Besonnene Anleger nach den Terroranschlag, „Krieg“ und Ausnahmenzustand in Frankreich

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Sonntag, 22. November 2015 20:19:00

Die Weltbörsen reagierten nach dem Terroranschlag, Ausnahmenzustand und dem von Hollande angekündigten „Krieg“ sehr besonnen. Die Weltbörsen konnten in der letzten Woche Kurszuwächse von 2 bis 10 Prozent verzeichnen. Am meisten stieg die Moskauer Börse und auch der Rubel, nachdem Putin nun beim Anti-Terrorkampf in Syrien wieder ein gefragter Mann zu sein scheint. Die Moskauer Börse avancierte sogar sehr schnell zu einem der Top-Performer unter den Weltbörsen.

Reaktionen 1 Woche nach dem Terroranschlag in Paris

Was passierte nach dem Terroranschlag in Paris? In Hannover wurde das Länderspiel Deutschland gegen die Niederlande am Dienstag wegen einer Bombendrohung abgesagt, in Brüssel gab und gibt es die Terrorstufe 1: alle Großveranstaltungen wurden in Brüssel abgesagt, Schulen und Universitäten bleiben in Brüssel geschlossen, die U-Bahn wurde stillgelegt, da man einen ähnlichen Terroranschlag wie in Paris für möglich hält. Iin Paris wurde ein weiterer Terroranschlag vereitelt und dabei einer der mutmaßliche Rädelsführer der Anschläge in Paris Abaaoud, der zuvor mehrfach in Deutschland war, getötet. In Frankreich wurde der Ausnahmezustand auf 3 Monate ausgedehnt und in Mali gab es einen weiteren Terroranschlag auf ein Luxus-Hotel mit 21 Toten, darunter auch 2 Deutsche. Die Bundesligaspiele wurden aber alle in Deutschland am Wochenende ohne Terroranschlag veranstaltet. Jetzt kommt aber die Zeit der Weihnachtsmärkte in Deutschland, wo erhöhte Aufmerksamkeit und Polizeipräsenz wahrscheinlich ist.

Terroranschlag in der Krim

In der Krim wurde der Strom von Krim-Tataren in die Luft gesprengt, womit der Strom in der Krim ausfiel. Der Ukraine-Konflikt geriert durch den Terroranschlag in Paris in den Hintergrund. Dabei starben auch hier schon über 6000 Menschen und es gibt über 1 Million Flüchtlinge, die überwiegend nach Russland flüchteten. Die Regierung der Krim erklärte den Notstand, denn es gingen dort sprichwörtlich die Lichter aus.. Auch das wird aus russischer Sicht als Terrorakt eingestuft. Kann Minsk 2 nun eine Blaupause für den Friedensprozesse in Syrien werden?

Der Text der französischen Nationalhymne Marseillaise hat Symbolkraft

Die ganze Welt singt in diversen Stadien jetzt absichtlich und ganz bewusst die französische Nationalhymne „La Marseillaise“ aus Solidarität – oft ohne zu wissen, was man da singt. Wer hinterfragt jetzt schon die Zeilen „Marchons, marchons qu´un sang impur abreuve nos sillons.“ (=marschieren, marschieren wir, damit unreines Blut unsere Furchen tränke). Auch der Text zuvor ist brandaktuell und spricht Bände: „Entendez-vous dans les campagnes mugir ces féroces soldats? Ils viennent jusque dans vos bras egorger vos fils, vos compagnes (= Hört ihr auf den Feldern diese wilden Soldaten brüllen? Sie kommen bis in eure Arme, um euren Söhnen, euren Gefährtinnen die Kehlen durchzuschneiden).

Sind das jetzt die IS-Krieger, vor denen Frankreich Angst hat (auch vor Chemiewaffen), um ihnen jetzt den Krieg zu erklären. Der Inhalt der Marseillase ist also hochaktuell. Ist aber eine „Kriegserklärung“ gegen den IS das geeignete Gegenmittel? Mitnichten. „And the winner is“ schon heute: Die Rüstungsindustrie in Deutschland, Frankreich und den USA!

Vergessen wir nicht, dass es ständig Terroranschläge in Pakistan, Afghanistan, Libanon, Israel/Palästina, Libanon, Irak und Syrien gibt, die aber nicht die mediale Aufmerksamkeit bekommen wie jetzt in Paris, wo alle aus Solidarität die blutrünstige französische Nationalhymne als Kriegsglied singen.

Wir sollten uns auch Gedanken machen, wie man Hass vermindern kann, aber auch den Rattenfängern in den Vororten von Paris und Brüssel für den IS den Garaus machen machen kann. Wir sollten auch nicht vergessen, dass der IS ursprünglich in den amerikanischen und französischen Gefängnissen, aber auch durch die unsägliche und völlig fehlgeschlagene „Anti-Terror-Politik“ der USA ursächlich entstanden ist.

Auch Syrien war schon mal Inhalt der französischen Nationalhymne

Die Marseillaise wurde 1792 nach der Kriegserklärung gegen Österreich als Kriegsglied für die Rheinarmee verfasst. Das Lied wurde beim Einzug der Soldaten aus Marseille in Paris gesungen und 1795 zur französischen Nationalhymne gemacht. Nun wird der Krieg gegen die IS-Staat ausgerufen. Während des zweiten Kaiserreichs wurde ausgerechnet das Lied „Partant pour la Syrie („Nach Syrien abreisend“) die französischen Nationalhymne. 1914 entstand anlässlich des ersten Weltkriegs eine Fassung, die gegen Deutschland gerichtet war.

Kriegserklärung und Luftangriffe in Syrien als falsches Mittel im „Anti-Terror-Kampf“

Der französische Präsident Hollande ordnete sofort nach den Terroranschlag Luftangriffe gegen die IS in Syrien, wo aber auch Zivilsten als Kollateralschaden in Kauf genommen werden, ebenso wie bei den Luftangriffen von Russland, aber auch bei dem unsäglichen Drohnenkrieg der USA. Der Anti-Terrorkampf kann so unmöglich gewonnen werden. Im Gegenteil: weitere Terroranschläge sind wahrscheinlich, denn Gewalt wird weitere Gewalt zur Folge haben.

Waffenstillstand in Syrien mit den Rebellen notwendig

Frankreich reichte eine Resolution beim Kampf gegen die IS bei der UNO ein, die angenommen wurde. Auch Russland will nun gezielter die IS angreifen, was aus der Luft aber nur schwer möglich ist. Alles das ist nur Symbolpolitik, ebenso wie der nun beschlossene Ausnahmenzustand in Frankreich, der die Bürgerrechte erheblich einengt. Die Zusammenarbeit der Geheimdienste soll international verbessert werden.

Am 29. November sollen Demonstrationen beim Klima-Gipfel in Paris verboten werden, wo 50.000 Personen auch aus dem Ausland erwartet werden. In Paris selbst versucht man zur Normalität zurückzukehren und die Cafés und Bars füllen sich auch schon wieder, ebenso wie die Konzertsäle. Was wir aber jetzt brauchen und was die nächsten Wiener Gespräche zum Ziel haben sollten, wäre ein Waffenstillstand in Syrien mit den Rebellen und eine ehrliche Auseinandersetzung mit den Unterstützern der IS, namentlich mit Saudi-Arabien, Katar und der Türkei, um die Grenzen für IS-Krieger zu schließen und wirkungsvoller gegen die IS-Terroristen ankämpfen zu können.

Besonnene Aktienanleger sorgen für steigende Aktienkurse – vor allem in Moskau!

Die Aktienanleger reagierten bisher sehr besonnen 1 Woche nach dem Terroranschlag in Paris. Es kam sogar zu starken Kursanstiegen bei einigen Aktien-Indices, während die Rohstoffmärkte inklusive Gold und Silber weiter in den Keller fielen, da der Dollar weiter anstieg. Am 16. Dezember kann es auch zu einer Zinserhöhung kommen, was den Abwärtstrend bei den Rohstoffen verstärken könnte.

Der DAX stieg am Freitag um 0,3 Prozent auf 11.120 Indexpunkte und damit um etwa 5 Prozent in der letzten Woche und der EuroStoxx um 0,14 Prozent am Freitag auf 3451 Indexpunkte und damit um 4,5 Prozent 1 Woche nach dem Terroranschlag. Auch der Dow Jones Industrial Index stieg vergangen Woche um 3 Prozent auf 17.823 Indexpunkte. In den USA warten nun alles auf die nächste Entscheidung der amerikanischen Notenbank FED am 16. Dezember, wo eine leichte Zinserhöhung erwartet wird.

Moskauer Börse bleibt einer der Top-Performer der Welt

Am meisten konnte aber der russische Aktienmarkt in der letzten Woche ansteigen, weil Putin jetzt offensichtlich wieder „salonfähig“ und ein gefragter Gesprächspartner bei der Terrorbekämpfung in Syrien geworden ist. Der auf US-Dollar basierende RTS-Index stieg in der letzten Woche um über 8 Prozent, der auf Euro basierende RDX-Index um 11 Prozent und der auf Rubel basierende MICEX-Index um 5 Prozent auf 1826 Indexpunkte. Dabei konnte auch der Rubel zum Euro deutlich auf 68,69 EUR/RUB zulegen, obwohl der Brentölpreis auf 44,42 US-Dollar/Barrel deutlich nachgab. Die Moskauer Börse bleibt damit allen Unkenrufen zum Trotz einer der Top-Performer der Weltbörsen mit einem Plus von 12 Prozent in US-Dollar und über 20 Prozent in Rubel. Gazprom stieg letzte Wochen sogar um 12 Prozent von 3,8 auf 4,27 €, dabei um 1,18 Prozent am Freitag. Ein weiter Terroranschlag in einer Großstadt wird aber wohl eine andere Auswirkung haben als die bisher sehr besonnene.

„Rote Linien“ wegen der angeschlagenen Markttechnik jetzt unbedingt beachten

Nach dem starken Kursanstieg bis 23. Oktober stellt sich nun die Frage, ob das nun der Beginn der Jahresendrally oder schon das Ende war. Ab dem 4. November korrigierten die Weltbörsen bereits, stiegen letzte Woche aber auch wieder an. Kurzfristig sind fallende Aktienkurse wahrscheinlicher. Aufgrund der weiterhin angeschlagenen Markttechnik und der FED-Entscheidung ist demnächst wieder eine defensive Anlagepolitik ratsam. Die nächsten wichtigen „roten Linien“ die an den Weltbörsen nicht unterschritten werden dürfen, können Sie der neuen Ausgabe des EAST STOCK TRENDS (EST, www.eaststock.de) vom 3. November entnehmen. Nach dem Crash am 24. August und den schwachen Kursen im September sowie der Kurserholung im Oktober befinden sich nach wie vor 5 Börsen aus Osteuropa unter den Top-Performern der Welt. Die Börse Riga stieg wie sogar schon um 40 Prozent!

Erst informieren, dann investieren

Nach der Korrektur im August/September und nun auch im November bleibt auch die Moskauer Börse eine attraktive und stark unterbewertete Trading-Börse. Die preiswertesten Aktienmärkte kommen aus Osteuropa. Die Aktienmärkte aus Serbien und Slowenien zählten im letzten Jahr mit einem Plus von jeweils 18 Prozent in 2014 zu den Top-Performern auf der Welt. Die Börse Budapest (Ungarn) war bis April 2015 einer der Top-Performer mit einem Plus von über 36 Prozent. Aber auch die baltischen Börsen stiegen schon über 15 Prozent bis April 2015 (bis jetzt +15 Prozent in Estland, +40 % in Riga!). Jetzt stiegen im Oktober auch Börsen aus Osteuropa an. Die Moskauer Börse ist jetzt in etwa in US-Dollar über 10 Prozent im Plus, wobei der MICEX-Index noch über 20 Prozent im Plus ist. Es kam aber zuletzt zu hohen Währungsgewinnen für deutsche Anleger.

Informieren Sie sich jetzt ausführlich über die Hintergründe der Ukraine/Russland-Krise, aber auch das zukünftige Erholungspotential der unterbewerteten Aktien aus Osteuropa. Bestellen Sie jetzt auch ein Probe-Abo (3 Ausgaben per Email für nur 15 €) des monatlich erscheinenden Börsenbriefs EAST STOCK TRENDS (EST) mit einem weiteren Ukraine/Russland-Special mit vielen Hintergrund-Informationen und neuen Anlage-Vorschlägen wie mit der "Aktie des Monats“ und lukrativen Zertifikaten unter www.eaststock.de, dort unter Börsenbrief. Der letzte EST erschien am 3. November 2015. Der nächste EST folgt im Dezember.

Die „Aktie des Monats Dezember 2014“ Surgut Vz. stieg seit Kaufempfehlung im Hoch um 81 Prozent in wenigen Monaten. Die Muster-Depot-Aktie Magnit verzehnfachte sich bereits seit 2009, erreichte im Juli aber sogar ein neues Allzeit-Hoch. Die Vorzeigeaktie Luxoft verdoppelte sich bereits seit der Empfehlung im EST als „Aktien des Monats“ vor einem Jahr. Das neue Muster-Depots II des EST ist immerhin bis 12. Oktober mit über 48 Prozent seit Jahresbeginn kräftig im Gewinn und haben den DAX klar outperformt, was man einloggen kann. Im neuen EAST STOCK TRENDS wurden eine Stahl- und eine Goldaktie aus Russland als „Aktien des Monats“ neu herausgestellt. Zudem wurde ein weiteres Ukraine-Special mit vielen lesenswerten Hintergrundinformationen über die Ukraine angefertigt. Wie heißt es so schön: erst informieren und dann investieren!

TV- und Radio-Hinweise: Andreas Männicke wird am 5. Oktober 2015 um 13.00 Uhr im DAF und am 6. Oktober 2015 um 13.00 Uhr in Börsen Radio Networks über die Beschlüsse in Paris befragt. Sie können das Interview hernach unter www.eaststock.de, dort unter der Rubrik Interviews abrufbar. Schauen Sie sich auch das gleichnamige EastStockTV-Video, Folge 87 unter www.eaststock.de, dort unter der Rubrik „Interviews“ an.

Diskutieren Sie jetzt auch mit Herrn Männicke interaktiv unter http://go.guidants.com/de#c/Andreas_Maennicke

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