Epochaler Gezeiten- und Paradigmawechsel steht bevor: Kooperations- statt Konkurrenzwirtschaft!

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Samstag, 29. September 2012 20:41:00

„Survival of the fittest“ war der Leitsatz für das Denken in Schulen, Universitäten und Vorstandsetagen der letzten Epoche. Leistungsanreize werden über materielle Dinge wie Geld und Gewinn definiert. Wer keine „Leistung“ bringt wird rausgeschmissen. Und wer rausfällt, ist nichts mehr wert in der darwinistischen Marktwirtschaft. Mitt Romney, ein Multimillionär mit einem Einkommensteuersatz von 14%!, bezeichnet die Hälfte der Obama-Wähler als „Sozialschmarotzer“, womit er ein Eigentor oder auch für Obama eine Steilvorlage geschossen hat. Mitt Romney schließt auch einen Militärangriff gegen den Iran als „ultima ratio“ nicht aus. Obama will von diesem Lärm von außen vor der Präsidentschaftswahl am 6. November nichts wissen. Wenn ein Iran-Krieg kommen sollte, ändert sich schlagartig alles in der Welt, nicht nur an der Börse, das sollten Sie wissen.

Wir leben in einer Konkurrenzwirtschaft. „Konkurrenz belebt das Geschäft!“, ist ein geflügeltes Wort, was zum Teil auch stimmt. Das Konkurrenzdenken führt zwar einerseits zu einem „Leistungsgmehr“ und zur Innovation; es fehlt aber die soziale Komponente und die Anreizfunktionen für Motivation, Anerkennung, Lob und Sozialkompetenz. Das alte System führte zum egoistischen Denken. Es fehlt vielfach auch der Gedanke der Hilfe (zur Selbsthilfe), des Teilens, des Tauschens und der Kooperation. Kooperation ist nicht gleichzusetzen mit Gleichmacherei. Im Gegenteil: durch Kooperation können mehr Werte entstehen als im egoistischen Leistungsdenken, wo nur eine kleine Elite herausgebildet wird, die dauerhaft vom System profitiert. Ich bin nicht gegen eine Elitebildung und Leistungsträger, aber wir brauchen auch eine Elite mit sozialem Verhalten. Der Leistungsanreiz sollte sich nicht über ein Mehr an rein materiellen Dingen definieren, sondern auch anderen helfen, sich selbst zu verwirklichen, also in einem ständigen Geben und Nehmen. Ist das machbar oder zu idealistisch gedacht?

Wenn der Leistungsdruck dauerhaft zu groß und zu keiner Anerkennung führt, kommt irgendwann das jetzt immer mehr zu beobachtende „Burnout-Syndrom“. Auch sinngebende Arbeit und Arbeit mit Spaß und Freude würden jedem Unternehmen besser Gesicht stehen, als bloßer Gewinn. Wenn dann 50% der Jugend wie in Spanien, Griechenland, Italien gänzlich vom Erwerbsleben ausgeschlossen wird, wird der Nährboden für radikale Gedanken bis zu Revolutionen geschaffen. Dabei dürfte die Menschheit intelligent genug sein, sich evolutionär weiterzuentwickeln und sich nicht in eine Sackgasse zu führen. Die Kapitalisten sägen sich aber gerade den Ast ab, auf dem sie sitzen.

Ich habe das Gefühl, dass wir in den nächsten Jahren gesellschafts- und wirtschaftspolitisch – mit dem Rücken zur Wand - vor einem epochalen Paradigmawechsel stehen werden, wo sich vieles verändern wird, weil sich vieles verändern muss. Die Jahre 2013 bis 2015 werden die Menschheit vor große Herausforderungen stellen. Die nächste Generation wird in Europa auch durch das demografische Problem und der fast zwangläufigen Altersarmut vor sehr viel größeren Herausforderungen stehen als wir es heute glauben. Aber auch die nächsten Jahre werden neue radikale Weichenstellungen ergeben können, denn der Euro könnte auseinanderbrechen und es könnte zu Staatbankrotten kommen, nicht nur in Griechenland.

Alte Systeme kommen schon bald an die Grenzen der Belastbarkeit oder implodieren. Die EZB versucht nun in Kombination mit dem ESM das Problem zeitlich nach hinten zu verschieben, was aber auch nur eine temporäre Notlösung ist. Die Regierung sollte schnell aufklären, was gerade passiert, damit es die Bevölkerung auch mitbekommt. Was nicht passieren darf, ist ein Bankenrun, denn dann sind alle Banken ganz schnell pleite. Einige werden dann von einem Systemschock reden, der sich aber schon jetzt abzeichnet, wenn man dem nicht rechtzeitig entgegenwirkt.

Ein brauchbares Mittel, könnte mehr Kooperation und auch mehr Solidarität werden, Schon jetzt gibt es viele erfolgreiche Joint-Ventures auf Unternehmensebene nach dem Motto: "If you can´t beat him, join him“! Es gibt Unternehmen, wo Teamarbeit praktiziert wird und Mitarbeiter nicht nur mit Geld motiviert werden, sondern auch mit besseren, familienfreundlicheren Arbeitsmodellen; es gibt Unternehmen, wo der Kunde zum Innovationträger wird, weil Unternehmen auf die Wünsche des Kunden eingehen und schließlich gibt es das Internet, das ganze Völker mit neuen Ideen verbinden und die Welt evolutionär entwickeln kann. Wir brauchen nur einen „Rat der Weisen“ in der Welt, die die Weltgemeinschaft in die richtige Richtung lenkt. Durch das Internet könnte man sie dann auch durch Argumente und Überzeugung in die richtig Richtung lenken, bevor es eine gewaltsame Revolution von „unten“ gibt. Dieser „Rat der Weisen“ in der Welt fehlt leider. Auch die G 20 Gipfel haben diese gute Chancen leider verpasst, da jeder Staatsvertreter nur an sich bzw. sein Land dabei dachte. Es fehlt der Kooperationsgedanke auch bei der Weltpolitik. Der Kooperationsgedanke kann aber Kriege verhindern und Kriege bringen immer noch das größte Leid auf Erden.

Auf der anderen Seite gibt es aber auch immer noch Unternehmensvorstände und Politiker, die auf dem falschen Dampfer sind. Auch Europa hätte eine Chance zum Überleben, wenn nicht dann doch zu viele Politiker wieder in nationalistischen Eigeninteressen zurückfallen. Umgekehrt hat Europa und auch der Euro keine Chance zu überleben, wenn nationalistische Argumente Vorrang haben. In Europa muss Solidarität und Hilfe zur Selbsthilfe praktiziert werden, sonst fällt es auseinander und der Euro als Kunstwährung auch. Hier müssen sich Politiker genau überlegen, was sie wollen und wie sie dahin kommen wollen.

Das Bildungssystem muss radikal geändert werden. Wir müssen den Kindern wieder mehr Hoffnung auf eine lebenswerte Zukunft und neuen Idealvorstellungen geben. Gerade im Kindesalter ist es wichtig zu lernen, auch zu teilen und dem anderen zu helfen. Das ist machbar, wird aber vielfach nicht gemacht. Dies müsste sich aber in Schulen und Universitäten fortsetzen, wo auch mehr Teamarbeit geübt wird. Hier haben auch die Familien eine wichtige Erziehungsaufgabe. Oft fehlt aber in den Familie selbst an Respekt, an Ethik und gemeinsamen Erleben. Und vor allem an der Hilfe zur Selbsthilfe und zur Selbstverantwortung. So entstehen dann auch lebensuntüchtige, egoistische oder nicht mitdenkende Kinder, wohlmöglich sogar ohne Respekt und Taktgefühlt. Einige werden sogar „in der Not“ gewaltsam oder rasten völlig aus. Die Saat wird aber schon in den frühen Kindheitsjahren in der Familie gelegt.

In Großkonzernen, die nur den Gewinn für sich und die Aktionäre im Sinn haben und den Menschen als Kostenfaktor betrachten, entsteht dann später eine Atmosphäre der Angst und Unterdrückung (bis zur Versklavung). Oder es wird auf Führungsebene gemobbt. Mobbing ist auch eine Zivilisationskrankheit genauso wie viel zu wenig Zeit für die Familie durch den beruflichen Dauerstress. Wer ständig gemobbt wird – und oft gibt es Mobbing schon in der Schule – bekommt eine Depression oder den „Burnout“. Er ist dann nicht mehr leistungsfähig und am Boden zerstört. Müssen wir das zulassen? Muss das in einer arbeitsteiligen Welt mit hoher Arbeitslosigkeit so sein? Hohe Dauerarbeitslosigkeit ist auch ein gesellschaftliches Problem, das durch mehr Kooperation – auch unter den Unternehmen, aber auch überregional der Arbeitsämter – gelindert werden kann.

Die junge Generation sollte auch mit der alten kooperieren und die alte mit der jungen, nicht nur innerhalb der Familie, aber da auch. Die alte Generation hat Erfahrung, die junge Generation neue Ideen und auch mehr Technikverständnis. Hier könnten sich beide gut helfen. Aber wo wird dies praktiziert? Auch dies sollte zu unserem neuen Kooperationsmodell unabdingbar hinzugehören. Also die Jungen hören den Alten zu und die Alten den Jungen – voller gegenseitigen Respekt und Neugier, dann können wir alle davon profitieren. Kooperation ist mehr als ein Nullsummenspiel, wenn sich positive Synergien ergeben. Aus 2+2 kann dann sogar 5 werden.

Wir brauchen dann, wenn wir uns mehr gegenseitig helfen, auch weniger Staat und weniger Staat (=mehr sich selbst unterstützende Privatwirtschaft) bedeutet auch Entschuldung durch mehr Privatwirtschaft, die sich gegenseitig hilft. Dies ist machbar, aber warum wird es nicht gemacht? Der Ruf nach dem Staat, wenn man beim Sozial-Darwinismus rausfliegt, ist der falsche Weg. Richtig ist dann der Ruf nach der Familie und nach Freunden, nach dem Machbaren und nach der sich selbst organisierenden Gemeinschaft. Das Ziel muss dann sein: Hilfe durch Selbsthilfe. Hier sind auch Bartergeschäfte und eine Art Tauschwirtschaft (nicht nur) unter Familienangehörigen, Freunden und Bekannten als neues Modell denkbar. Warum gibt es eigentlich so wenige Tauschbörsen und so viele Geldbörsen auf der Welt? Dies ließe sich ändern, um auch das Leben von sozial schwachen Gruppen lebenswerter zu machen. Diese Kooperations-Idee hat also viele Facetten und sie muss weltweit Geltung bekommen. Toleranz und Respekt vor dem anderen sind die Grundvoraussetzungen jeglichen menschlichen Miteinanders. Wir brauchen auch Sponsoren, die diese Kooperation-Ideen fördern. Bitte melden Sie sich bei Interesse bei mir.

Dann lassen sich auch Konflikte wie dem Iran-Konflikt meistern. Warum fliegt Obama nicht nach Iran und beginnt einen konstruktiven Dialog, auch mit Russland und China? Es ist hier fünf vor zwölf. Alle Vertreter eines Landes wollen auf Augenhöhe miteinander verhandeln. Auch dabei geht es um Respekt und Taktgefühl. Wer das nicht kapiert, muss später Kriege führen zum Leidwesen der ahnungslosen Bevölkerung, wo es nur Verlierer und keine Gewinner geben wird.

Wir werden in den nächsten Jahren aber mehr Konflikte im alten System- und Machtdenken bekommen. Das können auch Handels- und Währungskriege werden, die jetzt schon in Gang sind. Politiker können in letzter Not gewaltsam Kriege anfangen und sie auch im „Interesse des Landes“ irgendwie begründen. Sie sind aber auch nur Machtinstrumente, die alle Beteiligten ins Elend führen. Das war im Irak so, das war in Afghanistan so und das wir auch im Iran der Fall werden, wobei ein Iran-Krieg der auslösender Faktor eines System- (und Börsen-) Crash werden könnte, von dem sich die Weltgemeinschaft nicht so schnell erholt oder eben auch zum Umdenken zwingt. Wir sollten uns nicht von Vorständen oder Politkern versklaven lassen und dies tatenlos hinnehmen. Netanjahu hat hier allerdings recht, aber weniger wegen der angeblichen Atombombe, die Iran bauen will. Die Zeitbombe tickt, auch für die vernetzte Weltgemeinschaft. Noch scheint die Börse nicht diese Gefahr sehen zu wollen. Der Dow Jones Index ist nur 4% von dem Allzeit-Hoch entfernt.

Um es ganz klar zu sagen: Ein Iran-Krieg könnte eine Weltwirtschaftskrise in 2013 auslösen, nicht nur weil dann die Ölpreise explodieren würden. Alle Industrieländer sind viel zu hoch verschuldet, was die Belastbarkeit der Systeme im nächsten Jahr auf das Äußerste steigern wird, bis es implodiert oder explodiert. An der Börse wäre dies dann ein Crash. Bei einer neuen globalen Rezession (wie in 2009 nach dem Lehman Brothers-Schock in 2008)) wären den Notenbanken und Regierungen die Hände gebunden, da alle Möglichkeiten einer Konjunkturankurbelung schon ausgeschöpft sind. Es besteht dann also kein Handlungsspielraum mehr. Dies darf also nicht passieren, kann aber durch „black swans“ passieren.

Der ESM verlängert bis jetzt die Schnur der Zeitbombe nur, aber er beseitigt nicht die Zeitbombe. Der israelische Präsident Netanjahu malte bei seiner letzten Rede auf der UN-Hauptversammlung recht verständlich eine Zeitbombe auf und malte dann eine rote Linie. Er meinte damit zwar eine Kriegsandrohung, wenn Israel nicht den Bau einer Atombombe einstellt. Aber auch Obama hätte so eine Bombe malen können und der Weltgemeinschaft sagen müssen, wo die rote Line liegt. Aber wahrscheinlich kennt er die selber nicht. Er müsste sagen: „Es geht bis hier und nicht weiter sonst droht ein Systemschock, auch in der Finanzwirtschaft und an der Börse.“ Dabei hat er aber selbst alle Schwierigkeiten, das Schuldenproblem in den Griff zu bekommen. Auch hat er es nicht geschafft, die Arbeitslosigkeit nachhaltig abzubauen und der Jugend eine Hoffnung zu geben. Vielleicht hat auch er das Kooperationsmodell noch nicht verstanden. Immerhin gesteht er seine Fehler jetzt ein. Auch Obama ist aber ein Gefangener des Systems, wie jeder Politiker. Es nützt aber wenig, nur immer auf die „Politiker“ zu schimpfen und ihnen die Schuld an allem zu geben. Wir müssen selbst was ändern und das schon bald.

Nun ist es heraus, was schon Alt-Kanzler Helmut Schmidt wollte: Peer Steinbrück ist nun der neue Kanzlerkandidat der SPD, weil er angeblich Rezepte hat, um Deutschland und Europa zu retten. Sein Hauptthema ist wie bei Obama soziale Gerechtigkeit und die Bändigung der bösen Finanzmärkte. Dadurch will er mehr Vertrauen schaffen, wobei immer noch mehr Angela Merkel in Wirtschaftsfragen vertrauen. Aber auch das Steinbrück-Vorhaben geht in diesem System aber offensichtlich nicht ohne Wachstum oder es kommt zur „Verteilungslösung“ von oben nach unten wie es Hollande in Frankreich jetzt praktizieren will. Hollande will 10 Mrd € einsparen, aber auch Steuermehreinahmen durch Umverteilung in Höhe von 20 Mrd €. Damit will er seinen Haushalt sanieren. Jeder, der mehr als 1 Mio. € verdient, wird jetzt in Frankreich zur Kasse gebeten. Das kann aber auch schnell in die Rezession führen. Spanien und Italien legten auch neue Sparprogramme vor, die aber zu Streiks und Tumulten auf die Straßen führten. In Griechenland ist dies schon ein Dauerzustand seit einigen Jahren, was aber nur die Rezession verschärfte. Diese Bilder von gewaltsamen Demonstrationen werden sich wohl fortsetzen und dabei wird er Frust der Jugend aufgrund der hohen Jugendarbeitslosigkeit immer größer. Damit steigt aber auch die Gewaltbereitschaft.

Nun droht auch eine große Gefahr, dass Großbritannien in eine Rezession gerät und im nächsten Jahr trotz aller Sparpläne das höchste Haushaltsbilanzdefizit in Europa haben wird. Die City of London, die Bastion der freien, ungezügelten Kapitalmärkte, gerät damit auch in Gefahr, angegriffen zu werden,- nicht nur von Steinbrück in Zukunft.

Steinbrück will dabei vor allem die Finanzmärkte regulieren und die Banken in die Schranken weisen. Das greift zu kurz. Bei einigen Punkten muss man ihm recht geben oder sie werden schon lange praktiziert: So haben Genossenschaftsbanken schon lange das Modell des Feuerwehrfonds erfolgreich praktiziert. Hier müssen die Geschäftsbanken nur davon lernen. Es ist aber ein „alter Hut“. Banken dürfen nicht so groß werden, dass sie im Falle einer Schieflage nicht mehr beherrschbar sind und ganze Volkswirtschaften zerstören könne, wobei die Instrumente der Derivate auch die Risiken und die Intransparenz potenzieren, so dass der Steuerzahler letztendlich für die Fehlentscheidungen von Bankenvorstände herhalten muss. Vor allem die Schattenbanken müssen jetzt transparent werden und Farbe bekennen.

Auch die 60 Mrd € für spanische Banken, die der Stresstest der spanischen Regierung am Freitag ermittelte, sind aus der Sicht des deutschen Steuerzahlers wenig verständlich, denn auch die spanischen Banken haben sich nur mit Immobilienkrediten verzockt. Ein weiteres brisantes Steinbrück-Thema sind die Steueroasen und die Schweiz, wo Steinbrück möglicherweise auf Granit stoßen wird. Der Granit wurde in der City of London gemacht und die werden sich nicht so schnell die Butter vom Brot nehmen lassen, aus rein egoistischen Gründen. Über 20 Billionen USD schlummern unversteuert in Steueroasen und das könnte schon helfen, wenn davon ein Großteil wieder in die Realwirtschaft, auch des eigenes Landes, zurückfließen würde. Auch hier dürfte es intelligentere Lösungsmöglichkeiten geben als den Datenklau, den die SPD favorisiert.

Das neue Denkmodell heißt für mich heißt Kooperations-Partner, kurz „Koopi“ statt Gegner, also Partnerschaft statt Rivalität. Dieses Modell ist auf vielen Ebenen umsetzbar, bei Unternehmen und im normalen Leben. Das bedeutet auch ein Mehr an miteinander, mehr Respekt für die Leistung des anderen, mehr Motivation, anderen zu helfen und mit andern zu teilen. Wenn man so will, brauchen wir eine Regierung des Planten auf verschieden Ebenen. Auch die Natur wird dann zurückschlagen, wenn man nicht rechtzeitig gegenlenkt gegen die allzu egoistischen und nur auf Profit angelegten Unternehmensmodelle, die die Natur (allzu stark ) ausbeuten. Die Natur muss im Gleichgewicht bleiben, sonst verlieren die Menschen die Balance.

In vielen Bereichen ist der „point of no return“ jedoch schon überschritten ohne dass wir es merken. Schreiben Sie mir bitte, wie Sie darüber denken und wie es in Zukunft weitergehen soll. Wir brauchen jetzt viele neue gesellschafts- und wirtschaftpolitischen Denkanstöße, aus ganz egoistischen Motiven der besseren individuellen Zukunftsgestaltung – und auch, ganz nebenbei, für eine stabilere und besser kalkulierbare Börsenentwicklung. Die Börse machte sich zuletzt zum Sklaven der Entscheidungen der FED und EZB. Hoffentlich bleibt das nicht so!

Die nächsten Jahre werden uns die Grenzen der Belastbarkeit des alten Systems klar aufzeigen. Dies gilt nicht nur für die Finanz- und Geldwirtschaft, sondern auch die Realwirtschaft. Viele Länder haben jahrelang über ihre Verhältnisse gelebt und immer mehr Schulden gemacht. Der einzige Ausweg scheint jetzt die Entschuldung über die sogenannten „finanzielle Repression“. Dann werden die Zinsen dauerhaft so gering gesetzt, dass man dauerhaft negative Realzinsen hat und sich der Staat so fast unbemerkt über eine leichte Inflation und höhere Steuereinnahmen durch Umverteilung entschuldet. Dieses Modell der „finanziellen Repression“ wird schon seit über 20 Jahren in Japan praktiziert. Japan ist das am höchsten verschuldete Industrieland der Welt mit einem Verschuldungsgrad von über 200% des BSP. Dennoch kann es zu keinem Finanzcrash oder Staatsbankrott, wobei Japan auch die Hauptgläubiger im eigenen Land hat und somit das Schuldenproblem intern lösen kann. Das kann Europa und erst recht die USA nicht. Die Hauptgläubiger der US-Staatsschulden sind Japan und China. Nur wer wird dort wohl am Ende am längeren Hebel sitzen?

Japan steht in unmittelbarer Konkurrenz zu China, das aber relativ geringer verschuldet ist und wohl den Ton in Zukunft in Asien angeben will. Die USA folgen nun dem japanischen Modell mit dauerhaftem Niedrigzinsen und damit negativen Realzinsen. Auch Europa wird diesem Modell folgen müssen, denn steigende Zinsen können schnell zum Staatsbankrott führen. Europa ist aber noch zu uneinig und zu zerstritten, auch zu unterschiedlich, um dieses Modell erfolgreich zu Ende führen zu können. Wobei ich mich frage, wie das enden soll.

Gefährlich wird es schon, wenn die Inflation in der westlichen Welt nachaltig über 5% anziehen sollte, denn dann müssen die Notenbanken reagieren. Unklar bleibt, wie sich der Aufkauf von Staatsanleihen und damit die Ausweitung der Geldmenge mittelfristig auswirken wird. Noch haben wir mehr ein deflationäres Szenario, wo Inflation noch kein Thema ist. Bei einer restriktiven Geldpolitik der FED oder der EZB ist aber ein Crash möglich, den auch keiner haben will. Auf der anderen Seite könnte der Bubble in US-Staatsanleihen und Bundesanleihen zu einem Problem für alle Versicherungsunternehmen der Welt werden, die den Garantiezins in Zukunft wohl kaum mehr bezahlen können. Ein Ausweg wäre die „Flucht“ in Aktien, die dann eine Aktienhausse auslösen würde.

Dazu werden die Versicherungsunternehmen aber wohl nicht den Mut aufbringen, den sie aufbringen müssten. Auf der anderen Seite sind viele Staatsanleihen für Versicherungen jetzt auch tabu, wie die Allianz jüngst mitteilte. Es herrscht also akuter Anlagenotstand bei Versicherungen und Pensionskassen und das sind immer noch die größten Kapitalsammelbecken der Welt. Ein erneuter Schuldenschnitt in Griechenland, der bevorsteht. wäre für den Allianz-Chef Michael Diekman, der 1,6 Billionen € verwaltet, ein absolutes „Horror-Szenraio“. Ich sehe aber keinen anderen Ausweg, nicht nur für griechische Anleihen. Die Troika wird im Oktober über die nächste Kredit-Tranche nach Griechenland entscheiden, die Griechenland aber nicht retten kann.

Versicherungsgesellschaften und Pensionskassen, aber auch Banken, müssen erst einmal lernen, dass auch Staatsanleihen Risikopapiere sind, die wertlos werden können und eine Endzeit haben. Möglicherweise sind Anleihen von global agierenden Weltkonzernen wie Siemens, Bayer, BASF in Deutschland, Nestle in der Schweiz, Colgate Palmolive oder Apple in den USA sogar sicherer als Staatsanleihen. Nichts ist mehr risikolos. Auch Pensionslassen und Versicherungsgesellschaften müssen in Zukunft spekulieren, um zumindest eine Garantieverzinsung zu gewährleisten. Das ist neu und das wird Auswirkungen auf die so vehement geforderte private Vorsorge haben. Versicherungsgesellschaften und Pensionskassen sind neben Banken aber auch die größten Abnehmer von Staatsanleihen. Wenn diese als Abnehmer von Staatsanleihen bei der Refinanzierung ausfallen oder geringer werden, ist eine Refinanzierung von Anleihen immer schwieriger und ein Staatsbankrott von einigen Wackelkandidaten immer wahrscheinlicher, es sei denn die EZB kauft den ganzen Schrott auf. Die erste Reaktion werden aber steigende Zinsen sein.

Man muss jetzt radikaler vorgehen, um eines Systemschock kurzfristig zu vermeiden. Irgendwann muss es einen globalen Schuldenschnitt oder zumindest einen Schuldenschnitt bei den zu hoch verschuldeten Ländern als ultima ratio geben und dann beginnt einen neue Welt des Denkens und Umdenkens. Wir werden das noch alle erleben und möglicherweise schon in 2013-2015. Es ist gut möglich, dass wir 2013-215 in eine neuen Weltwirtschaftskrise schlittern, die dann aber auch ein Nachdenken, Umdenken, Querdenken und grundlegende Erneuerung des Systems mit dem Rücken zur Wand ermöglicht.

Die Anleger freuten sich im 3. Quartal auf die Entscheidungen der Notenbanken, die zu einer weltweiten Hausse führte. Aber auch die Anleger denken oft zu kurzfristig und sie sind nur auf das eigene Wohl aus. Der DAX stieg im 3Q12 um über 20% und der Dow Jones Index ist nur noch 4% vom Allzeit-Hoch entfernt. Dabei war der September entgegen der Statistik, die immer lügt, ein überaus erfolgreicher Börsenmonat. Der Monat Oktober ist als Crash-Monat bekannt. Ich glaube noch an keinen Crash, sondern nur an eine Konsolidierung, die sich in der weitern Septemberhälfte schon andeutete und im Oktober fortgesetzt werden könnte. Es ist jetzt enorm viel Liquidität im Markt, was die Börsen stützt und die Zinsen bleiben niedrig, also ein Eldorado für die Börse. Auf der anderen Seite dämpfen die Konjunktur- und Gewinnerwartungen der Unternehmen. Der IFO-Geschäftsklimaindex fiel schon das fünfte Mal in Folge. Im Oktober werden der Wahlkampf in den USA und die neuen Konjunkturdaten im Mittelpunkt stehen.

Der DAX gab am Freitag wegen der Angst vor schlechten News aus Spanien um 1,01% auf 7216 Indexpunkte nach. Er ist damit charttechnisch leicht angeschlagen. Die Risikoaversion kam in der letzten Woche wieder ein wenig zurück bei den Anlegern, weil sich wieder so einiges in Griechenland, Spanien und Italien zusammenbraute. Auch die Indices an der Wall Street waren im Minus. Der Dow Jones Index fiel um 0,37% auf 13.440 Indexpunkte, wobei er sich vom Tagestief deutlich erholte. Der Bund-Future blieb stabil, erholte sich aber schon in den Vortagen auf 141. Der Euro verharrte bei 1,2867 EUR/USD. Bei unter 1,28 werden Rohstoff- und Aktienmärkte fallen, bei über 131 EUR/USD aber ansteigen. Gold markierte mit 1380 € ein neues historisches Rekordhoch, in USD fiel Gold leicht auf 1773 und Silber auf 34,34 USD/Unze, was nach der Rallye der Vorwochen nicht verwundert.

Der russische RTS-Index war im September sehr volatil und stieg erst auf 1600, um dann wieder unter 1500 Indexpunkte scharf zu korrigieren. Dabei fiel der Brentölpreis im September auch von 117 auf 111 USD/Barrel um sich dann leicht auf 112 USD/Barrel zu erholen Auch der WTI-Ölpreis fiel auf unter 90 USD/Barrel, was ein erstes Warnsignal ist. Die Moskauer Börse blieb damit trotz der niedrigsten Bewertung auf der Welt bisher nur ein Trading-Markt

Sie sollten nach der bemerkenswerten Rallye im Juli/August/September gerade jetzt besonders die Markttechnik beachten, die ich Ihnen recht ausführlich im neuen EAST STOCK TRENDS (EST) beschreibe. Achtung: jetzt beginnt die Zeit der „Schnäppchenjäger“! Der sehr treffsichere ESI-Seminar-Indikator steht immer noch auf „Buy“! Wie Sie sich jetzt konkret verhalten sollen und auch welche Aktien in Osteuropa aussichtsreich sind, können Sie nachlesen, wenn Sie jetzt ein Probe Abo- des monatlich erscheinenden Börsenbriefes EAST STOCK TRNDS (3 Ausgaben per e-mail für nur 15 €) unter www.eaststock.de bestellen. Die beiden Muster-Depots konnten sich im Wert seit Auflegung vor 3 Jahren trotz aller Krisen verdreifachen.

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