Der Zar ist zurück – und nun?

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Montag, 05. März 2012 01:12:00

Am 4. März 2012 wurde Putin - wie nicht anders zu erwarten war - mit großer Mehrheit von 64% der Stimmen zum Präsidenten (wieder) gewählt. Sogar in der „Protest-Hochburg“ Moskau stimmten – angeblich – 60% für ihn. Dennoch wird er am Montag mit einer Gross-Demonstration Wahl recht unfreundlich begrüßt werden. Ob es zu Wahlmanipulationen kam, ist bisher schwer beweisbar. Wenn es aber solche beweise geben sollte, werden die Proteste noch schärfer ausfallen. Bisher waren die Demonstrationen gegen ihn im Vorfeld der Wahlen relativ friedlich verlaufen; warten wir ab, ob es so bleibt.

Die von ihm selbst initiierte politische „Rochade“ Putin/Medwedew kam beim Volk jedenfalls nicht gut an. Die Kapitalflucht betrug im letzten Jahr auch wegen dem „System Putin“ über 80 Mrd USD. Seit dem Bekanntwerden von Wahlfälschungen bei der Dumawahl etablierte sich vor allem in den Großstädten Moskau und St. Petersburg in der Mittelschicht und bei Studenten sowie im Internet mit dem Blogger Nawalny an der Spitze eine Protestbewegung gegen Putin, die allerdings auch kein eigenes Wahlprogramm hat und außer dem politischen Parolen „weg mit Putin“ noch kein politisches Profil hat. Bei der Wahl selbst gab es zudem kaum wählbare Alternativen. Dennoch ist fraglich, ob Putin sich in den nächsten 6 Jahren als Präsident behaupten kann oder die Protestwähler zunehmen. Das hängt auch ganz davon ab, wie er mit ihnen in Zukunft umgehen wird.

In jedem Fall ist es für die Demokratiebewegung zu begrüßen, dass jetzt sogar in Russland „Wutbürger“ zu „Mutbürger“ wurden und auf die Straßen gehen. Dieses gab es vor 12 Jahren nicht, als Putin zum ersten Mal zum Präsident gewählt wurde. Damals gab es so gut wie keinen Wahlkampf auf der Straße. Auch Putin war diesmal viel öfters „vor Ort“ unterwegs, auch wenn man die Diskussionen in den Betrieben und bei den Wahlveranstaltungen noch nicht als offen bezeichnen konnte. Es wird jetzt allmählich aber in den nächsten Jahren eine schlagkräftige Opposition auch mit Hilfe des Internets heranwachsen – und das ist gut so.

Ich nehme aber an, dass Putin intelligent genug ist, auch damit umgehen zu können. Mit Sicherheit wird es Putin aber auch nicht einfach haben, denn er kann unmöglich dauerhaft gegen das Volk regieren. Insofern nehme ich an, dass er sich auch den Argumenten der Opposition annimmt wird wie das auch schon verbal im „Wahlkampf“ gemacht hat. In jedem Fall wird das für eine neue Herausforderung werden, wenn er dauerhaft Großdemonstrationen in Moskau erdulden muss.

Putin wird man jetzt aber mehr als zuvor auf die Finger schauen, und beobachten, was für eine (Reform?) Politik er im eigenen Land machen wird. Dabei wird es sicherlich beim Volk nicht gut ankommen, dass er den Bildungsetat kürzen, dafür aber den Rüstungs- und Militäretat ausweiten will. Abzuwarten bleibt, welche konkreten Reformen er im Land umsetzen kann und ob vor allem die Korruption wirkungsvoll bekämpft werden kann. Durch die vielen Wahlgeschenke, die Putin im Vorfeld für das Volk machte wie die Erhöhung von Sozialausgaben, der Erhöhung der Offiziersgehälter um das Doppelte (!) und dem Einfrieren der Strom- und Benzinpreise wurde der Haushalt im Januar zum ersten Mal seit langen leicht defizitär. Ohne hohen Ölpreis kann Putin seie kühnen Wahlverspechen nicht umsetzen.

Die Moskauer Börse hätte zwar lieber einen Medwedew als Präsidenten gesehen, aber sie kann auch mit Putin als Garant für Stabilität und Kontinuität gut leben. Rückenwind bekommen Putin und die Moskauer Börse im Moment durch den stark gestiegenen Ölpreis. Die vor der Wahl hohe Kapitalflucht dürfte jetzt abnehmen, ich rechne mit einer Zunahme der Portfolio- und Auslandsdirektinvestitionen. Denn die Börse hat lieber einen machtvollen Putin als Ungewissheit und Grabenkriege. Auch eine sanfte Revolution wie in der Ukraine wäre nicht im Sinne der ausländischen Investoren, da keiner weiß, was danach kommt.

Die Moskauer Börse stieg seit Jahresbeginn schon um 25% und konnte damit sogar den DAX klar outperformen. Dabei waren aber nicht nur Öl/Gasaktien, sondern auch Banken, Konsum- und Telekomaktien nachgefragt. Mit einem Kursgewinn-Verhältnis von 5-6 bleit der russische Aktienmärkt einer der am niedrigsten bewerteten Aktienmärkte der Welt und hat noch Potential. Sind Sie schon dabei? Wie sagte Putins Widersacher und Ex-Präsident „Gorbi“ so schön sinngemäß: „Wer zu spät kommt, den bestraft die Börse“!

Sie sollten nach dem steilen Kursanstieg jetzt besonders die Markttechnik beachten, die ich Ihnen recht ausführlich im neuen EAST STOCK TRENDS beschreibe. Wie Sie sich jetzt konkret verhalten sollen und auch welche Aktien in Osteuropa aussichtsreich sind, können Sie nachlesen, wenn Sie jetzt ein Probe Abo- des monatlich erscheinenden Börsenbriefes EAST STOCK TRNDS (3 Ausgaben per e-mail für nur 15 €) unter www.eaststock.de bestellen. Die beiden Muster-Depots konnten sich im Wert seit Auflegung vor 3 Jahren trotz aller Krisen verdreifachen. Der nächste EAST STOCK TRENDS erscheint am 5. März 2012 unmittelbar nach der Präsidentschaftswahl mit einem ausführlichem Russland-Special,

Da die Märkte sehr volatil sind, sollten Sie im Moment mehr trading-orientiert agieren. Welche Aktien Sie jetzt kaufen oder verkaufen sollten, können Sie der täglich aktualisierten Ostbörsen-Hotline 09001-8614001 (1,86 €/Min) entnehmen. Verpassen Sie jetzt die guten Trading-Chancen nicht!

TV+Radio-Hinweise: Andreas Männicke wird am 5. März um 10.30 Uhr in NTV/Telebörse (www.teleboerse.de), um 13.00 Uhr in Deutschen Anleger Fernsehen (DAF, www.anleger-fernsehen.de) und um 14.00 Uhr im Börsenradio-Networks (www.brn-ag.de) über die Auswirken der Präsidentschaftswahlen auf die Moskauer Börse befragt werden. Sie können sich die Interviews hernach www.eaststock.de, dort unter der Rubrik „Interviews“ runterladen.

Seminar-Hinweis: Das nächste Ostbörsen-Seminar „Go East!“(mit einem Russland-Special) wird am 22. Mai um 17.00 Uhr in Frankfurt/M im Hotel Monopol stattfinden.

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