Kurse machen Nachrichten: „PIGSI“ sorgt für Aufregung!

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Samstag, 06. Februar 2010 19:20:00

Der DAX brach am Freitag um 1,79% auf 5434 Indexpunkte ein. “Nicht die Nachrichten machen die Kurse, sondern die Kurse machen die Nachrichten” ist ein Webeslogan eines bekannten Nachrichtensenders, für den ich auch die aktuellen Marktentwicklungen in Interviews kommentieren darf – das nächste übrigens am Montag in n-tv/Telebörse um 11.45 über den Wahlausgang in der Ukraine. Wenn der Markt auffällig korrigiert, werden bei Medien immer nach Begründungen gesucht und Medien beeinflussen wiederum Anleger im Anlageverhalten. So war es auch am Donnerstag und Freitag. Herhalten für den markanten Kursverfall um über 4% in 2 Tagen beim DAX bzw. 3% im Wochenverlauf müssen wieder einmal die „PIGSI“ sowie die Arbeitsmarktdaten in den USA. Dabei waren nach dem starken Kursanstieg seit März 2009 nach dem Verlassen des Haussetrends ohnehin Korrekturen fällig.

Die US-Arbeitsmarktdaten, die jeden Monat die Märkte in helle Aufregung bringen, waren mit 20.000 neuen Arbeitslosen zwar schlechter als erwartet, dennoch sank die US-Arbeitslosenquote von 10 auf 9,7% und das BSP nahm im 4. Quartal anualisiert um 5% in den USA zu. Seit der Krise gingen in den USA nun 8,2 Mio Arbeitslose verloren, was mehr sind als zuvor geschätzt. Sie müssen wissen, dass es sich bei den gemeldeten Zahlen immer um Schätzgrößen handelt, die später dann korrigiert werden. Zudem handelt es sich in den USA – und nicht nur dort – um geschönte Zahlen. In der nächsten Woche müssen die Anleger und Medien die Einzelhandelsumsätze und das Verbrauchervertrauen bewerten, die dann als Argumentationshilfen für die Kurse dienen werden. Die Zahlen bei ThyssenKrupp werden in Deutschland für Stimmung sorgen. Die Unsicherheit und Nervosität der Anleger hat in jedem Fall wieder zugenommen.

In den USA bekommen die mittelständischen Betriebe, die 50% der Arbeitskräfte schaffen, kaum Kredite und wenn, dann zu sehr hohen Zinsen. Von daher wird die Arbeitslosenquote wahrscheinlich weiterhin hoch bleiben und Obama mehr in Misskredit kommen, da es offensichtlich nicht so leicht ist, wie angekündigt 4 Mio. neue Arbeitsplätze in diesem Umfeld zu schaffen. Die Wall Street reagiert auf die Arbeitsmarktdaten sehr eigenartig und doch typisch für die USA: erst mit Panikverkäufen von 150 Dow-Indexpunkten nach unten und dann mit Short-Eindeckungen, weil offensichtlich wieder das „Plunge Protection Team“ aktiv wurde und „dagegen“ hielt. Das Ergebnis war eine bemerkenswerter „Intra-day-Reversal“ von über 150 Dow-Indexpunkten in den letzten beiden Handelsstunden, das heißt der Aktienkurs schloss im Hoch im Plus über dem Kurs zu Handelsbeginn, obwohl intraday ein neues Tief erreicht wurde. Dies ist im Grundsatz ein bullisches Zeichen für die nächste Woche. Der Dow Jones eroberte wieder die „magische“ 10.000-er Marke und der S&P stieg von 1045 auf 1066 Indexpunkte in den letzten beiden Handelssunden, nachdem er zuvor drohte einzubrechen. Auch der NASDAQ-Index konnte zum Schluss wieder nach kräftigem Minus ins Plus drehen. Die High Tech-Unternehmen wie Microsoft, Intel, IBM und Apple meldeten alle sehr gute Zahlen mit Mrd-Gewinnen (Apple alleine mit 6 Mrd. USD im 4Q09!), die der Markt aber ignorierte ebenso wie die 13 Mrd. USD Gewinn von Goldman Sachs. Da die Fundamentaldaten positiv sind und die Korrektur vorläufig abgeschlossen sein könnte, erwarte ich am Montag eine freundliche Eröffnung auch beim DAX. Dann wird „PIGSI“ schnell als Argumentationshilfe für die Kursbildung „abgehakt“ sein.

Dennoch ist weiteres intensives Nachdenken über die EWU-Problematik für Strategen hilfreich und sinnvoll. Nachdem die EU nun Griechenland enger an die Kandare nehmen und den Sparplan der Regierung überwachen möchte, kommt nun auch Spanien und Portugal wieder ins Visier der EU-Aufseher und angeblich auch der Anleger, was ich bezweifele. Sicherlich: Spanien ist mehr als viermal so groß wie Griechenland und ein Default bei spanischen Anleihen hätte eine größere Wirkung als bei Griechenland, deren Anleihenvolumen kleiner als das vom Saarland ist.

Portugal hat Staatsschulden in Höhe von 286 Mrd. USD (davon 47,3 Mrd. USD bei deutschen Banken), Griechenland von 302 Mrd. USD (davon 43,2 Mrd. USD bei deutschen Banken), Irland aber 938 Mrd. USD (davon 193,3 Mrd. USD bei deutschen Banken) und Spanien 1,153 Billionen USD, (davon 240 Mrd. USD bei deutschen Banken). Der größte Brocken und auch meisten verschuldet ist aber Italien und hierüber spricht kaum einer – wegen „too big to fail!?“ Aber auch hier sollte man die Kirche im Dorf lassen. Zum einen gab es noch keine weitere Herabstufungen bei den Anleihen von den Rating-Agenturen, zum anderen werden hier sicherlich koordinierte EU-Hilfen folgen, auch wenn jetzt Gegenteiliges behauptet von offizieller Seite wird. Auch China kommt als Retter in letzter Not in Betracht. Neben Spanien und Portugal werden sicherlich auch Irland und Italien in den nächsten Monaten in Finanznöte kommen. Ob eine Kette hält, hängt bekanntlich von den schwächsten Gliedern ab.

Auch die Ukraine muss nach den Präsidentschaftswahlen am 7. Februar ihre Hausaufgaben machen und den Haushalt konsolidieren und verlässliche Strukturen schaffen, sonst werden weitere IWF-Zahlungen ausbleiben. Im letzten Jahr betrug das Minus beim BSP 17%. Trotzdem verdoppelten sich die Kurse an der Börse Kiew in 2009. Noch dramatischer und für die Zukunft bedeutender ist aber die Schuldenexplosion in den USA. Obama will in diesem Jahr wieder ein Haushaltsbilanzdefizit von 1,6 Billionen USD zulassen und im Vergleich dazu sind alle „PIGSI“ zusammengenommen „Peanuts“. Auch das bankrotte Kalifornien ist weit mehr verschuldet als so manches südeuropäische Land, was nun im Rampenlicht steht. Aber was die USA angeht, wird es auch hier heißen: „too big to fail“, denn einen Staatsbankrott der USA bedeutet einen weltweite Währungsreform, wo alle ärmer werden, vor allem Chinesen und Japan als Hauptgläubiger von US-Staatsanleihen.

Was auch noch ein ungelöstes Problem ist, ist der Derivate-Bubble, der sich jetzt noch in Bankbilanzen verbirgt und nicht aufgedeckt wird. Illiquide Märkte und Produkte werden bilanztechnisch zu liquiden Märkten gemacht, was der Bilanztrick ist. Das Derivate-Volumen ist aber immer noch groß (und wird immer größer), das bei einer Vollabschreibung der illiquiden Märket das gesamte globale Finanzsystem sehr schnell kollabieren würde. Mit „bad banks“ (wie jetzt auch in Bayern) versuchen sich jetzt einige Großbanken über Wasser zu halten.

Bei der Deutsche Bank AG soll ein es noch ein Volumen von toxischen Produkten geben das größer ist als das Eigenkapital. Auch das oberflächlich gute Ergebnis der Deutsche Bank AG von 5 Mrd. € Nettogewinn, davon das meiste im Investmentbanking und Eigenhandel, also das, was Obama jetzt beschränken bzw abspalten möchte, ist zu relativieren und zu hinterfragen, wie viele toxische Produkte die Deutsche Bank AG noch in den Bilanzen hat. Dies kann aber keiner beantworten, da dies alles von Bewertungsfragen und Bewertungstricks abhängt.

Wenn ein Land wie Griechenland Default melden muss, wird es eine Reihe von Abwertungen von Anleihen geben, die sehr schnell zu Überschuldung und Insolvenz einer Großbank führen können. Weitere Kapitalerhöhungen wären dann notwendig. Auch wenn Rating-Agenturen eine Herabstufung von US-Anleihen oder britischen Anleihen machen würden, was längst überfällig ist, würden Großbanken schnell an den Rand der Pleite kommen, da dann wieder höhere Eigenkapitalrunden notwendig werden. Basel 3 wird uns ohnehin noch eine Weile beschäftigen. Höhere Eigenkapitalquoten bedeuten aber auch, dass Eigenkapitalrenditen von 25% und mehr dann nicht mehr zu erwirtschaften sind. Für mich ist die Kuh jedenfalls noch nicht vom Eis.

In den USA sind 40% aller Anleihen kurzfristiger Natur und da kommen wir zum eigentlichen Problem der Zukunft, nämlich das Roll-over von Krediten und die Begebung von neuen Anleihen auf dem Kapitalmarkt. Griechenland gelang zuletzt die Platzierung von 8 Mrd. € zu einem Zinssatz mit 6,25%, der also dreimal so hoch ist wie bei deutschen Bundesanleihen. Wer will da schon „nein“ sagen. Die Anleihe war mehrfach überzeichnet und es hätten 25 Mrd. € platziert werden können. „Gier frisst Hirn!“ ist eine weitere Börsenweisheit. Das Geschrei wird bei en Anlegern groß werden, wen Griechenland doch in Zahlungsverzug kommen soll. In diesem Jahr müssen noch weiter 42 Mrd. € an Anleihen platziert werden. Griechenland hat Staatsschulden in Höhe von 300 Mrd. USD, was etwa 120% vom BIP sind.

Bei den hohen Zinsen muss Griechenland 20 Mrd. € nur für den Zinsdienst aufbringen. Der Anteil der Zinslast am Staatshaushalt beträgt schon 45%. Je höher die Zinsen steigen, desto schneller wird Griechenland zahlungsunfähig. Da kann auch ein Sparkurs wenig helfen, sondern nur niedrigere Zinsen. Der „Point of no return“ wird bei einem Anteil der Zinslast an den Staatsausgaben bei 30% überschritten. Der Staat ist dann in der Schuldenfalle. Wenn nun noch die Zinsen steigen, wird die Situation immer prekärer. Angeblich hat Goldman Sachs sogar bei der Manipulation der Schuldenzahlen geholfen, indem mit fiktiven Wechselkursen bei Cross-Currency-Swaps Kredite der Höhe nach verschleiert wurden und ein Zusatzkredit in der Schuldenstatistik verschwiegen.

Wir sollten uns schon jetzt alle Gedanken machen, was passieren wird, wenn die Zinsen in den USA oder Europa zu steigen beginnen. Japan wäre bei einem Zinssatz von 4-5% zahlungsunfähig, die USA wohl auch. M.a.W. die Zinsen dürfen – ähnlich wie in den USA - nicht mehr stark steigen. Denn entweder kommt es jetzt zu einem enormen Wachstum mit enormen Steuereinnahmen oder die Zinsen müssen niedrige bleiben. Eine andere Alternative gibt es nicht; viele Kommunen werden nach und nach auch in Deutschland handlungsunfähig oder gehen Pleite wegen der hohen Steuerausfälle. Die Schweiz ist übrigens der größte Gläubiger von Griechenland. Sei es nun Schwarzgeld oder Geld der Steuerzahlen, das dort hineinfließt, es ist sicherlich vom Gesamtvermögen nur ein kleiner Betrag. Wer sucht heute nicht nach Rendite von über 6% im Anleihenbereich. Neben Schweizer sollen angeblich sich jetzt auch Chinesen für griechische Anleihen mehr interessieren.

Die Schweiz geriet wieder einmal durch geklaute, pikante Bankdaten, die für 2,5 Mio € zum Verkauf stehen, ins Rampenlicht. Angeblich soll die Daten den deutschen Staat 400 Mio € einbringen – aus „Anlegersicht“ sicherlich kein schlechtes Geschäft für den deutschen Staat, wo die Kassen ach immer knapper werden und Kommunen/Gemeinden schon handlungsunfähig sind. Ein Berliner soll angeblich 4,5 Mio € durch eine Selbstanzeige wegen der Steuerhinterziehung gezahlt haben, womit sich die Hehlerei des Staates finanziell schon gelohnt hat. Weitere Selbstanzeigen werden sicherlich folgen.

Dennoch tut sich die Bundesregierung sicherlich keinen Gefallen, wenn sie Diebesgut selbst verwendet und sich damit selbst zum Hehler macht. Die rechtliche Abwägung zwischen kleinem und größerem Übel ist hier müßig. Es ist nicht verwunderlich, dass nun Me too-Produkte auftauchen und in Baden-Württemberg eine weitere Diskette aufgetaucht ist mit angeblich 2000 deutschen Steuersündern. Danach wurden weitere pikante Daten in Mannheim und München „angeboten“.. Abgewickelt werden soll der erste Deal mit dem BND in Frankreich an einem neutralen Ort.

Angeblich soll Deutschland selbst das Land mit den größten Geldwäscheaktivitäten im Volumen von 100 Mrd. € jährlich sein. Da der Staat kein Geld hat, wird er erfinderisch und er wird die Daumenschrauben stärker anziehen. Datenklau zählt wohl auch dazu. Der UBS-Fall mit Datentransfer in die USA ist auch noch nicht abgeschlossen, da ein Berner Verwaltungsgericht die Herausgabe untersagte. Wenn die Schweiz sich zu einer Abgeltungssteuer wie in Deutschland durchringen würde, wäre das Problem Steuerhinterziehung gelöst – zumindest für neue Steuerflüchtlinge.

Wenn nun mehr oder weniger bekannt ist, dass die Schweiz Griechenland finanziert, wäre aufschlussreich zu wissen, wer welches Land in welchen Umfang finanziert. Die FAZ hat schon eine interessante Zusammenstellung diesbezüglich gemacht und publiziert. Dann wäre noch interessanter zu wissen, wer überhaupt noch für das Roll-over der Kredite und Anleihen, als die notwenige Anschlussfinanzierung in Frage kommt. Griechenland muss zum Beispiel im April 12 Mrd. € und im Mai 10 Mrd. € an Anleihen zurückzahlen, was schon der Stresstest für dieses Jahr sein wird. Die deutschen Banken haben sich insgesamt mit 385 Mrd. € (=524 Mrd. USD) an den PIGS (Portugal, Irland, Griechenland, Spanien) beteiligt. Sie gehören damit zu den weltweit größten Gläubigern bei den „PIGS“. Ein Default hätte durch mögliche Dominoeffekte erhebliche Folgen auf die Überlebensfähigkeit von deutschen Banken, den neben Forderungsausfällen kommen auch noch die toxischen Produkte hinzu, die noch zu Anschaffungskosten bilanziert werden. Die EU sollte hier schnell einen neuen Stresstest anordnen, um mehr Klarheit zu schaffen.

Für mich sind die niedrigen Staatsanleihen-Renditen in den USA und Europa ein Rätsel, denn bei der hohen Verschuldung in Kombination mit den hohen Haushaltsbilanzdefiziten und geringen Steuereinnahmen müssten auch die europäischen und amerikanischen Anleihen schon wegen der Risikoprämie wesentlich höher rentieren. Noch werden die Staaten durch das „quantitative easing“ der Notenbanken, also Geldrucken, und eine 1-%-Zinspolitik gerettet. Die Frage ist, wann das „Schneeballsystem der ungedeckten Schecks“ auffliegt und wie es endet: in der der Deflation (durch Insolvenzen) oder durch Hyperinflation. Beides ist möglich, allerdings nicht in diesem Jahr durch das „quantitative easing“ .Der nächste größte Crash könnte aber kein Aktien-Crash, sondern ein Anleihen-Crash nach dem Anleihen-Bubble werden. Es wird spannend, was passieren wird, wenn die Konjunkturprogramme (=enorme zusätzliche Staatsverschuldung) und die expansive Geldpolitik wieder zurückgefahren wird. Ich rechne damit erst im zweiten Halbjahr 2010.

Ich unterstelle, dass sich hier der Markt einmal wieder mit den niedrigen Risikoprämien für US-Staatsanleihen und auch Anleihen im Euroraum gewaltig irrt. Es wäre auch falsch, jetzt schon zum „Business as usual“ zurückzukehren wie es einige aktuell am Aktiemarkt machen wollen. Der enorme Zufluss von Kapital im Anleihenberichte, den ich schon jetzt als Anleihen-Bubble bezeichne, ist zwar jetzt für die Staaten hilfreich und eine Art Rettungsanker; er wir sich aber irgendwann als Bumerang erweisen. Der Bund-Future erklomm sogar neue Jahreshöchststände mit 124, was auch durch die erneute Flucht in Anleihen begründet werden kann. Steigende Zinsen sind im Moment nicht in Sicht, obwohl sich die Staaten immer weiter verschulden. Die Risikoprämie von Staatsanleihen wird im Moment „falsch“ eingepreist wegen der Kapitalzuflüsse.

Im letzten Jahr sind in den ersten 9 Monaten in den USA 277 Mrd. USD in den Anleihenbereich, aber nur 2 Mrd. USD in den Aktienbereich geflossen. Bei steigenden Zinsen könnte sich der Trend umkehren. In Emerging Markets sah der Trend anders aus: hier flossen in 2007 54 Mrd. im Aktienbereich hinzu, in 2008 49,5 Mrd. USD ab und in 2009 das Rekordvolumen von 80,5 Mrd. USD wieder hinzu, was auch den starken Anstieg der „BRIC-Börsen in 2009 begründet. Letztendlich ist alles an der Börse eine Kapitalflussrechnung. Die Fonds hatten bis Ende 2009 ihre Cash-Reserven enorm abgebaut, sie sind daher wieder voll investiert. Mit anderen Worten haben sie aber auch ihr Pulver verschossen.

Dafür wurde auf der Sicherheitskonferenz in München rethorisch stark geschossen, wenn auch nicht so stark wie zuvor. Sogar Iran meldete sich zu Wort und machte nur vage Vorschläge, was auch bedeutsam für den Weltfrieden und die Weltbörsen in den nächsten Monaten ist, denn die Urananreicherungsfrage muss bald geklärt werden. Der Iran stimmt im Grundsatz zu, leicht angereichertes Uran im Ausland anreichern zu lassen, dafür aber im Gegenzug stark angereichertes Uran zu erhalten. Die USA wollen eine Zeitspanne von 1 Jahr dazwischen. Die USA nahmen übrigens erstmals nicht an der Konferenz in München teil, was zu denken gibt. Nach den Aussagen vom deutschen Verteidigungsminister Guttenberg spielt der Iran durch allerlei rethorischen Finessen auf Zeit. Außenminister Westerwelle meint zwar dass die Hand zum Iran ausgestreckt bleibe, aber man greift ins Leere.

Israel hält den Iran wegen dem möglichen Bau einer Atombombe für bandgefährlich. Sicherlich tickt hier eine weitere Zeitbombe- auch für die Aktienmärkte. Ich erwarte eine scharfe Reaktion der USA schon im März/April. Bei der Bildung einer neuen, globalen Sicherheitsarchitektur sollte man Russland und China mit ins Boot nehmen, sonst wird es gefährlich. Hier wäre ein konstruktiver Dialog, den Obama schon begonnen hat, sehr förderlich, den in Krisen – wie jetzt - können auch Kriege entstehen, um von den internen Problemen abzulenken. Das „Katze und Maus-Spiel“ des Irans wird die USA und vor allem Israel nicht lange mitmachen. Falls es Anzeichen es Iran-Kriegs geben sollte, sollten Sie rechtzeitig Short oder in Liquidität gehen. China kritisiert derweil den Rüstungsverkauf der USA nach Taiwan und damit die Einmischung in „innere Angelegenheiten“. Auch diese Säbelgerassel ist nicht ganz ungefährlich.

Die Rohstoffmärkte brachen in den letzten beiden Wochen aufgrund des starken Dollars und den Gewinnmitnahmen von Finanzspekulanten kräftig ein. Selbst die Krisenwährung Gold gab auf 1050 USD/Unze am 5. Februar kräftig intraday nach, erholte sich dann aber wieder auf 1067 USD/Unze. Ich rechne nun mit einen steigenden Goldpreisnächste Woche, rate aber zu Stop-loss-Marken oder Short-Positionen bei unter 1050 USD/Unze.

Nachdem der Euro bis auf 1,3586 zum Dollar gefallen war, stieg er am Freitag intraday wieder in 2 Stunden auf 1,3662 an, was ein gewaltiger Satz war. Folgerichtig drehten der US-Aktienmarkt in der letzten Handelsstunde nach oben. Der Euro kann jetzt wieder in einem Pull back-Versuch wieder etwas stärker werden. Ich nehme an, dass die USA und auch England mit dem Pfund langfristig aufgrund der Schulden den Abwertungswettlauf (Stiglitz) gewinnen werden. Ich glaube aber in den nächsten 3 Monaten noch an einen starken Dollar, da ein starker Dollar auch mit einer globalen Konjunkturerholung einhergeht – und umgekehrt.

Schon wegen des Basiseffektes werden BSP-Zahlen wohl auch im 1. Quartal 2010 trotz „Daisy“ positiv ausfallen, was mehr für einen starken Dollar bis Mitte des Jahres spricht. Kurz und mittelfristig kann der Euro noch bis auf 1,30 EUR/USD fallen, zumal wenn die „PIGSI“-Thematik kurzfristig dominieren sollte. Auch in Falle eines Iran-Krieges bzw. verschärften Konfliktes mit Säbelgerassel dürfte der Dollar als „sicherer Hafen“, der er nicht ist, stärker werden. Nächste Woche reche aber mit einem Pull Back beim Euro. Bei einem wieder fallenden Dollar könnten sich Rohstoffe und Aktienmärkte in der nächsten Woche wieder leicht erholen, so dass sich kurzfristig Long-Positionen wieder lohnen könnten. Bei neuen Tiefstkursen, also bei DAX unter 5434, Dow Jones unter 10.000 (erst recht bei unter 9850) oder S&P unter 1060 (erst recht bei unter 1045 = neures Jahrestief) sollten Anleger aber sofort wieder auf die Shortseite drehen. Der RTS gab am Freitag um 3,5% auf 1411 Indexpunkte nach. Die besten Börsen der Welt kommen übrigens dieses Jahr aus Estland mit 47%, Litauen mit 20% und die Ukraine mit 11%; aber auch Moskau konnte den DAX und Dow bisher knapp outperformen.

Nach der Korrekturphase, bestehen wieder gute Einstiegschancen. Verpassen Sie dabei die Outperformancechancen in Osteuropa nicht und bestellen jetzt ein Probe-Abo des monatlich erscheinenden Börsenbriefes EAST STOCK TRENDS unter www.eaststock.de. Im neuen EAST STOCK TRENDS können Sie auch mehr über das IPO des weltgrößten Aluminium-Konzerns RuSal am 27. Januar an der Hongkonger und Pariser Börse nachlesen und warum meine „Aktie des Monats“ Tallink seit Dezember im Kurs um über 50% seit Dezember 2009 anstieg. Welche Aktien aus Osteuropa jetzt im Trading-Bereich ge- oder verkauft werden sollten, können Sie auf der täglich aktualisierten Ostbörsen-Hotline 09001-8614001 (1,86 €/Min) entnehmen.

TV-Hinweise: Andreas Männicke wurde am 26. Januar 2010 im DAF (www.anleger-fernsehen.de) und am 2. Februar 2010 Uhr in N-TV/Telebörse (www.n.tv.de, www.teleboerse.de) über Russland befragt. Sie können das Interview jetzt im ESI-Archiv unter www.eaststock.de abrufen. Andreas Männicke wird zudem am und am 8. Februar 2010 um 11.45 Uhr über die Ukraine anlässlich der Präsidentschaftswahlen am 7. Februar befragt.

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