Drohen jetzt neue Wirtschaftskriege oder sogar ein Börsen-Crash?

Drucken Speichern

Sonntag, 23. Juli 2017 21:18:00

Die USA wollen noch vor der Sommerpause im Kongress ein neues Sanktionsgesetz gegen Russland beschließen, das aber auch europäische Unternehmen beim Bau der Nordischen Pipeline betreffen und beeinträchtigen könnte. Der vom US-Senat initiierte Gesetzentwurf wird u.a. mit der Wahlbeeinflussung durch russische Hacker im US-Wahlkampf begründet, die aber noch nicht erwiesen ist. Zudem hat Trump im Sommer ein "Kremlingate", also ein Amtsenthebungsverfahren durch seine mögliche "Russland-Connection" zu befürchten.

Deutsche Politiker sind erstmals, gegen das neue US-Sanktionsgesetz, obwohl auch die EU die Sanktionen gegen Russland aufgrund der geringen Fortschritte beim Minsk 2-Prozess gegen Russland verlängert haben. Gegen den Iran wurden seitens der USA die Sanktionen bereits verschärft. Aber auch Deutschland droht nun dem türkischen Präsidenten Erdogan mit Wirtschaftssanktionen. Dabei spielen Politiker Gott und belasten die Wirtschaftsbeziehungen. Der DAX reagierte bereits mit deutlichen Kursverlusten. Gold und Silber konnte sich leicht erholen. 7 Börsen aus Osteuropa bleiben aber die Outperformer, die den DAX in der Performance klar schlagen konnten. Es melden sich aber immer mehr Crash-Propheten zu Wort.

Neues US-Sanktionsgesetz gegen Russland sorgt für Wirbel

Noch vor der Sommerpause soll das vom US-Senat imitierte US-Sanktionsgesetz im US-Kongress gegen Russland beschlossen werden. Dabei sollen aber auch europäische Unternehmen bestraft werden können, die sich beim Bau der Nordischen Pipeline beteiligen. Dahinter stecken wiederum amerikanische Wirtschaftsinteressen, die in Zukunft auch Flüssiggas im großen Stil nach Europa exportieren wollen. Begründet wird das neue US-Sanktionsgesetz zwar wiederum mit der Annexion der Krim, dem Einfluss Russlands in der Ost-Ukraine und der der möglichen Beeinflussung des US-Wahlkampfes. Aber in Wirklichkeit stecken auch handfeste Wirtschaftsinteressen dahinter, die dazu dienen Amerika groß und Europa und hier insbesondere Russland klein zu machen. Zum ersten Mal gab es auch offene Kritik von Angela Merkel gegen das geplante US-Sanktionsgesetz, da es sich auch gegen europäische Unternehmen richtet.

„Russophobie“ im US-Senat

Es scheint zudem, dass der US-Senat ein wahre „Russophobie“ hat und nichts unterlässt, um auch Russland wirtschaftlich zu schaden. Das neue US-Sanktionsgesetz gehört daher auch in die Rubrik Wirtschaftskrieg, den Europa nun auch mit den USA befürchtet. Die USA haben aber auch schon relativ grundlos die Sanktionen gegen den Iran verschärft. Alles dies ist ganz im Sinne der Trump-Politik, dem aber auch viele US-Kongressabgeordnete folgen. Zudem halten sich die USA auch militärische Optionen beim Nord-Korea-.Konflikt offen.

„Kremlingate“ ante portas

Dennoch muss Trump im Sommer nun ein von einem Demokraten offiziell beantragtes Amtsenthebungsverfahren über sich ergehen lassen wegen des Verdachts auf Landesverrats im Rahmen seiner „Russland-Connection“ während des Wahlkampfes und der Wahlbeeinflussung durch russische Hacker. Dabei werden nun auch die E-Mail-Konten der Söhne von Trump verschärft untersucht, nachdem dort Russlandkontakte während des Wahlkampes nachgewiesen werden konnten.

Trump brachte schon eine mögliche Begnadigung als Machtinstrument des Präsidenten ins Spiel, wobei es strittig is, ob dieses auch bei den eigenen Söhnen gelten könnte. In jedem Fall könnte Trump durch das sogenannte „Kremlingate“ einiges „Sommertheater ins Haus stehen, was für Unsicherheit auch an den Börsen sorgen könnte. Bisher werden die US-Börsen aber mehr von der gerade laufenden Berichtssaison dominiert, wo vor allem Technologieaktien weiter im Wachstum überzeugen können.

„Tenbagger“-Chancen an der NASDAQ

So hat Netflix wegen der hohen Schulden zwar weiterhin einen negativen Cash flow, aber die Wachstumszahlen bei den Neukunden überzeugten noch mehr, so dass der Kurs auf ein neues Allzeit-Hoch von 188 USD-Dollar. Ende 2003 ward das Unternehmen noch bei unter 1 US-Dollar zu haben. Einen ähnlich beeindruckenden Kursanstieg hatten aufgrund der guten Wachstumszahlen auch Amazon, das am 20. Juli noch ein neues Allzeit-Hoch von 1034 USD-Dollar erreichte. Amazon war im Jahr 1997 noch unter 2 US-Dollar und im Jahr 2001 bei etwa über 5 USD-Dollar zu bekommen und stieg seit dem um den Faktor 500 bzw. 200. Aber Apple verzehnfachte den Kurs seit 2003 von 15 auf 150 US-Dollar, wobei hier der Kurs in Wahrheit wesentlich mehr stieg, da es bei 2014 bei einem Kurs von fast 500 USD einen Aktien-Split gab. In Wahrheit stieg der Kurs daher im Faktor über 30 seit 2003. Alphabet (bzw. Google) stieg seit Mitte 2004 von unter 50 auf 1000 US um den Faktor 200! Facebook stieg seit dem Tief im Jahr 2003 von unter 20 auf nunmehr 164 US-Dollar und ist damit auch auf dem besten Wege ein Tenbagger, also Kursverzehnfacher zu werden.

WANT besser als FANG

Noch besser als die sogenannten FANG-Aktien, also Facebook, Amazon, Netflix und Google, schnitten in diesem Jahr die sogenannten WANT-Aktien mit den Aktien Wibo, Alibaba, Netease Tencent - mithin die „Chinaböller“ aus China. So ist Amazon zwar in diesem Jahr um 30 Prozent gestiegen, Alibaba aber um fast 70%. Das Internet ist her bei allen Unternehmen der globale Wachstumstreiber. Kritiker warnen aber auch hier von einer neuen Blase und ein Überbewertung. Aber auch der NASDAQ ist noch nahe dem neuen Allzeit-Hoch bei 6387 Indexpunkten, so dass die neuen Spannungen zwischen den USA und Europa auch hier noch keine Auswirkungen hatte.

Crash-Propheten nehmen zu

Es gibt jetzt aber immer mehr Crash-Propheten. Neben der Bären Marc Faber und Jim Rogers meldet sich jetzt erneut der Ex-US-Präsidentschaftskandidat Ron Paul zu Wort, der bis Oktober einen Kurszusammenbruch an der Wall Street um 25 Prozent kommen sieht und einen Anstieg des Goldpreises um 50 Prozent. Auch George Soros hält den US-Aktienmarkt für überbewertet. Zudem machen die viele faulen Automobil- und Studentenkredite in den USA Sorgen. In Deutschland droht den deutschen Automobilkonzernen wohlmöglich ein Kartellverfahren der EU wegen unerlaubter Preisabsprachen

FED spielt mit dem Feuer

Alle genannten Crash-Propheten machen die FED für die Überbewertung des US-Aktienmarktes verantwortlich. Dabei kündigte die FED jetzt weiter Zinserhöhungen war. Der geplante Rückzug und Weg zur Normalisierung wird aber noch steinig werden, insbesondere wenn de FED im 4. Quartal dem Markt Liquidität entziehen und die Zinsen weiter ansteigen lassen will. Das ist ein Spiel mit dem Feuer. Zunächst wird aber die US-Berichtsaison darüber entscheiden, wie es im Sommer weitergeht. Sowohl eine Sommerflaute als auch eine fortgesetzte Sommerrally und damit neue All-Zeit-Hochs an der Wall Street sind noch möglich.

Türkei-Konflikt belastet den DAX

Allerdings zeigten die erneuten Spannungen Deutschlands mit der Türkei mit der Möglichkeit von Wirtschaftssanktionen gegen die Türkei schon am Freitag erste Schleifspuren beim deutschen Aktien-Index DAX, der um 1,57 Prozent auf 1.252 Indexpunkte nachgab. Dadurch fiel auch der Euro-Stoxx um 1,37 Prozent auf 3554 Indexpunkte. Damit stieg der DAX in einem Jahr immerhin noch um 20 Prozent und der Eurostoxx um 17,9 Prozent an während der NASDAQ Comp. Index sogar 25,9 Prozent in 1 Jahr zulegen konnte.

Gold und Silber leicht erholt

Gold konnten am Freitag um 0,87 Prozent auf 1255 US-Dollar/Unze und Silber um 1,16 Prozent auf 16,5 US-Dollar/Unze, womit der Goldpreis in Jahr immer noch 4,6 Prozent nachgab und Silber sogar um 15,1 Prozent. In 5 Jahren verlor Gold in US-Dollar sogar über 20 Prozent an Wert und Silber um fast 40 Prozent. Gold war bisher keineswegs der von vielen Goldanlegern erhoffte „sichere Hafen“. Gold und Silber haben aber jetzt Erholungspotential.

Bitcoins schwanken stark, blieben aber Outperformer

Bitcoins erholten sich nach dem vorherigen Kurseinbruch um über 30 Prozent wieder von unter 2000 auf über 2300 Euro und bleiben damit auch nach der Korrektur mit einer Kursverdoppelung seit März 2107 die beste Geldanlage der Welt. Es entstehen jetzt aber immer mehr Kryptowährungen wie Etherum und Ripples, die dem Bitcoins Konkurrenz machen werden.

Die besten Börsen der Welt kommen aus Osteuropa

Noch wesentlich besser als der DAX und sogar der NASDAQ-Index schnitten in diesem Jahr viele Börsen-Indices aus Osteuropa ab. So kommen, wenn mal einmal von Venezuela absieht, die Börsen aus Lettland mit einem Plus von 35 Prozent und aus Kasachstan mit einem Plus von 31 Prozent die beiden am besten performenden Börsen der Welt. Beide genannten Aktienmärkte sind aber sehr markteng und illiquide.

8 Osteuropa-Börsen als Outperformer

Insgesamt zählen damit schon wieder 8 Börsen aus Osteuropa zu den 30 am besten performenden Aktienmärkten der Welt angeführt wie erwähnt von den Aktienmärkten aus Lettland und Kasachstan (jeweils >+30% in 2017), gefolgt von den Aktienmärkten aus Bulgarien (+20,3 Prozent), Polen ( +18,7 Prozent), Estland (+14 Prozent), Rumänien (+11 Prozent), Litauen (+11 Prozent) und Slowenien (+10%). Aber auch der österreichische ATX-Index, der viele Aktien mit starken Osteuropa-Geschäft beinhaltet, stieg schon um 21 Prozent und der türkische ISE 100 Index um 28,7 Prozent – trotz Erdogan. Der CECE-Index, ein Kunstprodukt der Wiener Börse , das die Aktienmärkte aus Ungarn, Polen und Tschechien zusammenfasst, stieg auch bereist um 21 Prozent in diesem Jahr und damit weit mehr als der DAX, wobei hier wieder polnischen Aktien outperformen konnten.

Ölpreis und „Kremlingate“ belasten den russischen Aktienmarkt

Der russische Aktienmarkt leidet dagegen weiter unter dem relativ schwachen Ölpreis – der Brentölpreis gab am Freitag schon wieder 2,66 Prozent auf 48,14 US-Dollar nach – und den negativen Trump-Effekt sowie den neuen geplanten US-Sanktionen gegen Russland, wobei die „Kremlingate“, wo Russland aus der Sicht der Amerikaner mal wieder der „böse Bube“ ist, auch Trumps Haltung zu Russland negativ beeinflusste. Dabei gibt es aber viele Vorurteile und auch Vor-Verurteilungen, den Putin streite die Wahlbeeinflussung in den USA nach wie vor ab. Auch das erste direkte Treffen von Putin und Trump beim G 20-Gipfel in Hamburg am 6. Juli führte zu einen Entspannung. Obwohl ein Waffenstillstand in Syrien vereinbart wurde.

Selektiv aber auch Chancen in Russland

Daher sank der russische Aktienindex „RTS“ (Russian Trading Index) in US-Dollar um 1,31 Prozent 1024 Indexpunkte, wobei vor allem russischen Öl- und Gasaktien wie Gazprom, LUKoil und Rosneft unter Druck kamen. Zudem war der Rubel in diesem Jahr sehr schwach, so dass es zu hohen Währungsverlusten von über 10 Prozent für ausländische Investoren kam, was im letzten Jahr genau umgekehrt war. Es gab aber auch Aktien, die in diesem Jahr gegen den fallenden Trend steigen konnten wie Google von Russland Yandex mit einem Plus von 35 Prozent, aber auch der Konsumwert X 5 Retail Group und vor allem der Überflieger Aeroflot mit einem Plus von 25 Prozent, obwohl die Aktie seit 2015 schon um fast 500 Prozent anstieg. Bei Aeroflot lockt auch eine Dividendenrendite von übe 10 Prozent wie es überhaupt sehr viele Aktien in Russland gibt mit einer Dividendenrendite von über 5 Prozent.

Erst informieren, dann investieren.

Informieren Sie sich jetzt auch ausführlich über die Hintergründe und die Entwicklung der Ukraine/Russland-Krise, aber auch das zukünftige Erholungspotential der unterbewerteten Aktien aus Osteuropa. Auch in Kasachstan und der Ukraine gibt es neue Chancen. So konnten sich einige ukrainische Agraraktien seit 2016 im Kurs schon mehr als verdoppeln. Gute Chancen gibt es aber auch in Zentralosteuropa wie in Polen (+25 Prozent).

Bestellen Sie jetzt auch ein Probe-Abo (3 Ausgaben per Email für nur 15 €) des monatlich erscheinenden Börsenbriefs EAST STOCK TRENDS (EST) mit einem weiteren Ukraine/Russland-Special mit vielen Hintergrund-Informationen und neuen Anlage-Vorschlägen wie mit der "Aktie des Monats“ und lukrativen Zertifikaten unter www.eaststock.de, dort unter Börsenbrief. Der letzte EST erschien am 20. Juli 2017 mit der Vorstellung von einer aussichtsreichen Öl- und Gasaktie aus Russland als neue „Aktie des Monats“. Die letzten 3 „Aktien den Monats“ Aeroflot, Global Trans (aus Russland) und Olainfarm (aus Lettland) konnten jeweils schon um über 15 Prozent in 1 Monat im Kurs zulegen, was selektiv die großen Chancen in Osteuropa aufzeigt.

Das goldige „Muster-Depot“ des EST aus dem Jahr 2106 liegt auch nach der Korrektur noch 41 Prozent im Plus und die die Goldaktie Highland Gold Mining um über 100 Prozent seit 2016. Die Muster-Depots aus dem Jahr 2015 liegen mit 120 Prozent, 57 Prozent und 166 Prozent trotz des jetzt schwachen Gesamtmarktes in Russland ebenfalls immer noch kräftig im Plus, wobei die Muster-Depot-Aktien Aeroflot seit 2015 sogar um über 500 Prozent zulegen konnte, aber auch die Sberbank mit über 200 Prozent. Die vorletzte „Aktie es Monats“ Qiwi – die PayPal aus Russland - konnte in 2 Monat bereits um 11 Prozent zulegen, obwohl der r russische Gesamtmarkt kräftig nachgab. Waren Sie dabei?

Neu für Trader oder Investoren, die wissen wollen, wie Sie ihr Kapital schützen können, ist der monatlich erscheinende Börsenbrief THE BIG PICTURE (TBP) mit der Analyse der Weltbörsen-Indices, der Rohstoffe und Devisen für nur 80 € im Jahr (per E-Mail für 12 Ausgaben) bestellbar bei der ESI GmbH (www.eaststock.de, Tel 040/6570883, Fax: 040/6570884).

Interview-Hinweise: Da letzte Radio-Interview war am 19. Juli 2017 in Börsen Radio Networks über die Outperformancechancen in Osteuropa. Sie können sich die Interviews jetzt bei www.eaststock.de, dort unter der Rubrik „Interviews“ runterladen, ebenso wie das gleichnamige EastStockTV-Video, Folge 136.

Diskutieren Sie jetzt auch mit Herrn Männicke interaktiv unter http://go.guidants.com/de#c/Andreas_Maennicke

Anzeige
 

Newsletter

Newsletter

Jetzt kostenlos anmelden und von Andreas' Männicke Wissen profitieren! weiter

Termine

15.01.2018
Männicke im Intreview in Börsen Radio Networks

Archiv

05.11.17 Alles auf Allzeit-Hoch - und nun?
01.10.17 Wall Street auf neuem Allzeit-Hoch, aber bekommen wir im Oktober einen Crash?
27.09.17 Jetzt wird es immer bunter
10.08.17 Trump gegen Kim – gibt es nun einen (Atom-)Krieg?
31.07.17 Automobilbranche in der Vertrauenskrise – wo bleibt die Moral der Manager?

Weitere Artikel im Archiv

Hotline

Tel.: 0900 - 1-86 14 001
(€1,86/Min aus dem Netz der DT AG, Anrufe aus dem Mobilfunknetz können abweichen)