Kommt nach der Erholung ein Crash?

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Sonntag, 07. Februar 2016 13:42:00

Die US-Arbeitsmarktdaten brachten die Weltbörsen erneut auf Talfahrt. Befürchtet wird eine weitere Zinserhöhung der amerikanischen Notenbank FED im März. Der DAX markierte ein neues Jahrestief. Die geopolitischen Risiken nehmen zu. Gesucht waren sogenannte „sichere Häfen“ wie Gold und Bundesanleihen. Jetzt beginnen die „närrischen Zeiten“…

Aktienmärkte spielen nach US-Arbeitsmarktdaten verrückt

Am 5. Februar sorgten die neuen US-Arbeitsmarktdaten für Januar erneut für Verunsicherung an den Weltbörsen. Anstelle von erwarteten 185.000 wurde nur 151.000 neue Jobs gemeldet. Dennoch fiel die US-Arbeitslosenquote auf ein neues Tief von 4,9 Prozent. Zudem nahm die Partizipationsrate wieder zu und es stiegen auch die Stundenlöhne. Dies veranlasste die ohnehin nervösen Anleger wohl auf eine Zinserhöhung der FED im März zu wetten und die Aktienkurse purzelten erneut.

DAX auf neuem Jahrestief

Der DAX fiel auf ein neues Jahrestief von 9270 Indexpunkten, nachbörslich sogar auf 9251 Indexpunkte. Der Dow Jones Industrial Index gab um 1,29 Prozent auf 16.204 indexpunkte und der NASDAQ sogar am 3,25 Prozent auf 4.363 Indexpunkte nach.

Damit landete aber auch die letzte Handelswoche kräftig im Minus. Die Marktakteure sind jetzt offensichtlich sehr nervös, weil die großen Weltbörsen-Aktienindices vor sehr wichtigen Marken, den sogenannten „roten Linien“ stehen. Werden diese unterschritten, drohen durch die Computerprogramme und Hochfrequenzhändler starke Kursverluste.

Crash-Prognosen mehren sich

Es mehre sich zudem die Crash-Prognosen von Börsengurus. Demnach bedarf es jetzt nur einen kleinen Auslösers, um eine Kurslawine auszulösen. Sorgen bereiten die erneuten Langstecken-Raketentests in Nord-Korea. Sorgen bereitet aber auch die Ankündigung von Saudi-Arabien, Bodentruppen nach Syrien schicken zu wollen, was vom syrischen Präsidenten Assad abgelehnt wird. Die Anleger sind aber mehr beunruhigt, wenn sich die FED tatsächlich im März aufgrund der vordergründig guten US-Arbeitsmarktdaten zu einer weiteren Zinserhöhung durchringen sollte. Dies käme dann zur Unzeit, da sowohl die amerikanische als auch die chinesische Wirtschaft lahmt. Möglich ist auch eine weitere Yuan-Abwertung, was die Anleger zusätzlich verunsichern könnte.

Zu hohen Unternehmensverschuldung in den USA und vor allem in China

Besorgniserregend ist auch die stark gestiegene Unternehmensverschuldung sowohl in den USA als auch in China. Dies könnte auch Großbanken gefährden. In den USA ist schon der Junk-Bonds-Markt eingebrochen. Es drohen weitere Pleiten bei US-Fracking-Unternehmen aufgrund des niedrigen Ölpreises. Der Brent-Ölpreis gab am Freitag erneut um 0,81 Prozent auf 34,12 US-Dollar/Barrel und der WTI-Ölpreis sogar um 2,21 Prozent auf 30,99 US-Dollar/Barrel nach.

Bankaktien im Keller

Bankaktien sind jetzt weltweitauch wegen der geringen Zinsmargen im Keller. Die Nullzinspolitik der Notenbanken hinterlässt jetzt ihre Spuren. Die Deutsche Bank AG muss einen Rekordverlust von über 6 Mrd. € in Kauf nehmen. Die Marktkapitalisierung von 21,1 Mrd. € entspricht der Summe der Kapitalerhöhungen der letzten Jahren. Einige Experten warnen schon vor einer möglichen Pleite der Deutsche Bank AG. In jedem all ist die Deutsche Bank AG jetzt bei historisch so niedrigen Kursen von zuletzt 15,27 € ein Übernahmekandidat. In Italien gibt es aber notleidende Kredite von über 200 Mrd. €. Hier wird wohl der EZB-Chef Mario Draghi durch den Aufkauf von italienischen Staatspapieren versuchen zu retten, was zu retten ist, was aber die Marktwirtschaft außer Kraft setzt. Auch die Credit Suisse muss einen Verlust von 2,9 Mrd. Schweizer Franken hinnehmen.

Sichere Häfen gesucht – Gold mit neuen Jahres-Hoch -

Aufgrund der starken Verunsicherung flüchten jetzt die Anleger in sogenannte „sichere Häfen“. So stiegen der Goldpreis am Freitag um 1,56 Prozent auf 1174 US-Dollar-Unze und der Silberpreis um 1,07 Prozent auf 15,05 US-Dollar/Unze. Aber auch der Euro-Bund-Future stieg auf ein neues Allzeit-Hoch von 163,94. Die Rendite von 10-jährigen Bundesanleihen fiel auf ein Rekordtief von 0,3 Prozent. Ab dem 5-jährigen Bereich müssen Anleger sogar drauf zahlen, wenn Sie Bundesanaliehen kaufen wollen. Auch in Japan wurde nun erstmals ein Negativ-Zins seitens der Notenbank eingeführt. Dennoch ist die neue Fluchtwährung nicht mehr der US-Dollar, sondern der japanische Yen. Der Euro gab zum Yen auf 130,42 EUR/JPY nach. Wegen des möglichen Barzahlungsverbots - in Zukunft - Barzahlungen sollen jetzt nur noch bis 5000 € möglich sein stiegen auch die Kryptowährung Bitcoins auf 350 BTC/EUR.

Moskauer Börse korrigiert nach Erholungsrally

Der russische Aktienmarkt erholte sich zwar seit dem 20. Januar um fast 20 Prozent, weil sich der Rubel und Ölpreis wieder in den letzten 2 Wochen etwas anstieg, aber am Freitag gab der RTS-Index auch um 1,75 Prozent auf 725,91 Indexpunkte nach während der RDX-Index mit 858 Indexpunkten auf Vortragsniveau verharrte. Der MICEX-Index auf Rubelbasis gab nur leicht um 0,41 Prozent auf 1780 Indexpunkte nach. Dabei stieg der Euro zum Rubel wieder um 0,39 Prozent auf 86,49 EUR/RUB und der US-Dollar um 0,89 Prozent auf 77,53 US-Dollar/RUB, so dass es zu leichten Währungsverlusten für ausländische Anleger kam. Der Rubel ist jetzt aber wesentlich stabiler als in den Vormonaten. Die russische Wirtschaft droht aber wegen des niedrigen Ölpreises in eine dauerhafte Rezession. Das Haushaltsbilanzdefizit wird immer größer, je schwächer der Ölpreis ist. Auch eine Bankenkrise ist in Russland nicht ausgeschlossen.

Seehofer im Gespräch mit Putin in Moskau

Der Besuch des CSU-Chefs Horst Seehofer beim Präsidenten Putin in Moskau nährten die Hoffnung, dass es in den nächsten Monaten zu einer Aufhebung oder Verringerung der Sanktionen kommen könnte, wenn der Minsk 2-Prozess in der Ukraine zügig voranschreitet, was aber nicht der Fall ist. Auch in der Ukraine geht der „kalte Krieg“ weiter, ebenso wie in Syrien. Saudi-Arabien droht jetzt damit, Bodentruppen nach Syrien zu schicken, was die ohnehin unübersichtliche Situation in Syrien zur Eskalation bringen könnte. Durch die Flüchtlingsdebatte droht nun auch eine Spaltung in Europa.

Erst informieren, dann investieren

Nach der Korrektur im August/September 2015, in der ersten Dezemberhälfte 2015 und nun auch in den ersten Handelswochen im neuen Jahr bleibt auch die Moskauer Börse eine attraktive und stark unterbewertete Trading-Börse. Die preiswertesten Aktienmärkte kommen aus Osteuropa. Die Aktienmärkte aus Serbien und Slowenien zählten im mit einem Plus von jeweils 18 Prozent in 2014 zu den Top-Performern auf der Welt. Die Börse Budapest (Ungarn) war in 2015 einer der Top-Performer mit einem Plus von über 40 Prozent wie auch die Börse Riga aus Lettland mit einem Plus von über 40 Prozent gefolgt von der Börse Bratislava aus der Slowakei mit +32 Prozent. Aber auch die baltischen Börsen aus Estland (+18 Prozent) und Litauen (+7 Prozent) überzeugten in 2015. Die Moskauer Börse war bis Ende November in US-Dollar noch mit 10 Prozent im Plus, wobei der MICEX-Index noch über 20 Prozent im Plus war. Es kam aber in den letzen Monaten zu hohen Währungsverlusten für deutsche Anleger von über 20 Prozent wegen des schwachen Rubels infolge des schwachen Ölpreises.

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