DAX 10.000 geschafft – und nun?

Drucken Speichern

Mittwoch, 11. Juni 2014 17:49:00

Der DAX schaffte am 5. und 6. Juni erst intraday und am 10. Juni auch auf Schlusskursbasis ein neues Allzeit-Hoch mit über 10.000 Indexpunkten, im Hoch bei 10.040 Indexpunkten intraday. Mit den vor mir im EAST STOCK TRENDS empfohlenen Call-Optionsscheinen auf den DAX, aber auch auf den S&P- und Nikkei-Index ließen sich in den letzten Wochen 30-50% machen. Die Haussetrends sind noch voll intakt. Die Rallye startete dabei nach Chartausbruch am 26 .Mai und ging bis zum 10. Juni.

Erst beflügelte die Tatsache, dass Russland auch dem 25. Mai, also der Präsidentschaftswahl in der Ukraine, trotz aller Drohgebärden der USA/EU nicht mit Wirtschaftssanktionen bestraft wurde und dann wurde erfolgreich eine Zinssenkung der EZB spekuliert. Am 11. Juni gab es aber den ersten kleinen Dämpfer nach schwachen Zahlen von der Lufthansa. Der Dax fiel wieder unter die 10.000-er Marke. Die gefährliche Gewittersituation über Deutschland hat möglichweise auch Symbolkraft. Auch an den Weltbörsen drohen demnächst so einige Gewitter, die sich entladen, wenn die Konjunktur- und Unternehmensdaten nicht so positiv ausfallen wie erhofft.

Auch wenn viele Experten jetzt an das Comeback Europas glauben, gibt es nach vor genug Problemländer wie Frankreich, Spanien und Italien mit vielen hausgemachten Problemen. Die Bereinigung der Immobilienblase in Spanien hat noch nicht stattgefunden. Insofern diente die letzte EZB-Zinssenkung auch weniger den südeuropäischen Ländern, sondern vielmehr einmal mehr der Bankenrettung. Die Bankbilanzen sind nach wie vor sehr kreativ. Kreativ werden jetzt aber auch die BSP-Statistiken in Italien, die den Schwarzmarkt in das BSP mit einrechnen wollen, um sich so beim Verschuldungsquotient Staatsschulden/BSP optisch schön rechnen zu wollen, nachdem 133% viel zu hoch sind.

Ich plädiere dafür, dass solche Länder, die einen Verschuldungsgrad von über 100% zum BSP aufweisen, automatisch aus dem Euro ausscheiden müssen und dafür ihre eigene Währung wieder einführen. Griechenland müsste dann schon lange den Drachme und Italien die Lira wieder einführen. Wenn dieser Automatismus vorher bekannt sein würde, würden sich einige Länder wohl mehr disziplinieren. Die EZB-Zinssenkung hilft zwar auch vordergründig den südeuropäischen Problemländern, sie führt aber auch dazu, dass hier der Schlendrian wieder einkehrt. Schon jetzt fordern Frankreich, Spanien und Italien mehr „Wachstumsimpulse durch (Staats)Investitionen“, was aber im Grund heißt, dass der Sparkurs verlassen werden soll und die Verschuldung wieder ansteigt. England wird wohl bald aus der EU ausscheiden, egal ob Juncker nun der neue EU-Präsident wird oder nicht.

Die Finanzmärkte könnten noch ein böse Überraschung erleben, wenn sie sich zu sehr an die Notenbank-Drogen gewöhnen. Die EZB hat nach der Zinssenkung schon die „dicke Bertha“ durch Aufkaufen von illiquiden Aktiva der Banken angekündigt und auch die werden wieder nur auf eine Bankenrettung hinauslaufen, aber keine großen Konjunkturimpulse geben. Die FED ging zuvor aber genauso vor indem sie Hypothekenpapiere übernahm. Hier muss die EZB mehr Transparenz schaffen, was sie genau vorhat, denn auf der Zinsseite ist außer Minuszinsen nicht mehr viel machbar. Die Notenbank-Drogen führten auch zu einem gefährlichen Anleihen-Bubble, der sich irgendwann auflösen wird und dann wird es eng für die Aktienmärkte. Die Aktienmärkte müssen nun von einer liquiditätsgetriebenen in eine gewinngetriebene Hausse übergeführt werden, sonst muss jeder Anleger früher oder später mit scharfen Korrekturen rechnen. Oft kommen solche scharfe Korrekturen aber erst im August bzw. im Herbst.

Ein Armutszeugnis für das fragile marktwirtschaftliche und kapitalistische System ist die anhaltende Massenarbeitslosigkeit bei Jugendlichen in Südeuropa, die irgendwann, wenn sich nicht bald etwas bessert, auf die Barrikaden gehen werden. Auch erwarte ich fortgesetzte Demonstrationen während der WM in Brasilien, wo auch unnötiger Weise viel Geld für Fußballstadien, aber zu wenig Geld für die Bildung und Soziales ausgegeben wurde.

Spannend und spannungsreich bleibt es auch in der Ukraine, wo der neue Präsident Petro Poroschenko nun Frieden in der Ost-Ukraine schaffen muss, aber auch die Schulden an Gazprom begleichen soll. Ob er diesen Spagat schafft, werden wir sehen. Dies gelingt jedenfalls nicht mit einem Bekenntnis zu Europa, sondern durch Pragmatismus und diplomatischen Geschick. Die Ukraine ist zwar aus den Top-News der Medien heraus, die Probleme in der Ost-Ukraine sind aber noch nicht gelöst. Dennoch stiegen insbesondere russische Aktien in den letzten Wochen um 30% ausgehend von März-Tief, weil sich Putin jetzt auch gesprächsbereit zeigt und einlenkt. Zudem stand der ESI-Seminar-Indikator auf „Buy“. Mein Seminar-Motto „in der Ukraine-Krise liegt die Chance!“, hat sich schon bezahlt gemacht, den seit der Krim-Annexion am 18. März stieg die Kurse an den Moskauer Börse.

Russische Aktien waren im Mai und Anfang Juni sogar einer der Top-Performer der Weltbörsen. Der RTS-Index stieg seit Anfang Mai von 1100 auf 1366 Indexpunkte. Damit ist das Erholungspotential aber noch nicht ausgeschöpft. Sogar der renommierte Vermögensverwalter Prof. Max Otte hat jetzt in seinem Portfolio zu 5% russische Aktien mitten in der Krise aufgenommen, darunter auch eine Gazprom, Sberbank und Yandex. Es gibt aber noch weitere chancenreiche Aktien in Russland und auch in der Ukraine, die jetzt immer noch weit unter ihren Buchwerten notieren, ertragsstark sind und hohe Dividenden auszahlen. Allerdings sind die politisch bedingten Risikoprämien auch immer noch sehr hoch.

Lohnend sind aber auch weiterhin Investments in Südosteuropa. So konnte die Börse Ljubljana (Slowenien) schon um 25% und die Börse Sofia (Bulgarien) um 23% zulegen. Chancenreich ist aber auch Litauen (7%), das in 2015 den Euro neu einführen will. Alle genannten Ostbörsen konnten den DAX in diesem Jahr klar outperformen. Nach der Hausse-Rallye seit dem 25. Mai erwarte ich nun aber wieder Korrekturen im Juni/Juli. Die Luft nach oben wird jetzt jedenfalls dünner.

Gewettet wird jetzt demnächst wohl mehr, wer Fußballweltmeister wird als an der Börse zu spekulieren. Apropos: Was ist Ihr WM-Tipp: wer wird wohl Weltmeister? Ich tippe auf Brasilien und Spanien, drücke aber Deutschland die Daumen, zumindest die Vorrunde zu überstehen. Leicht wird es nicht. Noch eine Prognose von mir: wenn Deutschland in der Vorrunde rausfliegen sollte, geht Löw und es kommt Klopp.

Schauen Sie sich jetzt das neue Video von Andreas Männicke vom 11. Juni 2014 in EastStockTV, Folge 27 über die Aussichten der Welt- und Ostbörsen im Juni unter www.eaststock.de, dort unter "Interviews" an" oder direkt bei www.youtube.com.

TV-Hinweise: Herr Männicke wurde am 14. Mai in NTV-Telebörse im Zertifikate-Check mit Friedhelm Tilgen und im DAF von Dr. Bernhard Jünemann über die Ostbörsen befragt. Am 23. Mai war er in der Sendung Makro in 3SAT zu sehen. Sie können alle TV-Interviews ebenso wie die EastStockTV-Sendungen jetzt unter www.eaststock.de, dort unter „Interviews“ abrufen.

Informieren Sie sich jetzt ausführlich über die Hintergründe der Ukraine/Russland-Krise, aber auch das zukünftige Erholungspotential der unterbewerteten Aktien aus Osteuropa : Bestellen Sie jetzt auch ein Probe-Abo (3 Ausgaben per Email für nur 15 €) des monatlich erscheinenden Börsenbriefs EAST STOCK TRENDS mit einem weiteren Ukraine/Russland-Special mit vielen Hintergrund-Informationen und neuen Anlage-Vorschlägen wie mit der "Aktie des Monats“ und lukrativen Zertifikaten unter www.eaststock.de, dort unter Börsenbrief. Denn wie heißt es so schön: erst informieren und dann investieren!

Diskutieren Sie jetzt auch mit Herrn Männicke interaktiv unter http://go.guidants.com/de#c/Andreas_Maennicke .

Anzeige
 

Newsletter

Newsletter

Jetzt kostenlos anmelden und von Andreas' Männicke Wissen profitieren! weiter

Termine

15.01.2018
Männicke im Intreview in Börsen Radio Networks

Archiv

05.11.17 Alles auf Allzeit-Hoch - und nun?
01.10.17 Wall Street auf neuem Allzeit-Hoch, aber bekommen wir im Oktober einen Crash?
27.09.17 Jetzt wird es immer bunter
10.08.17 Trump gegen Kim – gibt es nun einen (Atom-)Krieg?
31.07.17 Automobilbranche in der Vertrauenskrise – wo bleibt die Moral der Manager?

Weitere Artikel im Archiv

Hotline

Tel.: 0900 - 1-86 14 001
(€1,86/Min aus dem Netz der DT AG, Anrufe aus dem Mobilfunknetz können abweichen)