Keine Panik vor der Panik!

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Samstag, 02. Juni 2012 10:57:00

„Wie gewonnen, so zerronnen!“ Nach dem furiosen Jahresauftakt gab der DAX im Mai um 7% und am ersten Handelstag im Juni um 3,4% auf 6050 Indexpunkte nach. Auch der Dow Jones Industrial Index verlor 2,21% und schloss bei 12.118 Indexpunkten fast im Tagestief. Das Facebook-IPO wurde zum Flop, was auch so manche Anleger in IT-Sektor enttäuschte. Den Preisverfall von Facebook nach dem IPO von 30 auf 22 € hatte ich wegen der Überbewertung beim IPO erwartet. Das KGV beträgt jetzt immer noch über 50. Es fragt sich, ob „Datenklau“ ein ausreichendes Geschäftsmodell ist.

Josef Ackermann verließ das Boot der Deutsche Bank AG und musste am Freitag mit ansehen, wie der Kurs der Deutsche Bank AG um 6,65% auf 27 € einbrach. Im März befand sich der Kurs noch bei über 38 €. Der Kurs der Commerzbank gab am Freitag zwar „nur“ um 2% auf 1,31 € nach; dafür gab der Kurs der Commerzbank seit März von 2,0 auf 1,3 € wesentlich mehr nach. Hier spiegeln sich alle Ängste um die gegenwärtige und kommende Bankenkrise in Griechenland und Spanien nieder. In Griechenland wird am 17. Juni ein neues Parlament gewählt, was auch Schicksalswahl für den Euro betrachtet wird. Die Finanzkrise 2.0 ist im Anmarsch.

Neben den zunehmenden Sorgen im Spanien um die Rettung der Banken gesellten sich schwache US-Arbeitsmarktdaten und ein schwacher Einkaufsmanager-Index in China. Er fiel Im April von 53,3 auf 50,4 Punkte. In den USA wurden im Mai nur 68.000 anstelle der erwarteten 155.000 neue Stellen geschaffen, was die Märkte in helle Aufregung versetzte. Auch für April wurden die neu geschaffen Stelle von 115.000 auf 77.000 reduziert. Im März entstanden nur 143.000 anstelle der zuvor geschätzten 154.000 neuen Stellen. Im 1. Quartal wurden noch 226.000 neue Stellen im Monat geschaffen. Dies deutet auf eine deutliche Konjunkturverlangsamung hin. Ein QE3 der Notenbank kommt damit in den Bereich der Möglichkeiten. Die US-Arbeitslosenquote stieg im Mai von 8,1 auf 8,2%, was ungewöhnlich ist. Obama kündigte zudem einen Dronenkrieg gegen Terroristen an, was auch nicht für Beruhigung sorgte.

Die Arbeitslosenquote in Europa stieg auf das neue Rekord-Hoch von 11%, wobei auch hier die Hauptprobleme in Südeuropa liegen. Auch das Wachstum in China schwächt sich ein wenig ab, so dass in den letzten Wochen fast alle Rohstoffpreise deutlich nachgaben. Der Euro fiel am Freitag erst auf das neue Tief von 1,23 EUR/USD um sich dann wieder intraday auf 1,24 EUR/USD zu erholen.

Alle flüchteten wieder einmal in Bundesanleihen, so dass der Bund-Future auf ein neues Allzeit-Hoch von 146,6 stieg. Hier deutet sich ein Bubble an, der sich aber erst in der zweiten Jahreshälfte auflösen wird. Die CDS-Prämien für Bundesanleihen stiegen schon seit April um 50% von 70 auf 102 Basispunkte. In Spanien stiegen die CDS von 300 auf 600 Punkte, womit US-Hedgefondsmanager Paulson im Moment ein Vermögen macht. Eine Pleitegefahr gibt es auch in Argentinien, mit dem Spanien eng verbunden ist. Ein Stand von 600 signalisiert schon Pleitegefahr. Auch die CDS der Banken Unicredit und Banco Popular sind enorm gestiegen und deuten auf Pleitegefahr hin. Die CDS-Prämie der Commerzbank stieg auch um 50% auf 300, was schon bedenklich ist. Dagegen steht die Deutsche Bank AG noch ganz gut da. In den USA hat Morgan Stanley mit 434 Punkten den schwächsten Stand, während JP Morgan mit 154 Punkten trotz des letzten 2 Mrd. USD-Lochs durch eine Fehlspekulation im Hedging-Bereich sehr gut dasteht. Ich rate Ihnen, immer wieder einen Blick auf die CDS-Prämien zu werfen, denn sie zeigen, wie der Markt das Risiko einer Pleite real einschätzt. Die CDS-Prämien sind ein besserer „Krisen-Indikator“ als die die Ratings der Rating-Agenturen, denn sie sind marktgerecht und nicht politisch manipuliert.

Auch Gold und Silber waren nach den schwachen US-Arbeitsmarktdaten um 14.00 Uhr MEZ sprunghaft angestiegen, weil jetzt doch viele mit einem QE3 der FED im Sommer rechnen. Gold stieg um 3,85% auf 1622 USD/Unze und Silber um 2,73% auf 28,56 USD/Unze. Alle Metalle waren aber schwach.

Der russische Aktienmarkt war wieder einmal besonders volatil und fiel um 4%. Auslöser ist hier der fallende Ölpreis, wobei der Brentölpreis erstmals seit langer Zeit wieder unter die 100 USD/Barrel-Marke fiel. Auch der CRB-Index gab kräftig um 1,71% auf das neue Jahrestief von 268 Indexpunkten nach. dies signalisiert, dass die meisten Rohstoffpreise in den letzten Monaten kräftig gefallen waren. Auch dies deutet mehr auf eine globale Konjunkturabschwächung hin. Kupfer, das gern als Frühindikator für die Konjunktur genommen wird, fiel um 2% auf 7.364 USD/Tonne, was nahe dem Jahrestief ist.

Die Gespräche zwischen Merkel und Putin in Berlin waren für die Börse nicht sonderlich relevant, obwohl die Sorgen-Themen Syrien und auch Iran nicht in Vergessenheit geraten sollten. Die Stimmung an der Börse ist eindeutig eingetrübt und von Angst dominiert. Einige sprechen sogar von Panikverkäufen am Freitag.

Dennoch ergeben sich auf diesem niedrigen Niveau wieder günstigen Einstiegskurse. Aufgrund der globalen Unsicherheit sollte der Anleger aber nur mit gestaffelten Abstauberlimits in den Markt gehen und noch Pulver trocken halten. Die Fußball-EM wird demnächst auch den Blick auf Polen und Ukraine werfen, was Anleger auch machen sollten, da sich auch dort neue Chancen ergeben.

Ich sage daher: „Keine Panik vor der Panik!“ Demnächst beginnt die Zeit der „Schnäppchenjäger“, wobei die Euro-Schuldenkrise noch weiter eskalieren könnte, vor allem in Griechenland, Spanien und Italien. In Spanien deutet sich jetzt auch bei einigen Banken ein Bankenrun an. Seit Jahresbeginn wurden bei spanischen Banken schon Gelder im Volumen von 100 Mrd € abgehoben. Alle warten jetzt auf ein Signal, dass gefährdete spanische Banken unter den europäischen Rettungsschirm kommen. Dann würden die Kurse sofort wieder anspringen, ebenso wie bei einem QE3 der FED.

Irland hat übrigens für den Fiskalpakt in einer Volksabstimmung mit einer Mehrheit von 60% gestimmt, aber das konnte die Panikverkäufe am Freitag, die gar keine Panikverkäufe, sondern eine ganz normale Marktreaktion waren, nicht verhindern. Die Anleger sind jedenfalls wieder im Angst- und Krisen-Modus, was für Hartgesottene auch wieder Chancen im Trading-Bereich eröffnet. Der Anleger sollte aber weiter flexibel bleiben.

Sie sollten nach dem steilen Kursanstieg bis Mitte März und der jetzt laufenden Konsolidierung gerade jetzt besonders die Markttechnik beachten, die ich Ihnen recht ausführlich im neuen EAST STOCK TRENDS beschreibe. Achtung: jetzt beginnt die Zeit der „Schnäppchenjäger“! Wie Sie sich jetzt konkret verhalten sollen und auch welche Aktien in Osteuropa aussichtsreich sind, können Sie nachlesen, wenn Sie jetzt ein Probe Abo- des monatlich erscheinenden Börsenbriefes EAST STOCK TRNDS (3 Ausgaben per e-mail für nur 15 €) unter www.eaststock.de bestellen. Die beiden Muster-Depots konnten sich im Wert seit Auflegung vor 3 Jahren trotz aller Krisen verdreifachen.

Da die Märkte sehr volatil sind, sollten Sie im Moment mehr trading-orientiert agieren. Welche Aktien Sie jetzt kaufen oder verkaufen sollten, können Sie der täglich aktualisierten Ostbörsen-Hotline 09001-8614001 (1,86 €/Min) entnehmen. Verpassen Sie jetzt die guten Trading-Chancen nicht!

TV+Radio-Hinweise: Andreas Männicke wurde am 23. Mai 2012 im DAF (www.anleger-fernsehen.de) von Dr. Bernd Jünemann über die Chancen in Osteuropa, insbesondere in Russland, Polen und der Ukraine befragt. Sie können sich die Interviews jetzt unter www.eaststock.de, dort unter der Rubrik „Interviews“ runterladen.

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