Es wird alles gut, denn es ist bald Weihnachten!

Drucken Speichern

Sonntag, 20. Dezember 2009 00:16:00

Weihnachten steht vor der Tür und schon werden eine Reihe von Weihnachtsgeschenke für die Börse verteilt. Der Klimagipfel fand durch Obamas charismatischen Auftritt zum Schluss doch noch ein Klimagipfel-Ergebnis namens „Kopenhagen Akkord“, wenn er auch ein fadenscheiniger Kompromiss von über 100 Ländern war. Die G 77-Entwicklungsländer dürften nicht zufrieden sein, da sie das „Warming up“ der Welt besonders negativ betreffen wird. Es wird Wassermangel geben, was Wasseraktien wieder in den Vordergrund bringt. Sudans Staatschef Lumumba Di-Aping vergleicht die Nonchalance der westlichen Politiker mit einem Holocost. Obama gelang es nicht, den chinesischen Primier Wen Jiaboa mit ins Klima-Boot zu nehmen und sich auf eine Erderwärmung von unter 2 % zu einigen. Dennoch bemüht sich Obama nun um eine Führungsrolle auch bei Klimafragen.

Nach dem Friedensnobelpreis sollte man Obama im nächsten Jahr für den „Klimaretter der Welt“ vorschlagen. Wenn es kein anderer macht, wird der EAST STOCK TRENDS (www.eaststock.de) ihn damit auszeichnen. Für mich ist der Klima-Gipfel faktisch gescheitert, auch wenn dies vielfach anders ausgelegt wird. Es handelt sich nach wie vor nur um Absichtserklärungen ohne rechtliche Bindung. Also dürfen alle weiter die Luft verpesten, allen voran China, wo man in einigen Städten dem Mundschutz nicht wegen der Schweinegrippe kaufen muss.

Ich gehe davon aus, dass Klimawandel-Aktien auch in Zukunft ein Mega-Trend für die nächsten Jahre auch an den Weltbörsen sein wird, wobei die USA aufholen und Asien (China) sogar eine Führungsrolle übernehmen kann. Insofern sollte der Asia Wind &Solar Fonds (WKN A0RN3V) mit dem Schwerpunkt von Solaraktien aus China weiterhin in den Fokus der Anleger rücken. Aber auch die Top-Emerging-Aktien stehen weiterhin vor großen Chancen, die der Anleger mit dem Emerging Challenger Basket II (ISIN CH0107368208) der Schweizer Vermögensverwaltung Jud&Partner nutzen kann, denn die Emerging Markets sind weiterhin die Wachstumshoffnungen der Zukunft.

Zudem wurde in Deutschland das Wachstumsbeschleunigungs-Gesetz durch Allerlei Kompromisse der Länder – in Emerging Markets würde man das dann Korruption nennen – durchgebracht, was auch die Börsianer bei Laune hält, denn es bringt zumindest in Teilbereichen Steuerentlastung. Zudem wurde aber auch der neuen Haushalt präsentiert, der ein Rekorddefizit von 75 Mrd. €, mit Schattenhaushalten sogar von über 100 Mrd. € aufweist. Bisher konnte das die Anleger noch nicht beunruhigen. Auch der Downgrade von S&P der griechischen Anleihen auf BBB+ brachte keinen Anleger so kurz vor Weihnachten in Missstimmung. Die Börse schien das Thema in der Vorwoche mit dem „PIGS“ schon recht kurz „abgearbeitet“ zu haben (siehe letzte Kolumne). Auch Dubai World wurde durch Abu Dhabi gerettet, auch wenn es in der arabischen Welt kein Weihnachtsfest gibt.

Moskau zeigte sich recht früh im winterlichen Gewand, was das Gegenteil von „Warming up“ war. Auch die USA können ebenso wie in Deutschland sich über zuwenig Schnee und zuwenig Kälte nicht beklagen. Am Brocken im Harz gab es gestern mit -31 Grad C die kältesten Temperaturen seit 31 Jahren. Zwanzig Grad Minus in Deutschland lassen nichts von einem „Warming up“ der Welt erkennen, das aber dennoch an den beiden Polen der Welt deutlich erkennbar vorhanden ist. Die Eisbären sind schon auf der Flucht, nur wohin, wenn nicht in den Tierpark? Der kalte Wintereinbruch in vielen Regionen der Welt ließ den Ölpreis trotz eines starken Dollar bei 74 USD/Barrel verharren. Der Euro brach zum Dollar von 1,47 auf 1,43 ein, was absehbar war, da der Haussetrend seit März verlassen wurde. Auch die Dollarstärke konnte den Weltbörsen am dreifachen Hexen-Verfallstermin nichts anhaben.

Es gab neue Rekordumsätze an der Wall Street mit über 3 Mrd. USD, aber keine fallenden Kurse. Der Dow Jones stieg um 0,2% auf 10.328 Indexpunkte, der marktbreitere S&P um 0,58% auf 1102 Indexpunkte und der NASDAQ sogar um 1,64% auf 1807 Indexpunke aufgrund einiger guter Unternehmensdaten im Technologiesektor in den USA. Die Anleger in den USA haben auch positiv zur Kenntnis genommen, das die nach dem Magazin „Times“ „Persönlichkeit des Jahres“ Ben Bernanke als Notenbankchef für weitere 4 Jahre wiedergewählt wurde. Damit ist wohl auch sichergestellt, dass „Helikopter Ben“ als Bestandteil des „Plunge Protection Teams“ die Börsianer zunächst durch seine Nullzinspolitik bei Laune halten wird - zumindest bis Jahresende.

Die tschechische Notenbank senkte jüngst den Refinanzierungszinssatz auf 1%, was aber vielfach auf Unverständnis stößt. Gerüchteweise war schon eine Diskonterhöhung im Gespräch, weil es der Wirtschaft in den USA offensichtlich schon sehr viel besser geht. Ich bin sehr gespannt, wie es der „Persönlichkeit des Jahres“ im nächsten Jahr gelingen wird, die Billionen an Dollar wieder aus dem Markt zu schaffen, die er hineingepumpt hat, ohne die Konjunktur abzuwürgen. Es ist oft so, dass die „Persönlichkeiten des Jahres“ im Folgejahr in ein Loch fallen, wobei dies auch schon Nobelpreisträgern passiert ist.

Da wir kurz vor Weihnachten sind, will keiner negative Nachrichten hören wie die Erhöhung der Arbeitslosenanträge in den USA, das Gerücht eines Angriffs von Iran auf ein irakisches Grenzgebiet und Terroranschläge im Irak. Auch wurde das Gerücht eines Regierungssturzes in Pakistan verbreitet. Dies waren bisher nur Gerüchte, die im nächsten Jahr aber wahr werden könnten. El Kaida wird wieder auf sich aufmerksam machen und die sind im Moment überwiegend in Afghanistan, Irak und Pakistan aktiv. Sie sind und bleiben der unsichtbare Feind, der auch mit 30.000 neuen Soldaten aus den USA nicht zu vernichten ist.

Der uns politisch – vor allem in den Medien - so stark beschäftigende Kundus-Fall zeigt schon, dass es unmöglich ist, Taliban und Zivilisten zu unterscheiden. Auch die völkerrechtlich relevante, aber für die Toten und deren Angehörige unsinnige Diskussion, ob es sich um einen Krieg im Sinne des Völkerrechts handelt oder nicht, ist grotesk. Tote sind Tote, sie leben nicht mehr! Hier in Deutschland scheint man durch den Kundus-Fall in Afghanistan von den wahren Problemen ablenken zu wollen. Worum handelt es sich eigentlich bei den Terroranschlägen im Irak? Ist das Krieg, Bürgerkrieg, Terror und wer ist verantwortlich: die Polizei, das Militär, die Bürger, die Politiker? Das Irak-Öl wir gerade aufgeteilt, wobei auch LUKoil zum Zug kam. Rika wird in den nächsten Jahren trotz aller Selbstmordanschläge wieder ein bedeutsamer Ölproduzent werden, was den Ölpreis unter druck bringen könnte. Wann wird die Polizei im Irak wieder für Recht und Ordnung sorgen. Die gleichen Probleme gibt es Afghanistan und in Pakistan. Für Obman widr das leider een „mission impossible“

Auch bei Auslandseinsätzen der deutschen Polizei und des Militärs zur Abwehr von Piraten führten Kompetenzstreitigkeiten schon dazu, dass Millionen ausgeben wurden, aber kein Einsatzbefehl wegen Kompetenzstreitigkeiten zustande kam. Eines ist klar: Pakistan, Iran und Irak auch im nächsten Jahre Themen werden, die von Fall zu Fall auch die Weltbörsen temporär tangieren werden. Zumindest kosten die Militäreinsätze dem Steuerzahler weiterhin viel Geld, aber der ist ja schon lange entmündigt und wird nicht gefragt.

Auch sollte man Russland nicht unterschätzen. Ich finde den Vorschlag von Putin, gemeinsam eine neue globale Sicherheitsarchitektur zu entwickeln, positiv. Man sollte Russland und China nicht nur beim Klimagipfel, sondern auch bei globalen Sicherheitsfragen wie in Afghanistan, Iran, Irak mehr ins Boot nehmen. Dies wäre ein großer Fortschritt, der dann auch automatisch zur Abrüstung führen würde. Die Rüstungsetats sind fast überall mit die größten Haushaltsposten auf der Welt. In den USA macht der Haushalt über 500 Mrd. USD und steigt ständig jedes Jahr. Ist das wirklich notwendig?

Dabei geraten die Haushalte jetzt global aus den Fugen. Die exponentiell steigende Verschuldung wird zum Damoklesschwert der Zukunft für alle Folgegenerationen. Um von internen Problemen abzulenken, werden oft unsinnige Kriege geführt (wie der Irak-Krieg). Wir nennen uns alle im Westen Demokratien, die keine sind. Wer hat die Regierungen der Welt mit dieser Mega-Verschuldung beauftragt und wer will eigentlich wirklich, dass der Rüstungsetat einer der größten Haushaltsposten im Staatsbudget ist? Und wer will eigentlich, dass sich die Spekulanten an den Börsen und bei Banken die Realwirtschaft ruinieren können, ohne dass der Staat etwas merkt? Alles das geht zu Lasten des Wohlstands aller! Die Finanzwelt hat sich fast unbemerkt von der Realwirtschaft abgekoppelt, was im Kapitalismus möglich ist. Marx wird jetzt wieder mehr gelesen, wobei das Wort Kapitalismus eine Wortschöpfung von Marx ist. Ihm gebührt also das Copyright.

Russland wird zu Recht immer wieder angemahnt, sich weiter in Richtung Demokratie und zu einem Rechtsstaat zu entwickeln und von der „(von Putin und Medwedew) gelenkten Demokratie“ abzuwenden. Dabei wird oft vergessen, dass wir im Westen auch eine „gelenkte Demokratie“ haben und dies auch oft „vom Volk“ offensichtlich so gewollt ist, weil es bequemer ist, als eigenverantwortliche Entscheidungen mit Weitblick zu treffen. Einer der „Lenker“ der westlichen Demokratien, die übrigens von Jahr zu Jahr mehr sozialisieren als ihnen lieb ist, sind die Medien, wobei Internet schon mehr Vielfalt und Demokratieansätze darstellt.

Wer lässt sich nicht gerne durch die Medienrealität beeinflussen bzw manipulieren? Wer macht sich schon gerne selbst die Mühe der eingehenden Recherche und des Nachdenkens (auch über Folgewirkungen von Entscheidungen). Selbst Politiker von hohem Range und erst Recht Medienvertreter schreiben oft ungeprüft von einander ab und schon entsteht ein gleichförmiges Denken bei den Massen, auch bei den Anlegern. Ich bin sehr für die Selbstverantwortung und eigenverantwortliches Handeln, auch beim Anleger. Mit welchem Recht soll ein Vermögender von einem Vermögensverwalter eigentlich (mehr) Geld verdienen als ein Facharbeiter mit eigener Arbeitskraft. Die Boni-Diskussion ist nur die Spitze des Eisbergs. Auch hochdotierte Investmentbanker sollten nicht nur an ihre Boni denken, sondern was Sie zum Allgemeinwohl beitragen können. Wir brauchen mehr Kurse zum eigenverantwortlichen Handeln und zum Verstehen der Zusammenhänge.

Die Lerneffekte treten bei Anlegern – und Bankern - oft zu spät ein, da sie alle - auch von den Medien – gleichgeschaltet werden. Man verlässt sich auf das Urteil des Bankers/Vermögensverwalters, der die Produkte bzw. deren Risiken oft selbst nicht richtig versteht, selbst auf Vorstandsebene nicht! Die Finanzwelt braucht in Zukunft mehr Transparenz, Ehrlichkeit, Kontrolle und Selbstverantwortung bei den Anlegern. Die Börse muss wieder der Ort der transparenten Kapitalbeschaffung und nicht der reinen Spekulation werden, sonst führt sie sich ad absurdum.

Zudem leben wir schon lange in einer global vernetzten Welt. Die DAX-Unternehmen und alle exportlastigen Untenehmen sind überwiegend Globalisierungssubjekte. Die Finanzwelt ist schon lange global vernetzt und daher auch global verwundbar, so dass auch globale Ursache-Wirkungs-Mechanismen zu beachten sind. Ein Staatsbankrott von Griechenland (oder auch der Ukraine) könnte über Nacht durch Dominoeffekte zu einem Crash führen. Die „Schweingrippe“ war ein weiters Alarmsignal. Es gibt sichtbare und unsichtbare Viren und es gibt immer die Hoffnung, dass es einen selbst nicht betrifft. Betroffenheit kommt erst auf, wenn es einen unmittelbar selbst oder einen Familienangehörigen betrifft. Genauso ist dies bei „Klima-Opfern“. Erst wenn der eigene Keller voll gelaufen und überschwemmt oder die Heizung außer Kraft gesetzt ist, beginnt man Maßnahmen. Genauso ist es bei den Anlegern, die erst nach einem Crash nachdenklich werden oder ihren Rechtsanwalt einschalten. Werden Sie wieder pro-aktiver an der Börse und nicht „re-aktionär“!

Beginnen Sie schon jetzt mit dem präventiven Nachdenken, noch besser mit dem Querdenken. Wenigstens zur Weihnachtszeit sollte dafür ein wenig Zeit sein und auch für Ihre Angehörigen. Haben Sie auch ein Herz für Kinder – auch aus Osteuropa, die mehr als alle anderen von der Krise betroffen sind. Können wir die Welt verbessern? Yes, we can, wenn alle mitmachen – (aber nicht) wie beim Klimagipfel!? Es wird jetzt alles gut, denn es ist Weihnachtszeit.

Wer auch zur Weihnachtszeit dem eigenverantwortlichen Handeln mehr Gewicht geben wird, sollte besonders aufmerksam werden, wenn der Dow Jones Index unter 10200 Indexpunkte fallen sollte, denn dann droht eine stärkere Korrektur an den Welt- du Ostbörsen. Umgekehrt besteht bei einem Überschreiten von 10.500 Indexpunkten beim Dow die gute Chance für eine Mini-Jahresendrallye durch window dressing zwischen den Jahren. Dabei sollte auch der Dollar als Dominanzfaktor (auch wegen des „Carry Trades“) weiter beachtet werden, der bisher die Weltbörsen noch nicht destabilisiert hat. Der Dollar ist weiterhin fundamental unterbewertet und könnte weiter steigen, was den Aktien- und Rohstoffmärkten nicht schmecken dürfte. Bei unter 1,40 zum Euro wird es aber kritisch. Aber das ist nur meine unmaßgebliche Meinung. Bilden Sie sch immer eine eigene. Das Internet ist voll davon und im Internet haben auch Sie Meinungsfreiheit, ein Gut, das es zu schützen gilt und über das wir alle dankbar sein sollten, wo es (noch) vorherrscht.

Die Börse hat Sie in diesem Jahr reichlich beschenkt. Es wird also ein schönes Weihnachtsfest für Aktionäre. Seien Sie für die stärkste Hausse in der Nachkriegszeit auch ein wenig dankbar und demütig, denn am Anfang des Jahres konnte man ein solches Ergebnis wahrlich nicht erwarten. In Russland, Ukraine und Kasachstan konnten Sie in diesem Jahr mit einer Kursverdoppelung am meisten Geld verdienen. Welche Aktien aus Osteuropa jetzt im Trading-Bereich ge- oder verkauft werden sollten, können Sie auf der täglich aktualisierten Ostbörsen-Hotline 09001-8614001 (1,86 €/Min) entnehmen. Lesen die Chancen im neuen EAST STOCK TRENDS (Bestellung unter www.eaststock.de)

TV-Hinweis: Andreas Männicke wurde am 10. Dezember im DAF über die Aussichten und möglichen Jahresendrallye des russischen Aktienmarktes befragt. Sie können sich das TV-Interview jetzt unter www.anleger-fernsehen.de bei video on demand oder auch im TV-Archiv bei www.eaststock.de runterladen.

Anzeige
 

Newsletter

Newsletter

Jetzt kostenlos anmelden und von Andreas' Männicke Wissen profitieren! weiter

Termine

Archiv

27.09.17 Jetzt wird es immer bunter
10.08.17 Trump gegen Kim – gibt es nun einen (Atom-)Krieg?
31.07.17 Automobilbranche in der Vertrauenskrise – wo bleibt die Moral der Manager?
23.07.17 Drohen jetzt neue Wirtschaftskriege oder sogar ein Börsen-Crash?
25.06.17 Neue Bankenpleiten in Südeuropa

Weitere Artikel im Archiv

Hotline

Tel.: 0900 - 1-86 14 001
(€1,86/Min aus dem Netz der DT AG, Anrufe aus dem Mobilfunknetz können abweichen)