Deal or not deal?

Drucken Speichern

Sonntag, 05. September 2010 15:47:00

Das Unternehmens-Monopoly kommt allmählich wieder in Schwung. Das Übernahmefieber grassiert auf der ganzen Welt, denn die Kriegskassen sind bei vielen Unternehmen schon wieder voll gefüllt. Zudem sind die Preise nach der Krise immer noch sehr gedrückt. Weltweit ist das Volumen der angekündigten Übernahmen bis August um 24% auf 1,7 Billionen US-Dollar gestiegen. Alleine im Technologien-Sektor gibt es bei den Technologienunternehmen weltweit einen Cash-Bestand von 380 Mrd. USD. So will IBM bis 2015 20 Mrd USD für eine Wachstumsstrategie ausgeben.

Die Jagdsaison ist also wieder eröffnet: BHP Billiton bietet für Potash 39 Mrd USD, die Brauerei Foster´s wird von zwei Investoren umworben mit einem Übernahmepreis von 10 Mrd USD, GFZ Suez übernimmt den britischen Versorger International Power und mergt dann mit einer Tochter im Volumen von 19 Mrd USD, McAfee soll in der IT-Branche für 7,7 Mrd USD übernommen werden, HP und Dell buhlten um den Datenspeicher-Spezialisten 3PAR, wobei HP das Rennen machen wird. Wenn es zwei Interessenten gibt, kann der Preis hochgepokert werden. Im Fall von 3PAR soll bei einem Übernahmepreis von 2 Mrd USD bzw. 30 USD pro Aktie jetzt schon das Achtfache des Umsatzes gezahlt werden, was schon wieder an Neue Markt-Zeiten erinnert. 3PAR erzielte im letzten Jahr noch einen Verlust von 3 Mio. USD!

Ob mit den Übernahmen und Mega-Mergern Synergien einhergehen, sei einmal dahin gestellt. Über den Sinn und Unsinn solcher Mega-Deals lässt sich trefflich streiten. Oft wird nach einigen Jahren festgestellt, dass die Unternehmen doch nicht so gut zusammenpassen, schon weil völlig unterschiedliche Unternehmens- und Management-Kulturen aufeinandertreffen. Daimler hat durch Übernahmen schon einiges an Lehrgeld zahlen müssen und die Aktionäre auch! Zuweilen werden die Jäger auch zum Gejagten wie im Fall von Porsche/VW, wo der Spieß hernach umgedreht wurde. Die wahnwitzige VW-Spekulation, insbesondere die Short- Spekulation führte dann sogar zum tragischen Selbstmord von einem der reichsten Männer Deutschlands. Falls die Aktienkurse nach den Übernahmen infolge einer globalen Baisse einbrechen, gibt es dann wieder hohe Goodwill-Abschreibungen.

In der Regel steigt der Kurs des zu übernehmenden Unternehmens, während der Kurs des übernehmenden Unternehmens fällt. Eine Spezialität für einige versierte Anleger sind dann später auch Squeeze-Out-Angebote, also Abfindungsangebote für verbliebende Minderheitsaktionäre als Kurschance. Es lohnt sich nun wieder ein Blick auf mögliche Übernahmekandidaten aus der Sicht der Anleger.

So stieg der Kurs des größten Düngemittelproduzenten Potash im August von 80 auf 120 € stark an, nachdem bekannt wurde, dass BHP Billiton dem Unternehmen eine Übernahmeofferte für 39 Mrd USD macht, während der Kurs von BHP Billiton zunächst Anfang August von 28 auf 26 € nachgab. Dies hängt damit zusammen, dass Übernahmen oft ein Finanzierungs-Abenteuer sind und oft auch erhebliche Aufgelder zum Marktpreis gezahlt werden.

Es ergeben sich jetzt weltweit interessante „Konsolidierungs-Stories“, die in der Regel dann auch Takeover-Stories beinhalten. So steht in den USA jetzt eine Konsolidierung von großen und mittelgroßen Versicherungen an, worauf Warren Buffet schon jetzt einen Blick wirft. Sie sollten das gleiche tun. Viele Versicherungen können am Kapitalmarkt jetzt nicht mehr die erforderlichen Renditen erwirtschaften, einige kommen auch durch Naturkatastrophen in Schieflagen. Wenn sich der Anleihen-Bubble auflöst, werden in den nächsten Jahren einige Versicherungen daran glauben müssen. Auch im Pharma- und Chemiesektor wird es weitere Übernahmen geben, aber auch im Konsum- und Rohstoffsektor. So übernahm Merck für 5,3 Mrd USD den US-Biotechdienstleister Millipore für 5,3 Mrd USD, BASF erwarb die Cognis-Gruppe für 3,1 Mrd USD, Sanofi-Aventis bietet 18,5 Mrd US für Genzyme. Im Chemiesektor wurden im ersten Halbjahr 2010 schon Unternehmen von 31 Mrd USD zusammengeführt nach 19 Mrd USD im Vorjahr.

Dabei beginnt die Spekulation schon oft bei Übernahmegerüchten und ersten Angeboten ohne dass die Gegenseite zustimmt. So stieg der Kurs von BP aufgrund auch von Übernahmegerüchten durch ExxonMobil. Insbesondere diese Mega-Deals kommen schnell in den Blickpunkt der Medien und dann auch der Anleger (manchmal auch um gekehrt.). Zu unterscheiden sind unfreundliche und freundliche Übernahmen bzw. Merger. Im Fall von unfreundlichen Angeboten suchen die Vorstände des Opfers in der Regel einen „weißen Ritter“, der die Übernahme verhindert, wobei die weißen Ritter oft aus arabischen Ländern kommen. Die arabischen Investoren denken langfristig und mischen sich in der Regel nicht in die Geschäftspolitik ein. Sie sind daher sehr beliebt, insbesondere dann, wenn auch deren „Kriegskasse“ prall gefüllt sind, was während der Krise nicht der Fall war.

Vor die Krise waren Übernahmen durch Finanzinvestoren durch Leveraged Buy-outs sehr beliebt, also kreditfinanzierte Aufkäufe und danach oft Zerschlagung durch Finanzhaie wie Hedgefonds und Beteiligungsgesellschaften. Dies ist – zum Glück - seltener geworden, da die Finanzierungsbedingungen sich verschlechtert haben. Aber auch hier dreht das Übernahme-Karussell schon wieder. So wird der relativ kleine Finanzinvestor 3G die zweitgrößte amerikanische Fast Food-Kette Burger King übernehmen. Hinter 3G stecken wiederum brasilianische Investoren, was auch Symbolkraft hat. Der Kurs der Burger King Holding schnellte von 13 auf 18 € in die Höhe, da 3G 24 USD pro Aktie zahlen will, was einen Aufschlag von 46% zu damaligen Börsenkurs war. Der Deal hat ein Volumen von 4 Mrd USD. Auch bei Blackstone ist die Kriegskasse mit 30 Mrd. USD wieder prall gefüllt. Der Finanzinvestor OEP will für 20 € den Funkchiphersteller Smartrac übernehmen.

Wenn es um Rohstoff-Assets geht, sind die Chinesen auch sehr aktive Aufkäufer auf der ganzen Welt, vor allem aber in Afrika und anderen Emerging Markets. Auch die Chinesen sind bereit, sehr hohe Aufgelder zu zahlen, wenn sie das Rohstoff-Asset unbedingt haben wollen. Auffallend oft kommen jetzt aber auch Aufkäufe durch von reichen Familien aus den Emerging Markets wie aus Asien oder Lateinamerika zustand. Der südamerikanische Stahlproduzent Posco erwarb schon 68% an Daewo International für 2,2 Mrd USD. Auch die Stahlkonzerne in der Ukraine sind von reichen Russen stark umworben. Das Transaktionsvolumen aus Emerging Markets ist gegenüber dem Vorjahr schon um 60% gestiegen. Auch Russen sind wieder recht aktiv, sowohl in Russland als auch in den GUS-Republiken.

Viele russische Oligarchen sind nach dem Finanzschock in 2008 schon wieder gut bei Kasse und gehen auf Einkaufstour. So gibt es jetzt auch in Russland einige sehr interessante und gewinnbringende Übernahmestories und -gerüchte, von denen Sie als Anleger profitieren können.AFK Sistema wollte sich an Infenion beteiligen, was aber auf Ablehnung wegen „Sicherheitsbedenken“ stieß. Ich werde die neuen Übernahmespekulationen im Rohstoff- und Telekomsektor aus Russland im nächsten EAST STOCK TRENDS, der nächste Woche erscheint, ausführlich vorstellen. Auch begeistern mich die neuen Gazprom- Quartalszahlen mit einem Nettogewinn von 10 Mrd USD. Zudem wird im nächsten EAST STOCK TRENDS auch auf die Markttechnik an den globalen Aktienmärkten eingegangen, nachdem die besser als erwarteten US-Arbeitsmarktdaten am Freitag auch eine Erholung an den Ostbörsen einleiteten. Auch in Osteuropa heißt es dann: deal or not deal!?

Verpassen Sie daher die Outperformancechancen in Osteuropa nicht und bestellen jetzt ein Probe-Abo des monatlich erscheinenden Börsenbriefes EAST STOCK TRENDS (EST) unter www.eaststock.de.

Die beiden Osteuropa-Muster-Baskets des EST konnten seit März 2009 in einem Jahr im konservativen Red-Chip-Portfolio eine Performance von 171% und im spekulativen Muster-Basket sogar von 284% erzielen. Aktien wie die Holding AFK Sistema konnten sogar um über 600% zulegen und haben noch Potential. Ausgehend von den Tiefstkursen bestehen realistische 1000%-Chancen. Es gibt eine ganze Reihe von Werten in Russland mit neuen historischen Höchstkursen wie zum Bespiel die Konsumaktien X 5 Retail Group und Magnit.

Welche Aktien aus Osteuropa jetzt im Trading-Bereich ge- oder verkauft werden sollten, können Sie auf der täglich aktualisierten Ostbörsen-Hotline 09001-8614001 (1,86 €/Min) entnehmen. Das nächste ESI-Ostbörsen-Seminar „Go East!“ wird im Herbst in Frankfurt/M stattfinden (siehe www.eaststock.de). Wenn Sie Interesse an Ostbörsen- oder Emerging Market-Seminaren in anderen Städten haben, dann melden Sie sich bitte bei der ESI GmbH (info@eaststock.de; Tel: 040/6570883).

Interview-Hinweise: Andreas Männicke wird am 6. September um 10.15 Uhr in NTV/Telebörse (www.teleboerse.de) über die Investmentchancen im Baltikum, insbesondere in Litauen, befragt werden. Das letzte Interview von Andreas Männicke in der FAZ vom 26. August über Osteuropa können Sie jetzt unter www.eaststock.de abrufen.

Anzeige
 

Newsletter

Newsletter

Jetzt kostenlos anmelden und von Andreas' Männicke Wissen profitieren! weiter

Termine

15.01.2018
Männicke im Intreview in Börsen Radio Networks

Archiv

05.11.17 Alles auf Allzeit-Hoch - und nun?
01.10.17 Wall Street auf neuem Allzeit-Hoch, aber bekommen wir im Oktober einen Crash?
27.09.17 Jetzt wird es immer bunter
10.08.17 Trump gegen Kim – gibt es nun einen (Atom-)Krieg?
31.07.17 Automobilbranche in der Vertrauenskrise – wo bleibt die Moral der Manager?

Weitere Artikel im Archiv

Hotline

Tel.: 0900 - 1-86 14 001
(€1,86/Min aus dem Netz der DT AG, Anrufe aus dem Mobilfunknetz können abweichen)