Griechenland und Ukraine drohen die Pleite

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Montag, 01. Juni 2015 00:38:00

Waren Sie schon in dem Film „The Forecaster“, der gerade in deutschen Kinos läuft? Angeblich hat der Börsenexperte Martin Armstrong den Code, der genau ermittelt, wann ein Crash kommt. Armstrong saß deswegen mehr oder weniger grundlos mehrere Jahre im US-Gefängnis, weil das FBI und Goldman Sachs unbedingt diesen Code haben wollten. Beschuldigt wurde er, ein Schneeballsystem in Gang gesetzt zu haben. Nach Armstrong, der sich jetzt wieder in Freiheit befindet, wird der nächste Crash am 1. Oktober 2015 erfolgen und es wird zunächst ein Staatsanleihen-Crash werden. Kurz vor der Pleite stehen schon jetzt Griechenland und Ukraine, was ein teures Abenteuer für den IWF und westliche Gläubiger sein wird.

Die Zeit läuft ab für Griechenland

Die Zeit läuft ab für Griechenland. Die Zeit läuft aber auch aber für die Ukraine. Während der Grexit sogar von der IWF-Chefin Lagarde für möglich gehalten wird, wenn der griechische Primier Alexis Tsipras nicht noch doch zu einem vom IWF gewünschten Reformkurs zurückkommt, ist die mögliche Staatspleite der Ukraine noch nicht im Fokus der Anleger. Ein Thema wird uns in den nächsten Monaten sehr stark beschäftigen und zwar „Schuldentilgung durch Gläubigerverzicht“ und zwar nicht nur in Griechenland und der Ukraine, sondern, wenn Martin Armstrong Recht haben sollte, global.

Nach Armstrong betreiben Banken und Staaten ein Schneeballsystem, indem Sie fortwährend Schulden mit neuen Schulden begleichen. Dies kann auf Dauer nicht gut gehen und wird unweigerlich zum Staatsanleihen-Crash führen.

Unbekannte Dominoeffekte

Keiner kennt genau im Vornherein die Ansteckungs- und Dominoeffekte, wenn Griechenland und/oder Ukraine – wohlmöglich beide nacheinander oder gar gleichzeitig- bis September pleitegehen sollten. Ein griechischer Konkurs kostet dem deutschen Staatsbürger 80 Mrd. €. Das wäre für sich betrachtet zu verkraften Der griechische Primier Alexis Tsipras hofft weiterhin auf ein drittes Hilfspaket. EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker hat eindringlich vor dem Ausscheiden Griechenlands aus der europäischen Währungsunion (EWU) gewarnt. EU-Neoliberale und auch der Internationale Währungsfonds (IWF) scheinen aber nun auf Konfrontationskurs zu gehen, auch mit Russland.

Ukraine will Default vermeiden

In der Ukraine will man nach Möglichkeit einen Default der Staatsanleihen vermeiden; man will die Gläubiger – wie schon zuvor einmal in Griechenland – mit ins Boot nehmen. Es wird also wahrscheinlich zu einem teilweisen Schuldenschnitt in der Ukraine kommen. Die Anleihen sollen umstrukturiert werden; das heißt, dass die Laufzeiten verlängert und die Zinsen verringert werden sollen. Dies war aber auch in Griechenland der Fall, hat aber nicht viel genützt. Es wird wahrscheinlich nach Staatspleiten eine Erhöhung der Zins-Spreads der südeuropäischen Anleihen geben.

Who´s next?

Der nächste Pleitekandidat könnte Italien werden. In Italien gibt es schon über 350 Mrd. € notleidende Kredite. Die Zinsen von 10-jährigen italienischen Anleihen rentieren durch die „Drogenpolitik“ der europäischen Notenbank (EZB) mit 1,5 bis 1,8 Prozent sogar unter dem Niveau von amerikanischen Anleihen. Gefährdet sind aber auch weitere südeuropäische Länder wie Portugal, Spanien und Frankreich, die weiterhin viel zu hoch verschuldet sind. Vor allem konnte die strukturelle Jugendarbeitslosigkeit in den südeuropäischen Ländern kaum abgebaut werden. Da Griechenland immer noch stark mit Zypern verbunden ist, wird Zypern im Fall eines Grexits auch nach unten gezogen.

Ukraineanleihen vor der Umstrukturierung

Der Internationale Währungsfonds (IWF) war am 29. Mai in der Ukraine, um einerseits die Reformfortschritte zu beäugen, anderseits aber auch die Umstrukturierung der ukrainischen Anleihen zu besprechen. Die Finanzierungslücke liegt nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) in den Jahren 2015 bis 2018 bei 40 Mrd. US-Dollar, wobei 17,5 Mrd. US-Dollar von dem IWF gedeckt werden und 7,5 Mrd. USD von anderen offiziellen Gläubigeren. 15 Mrd. US Dollar sollen aber durch Anleihenhalter erbracht werden, was nur heißen kann, dass ein Teil-Schuldenschnitt verhandelt werden soll.

Die Ukraine hat mittels von 31 Schulden-Instrumenten ein ausstehendes Volumen von 23 Mrd. US-Dollar, die umstrukturiert werden müssen, davon 16 Eurobonds von den Finanzministerium und der Stadt Kiew und es gibt von Staat garantierte Anleihen im Volumen von 18,6 Mrd US-Dollar, davon auch 3 Mrd. US-Dollar an Russland, die in jedem Fall in diesem Jahr ungekürzt zurückbezahlt werden müssen. Zudem gibt es 6 Eurobonds von Banken und der ukrainischen Eisenbahn im Volumen von 3,2 Mrd. US-Dollar wie von der Oschadbank, Ukreximbank. Im letzten Jahr gingen schon 48 Banken in der Ukraine Pleite, was den Einlagensicherungsfonds der Ukraine überforderte.

Haircut auch in der Ukraine wahrscheinlich

Verhandelt wird jetzt auch mit dem IWF über eine Kombination von Laufzeitverlängerungen, Zinskuponverminderungen und einem teilweisen Schuldenschnitt, neudeutsch Haircut. Im Gespräch ist ein Haircut von 20%. Anleihenhalter werden also wahrscheinlich Geld verlieren. Die Anleihenhalter wollen natürlich möglichst ungeschoren davonkommen. Eine Einigung mit den Anleihenhaltern soll bis September erreicht werden. Wenn es aber zu einem neuen Krieg in der Ost-Ukraine kommen sollte, wird sich die wirtschaftliche Misere der Ukraine beschleunigen und Anleihen noch mehr an Wert verlieren. Der Wert der ukrainischen Währung halbierte sich bereits in einem Jahr.

Poroschenko holt den ehemaligen georgischen Präsidenten Saakaschwili mit ins Boot

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko hat den ehemaligen georgischen Präsidenten Micheil Saakaschwili als neuen Gouverneur von Odessa eingesetzt, obwohl Saakaschwili, den gute Beziehungen zu den USA nachgesagt werden – andere sagen sogar, er sei ein CIA-Agent – in Georgien per Haftbefehl gesucht wird, weil er seine Macht missbraucht haben soll. Auch stehen Gerüchte von Auftragsmorden im Raum. Zudem wird er beschuldigt, den Krieg gegen Russland damals begonnen zu haben. Der ukrainische Präsident Poroschenko stimmt sein Volk schon jetzt immer wieder in Reden auf den „großen Krieg“ gegen Russland ein, wobei er davon überzeugt ist, dass er auch mit der Hilfe der amerikanischen Ausbilder den Krieg gewinnen werde.

Schwarze Liste Russlands sorgt für Gesprächsstoff

Sicherlich wird die Ukraine neben Griechenland auch eines der Themen beim G 7 Gipfel in Elmau (Bayern) sein, das über 130 Mio. € kosten wird, was die Ukraine jetzt gut gebrauchen könnte. Der Bund der Steuerzahler kommt sogar auf einen Betrag von 360 Mio. €, die der G 7-Gipfel kosten wird. 25.000 Polizisten sollen „vor Ort“ für Ordnung und Sicherheit sorgen.

Auch die neuen Spannungen mit Russland wird sicherlich ein Gesprächsthema sein, da Russland eine „schwarze Liste“ von 89 Politikern und Diplomaten hat, die nicht nach Russland einreisen dürfen. So wurde jüngst schon dem CDU-Außenpolitiker Karl-GeorgWellmann die Einreise nach Russland überraschend verweigert, ebenso wie 8 weiteren Politikern aus Deutschland. Hoffentlich reißt aber deswegen der Gesprächsfaden mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin nicht ab, denn jetzt beginnt die wichtigste Zeit in der Ukraine. Die deutsche Wirtschaft vermisst Putin beim G 7 Gipfel und hoffte auf eine neue Entspannungspolitik. Das Gegenteil scheint aber der Fall zu sein. Es herrscht weiter „Kalter Krieg“, heute mehr denn je - trotz Minsk II. Wenn Minsk II kein Erfolg wird, gibt es wieder Krieg, möglichweise dann auch einen „Größen Krieg“, den Petro Poroschenko fast heraufzubeschwören scheint.

Droht ein Cyberkrieg mit Nord-Korea?

Möglicherweise wird dabei auch über die Gefahren eines Cyberkrieg gibt, den Nord-Korea mit dem sogenannten „Büro 121“ nach Angaben eines geflohenen Professors aus Nord-Korea plant, der diese Hacker-Gruppe von 6000 Computerspezialisten aufgebaut hat. Ziel sei es, dass mit einem Computerwurm ganze Städte zerstört werden. Angeblich investiert Nord-Korea neben dem Aufbau einer Atombombe auch 10-20 Prozent des Militäretats in die Finanzierung eine geplanten Cyberkriegs, der aber „versuchsweise“ als „Vorstadium“. schon längst begonnen hat.

Digitalsierung macht verwundbar

Dabei ist Deutschland auf dem Weg der Industrie 4.0, spricht auf dem Weg zur bisher gegenüber den USA vernachlässigten Digitalisierung, was aber auch verwundbarer macht. Neben diesen unerfreulichen Kriegsdrohungen droht auch ein Wirtschaftsabschwung in den USA und in China, was wohl auch für Gesprächsstoff auf dem G 7 Gipfel sorgen wird. Der G7 sollte in jedem Fall auch besprechen, wie es vermieden werden kann, dass aus einen „Kalten Krieg“ irgendwann ein heißer Krieg zwischen der Ukraine und Russland bzw. gar der USA gegen Russland vermieden werden kann. Die gegenseitigen Manöver tragen nicht geradezu zur Entspannung bei. Ganz unabhängig davon warnt der US-Investmentguru George Soros vor einem dritten Weltkrieg USA gegen China/Russland.

FIFA-Debakel macht Russland Sorgen

Russland bangt nun auch um die Austragung der Fußball-WM in Russland, nachdem 7 hochrangige FIFA-Mitglieder aufgrund eines Haftbefehls der USA wegen Korruptionsverdacht festgenommen wurden. Dennoch wurde Sepp Blatter wieder zum Präsidenten der FIFA gewählt, obwohl die UEFA unter Michel Platini für seine Abwahl plädierten. Putin vermutet einen Komplott der USA, um Russland die Fußball-Weltmeisterschaft 2018 in Russland streitig zu machen.

Weltbörsen korrigieren wegen Grexit-Gefahr

Die Weltbörsen reagierten am 30. Mai negativ auf einem möglichen Grexit, die nun sogar die IWF-Chefin Christine Lagarde für möglich hält. Dabei haben die Anleger die fatale Situation in der Ukraine noch gar nicht dem Plan. Es ist aber unausweichlich, das es hier bis September Lösungen geben muss. Wenn dies nicht gelingt, könnte die Kombination von Grexit und Ukraine-Pleite sowie schwachen Wirtschaftsdaten aus den USA und China möglicherweise der Stein des Anstoßes sein, der eine globale Anleihenkrise auslösen kann, die der US-Investmentexperte Martin Armstrong für den 1. Oktober 2015 prognostiziert.

Schwache Moskauer Börse auch wegen dem FIFA-Desaster

Der deutsche Aktien-Index DAX gab am 30. Mai um 2,26 Prozent auf 11.431 Indexpunkten, der Eurostoxx um 2,19 Prozent auf 3570 Indexpunkten und der Dow Jones Industrial Index um 0,64 Prozent auf 18.011 Indexpunkte. Der russische Russian Trading-Index, kurz RTS-Index, fiel um 2,2 Prozent auf 968 Indexpunkte nach, obwohl der Brentölpreis um 4 Prozent auf 65,46 US-Dollar/Barrel anstieg. Die „schwarze Liste“ mit Einreiseverboten trübten aber die Stimmung an der Moskauer Börse ebenso wie die Anklage von hochrangigen FIFA-Mitgliedern, da so die Fußball-WM in Russland bedroht ist. Damit verblieb aber noch ein Plus von 23 Prozent seit Jahresbeginn, es waren aber schon einmal über 35 Prozent. Der Kurs von Gazprom brach sogar um 4 Prozent auf 4,88 € ein. Weitere Korrekturen sind zu erwarten, denn der sehr treffsichere „ESI-Seminar-Indikator“ steht auf „Sell“.

Erst informieren, dann investieren

Auch nach dem starken Kursanstieg bleibt die Moskauer Börse eine attraktive und stark unterbewertete Trading-Börse. Die preiswertesten Aktienmärkte kommen aus Osteuropa. Die Aktienmärkte aus Serbien und Slowenien zählten im letzten Jahr mit einem Plus von jeweils 18 Prozent in 2014 zu den Top-Performern auf der Welt. Nun ist die Börse Budapest (Ungarn) einer der Top-Performer mit einem Plus von über 36 Prozent. Aber auch die baltischen Börsen stiegen schon über 15 Prozent.

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