Frohe Osterüberraschung: neue Jahreshöchstkurse!

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Samstag, 03. April 2010 17:37:00

Die Wall Street setzte die von mir schon in der Kolumne „Frühlingserwachen an den Börsen“ am 13. März angekündigte Frühjahrsrallye fort und erreichte erwartungsgemäß neue Jahreshöchstkurse. Der Dow Jones Industrial-Index stieg am 1. April um 0,65% auf das neue Jahreshoch von 10.927 Indexpunkten und steuert damit in kleinen Mini-Schritten die 11.000-er Marke an, was der Nikkei-Index bei einem Indexstand von 11.286 Indexpunkten schon erreicht hat. Auch die anderen Weltbörsen wurden damit nach oben gezogen. Der DAX schloss am Donnerstag mit einem Plus von 1,33% bei 6235 Indexpunkten, was ebenfalls ein neues 12 Monats-Hoch bedeutet. Die etablierten Märkte konnten damit seit dem März-Tief 2010 um jeweils über 10% und seit März 2009 um über 60% ansteigen.

Damit ist der Weg beim DAX bis 7000 Indexpunkte charttechnisch im Grundsatz frei, wobei die kurzfristigen Ziele bei 6400/6500 Indexpunkte liegen, soweit es sich nicht um eine „Bullenfalle“ handelt. Die Monate März/April sind oft die besten Börsenmonate des Jahres. Das war sogar im Krisenjahr 2008 der Fall. Dieses Jahr ist auch das Jahr der Fußball-Weltmeisterschaft. Das Jahr 2006 war auch ein gutes Börsenjahr, 2002 allerdings ein sehr schlechtes. Ich rechne aber spätestens im Mai und in den Sommermonaten auch wieder mit scharfen Korrekturen und per Saldo mit Seitwärtsbewegungen.

Positiv ist: Die BSP-Wachstumsschätzzahlen werden jetzt nach oben revidiert; die Unternehmensgewinne sind – sogar im Bankensektor – wieder auf dem Weg zur „Normalisierung“. Die in Deutschland nun beschlossenen Eckpunkte einer Bankenabgabe nach dem Kriterium der Bilanzsumme wurden bei den Anlegern mit einiger Gelassenheit aufgenommen. Der Staat will damit 1,2 Mrd. € im Jahr für einen „Feuerwehrfonds“ der Banken einsammeln, davon am meisten von den Großbanken (600 Mio. €), am zweitmeisten von den Privatbanken (300 Mio. €), am drittmeisten von den Landesbanken (200 Mio. €) und dann sollen auch Genossenschaftsbanken und Sparkassen mit einem kleinen Anteil (80 Mio. €) dabei sein, obwohl sie die Finanzkrise nicht verursacht hatten.

Es dürfte klar sein, dass dieses Geld nicht ausreicht, um die nächste Bankenkrise beherrschen zu können. Auch dürfte klar sein, dass die Banken dies über versteckte Gebühren an den Kunden weiterreichen werden, so dass letztendlich der Anleger bzw. Bankkunde diese nun beschlossen Strafabgabe zahlen muss. Es war wieder einmal ein Kompromiss zwischen notwendiger (?) Strafsteuer und dem Vermeiden von zu großen Belastungen bei den Banken, die bei zu großer Liquiditätsbelastung auch keine Kredite mehr geben und damit den Konjunkturaufschwung wieder abwürgen könnten.

Dennoch bemüht sich Angela Merkel jetzt, dass die Bankenabgabe auch in Frankreich und in Großbritannien eingeführt wird, damit es zumindest „auf dem Papier“ eine europäische Lösung gibt und die Banken nicht einfach ihren Sitz ins Ausland verlagern, wo es keine Bankenabgabe gibt. Hedgefonds und andere Kapitalsammelstellen wurden bisher nicht eingeschlossen, wohl auch um die USA und Großbritannien zu „schonen“, die da wohl nicht mitmachen würden.

In Großbritannien finden bis spätestens Juni, wahrscheinlich aber schon am 6. Mai Parlamentswahlen statt und bis dahin wird wohl keine Bankenabgabe von der Regierung beschlossen werden. Wichtiger als eine Strafabgabe für Banken sind die Erhöhung des Eigenkapitals und das Vermeiden von Risikogeschäften außerhalb der Bilanz, also mehr Transparenz bei Risikogeschäften. Die britischen Anleihen stehen auch auf der Watch-list für ein Downgrade bei den Rating-Agenturen von „AAA“ auf „AA“ wegen der zu hohen Haushaltbilanzdefizite und alleine dieser Schritt würde den britischen Banken weit mehr kosten als eine Bankenabgabe, da dann das Eigenkapital nach oben angepasst werden müsste. Es wird also sehr auf das konkrete Sparprogramm der neuen Regierung ankommen, denn schließlich ist das Haushaltsbilanzdefizit in Großbritannien genauso groß wie in Griechenland, nämlich über 12% des BSP! So ist auch die Pfundschwäche nicht verwunderlich. Ich erwarte einen Regierungswechsel bei den nächsten Wahlen, wie jetzt überall auf der Welt, weil die Proteststimmen zunehmen. Die Labour-Partei lag bei den letzten Umfragen 8% hinter den oppositionellen, konservativen Torys. Bis zur Wahl wird wohl noch einige „schmutzige Wäsche“ gewaschen wie jüngst durch den Korruptionsverdacht bei der britischen Ministern der Labour-Partei, die für 5000 Pfund angeblich käuflich waren.

Obama will nun, nachdem die Gesundheitsreform mit knapper Mehrheit von 3 Stimmen durch den US-Kongress gebracht wurde, auch bei der Bankenregulierung punkten. Hier erwarte ich aber ein stark abgeschwächtes Sanktionsprogramm, dass die Börse nicht so wie noch im Februar irritieren wird. Auch außenpoltisch will er am 8. April mit dem neuen Start-Abrüstungsvertrag mit Russland in Prag einen wichtigen außenpoltischen Erfolg für sich verbuchen, der schon in den Medien – ohne den konkreten Inhalt zu kennen - als „historisch“ bezeichnet wird. Auch hier bleibt aber die bange Frage, ob er den neuen Vertrag auch durch den Senat bekommt, wo die Republikaner mutmaßen, dass er Medwedew bei geplanten US-Raketenabwehrschirm – und auch sonst zu sehr entgegen kommt. Obama setzt aber auf Kooperation und Dialog und nicht wie Bush zuvor auf Konfrontation – und das ist gut so!

Beide Regierungen – USA und Russland - müssen aber dringend ihren Haushalt konsolidieren und beide militärische Supermächte müssen auch bei einer viel wichtigeren Fragen in Zukunft konstruktiv zusammenarbeiten und dies sind die komplizierte Iran-Frage und die Terrorismusbekämpfung. Die drei deutschen toten Soldaten in Afghanistan zeigen, dass militärische Aktionen gegen die Taliban und El-Kaida-Kämpfer immer wieder neue Gegenreaktionen herausfordern. Irak, Afghanistan, Pakistan und der Kaukasus bleiben daher ein Pulverfass, das sich von Zeit zu Zeit entladen wird. Für mich bleiben die militärischen Aktionen eine „Mission impossible“.

Man darf gespannt sein, was sich Obama bei der noch ungeklärten, immer wieder vor sich hergeschobenen „Iran-Atommacht-Frage“ – außer verstärkte Sanktionen, die nichts außer „Gegendruck“ bringen werden - jetzt einfallen lässt. Ich nehme an, dass auf die Antwort auch die Weltbörsen reagieren werden, je nachdem ob eine militärische Option früher oder später laut angedacht wird oder nicht. Bis April hatten die Weltbörsen diesbezüglich eine „Schonfrist“ - wie die Iraner auch. Anleger sollten dieses brisante Thema aber im Hinterkopf behalten, denn eine reale Atommacht Iran hätte weitreichende Folgen für den Weltfrieden und mithin auch die Weltbörsen. Denken wir an einem fröhlichen, sonnigen Osterfest mit neuen Jahreshöchstkursen an den Weltbörsen auch daran, dass Deutschland in Afghanistan Krieg führt und die USA schon bald eine Lösung des „Iran-Atommachts-Problems“ anbieten müssen, das den Weltfrieden nicht gefährdet. Eine wahrlich heikle Aufgabe, bei der auch China und Russland eine wichtige Rolle spielen, die wirtschaftlich mit dem Iran stark verflochten sind!

Moskau wurde jüngst mit dem Terroranschlag auf die Moskauer Börse daran erinnert, dass der Terror sehr schnell wieder aufleben kann – auch in Großstädten Europas und in New York. Druck sorgt für Gegendruck. Die Moskauer Börse nahm den Terroranschlag bisher als Non Event auf: der RTS-Index stieg am Donnerstag sogar auf ein neues 12 Monats-Hoch von 1602 Indexpunkten. Dabei unterstütze der auf fast 85 USD/Barrel gestiegene Ölpreis die Frühjahrsrallye an der Moskauer Börse. Zudem bleibt Russland trotz der Rallye einer der am niedrigsten bewerteten Aktienmärkte der Welt mit einem KGV von 8. Noch besser schnitten bisher ausgerechnet die Börsen von den osteuropäischen Ländern ab, die am Tropf des IWF hängen, nämlich Ungarn und Ukraine. Die Börse Kiew stieg sogar schon über 60% in diesem Jahr und über 300% seit dem März-Tief in 2009.

Verpassen Sie jetzt die großen Chancen an den Ostbörsen nicht. Die Frühjahrsrallye ist gerade erst gestartet und mit Aktien aus Osteuropa können Sie immer wieder den DAX oder S&P outperformen. Verpassen Sie daher die Outperformancechancen in Osteuropa nicht und bestellen jetzt ein Probe-Abo des monatlich erscheinenden Börsenbriefes EAST STOCK TRENDS (EST) unter www.eaststock.de. Die beiden Osteuropa-Muster-Basket des EST konnten seit März 2009 in einem Jahr im konservativen Red-Chip-Portfolio eine Performance von 153% und im spekulativen Muster-Basket sogar von 239% erzielen. Aktien wie die Holding AFK Sistema konnten sogar um über 600% zulegen und haben noch Potential. Ausgehend von den Tiefstkursen besten realistische 1000%-Chancen. Es gibt eine ganze Reihe von Werten in Russland mit neuen historischen Höchstkursen.

Welche Aktien aus Osteuropa jetzt im Trading-Bereich ge- oder verkauft werden sollten, können Sie auf der täglich aktualisierten Ostbörsen-Hotline 09001-8614001 (1,86 €/Min) entnehmen. Das nächste ESI-Ostbörsen-Seminar „Go East! wird am 20. Mai 2010 in Frankfurt/M um 17.00 Uhr stattfinden (siehe www.eaststock.de). Am 7. Mai wird ein Emerging Market Seminar in München in Kooperation mit Florian Schulz vom Emerging Market Trader stattfinden. Wenn Sie Interesse an Ostbörsen- oder Emerging Market-Seminaren in anderen Städten haben, dann melden Sie sich bitte bei der ESI GmbH (info@eaststock.de; Tel: 040/6570883).

TV-Hinweise: Andreas Männicke wird am 8. April 2010 um 15.45 Uhr in NTV7Telebörse über die Chancen der Moskauer Börse befragt werden. Andreas Männicke wurde bereits am 17. Februar 2010 im DAF über die Ostbörsen Ukraine, Kasachstan und Georgien befragt. Die letzten TV-Interviews über die Ukraine und Russland von 2. und 8. Februar in N-TV/Telebörse können Sie sich jetzt bei dem Link unter www.eaststock.de in der Rubrik „Interviews“ runterladen. Hier können Sie sich informieren, warum gerade die „Exotenbörsen“ aus Osteuropa besonders chancenreich sind

Ich wünsche allen Anlegern und Lesern meiner Kolumne ein frohes Osterfest!

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