Hipp hipp hurra, Russland ist wieder da!

Drucken Speichern

Samstag, 04. Dezember 2010 22:02:00

Russland ist im Sportfieber: Erst bekam Putin die olympischen Spiele in Sotchi in 2014 und jetzt auch die Fußballweltmeisterschaft in 2018 zugesprochen. Damit steht das Land gleich zweimal hintereinander im Rampenlicht der Weltöffentlichkeit. Putin schien wohl selbst überrascht von der positiven FIFA-Entscheidung in Zürich, da er erst nach Bekanntgabe der FIFA-Entscheidung nach Zürich flog und dann in Zürich eine Pressekonferenz veranstaltete. Die FIFA wurde immer wieder in den letzten Monaten der Korruption bezichtigt. Die FIFA-Entscheidung wird das Land maßgeblich in der Entwicklung positiv beeinflussen. Russland ist ohnehin ein sehr gastfreundliches Land und wird alles dafür tun, dass die WM im eigenen Land ein großer Erfolg wird.

Dazu passt es, dass Russland im nächsten Jahr die zweite große Privatisierungswelle plant. Man darf gespannt sein, wie viele Flughäfen, Bahn- und Baugesellschaften an die Börse kommen, denn der Transportsektor dürfte langfristig besonders von den sportlichen Höhepunkten profitieren. Allerdings müssen 13 Fußballstadien neu gebaut werden. Ob Putin mit den zunächst veranschlagten 10 Mrd. USD auskommt, bleibt abzuwarten. Analysten gehen eher von 50 Mrd. USD aus, was dann schon fast sowas wie ein Konjunkturprogramm wäre.

Die russischen Oligarchen werden wohl mithelfen (müssen), dass die WM ein Erfolg wird. Roman Abromovich hat in Chelsea London und Spartak Moskau schon viel investiert und wird wohl nun auch dafür sorgen, dass sein Heimatland die WM finanzieren kann. LUKoil will für 290 Mio. USD das Fußballstadion von Spartak Moskau und die VTB Bank 280 Mio. USD für den Neubau des Dynamo-Stadion aufbringen. Nur darf zwischenzeitlich nicht wieder so eine Finanzkrise wie 2008 vorkommen, da dann auch die reichen Oligarchen an den Rand des Ruins kommen.

Der Oligarch Oleg Deripaska hat sich – als ob er es auch vorher gewusst hätte - klugerweise zuvor mit 25% beim Baukonzern Strabag SE eingekauft. Der Kurs von Strabag sprang schon vor der FIFA-Entscheidung in die Höhe. Am Freitag stieg der Kurs nochmals um 3% auf 20 €. Deripaska musste diesen Anteil durch die Schieflagen während der Finanzkrise im Jahr 2008 verkaufen. Laut FIFA-Bericht müssen bis 2018 7017 km an Straßen und 2042 km an Eisenbahnschienen und mindestens 10 Flugterminals neu gebaut werden. Die Verkehrsinfrastruktur war bisher das Sorgenkind Russlands. Der Straßenbau in Russland ist mit der teuerste der Welt: während in China eine vierspurige Autobahn 2,9 Mio. USD kostet, muss man in Russland dafür 13 Mio. USD veranschlagen.

Vielleicht werden jetzt endlich auch 2 bis 3 Sterne Hotels in Moskau gebaut, denn daran mangelt es immer noch. Moskau zählt – nicht nur – von den Hotelpreisen her zu den teuersten Städten der Welt. Vielleicht wird bis 2018 auch die Visafreiheit für Europäer eingeführt und vielleicht ist bis dahin auch die von Putin vorgeschlagene EU/Russland-Freihandelszone „von Lissabon bis Wladiwostok“ verwirklicht. Russland will im nächsten Jahr der WTO beitreten. Und vielleicht wird bis dahin auch Russland in die NATO und EWU aufgenommen, wobei letzteres schon Josef Ackermann ernsthaft vorschlug.

Zusätzlich plant Präsident Medwedew – als ob es vorher gewusst hätte - ganz unabhängig von der Fußball-WM die Modernisierung der Wirtschaft, was auch dringend notwendig ist, da die Infrastruktur überwiegend veraltet oder gar nicht vorhanden ist. Dies ist auch eine große Chance für die deutsche Wirtschaft, denn deutsches Know How ist in Russland sehr gefragt. Siemens macht bereits Mrd-Geschäfte mit Russland. Es ist zwar schwer zu ermitteln wann der neue Auftragsschub für einzelne Bereiche ergebnisrelevant wird. Aber man hat schon bei der WM in Südafrika gemerkt, dass zumindest unmittelbar 1 Jahr vor der WM ein Land auch als neue Investmentregion entdeckt und „vermarktet“ wird, China verzeichnete ähnliche positive Effekte ein Jahr vor den olympischen Spielen in 2008.

Nach der FIFA-Entscheidung stieg der RTS am Freitag um 1,3% auf das neue Jahres-Hoch von 1687 Indexpunkten. Auch der Gasgigant Gazprom konnte sich von der langen Seitwärtsbewegung befreien und stieg auf 18,4 €. Pepsi Cola will für 3,4 Mrd. USD den Molkerei-Produktehersteller Wimm Bill Dann übernehmen, was die größte Auslandsinvestition ist. Der Kurs von Wimm Bill Dann explodierte daraufhin um 30% von 18 auf 23,4 €. Das IPO der russischen Google Mail.ru war auch ein voller Erfolg, denn das IPO war zwanzigfach überzeichnet. Der Kurs zog auch nach dem Börsengang um über 10% an. Auch dies zeigt, dass Russland weit mehr zu bieten hat also nur Öl&Gas. Die Moskauer Börse war im letzten und auch in diesem Jahr der Outperformer unter den „BRIC-Börsen. Die Moskauer Börse könnte auch im nächsten Jahr einer der Outperformer der Weltbörsen werden, zumal die Bewertungen vor allem im Energiesektor sehr niedrig sind. Vor dem Investieren sollten Sie aber eingehend informieren!

Bestellen Sie daher jetzt ein Probe-Abo für den monatlich erscheinenden Ostbörsenbrief EAST STOCK TRENDS (EST, siehe www.eaststock.de). Im EST als wird auch immer auf das „big picture“ eingegangen, also auf die Hintergründe der gegenwärtigen Gold/Silberhausse und das Pro und Contra an den Weltbörsen, was immer auch Rückwirkungen auf die aufstrebenden Ostbörsen hat.

Die beiden Osteuropa-Muster-Baskets des EST konnten seit März 2009 in einem Jahr im konservativen Red-Chip-Portfolio eine Performance von 190% und im spekulativen Muster-Basket sogar von 290% erzielen. Aktien wie die Holding AFK Sistema konnten sogar um über 600% und das Softwareunternehmen IBS Group um über 1000% zulegen und haben noch Potential. Ausgehend von den Tiefstkursen bestehen realistische 1000%-Chancen. Es gibt eine ganze Reihe von Werten in Russland mit neuen historischen Höchstkursen wie zum Bespiel die Konsumaktien X 5 Retail Group und Magnit. Auch russische Gold/Silberaktien wie Polimetall haben noch Potential.

Welche Aktien aus Osteuropa jetzt im Trading-Bereich ge- oder verkauft werden sollten, können Sie auf der täglich aktualisierten Ostbörsen-Hotline 09001-8614001 (1,86 €/Min) entnehmen. Wenn Sie Interesse an Ostbörsen- oder Emerging Market-Seminaren haben, dann melden Sie sich bitte bei der ESI GmbH (info@eaststock.de; Tel: 040/6570883).

Interview-Hinweise: Am 25. November 2010 wurde Andreas Männicke von Dr. Bernd Jünemann im Deutschen Anleger-Fernsehen (DAF, www.anleger-fernsehen.de) über die Chancen in Osteuropa befragt. Sie können sich das Interview jetzt unter www.eaststock.de runterladen ebenso wie die letzten Interviews von Andreas Männicke in NTV7Telebörse und in der FAZ vom 26. August 2010 über Osteuropa.

Anzeige
 

Newsletter

Newsletter

Jetzt kostenlos anmelden und von Andreas' Männicke Wissen profitieren! weiter

Termine

15.01.2018
Männicke im Intreview in Börsen Radio Networks

Archiv

05.11.17 Alles auf Allzeit-Hoch - und nun?
01.10.17 Wall Street auf neuem Allzeit-Hoch, aber bekommen wir im Oktober einen Crash?
27.09.17 Jetzt wird es immer bunter
10.08.17 Trump gegen Kim – gibt es nun einen (Atom-)Krieg?
31.07.17 Automobilbranche in der Vertrauenskrise – wo bleibt die Moral der Manager?

Weitere Artikel im Archiv

Hotline

Tel.: 0900 - 1-86 14 001
(€1,86/Min aus dem Netz der DT AG, Anrufe aus dem Mobilfunknetz können abweichen)