Die besten Geldanlagen in 2016 und 2017 - wie lange dauert der Trump-Effekt?

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Sonntag, 29. Januar 2017 22:44:00

Auf dem sehr gut besuchten Fondskongress in Mannheim am 25./26. Januar, wo ich persönlich anwesend war, gibt es jedes Jahr ein Stelldichein der Fondsmanager, die ihre Meinungen über die Märkte und ihren Anlagestil kundtun. Wenn man diesmal abseits der 220 Vorträge durch die Reihen der Aussteller ging, schien es nur ein Gesprächsthema zu geben und das war der neue US-Präsident Donald Trump, der sprichwörtlich in aller Munde war. In der Tat wird Trump in diesem Jahr die Märkte nachhaltig in die eine oder auch andere Richtung beeinflussen, aber es gibt noch wesentlich mehr Faktoren, die zu beachten sind. Diskutiert wurde fachmännisch, was wohl die besten Geldanlagen in diesem Jahr sein werden. Einige Trends sind dabei jetzt schon erkennbar.

Politik als brisantes Börsenthema

Es fiel auf dem Fondskongress in Mannheim zunächst auf, dass mit dem Ex-Wirtschaftsminister und Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg und dem CDU-Politiker Friedrich Merz als Star-Referenten zwei ehemalige Hoffnungsträger der CDU auf die Seiten der Berater und Investoren in der Wirtschaft gewechselt sind nach dem Motto: „die guten und kompetenten Politiker wechseln in die Wirtschaft, der Rest bleibt in der Politik“. Während Guttenberg Start ups in den USA mitfinanziert, wechselte Merz in den Aufsichtsrat des größten Vermögensverwalters der Welt Blackrock. In den USA ist es nun genau umgekehrt, denn dort werden gerade die Wirtschaftskapitäne und Milliardäre zu Politkern gemacht und so mancher fragt sich auch das, ob das auf die Dauer gut gehen kann.

Trump setzt sein Wahlprogramm um und erntet Kritik bei Massenprotesten

Zudem fiel auf, dass die Vortragsäle bei den Reden von Guttenberg und Merz überfüllt waren. Dies verwundert nicht, weil die Themen, wie es jetzt weitergeht mit Trump und Europa, auch maßgeblich in diesem Jahr die Börsen beeinflussen werden. Trump schien tatsächlich das durchsetzen zu wollen, was er im seinem Wahlprogramm androhte, was sehr protektionistische Maßnahmen sind. Es ist aber fraglich, ob er dadurch die USA wirklich wieder zur alten Stärke und Größe führen kann oder ob er sich damit wohlmöglich selbst ins eigene Fleisch schneidet.

Schon jetzt beschloss Trump durch Erlass den Bau einer Mauer vor Mexikos Grenze, der durch eine 20 prozentige Importsteuer auf Mexikos Waren finanziert werden soll und er beschloss das Einreiseverbot für Moslems, die aus dem Ausland kommen. Alleine diese beiden Maßnahmen führten zu Proteststürmen. In New York kam es schon zuvor zu Massenprotesten von Frauen wegen seiner sexistischen Bemerkungen im Wahlkampf. Nun gibt es neue Massenproteste wegen des Einreiseverbots für Moslems angeblich aus Sicherheitsgründen, wogegen auch Angela Merkel bei dem ersten Telefongespräch mit Trump protestierte. Aber auch im eigenen Lager bekommt Trump zunehmend Widerstand zu spüren wie von dem Ex-Präsidentschaftskandidat McCain.

Putin auf Augenhöhe mit Merkel und Abe beim ersten Gespräch mit Trump

Als ersten Staatsgast empfing Trump den pritsche Primier May aus Großbritannien im Weißen Haus und lobte May für den Schritt zum Brexit. Beide Länder wollen nun bilaterale Handelsbeziehungen aufbauen, die beiden Ländern dienen. Trump führte am Wochenende erste Telefongespräche mit der Bundeskanzlerin Merkel mit dem japanischen Primier Abe und auch mi dem russischen Präsidenten Putin, die ihm wohl alle gleich wichtig erschienen.

Dow Jones Industrial Index (DJI) auf Allzeit-Hoch bei erstmals über 20.000 Indexpunkten

Nun warten aber auch die Investoren auf die Umsetzung der angekündigten Streuermäßigungen für US-Unternehmen und die Infrastrukturinvestitionen, denn dies waren die Hauptgründe dafür, dass die Wall Street auch mit Trump im Amt am 26. Januar, also 6 Tage nach seiner Inauguration in Washington, ein neues Allzeit-Hoch erreichte. Der Dow Jones Industrial Index überwand am 25. Januar 2017 erstmals die „magische“ 20.000-er Marke. Aber auch der DAX stieg auf ein neues Jahres-Hoch von über 11.800 Indexpunkten. Gold gab hingegen wieder auf unter 1200 USD/Unze nach. Brentöl konnte sich bei 55 US-Dollar/Barrel behaupten. Der Euro blieb stabil bei 1,07 EUR/USD.

Kommt es zu einem Handelskrieg der USA mit China und Europa?

Die Referenten beim Fondskongress in Mannheim Guttenberg und Merz waren beide der Auffassung, dass Trump durchaus zunächst „liefern“ wird und damit die Wall Street auf neue Höchstkurse treiben wird; sie waren aber sehr in Zweifel, ob dies nachaltig sein kann. Der zunehmende Protektionismus und der mögliche Handelskrieg mit China werden die USA mittel- bis langfristig eher schaden, worunter aber auch Europa leiden würde. Beide Redner appellierten an ein starkes Europa und warnten aber gleichzeitig vor einem Zerfall Europas. Die Ex-Facebook-Marketing-Chefin Randi Zuckerberg machte deutlich, wie wichtig in Zukunft Social-Media-Marketing für jedes Unternehmen ist.

Die Börse aus Kasachstan als Top-Performer der Welt

Auf dem Fondskongress in Mannheim wurden mit 220 Austellern und Fachvorträgen neue und alte Ideen und Konzepte der Geldanlage vorgestellt. Dabei waren Multi-Asset-Strategien und Total Return–Strategien bei Fonds in der Mehrzahl zu finden. Aber auch Emerging Market-Themen waren stark vertreten. Überfüllt war auch der Saal bei der Präsentation von Raiffeisen Capital Management mit einem Vortrag des Osteuropafondsmanagers Gregor Holek über die „Perlen“ aus Osteuropa. Der russische Aktienmarkt war einer der Top-Performer der Weltbörsen im letzten Jahr, wobei die Aktien aus Russland auch im Osteuropafonds hochgewichtet sind. Am besten schnitten in 1 Jahr aber die Aktien aus Kasachstan mit fast einer Kursverdoppelung ab. Auch in diesem Jahr stiegen die Aktien aus Kasachstan gemessen am KTX-Index schon um über 10 Prozent.

Rohstoffe und Exchange Traded Funds rücken wieder in den Mittelpunkt

Aber auch der Wert von Bitcoins konnte sich im Wert im letzten Jahr verdoppeln. Sehr positiv war auch die Entwicklung von Rohstoffen und hier wiederum besonders von Öl/Gas und einiger Industriemetalle. So konnte der Zinkpreis in 1 Jahr um über 80 Prozent zulegen, aber auch der Ölpreis in etwa gleicher Höhe. Privatanleger können an der guten Performance durch den Kauf von sogenannten Exchange Traded Commodities (ETC) teilnehmen, die von der BNP Paribas herausgegeben werden. Profitiert hatten von dem positiven Rohstofftrend wieder die Emerging Markets, die nun wieder mehr in den Mittelpunkt des Anlegerinteresses rücken, nachdem Sie in den Jahren 2012 bis 2015 auch aufgrund der schwachen Rohstoffpreise eine Durststrecke hinzunehmen hatten.

Aus Währungsrisiken werden Währungschancen: Rubel stärkste Währung der Welt in 2016 – neben Bitcoins

Zu den hohen Kursgewinnen in Emerging Markets gesellten sich im letzten Jahr selektiv auch hohe Währungsgewinne wie beim russischen Rubel und dem brasilianischen Real, die zu den stärksten Währungen der Welt gehörten, was in den Jahren 2014/15 nicht der Fall war. So gab der Euro zum Rubel in 1 Jahr um 21 Prozent auf 64 EU/RUB nach und der US-Dollar zum Rubel sogar um 23 Prozent auf 59 RUB/USD Ein ähnlicher Rebound könnte der türkischen Lira in den nächsten Jahren gelingen, die im letzten Jahr aus bekannten Erdogan-Gründen abgestürzt ist. Die hohen Währungsrisiken und -chancen sind auch in Zukunft weiter zu beachten.

Bitcoins mit Chancen trotz Bitcoin-Crash zu Jahresbeginn

Bitcoins waren in 2016 mit einer Kursverdoppelung die beste Geldanlage der Welt. Dies könnte sich auch in 2077 fortsetzen, auch wenn die Bitcoin-Kurse stark schwanken. Zu Jahresbeginn gab es einen Bitcoin-Crash infolge der Untersuchungen der chinesischen Börsenaufsicht, die einige Unregelmäßigkeiten bei großen Bitcoin-Portalen in China entdeckten. Der Bitcoin-Kurs brach von über 1050 EUR/BTC auf unter 800 EUR/BTC ein, erholte sich jetzt aber wieder auf 866 EUR/BTC.

Frontier Markets mit guten Outperformancechancen

Als Frontier Markets, also die kommenden Emerging Markets der zweiten Reihe, werden die Aktienmärkte aus Vietnam, Pakistan, Argentinien als besonders chancenreich eingestuft. Auch die Frontier Markets aus Rumänien, Bulgarien und Kasachstan verdienen weiterhin Beachtung.

6 wichtige Trends in 2017

Wenn das letzten Jahr und hier wiederum vor allem die letzten 2 Monate des letzten Jahres in die Zukunft extrapoliert, dann werden die Anleger in diesem Jahr mit 6 folgenden Trends zu tu haben 1. Da sich der Kauf von Staatsanleihen bei steigenden Inflationsraten und steigenden Zinsen nicht mehr lohnt, dürfte sich die „Great Rotation“ also der Umtausch von Anleihen in ertragsstarke Aktien fortsetzen. 2. Bei den globalen Aktienmärkten dürften Emerging Markets die etablierten Aktienmärkte wieder outperformen, wobei hier auch die Chancen der Aktienmärkte aus Osteuropa weiterhin Outperformancechancen haben 3. Das Recovery bei Rohstoffen dürfte sich weiter fortsetzen, was aber auch die Inflationsarten weiter ansteigen lässt. Auch Gold scheint in 2017 weiterhin chancenreich 4. Wir werden auch in 2017 politisch beeinflusste Börsen haben mit den Haupthemen Trump (USA), China und Europa(=Wahlen/Brexit), was auch zu Enttäuschungen im Jahresverlauf führen kann. Die Volatilität dürfet im Jahresverlauf zunehmen und es wird im Jahresverlauf bei enttäuschenden Konjunkturdaten oder wenn Trump nicht „liefert“ zur 10 bis 20-Prozent-Korrektur an den Weltbörsen kommen. Insofern werden auch optimale Absicherungsstrategien in den Mittelunkt rücken. 5. Die EZB wird Sparer und Anleihenbesitzer durch ihre Nullzinspolitik und negativen Realzinsen in Europa notgedrungen weiter schleichend enteignen, so dass der Druck zur „Great Rotation“ auch bei den großen Kapitalsammelstellen zunehmen wird, also der Umtausch von Anleihen in Aktien 6. Auch Cyberkriege, Fake-News und das Internet als Meinungsmacher wird eine zunehmende Bedeutung spielen, was auch Wahlen und Börsenkurse beeinflussen kann.

Erst informieren, dann investieren.

Der sehr treffsichere ESI-Seminar-Indikator stand im November 2016 auf „Hold“, was bisher richtig war. . Nach der Korrektur im August/September 2015, in der ersten Dezemberhälfte 2015 und auch in den ersten Handelswochen in 2016 (bis 12. Februar) bleibt auch die Moskauer Börse eine attraktive und stark unterbewertete Trading-Börse, die vom 21. bis 29. Januar 2016 sogar um 25 Prozent und vom 11. Februar bis Mitte August 2016 um über 45 Prozent anstieg, was die großen Trading-Chancen selbst in einem Bärmarkt aufzeigt. Die Moskauer Börse stieg nach dem Wahlsieg von Trump auf ein neues Allzeit-Hoch beim MICEX-Index auf Rubel-Basis und der RDX-Index auf Euro-Basis sogar um über 50 Prozent, ebenso wie Aktien aus Kasachstan, deren Kurse sich in 1 Jahr fast verdoppelten. 10 Börsen aus Osteuropa konnten auch in 2016 den DAX klar outperformen und sind immer noch im Plus.

Informieren Sie sich jetzt ausführlich über die Hintergründe der Ukraine/Russland-Krise, aber auch das zukünftige Erholungspotential der unterbewerteten Aktien aus Osteuropa. Auch in Kasachstan und der Ukraine gibt es neue Chancen. Bestellen Sie jetzt auch ein Probe-Abo (3 Ausgaben per Email für nur 15 €) des monatlich erscheinenden Börsenbriefs EAST STOCK TRENDS (EST) mit einem weiteren Ukraine/Russland-Special mit vielen Hintergrund-Informationen und neuen Anlage-Vorschlägen wie mit der "Aktie des Monats“ und lukrativen Zertifikaten unter www.eaststock.de, dort unter Börsenbrief. Der letzte EST erschien am 19. Januar 2017 mit der Vorstellung von einer aussichtsreichen Öl- und einer Konsum-Aktie, wobei die Kurse nach der Kaufempfehlung schon in 1 Woche um 20 bzw. 8 Prozent anstiegen.

Das goldige „Muster-Depot“ des EST liegt bereits seit Anfang 2016 mit 57 Prozent im Plus und die die Goldaktien Highland Gold Mining und Trans Sibirian Gold um über 100 Prozent in 2016. Die Muster-Depots aus dem Jahr 2015 liegen mit 107 Prozent, 68 Prozent und 319 Prozent ebenfalls kräftig im Plus. Waren Sie dabei?

Neu für Trader oder Investoren, die wissen wollen, wie Sie ihr Kapital schützen können, ist der monatlich erscheinende Börsenbrief THE BIG PICTURE (TBP) mit der Analyse der Weltbörsen-Indices, der Rohstoffe und Devisen für nur 80 € im Jahr (per E-Mail für 12 Ausgaben) bestellbar bei der ESI GmbH (www.eaststock.de, Tel 040/6570883, Fax: 040/6570884).

Interview-Hinweise: Andreas Männicke wurde am 26. Januar 2017 im „Aktionärs TV“ über aussichtsreiche Aktien in Russland und über Rohstoffe befragt. Das letzte Radio-Interview war am 17. Januar 2017 in Börsen Radio Networks. Sie können sich das Interview jetzt bei www.eaststock.de, dort unter der Rubrik „Interviews“ runterladen, ebenso wie das gleichnamige EastStockTV-Video, Folge 125.

Diskutieren Sie jetzt auch mit Herrn Männicke interaktiv unter http://go.guidants.com/de#c/Andreas_Maennicke .

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