Die Ostbörsen sind Spitze!

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Samstag, 29. Januar 2011 15:57:00

Die Börsen aus Osteuropa zählen wie schon im letzten Jahr zu den Top-Performern unter den Weltbörsen. Während im letzten Jahr die Börse Kiew (Ukraine) mit einem Plus von 117% und die Börse OMX Tallinn (Estland ) mit einem Plus von 80% herausragten , aber auch die Börsen aus Russland (Moskau) und Polen (Warschau) mit jeweils über 20% den DAX klar outperformen konnten, rücken jetzt auch weitere „Exotenbörsen“ aus Osteuropa in den Vordergrund des Anlegerinteresses.

So hatten die Börsen aus Serbien (bis 25. Januar) mit einem Plus von 13%, Rumänien (+9,6%), Estland (+8,4%), Kroatien (+8,0%), Lettland (+7,3%), Ukraine (+7,1%), Ungarn (+6,9%), Russland (+5,7%) und sogar aus Bulgarien (+5,4%) alle einen Super-Start in diesem Jahr. Damit befinden sich in den ersten 3 Handelswochen des neuen Jahres schon jetzt auffallend viele Ostbörsen auf den Spitzenplätzen der Weltbörsen-Performance-Rangliste. Im monatlich erscheinden Börsenbrief EAST STOCK TRENDS (www.eaststock.de) wird regelmäßig auch auf diese "Exotenbörsen" aus Osteuropa eingegangen.

Dabei scheinen jetzt auch die Ostbörsen aus Südosteuropa ebenso wie die Börsen der Problemländer aus Südeuropa bei den Anlegern wieder mehr Vertrauen zu gewinnen, dass in diesem Jahr die Haushaltsbilanzdefizite im Zaum gehalten werden. Damit könnten die Verlierer des vergangenen Jahres in diesem Jahr zu den Gewinnern der Zukunft zählen – wie es so oft bei Emerging Markets der Fall ist. So stiegen in diesem Jahr auch die Indices der Börsen aus Spanien (+10,2%) aus Griechenland (+9,7%) und aus Italien (+9,7%).Sogar die Börse aus Island konnte um 6,8% zulegen. In Afrika überzeugte zudem Nigeria mit einem Plus von 11% und in Asien Vietnam mit einem Plus von 7,2%. Ich halte diese Länder auch in Zukunft für aussichtsreich.

Während im letzten Jahr noch die „PIGSI“-Krisen – das letzte I ist Italien - auch die Börsen aus Südosteuropa in Mitleidenschaft zogen, konnte das erfolgreichen Platzieren von spanischen, griechischen und italienischen Anleihen die Anleger beruhigen. Es verminderten sich die Spreads bei den jeweiligen Anleihen und fast gleichzeitit strömte auch wieder Kapital an die Börsen aus Südosteuropa. Die positiven Korrelationen „PIGSI“-Anleihen-Spread und Entwicklung der Börsenkurse in Südosteuropa könnten in diesem Jahr erhalten bleiben und damit auch die weitere Entwicklung an den Börsen Südosteuropa bestimmen. Wenn es den südeuropäischen Ländern gelingen wird, ihre Haushalte zu konsolidieren, dürfte dies auch eine positive Auswirkung auf die Entwicklung der Börsen in Südosteuropa haben – und umgekehrt. Damit können sich die „Underdogs“ zu den Performance-Stars in diesem Jahr werden. Der Anleger kann diese Chancen über Zertifikate auf die jeweiligen Länderindices nutzen.

Ich muss dabei aber betonen, dass es sich um illiquide Aktienmärkte in Südosteuropa handelt. Dennoch könnte hier in den nächsten Jahren wieder die intakte Konvergenzstory mehr zum Tragen kommt. Dabei spielt Deutschland eine wichtige Rolle als „Stabilisator“, denn die meisten Länder aus Südosteuropa haben einen regen Handel mit Deutschland. Wenn Deutschland nun in diesem Jahr wie im Vorjahr die Konjunkturlokomotive in Europa spielt (mit einem Wachstum von über 2%), dann profitieren davon mittelbar auch die Börsen aus Osteuropa.

Die Konsolidierung der Haushalte wird in diesem Jahr dabei aber einer der wichtigsten Themen neben dem Erzielen von Wachstum sein. Hier gibt es nun erste Zweifel in Japan, das nach wie vor ein viel zu hohes Haushaltsbilanzdefizit und auch eine zu hohe Staatsverschuldung hat. Daher wurde als erste Warnung das Anleihen-Rating von S&P von AA auf AA- heruntergestuft. Japan hat aber - ebenso wie China - ein sehr hohe Sparquote und auch eine starke Exportwirtschaft, die zur Haushaltskonsoldierung beitragen kann. Ein weiteres Sorgenkind bleiben aber die USA, wo der US-Kongress jetzt erst einmal die Verschuldungsgrenzen von 14,3 Billionen USD hochsetzen muss.

In den USA ist die Sparquote zwar angestiegen, aber nicht so hoch wie in Japan; zudem ist der Export nicht so stark wie in Japan. Nun will Obama sogar noch die Unternehmenssteuern senken, um für mehr Wachstum zu sorgen. Dadurch könnte sich das Defizit aber ausweiten, obwohl beim Militäretat jetzt gespart werden soll. Obama will in diesem Jahr auch 2 Millionen Arbeitsplätze schaffen und die Chancen stehen gut, dass ihm das gelingt. Auch rechne ich mit einer guten Wirtschaftsentwicklung in diesem Jahr. Viele US-Unternehmen haben enorm hohe Cashbestände (wie Apple mit 60 Mrd. USD und Google mit 30 Mrd. USD)!) und sind zudem relativ preiswert.

Es ist aber zweifelhaft, ob Obama die Konsolidierung des Haushalts gelingt, was genauso wichtig ist. Ein Downgrade der US-Anleihen und damit ein Schlachten der heiligen Kühe würden einen gewaltigen Kursrutsch bei Anleihen und Aktien in der Welt auslösen. Das „AAA“ bei US-Staatsanleihen ist schon lange nicht mehr gerechtfertigt und wohl eher ein „Politikum“.

Eine weitere Gefahr ist das Bremsen der chinesischen Notenbank durch fortlaufende Erhöhungen der Mindestreservensätze und der Zinsen. In China beträgt die Inflation schon über 5%, in Indien auch. Ein Wachstum von „nur“ 6% würde in China wie eine Rezession aufgefasst und dies könnte temporär auch die Weltbörsen unter Druck bringen. Immerhin konnte der Hangseng-Index aus Hongkong in diesem Jahr auch mit einem Plus von 3,7% überzeugen, während die Börse aus Indonesien, China und Indien enttäuschten.

Auch ist es durchaus bedeutsam und symbolträchtig, was gewärtig in Tunesien und Ägypten passiert. Es besteht zu einem die Gefahr, das extreme Islamisten das Ruder übernehmen, anderseits könnten auch andere Länder vom „Revolutions-Virus“ infiziert werden wie Algerien, aber auch Saudi-Arabien oder die Arabischen Emirate (Dubai). Inflation und hohe Arbeitslosigkeit, vor allen Jugendarbeitslosigkeit sind ein sehr explosives Gemisch, mit einem gewissen time lag auch für die Weltbörsen. Falls es zu einer Revolution in Saudi-Arabien kommen sollte, wäre dies eine unmittelbare Gefahr für die USA, die ohnehin viel zu hoch verschuldet sind. Denn Saudi-Arabien ist nicht nur ein bedeutsamer Ölproduzent, sondern auch ein bedeutender US-Anleihenkäufer. Wenn dieser ausfällt, wird es global gefährlich. Aber auch Ägypten ist für die USA, und damit für die Welt, nicht ganz unbedeutend. Auch muss man die Entwicklung in Pakistan als Atommacht sehr sorgsam mit Argusaugen beobachten. Immerhin stieg auch die Börse in Pakistan in diesem Jahr um 3,1%, obwohl sich dort die Al-Quaida aufhält. Auch Iran bleibt ein Pulverfass, das erst dann hochgehen könnte, wenn die USA den Iran in diesem Jahr verlassen. Diese arabischen internen Grabenkämpfe um die Macht sind für die Weltbörsen mittelfristig von großer Bedeutung, nur im Moment kümmert sich noch keiner darum.

Ein weiteres Problem ist die global steigende Inflation, die für die Aktien- und Rohstoffmärkte aber besser ist als eine Deflation, die die FED um jeden Preis verhindern will. Durch die steigende Inflation rechne ich in diesem Jahr mit Zinssteigerungen der Notenbanken. Die EZB wird in der zweiten Jahreshälfte wohl den Anfang machen vor der FED. Anleihen, auch Unternehmensanleihen, werden unter den steigenden Zinsen leiden, die Aktienmärkte aber nicht unbedingt. Ich muss dabei aber betonen, dass das Platzieren von Anleihen zwar kurzfristig Entlastung und die Weltbörsen nach oben bringt, mittelfristig die Verschuldungssituation aber verschlimmert. Die Kursteigerungen bei den Aktienkursen sind daher nicht auf einem soliden Fundament, sondern auf einem Pulverfass. Es wird also gegenwärtig auf hohem Niveau jetzt weltweit „gezockt“.

Irgendwann ist es aber mit dem Ausspannen von Rettungsschirmen und Gelddrucken der Notenbanken nicht mehr getan. Es muss ein Schnitt kommen und der wird schmerzhaft werden. Der US-Star Ökonom Roubini forderte in Davos, dass Deutschland die PIGS-Krise bezahlen soll, da sonst der Euro auseinanderbrechen würde. Professor Sinn machte deutlich, dass der Euro auch gefährdet sei, wenn Italien seine Schulden nicht mehr bezahlen muss. Nur ist es schwer verständlich, dass allein Deutschland für die Verschuldungssünden der Nachbarländer aufkommen soll. Angela Merkel plädiert für eine EU-Wirtschaftsregierung und damit mehr Abstimmung in der Finanzpolitik, also mehr „EU-Planwirtschaft“ und mehr „EU-Regulierung“. Dies wird jedenfalls in diesem Jahr noch für weiteren Gesprächsstoff sorgen.

Es wird diskutiert werden, wie weit die Solidarität innerhalb der EU gehen darf, wenn schon der eigene Haushalt große Probleme bereitet. Sicherlich ist Deutschland der größte Profiteuer von einem stabilen Euro. Dennoch kann es sein, dass einige hochverschuldete Schwachwährungsländer den Euroraum auch wieder verlassen müssen, wenn sie sich zu strak verschulden und sich damit auch unsolidarisch verhalten. Aber irgendwann muss ohnehin der große Schnitt kommen.

In Europa geht es dabei um einen Schuldenerlass von mindestens 500 Mrd €, der von möglichst vielen Schulten getragen werden muss, damit die Schultern unter der Last nicht zusammenbrechen. So etwas muss schon jetzt im Stillen sorgsam vorbereitet werden und wird es vielleicht auch schon. Die Finanzindustrie hat leider aus der letzten Krise nicht viel gelernt. Es wird so weiter gemacht wie zuvor, so als ob nichts gewesen sei, was man auch beim letzten Fondskongress in Mannheim miterleben durfte.

Die Wette, die man bei dem Zocken auf hohem Niveau eingeht, ist, dass das Schneeballsystem „Refinanzierung der Schulden über weitere Schulden“ noch nicht platzt. Es wird als auf Zeit gespielt. Es geht dabei also nicht nur darum, die Haushalte zu konsolidieren, sondern auch irgendwann einmal mit dem Schuldenabbau zu beginnen, um die nächsten Generationen nicht mit den Verschuldungssünden der Vergangenheit zu stark zu belasten. Hinzu kommen in vielen Ländern das demographische Problem und die Kosteninflation im Gesundheitssektor als erkennbare Zeitbomben. Es wird in Zukunft ohnehin zu gravierenden Umverteilungsaktionen kommen. Hier sind wiederum einige osteuropäische Länder von Vorteil, die nur eine geringe Auslandsverschuldung haben. So hat Russland nur eine Verschuldungsquote von unter 10% zum BIP. Auch dies ist ein weiterer Grund, dass Sie sich mehr mit der Moskauer Börse beschäftigen sollten.

Der Haussetrend seit September 2009 ist an den meisten Weltbörsen trotz der Korrektur am Freitag noch intakt, so auch an den Ostbörsen. Gehen Sie erst short bzw. mehr in Liquidität, wenn der DAX unter 7000 (am Freitag – 0,74% auf 7102 Indexpunkte) oder der Dow Jones unter 11.800 Indexpunkte gehen sollte, denn dann droht eine Korrektur beim DAX bis 6800 und beim Dow Jones auf 11.400. Der Euro stieg zuletzt wieder auf 1,36 EUR/USD (intraday auf 1,37), was auch die Weltbörsen beflügelte. Beim Ölpreis gibt es nach wie vor erstaunlich starke Unterschiede zwischen dem WTI-Ölpreis von 89 USD/Barrel und dem Brent-Ölpreis von 99 USD/Barrel. Da der WTI-Ölpreis Aufholpotential hat, gehen Sie long beim WTI-Ölpreis, der am Freitag schon um 4,44% anstieg, während der Brent-Ölpreis nur um 1,89% zulegen konnte. Gold verharrte bei 1333 USD/Unze. Der hohe Ölpreis konnte aber nicht verhindern, dass der RTS-Index am Freitag um 1,36% auf 1885 Indexpunkte konsolidierte. Ich rechne zwar im Februar mit fortgesetzten Korrekturen, dennoch hat die Moskauer Börse auch in diesem Jahr Outperformancechancen.

Das neue von der Schweizer Vermögensverwaltung Jud & Partner (www.jpv.ch) entwickelte und von Goldman Sachs emittierte JPV Russia Equity Basket-Zertifikat verdient daher Beachtung. Es beinhaltet die 30 aussichtsreichsten und wachstumsstärksten Standardwerte aus Russland, die gleich gewichtet werden. Die Zeichnungsfrist für das neue Russland-Zertifikat mit einer Laufzeit von 3 Jahren endet am 4. Februar 2011. Vor dem Investieren sollten Sie sich aber eingehend informieren!

Bestellen Sie daher jetzt ein Probe-Abo für den monatlich erscheinenden Ostbörsenbrief EAST STOCK TRENDS (EST, siehe www.eaststock.de). Im EST wird auch immer auf das „big picture“ eingegangen, also auf die Hintergründe der gegenwärtigen Gold/Silberhausse und das Pro und Contra an den Weltbörsen, was immer auch Rückwirkungen auf die aufstrebenden Ostbörsen hat.

Die beiden Osteuropa-Muster-Baskets des EST konnten seit März 2009 in einem Jahr im konservativen Red-Chip-Portfolio eine Performance von 249% und im spekulativen Muster-Basket sogar von 360% erzielen. Aktien wie die Holding AFK Sistema konnten sogar um über 700% und das Softwareunternehmen IBS Group um über 2000% (!) zulegen und haben noch Potential. Ausgehend von den Tiefstkursen bestehen realistische 1000%-Chancen. Es gibt eine ganze Reihe von Werten in Russland mit neuen historischen Höchstkursen. Auch russische Gold/Silberaktien haben noch Potential.

Welche Aktien aus Osteuropa jetzt im Trading-Bereich ge- oder verkauft werden sollten, können Sie auf der täglich aktualisierten Ostbörsen-Hotline 09001-8614001 (1,86 €/Min) entnehmen. Wenn Sie Interesse an Ostbörsen- oder Emerging Market-Seminaren im Frühjahr in Frankfurt/M haben, dann melden Sie sich bitte bei der ESI GmbH (info@eaststock.de; Tel: 040/6570883).

Bitte schreiben Sie uns auch, welche Märkte für Sie besonders interessant sind und mit welchen Aktien Sie in 2010 die beste Performance erzielen konnten.

Interview-Hinweise: Andreas Männicke wurde am 27. Januar 2011 von Dr. Bernhard Jünemann im DAF über Osteuropa, am 13. Januar 2011 von der Deutsche Welle (Andrey Gorkov, Russlandredaktion, www.dw-world.de) über den Jahresausblick für die Moskauer Börse, am 7. Januar 2011 im Börsen Radio Network über die Chancen in Russland und am 5. Januar 2011 um 12.00 Uhr im DAF (www.anleger-fernsehen.de) von Andreas Gross über die Anlagechancen in Osteuropa in 2011 befragt. Sie können sich die TV- und Radio-Interview, falls Sie sie verpasst haben sollten, jetzt unter www.eaststock.de bei der Rubrik "Interviews" runterladen.

Bitte vormerken: Das nächste TV-Interview von Andreas Männicke über Osteuropa ist am 3. Februar 2011 um 13.00 Uhr im Geldanlagecheck in NTV/Telebörse (www.teleboerse.de).

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