Eastern Europe is simply the best!

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Dienstag, 18. Januar 2011 17:09:00

„Warum denn in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah?“ ist ein altbekanntes, etwas abgewandeltes Goethe-Zitat, das aber auch für die Börsen Osteuropas zutrifft. Während die meisten Anleger bei Emerging Market-Anlagen die Börsen aus Asien(wie China, Indien) im Visier haben, werden die geografisch wesentlich näher liegenden Börsen aus Osteuropa oft sehr stiefmütterlich behandelt.

Besonders in Haussephasen gibt es in Osteuropa aber sogar im Emerging Market Universum immer wieder selektiv deutliche Outperformancechancen. So erfreuten im letzten Jahr vor allem die Börsen Kiew aus der Ukraine mit einem Plus von 117% sowie die Börse OMX Tallinn aus dem neuen EWU-Land Estland (>80%) die Anleger. Noch besser schnitt die Börse aus der Mongolei mit einem Plus von 130% ab, wobei es hier aber nur über Umwege Anlagevehikel über ausländische Firmen, die in der Mongolei aktiv sind, gibt.

Die Börse Tiflis aus Georgien zählte in 2010 ebenfalls zu den Shooting-Stars unter den Weltbörsen, wobei sich alleine der Kurs des größten Titels Bank of Georgia sogar von 5 auf 15 € verdreifachte. Aber auch die Börse aus Kasachstan zählte im letzen Jahr mit einem Plus von über 30% wie schon im Vorjahr zu den wenig beachteten Outperformern. Das BSP-Wachstum betrug in Kasachstan über 7%. Kasachstan profitiert von dem Rohstoffhunger des Nachbarlandes China.

Nicht unerwähnt bleiben, dabei aber die hohen Liquiditätsrisiken an diesem „Exotenbörsen“. Zudem waren diese „Exotenbörsen“ im Crash-Jahr 2008 auch besonders stark gefallen (>70%). So liegen die Aktienkurse in der Ukraine im Durchschnitt immer noch 50% unter den Hochständen im April 2008.

Unter den liquiden und marktbreiten Börsen konnten aber auch die Warschauer und die Moskauer Börse jeweils mit einem Plus von über 20% den DAX im letzten Jahr deutlich outperformen. Dabei kam aber erst im letzten Quartal so richtig Schwung in die Börsen. Durch die Geldlockerung der FED, das sogenannte „quantitative easing 2“, wurde der Appetit für Risikoinvestments wieder größer und die Fonds, vor allem auch die ETFs, bekamen Kapitalzuflüsse, was auch die Börsen dann nach der langen Seitwärtsbewegung bis in den Spätsommer nach oben brachte.

An der Moskauer Börse konnte man wiederum durch eine Branchendifferenzierung den RTS-Index outperformen. So konnten sich die russischen Konsumaktien wie der „everybody darling“ Magnit und die X 5 Retail Group im letzten Jahr im Durchschnitt im Kurs fast verdoppeln. Durch die Übernahme des Getränke- und Molkereiprodukteherstellers Wimm Bill Dann durch Pepsi Cola bekamen die Konsumaktien im November einen zusätzlich Impuls. Aber auch Metallaktien performten mit einem Plus von über 50% weit besser als Öl/Gasaktien, die aber die russischen Indices dominieren. Die russischen Gold- und Silber-Produzenten wie Polyus und Polimetal wurden durch die starken gestiegenen Gold-und Silberpreise nach oben getrieben und erreichten zum Teil sogar neue Allzeit-Hochs. Es gibt es schon jetzt einige russische Konsum- und auch Metallaktien mit neuen Allzeit-Hochs. Der von mir geprägte Seminar-Slogan „in der Krise liegt die Chance!“ traf also zu. Dabei befindet sich der RTS-Index aufgrund der Dominanz der Energietitel immer noch 25% unter dem Allzeit-Hoch vom Mai 2008.

Aber auch die russischen Öl- und Gasaktien wie Gazprom und LUKoil kommen jetzt allmählich in Fahrt, nachdem auch der Ölpreis mit 93 USD/Barrel ein neues 26-Monats-Hoch erreicht hatte. Auch die erst letztes Wochenende bekanntgegebene geplante Überkreuzbeteiligung von Rosneft und BP durch Aktientausch im Gegenwert von 7,8 Mrd. USD ließ den Kurs von Rosneft am 17. Januar um 10% sprunghaft ansteigen.

Das größte Softwareunternehne IBS Group – die Microsoft aus Russland -, die als erstes russisches Unternehmen nicht in London oder New York, sondern an der Frankfurter Börse als GDR eingeführt wurde, konnte den Kurs seit dem Tief Ende 2008 sogar schon mehr als verzwanzigfachen. Einige Unternehmen befinden sich auf dem besten Weg zum Tenbagger, also Kursverzehnfacher. Die „russische Facebook“ Mail.ru ging erst Ende letzten Jahres an die Londoner Börse. Das IPO war zwanzigfach überzeichnet und damit ein Erfolg. Mail.ru ist an Facebook mit 5% beteiligt, was wiederum durch den Einstieg von Goldman Sachs bei Facebook aufgewertet wurde.

Die „russische Google“ Yandex strebt nun auch als GDR an die Londoner Börse. Yandex ist die die mit Abstand größte russische Suchmaschine Russlands. Yandex will mit 1,2 Mrd USD wesentlich mehr beim IPO einnehmen als Mail.ru. Die Kurse sind sehr ambitioniert, aber die Aktien sind auch aufgrund des enormen Wachstumspotentials „sexy“.

Auch der russische Kokshersteller Koks Group - welch griffiger Name - will jetzt an die Londoner Börse gehen. Mein Motto bleibt für Osteuropa: „Machen Sie Kohle mit Kohlaktien.“ Dies traf auch für den tschechischen Koksherstellers New World Resources zu, der im Dezember schon um 30% im Kurs anzog. Aber auch russische und ukrainische Kohleproduzenten sind zwar schon seit Mitte letzten Jahres stark gestiegen, haben aber noch Potential, Gut gefällt mir auch Hunnu Coal, die in Sydney gelistet, aber in der Mongolei operativ aktiv sind.

Neben IPOs werden aber auch M&A-Aktivitäten innerhalb Osteuropas die Kurse bewegen. So werden bis Mai die russischen Düngemittelproduzenten Uralkali und Silvinit zum zweitgrößten Düngemittelproduzenten der Welt mergen. Ende letzten Jahres machte auch der ungarische Ölkonzern MOL Magyar der kroatischen INA eine Übernahmeofferte, was den Kurs von INA gleich an der Börse auf ein neues Allzeit-Hoch verdoppeln ließ. Gespannt sein darf mit in diesem Zusammenhang, was der russische Ölwert Surgutneftegas mit seiner 21%-Beteiligung an MOL vorhat. Surgutneftegas schiebt Cashbestände von über 23 Mrd. USD vor sich her und keiner weiß, was der Vorstand mit dem Geld machen will. Auch der Kurs von Surgutneftegas konnte sich Ende letzten Jahres von der Seitwärtsbewegung befreien und stieg wie fast alle russische Ölwerte seit Dezember um etwa 20% von 7 auf 9 € an.

Nach der Übernahmeofferte von INA durch MOL stieg gleich der CROBEX-Index aus Kroatien, der bis dahin noch im Winterschlaf war, im Dezember um 18% sprunghaft an. Kroatien wird nun als nächstes EU-Beitrittsland gehandelt, kann wirtschaftlich aber noch nicht überzeugen. Handelbar ist Kroatien als Investmentland über diverse Kroatien-Zertifikate. Aber auch Slowenien, Serbien, Rumänien und Bulgarien, die in 2010 enttäuschten, sind schon über Länder-Basket-Zertifikate oder als Zusammenfassung über ein SETX-Index-Zertifikat handelbar. Die Länder Südosteuropas litten im letzten Jahr noch unter der „PIGS“-Krise in Südeuropa, wurden aber nicht ernsthaft dauerhaft angesteckt und haben daher noch Nachholpotential.

Die Budapester Börse schnitt im letzten Jahr unter den zentralosteuropäischen Börsen am schlechtesten ab. Sorgen bereiten jetzt das neue „diktatorische“ Mediengesetz und die neue Sondersteuer für ausländischen Unternehmen sowie die Bankensteuer. Die Regierung hat alle Mühe, die IWF-Auflagen zu erfüllen. Auch in Rumänien gibt es noch eine Rezession. Das BSP sank in Rumänien im letzten Jahr um 2%. Auch die Bukarester Börse enttäuschte in 2010 mit einem Minuszeichen.

Die Börsen aus der Ukraine und Moskau sind schon wieder gleich zu Jahresbeginn mit einem Plus von über 6% deutliche Outperformer unter den Weltbörsen - erst recht gegenüber dem DAX. Daher wiederhole ich meinen Apell, dass sich die deutschen Anleger intensiver mit den Börsen Osteuropas, also ihren europäischen Nachbarn, befassen sollten. Zumindest sollten Sie die osteuropäischen Länder mehr bereisen, um auch ein gutes Gespür für ein Investment in Osteuropa zu bekommen. Zu den Großstädten nach Osteuropa brauchen Sie zuweilen weniger Flugzeit wie nach Mallorca, geschweigen denn nach Asien oder Lateinamerika als interessante Emerging Markets. Dabei gebe ich abschließend aber auch gerne das noch viel besser Originalzitat wieder:

„Willst du immer weiter schweifen?
Sieh, das Gute liegt so nah.
Lerne nur das Glück ergreifen,
Denn das Glück ist immer da“ (Goethe). Und jeder ist bekanntlich seines Glückes Schmied!

Es wird in Osteuropa auch in 2011 selektiv immer wieder Outperformancechancen und spannende Investmenthemen geben. Auch Immobilienanlagen in Prag sind eine Überlegung wert. Vor dem Investieren sollten Sie aber eingehend informieren!

Bestellen Sie daher jetzt ein Probe-Abo für den monatlich erscheinenden Ostbörsenbrief EAST STOCK TRENDS (EST, siehe www.eaststock.de). Im EST als wird auch immer auf das „big picture“ eingegangen, also auf die Hintergründe der gegenwärtigen Gold/Silberhausse und das Pro und Contra an den Weltbörsen, was immer auch Rückwirkungen auf die aufstrebenden Ostbörsen hat.

Die beiden Osteuropa-Muster-Baskets des EST konnten seit März 2009 in einem Jahr im konservativen Red-Chip-Portfolio eine Performance von 249% und im spekulativen Muster-Basket sogar von 360% erzielen. Aktien wie die Holding AFK Sistema konnten sogar um über 700% und das Softwareunternehmen IBS Group um über 2000% (!) zulegen und haben noch Potential. Ausgehend von den Tiefstkursen bestehen realistische 1000%-Chancen. Es gibt eine ganze Reihe von Werten in Russland mit neuen historischen Höchstkursen wie zum Bespiel die Konsumaktien X 5 Retail Group und Magnit. Auch russische Gold/Silberaktien wie Polimetall haben noch Potential.

Welche Aktien aus Osteuropa jetzt im Trading-Bereich ge- oder verkauft werden sollten, können Sie auf der täglich aktualisierten Ostbörsen-Hotline 09001-8614001 (1,86 €/Min) entnehmen. Wenn Sie Interesse an Ostbörsen- oder Emerging Market-Seminaren haben, dann melden Sie sich bitte bei der ESI GmbH (info@eaststock.de; Tel: 040/6570883).

Bitte schreiben Sie uns auch, welche Märkte für Sie besonders interessant sind und mit welchen Aktien Sie in 2010 die beste Performance erzielen konnten.

Interview-Hinweise: Andreas Männicke wurde am 13. Januar 2011 von der Deutsche Welle (Andrey Gorkov, Russlandredaktion, www.dw-world.de) über den Jahresausblick für die Moskauer Börse, am 7. Januar 2011 im Börsen Radio Network über die Chancen in Russland und am 5. Januar 2011 um 12.00 Uhr im DAF (www.anleger-fernsehen.de) von Andreas Gross über die Anlagechancen in Osteuropa in 2011 befragt. Sie können sich die TV- und Radio-Interview, falls Sie sie verpasst haben sollten, jetzt unter www.eaststock.de bei der Rubrik "Interviews" runterladen. Bitte vormerken: Das nächste TV-Interview von Andreas Männicke über Osteuropa ist am 27. Januar 2011 im DAF im Dr. Jünemann-Talküber Osteuropa und am 3. Februar 2011 um 13.00 Uhr im Geldanlagecheck in NTV/Telebörse (www.teleboerse.de) über Russland.

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