Die Hausse geht weiter – trotz Griechenland – bis der nächste Vulkan ausbricht!

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Montag, 26. April 2010 16:27:00

Griechenland hielt die Aktienmärte auch letzte Woche wieder in Atem. Das Haushaltsbilanzdefizit fiel mit 13,6% für 2009 nun höher aus als die zuvor publizierten 12,7%, was das Vertrauen in die Solidität von Aussagen griechischer Politiker weiter schwinden ließ. Vertrauen ist aber das wichtigste Gut im Finanzmarkt. Das Hauptproblem in Griechenland scheinen mir die Politiker und korrupten Beamten zu sein, nicht aber das Land Griechenland als solches. Im Gegenteil: wer antizyklisch denkt, sollte schon jetzt einen Blick auf unterbewertete griechische Aktien werfen.

Die unmittelbare Folge des schwindenden Vertrauens in die Zahlungsfähigkeit Griechenlands war, dass der Zins sich für griechische Anleihen zunächst auf 8-9% und dann am 22. April sogar auf 10,1 % in der Spitze verteuerte. Zu Jahresbeginn lagen sie noch bei 3%. Am Freitag waren griechische Anleihen mit einem Zinssatz von 8,6% immer noch extrem hoch. Bundesanleihen haben eine Rendite von 3,1%, was wiederum extrem niedrig ist. Nun hat Griechenland viel früher als erwartet offiziell vom griechischen Finanzminister George Papaconstantinou finanzielle Hilfe beim IWF und Europa in Höhe von 45 Mrd. € angefragt. Der Problemfall Griechenland wird damit weiterhin ein Fass ohne Boden. Bis 2015 muss Griechenland über 200 Mrd. € an Anleihen zurückbezahlen. Falls die EU und auch der IWF Kredite geben, werden die Zinsen wieder fallen und damit auch die Zinslast Griechenlands. Ich rechne in den nächsten Monaten mit einer Stabilisierung, wobei die griechische Regierung zu starken Sparmaßnahmen gezwungen wird.

Die Aktienmärkte reagierten Mitte letzter Woche zunächst verschnupft nach der offiziellen IWF- und EU-Kreditanfrage; am Freitag und auch heute am Montag aber positiv. Finanzminister Schäuble will die Zahlung von Krediten von dem Sparprogramm abhängig machen. Ähnlich wird sich der IWF verhalten. Faktisch ist Griechenland erst dann pleite, wenn keine Anleihen mehr zu vernünftigen Konditionen am Markt platziert werden können. Es gibt eine Reihe von Gerüchten, dass einflussreiche Hedgefonds mit enormen Beträgen auf einen schwachen Euro spekulieren. Wer im Europa großvolumig „short“ ist, freut sich über jede „Hiobsbotschaft“ aus Griechenland. Auch Banken freuen sich über höhere Zinseinnahmen, solange die Rückzahlung nicht gefährdet ist.“ Ein Schelm, wer Böses dabei denkt…!“

Sicherlich hat sich Griechenland zu hoch verschuldet und sicherlich war es auch ein Wagnis, Griechenland mit damals manipulierten Zahlen in den Euro aufzunehmen. Die Maastricht-Kriterien werden jetzt fast nirgendwo eingehalten, auch nicht in Deutschland, womit auch die Stabilität des Euros gefährdet ist. Die höchsten Haushaltsbilanzdefizite hatten in 2009 Irland mit 14,4% vor Griechenland (13,7%), Großbritannien (11,5%), Spanien (11,2%), Portugal (9,4%), Lettland (9%), und Litauen mit 8,9%. Im Euro-Raum betrug das Defizit in 2009 im Durchschnitt 6,3%. Deutschland ist mit einem Defizit von 3,3% noch Stabilitäts-Weltmeister. Länder wie Ukraine, Ungarn, Lettland und Weißrussland und sogar Polen erhielten schon Kredite vom IWF, warum nun nicht auch Griechenland, die anders als die britische Regierung die Wettbewerbsfähigkeit der eigenen Exportprodukte nicht durch eine Abwertung erhöhen kann? Das Euro-Korsett wirkt sich hier in Griechenland eindeutig negativ auf die Volkswirtschaft aus, da es keinen währungspolitischen Spielraum gibt.

Ich muss aber betonen, dass das sogenannte „Roll over“ (=Weiterrollen) von Krediten und Anleihen durch neue Kredite und Anleihen ein globales Problem ist. So ist das AAA- Rating bei britischen und amerikanischen Anleihen schon lange nicht mehr gerechtfertigt. Wenn aber diese „heiligen Kühe“ Großbritannien und USA irgendwann einmal gemolken werden, könnte eine Zinslawine ausgelöst werden mit steigenden Zinsen in Europa, vor allem in Großbritannien und auch in den USA. Das nächste Drama deutet sich in Großbritannien erst nach dem Wahlen im 6. Mai an, denn dann kommt es sehr darauf an, wie genau das neue Sparprogramm der Regierung aussehen wird. Das Pfund könnte dann auch wieder unter Druck stehen, falls es unbefriedigend aussieht und sich die Rating-Agenturen zu einem Downgrade entscheiden.

Griechenland ist und bleibt Beispiel nicht nur für die „PIGS“, sondern für viele Länder auf der Welt. Wer sich zu hoch verschuldet und den Konsum auf Pump anschiebt, kommt früher oder später automatisch in die Schuldenfalle. Wie sich die Schuldenfalle dann auflöst, durch Deflation, Inflation oder Währungsreform, wird die nächsten Monaten und Jahre weiterhin ein brisantes Thema bleiben. Es ist der Vulkan auf dem wir alle tanzen. Selbst eine Bundesanleihe im Volumen von 3 Mrd. € konnte zuletzt wegen der Griechenlandproblematik nicht voll platziert werden. In diesen Jahr muss die Bundesrepublik Deutschland Anleihen im Volumen von über 300 Mrd. € platzieren. Auch US-Gewerbeimmobilen könnten noch einige Schieflagen entstehen – auch für deutsche Banken.

Auch auf der Messe „Invest“ in Stuttgart war Griechenland“ eines der Haupt-Gesprächsthemen. Die Messe war gut besucht und die Stimmung im Vergleich zum Vorjahr wesentlich besser. Die meisten „Marktschreier“ und auch Anleger waren davon überzeugt, dass der Aufschwung weiter geht. Von Euphorie war wiederum aber auch nichts spürbar. Ich möchte betonen, dass der Aufschwung aber auch weitergehen muss, damit die Verschuldung wieder zurückgeführt werden kann. Wenn sich der Aufschwung aber als Strohfeuer erweist, entsteht ein Flächenbrand, den keiner haben will. Auch US-Gewerbeimmobilen könnten noch einige Schieflagen entstehen – auch für deutsche Banken.

Stark vertreten auf der Messe „Invest“ war wieder die „Zertifikate“, Derivate-, Broker- und CFD-Ecke. Immer mehr Anleger wollen wissen, wie sie von steigenden und fallenden Kursen profitieren können. Auch in Zukunft ist eine gewisse Flexibilität beim Anleger erforderlich, um Marktchancen auf beide Seiten ausnutzen zu können. Auch Gold war wieder ein Thema auf der „Invest“ ebenso wie Solarenergie, die noch vor großen Wachstumsschüben steht. Davon könnten die neuen Solarfonds und auch Solar-Zertifikate mittelfristig profitieren

Die Rohstoff-Ecke von kanadischen Rohstoffunternehmen blieb zum Teil leer, weil der Vulkanausbruch Flüge nach Stuttgart unmöglich machte. Auch mein Flug wurde am Donnerstag von Hamburg nach Stuttgart noch gecancelt. Bei vielen Rohstoffunternehmen, vor allen bei dem Small- Midcaps, herrscht jetzt sprichwörtlich wieder „Goldgräberstimmung“ Anwesend auf der „Invest“ war unter anderem der Gold-Explorer Osisko Mining aus Kanada, der mit einer Marktkapitalisierung von 2,4 Mrd. € schon Gewicht hat, obwohl die Produktion erst im nächsten Jahr starten sollen. Dann wird aber eine Produktion von 700.000 Unzen erwartet. Im Jahr 2006 war die Aktie noch zu 0,08 € zu haben, jetzt kosten sie 7,16 €, was eine „Ver-85-fachung“ (!) bedeutet. Dies zeigt, dass Gold-Juniors insbesondere in der Explorationsphase besonders chancenreich sind. Die Reserven des Feldes Canadian Malartic sollen beachtliche 8.97 Mio. Unzen betragen, was eines der größten Goldfelder Kanadas ist. Wie der Fall De Beira Goldfields (Kurs 0,045 €) aber zeigt, können solche „goldigen Träume“ auch schnell zunichte gemacht werden. Es ist nicht immer alles Gold, was glänzt.

Außerdem sind Explorer sehr volatil: in 2009 fiel der Kurs von Osisko wie ein Stein von 4 auf 1 €, um sich nun wieder auf 7 € zu versiebenfachen. Ähnliches Potential wie Osisko wird nun Novus Gold aus Kanada eingeräumt, die bei mehreren Bohrungen sogar 2 bis 3 Gramm/Tonne gefunden haben, während der Goldgehalt bei Osisko nur etwas über 1 Gramm beträgt. Die Marktkapitalisierung von Novus Gold beträgt nur 8,6 Mio. €, aber so hatte Osisko auch einmal vor 5 Jahren angefangen Der Goldpreis stieg am Freitag auf 1156 USD/Unze und er Ölpreis auf 85 USD/Barrel (WTI) an. Der Euro fiel auf 1,33 EURUSD, wo sich eine wichtige Unterstützung befindet. Wird sie nachhaltig gebrochen könnte der Euro schnell auf 1,30 EUR/USD fallen, was wiederum von Griechenland abhängen wird.

Die Aktienmärkte werden weltweit trotz Griechenland immer noch von niedrigeren Zinsen, hoher Liquidität und guten Unternehmensergebnisse gestützt. Der DAX erreicht am Monat gleich zu Handelsbeginn ein Plus von 0,7% bei 6300 Indexpunkten, im Hoch zu Handelsbeginn sogar bei 6525 Indexpunkten. Damit erreichte der DAX auch ein neues Jahreshoch. Angetrieben wurden die Kurse durch die guten Wall Street-Vorgaben. Der Dow Jones stieg am Freitag um 0,6% auf 11.204 Indexpunkte. Falls die 6300-Marke in den nächsten Tagen beim DAX nachhaltig überwunden werden kann, ist der Weg frei bis 6500. Dann dürfte dann ab Mai aber eine Sommerflaute kommen mit zum Teil scharfen Korrekturen bei einigen Aktienmärkten.

Die meisten asiatischen und osteuropäischen Märkte bewegten sich in der vergangen Woche seitwärts oder korrigierten leicht. Der RTS-Index fiel am Freitag um 1% auf 1603 indexpunkte, was aber immer noch ein Plus von 11% seit Jahresbeginn bedeutet. Damit bleibt die Börse Moskau relativer Outperformer unter den Weltbörsen – wie schon im letzten Jahr mit einem Plus von 124%. Immerhin konnte die NASDAQ auch schon wieder ein Plus von 11,5% seit Jahresbeginn erreichen.

Einige russische Hedgefonds konnten den RTS-Index deutlich outperformen. So stieg der SOKOL Russian Equity Opportunity Fonds im ersten Quartal (bis 31. März 2010) um 32,73% und in den, letzten 12 Monaten um 91%. Er ist damit einer der besten Hedgefonds weltweit für diesen Zeitraum. Der Fondsmanager Thies Ziemke, der den Fonds „vor Ort“ in Moskau managt, setzt dabei vor allem auf Mid Caps in Russland. Insgesamt ist der Haussetrend seit März letztn Jahres noch voll intakt.

Verpassen Sie daher die Outperformancechancen in Osteuropa nicht und bestellen jetzt ein Probe-Abo des monatlich erscheinenden Börsenbriefes EAST STOCK TRENDS (EST) unter www.eaststock.de. Die beiden Osteuropa-Muster-Basket des EST konnten seit März 2009 in einem Jahr im konservativen Red-Chip-Portfolio eine Performance von 171% und im spekulativen Muster-Basket sogar von 284% erzielen. Aktien wie die Holding AFK Sistema konnten sogar um über 700% zulegen und haben noch Potential. Ausgehend von den Tiefstkursen bestehen realistische 1000%-Chancen. Es gibt eine ganze Reihe von Werten in Russland mit neuen historischen Höchstkursen, die auch bei den nächsten Seminaren im Mai vorgestellt werden.

Welche Aktien aus Osteuropa jetzt im Trading-Bereich ge- oder verkauft werden sollten, können Sie auf der täglich aktualisierten Ostbörsen-Hotline 09001-8614001 (1,86 €/Min) entnehmen. Das nächste ESI-Ostbörsen-Seminar „Go East!“ wird am 20. Mai 2010 in Frankfurt/M um 17.00 Uhr stattfinden (siehe www.eaststock.de). Am 7. Mai wird ein Emerging Market Seminar in München in Kooperation mit Florian Schulz vom Emerging Market Trader stattfinden. Wenn Sie Interesse an Ostbörsen- oder Emerging Market-Seminaren in anderen Städten haben, dann melden Sie sich bitte bei der ESI GmbH (info@eaststock.de; Tel: 040/6570883).

TV-Hinweise: Andreas Männicke wurde am 8. April 2010 um 15.45 Uhr in NTV/Telebörse über die Chancen der Moskauer Börse befragt. Sie können es sich jetzt bei dem Link unter www.eaststock.de in der Rubrik „Interviews“ runterladen. Hier können Sie sich informieren, warum gerade die Börsen aus Osteuropa besonders chancenreich sind.

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