Die Hoffnung stirbt zuletzt

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Samstag, 28. Februar 2009 20:23:00

Der US-Präsident Obama hielt am 24 Februar 2009 bei dem Bericht zur „Lage der Nation“ eine fesselnde und begeisternde Rede, die 16 mal mit kräftigen Applaus und zum Schluss mit demonstrativen „Standing Ovation“ begleitet wurde. Obama wurde im US-Kongress fast frenetisch gefeiert wie ein Pop-Star. Obama hat zweifelsohne die Tugenden, die Amerika im Moment braucht: Die Fähigkeit, die Sachlage schonungslos darzustellen, aber auch die Fähigkeit, zu begeistern und Vertrauen für die Zukunft zu schaffen, dass Amerika gestärkt aus der Krise wieder hervorgehen wird. Dabei wird das Prinzip Hoffnung aber sehr stark strapaziert.

Zunächst muss sich Obama und sein Team mit den harten Fakten auseinandersetzen und alles dafür tun, dass ein Systemkollaps in den USA vermieden wird, denn der würde wiederum die ganze Welt betreffen. Die Zahlen der letzten wieder einmal sehr verlustreichen Woche sind weiterhin alarmierend: das BSP sackte in den USA im 4. Quartal so stark wie noch nie in der Nachkriegszeit ein und das 1. Quartal 2009 dürfte nicht wesentlich besser ausfallen. Es gibt jetzt eine auffällige Aneinanderreihung von Negativ-Weltrekorden: der größte Versicherer der Welt AIG meldete für 2008 einen Weltrekord-Verlust in Höhe von 60 Mrd. USD und muss notgedrungen weitere Finanzspritzen vom Staat bekommen, um zu überleben. Überlebt er nicht, gibt es sofort einen Systemkollaps im Finanzsektor! Der US-Hypthekenfinanzierer Fannee Mae meldete einen Rekordverlust von 26 Mrd. USD für 2008 und muss auch weiter vom Staat gestützt werden. General Motors muss dem US-Senat und Kongress einen neuen Sanierungsplan vorlegen, wo auch der Fall „Opel“ mitenthalten ist. GM fordert weitere 30 Mrd. USD Stützungsgelder vom Staat und ist schon jetzt einer der größten Geldvernichter der Nachkriegszeit. GM ist immer noch der zweitgrößte Autoproduzent der Welt und einer der wichtigsten Arbeitgeber in den USA. Opel braucht angeblich 3,3 Mrd. € vom Staat, um gerettet zu werden und will sich gern abspalten, was aber ohne die Zustimmung die Mutter GM nicht gehen wird. Bei GM handelt es sich auch um ein systemisches Risiko, weil dann 600 Mrd. USD an Anleihen und sonstigen Verbindlichkeiten hängen. GM könnte also wie Lehmann Brothers ein wichtiger Dominostein in der Finanzwelt sein. Die US-Großbanken Citibank und Bank of America haben mit jeweils 45 Mrd. USD schon jetzt mehr staatliche Stützungsgelder in Anspruch genommen als deren Marktkapitalisierung ist (Citigroup 20 Mrd. USD und Bank of America 39 Mrd. USD). Dabei betragen die Bilanzsummen bei beiden Banken 2 Billionen USD – too big to fail!? Ob noch eine Bad Bank kommt und wie diese dann konzipiert ist, bleibt abzuwarten.

Neben den systemischen Unternehmensrisiken muss der Anleger auch weiterhin mit Argusaugen die Verschuldungslawine im US-Staatssektor beachten und sich fragen, wie der Karren wieder aus dem Dreck herausgezogen werden kann. Auch hier werden neue Nachkriegrekorde gemeldet: In diesem laufenden Jahr will bzw. muss Obama ein neues Rekord-Haushaltsbilanzdefizit von 1,75 Billionen USD (!!) machen, was 12,3% des BSP sind. Im nächsten Jahr soll das Defizit auf 1,17 Billionen USD reduziert und durch entsprechende Sparmassnahmen in Folgejahr halbiert werden. Das wären aber immer noch über noch 600 Mrd. USD an Defizit. Dabei geht der Staat in diesem Jahr von einem Rückgang des BSP von nur 1,2% und im nächsten Jahr wieder von einem BSP-Wachstum von 3% aus.

Obama muss den Spagat begeben, einerseits die Konjunktur anzukurbeln und anderseits den Haushalt zu sanieren. Wie soll das gelingen? Früher oder später wird es – auch in Europa - drastische Steuererhöhungen oder eine hohe Inflation geben (müssen), damit sich der Staat wieder entschulden kann. Auch eine Währungsreform halte ich im „worst case“ nicht für ausgeschlossen. Es kommen auf die Anleger also einige „heiße“ Finanzthemen in den nächsten Monaten und Jahren zu. Gold konnte trotz der Dramatik von Negativ-Weltrekorden im Finanzsektor die magische 1000-er Marke (noch) nicht überwinden und fiel wieder auf 950 USD/Unze, was ich auch erwartet habe. Dennoch ist Gold einer der stabilsten Anlagen in den letzten 12 Monaten und bleibt weiter aussichtsreich. Öl konnte sich wieder leicht auf 44 USD/Barrel (Marke WTI) erholen.

In Deutschland sieht es nicht viel besser aus. Aufgrund der hohen Exportabhängigkeit der Arbeitsplätze, wird es Deutschland besonders hart treffen. Ich bezeichne das als den „Globalisierungs-Bumerang“, den jetzt viele exportorientierten Nationen wie auch Japan hart trifft. Zu den Fakten: Allianz meldete ein Rekordverlust von 2 Mrd. € für 2008, die Post ebenfalls; dabei setzten die sonst sehr solide wirtschaften Finanzmanager der Allianz 14 Mrd. € alleine durch den Fehlgriff mit der Dresdner Bank in den Sand. Bei der Dresdner Bank sind es vor allem die Investmentbanker, die die Bank in den Ruin führten. Die Anleger bejubelten den Rekordverlust bei der Allianz mit einem Kurssprung um 10% an einem Tag, weil das Geschäft Ex-Dresdner noch profitabel verläuft. Wenn aber AIG vom amerikanischen Staat nicht mehr gehalten werden kann, hat auch die Allianz ein Problem. Auch private Krankenversicherungen waren im 4Q08 rückläufig. Dennoch hat die Allianz großes Erholungspotential, wenn kein systemischen Risiken (wie AIG) schlagend werden sollte. Zudem dürfte die wichtige Säule Lebensversicherung und Altersversorgung jetzt sehr schleppend verlaufen. Größere Wachstumsraten und Erfolgschancen gibt es nach wie vor in Osteuropa.

Ohne Wachstum in Osteuropa - und das vergessen bzw missachten viele - , würde es noch viel größere Konjunktureinbrüche in Deutschland und Österreich geben, denn der Wachstumsschub in Osteuropa führte auch zu einer Sonder-Konjunktur in Deutschland und Österreich. Nur die Deutsche Telekom AG überrascht mit soliden Zahlen. Für Deutschland wird jetzt schon ein Minus des BSP von 5-10% für möglich gehalten. Der IFO-Geschäftsklima-Index ist weitergesunken. Nur die Konsumlaune scheint sich in Deutschland zu bessern. Durch Abwrackprämie, Pendlerpauschale und geringeren Energie/Benzinkosten haben die Bürger mehr Geld in der Tasche. Mann kann nur hoffen, dass die Konsumfreude kein kurzfristiges Strohfeuer ist.

In Großbritannien sieht es nicht besser aus. Großbritannien schlittert auch gerade in die größte Wirtschaftskrise der Nachkriegszeit. Die ehemalige Vorzeigebank RBS, die sehr aggressiv über den Aufkauf von ABN AMRO wachsen wollte, meldete einen Rekordverlust von 24 Mrd. Pfund. Beim Konkurrenten Lloyds TSB seht es nicht besser aus. Beider geraten jetzt vollständig unter staatliche Kontrolle. Wo man auch hinschaut, soll der Staat der letzte Rettungsanker im Bankensektor werden.

In Schweiz hat die UBS den Vogel mit Rekordverlusten abgeschossen. Alleine im Investmentbanking wurde in 2008 Rekordverluste von 17,4 Mrd. € gemeldet. Die UBS ist immer noch mit 77000 Mitarbeiters einer der größten Arbeitsgeber der Schweiz. Viele Arbeitslätze sind jetzt bedroht. Im letzten Jahr gab es Mittelabflüsse im Rekordvolumen von 226 Mrd. Franken. Im Januar gab es erstmals aber wieder Nettokapitalzuflüsse, was hoffen lässt. Jetzt soll der Sanierer Oswald Grübel, Ex-Chef der Cedit Suisse, den Verlierer Marcel Rohner ersetzen Auch dies begrüßte die Börse mit einem Kurssprung von fast 15% bei der UBS. Auch hier gilt aber das Prinzip Hoffnung, dass der schon pensionierte, 65-jährige Oswald Grübel, der übrigens in Ostdeutschland geboren war, jetzt den Karren aus den Dreck ziehen kann. Eine der Hauptprobleme sind dabei die Steuerprobleme in den USA, die sogar das Bankgeheimnis in der Schweiz außer Kraft setzen könnte. Nicht nur die UBS, sondern viele Banken melden indes, dass sich das Geschäft zu Jahresbeginn schon wieder gebessert hatte und dass das Vertrauen allmählich wieder zurückkehrt. Wollen wir es hoffen.

Ich erwarte zunächst eine weitere Zinssenkung der EZB in der nächsten Woche auf 1,5%, die aber nicht viel Kursfantasie bringen wird. Tendenziell nähert sich auch die EZB der Nullzinspolitik und wird damit danach so gut wie handlungsunfähig ebenso wie es die FED schon ist, die jetzt sogar schon Anleihen aufkauft, was ein einmaliger Vorgang ist. Auch der EU-Haushalt soll aufgestockt werden, um auch Osteuropa in der Not helfen zu können. Es gibt aber schon jetzt Streit über das geplante EU-Konjunkturprogramm im Volumen von 200 Mrd. €. Wer soll jetzt alles EU-Hilfsgelder erhalten? Der nächste EU-Gipfel in Brüssel dürfte mehr Klarheit, vielleicht aber auch mehr Streit in der EU. Auch in Spanien gib es schon viele Notprogramme und es herrscht schon jetzt eine große Wirtschaftskrise.

Für Osteuropa soll die EU nun große Hilfspakete schnüren, damit es dort nicht zum Systemkollaps bei einigen angeschlagenen Ländern wie Ukraine. Lettland Bulgarien u.a. in Osteuropa kommt, wobei Polen und Tschechien noch die stabilsten Osteuropa-Länder sind. Die größten Leidtragenden der Finanzkrise in Osteuropa ist bisher Österreich, wo einige Experten auch schon von der Möglichkeit eines Staatsbankrotts reden. Österreichische Banken haben Kredite im Volumen von 300 Mrd. € nach Osteuropa gegeben, von den jetzt bis 20% notleidend werden. Staaten wie Ukraine und Lettland sind faktisch bankrott. Die Ukraine wird Schwierigkeiten haben bis zum 7. März (=Deadline) 400 Mrd. USD an Gazprom für Gaslieferungen zu zahlen. Dann würde das ganze Theater mit ausbleibenden Gaslieferungen wieder beginnen. Auch in der Ukraine gibt es schon Teilverstaatlichungen von Banken. Aber was nützt das, wenn der Staat selbst Pleite ist. In Lettland wurde die Parexbank verstaatlich und ist der Staat selbst ohne IWF- oder EU-Hilfe zahlungsunfähig. Ähnliches müssen sich Anleger möglicherweise sogar in den USA fragen. Wenn Japan, China und/oder einige arabische Staatsfonds in einen Käuferstreik bei den Billionen von US-Staatsanleihen, die jetzt neu auf den Markt kommen treten, ist die USA über Nacht pleite. Aber auch für diesen Fall wird es Notlösungen geben.

Wenn es soweit kommen sollte, werden Notgesetzte gemacht, die möglicherweise sogar den Handel von Gold verbieten. Aber soweit sind wir noch nicht. Aber nichts ist in Zukunft unmöglich. Toyota muss 17.000 Mitarbeiter entlassen. Auch Japan schlittert in eine tiefe Rezession und Vertrauenskrise. Wir können nur alle hoffen, dass aus der Rezession keine Depression wird und falls es eine Depression wird, dass der Welt dann nicht das japanische „Modell“ vorschwebt. Der Nikkei-Index ist von 40.000 auf 7.200 gefallen und nach einige Erholungsphasen jetzt wieder bei 7500, also 20 Jahre Stillstand bzw Stagnation. Auch dort startete die Krise mit einem zu leichtfertig finanzierten Immobilien-Bubble, dem Einbruch von Großbanken (damals mit die größten Banken der Welt), einer 0-Zinspolitik über Jahre hinweg und eine Verstaatlichungswelle im Bankensektor. Japan ist nun am meisten von dem Konjunktureinbruch in den USA betroffen.

Wo sind die Lichtblicke?: es liegen 5-8 Billionen USD in geldnahen Anlagen in den USA und etwa die gleiche Summe in Japan. Versicherungen und sogar einige Pensionsfonds haben schon überhaupt keine Aktien mehr in Portfolio, was ein ähnlicher Fehler wie im Jahr 2003 sein kann, wo die Versicherungen auch fast auf dem Tiefstpunkt alles verkauften. Zudem erwarte ich einen Anleihen-Crash noch in diesem Jahr, denn hier entsteht gerade der nächste „Bubble“. Alles geht im Moment in Staatsanleihen, was sich noch rächen wird. Hedefonds sind zuletzt mit 250 Mrd. USD aus dem Aktienbereich gegangen und haben die Weltbörsen weiter nach unten gedrückt. Sobald sich der Konjunkturhimmel wieder leicht aufhellt und es positive Zahlen im Bankensektor gibt, wird es eine liquiditätsgetriebene Hausse geben.

Aufgrund der stärkeren Regulierungen die nun auch für Hedgefonds und auch Private Equity-Investoren kommen soll, wird es so schnell nicht wieder die Schieflagen der alten Art im CDS-Bereich geben. Der Anleger sollte jetzt sehr darauf achten, ob sich die Risikoprämien bei CDS und Kreditderivaten abbauen, was auch ein Zeichen der verbesserten Liquidität ist. Der BDI (Baltic-Dry-Index) für Frachtraten hat sich auf niedrigem Niveau stabilisiert und dreht schon wieder leicht nach oben; ebenso der Kupferpreis als Frühindikator für die Industrie. Bernanke macht am letzten Dienstag Hoffnung, indem er zum Ausdruck brachte, das ein Konjunkturwende schon Ende des Jahres zu erwarten sei, wenn es gelingt, den Bankensektor zu stabilisieren. Genau darauf kommt es also jetzt an. Aber Bernanke lag schon oft genug falsch mit seiner Verniedlichung der Probleme und seinen Einschätzungen. Er hatte viel zu lange die Zinsen angehoben, als schon eine Krise im Immobiliensektor klar erkennbar war. Auch er ist jetzt im Grunde ratlos wie viele Experten und folgen dem Prinzip „Hoffnung“.

Großkonzerne stecken noch in der Kreditklemme; aber auch die könnte sich im Jahresverlauf abbauen, wenn die Banken auch mit Staatshilfe wieder hinreichend rekapitalisiert werden. Die Bank of America ist schon wieder auf der Suche nach neuen Kapitalgebern. Wir brauchen in der Tat wieder voll funktionsfähige Banken – und seien es Staatsbanken -, um eine Depression zu verhindern. Bernanke hat aber schon angedeutet, dass eine Vollverstaatlichung der Banken in den USA nicht in Betracht kommt. Auch in Deutschland soll es sich bei Verstaatlichungen auf singuläre Einzelfälle wie die Hypo Real Estate AG beschränken. Am 20. April entscheiden die G20 möglicherweise über neue Regeln für die internationalen Finanzmärkte, wobei auch Obama mehr auf Regulierung und Beschränkung der Boni einlassen wird. Es ist schon bemerkenswert, welche 180 Grad-Drehungen jetzt unter Druck des Marktes unternommen werden: während zuvor Deregulierung, Privatisierung, Liberalisierung und Shareholder value die Leitmaximen der Politik waren, sind es jetzt Regulierung, Teilverstaatlichung und Erhaltung von Arbeitsplätzen, die selbst in Großbritannien und den USA im Vordergrund stehen. Das kapitalistische System wankt, kippt aber (noch) nicht.

Zunächst müssen die Anleger aber weiter auf die Markttechnik achten und as ist weiterhin ein „Tanz auf dem Vulkan“: Indices wie DAX sind bei 4000 und Dow Jones Ind. bei 7800 schon nach unten charttechnisch ausgebrochen und haben neue 12 Monatstiefs gebildet, was ein bearishes Zeichen ist. Einzig der S&P ist gerade bei 735 bei einer sehr wichtigen Chartmarke gelandet, denn dies war in etwa auch das November-Tief aus dem Jahr 2008. Der DAX fiel am Freitag um 2,5% auf 3843 Indexpunkte, der Dow Jones Ind. um 1,66% auf 7062 Indexpunkte und der S&P um 2,36% auf 735 Indexpunkte. Kritisch wird es, wenn der S&P nachhaltig unter 720 Indexpunkte (bzw. noch eindeutiger unter 700) fallen sollte, denn dann droht eine weitere Tsunami-Welle an den Welt-Finanzmärkten. Der DAX könnte bis auf 3000, der Dow Jones bis auf 6000 und der S&P bis auf 550 Indexpunkte fallen. Der Hintergrund einer solchen Entwicklung wären neue Horrornachrichten und möglicherweise auch kriegerischen Auseinandersetzungen. Man bedenke zum Beispiel, dass Iran jetzt erstmals mit russischer Hilfe das Atomkraftwerk in Gang setzt. Auch darauf muss Obama nun eine passende Antwort finden, wobei Obama wohl erst einmal den Dialog suchen wird. Auch eine Bad Bank in den USA als ultima ratio könnte die Weltbörsen enttäuschen ebensi wie die nächsten Konjunkturdaten. Hält aber die 730-Marke beim S&P, könnte es durch Stützungskäufe des „Plunge Protection Team“ initiiert in den nächsten Tagen einen kräftigen Rebound - auch an den Ostbörsen – geben.

Viele Anleger beherzigen aber jetzt zu stark das Prinzip Hoffnung bzw. „Augen zu und durch“ als Handlungs-Maxime, was nicht immer ratsam ist. Auch in den nächsten Wochen sind Vermögenssicherung bzw. Verlustbegrenzung und hohe Cash-Quoten wie schon im letzten Jahr sehr ratsam, um zu Ostern selektiv auf „Osterschnäppchenjagd“ im Trading-Bereich gehen zu können. Wenn der S&P nachhaltig unter 700 Indexpunkte fällt, sollten Sie auch an den Ostbörsen voll in Liquidität gehen oder sogar einige Short-Trades wagen. Ohnedies plädiere ich nach wie vor für eine Cashquote von 70-80% und 10-20% im aktiven Tradingbereich. Unternehmensanleihen in Osteuropa und Dividendentitel sind weiterhin sehr attraktiv und aussichtsreich.

Einige russische Öl- und Stahlaktien sowie Konsumwerte konnten sich in der letzten Woche schon wieder etwas erholen, wobei der Bärmarkt intakt bleibt. Einige Öl- und Stahlaktien stiegen sogar um über 10% an einem Tag, um dann wieder auf das Ausgangsniveau zu fallen. Dies ist ganz typisch für volatile Seitwärtsbewegung wie wir es schon seit November 2008 haben. Der RTS stieg auf 548 Indexpunkte was „nur noch ein Verlust von 13% seit Jahresbeginn bedeutet. Ich rechne damit, dass sich der RTS in diesem Jahr sogar noch ins Plus begeben wird. Noch droht aber ein Abschwung in der Wall Street, was wiederum die Moskauer Börse auch negativ beeinflussen könnte. In der letzten Woche hielt sich die Moskauer Börse noch relativ stabil. Auch hier kann man also bessere Zeiten hoffen…!

Aber auch in intakten Bärmärkten gibt es immer wieder Chancen für eine Bärmarktrallye für den Gesamtmarkt und außerdem für einzelne Aktien, die wiederum den Gesamtmarkt outperformen. So konnte sich einige Stahltitel und auch Goldaktien ausgehend von dem Tief im letzten Jahr schon im Kurs verdreifachen. Selbst der Stahlwert Ferrexpo stieg in der fast bankrotten Ukraine schon um 166% von 0,27 auf 0,63 (in der Spitze sogar 0,8 € ) seit November 2008, obwohl der Gesamtmarkt weiter einbrach. Die Aktie befand sich im September 2008 aber noch bei über 3 €. Einige der Titel mit hohem Erholungspotential wurden schon im EAST STOCK TRENDS (www.eaststock.de) vorgestellt. Ich rechne insbesondere bei Unterschreiten des S&P unter 730 Indexpunkte mit hoher Vola, vielen staatlichen Retttungsversuchen, aber auch mit guten Tradingchancen insbesondere bei russischen Blue Chips, denn dort wird in diesem einige Mega-Merger geben, die für Aufsehen sorgen werden. Dies birgt auch Chancen für Anleger. Nutzen Sie daher auch die Trading-Signale und Trading-Chancen auf der Ostbörsen-Hotline 09001-8614001 (1,86 € /Min.).

Fazit: Die Lage ist weiterhin sehr ernst, aber keineswegs hoffnungslos. Der Anleger sollte das Prinzip Hoffnung aber nicht als seine „Anlagestrategie“ oder einzige Handlungs-Maxime aufbauen, sonst könnte es bitter enden, denn die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt…!

TV-Hinweis: Das nächste TV-Interview mit dem Autor ist am 4. März 2009 um 15.45 Uhr in NTV/Telebörse. (www.teleboerse.de).

Seminar-Hinweis: Melden Sie sich jetzt an für das nächste ESI-Ostbörsen-Seminar „Optimale Anlagestrategien in unsicheren Zeiten mit dem Russland-Special Jahrhundertkrise=Jahrhundertchance?“ am 27. Mai in Frankfurt/M. unter www.eaststock.de (oder direkt bei der ESI GmbH , Jüthornstr. 88, 22043 Hamburg, Tel: 040/6570883) an

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