Das Bild hängt schief!

Drucken Speichern

Sonntag, 20. Mai 2012 10:36:00

Kennen Sie den Loriot-Sketch „Das Bild hängt schief“, wo Loriot zunächst ganz vorsichtig bemüht war, ein schief hängendes Bild gerade zu rücken und durch eine Aneinanderreihung von einigen unglücklichen Handgriffen hernach ein Chaos im Zimmer entstand. Jede weitere Maßnahme bei den „Aufräumungsarbeiten“ erhöhte nur das Chaos. Genauso kommt es mir bei den Versuchen vor, Griechenland zu retten. Hoffentlich ist das Endergebnis nicht ein Chaos in ganz Europa in Zukunft wie beim Loriot-Sketch. Das Bild hängt schon in ganz Südeuropa schief.

Griechenland ist faktisch Pleite und kann sich aus eigener Kraft nicht retten. Dies erkennen jetzt auch immer mehr Griechen, die ihr Geld reihenweise von den Banken abziehen und einen Bankenrun auslösen. Die griechischen Banken wurden bisher nur durch die EZB gerettet. Die griechischen Banken wurden jetzt auf „C“ herunterstuft, was so gut heißt wie zahlungsunfähig. Man wird nun sehen, welche Folgewirkungen eine mögliche Pleitewelle bei griechischen Banken haben wird. Zumindest ist ein Chaos im Sommer in Griechenland nicht auszuschließen.

Auch die Neuwahlen am 17. Juni werden wohl keine Besserung und Klarheit bringen. Der Sparkurs der Griechen wurde schon „abgewählt“. Links -und rechtsextreme Partien bekommen in Griechenland jetzt starken Zulauf und die beiden etablierten Partien, die für den Sparkurs stehen, werden abgestraft. Die Pleite in Griechenland wird dem deutschen Steuerzahler ca. 80 Mrd € kosten; das sind über 2.000 € pro Beschäftigter. Darin noch nicht einberechnet sind mögliche Dominoeffekte bei anderen gefährdeten südeuropäischen Ländern. Auch italienische Banken wurden heruntergestuft und die spanische Bank Bankia wurde schon verstaatlicht. Es brodelt also gewaltig in Südeuropa. Das Bild hängt schief.

Ähnliche Probleme könnten im Sommer aber auch immer noch Portugal, Spanien und Italien drohen und dann könnte die gesamte Südflanke Europas auseinanderbrechen und dies hätte fatale Folgen für die Weltwirtschaft. Deutschland das angeschlagene, hochverschuldete Frankreich müssen jetzt die Führungsrolle in Europa übernehmen, aber es wird bei dem Gespann Merkel-Hollande schwer fallen, zu gemeinsamen, tragfähigen Beschlüssen zu kommen, da auch hier die Vorgehensweise zum „Geraderückens des Bildes“ unterschiedlich sind. Merkel will den Fiskalpakt nicht gefährden. Hollande will mehr den Schwerpunkt auf Wachstumsförderung legen.

Geht das überhaupt - sparen und wachsen? Ja, das Baltikum hat das vorgemacht, aber dann müssen die Südeuropäer auch bereit sein, auf 30% der Gehälter im öffentlichen Dienst zu verzichten. Wäre sowas in Südeuropa oder gar in Deutschland vorstellbar? Auch Deutschland droht sich durch die zu hohen Bürgschaften zu übernehmen und könnte im Chaos enden, wenn es nicht geeignet Maßnahmen gibt, die das Bild wieder gerade rücken. Die Euro-Krise könnte Deutschland nach der Einschätzung von Prof. Sinn im Endeffekt 1 Billion € kosten.

Wenn die EZB nicht mehr die griechischen Banken stützt und die Mittel des ESM nicht ausreichen könnte wie bei Loriot ein Chaos in Europa entstehen. Davor haben auch China und die USA Angst, wobei die USA auch ihre Hausaufgaben erfüllen müssen, was in Anbetracht der schwachen Konjunkturdaten schwer fallen wird. Genau dieses Chaos sollen die EZB und der europäische Rettungsschirm ESM verhindern. Ich bin gespannt, ob es gelingt. Anstelle von das „Bild hängt schief“ wird man dann sagen „das System hängt schief“ und wer kann es durch welche geschickte Maßnahmen dann wieder gerade rücken?

In Anbetracht der Unsicherheit an den Aktienmärkten kann man das IPO von Facebook am Freitag auf den ersten Blick als Erfolg bezeichnen. Der erste Börsenkurs lag mit 43 USD in der Spitze sogar über dem IPO-Preis von 38 USD und Facebook hatte damit tatsächlich wie erhofft eine Marktkapitalsierung von über 100 Mrd. USD. Ich halte dies für klar überwertet und rechne im Jahresverlauf mit fallenden Kursen.

Der Kurs fiel dann intraday auch wieder auf den IPO-Preis von 38 USD. In Deutschland gab es anfangs außerbörslich bei Lang&Schwarz sogar Kurse von 60-65 €, wobei der Kurs sich dann auf 30 € intraday halbierte. An der Frankfurter Börse stieg der Kurs intraday in der Zeit von 18.00 bis 20.00 Uhr von 30 auf 33 €, um dann auf 31,6 als Schlusskurs getaxt zu werden. An anderen Börsen in Deutschland, wo Facebook unter der WKN A1JWVX auch rege gehandelt wurde, gab es einen Schlusskurs von 32,5 €, wobei auch in Deutschland zuvor Aktienpakete um die 32 € herumgeisterten mit dem Versprechen, einen Riesengewinn zu erzielen. Der Riesengewinn für die Anleger blieb bisher aus und ich bin im Zweifel, dass er je entstehen wird.

Der Gewinn von Facebook war im 1Q12 rückläufig und im 2Q12 wird der Gewinn durch das kostenintensive IPO geschwächt. Wie viel Geld Facebook schlussendlich mit demnächst wohl über 1 Billion Nutzern durch „Datenweitergabe“ verdienen wird, ist unklar. Klar ist nur, dass Facebook bei Handelsbeginn gleich eine Klage über 15 Mrd. USD wegen angeblichen Datenklaus eingereicht wurde. Weitere Prozesse werden wohl folgen.

Für diejenige, die Facebook gleich nach Börseneröffnung an der NASDAQ gekauft haben, war Facebook schon gleich ein Verlustgeschäft. Für die „Goldmänner“ (Goldman Sachs & Co) war es aber ein gutes Geschäfte. Ich nehme sogar an, dass Goldman Sachs den Kurs zum Schluss gestützt hat. Auch Kursmanipulation ist nicht ausgeschlossen.

JP Morgan hat vorgemacht, wie man sich mit synthetischen Finanzprodukten mit 2 Mrd. USD sehr schnell verzocken kann, vielleicht werden es sogar noch mehr. Dennoch ist JP Morgan nach dem Kurseinbruch von 11% demnächst wieder ein Kauf.

Der Dow Jones-Index fiel am Freitag auf das neue Wochentief von 12,368 Indexpunkten. Wie Sie im EAST STOCK nachlesen wissen habe ich schon bei 12.800 zum Ausstieg und Shorten (auch an den Ostbörsen) geraten. Auch der DAX fiel am Freitag um 0,59% auf das Wochentief von 6271 Indexpunkten. Damit hat der DAX zwar in einer Woche über 5% verloren, ist aber seit Jahresbeginn noch knapp im Plus. Für viele Anleger in Osteuropa, insbesondere in Russland heißt es aber: wie gewonnen, so zerronnen. So brach der RTS-Index von 1600 auf unter 1300 Indexpunkte seit März ein, wobei ich schon beim unter 1600 zum Ausstieg geraten habe. Dagegen waren Mini-Short-Zertifikate auf den RDX und RTS-Index oder den CECE-Index kräftig in den Gewinn gelaufen. Es handelte sich daher bisher mehr um eine guten Trading-Markt, aber noch keinen guten Investmentmarkt wegen der anhaltenden Verschuldungskrise, die im „Drehtüreneffekt“ immer wieder zurückkommen wird. Denken Sie immer daran: das Bild hängt schief und das System auch.

Demnächst entstehen aber wieder gute Einstiegmöglichkeiten für Trader insbesondere im russischen Aktienmarkt. Auch der Kurs von Gazprom stieg erst von unter 8 € auf über 10 €, um jetzt wieder infolge der zunehmenden Risikoaversion der Anleger und schnellen Gewinnmitnahmen bei 6,7 € zu landen. Demnächst beginnt aber wieder die Zeit der „Schnäppchenjäger“.

Wie es mit der Euro-Krise weitergehen wird und welche Anlagechancen sich für Sie insbesondere in Osteuropa ergeben, wollen wir besprechen beim nächsten Ostbörsen-Seminar „Go east!“ am 22. Mai 2012 um 17.00 Uhr in Frankfurt/M im Hotel Monopol (Kosten 100 € für EST-Leser, 150 € für andere Teilnehmer, Anmeldung und Seminarprogramm unter www.eaststock.de, dort unter Seminar oder unter Tel: 040/6570883, oder email: info@eaststock.de)

Da der Euro im Mai unter 1,30 EURUSD fiel gaben auch Rohstoffe wie Öl, Kupfer, aber auch Gold/Silber im Mai bis Donnertag stark nach, erholten sich aber leicht am Freitag, da sich auch der Euro wieder etwas erholte. Gold/Silber ist auch sehr volatil im Moment und nichts für schwache Nerven. Auch bei Gold/Silber heißt es für viele Anleger in diesem Jahr: wie gewönnen, so zerronnen, wenn sie nicht zuvor Teilgewinne mitgenommen haben.

Der einzige „sichere Hafen“ war der Bund-Future mit einem neuen Rekord-Hoch von 143,7. 30-jährige Bundesanleihen haben jetzt nur noch eine Rendite von 1,44. Auch dies ist ein Bubble, der sich im Zeitverlauf noch auflösen wird. Immerhin konnte man mit biederen, niedrigverzinslichen Bundesanleihen eine Rendite von über 50% seit 2009 durch reine Kursgewinne erzielen. Ich rechne noch mit einem Anleihen-Crash, aber zunächst könnte sich der Bubble fortsetzen.

Sie sollten nach dem steilen Kursanstieg bis Mitte März und der jetzt laufenden Konsolidierung gerade jetzt besonders die Markttechnik beachten, die ich Ihnen recht ausführlich im neuen EAST STOCK TRENDS beschreibe. Achtung: jetzt beginnt die Zeit der „Schnäppchenjäger“! Der neue EST ist gerade erschienen. Wie Sie sich jetzt konkret verhalten sollen und auch welche Aktien in Osteuropa aussichtsreich sind, können Sie nachlesen, wenn Sie jetzt ein Probe Abo- des monatlich erscheinenden Börsenbriefes EAST STOCK TRNDS (3 Ausgaben per e-mail für nur 15 €) unter www.eaststock.de bestellen. Die beiden Muster-Depots konnten sich im Wert seit Auflegung vor 3 Jahren trotz aller Krisen verdreifachen.

Da die Märkte sehr volatil sind, sollten Sie im Moment mehr trading-orientiert agieren. Welche Aktien Sie jetzt kaufen oder verkaufen sollten, können Sie der täglich aktualisierten Ostbörsen-Hotline 09001-8614001 (1,86 €/Min) entnehmen. Verpassen Sie jetzt die guten Trading-Chancen nicht!

TV+Radio-Hinweise: Andreas Männicke wird am 23. Mai im DAF (www.anleger-fernsehen.de) von Dr. Bernd Jünemann über die Chancen in Osteuropa befragt. Andreas Männicke wurde am 28/29. März von dem russischen Portal Modern russia.com (www.mordernrussia.com ) sowie am 5. März 2012 in NTV/Telebörse (www.teleboerse.de), im DAF und im Börsenradio-Networks (www.brn-ag.de) über die Auswirkungen der Präsidentschaftswahlen auf die Moskauer Börse befragt. Sie können sich die Interviews jetzt unter www.eaststock.de, dort unter der Rubrik „Interviews“ runterladen.

Seminar-Hinweis: Das nächste Ostbörsen-Seminar „Go East!“(mit einem Russland-Special und einem Anti-Krisen-Cocktail) wird am 22. Mai um 17.00 Uhr in Frankfurt/M im Hotel Monopol stattfinden. Neben Andreas Männicke von der ESI GmbH werden dort Herbert Doile von der C.A.T Oil AG und Richard Saidi von Danske Invest über neue Chancen in Russland/Osteuropa referieren. Olgierd Bagniewski von der SUV (Schweiz) wird neue interessante und rentable Handelsysteme vorstellen, die auch in Baissephasen Geld verdienen. Zusätzlich wird ein schmackhafter ein Anti-Krisen-Cocktail vorgestellt. Info und Anmeldung unter www.eaststock.de (Rubrik Seminar) oder direkt bei der ESI GmbH, Jüthornstr. 88. 22043 Hamburg, Tel: 040/6570883, e-mail: info@eaststock.de

Anzeige
 

Newsletter

Newsletter

Jetzt kostenlos anmelden und von Andreas' Männicke Wissen profitieren! weiter

Termine

Archiv

31.07.17 Automobilbranche in der Vertrauenskrise – wo bleibt die Moral der Manager?
23.07.17 Drohen jetzt neue Wirtschaftskriege oder sogar ein Börsen-Crash?
25.06.17 Neue Bankenpleiten in Südeuropa
28.05.17 G7 und Trump: Einer gegen alle, alle gegen einen!
08.05.17 Vive la France, aber nach der Wahl ist vor der Wahl

Weitere Artikel im Archiv

Hotline

Tel.: 0900 - 1-86 14 001
(€1,86/Min aus dem Netz der DT AG, Anrufe aus dem Mobilfunknetz können abweichen)