Ist der Nikkei-Boom beendet?

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Samstag, 25. Mai 2013 18:31:00

Der Nikkei-Index war bis zum 22. Mai noch der Top-Performer aller Weltbörsen mit einem Plus von über 50% seit Jahresbeginn und über 70% seit dem Chartausbruch nach oben im Dezember nach einer langen Seitwärtsbewegung zuvor. Am 23. Mai brach der Nikkei-Index aber um 7% wegen schwacher Konjunkturdaten aus Asien- der Einkaufsmanager-Index in China fiel auf unter 50 - ein. Auch der DAX verlor am 23. Mai intraday nach dem Kurseinbruch des Nikkei-Index über 3% bzw. über 200 Indexpunkte, erholte sich dann aber wieder. Hinzu kam, dass Ben Bernanke Bemerkungen machte, dass er sich einen frühzeitigen Ausstieg aus dem Anleihenkaufprogramm vorstellen könne, wenn dies die Wirtschaftsdaten in den USA unterstützen, wobei hier insbesondere die Arbeitsmarktdaten eine zentrale Rolle spielen.

Aber wie es so ist mit Statistiken: sie sind oft irreführend. So sinkt in letzter Zeit sehr stak die Partizipationsrate bei den Arbeitslosen in den USA, womit auch künstlich die Arbeitslosenquote sinkt. Immerhin werden jetzt jeden Monat 100.000 bis 200.000 neue Arbeitsstellen in den USA geschaffen. Auch beim BSP-Wachstum sollte man genau hinterfragen, welche Branchen mit welchem Gewicht wachsen und welche nicht. Es gibt vielen Bereiche in den USA, die eher stagnieren oder sogar rückläufig sind. Bei der Inflationsrate wird in den USA immer wieder getrickst. Hier gibt es sehr unterschiedliche Warenkörbe auf der Welt. Bei Umstellung der Warenkörbe gibt es andere Inflationsraten. Die reine Lebensmittelpreis-Inflation ist in der Regel wesentlich höher als die durchschnittliche Inflationsrate.

Ich rege an, dass die verantwortlichen Politiker, aber auch Analysten von Großbanken sowie Notenbank-Bürokraten auf Tücken und Gefahren von „falschen“ oder falsch interpretierten Statistiken hinweisen und diese auch transparent machen, da sie die Märkte sonst auch in die Irre führen und es zu falschen Anlageentscheidungen kommt. So ist es falsch zu behaupten, der deutschen Aktienmarkt hätte ebenso wie der Dow Jones oder S&P-Index ein neues Allzeit-Hoch erreicht, da der DAX ein Performance-Index inklusive von Dividenden ist während der Dow Jones und S&P-Index ein reiner Kursindex ist. Wenn man den DAX als Kursindex darstellen würde, wäre er noch lange nicht auf Allzeit-Hoch. Es gibt viele weitere Beispiele von nicht genau durchdachten Schlüssen aus reinen Statistikzahlen, wo ich immer anrate, genau hinzuschauen, was eine Durchschnittszahl oder eine Statistik im Vergleich zu einer anderen bedeuten oder ob man Äpfel mit Birnen vergleicht. Am 23. Mai war nun der Einkaufsmanager-Index in China einer der angeblich so bedeutsamen Zahlen, die zur Folge hatte, dass der Nikkei-Index gleich am 7%, intraday zwischenzeitlich bis zum Tief sogar um 9%, von 15.700 auf 14.500 Indexpunkte im Tief einbrach, um sich dann wieder am Freitag auf 14.612 Indexpunkte leicht zu erholen. Seit Jahresbeginn stieg der Nikkei-Index schon um über 50% und seit dem Chartausbruch im Dezember 2012 nach der langen Seitwärtsbewegung in der Trading-Range 8500 bis 9200 Indexpunkte sogar um über 70% von 9000 auf über 15.000 Indexpunkte. Das Kaufsignal beim Nikkei-Index wurde Ihnen schon im EAST STOCK TRENDS Ende letzten Jahres rechtzeitig mitgeteilt. Damit ist der Nikkei-Index freilich noch weit von dem Allzeit-Hoch von über 40.000 Indexpunkten entfernet.

Auch der neue ESI-Seminar-Indikator war am 23. Mai short, denn immer dann, wenn ich mein Ostbörsen-Seminar „Go East! in Frankfurt/m veranstalte fallen die Aktienkurse. Auch der DAX und der Dow Jones neigten letzten Wochen seit langen einmal wieder zur Schwäche, was ich aber noch als ganz normale Korrektur durch Gewinnmitnahmen und nicht als Trendwende einstufe. Ich rechne in Zukunft mehr mit volatilen Seitwärtsbewegungen.

Mehr Kopfschmerzen bereitet schon die Art und Weise, wie die neuen Höchstkurse an der Wall Street und auch in Tokio erreicht wurden, nämlich in erster Linie durch die „Drogenpolitik“ der Notenbanken. Die Kurssteigerungen kamen also nicht durch bessere wirtschaftliche Aussichten zustande, sondern nur weil die Notenbanken auf das Gaspedal für Anleihenkäufe Geld druckten. Dabei weiten sich die Bilanzsummen der Notenbanken immer weiter aus. Bei der FED stieg die Bilanzsumme auf über 3,5 Billionen USD und bei der EZB auf über 3 Billionen €. Den größten Anstieg vollzog aber in diesem Jahr die japanische Notenbank, denn die Bilanzsumme der japanischen Notenbank stieg in diesem Jahr durch gewaltige Anleihenkäufe schon um 28%, während sich die Bilanzsumme der FED „nur“ um 15% erhöhte und die der EZB sich sogar um 5% verminderte. Dabei ist aber auch der Zinssatz der Notenbank in Japan mit 0,1% der niedrigste, denn der Zinssatz der FED liegt bei 0,25% und der der EZB jetzt bei 0,5%, was aber auch jeweils ein hysterisches Tief bedeutet. Auch dies ist ein Zeichen des jetzt schon fast chronischen Ausnahmezustandes.

Die japanische Notenbank druckt jetzt mit 75 Mrd. USD monatlich dreimal so viel Geld wie die FED. Dabei will der Primier Abe aber auch die Staatsausgaben erhöhen und die Unternehmenssteuern senken, um das Wachstum zu beschleunigen. Dies gelang ihm auch schon zum Teil, denn das BSP stieg im 1. Quartal schon um 0,9%, so dass hochgerechnet in diesem Jahr mit einem Wachstum von 3% zu rechnen ist. Im letzten Jahr befand sich Japan zum Teil noch in der Rezession. und es gab eine Deflation. In diesem Jahr wurde das Inflationsziel von 2% ausgerufen. Damit nimmt man steigende Zinsen billigend in Kauf. Die 10-jährigen japanischen Staatsanleihen stiegen schon von 0,6 auf 0,9%, aber auch die kurzfristigen japanischen Anleihenrenditen erhöhten sich erheblich. Diese Kombination von Gelddrucken, und Konjunkturprogrammen, die man aufgrund des neuen Primiers „Abenomics“ nennt, ist eine gefährliche Gradwanderung, denn die Staatsverschuldung Japans beträgt schon 238% des BSP mit steigender Tendenz. Die Zinsen dürfen also nicht zu stark steigen, denn sonst gibt es wieder Haushaltsprobleme wegen der gestiegenen Zinslast Immerhin stiegen aber auch die Unternehmensgewinne an, so dass auch die Steuereinnahmen höher werden. Toyota konnte den Gewinn in 2012 sogar verdreifachen und sogar Sony schaffte den Turn around und schriebt wieder schwarze Zahlen..

Es handelt sich aber um das größte Experiment der japanischen Regierung in der Nachkriegszeit. Einige Experten befürchten nur einen kurzfristigen Hype, dem wieder ein Einbruch folgen wird, sobald die „Drogenpolitik“ der Notenbank aufhört. Abe genießt aber in Vertrauen in Japan und er hat sehr hohe Zustimmungswerte bei der Bevölkerung. Zu beachten ist in Japan aber auch das demografische Problem der alternden Bevölkerung und fehlenden Fachkräfte in der Zukunft, das sicherlich nicht durch die Drogenpolitik der Notenbank vernünftig gelöst werden kann. Es bedarf also weiterer Strukturreformen in Japan, die auch schmerzlich sein werden.

Mit einem KGV von 20 ist der japanische Aktienmarkt zwar nicht mehr so preiswert, aber auch nicht so teuer wie in den 80-Jahren mit einem KGV von 40-60. Der starke Kursanstieg wurde auch herbeigeführt durch die künstliche Schwächung des Yen durch Anleihenkäufe. Der Yen brach in den letzten Monaten gegenüber den Euro daraufhin um über 30% ein, was einige schon einen „Währungskrieg“ befürchten ließen. Der Yen gab aber am 23. Mai von 133 auf 130 EUR/YPF nach, was auch den Kurseinbruch am Nikkei-Index unterstützte. Ein Crash ist zwar nicht kurzfristig zu erwarten, aber doch mehr Nervosität und Volatilität am Markt. Die wichtigen Chartmarken, die Sie jetzt unbedingt beim Nikkei-Index, dem Yen, aber auch den anderen Weltbörsen beachten müssen, wird Ihnen im EAST STOCK TREND (www.eaststock.de) mitgeteilt. Der russische RTS-Index brach auch infolge des Nikkei-Index am 23. und 24. Mai von 1460 auf 1392 Indexpunkte ein. Dennoch ergeben sich auch hier jetzt Erholungschancen, sobald sich auch die Weltbörsen wieder stabilisieren. In meinem neuen Interview im DAF vom 24. Mai werden einige aussichtsreiche Aktien aus dem russischen Konsum-, Gold- und Stahlsektor besprochen.

Die billigsten Aktienmärkte der Welt kommen aus Osteuropa. Welche enormen Erholungschancen die osteuropäischen Aktien jetzt haben, können Sie nachlesen, wenn Sie jetzt ein Probe-Abo des monatlich erscheinenden Börsenbriefes EAST STOCK TRENDS (3 Ausgaben per e-mail für nur 15 €) unter www.eaststock.de bestellen. Die beiden Muster-Depots konnten sich im Wert seit Auflegung vor 3 Jahren trotz aller Krisen verdreifachen. Aktien wie Magnit konnten sich im letzten Jahr fast verdoppeln und der Kurs der Bank of Georgia seit Anfang 2009 sogar mehr als verzehnfachen! In der aktuellen Ausgabe wird auch ein sehr interessanter Goldwert vorgestellt.

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TV-Hinweis: Andreas Männicke wurde am 24. Mai 2013 von Andreas Scholz im DAF über die Chancen in Osteuropa befragt. Es wurden dort vor allen die Chancen in Südosteuropa, dem Baltikum und Russland besprochen und aussichtsreiche Aktien vorgestellt. Sie können sich das Interview jetzt unter www.eaststock.de, dort unter der Rubrik Interviews runterladen.

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