Kommt das zweite Jobwunder in den USA?

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Sonntag, 06. Dezember 2009 17:45:00

Obama will in seinem visionären Ansatz das Job-Wunder erreichen und 4 Mio Arbeitsplätze schaffen. Bisher schaffte er es aber nur, die Arbeitslosenquote bei etwas über 10% zu „stabilisieren“. Am Freitag wurden anstelle von erwarteten 125.000 Arbeitslosen nur 11.000 neue Arbeitslose gemeldet, was sicherlich eine positive Überraschung war. Damit ging sogar die Arbeitslosenquote von 10,2 auf 10 Prozent zurück. Die Wall Street und auch die anderen Weltbörsen nahmen diese positive Nachricht mit Freudensprüngen auf. Der DAX stieg um 0,8% auf 5817 Indexpunkte, der Dow Jones um 0,22% auf 10.388 Indexpunkte und der S&P-Index um 0,55% auf 1105 Indexpunkte. Dabei erreichte intraday der Dow Jones sogar mit 10.516 Indexpunkten ein neues Jahreshoch. Der DAX schoss nach den guten US-Arbeitsmartdaten zunächst um 100 Punkte von 5730 auf 5830 Indexpunkte am frühen Nachmittag in die Höhe, gab zum Schluss aber auch wieder etwas nach. Auch der RTS-Index konnte sich um 1,2% auf 1427 Indexpunkte nach oben bewegen. Der Euro schwächte sich auf 1,4845 deutlich zum Euro ab. Dies auch, weil Befürchtungen über einen möglichen Staatsbankrott von Griechenland laut wurden.

Zum Schluss bröckelten die Kurse aber auch an der Wall Street wieder ab, weil nun auch wieder Fragen aufkommen, wie sich die FED bei Konjunkturerholung und möglicherweise steigende Inflationsraten verhalten wird. Ich rechne im nächsten Jahr mit einer Zinserhöhung zunächst von der EZB. Zuvor wird von der FED und EZB versucht, wieder Geld wieder aus dem Kreislauf zu nehmen ohne eine Kreditklemme zu vermeiden. Staatliche Mittelstandsbanken könnten dafür sorgen, die mögliche Kreditklemme zu vermeiden.

Auch wenn ich mich über jeden neu geschaffenen Arbeitsplatz freue, dürfen wir die Augen nicht darüber verschließen, dass die US-Arbeitsmarktdaten – wie fast alle US-Statistiken - geschönt sind. Wir sollten nicht vergessen, dass schon über 10 Mio. Lebensmittelkarten verteilt wurden und weiter 10 Mio in offizielle Statistiken nicht erfasst werden. Die reale Arbeitslosenquote wird in den USA immer noch auf über 20% geschätzt und von Job-Wunder kann ich im Moment nicht erkennen. Dennoch wird jede positive Nachricht wie jüngst die besser als erwartet ausgefallenen Arbeitsmarktdaten vom den Weltbörsen positiv aufgenommen. Dabei wird wie von mir erwarte, die Dubai-Krise schon wieder vergessen. Obama wird es aber in 2010 schwer haben, sein Job-Wunder in die Tat umzusetzen. Auch wird es schwierig sein, den Konsum in 2010 zu stabilisieren. Ich erwarte demnächst mehr Demonstrationen – auch gegen Obama. Seine Beliebtheit ist schon erheblich gesunken.

Überhaupt wird die Popularität von Obama im nächsten Jahr weiter sinken. Schon die Ankündigung, dass in 2 Jahren der Afghanistan-Krieg mit weiteren 30.000 Soldaten beendet sein soll, halte ich für eine „mission impossible“. Ich rechne auch im nächsten Jahr damit, dass die Drohkullisse für einen Militärschlag gegen den Iran wieder aufgebaut und möglicherweise als ultima ratio auch wahr gemacht wird, was aber die Aktienkurse stark belasten würde. Es wird vor allem weiter Terroranschläge in Pakistan und im Irak geben, von denen im Moment kaum ein Anleger Notiz nimmt, so dass die USA rausgebombt werden. Für die USA wird jegliche Militäraktion mit einem Fiasko enden. In einem solchen Szenario eines unmittelbar drohenden Iran-Krieges – meistens erkennt man die Vorboten an den Sanktionen und der diplomatischen Sprache von Obama&Merkel - dürfte der Ölpreis schnell ansteigen. Es kommt also darauf an, ob die Urananreicherung im Uran oder in Russaldn vorgenommen wird. Erstmals stellen sich jetzt China und Russland gegen den Iran, was zumindest den verbalen Druck auf den Iran angeht. Das übliche Kriegs-Szenario wird „meistens“ im Februar/März umgesetzt und jetzt im Pentagon und Israel strategisch vorbereitet. Keiner will, dass der Iran eine Atombombe bauen kann, aber will das der Iran tatsächlich oder ist dies die übliche US-Propaganda der nach wie vor sehr einflussreichen US-Rüstungslobby (wie bei dem Irak-Krieg)? Leisten kann sich die USA ein Iran-Krieg nicht, aber der größte Haushaltsposten wir mit über 500 Mrd. USD der Rüstungsetat bleiben. Rüstungsaktien sind übrigens schon im Vorfeld gestiegen…

Schon jetzt sollten sie sich Frage stellen, was die Headlines für 2010 sein werden, die die Kurse nachhaltig beeinflussen. Die Headlines könnten sein. „Die USA drohen mit Militärschlag auf Iran“, “Terroranschlag in London, New York und Frankfurt/M schockt die Finanzwelt“; die EZB sieht wieder Inflationsgefahren und hebt den Zinssatz auf 1,5% an“, „Insolvenzen von US-Gewerbeimmobilien belasten den Markt“, „Griechenland kann seine Anleihe nicht mehr bezahlen“, „Der Euro ist in Gefahr- Griechenland scheidet aus; „Schweizer Banken kommen durch die Mafia-Prozesse in Italien unter Druck“, „hoher Abschreibungsbedarf bei Großbank X oder gar Pleite der Großbank X“; Attentat auf Obama “., „Dollarstärke belast Rohstoff- und Aktienmärkte“; „Anleihen-Crash nach Anleihen-Bubble durch China/USA-Konflikt“. Mittelfristig sind auch Themen wie Hyperinflation, Staatsbankrotte und Währungsreformen denkbare Headlines. Hinzukommen die fast schon einplanbaren „Klima-Themen“ wie Überflutungen, Erbeben und Sturmschäden, die je nach Region und Ausmaß kursrelevant werden könnten.

Bisher macht Obama mit seiner Politik des Dialogs eine sehr kluge Politik. Dennoch können sich die Fronten schnell verhärten sowohl mit China als auch mit dem Iran. Neben diese Horrornachrichten könnte aber auch die Headline sein.“ Überraschend hoher Gewinnanstieg bei deutschen Standardwerten“, „Konjunkturaufschwung setzt sich fort – Unternehmen fassen wir Mut und Vertrauen“. „Überraschend hohe Auftragseingänge beim Maschinenbau“, “Überraschend hoher Absatz bei Neuwagenverkauf“, Baukonjunktur kommt wieder in Schwung, Kreditklemme löst sich auf – es wird wieder investiert“ , „Goldman Sachs und JP Morgan mit Rekordgewinnen“, IPO-Markt kommt wieder in Schwung“, US-Arbeitslosenzahlen sinken in den USA wieder unter 10%- Obama gelingt tatsächlich das Job-Wunder“.

Dies sind Headlines, die mir und Ihnen besser gefallen, wobei Print- und TV-Medien sogar die Horrornachrichten lieber wären, um Quote und Auflagen zu erhöhen. In jedem Fall, sind wir von normalen Zeiten weit entfernt. Für die Anleger ist es wichtig, dass sie reagieren und noch besser präventiv agieren und nicht dem Treiben an den Finanzmärkte tatenlos gegenüberstehen – wie einige von Ihnen im Herbst/Winter letzten Jahres. Machen auch Sie sich Gedanken, wie die Headlines in 2010 aussehen werden, die die Kurse beeinflussen werden. Üben Sie sich auch einmal im präventiven News- und Dominanzfaktoren-Trading und messen den dominanten News Wahrscheinlichleiten zu. Schreiben Sie mir gerne, wie Sie die Welt in 2010 sehen und was Ihre Headline für 2010 sind.

Der neue Mega-Trend wird sicherlich im Bereich der Alternativen Energien erhalten bleiben, wobei hier insbesondere in Asien sehr schnell wachsende Untenehmen heranreifen. Der nächste Klimagipfel in Kopenhagen wird außer vielen „Schlechtwetterreden“ nicht viel ergeben, da einer dem anderen bei CO2-Einsparungen den Vortritt lassen wird. Dennoch wir der Markt der alternativen Energien weiter wachsen. Hier ist das Produkt der Jud&Partner Vermögensverwaltung (www.jpv.ch) aus der Schweiz, der Asian Solar & Wind (WKN A0RN3V) weiterhin aussichtsreich. Der Kurs des Luxemburger Fonds stieg in diesem Jahr schon fast 80% von 50 auf 88 € und erreichte am Freitag mit 88,51 € sogar einen neuen Jahreshöchstkurs. Der Fonds setzt auf Wind- und Solarwerte vor allem aus China, deren Kurse sich in diesem Jahr weit mehr aus verdoppeln konnten und weiterhin hohen Wachstumspotential haben, zumal die chinesische Regierung jetzt ganz bewusst alternative Energien unterstützt. Die Smogglocken in den Großstädten sind hier wohl schon alarmierend genug. In China werden auch Elektrofahrräder und Elektro-Mopeds der Renner. Hier sind wiederum Batterien und Aufladegeräte ein neuen Megamarkt; in einigen Jahren werden hier auch die Elektro- und Hybridautos mit Kosten von unter 10.000 € der Renner werden. In den Fonds ist Yingli Green mit einem Anteil von 9,2% die größte Position zusammen mit Trina und Suntech Power. Wer weiterhin auf die Emerging Markets setzen will ist auch der Emerging Challenger Basket II (Valor 10736820, Symbol GIANT) mit den 30 größten Unternehmen aus den Schwellenländern reizvoll, insbesondere für denjenigen, der sich ein Stock Picking in den volatilen Emerging Markets nicht zutraut. Der größte Wert ist hier Geely Automobile aus China und Tata Motor aus Indien sind hier die nächsten Hoffnungen in der Automobilindustrie. Aus Russland sind Gazprom und Norilsk Nickel in das Produkt mit einbezogen sowie der Pharmawert Richter Gedeon aus Ungarn. Die Zeichnungsfrist läuft hier noch bis zum 17. Dezember.

Kurzfristig stellt sich jetzt die Frage, kommt nach den guten Vorgaben der Wall Street eine Jahresendrallye oder nicht. Ich verlasse mich dabei auf die Markttechnik. An der Wall Street bleibt der Haussetrend seit März voll intakt. Bei DAX wird sich nächste Woche entscheiden, ob wir eine Jahresendrallye bekommen oder eine scharfe Korrektur. Wenn der DAX 5900 überschreiten sollte, ist eine Kursrallye auf über 6000 noch bis Jahresende möglich. Dies wiederum mache ich abhängig von Wall Street. Wenn der Dow Jones 10.500 überschreiten sollte, ist der Weg auch für den DAX frei. Um 17.00 Uhr brachen die Kurse um 200 Indexpunkte von 10.500 auf 10.300 Indexpunkt ein, weil mögliche Zinserhöhungen als Dominanzthema gespielt wurden.

Bei unter 10.300 erwarte ich scharfe Korrekturen – auch an den Weltbörsen. Auch wenn der Euro zum Dollar auf unter 1,47 fallen sollte, glaube ich an scharfe Korrekturen. Bei unter 1,45 rate ich sogar zu Positionsglattstellungen und an den Aktien- und Rohstoffmärkten. Am Freitag schloss der Dollar bei 1,4845. Gold korrigierte nur leicht auf 1160 USD/Unze. Die nächste Woche wird schon darüber Aufschluss geben, ob wir auf eine kleine Jahresendrallye hoffen dürfen. Bei über 10.500 beim Dow Jones oder über 5900 beim DAX können Sie long gehen bzw long bleiben. Bei unter 10.300 beim Dow Jones oder 5600 beim DAX sollte sie jeweils short gehen bzw. Teilgewinne mitnehmen. Bei Öl glaube ich demnächst eher an fallende Notierungen, bei unter 75 USD/Barrel short gehen und bei unter 74 USD/Barrel die Short-Positionen erhöhen Der Ölpreis schloss am Freitag bei 76 USD/Barrel, neigte aber tendenziell zur Schwäche. Es liegen im Moment zu viele Öltanker weltweit herum, die nicht entladen werden. Der RTS stieg am Freitag um 1,2 % auf 1427 Indexpunkte. Bei unter 1340 sollten Sie hier short gehen, ansonsten die Positionen halten.

Welche Aktien aus Osteuropa jetzt im Trading-Bereich ge- oder verkauft werden sollten, können Sie auf der täglich aktualisierten Ostbörsen-Hotline 09001-8614001 (1,86 €/Min) entnehmen.
TV-Hinweis: Andreas Männicke (ESI GmbH) und Dr. Martin Hrdina (DEKA) wurden am 12.11.09 im Börsentalk von Dr. Bernhard Jünemann im Deutschen Anleger Fernsehen (DAF) über die neuen Chancen in Osteuropa befragt. Sie können sich das TV-Interview jetzt unter www.anleger-fernsehen.de bei video on demand oder auch im TV-Archiv bei www.eaststock.de runterladen.

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