Gefährliche Macht-Pokerspiele – droht nach der Abspaltung der Krim ein Welt (wirtschafts-) Krieg?

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Sonntag, 16. März 2014 16:53:00

Die Krim wird wohl heute am 16. März 2014 die Abspaltung zur Ukraine und damit die Zugehörigkeit zu Russland per fragwürdigem Referendum beschließen. Möglicherweise wird dieser Tag als historisch und zugleich tragisch in die Geschichte eingehen, denn die geopolitischen und weltwirtschaftlichen Folgen können von großer Bedeutung sein. Es drohen nun Russland zunächst seitens der USA und auch durch Europa verschärfte Sanktionen, die aber auch zum Eigentor werden können. Es geht dabei im ersten Schritt nur um Einreiseverbote in die EU und in die USA sowie um Kontensperrungen von bestimmten, noch nicht genannten Politikern aus der Ukraine und aus Russland. Wirtschaftliche Sanktionen sind (noch) nicht gemeint, sie wären auch Selbstmord.

Zudem wollen viele westliche Länder die Abspaltung der Krim völkerrechtlich nicht anerkennen. In einer UN-Resolution wurde die Aberkennung des Referendums durch das Veto Russlands zunichte gemacht. China enthielt sich der Stimme. Die G7 wollen nun vorbereiten, dass Russland aus der G8 rausgeworfen wird. Auch wollen sie nicht zum G8-Treffen im Juli nach Sotschi fahren. Ich halte das alles für den falschen Weg, denn gerade jetzt ist es wichtig, den Dialog aufrecht zu erhalten und China und Russland als gleichberechtigte Gesprächspartner einzubeziehen. Im Moment sieht es mehr danach aus: „Alles, was man macht, macht man falsch!“

Denn alles das sieht aber im Moment mehr nach Konfrontation als Kooperation aus. Und das ist in Anbetracht der viel zu hohen Verschuldung der meisten Industrienationen eine sehr gefährliche und fragile Situation für die Welt-Wirtschaft. Hier ist jetzt besonnene und kluge Diplomatie gefragt und nicht die Rhetorik des „kalten Krieges“, wohlgemerkt auf beiden Seiten! Russland ist für Europa ein sehr wichtiger Wirtschaftspartner. Einen Konfrontationskurs kann sich Europa und die Welt in Anbetracht der Überschuldung und der sich daraus ergebenden Wachstumsnotwendigkeiten nicht leisten. Deutschland plant für das nächste Jahr einen ausgeglichenen Haushalt. Dabei wurde aber sicherlich der sich jetzt verschärfende Konflikt zwischen Russland und Europa noch nicht einberechnet

Auch in Südeuropa gibt es Erholungstendenzen. Dies könnte durch einen scharfen Russland-Konflikt zunichte gemacht werden und was bleibt sind dann nur Schulden. Die nächsten Europa-Wahlen werden wohl nationaltisch geprägte Parteien im Vormarsch sein, was auch nicht ungefährlich ist, denn Europa könnte dann zerfallen. Schon jetzt ist es schwierig, auch im Russland-Konflikt mit einer Sprache zu sprechen. Polen und die baltischen Staaten fordern Schutz und einen harten Kurs, Deutschland verfolgt einen gemäßigten, diplomatischen Weg, wohlgemerkt auch aus wirtschaftlichen Eigeninteressen. Großbritannien denkt vorrangig daran, dass der Finanzplatz London nicht in Gefahr gerät, denn da haben einige russische Oligarchen ihr Kapital geparkt, genauso wie in Off-Shore-Zentren und in Zürich.

Es ist auch die Frage, ob sich China in den Konflikt einmischen wird. China wird in jedem Fall Partei für Russland ergreifen. Es kommt jetzt sehr darauf an, dass diplomatisch und wirtschaftlich nicht die historisch falschen Entschlüsse gefasst werden. Wer nun Öl ins Feuer gießt, kann selbst verbrennen. Öl ins Feuer gießen wollen einige Republikaner aus den USA, die Obama auffordern, Waffen in die Ukraine zu schicken. Öl ins Feuer gießen will aber auch der ukrainische Verteidigungsminister, der sich Beistand durch die NATO erhofft.

Aus Russlands Sicht wurde die Abkommen zwischen Gorbatschow und Bush nicht eingehalten, dass es keine NATO-Erweiterung Richtung Osten geben darf. Dies war eine große Enttäuschung für die Russen. Auch beim geplanten Raketenabwehrschirm mit Raketen auf polnischen Boden fühlte sich Russland in die Enge getrieben.

Was Völkerrechtsverletzungen angeht, so dürften die USA mit ihren völkerrechtswidrigen und unsinnigen Kriegen in Vietnam, Irak und Afghanistan u.a. an der Spitze der Völkerrechtsverletzungen ohne internationalen Protest stehen. Auch die Kriege gegen Jugoslawien im Verbund der NATO und gegen Libyen waren faktisch Völkerrechtsverletzungen. Auch die USA haben geostrategische Ziele, insbesondere im Rohstoffreich, aber auch um ihren Machteinfluss auszuweiten. Dabei suchen und finden sie immer wieder Verbündete, vor allem mit Großbritannien.

Was die USA im Irak hinterließ, ist kein demokratisches Gebilde nach westlichem Muster, sondern es entwickelten sich dort Bürgerkriege der Sunniten gegen Schiiten, wobei die Sunniten unter dem Moslems weltweit die Mehrheit haben. Auch Al Kaida mischt dort als militärischer Machtfaktor mit ebenso wie jetzt in Syrien. In Afghanistan werden sich nach dem Rückzug der USA die Talliban wieder zurückmelden, ebenso in Pakistan. In Pakistan sterben noch heute hunderte von Zivilisten im Drohnenkrieg der USA im Namen der Terrorbekämpfung. Auch hier gibt es keine hinreichende internationale Ächtung und Gegenwehr.

Es sterben in diesen Regionen täglich mehrere hundert Menschen durch einen Bürgerkrieg und dort schauen die Medien kaum mehr hin. Im Fall von Syrien, wo Millionen von Erwachsenen und Kindern traumatisiert oder ohne Heimat sind, braucht man Russland als Vermittlungspartner, aber der wird wohl nun als Vermittlungspartner ausfallen. Auch bei der Terrorbekämpfung in Afghanistan und in Pakistan braucht man Russland als Verbündeten schon wegen des Flugverkehrs von Militärmaschinen. Auch vor einigen Wochen halfen die USA Russland bei der Sicherung der olympischen Spiele in Sotschi. Auch jetzt sucht Obama den Dialog mit Putin; sie finden aber keinen Kompromiss und auch keine gemeinsame Sprache. Wenn beide in Zukunft sprachlos werden, wird es für die Welt gefährlich. Merkel kann immerhin russisch sprechen und sollte mit Putin in konstruktivem Dialog blieben, was in Anbetracht der interdependenten wirtschaftlichen Beziehungen auch „alternativlos“ ist.

Durch Russland wurde zwar ein Syrien-Krieg vermieden, wobei sich dann der Iran eingeschaltet hätte. In Syrien wird tatsächlich weiter gemordet, wobei sich dort schon Oppositionelle, Al-Kaida-Kämpfer und Assad-Anhänger gegenseitig bekämpfen. Assad will sich dort nun „demokratisch“ wiederwählen lassen. Ähnliche Probleme hat Russland im Kaukasus und in Tschetschenien, wo mit Gewalt gegen angebliche und tatsächliche Terroristen vorgegangen wurde. In Russland darf man kaum kritisch gegen den Tschetschenienkrieg schreiben, sonst ist man sein Job los oder seines Lebens nicht sicher.

Kriege will keine Bevölkerung. sie werden aber „von oben“ von Politikern entschieden. Die Ukraine sollte jetzt auch ein Referendum machen, ob sie Krieg gegen Russland zur Verteidigung der Krim oder später der Ost-Ukraine will. Nach der Krim könnte sich aber auch der Osten der Ukraine für eine Abspaltung entscheiden. Auch das sollte aber möglich sein ebenso wie sich Ex-Jugoslawien in verschiedene Länder abgespalten hat und auch – sehr friedlich – damals die Tschechoslowakei in Tschechien und Slowakei, wo heute in der Slowakei demokratische Wahlen stattfinden. Sowas muss doch auch in der Ukraine möglich sein. Es kommt mir mehr vor wie in einem Kindergarten, was sich weltpolitisch und auch in der Ukraine abspielt und nicht zwischen gebildeten und aufgeklärten Erwachsenen, die aus der Geschichte nichts gelernt zu haben scheinen.

Russland hat sich beim Georgien-Krieg ähnlich verhalten wie jetzt in der Krim. Es geht dabei immer wieder vordergründig um den Schutz russischer Minderheiten. Damals wollten sich Süd-Ossetien und Abchasien abspalten sowie jetzt auch die Krim. Deswegen sind jetzt auch die baltischen Staaten so aufgeregt, weil in Lettland viele Russen leben. Polen hat historisch auch ein sehr gespanntes Verhältnis zu Russland durch die Ereignisse im 2. Weltkrieg. Polen forderte daher auch schon militärische Unterstützung seitens der USA und der NATO ein. Auch das sieht mehr nach Konfrontation statt Kooperation aus.

Unerklärlich ist auch, wieso jetzt ein US-Aufklärungsdrohne, die aus der 66. US-Aufklärungsbrigade aus Bayern stammt, von pro-russischen Militär abgefangen wurde. Sorgen bereiten auch die Unruhen in Donezk in der Ost-Ukraine, wo ein Mensch nach gewalttätigen Auseinandersetzungen starb. Russland könnte der Auffassung sein, dass die russischen Regierung die Lage nicht im Griff habe und daher ihre russischen Bürger schützen müsse.

Der Krieg Russland gegen Georgien weist Ähnlichkeiten mit der Situation jetzt in der Krim bzw. der Ost-Ukraine auf. Auch damals machte Russland die NATO und westliche Mächte dafür verantwortlich, dass es überhaupt zum Krieg kam. Die USA wollen wohl ihrerseits sprichwörtlich mit aller Macht eine Ausweitung der eurasischen Zollunion vermeiden, um ihren geostrategischen Einflussbereich auszuweiten. Dies lässt viel Raum für Verschwörungstheorien und undurchsichtige Geheimdienst-Aktivitäten auf beiden Seiten. Hier scheint es zumindest im Hintergrund schon lange einen „Kalten Krieg“ zwischen Russland und die USA zu geben. Was auffällt, ist auch die schnelle Präsenz der amerikanischen Außenminister Kerry in Kiew. Europa sollte jetzt genau überlegen, wie es agiert. Ein Konfrontationskurs mit Russland könnte sich zum Bumerang und Eigentor entwickeln. Die deutsche Wirtschaft zittert schon, dass jetzt übereilt falsche politische Entscheidungen getroffen werden. Es wird ein Drahtseilakt der Diplomatie werden mit Konsequenzen für die Weltwirtschaft und die Weltbörsen.

Eine militärische Auseinandersetzung zwischen der Ost- und West-Ukraine wäre aber das worst case-Szenario mit unabsehbaren Folgen für den Weltfrieden und auch die Weltwirtschaft. Auch ein schnelles Assoziierungsabkommen mit der Ukraine halte ich mit dieser demokratisch nicht gewählten und zum Teil durch die Beteiligung der nationaltischen Swoboda-Partei sehr fragwürdigen Regierung für den übereilten und völlig falschen Schritt, da er auch dazu beiträgt Öl ins Feuer zu gießen.

Es sollte jetzt auch in den Medien keine einseitigen Propaganda-Berichte gesendet werden und zwar auf beiden Seiten. Gerade hier ist jetzt ein unabhängiger und kritischer Journalismus notwendig. Die in Russland betriebene Internet-Zensur ist auch der falsche Schritt und hilft nur, die Fronten zu verhärten - im Inland mit zunehmenden Anti-Kriegs-Demonstrationen und mit dem Ausland. Die Lösung kann nur sein: Kooperation und sachlicher Dialog anstelle von Konfrontation. Insofern sollten sich zumindest die deutschen, russischen und ukrainischen unabhängig Journalisten regelmäßig treffen und Meinungen austauschen, um sachlich ohne Vorverurteilung von beiden Seiten zu berichten. Auch die Medien könnten jetzt unnötig Öl ins Feuer gießen bei einer allzu einseitigen Berichterstattung. So sollte nicht nur Putin als „Halbstarker“ und „Kalter Krieger“ dargestellt werden. Da gibt es mindestens genauso viele auf der anderen Seite des Globus.

Die Ukraine und Russland halten Manöver an den Grenzen, was schon ein sehr gefährliches Säbelgerassel ist. Einige vergleichen die Situation sogar mit dem Beginn des Weltwirtschaftskrieges im Jahr 1914, also genau wie vor 100 Jahren. Dort wurde aus einem Attentat in Sarajewo und einer anschließenden Kriegserklärung Österreich/Ungarn an Serbien am 14. Juli 1914 ein Weltkrieg mit 40 beteiligten Staaten, darunter auch Deutschland, USA und Russland und 17 Mio. Menschen, die unnötig sterben mussten.

Auch im Fall Ukraine sind schon jetzt viele Länder eingebunden und man weiß nicht, was passiert, wenn durch ukrainische oder russische Soldaten auch nur ein Mensch sterben muss. Es könnte eine Kriegserklärung folgen, die im Grunde keiner will aber für unabdingbar erachtet wird, und dies wäre gefährlich für die ganze Welt. Es ist dann müßig, über Ursache und Wirkung oder Schuldfragen zu philosophieren, denn das wird vielen Menschen das Leben kosten.

Es droht aber auch im Falle von Wirtschaftssanktionen und der von den USA beabsichtigten Isolation Russlands. Dies könnte aber auch ein Bumerang werden. Russland könnte im Verbund mit China alle US-Anleihen verkaufen und damit einen Finanz-Crash auslösen. In diesem Fall drohen sogar die USA die Staatspleite, weil die USA weiter von Käufen ihre US-Staatsanleihen abhängig ist und die USA nach wie zu hoch verschuldet sind. Einen Krieg kann sich die USA in Anbetracht der zu hohen Verschuldung gar nicht leisten. Es kann sich aber auch Russland in Anbetracht der veralteten Militärmaschinen nicht leisten. Das Gefährliche ist, dass die USA und Russland Atomwaffen besitzen. Nachher passiert durch unüberlegte Aktionen mit dem Rücken zur Wand etwas, was man zuvor für unmöglich hielt: ein Atom-Krieg.

Umgekehrt könnten sich angelsächsische Investoren von Russland zurückziehen und Russland in eine schwere Wirtschaftskrise führen, worauf sich die russische Regierung schon vorzubereiten scheint. Schon jetzt ist das BSP-Wachstum mit 1 bis 2% viel zu gering. Im Falle eines Krieges – und sei es „nur“ ein Weltwirtschaft-Krieg - droht auch in Russland eine Rezession.

Eine weitere gewichtige Frage ist, was will die EU mit der Ukraine? Geht es nur um demokratische Werte oder auch die Wirtschaft? Fakt ist: die Ukraine steht kurz vor der Zahlungsfähigkeit und braucht dringend finanzielle Unterstützung, die von der EU schon zugesagt wurde, nachdem Russland als Kreditgeber auszufallen scheint. Zuvor war aber nur Russland der Kreditgeber und rettet die Ukraine vor der Zahlungsunfähigkeit mit einem 3 Mrd. USD-Kredit, wobei 15 Mrd. USD zugesagt wurden.

Die Ukraine ist das ärmste Land in Europa, ärmer als Rumänien und Bulgarien. In der West-Ukraine gibt es keine Industrie, sondern nur Landwirtschaft. Es ist klar, dass Jugendliche ohne Perspektive sich in der West-Ukraine den Gewaltbereiten Nationalisten anschließen, mit denen nun auch die EU fertig werden muss. Wird die Ukraine nun ein weiteres Griechenland für die EU? Es sollen jetzt 15 Mrd. € zustande kommen, was wiederum westliche Steuergelder sind. Aber wo ist die wirtschaftliche und gesellschaftliche Perspektive in diesem zutiefst korrupten Land, das wirtschaftlich von Oligarchen im Osten beherrscht wird. Es kann gut sein, dass ich nach der Krim auch die Ost-Ukraine per Referendum für Russland entscheidet und was macht die EU dann?

Russland könnte zudem als Gas-Waffe aber auch Gazprom einsetzen und dies ist für schon bald aktuell, wenn Gazprom der Ukraine den Gashahn abdreht. Die Ukraine schuldet Russland noch über 2 Mrd € für Gaslieferungen. Dann könnte es eine Energiekrise geben- Öl- und Gaspreise werden dann schnell nach oben steigen, was wiederum das Wachstum der Weltwirtschaft gefährden könnte. Für Gazprom ist die Ukraine von großer wirtschaftlicher Bedeutung. Daher fiel der Gazprom-Kurs letzte Woche schon auf ein neues 5-Jahrestief von 4,8 €. Die Aktie ist mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von unter 3 fundamental stark unterbewertet, steht aber jetzt auch im Fokus der Investoren beim Ukraine-Konflikt.

Auch die Umsetzung von Sanktionen könnte schon gefährliche Folgen für die Weltwirtschaft haben, die heute noch keiner absehen kann. So könnte aus einer Mücke ein „black swan“ werden. Ganz unabhängig davon dürfte sich die Weltwirtschaft nicht so positiv entwickeln wie es die meisten Konjunktur-Institute angenommen haben. Auch die Gewinnentwicklung dürfte hinter den Erwartungen bleiben. In einigen Ländern drohen sogar Rezessionen, wenn die politischen Risiken zunehmen wie in der Türkei, Venezuela. Argentinien und Südafrika.

Eine Kombination von schwachen Wirtschaftsdaten und Kriegsgefahren kann sogar zu einem Börsencrash führen. Die nächsten Wochen und Monate dürften daher sehr turbulent werden. Auch in der letzten Woche nahm die Unsicherheit zu und es gab eine Flucht in angeblich sichere Häfen und dies sind im Moment für den Anleger ganz offensichtlich Gold und Anleihen. Der Goldpreis stieg in 1 Monat von 1300 auf das neue Jahres-Hoch von 1383 USD/Unze, während Silber in den letzten Wochen nur seitwärts tendierte und am Freitag bei 21,48 USD/Unze schloss.

Die Europa-Krise gerät in den Hintergrund und hier gibt es auch einige positive Anzeichen. Die niedrigen Renditen bei italienischen und irischen Anleihen sind aber trügerisch, den beiden Ländern droht eine Rezession und sie sind nach wie vor zu hoch verschuldet. Obwohl die Ukraine für Europa kein bedeutender Wirtschaftspartner ist, könnte sich nun die Sanktion gegen Russland auch negativ für die Wirtschaftsbeziehungen einiger europäischer Länder auswirken, was noch im Verbund mit den hohen Verschuldungsrisiken weitreichende Folgen auch für Europa haben kann.

Der DAX verlor letzte Woche 700 Indexpunkte von 9700 auf unter 9000 Indexpunkte. Schon im letzten Jahr verdienten die DAX-Unternehmen 8% weniger als im Vorjahr. Auch in den USA nimmt die Gewinndynamik ab und die Aktien werden immer teurer. Die Börse koppelt sich damit den der realen wirtschaftlichen Entwicklung schon ab. Es werden nun Konjunkturdämpfer in den USA und in China erwartet. Es gibt eine Reihe von Frühwarnindikatoren wie der überraschend schwachen Yuan und der schwache Kupferpreis. Der Kupferpreis brach im März von über 7000 auf unter 6500 USD/Tonne ein und Kupfer ist eines der wichtigsten Industriemetalle mit Signalwirkung. Es gibt schon einige Frühwarn-Signale, die auf einen möglichen Crash in den nächsten Monaten hinweisen, ganz abgesehen von den Ereignissen in der Ukraine.

Auch die Charttechnik macht auf Gefahren aufmerksam. Beim DAX deutet sich eine Schulter-Kopf-Schulter-Formation an. Bei unter 8850 sieht es gefährlich, weil dann die 200-Tageslinie gebrochen wird. Sie sollten in diesen Phasen der Unsicherheit mehr in Liquidität gehen und auch die Short-Möglichkeiten nutzen, die schon in der letzten Wochen auch beim russischen Aktienmarkt zu hohen Gewinnen führten.

Uli Hoeneß machte es als Privatmann vor, wie man durch mit Future-Kontrakten hohe Gewinne erzielen kann. Er macht aus 30 Mio. € über 100 Mio. €. Er versteuerte dies allerdings nicht und muss nun dafür für 3,5 Jahre ins Gefängnis und über 28 Mio. € Steuern nachzahlen. Er war nicht nur spielsüchtig, sondern auch zu gierig geworden, was er selbst als einen Fehler eingesteht. Das sollten Sie vermeiden, aber auch die Möglichkeiten nutzen, die es temporär auf der Short-Seite gibt.

Die Möglichkeiten werden Ihnen auch im Börsenbrief EAST STOCK TRENDS mit den RTS- und EUR/RUB-Mini-Short-Zertifikaten aufgezeigt. Die größten Chancen auf der Long-Seite entstehen aber nach einem Crash. So ließ sich nach dem Crash im Jahr 1998 an der Moskauer Börse mit einem Plus von 3600% die weltweit beste Performance bis 2007 im Aktienbereich erzielen. Vielleicht wiederholt sich auch hier die Geschichte. Mein Motto bleibt daher: “In der Krise liegt die Chance!“

Trotz der Währungsturbulenzen und politischen Unruhen tun sich für den anti-zyklisch orientierten und risikogeneigten Anleger jetzt neue Chancen im unterbewerteten Osteuropa-Universum auf, denn die preiswertesten Aktienmärkte der Welt kommen aus Osteuropa. Interessanten Aktien aus Osteuropa werden im EAST STOCK TRENDS vorgestellt. Einige Aktien im Muster-Depot des EAST STOCK TRENDS wie Magnit (>1200%) und Bank of Georgia (>1700%) konnten sich sogar seit Erstempfehlung in 2009 mehr als verzehnfachen. Aussichtsreich sind jetzt auch russische Stahl- und Goldaktien als Turnaround-Kandidaten, aber nur mit gestaffelten Abstauberlimits aufgrund des noch intakten Bärmarktes.

Welche Erholungschancen Sie in Russland, Ukraine und Osteuropa im Detail haben, können Sie im monatlich erscheinenden Börsenbrief EAST STOCK TRENDS (Probe-Abo mit 3 Ausgaben für nur 15 €, siehe www.eaststock.de) nachlesen mit so einigen neuen „Geheimtipps“, die die NSA noch nicht kennt. Beachten Sie bitte auch die dort angegebenen kritischen Chartgrenzen im EST. Im neuen EST wird auch diskutiert, was von Bitcoins als alternatives Zahlungsmittel im Internet zu halten ist.

TV-Hinweis: Andreas Männicke wurde am 3. März 2014 im DAF über die neuen Chancen in der Ukraine und in Russland sowie 29. Januar von Friedhelm Tilgen in N-TV/Telebörse über die neuen Chancen in Osteuropa befragt. Am 21. Februar 2014 wurde Andreas Männicke von der Deutschen Welle TV/Ukraine über die wirtschaftlichen Auswirkungen der Währungsabwertung befragt Am 24. Februar wurde Andreas Männicke von Börsenradio Networks über die aktuelle Situation in der Ukraine befragt Sie können alle Interview jetzt unter www.eaststock.de, dort unter „Interviews“ abrufen.

Andreas Männicke hat einen neuen, eigenen EastStockTV-Channel bei www.youtube.de eingerichtet. Sie brauchen nur bei der Suchfunktion bei www.youtube.com „EastStockTV“ eingeben. Sie können dort auch den TV-Kanal abonnieren. Die neue Sendung vom 16. März befasst sich in der Folge 15 auch mit der Ukraine, mit einem möglichen Weltwirtschafts-Krieg und einem möglichen Crash an der Börse. Wenn Sie hier bestimmte Themen besprochen möchten, dann schreiben Sie es mir. Ich werde dann auch versuchen, Klartext wie immer zu reden.

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