G7 und Trump: Einer gegen alle, alle gegen einen!

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Sonntag, 28. Mai 2017 23:38:00

Der G7 Gipfel in Taormina (Sizilien/Italien) brachte keine neuen Erkenntnisse, nur dass Trump weiterhin eine sehr eigenwillige Position einnimmt und dass es hinter den Kulissen gewaltig brodelt. Trump wird weiterhin als eine Gefahr für die Weltwirtschaft gesehen. Die einzige Übereinstimmung gibt es bei der Terrorbekämpfung, aber auch hier gibt es Kritik an der Methode. Nach diesem faden Vorgeschmack darf man gespannt sein, wie der nächste G 20 Gipfel am 6./7. Juli Hamburg ausfallen wird.

Viele Themen sind ungelösten Zeitbombe: Flüchtlingswelle von Afrika nach Europa, Klimaschutz (mit mehr Klimakatastrophen) und zunehmender Protektionismus. Zwei weitere brennende Themen werden auch vor sich hergeschoben: die globale Verschuldungsproblematik (wie raus aus der globalen Schuldenfalle?) und der zunehmende Cyberkrieg, also die zunehmende Verwundbarkeit durch die Digitalisierung.

Trump blockiert die G7

Trumps erste Auslandsreise offenbarte in großer Klarheit, was auf die Welt zukommen kann, wenn Trump so fortfährt wie bisher: Mehr Spannungen und mehr Differenzen bei so wichtigen Themen, wie Bekämpfung der Flüchtlingswelle von Afrika nach Europa, mehr Klimaschutz, mehr internationale Zusammenarbeit und mehr Welthandel. Damit blockiert Trump alle relevanten G7-Themen. Dies beschränkt sich jetzt nur noch auf die Terrorbekämpfung, aber auch hier ist die Vorgehensweise der USA strittig.

Trump hofiert den IS-Unterstützer Saudi-Arabien

So ist der 100 Milliarden US-Dollar-Waffen-Deal mit Saudi-Arabien genau der falsche Weg, um Frieden im Nahen Osten zu schaffen, auch wenn dadurch Arbeitsplätze in den USA entstehen sollten und die Aktien von Boeing und Lockheed Martin stark ansteigen. Saudi-Arabien ist nach wie vor ein Land, das sehr viel gemeinsam mit dem IS hat und das auch den IS unterstützt. Saudi-Arabien bombardiert nach wie vor Jemen mit amerikanischer Unterstützung, wo Millionen von Menschen jetzt hungern und Tausende Zivilisten sterben. Auch bei der fortlaufenden Bekämpfung des IS durch das irakische Militär sterben in Mossul täglich Hunderte von Zivilsten, über die die Leitmedien kaum berichten.

Bei der Bekämpfung von Terroristen in Aleppo waren die Russen und die syrischen Armee die „Bösen“, bei der Bekämpfung der IS in Mossul waren die irakische Armee mit Unterstützung von US-Streitkräften die „Guten“ in den Medien. Für die Zivilisten, die dort streben, macht es aber keine Unterschied aus, wer angeblich die „Guten“ und wer die Bösen“ waren, den tot ist tot. Diese Doppelmoral und das zweierlei Maß gibt es leider immer wieder bei der amerikanischen Art der Terrorbekämpfung zu beklagen, aber auch in den Leitmedien.

Trump schlägt die falschen Mittel zur Terrorbekämpfung vor

Trump nannte diejenigen, die den Terroranschlag in Manchester verursacht habe, als „Loser“. Die Einteilung in angebliche Gewinner (=-Trump-Anhänger und Trump selbst?) und Verlierer (=Loser) bringt aber keinen Erkenntnisgewinn und ist auch nicht geeignet, das Problem zu lösen. Auch das Beharren auf die jeweilige Erhöhung der Verteidigungsetats auf 2 Prozent des Bruttosozial-Produkts, was Trump auch bei sein NATO-Besuch in Brüssel erneut anmahnte, löst die Problematik nicht an der Wuzel.

Besser wären mehr Direktinvestitionen in Afrika und Hilfe zu Selbsthilfe

Die richtige Maßnahme wäre die Erhöhung der Entwicklungshilfe auf 2 Prozent des Bruttosozialprodukts und die Schaffung von Arbeitsplätzen in Afrika durch Investitionen verbunden mit einer klaren Geburtenkontrolle in Afrika, sonst wird der Flüchtlingsstrom aus Afrika nie abnehmen und weitere Tausende im Mittelmeer streben. Sinnvoller wären also mehr Direktinvestitionen in Afrika und mehr Hilfe zur Selbsthilfe.

Mehr Waffen hätten der Terroranschlag im Manchester nicht verhindern können

Es ist ein Irrglaube, dass man an den internationalen Terrorismus nur mit mehr modernen Waffen bekämpfen kann. Auch die von Trump geforderte 119 Mrd. USD, die der NATO fehlen, hätte so einen perfiden Anschlag wie Manchester nicht verhindern können, wohl aber bessere Eingangskontrollen. Der internationale Terrorismus ist längst dezentral organisiert, wodurch auch das Internet und vor allem das Darknet sehr hilfreich geworden ist. Diese klare Erkenntnis ist leider noch nicht bis Trump vorgedrungen.

Cyberkriege und Cyberattacken sind die Gefahren der Zukunft

Eine westlich größere Gefahr werden in Zukunft terroristische und kriminelle Cyberattacke auf Konzerne, Krankenhäuser, Stromerzeuger, Behörden und der virtuelle Cyber-Krieg zwischen Staaten sein, wobei nicht unbedingt nur Chinesen, Russen und Nord-Korea immer die „Bösen“ sind, denn jeder kann von jedem Teil der Welt Angreifer von Cyber-Attacken fast unerkannt werden. Die letzte großer Hackerattacke „Wannacry“ war mutmaßlich auch nur ein weiterer Versuch, wie verwundbar das Netz ist, dem aber weitere viel größere Attacken folgen werden. Auch die Börsen könnten davon einmal betroffen sein.

Aufrüstung in Sicherheit auch im Internet ist notwendiger als Aufrüstung mit Waffen

Die Kehrseite der Digitalisierung ist die digitale Verwundbarkeit und auch hier stehen wir erst am Anfang. Cyberkriege sind wesentlich wirksamere Waffen als Atomwaffen, da sie schwer zu kontrollieren sind. Die Zukunft sind Drohnen, Killerroboter und Cyberkriege. Hoffentlich werden diese brisanten Sicherheitshemen auch beim nächsten G 20 Gipfel mit der notwendigen Ernsthaftigkeit diskutiert. Es wäre sinnvoll, hier viel mehr in die Sicherheit aufzurüsten anstatt in Waffen, die früher oder später auch Zivilsten töten werden und nicht nur die „Bösen“.

Wer ist „gut“ und wer ist „böse“?

Trumps Einteilung in „Gut“ und „Böse“, die in den USA schon ein lange Tradition hat und auch schon von Reagan und Bush praktiziert wurden, ist ebenso fragwürdig wie vereinfachend wie Goethe in Faust für Mephisto schon scharfsinnig zum Ausdruck brachte: „Ich bin ein Teil von jener Kraft, die stets das Böse will und stets das Gute schafft." Es is nicht einfach, das Gute und das Böse zu unterschieden und wenn man schon diese allzu vereinfachende Unterscheidung macht, gehört es auch zur Aufgabe, genau und ehrlich zu untersuchen, warum das „Böse“ entstand, wobei die Amerikaner daran mit ihrem völkerrechtswidrigen Irak-Krieg, der einseitigen Bevorteilung einer politisch genehmen Gruppe und vor allem den fatalen „Anti-Terrorbekämpfung“ nur mit Waffengewalt und mit fragwürdigen Drohneneinsätzen, w auch viele Zivilisen starben, nicht ganz schuldlos sind. Daran ändert auch Trumps Papst-Besuch in Rom nichts.

Dies gilt für den Kampf gegen die Taliban, gegen Al-Kaida, also Bin Laden, und nun gegen die IS. Wenn Trump nun einseitig nur den Iran für den „Bösen“ erklärt und Saud.-Arabien zu den „Guten“, so befindet sich Trump genauso auf dem Holzweg wie viele andere US-Präsidententen zuvor.

Germany is not so bad!

Genauso falsch ist es, den deutschen Rekord-Handelsüberschuss von 267 Mrd € zu beklagen und gar mit höheren Zöllen, also Abschottung, versuchen zu bekämpfen, da dadurch eine sehr gefährliche Abwärtsspirale in Gang kommen kann, die dann nicht mehr aufzuhalten wäre. Der hohe Handelsüberschuss Deutschlands kommt halt eben zustande, weil die deutschen Produkte in der ganzen Welt beliebt und oft auch konkurrenzfähiger sind. Trump bezeichnet Deutschland wegen des hohen Handelsbilanzüberschusses als „schlecht“ (bad), was die amerikanischen Produkte nicht besser macht. Aber auch Frankreich und der IWF schlagen hier in die gleiche Kerbe gegen Deutschland, so dass jetzt eine Arbeitsgruppe beim G 7 gebildet wurde, die ermitteln soll, wie man den Welthandel mehr im Gleichgewicht halten kann.

Freihandel ist gefährdet

Die zu hohe Verschuldung in Kombination mit Protektionismus kann ganz klar zu einer Weltwirtschaftskrise größten Ausmaßes früher oder später führen. Von daher: Wehret den Anfängen!“ Insofern ist auch der nächste G20 Gipfel in Hamburg am 6./7. Juli von so großer Bedeutung. Schließlich sollte es auch darum gehen, die großen geopolitischen Schlachtfelder in Syrien, Irak, Jemen, Afghanistan und der Ukraine zu befrieden bzw. einen schärfen, auch militärischen Konflikt mit dem Iran und Nord-Korea zu vermeiden, wo sich dann auch China und Russland einmischen könnten. Es geht aber auch darum, Handels- und Währungskriege zu vermeiden, worauf sich der letzte G 20 Gipfel schon einmal einigen konnte. Aber wird dies auch mit Trump gelingen?

Bringt die Russland-Connection Trump zu Fall?

Trump steht innenpoltisch wegen der nebulösen Russland-Connection und der Untersuchungen durch das FBI enorm unter Druck, insbesondere nachdem er den FBI-Chef James Comey entlassen hat und angeblich versucht hat, ihn bei seinen Amtshandlungen zu beeinflussen. Angeblich soll Trump nach einen ZDF-Bericht vom 24. Mai aber auch mit der russischen Mafia und russischen Oligarchen wie der Firma Bayrock Group LLC Kontakt haben, die auch seine Immobiliengeschäfte und auch den Bau des Trump-Towers mitfinanziert haben sollen. Dabei soll es sich auch unter anderem um Kontakte zu Felix H. Sater handeln, der wiederum einer kriminellen Vereinigung angehören soll und vorbestraft war. Es geht um Zahlungen von über 100 Mio. US-Dollar von zwielichtigen Gestalten, die auch im Trump-Tower gleich unter dem Penthouse residieren und Trump mit fragwürdigen Immobilienkäufen dienten als Trump kein Geld mehr von US-Banken wegen seiner vorherigen Pleiten bekam.

Trumps fragwürdige Immobiliengeschäfte mit Russen

Es gibt angeblich eine lange Liste hochrangiger Figuren des organisierten Verbrechens, die im Trump Tower residierten und mit Trump Geschäfte machten. Nicht nur amerikanische Verbrecher, sondern auch Gangster aus Russland, Kasachstan und der Ukraine. Sie nutzten angeblich den Trump Tower als Zentrum für kriminelle Machenschaften unter anderem Glücksspiel, Prostitution und Drogenhandel", erklärte Scott Horton, ein weltweit gefragter Antikorruptionsexperte gegenüber dem ZDF.

In der Tat sind die Immobiliengeschäfte in Russland nach dem Wahlsieg von Trump in New York sprunghaft angestiegen. Trump wollte auch angeblich Hotelketten auch in Russland nach dem Modell des Trump-Towers bauen. Hoffentlich wird er nicht versuchen, durch außenpolitisches Säbelgerassel, das er in Saudi-Arabien schon symbolträchtig „praktizierte“, von den innenpolitischen Problemen abzulenken. Auch ob Trump seine geplante Steuerreform im Kongress ohne Gegenfinanzierung durchbekommt, ist zweifelhaft.

Bitcoins auf Allzeit-Hoch- Aktienmärkte (noch) stabil

Die Aktienmärkte reagierten bisher erstaunlich gelassen auf die Trump-Affären im In- und Ausland. Der Dow Jones-Industrial-Index blieb sehr stabil nach dem Allzeit-Hoch bei über 21.000 Indexpunkten und der deutsche Aktienindex seit Anfang Mai relativ stabil über 12.500 Indexpunkten. Gold erholte sich zwar seit Mitte Mai leicht von 1220 auf 1260 US-Dollar/Unze. Den größten Kurssprung erst nach oben auf über 2000 US-Dollar, um dann am 26. Mai aber auch um über 10 Prozent nach unten machten. Bitcoins, die immer mehr zum Spekulationsobjekt werden, sind damit aber wesentlich wertvoller geworden als Gold. Nicht wenige warnen aber von einer Bitcoin-Blase, die der Tulpen-Blase in den Niederlanden ähnelt.

Osteuropabörsen können selektiv outperformen

Aber auch die Aktienmärkte aus Osteuropa machen mit Ausnahme des russischen Aktienmarktes viel Freude. Sieben Börsen aus Osteuropa zählen schon wieder zu den 30 am besten performenden Aktienmärkten der Welt, wobei hier wiederum besonders die Aktienmärkte aus Polen und Rumänien als Outperformer weiterhin überzeugen. Der CECE-Index (für die Länder Polen, Ungarn, Tschechien, Slowakei) erreichte am 26. Mai erst ein neues Jahres-Hoch von 1790-Indexpunkten, um dann per Saldo um 0,84 Prozent auf 1774 Indexpunkte zu korrigieren. Der CECE-Index stieg schon über 20 Prozent in diesem Jahr und damit weit mehr als der DAX.

Russischer Aktienmarkt unter Druck – auch wegen Trump

Der russische Aktienmarkt leidet hingegen weiter unter den relativ schwachen Ölpreisen und auch der Enttäuschung über Trump, der sich vom Putin-Versteher im Wahlkampf zum Falken wandelte. Trump wird auch am 6./7. Juli das erste Mal direkt auf Putin treffen und man darf sehr gespannt sein, wie die beiden im direkten Gespräch miteinander klar kommen.

Die OPEC konnte sich zwar am 25. Mai offiziell auf eine weitere Verlängerung der Fördermengen-Kürzungen um 9 Monate einigen. Der Brentölpreis fiel dennoch hernach von 54 auf 52 US-Dollar/Barrel, weil sich einige auch eine Erhöhung der Fördermengen-Kürzungen erhofften, die dann aber nicht zustande kam. Im Vorfeld der OPEC-Sitzung stieg aber der Brentölpreis schon von 48 auf 54 US-Dollar/Barrel. Der russische RDX-Index gab am 26. Mai um 1,73 Prozent auf 1232 Indexpunkte nach, wobei hier aber auch die jetzt intensiver zu untersuchende Trump-Russland-Connection eine Rolle spielt und bei den Anlegern für Verunsicherung sorgt.

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