Herrscht bei Ihnen auch Anlagenotstand oder sogar die Krise (in der Kasse)?

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Donnerstag, 22. Dezember 2011 15:18:00

Ich gehe davon aus, dass auch die nächsten beiden Jahren sehr turbulent und volatil bleiben werden. Es wird immer weniger „sichere Häfen“ geben. Auch Gold/Silber und Bundesanleihen sowie US-Anleihen stehen in den nächsten beiden Jahren auf dem Prüfstand und auch hier kann es zu hohen Verlusten kommen. Beim Silberpreis kam es in diesem Jahr in zwei Schüben schon zu erheblichen Korrekturen, wo so mancher Privatanleger, der erst dieses Jahr diesen angeblichen „sicheren Hafen“ entdeckt hatte, auf dem falschen Fuß erwischt wurde.

Fast alle Aktienmärkte mit Ausnahme der Wall Street liegen in diesem Jahr tief im Minus und wahrscheinlich auch Ihr Aktien-Depot. Auch die sonst fast obligatorischen Jahresend- und /oder Jahresanfangsrallye ist keinesfalls sicher. Ich befürchte sogar eher weiter fallende Kurse bis Februar nächsten Jahres ähnlich wie in 2009. Zunächst werden die Aktienmärkte allerdings volatil seitwärts tendieren. Die wichtigen Chartmarken, die Sie jetzt beachten müssen, werden Ihnen regelmäßig im monatlich erscheinenden Börsenbrief EAST STOCK TRENDS (bestellbar unter www.eastsstock.de) mitgeteilt, was für Sie auch von Bedeutung ist, wenn Sie nicht in Osteuropa investieren wollen. Es ist für Sie wichtig, dass Sie diese Trends rechtzeitig erkennen.

Sie sollten in Zukunft nicht nur passiv meine Kolumnen (kostenlos) lesen, sondern aktiv handeln und interaktiv (auch mit mir und meinem Team) kommunizieren, um nicht den Überblick zu verlieren. Sie brauchen nicht wie der Bundespräsident als höchste moralische Instanz in diesem Lande (??) päpstlicher zu sein als der Papst, aber ein Blick in den eigenen Spiegel ist manchmal sinnvoller und auch für Sie förderlicher als in Stammtischgesprächen als Ablenkungsmanöver immer auf die Fehler anderer aufmerksam zu machen.

Die Lage ist nach wie vor sehr ernst. Möglicherweise stehen wir sogar vor einem Paradigmawechsel in der Finanzwelt, was ich sogar begrüßen würde. Das Finanzkapital hat sich eindeutig vom Realkapital abgekoppelt und spielt eigene „Spiele“, wo es nur wenige Gewinner und viele Verlierer geben wird. Die 500 Mrd. Liquiditätsspritze der EZB zeigt nur, wie brisant die Situation ist. Achtung: das System kann sehr schnell kippen, wenn systemische Banken real in Not geraten.

Bei einem Bankenrun helfen alle Stresstests nichts und dann haben wir auch schnell Massenarbeitslosigkeit. Das wollen die Politiker jetzt mit allen Mitteln vermeiden. Dabei haben sie zum großen Teil selber mit schuld, dass es so weit gekommen ist, denn die Banken sollen schließlich die maroden Staatsanleihen aufkaufen, auch wenn sie es nicht wollen. Die jetzt eingebauten Schuldenbremsen kommen zu spät und auch die Einsicht, dass so etwas in der Verfassung notwendig ist, denn der Schlendrian der Politiker ist zu groß und wir Bürger dulden das auch noch über Jahrzehnte hinweg. Ich habe das schon lange gefordert, was jetzt allmählich bei Banken und Staatsfinanzen umgesetzt werden soll, aber auf mich hört ja keiner. Das schlimme ist, das der längst notwendige Sparkurs in rezessiven Phasen kontraproduktiv ist und zum Systemschock führen kann. Es gibt keinen Königsweg und kein Patenrezept, es gibt nur das Prinzip Hoffnung und damit das Spiel mit der Zeit.

In Lettland reichte jüngst ein Twittergerücht aus, dass die Swedbank kurz vor der Pleite stünde, um einen Bankenrun auszulösen. Zuvor ging in der Tat die drittgrößte Bank in Litauen Pleite. Lesen Sie die Hintergründe jetzt im neuen EAST STOCK TRENDS, Probe-Abo für 3 Ausgaben nur für 15 € unter www.eaststock.de. Ein Bankenrund ist ein Ansturm auf die Banken, wenn die Kunden alle Gelder abheben wollen und der Geldautomat aber kein Geld mehr raus gibt. Ein Bankenrun über einen längeren Zeitraum ist das schlimmste, was man sich in einer kapitalistischen Welt vorstellen kann, denn dann ist das Vertrauen vollends verloren und es kann reihenweise zu Bankenpleiten kommen, auch wenn das Eigenkapital der Großbanken dann 9% betragen würde.

Im nächsten Jahr wird eines der gewichtigen Themen die Refinanzierung von Staats- und Bankenanleihen werden, wobei noch fraglich ist, bei wem dies ohne Staatshilfe geschehen kann und beim wem nicht. Die Commerzbank kämpft um Glaubwürdigkeit und Vertrauen, dass sie auch ohne Staatshilfe schaffen kann. Warten wir es ab. Mit Staatshilfe bei den fehlenden 5 Mrd € wird die Commerzbank schnell zum Pennystock. Aber auch einige Versicherungen werden es in den nächsten beiden Jahren schwer haben, zu überleben. Noch schwer wird es werden, den Garantiezins von dann 1,75% zu erwirtschaften. Auch werden diverse Krankenkassen Pleite gehen.

Um einen Bankenrun zu vermeiden, also um die Spareinlagen im Milliardenvolumen zu schützen, werden jetzt immer größer werdende Rettungsschirme von der EU gespannt. Ich bezweifele aber, dass die Banken im nächsten Jahr im erforderlichen Umfang Staatsanleihen von südeuropäischen Ländern kaufen werden. Auch deutsche Anleihen werden bei einen Coupon von 2% und einer Inflationsrate von über 2,5% nur schwer platzierbar sein, zumal immer noch das Damoklesschwert des Downgrades der Rating-Agenturen droht, so auch Frankreich als Kernländer Europas. „Merkozy“ kann vorübergehend zu Entspannung sorgen, später zählen aber nur die harten Fakten wie reale Steuereinnahmen. Zudem kann es wegen der erhöhten Eigenkapitalerfordernisse zu einer Kreditklemme kommen.

Ohne Kredite wird aber auch nicht hinreichend investiert und dann erhöht sich die Gefahr einer Rezession. Ich befürchte eine Rezession in Großbritannien, die ohnehin eigene Finanz-Spiele spielen und dies auch noch schützen lassen wollen, und in Italien, in Griechenland, Spanien und Portugal ohnehin. Diese Länder werden neben der USA im nächsten Jahr auf der Watchlist nicht nur der Rating-Agenturen stehen, wobei Griechenland schon faktisch pleite ist. Aber diese Pleite muss im nächsten Jahr irgendwie möglichst marktschonend „abgewickelt“ werden ohne dass griechischen und französische Banken Pleite gehen, nur wie? Die EZB wird weiter mit Liquidität stand by sein, was eine Systemschock und akuten Herzinfarkt, der sonst droht, zunächst verhindert. Der IWF wird auch immer mehr aushelfen müssen, weil der EFSF nicht funktionieren wird bzw. nicht groß genug ist. Der IWF hat aber auch nicht genug Geld, um überall die Feuerwehr spielen zu können, denn es gibt jetzt zu viele Brände.

Großbritannien will auch hier ein merkwürdige Sonderrolle spielen und dem IWF nicht mehr Gelder zur Verfügung stellen. Großbritannien will seinen Finanzplatz London sichern, da daran viele Arbeitsplätze hängen. Dies ist aber genauso richtig und unrichtig wie unrentable Bergwerke notdürftig über Subventionen zu erhalten. Man sieht es einmal wieder deutlich: In einer Krise ist sich jeder selbst der nächste, obwohl wir gerade jetzt eine solidarische Marktwirtschaft brauchen, sonst zerbricht sie.

Die Technokraten in Italien und in Griechenland geloben Besserung, aber haben sie auch die Mittel dazu, wenn die Wirtschaft in eine Rezession gleitet? Jeder Sparkurs kann auch ein Sargnagel bedeuten wenn es zu tatsächlich zu einer Rezession kommen sollte, denn dann fehlen wieder die eingeplanten Steuereinnahmen und das Defizit wird größer als geplant – wie jetzt in Griechenland. Ein Teufelskreis. Zudem kann es zu Massenprotesten auf der Straße und zu Streiks auf der Schiene und im Luftraum kommen wie jetzt in Belgien. Jeder Sparkurs wird zu Demonstrationen führen, denn wo gespart wird, wird dagegen demonstriert. Das nächste Jahr wird heikel werden und „Occupy Wall Street“ wird zum globalen Symbol der 99% „wir sind das Volk oder wir sind die Piraten-Partei“

Im nächsten Jahr müssen in Italien 275 Mrd. € und in Portugal 40 Mrd € refinanziert werden. Jede Anleihen-Auktion wird zur Zitterpartie auch für Aktienanleger, denn wenn die Anleihen nicht von Banken hinreichend gekauft werden und dann noch die Rating-Agenturen - zu Recht – mit Herabstufungen „draufhauen“, schnellen die Zinsen in die Höhe. Zu beklagen wird dann ein zunehmender Vertrauensverlust in die Solidität ins Banken- und Finanzsystem, was eine Teufelsspirale werden kann. Ich mache immer wieder darauf aufmerksam, wie ernst die Lage ist, aber einige kapieren das nicht oder wollen das nicht kapieren.

Der Bankenrun im baltischen Raum konnte zwar jetzt gestoppt werden, aber in unserer global vernetzten Welt kann es in der Tat auch oder gerade wegen des Internets schnell fast über Nacht zu einem Systemschock in der Finanzwelt kommen. Das wissen der IWF und die EZB auch, die unablässig vor ein Rezession oder sogar Depression warnen. Diese Warnungen sollte man ernst nehmen. Die über 500 Mrd. € als Liquiditätsspritze der EZB ist ein weiterer Beleg, dass wir uns im Ausnahmezustand befinden ohne das bisher so richtig zu merken. Auch die über 200 Mrd € an (Südeuropa-Schrott-) Anleihenkäufe der EZB von sind ein weiterer Beleg. Der Ruf nach einem „QE“ à la FED, also pures Gelddrucken, der EZB als letzter Rettungsanker wird immer größer, auch wohlmöglich im nächsten Jahr ohne die Risiken und Nebenwirkungen wie eine spätere Inflation einschätzen zu können. Im nächsten Jahr wird aber eher Deflation als Inflation ein Hauptthema der Industrieländer werden und da sind Notenbanken fast machtlos.

Wir können also nicht so einfach zur Tagesordnung übergehen, auch wenn Aktien jetzt sehr billig und unterbewertet erscheinen. Der russische Aktienmarkt ist mit einem KGV von 5-6 fundamental total unterbewertet und überkauft, dennoch kann es auch dort wegen der überlagernden Systemkrisen und Systemkritiken - auch dort werden die Wutbürger allmählich zu Mutbürger ! - zu Kapitalabflüssen und damit Kursverlusten kommen.

Viele Anleger kommen mit der gegenwärtigen unklaren Börsensituation (black box) nicht mehr klar und werfen auch wegen der hohen Volatilität das Handtuch. Es gibt aber auch in der Krise Anlagechancen und Anlagealternativen. Eine „long only-„ oder „buy and hold“-Strategie ist in solche volatilen Märkten sehr gefährlich und nicht unbedingt ertragreich. Qualitäts- Aktien gehören weiter zumindest temporär ins Depot, aber der Anleger sollte auch andere Anlagealternativen beachten, die auch bei fallenden Aktienkursen ansehnliche Renditen abwerfen. . Dieses Jahr war schon ein typischer Trading-Markt mit starken und sehr abrupten Kurschwanken nach unten und oben. Nächstes Jahr kann auch so ein „Trading-Jahr“ wegen möglicher black swans (Irankrieg, Nordkoreakonflikt, Russlandkonflikt?) und der black box Verschuldungskrise werden.

Neben den schon erwähnten NPL- und Private Equity Fonds (Indien/China) mit Renditen im zweistelligen Prozentbereich (für Langfristanleger) sollten Sie leistungsstarke, flexible Handelssysteme in die engere Wahl nehmen, die auch bei fallenden Kursen ansehnliche Renditen erwirtschaften. Wir haben ein neues Handelssystem selbst mit polnischen Wissenschaftlern entwickelt. Durch ein Filtersystem werden dabei nur relativ sichere Signale mit relativ hoher Trefferwahrscheinlichkeit zur Ausführung gebracht. Daher wird hier auch relativ wenig im Jahr gehandelt. Dafür stehen aber über 40 Märkte auf der Watch-List, darunter sogar „Exotenbörsen“ aus Emerging Markets (long/short).

Ein weiteres Handelssystem beruht auf neuronalen Netzen. Gehandelt werden dabei Devisen, Rohstoffe (auch Öl/Gold/Silber), Zinsmärkte und Aktienindices, wobei hier sogar eine individuelle Zusammenstellung der Märkte und damit eine individuelle Portfolio-Aufteilung nach Kundenwunsch möglich ist. Bei dem polnischen Handelssystem werden die Positionen längere Zeit gehalten, während bei dem Handelssystem mit neuronalen Netzen die Positionen an jedem Tag geschlossen werden, so dass man nicht von Gaps überrascht werden kann. Wichtig für beide Systeme ist das ausgeklügelte Money– und Risiko-Management.

Hier machen die meisten Privatanleger die größten Fehler, also bei den Stopp-loss-Marken, bei den Positionsgrößen und den Gewinnmitnahmen. Beide Systeme haben ihre Vorteile. Wir empfehlen beide Handelssysteme einmal zu testen, was allerdings erst ab mindestens 100.000 € (besser 250.000 €) und der Eröffnung eines Broker-Kontos (z.B bei Interactive Brokers) als „Managed account“ möglich ist. Sie haben dabei völlige Transparenz und der Handel kann bei Erreichen einer von Ihnen festgelegten Verlustgrenze (wie z.B. 15 oder 20%) jederzeit gestoppt werden. Wichtig für Sie als Anleger ist es, die Verluste zu begrenzen, flexibel zu bleiben und die Anlagen zu diversifizieren. In Vorbereitung ist auch ein Fonds, wo dann auch mit kleineren Beträgen der Einstieg bei den Handelssystemen ab 10.000 € möglich sein wird.

Falls Sie das Finanz-Coaching, die angesprochen Handelssysteme oder der EAST STOCK TRENDS interessieren, melden Sie sich bei der ESI GmbH, Jüthornstr. 88. 22043 Hamburg, Tel: 040-6570883, e-mail: info@eaststock.de.

TV-Hinweis: Andreas Männicke wurde am 21. Dezember 2011 in NTV/Telebörse über die Investmentchancen in Russland im nächsten Jahr befragt. Sie können das Interview jetzt unter www.eaststock.de, dort unter der Rubrik „Interviews“ runterladen

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