Gold- und Silberpreis manipuliert?

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Sonntag, 24. November 2013 14:39:00

Während der Dow Jones Industrial Index erstmals die 16.000-er Marke überwand (am Freitag geschlossen bei 16.065, +035%) und auch der DAX sich mit über 9200 Indexpunkten (geschlossen bei 9222 Indexpunkten wie am Vortag) nahe des Allzeit-Hochs von 9250 Indexpunkten stabilisiert, brachen die Kurse bei Gold- und Silber ein. Gold fiel in 1 Monat von 1340 auf 1240 USD/Unze und Silber sogar um 10% von 22 auf unter 20 USD/Unze.

Ich hatte Ihnen im EAST STOCK TRENDS rechtzeitig geraten, bei 1280 USD bei Gold und bei 21,20 USD bei Silber short zu gehen. Es gehen zwar immer wieder Gerüchte um, dass der Gold/Silberpreis von den Amerikanern (sprich: JP Morgan/Goldman Sachs & Co.) absichtlich nach unten manipuliert wird. Es sprechen aber auch andere Gründe für einen fallenden Gold/Silberpreis.

Man mag darüber streiten, ob die Inflationsraten in den USA und auch in Europa richtig gemessen oder auch diese Statistiken manipuliert werden. So beträgt die US-Inflationsarte nach der alten Berechnungsmethode aus dem Jahre 1980 jetzt etwa 10% und nicht 1,1%. In Europa soll die Inflationsrate sogar nur 0,7% betragen. Die gefühlte Inflationsrate liegt aber wohl eher bei 5%, wobei vor allem die Lebensmittelpreise neben Mieten und Gebühren stärker ansteigen. Wenn man aber die offiziell verkündeten Inflationsraten zugrundelegt, hat man in den USA positive Realzinsen bei 10- und 30-jährigen Anleihen. Und dies spricht für fallende Gold- und Silberpreise.

Aber auch die Markttechnik spricht für fallende Gold/Silberpreise. So ist die 200- und 100-Tageslinie weiter fallend. Wichtige Chartpunkte, die nun bei Gold halten müssen, sind zunächst 1240 und dann 1200 USD/Unze. Fällt der Goldpreis darunter, kann es wieder zu einem Sell-off kommen. Insbesondere wenn der Dollar wieder stärker werden sollte, konkret wenn der Euro zum Dollar unter 1,34, erst recht unter 1,32 EUR/USD fällt, werden auch die Gold- und Silberpreise weiter fallen. Umgekehrt besteht bei über 1,36 EUR/USD eine gute Chance, dass sich der Goldpreis wieder von den Tiefstständen erholen wird. Zuletzt notierte der Euro schon bei 1,35 EUR/USD. Mit den fallenden Gold/Silberpersien brachen auch die Kurse von Gold-Silberaktien wieder ein, die sich jetzt auch nahe dem Jahrestiefstkurs befinden. Die Produktionskosten liegen bei vielen Minen schon bei über 1000 USD, so dass die Gewinnmargen für Goldproduzenten immer geringer werden.

Dabei werden die Goldpreise (auch) über den Terminmarkt „gemacht“, was sicherlich aufgrund der relativ engen Märkte auch leicht manipuliert werden kann. In jedem Fall ist der Bärmarkt bei Gold/Silber seit Oktober 2012, also 1 Jahr, voll intakt. Wenn 1240 aber hält, kann es auch kurzfristig wieder zu einer Gegenbewegung Richtung 1300 kommen, womit der 1-jährige Bärmarkt immer noch intakt wäre. Der Kurseinbruch auf 1240 kam für mich nicht überraschend, zumal ich Gold bei 1280 USD/Unze im EAST STOCK TRENDS auch rechtzeitig zum Verkauf gestellt habe. Der Goldpreis gab in diesem Jahr schon über 20% und der Silberpreis sogar über 30% nach. So manche unerschütterliche „Goldfans“ verloren in diesem Jahr viel Geld.

Dies wäre nicht nötig gewesen, wenn sie das Angebot, Gold physisch zu kaufen und dann mit einer Mindestverzinsung von 5,8% nach 13 Monaten zurück zu verkaufen, geprüft und angenommen hätten, was ich Ende letzen Jahres publiziert habe. Wer dies gemacht hätte, hätte jetzt Verluste von fast 30% vermieden und einen respektablen Gewinn von 5,8% gehabt, wohlgemerkt bei physischem Goldbesitz. Wenn Sie dieses Gold-Angebot interessiert, rufen Sie mich bitte an oder meinen Partner Hans-Peter Bandur unter Tel. 0177 482 7112. Sicherlich muss man auch vorsichtig mit solchen Angeboten sein, wie der Fall Infinus aus Dresden zeigte. Der Goldchart zeigt aber deutlich an, dass eine Entwarnung noch nicht gegeben werden kann. Im Gegenteil: bei einem Goldpreis von unter 1200 USD/Unze droht noch einmal ein Goldpreisverfall bis 1000 USD/Unze.

Normalerweise steigt Gold/Silber bei Inflation und fällt bei Deflation. Auch steigt Gold/Silber bei steigenden Zinsen (vor allem bei negativen Realzinsen), fällt aber bei fallenden Zinsen bzw. positiven Realzinsen. Die FED gibt zwar weiter Gas, aber es entsteht trotz der enormen Liquiditätszufuhr (noch) keine überdurchschnittliche Inflation im Produktbereich; aber es entsteht dafür eine Inflation der Vermögenswerte, neudeutsch: Asset-Inflation, was dazu führen wird, dass die Reichen immer reicher und die Armen immer relativ immer ärmer werden. So werden die auf der Forbes 100-Liste stehenden Personen wahrscheinlich dieses Jahr wesentlich Vermögender. Auch die reichen Deutschen werden immer Vermögender und auch die Summe der Vermögen mit 5 Bio. € Geldvermögen bzw. insgesamt 10 Bio. € Vermögen. Und dennoch steigt in Deutschland die Altersarmut; die Schere klafft immer weiter auseinander, was nicht ganz ungefährlich ist.

In der Schweiz soll jetzt ein Volksentscheid über die Begrenzung von Managergehältern entschieden werden. Demnach soll das Spitzengehalt nicht mehr als 12-mal größer sein als bei einem normalen Lohnempfänger. Man darf gespannt sein, ob dieser Volksentscheid durchgeht. Die Schweizer Banken machen jetzt dicht und wollen ihre Depots von deutschen und amerikanischen Steuerbetrügern „bereinigen“, um den „Schwarzen Peter“ loszuwerden. Den Anfang machte die Credit Suisse, die die deutschen Anleger offen dazu auffordert, bis Jahresende reinen Tisch zu machen und eine Selbstanzeige aufzugeben. Es gehen jetzt in der Tat immer mehr Selbstanzeigen bei deutschen Finanzämtern ein, die Überstunden machen müssen. Der Fall Hoeneß mag dies beschleunigt haben. Angeblich werden aber über 200 Mrd. € auf Schweizer Konten von Deutschen geparkt, womit dem Staat jährlich 10 Mrd € an Steuereinnahmen entgehen.

Ich frage mich auch, warum diese nachträgliche „Steuerdisziplin“ nicht auch bei Griechen zu erreichen ist, die auch über 200 Mrd € auf Schweizer Konten parken. Die Troika fuhr unverrichteter Dinge wieder aus Athen fort und will nun nochmals prüfen, ob das Sparprogramm auch eingehalten wird. Die griechische Regierung will „nur“ 800 Mio. €, einsparen, die Troika verlangt aber 1,5 Mrd €. Eine spannende Frage bleibt: Wo werden diese deutschen Gelder aus der Schweiz dann aber hernach hinfließen? In den Rohstoffsektor anscheinend bisher noch nicht.

Die meisten Rohstoffpreise, vor allem die Metall-/Stahl und Kohlepreise, aber eben auch die Gold/Silberpreise, sind in diesem Jahr gefallen und dies sieht mehr nach Deflation als nach Inflation aus. Darunter leiden auch die hoch verschuldeten russischen Stahlbarone, die um einige Mrd. € Vermögenswerte erleichtert wurden, denn die Kurse ihrer Stahlaktien sind dieses Jahr um 70-90% gefallen. So brach der Kurs von Mechel nochmals um 40% ein, nachdem das Gerücht umging, dass Mechel seine 9 Mrd. USD Schulden nicht fristgerecht begleichen könne. Ganz offensichtlich haben einige Oligarchen aus der Lehman-Krise aus dem Jahr 2008 noch nichts hinzugelernt und verschulden sich übermaßen. Diese Aktien sind jetzt also sehr spekulativ.

Im Falle einer Deflation bestehen erhebliche Gefahren für die Realwirtschaft. Insofern ist eine moderate Inflation zur Erhaltung des Systems und zur Vermeidung eines Finanz-Crashs zwingend erforderlich. Das weiß auch de FED. Dennoch denkt die EZB darüber nach, mittelfristig, wenn es sein muss, auch Negativ-Zinsen für Banken einzuführen. Die Banken sollen damit gezwungen werden, das Geld nicht bei null Prozent bei der EZB zu parken, sondern mehr Kredite an die Wirtschaft zu vergeben. Schon jetzt leidet der Sparer unter der Fast-Null-Zinspolitik der EZB. Bausparkassen und Lebensversicherungen, werden in den nächsten Jahren in Bedrängnis kommen.

Druck kam auch auf den Goldpreis, weil Venezuela und Deutschland verlangten, die Goldbestände aus dem Ausland zum Teil zurückzuführen. So will Venezuela 99 Tonnen und Deutschland 365 Tonne Gold zurückführen Auch die Gold-ETF hatten erhebliche Abflüsse zu verzeichnen. Dafür kauft China 100 Tonnen Gold im Monat auf und auch die russische Zentralbank kauft Gold hinzu. Dies dürfte die Abflüsse bei Gold-ETFs in etwa kompensieren. China kauft jetzt schon mehr Gold ein als Indien, wobei das Gold in Indien in der Schmuckindustrielandet, in China aber überwiegend im Safe.

Es gibt Gerüchte, dass China in 2 Jahren 2000 Tonnen Gold erwerben will und dann den Goldstandard beim Renmimbi einführen will. Diese wäre dann ein Affront für den Dollar als Weltreservenwährung. Zudem haben die Notenbanken immer mehr Gold im Besitz, was den Amerikanern ein Dorn im Auge ist. Sie könnten daher ein Interesse an einem fallenden Goldpreis haben, denn so verliert die chinesische Notenbank an Buchwert bei Gold. Russland hat jetzt den ersten Gold-ETF an der Moskauer Börse eingeführt. Das Volumen is dort aber noch relativ gering.

In der nächsten Woche soll bis Mittwoch der Koalitionsvertrag zwischen der CDU, CSU und SPD unterschrieben werden, wobei die großen Finanzthemen noch gar nicht geklärt sind. Die möglichen Kompromisse werden teuer für die Bundesbürger werden und es werden auch einige „faule Kompromisse“ dabei sein. Die Lohnkosten für die Unternehmen werden ansteigen und bei einem flächendeckenden Mindestlohn von 8,5 € kann es zu einem Arbeitsplatzabbau vor allem in Ostdeutschland kommen. Dafür wird aber die Binnennachfrage gestärkt. Ab 2015 sollen keine Schulden mehr gemacht werden. Dass kann man zwar auf dem Papier so erstmal vereinbaren. Ob man sich daran halten kann, hängt dann auch von der wirtschaftlichen Situation ab. In einer Notsituation werden sicherlich auch dann wieder neue Schulden gemacht, wenn man sich jetzt entscheidet, sie nicht machen zu wollen. Ich verstehe auch nicht, warum man nichts schon für 2014 keine Neuschulden schon vereinbart. Die Wunschliste der SPD ist lang und kostet mit der Wunschliste der CDU/CSU ca. 50 Mrd. € mehr. Aus den 50 Mrd. € sollen nun 10 Mrd. € an Mehrkosten gezaubert werden. Dann muss aber noch die Parteibasis der SPD dem Koalitionsvorschlag zustimmen. Bis Dienstag wird wohl bis in den Nacht hinein mit harten Bandagen gekämpft werden, dass keiner sein Gesicht verliert. Falls es aber nicht zu einer Einigung kommen sollte, werden die Börsen sehr negativ reagieren.

Einen kleinen Durchbruch gab es bei den Gesprächen in Genf mit dem Iran, was auch sehr wichtig ist für die Entwicklung der Aktien in 2014. Der Iran wird ein Teil des Atomprogramms einfrieren und dafür werden ein Teil Sanktionen aufgehoben bzw. gelockert. Dafür wird aber in Syrien weiter gemordet, von beiden Seiten, wo auch der Iran auf der Seite Assads kräftig mitmischt. Dies wurde in Genf aber nicht diskutiert. Wichtig ist aber zunächst, dass ein Flächenbrand durch einen militärische Aktion gegen Syrien oder den Iran und damit ein „black swan“ für die Weltbörsen vermieden wurden. Dies ist auch Russland zu verdanken.

Der russische RTS-Index blieb in der vergangen Wochen relativ stabil bei 1434 (Vorwoche 1448) Indexpunkten. Dabei stieg der WTI-Ölpreis leicht auf 95 USD (Vorwoche 94) USd und der Brentölpreis auf 110 USD/Barrel (Vorwoche 108 USD). Russland scheint die Ukraine weiter im Griff zu haben, denn die Ukraine sagte das für den 28./29. November geplante Freihandelsabkommen mit der EU überraschend ab. Auch der Boxweltmeister Klitschko konnte nicht verhindern, dass sich das Parlament mehrheitlich gehen die Auslieferung der Gefangenen Julia Timoschenko nach Deutschland zur Behandlung der Krankheit zustimmte, was aber eine Bedingung war. Damit ist die Annäherung an die EU wieder auf Eis gelegt, was Putin freuen wird.

Nun sollen Dreier-Gespräche zwischen Russland, der Ukraine und Europa stattfinden. Russland will unbedingt, dass sich die Ukraine der eurasischen Zollunion anschließt und machte Druck auf die Ukraine, auch über die Energieschiene. Die Börse Kiew war in diesem Jahr ein deutlicher Underperformer, wobei die Aktien dort jetzt sehr preiswert sind. Der PFTS-Index der Börse Kiew konnte sich in 1 Monat leicht von 300 auf 302 Indexpunkte verbessern, liegt aber noch ganz am Boden und hat daher erhebliches Erholungspotential, wenn sich die Ukraine friedlich mit Europa und Russland (auch ohne Gasstreit) einigen könnte. In Osteuropa gibt es selektiv immer wieder gute Chancen. So stiegen de Mid Caps aus Polen schon über 30% und auch die Aktien an der Börse Sofia.

Einige Aktien im Muster-Depot des EAST STOCK TRENDS wie Magnit (>1200%) und Bank of Georgia (>1500%) konnten sich sogar seit Erstempfehlung in 2009 mehr als verzehnfachen. Aussichtsreich sind jetzt auch russische Stahl- und Goldaktien als Turnaround-Kandidaten, aber nur mit gestaffelten Abstauberlimits aufgrund des noch intakten Bärmarktes.

Welche Erholungschancen Sie in Russland und Osteuropa haben und welche Auswirkungen die temporäre US-Pleite auf die Börsen haben wird, können Sie im monatlich erscheinenden Börsenbrief EAST STOCK TRENDS (Probe-Abo mit 3 Ausgaben für nur 15 €, siehe www.eaststock.de) nachlesen mit so einigen neuen „Geheimtipps“, die die NSA noch nicht kennt. Beachten Sie bitte auch die dort angegebenen kritischen Chartgrenzen im EST.

TV-Hinweis: Andreas Männicke wurde am 15. November 2013 von Dr. Bernhard Jünemann im DAF über die Chancen in Osteuropa befragt. Dort wurde auch drei attraktive Aktien aus Russland vorgestellt. Sie können das Interview jetzt unter www.eaststock.de, dort unter „Interviews“ abrufen.

Andreas Männicke hat einen neuen, eigenen EastStockTV-Channel bei www.youtube.de eingerichtet. Sie brauchen nur bei der Suchfunktion bei www.youtube.com „EastStockTV“ eingeben. Sie können dort auch den TV-Kanal abonnieren. Die letzte Sendung befasst sich mit dem Thema „Allzeit-Hoch an der Wall-Street, wie lange noch?“ EastStockTV, Folge 7 können Sie jetzt auch unter www.eaststock.de, dort unter Interviews abrufen. EastStockTV, Folge 8 mit dem Thema: „Manipulierter Gold/Silberpreis?“ folgt in Kürze. Wenn Sie hier bestimmte Themen besprochen möchten, dann schreiben Sie es mir. Ich werde dann auch versuchen, Klartext wie immer zu reden.

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