfe Rezession bis 2010, auch die EZB geht erst von einer konjunkturellen Erholung im Jahr 2011 aus. Der US-Ökonom und Nobelpreisträger Paul Krugman hält sogar einen Staatsbankrott für Österreich wegen der möglichen Kreditausfälle in Osteuropa für möglich, was dann auch beim IWF diskutiert wurde. Ich habe da allerdings eine konträre Auffassung und dies auch schon ausführlich begründet. Der IWF gewährt jetzt der Ukraine weitere 2,8 Mrd. USD nach harten Verhandlungen. Die Börse Kiew war mit einem Kursplus von über 40% einer der Top-Performer unter den Weltbörsen in den letzten Wochen. Auch Polen will jetzt eine Kreditlinie des IWF in Anspruch nehmen. Auch die Warschauer Börse überraschte zuletzt mit einem Kursplus von fast 30% in wenigen Wochen. Und die Stimmung hat sich dort vor Ort in Polen bei den Anlegern im April deutlich aufgehellt. Der Spargel, den Sie jetzt serviert kommen, wurde übrigens wieder überwiegend von polnischen Arbeitern geerntet, die jetzt aufgrund der zunehmenden Arbeitslosigkeit in Polen wieder in Deutschland eine Billiglohntätigkeit suchen. Auch dies ist eine Folge der Krise.

Da die Fundamentaldaten für die meisten Unternehmen und Volkswirtschaften auch fortan eine „Black box“ sind, sollten Sie sich weiterhin auch mehr auf die Markttechnik verlassen. Noch ist der kurzfristige Haussetrendkanal seit März voll intak, der beim DAX bis 4300 Indexpunkte reicht; wird er verlassen, gehen Sie auch wieder mehr in Liquidität. Positionsglattstellungen empfehle ich schon jetzt zum Teil. Bie unter 4450 geh Sie auch kuzfristig beim DAX short. Bisher hat der DAX im Rahmen einer Bärmarktrallye um 1000 Indexpunkte gewonnen, womit der Bärmarkt aber erhalten bleibt (selbst bis 5000 Indexpunkte). Der DAX schloss am Freitag mit einem Plus von 1,46% bei 4676 Indexpunkten. Gold brach auf 866 USD/Unze ein und dürfte nächste Woche weiter fallen, da es keine Inflation, sondern Deflation im Moment gibt. Unter 860 USD/Unze Gold weiter shorten und erst bei über 900 USD/Unze wieder long gehen. Öl konnte sich bei 52 USD stabilisieren. Der Dollar sehe ich weiter steigen, nachdem er schon heute bei 1,31 EUR/USD einpendelte,

Sie sollten aber Aktienpositionen an den Ostbörsen glattstellen, wenn der DAX unter 4400 bzw. wesentlich bedeutsamer der S&P-Index unter 830 Indexpunkte (erstes Warnsignal) und erst recht wenn er unter 760 Indexpunkte (DAX unter 4200) fallen sollte. Der S&P-Index schloss am Freitag mit einem Plus von 0,5 % auf 869 Indexpunkte und der Dow Jones mit einem Plus von 0,07 % bei 8131 Indexpunkten. Die Gewinnmitnahmen werden an den Ostbörsen noch stärker ausfallen als in den USA. Immerhin sind in Russland in den letzten 4 Wochen Tradinggewinne von über 30%, bei Einzelpositionen von über 100% angefallen. Wer jetzt neu einsteigt, geht ein wesentlich höheres Rückschlagsrisiko ein als noch vor 4 Wochen. Ich rechne allerdings nicht mehr mit so starken Kursturbulenzen wie in de Horrormonaten August bis Oktober 2008.

Fazit: Wir haben es nach wie vor mit einer intakten Bärmarktrallye zu tun, die durchaus noch einige Tage weiter laufen kann. Ich rechne aber schon nächste Woche mit kräftigen Kurskorrekturen durch Gewinnmitnahmen, womit der kurzfristige Haussetrendkanal noch intakt bleiben würde. Ein probates Mittel ist, Gewinne mit Stopp-loss-Marken 5-10% unter den gegenwärtigen Kursen abzusichern. Teilgewinnmitnahmen sind schon jetzt ratsam, ansonsten Gewinne laufen lassen. Welche Aktien unter Trading-Gesichtspunkte ge- oder verkauft werden sollen, können Sie der täglich aktualisierten Ostbörsen-Hotline 09001-8614001 (1,86 €/Min) entnehmen.

TV-Hinweise. Das nächste TV-Interview mit Andreas Männicke ist am 24. April 2009 um 21.30 Uhr in der 3SATBörse über Zentralasien (Kasachstan, Usbekistan etc.)

Vortrags-Hinweise: Das nächste ESI-Ostbörsen-Seminar „Optimale Anlagestrategien in unsicheren Zeiten“, wo auch Afrika als neu zu entdeckender Kontinent mit großen Chancen von dem Fondsmanager Hartmut Sieper (NESTOR Fonds) thematisiert wird, findet am 27. Mai 2009 um 17.30 Uhr in Frankfurt/M statt (Infos du Anmeldung unter www.eaststock.de oder Tel. 040/6570883. Ich werde auch auf der „Invest“ am 24. April in Stuttgart um 14.15-15.00 Uhr einen Vortrag über „Jahrhundertkrise = Jahrhundertchance - Optimale Anlagestrategien in unsicheren Zeiten“ beim Stand des „Derivate-Magazins“ halten.

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