Entspannung im Russland/Ukraine-Konflikt eröffnet neue Trading-Chancen

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Sonntag, 30. März 2014 12:49:00

Die Krim-Krise dominierte die letzten beiden Wochen das Geschehen an den Weltbörsen. Während in den ersten beiden Märzwochen noch der Konfrontationskurs im Vordergrund stand und eine Eskalation in der Ost-Ukraine befürchtet wurde, scheint sich nun erstmals die Situation zu entspannen. Zuvor drohte einen „kalter Krieg“ zwischen Russland gegen (fast) den Rest der Welt auszubrechen, indem die EU und die USA mit Wirtschaftssanktionen drohten, wenn Russland die territoriale Integrität der Ukraine wie im Fall der Krim noch einmal missachtet.

Janukovic erwies sich hingegen als Kriegstreiber, indem er von Rostov aus die östlichen Regionen aufforderte, ein Referendum wie in der Krim zu machen und sich damit Russland anzuschließen. Kriegstreiber sind aber auch bei der Swoboda-Partei zu finden, wobei einige Mitglieder sogar den Atom-Sperrvertrag aufkündigen wollen, um dann in 6 Monaten auch Russland mit der Atombombe zu drohen.

Als Kriegstreiber erwies sich aber auch die Präsidentschaftskandidatin Julia Timoschenko, die „den Dreckskerl Putin an liebsten selbst eine Kugel mit einer Kalaschnikow in den Kopf schießen will“, wenn sie da bei einem Telefonat mit einem ukrainischen Politiker richtig zitiert und richtig übersetzt wurde. Dieses Statement ist einer zukünftigen Präsidentschaftskandidaten unwürdig und völlig inakzeptabel. Indessen hat Vitali Klitschko sein Kandidatur zum Präsidenten zurückgezogen. Er will nun für das Bürgermeisteramt in Kiew kandidieren und den Geschäftsmann und Milliardär Petro Poroschenko unterstützen, der erst am Freitag seine Kandidatur angekündigt hat und große Chancen hat, die Wahl zu gewinnen. Ich frage mich aber die ganze Zeit, wann in der Ukraine Parlamentswahlen stattfinden sollen, die mindestens genauso wichtig sind, denn die gegenwärtige Übergangsregierung mit den Mitgliedern der nationalistischen Swoboda-Parteien ist nicht demokratisch gewählt und damit m.E. auch nicht legitimiert, irgendwelche Verträge zu machen, auch nicht mit der EU.

Putin rief am Freitag Obama in Dubai am Telefon an und machte seinerseits erste Vorschläge, wie man die Situation entspannen könnte. Obama fordert den Abzug der Truppen an der ukrainischen Grenze. Putin scheint nun bereit zu sein, nicht in der Ukraine militärisch einzugreifen, wenn die Ukraine sich bereit erklärt, nicht in die NATO einzutreten. Die Ukraine soll ein Föderation werden, bei der auch die Interessen der russischsprachigen Bevölkerung in der Ost-Ukraine hinreichend Berücksichtigung finden. Zudem will Putin, dass sich die westlichen Regierungen auch von der Swoboda-Partei distanzieren, vor der die Russen in der Ost-Ukraine Angst haben, wie ich meine, zu Recht. Putin ist auch besorgt um die abtrünnige Region Transnistrien an der Grenze der Ukraine, die sich von der Republik Moldau losgesagt hat und politisch sowie wirtschaftlich von Russland unterstützt wird.

Möglicherweise gelingt schon am Sonntagabend bei den Gesprächen zwischen Kerry und Lawrow in Paris der Durchbruch für eine friedliche und diplomatische Lösung des Ukraine/Russlands-Konflikts und damit wäre der Weltgemeinschaft und den Weltbörsen am meisten geholfen. Freilich rücken dann andere Themen wieder in den Vordergrund wie die zukünftige FED-Politik mit der Konsequenz steigender Zinsen ab Frühjahr 2015, wie das die FED-Chefin Janet Yellen unlängst ankündigte. Zunächst dürften aber positiv verlaufende Gespräche in Paris die Weltbörsen beflügeln. Dabei hat die Moskauer Börse, die zuvor bei den Anlegern nicht nur wegen der Krim-Krise in Ungnade fiel, besonders hohe Rebound-Chancen. Schon seit dem 18. März, also der Annexion der Krim durch Russland stiegen die Kurse an der Moskauer Börse um fast 10%, weil Putin in seiner Rede äußerte, dass er keine Ambitionen habe, in die Ukraine einzumarschieren. Zuvor gab der RTS-Index aber von 1200 auf fast 1000 Indexpunkten nach, so dass die Moskauer Börse seit Jahresbeginn mit einem Minus von fast 20% einer der Top-Verlierer der Weltbörsen war.

Der DAX ist letzte Woche um 1,7% gestiegen. Am Freitag stieg der DAX um 1,39% auf 9576 Indexpunkte; der Dow Jones verlor in der letzten Woche um 0,5% konnte am Freitag aber um 0,36% auf 16.323 Indexpunkte zulegen. In den USA haben alle Großbanken mit Ausnahme der Citigroup den neuen Bankenstresstest mit Bravour bestanden. Spannender dürfte dann schon der EZB-Bankenstresstest für europäische Banken im Sommer werden. Dabei blieb der Euro zum Dollar stabil bei 1,3750. Gold war in der letzten Woche wenig nachgefragt und fiel von 1330 auf unter 1300 USD/Unze. Der Bund-Future stabilisierte sich 143,70.

Der Brentölpreis konnte sich letzte Woche leicht von 106,6 auf 108 USD/Barrel und der WTI-Ölpreis von 99,5 auf 101,62 US/Barrel erholen. Nicht nur deswegen stieg der RTS-Index der Moskauer Börse in der letzten Woche um fast 5% von 1130 auf 1186 Indexpunkte. Bei über 1210 Indexpunkten entsteht ein Kaufsignal. Der Euro gab zum Rubel leicht von 50 auf 49,2 EUR/RUB nach, so dass neben den Kurs- auch noch leichte Währungsgewinne bei Anlagen in Russland für deutsche Anleger hinzukamen. Dies war zuvor genau umgekehrt bis zum 18. März, als die Krim russisch wurde. Die Krim-Krise scheint damit börsentechnisch abgehakt zu sein. Ob es zu einem fortgesetzten Pull back der Moskauer Börse kommt, wird wiederum auch von dem Gesprächsverlauf zwischen Kerry und Lawrow in Paris abhängen. Gute Signale von Paris werden auch die Weltbörsen beflügeln.

Mein Motto bleibt daher: „Go east - In der Krim-Krise liegt die Chance!“. Trotz der Währungsturbulenzen und politischen Unruhen tun sich für den anti-zyklisch orientierten und risikogeneigten Anleger jetzt neue Chancen im unterbewerteten Osteuropa-Universum auf, denn die preiswertesten Aktienmärkte der Welt kommen aus Osteuropa. Interessante Aktien aus Osteuropa werden im EAST STOCK TRENDS vorgestellt. Einige Aktien im Muster-Depot des EAST STOCK TRENDS wie Magnit (>1200%) und Bank of Georgia (>1800%) konnten sich sogar seit Erstempfehlung in 2009 mehr als verzehnfachen. Aussichtsreich sind jetzt auch russische Stahl- und Goldaktien als Turnaround-Kandidaten, aber nur mit gestaffelten Abstauberlimits aufgrund des noch intakten Bärmarktes.

Welche Erholungschancen Sie in Russland, Ukraine und Osteuropa im Detail haben, können Sie im monatlich erscheinenden Börsenbrief EAST STOCK TRENDS (Probe-Abo mit 3 Ausgaben für nur 15 €, siehe www.eaststock.de) nachlesen mit so einigen neuen „Geheimtipps“, die die NSA noch nicht kennt. Beachten Sie bitte auch die dort angegebenen kritischen Chartgrenzen im EST. Im neuen EST wird auch diskutiert, was von Bitcoins als alternatives Zahlungsmittel im Internet zu halten ist.

TV- und Vortrags-Hinweise: Andreas Männicke wird am 4. April 2014 live auf der „Invest“ von Dietmar Deffner in N24 über die Risiken und Chancen der Krim/Ukraine-Krise befragt. Herr Männicke wird auch am 4./5. April 2014 auf der „Invest“ in Stuttgart beim Stand von Activ Traders anwesend sein und einige Vorträge über die „Krim-Krise – Chance oder Crash?“ halten. Schauen Sie doch mal bei der „Invest“ in Stuttgart vorbei. Herr Männicke schrieb zudem die Titelstory für das Derivate-Magazin, das ab Anfang April am Kiosk zu haben ist.

Seminar-Hinweis: Das nächste ESI-Ostbörsen-Seminar „Go East - In der Krim-Krise liegt die Chance“ wird am 13. Mai 2014 um 17.00 Uhr in Frankfurt/M stattfinden. Info du Anmeldung unter www.eaststock.de, dort unter „Seminar“ oder unter Tel 040/6570883040/6570883

Andreas Männicke hat einen neuen, eigenen EastStockTV-Channel bei www.youtube.de eingerichtet. Sie brauchen nur bei der Suchfunktion bei www.youtube.com „EastStockTV“ eingeben. Sie können dort auch den TV-Kanal abonnieren. Die neue Sendung vom 30. März befasst sich in der Folge 16 auch mit der neuen „Entspannungspolitik“ USA/Russland und den Chancen an den Welt- und Ostbörsen. Wenn Sie hier bestimmte Themen besprochen möchten, dann schreiben Sie es mir. Ich werde dann auch versuchen, Klartext wie immer zu reden.

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