Bad news are good news, dank(e) – Super-Draghi!

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Samstag, 11. Mai 2013 13:52:00

Die Sektkorken knallen! Nach der erwarteten Zinssenkung der EZB von 0,75 auf den historischen Niedrigststand von 0,5% erklomm der DAX nun endlich auch ein neues Allzeit-Hoch, was der MDAX schon lange vorher vorgemacht hatte. Das alte DAX-Allzeithoch lag bei 8152 Indexpunkten. Jetzt liegt der DAX schon bei über 8250 Indexpunkten und es werden jetzt neue Kursziele von 9000 noch in diesem Jahr aufgerufen. Bei aller Freude wird dabei immer vergessen, dass der DAX ein Performanceindex ist, wo die Dividendenerträge mit einberechnet werden. Würde man diese abziehen so wie beim Dow Jones oder S&P-Kursindex, dann wäre der DAX erst bei etwa 6000 Indexpunkten. Umso besser performen aber die US-Indices im Vergleich zum DAX.

Auch die Wall Street eilt nun von einem Allzeit-Hoch zum nächsten. Der Dow Jones überwand bereits die 15.000-er Marke und der marktbreitere S&P-Index die 1600-Marke. Der NASDAQ erreichte mit fast 3000 Indexpunkten zwar auch ein neues Jahreshoch; das Allzeit-Hoch aus dem Jahr 2000 ist aber noch weit entfernt. Am besten schnitt in diesem Jahr aber der Nikkei-Index ab mit einem Plus von 40%, wobei freilich auch der Yen sich um Euro um 33% abschwächte, was auch zu dem starken Kursanstieg in Japan führte.

Der Nikkei-Index ist von seinen Allzeithoch von über 40.000 Indexpunkten zwar noch meilenweit entfernt, aber immerhin strebt er jetzt die 15.000-Marke mit Schwung an. Bis November 2012 dümpelte der Indexstand zuvor lange Zeit seitwärts in der Trading-Range 8000 bis 9000 Indexpunkte, bevor er zum Top-Performer der Welt wurde. In Japan scheint die „Great Rotation“ schon begonnen zu haben und die heißt; raus aus Anleihen, rein in Aktien. Daneben gab es aber auch einen Turn around bei vielen japanischen Aktien. Sony schreibt jetzt wieder schwarze Zahlen und bei Toyota verdreifachte sich der Gewinn sogar auf 7,4 Mrd €. In diesem Jahr wird sogar ein Gewinn von über 10 Mrd. € erwartet. Der Hauptauslöser des Aktienbooms war aber die japanische Notenbank, die die Geldmenge verdoppeln will und durch das massive Aufkaufen von ausländischen Anleihen den Yen absichtlich schwächte, was wiederum den Exportunternehmen zu Gute kam.

Das große Kapital fließt jetzt mehr in die etablierten Weltbösen und nicht in die Emerging Markets, obwohl diese schneller wachsen und geringer verschuldet sind. Man sucht die Sicherheit in der Liquidität. Alle diese Kursbewegungen an den großen Weltbörsen aus den USA, Asien und Europa sind zum großen Teil den Notenbanken durch das fortgesetzte Geldrucken (neudeutsch: „quantitative easing“, kurz: QE), also unkonventionellen Notenbankmaßnahmen zur Stimulierung der Wirtschaft zu verdanken. Dazu gehören auch Anleihenkäufe von Schrottanleihen zur Vermeidung von Staatsbankrotten, was die Bilanzsummen enorm erhöht, aber auch mehr Risiken in die Bücher der Notenbanken verbringt. Dieses frische Geld fließt zum Teil auch an die Börse, aber nicht in die Wirtschaft. So verpuffen die Effekte von Zinssenkungen – zur Freude der Aktionäre.

Dabei sind schlechte Nachrichten im Moment gute Nachrichten für die Weltbörsen, denn die Anleger setzen dann weiter auf die Fortsetzung des QE, so dass es eine liquiditätsgetriebene Hausse gibt. So malte der EZB-Chef Draghi ein sehr düsteres Konjunkturbild in Südeuropa, was auch einer der Gründe für die Zinssenkung ist. Dabei nähert sich Frankreich immer mehr dem Südeuropa-Dilemma an, weniger zu wachsen und sich mehr zu verschulden und das bei steigender Jugendarbeitslosigkeit. Der Nord-Süd-Konflikt nimmt damit in Europa immer mehr zu und ob Deutschland als einzige Konjunktur-Lokomotive den zukünftigen Belastungen standhalten wird, muss abgewartet werden. Der IFO-Geschäftsklima-Index war zuletzt gefallen.

Dabei hat Draghi sein Pulver noch nicht verschossen. Er droht zur Not auch Negativ-Zinsen bei der EZB an. Damit steht Draghi aber nicht im Einklang mit der Deutschen Bundesbank, die auch gegen die Zinssenkung votierte. Anders als bei der FED gibt es bei der EZB aber keine veröffentlichten Sitzungsprotokolle, was für Intransparenz und Unbehagen sorgt.

In der Tat sind die Konjunkturdaten aus den südeuropäischen Ländern immer noch sehr ernüchternd. Vor allem die hohen Jugendarbeitslosenquoten machen weiterhin Sorge. So sind in Griechenland zwei Drittel aller Jugendlichen arbeitslos und in Spanien 56%. Auch Brüssel will sich nun sich offensichtlich allmählich von der beschlossenen Fiskalbremse verabschieden. Den Ländern soll jetzt mehr Zeit gegeben werden, ihre Haushalte zu sanieren. Dies geschieht auf Druck der Südeuropäer, vor allem aus Italien, Spanien, Portugal und Frankreich. Das bedeutet aber auch über einen langen Zeitraum, Defizite von über 3% des BSP Haushaltsbilanzdefizit ohne Sanktionsmaßnahmen. Ist damit schon jetzt der Fiskalpakt aufgelöst und die Fiskalbremse wieder ad acta gelegt? Ich habe immer gesagt, dass eine Fiskalbremse in einer Rezession kontraproduktiv wirkt. Der Spagat, gleichzeitig Wachstumsimpulse zu geben und zu sparen scheint noch nicht so recht in Europa zu klappen.

Die Notenbanken fluten indes weiter die Märkte, was zu weiteren Bubbles führt. Trotz starker Geldmengenausweitung gibt es im Moment kein Inflationsproblem, sondern eher ein Deflationsproblem. Allerdings führt das fortgesetzte QE zu einer gefährlichen Asset-Inflation, die sich irgendwann in einem Crash auflösen könnte. Im April brachen nicht nur die Preise von Gold/Silber ein, was ich befürchtet und angekündigt hatte, sondern auch fast aller Industriemetalle. Der Stahl- und Kohlepreise sind schon lange im Keller.

Da in Japan schon lange eine Deflation vorherrscht, ist das Thema der Notenbank dort Reflation und Erhöhungen der Wettbewerbsfähigkeit durch Währungspolitik und durch Geldpolitik. Ob dies der richtige Weg ist, wird sich zeigen. Zumindest zeigt diese Politik Wirkung an der Börse mit einem Plus von 40% beim Nikkei-Index. Dabei nimmt man sogar steigende Zinssätze in Kauf. Nur dürfen die Zinsen nicht zu stark steigen, da dann Japan mit der größten Verschuldung aller Industrieländer Refinanzierungsprobleme bekommen könnte.

Die meisten Industrieländer sind überschuldet und freuen sich über die niedrigen Zinnsätze und die finanzielle Repression, also den fast unmerklichen Schuldenabbau über negative Realzinsen und bzw. einer Inflationsrate, die über den durchschnittlichen Zinssätze liegt. Damit verliert der Sparer an Kaufkraft und fast unmerklich auch an realem Vermögen. Allein dadurch werden sich die Schuldenprobleme aber nicht auflösen können. Wir sind bei einer Rendite von etwa über 1% im 10-jährigen Bereich im Moment fast am Ende des Anleihen-Bubbles in den USA und in Deutschland, was zu einem Anlagennotstand bei Pensionskassen, Versicherungen und Stiftungen führt. Dies führt auch wieder zu der Überlegung der „Great Rotation“, die möglicherweise schon in den USA und in Deutschland begonnen hat.

Hinzu kommt nun die Dividendensaison und die Rekord-Unternehmensliquidität bei vielen Top-Unternehmen (bei Apple alleine 170 Mrd USD!). Dies könnte die Aktienmärkte weiter stützen. Gefährlich wird es erst, wenn die Droge „QE“ von den Notenbanken nicht mehr verabreicht wird. Dann erwarte ich einen Crash oder einen Baisse, zumindest aber erhöhte „Volatilität“, die jetzt so niedrig ist wie schon lange nicht mehr. Das wird sich ändern. Noch werden schlechte Nachrichten aber als gute Nachrichten interpretiert, weil dann mit einer Fortsetzung der Drogenpolitik der Notenbanken gerechnet wird.

Die G20 hätte eigentlich die jetzt wichtig Aufgabe, für eine Art Weltpolizei zu sorgen und selbst ein „Rat der Weisen“ zu sein, der zu einer Stabilisierung der globalen Kapitalmärkte beitragen kann oder zumindest dafür Anregungen machen wird. Russland hat in diesem Jahr den Vorsitz der G 20 und kann damit auch eigene Impulse geben.

Zu diskutieren wäre, was passiert, wenn die Drogenpolitik der Notenbanken ein Ende hat, wenn die Inflation wieder zunimmt, wenn das Wachstum unterdurchschnittlich bleibt, wenn Protektionismus wieder zunimmt, wenn der Spagat Schuldenabbau (Fiskalbremse) und Wachstum nicht gelingt (wie in Südeuropa) bzw. wie der Spagat besser gelingen kann, wie die Bilanzsummenausweitung der Notenbanken wieder zurückgeführt werden kann, was bei einem Schuldenschnitt von überschuldeten Ländern à la Griechenland passiert (Dominoeffekte), wie Banken ausreichend zu kapitalisieren und zu stabilisieren sind, noch wichtiger: wie ein Bankenrun vermieden werden kann, wie Schattenbanken und Hedgefonds besser zu kontrollieren sind, wie der 700 Billionen-Derivate Markt unter Kontrolle zu kriegen ist, der zu 90% ein OTC Markt ist, wie der 22 Billion USD Steueroasen-Markt zu regulieren ist (Stichwort Datenaustausch, Vermeidung eines Kollaps à la Zypern), wie Währungskriege und Protektionismus zu vermeiden sind, wie soziale Ungleichgewichte besser in Balance zu bringen sind, wie Verteilungskonflikte besser zu lösen sind, wie die Eigenkapitalbildung gefördert werden kann, wie Wohlstandsteigerungen herbeigeführt werden können und vor allem wie der Weltfrieden erhalten bleiben kann ohne geopolitischen Machtspiele (Iran-Atomproblem, Nordkorea, Syrien etc).

Putin, es ist fünf vor 12! Putin sollte auf dem G 20-Gipel ein Machtwort sprechen, denn die Instabilität der unkontrollierten Finanzmärkte kam vom Westen und nicht dem Osten. Auch die Kooperation der Emerging Markets untereinander sollte verstärkt werden. Das Motto des nächsten G 20-Gipfels sollte sein: es gibt viel zu tun – packen wir es gemeinsam an, denn die Weltwirtschaft steht vor großen Herausforderungen, die nur gemeinsam zu lösen sind. Dabei sollten die finanzstarken Länder den finanzschwachen Ländern helfen. Russland selbst ist durch die Rohstoffabhängigkeit sehr verwundbar und müsste daher auch im eigenen Interesse ein präventives Anti-Krisenmanagement entwickeln. Das globale Finanzsystem ist sehr fragil und wird im Moment durch die Drogenpolitik der Notenbanken vor dem Auseinanderbrechen bewahrt.

Man sollte jetzt einen Rat der Weisen schaffen und Ausschüsse bilden, die dem Rat der Weisen der Welt zuarbeiten und innovative, auch unkonventionelle Vorschläge für die dringendsten Finanzprobleme der Welt machen. Zudem sollte es ein regelmäßiges Reporting geben, wie sich die Dinge in verschiedenen Bereichen entwickeln, wo sie sich verbessern und wo verschlechtern, um dem gemeinsam entgegenzuwirken. Zudem sollte ein globales Frühwarnsystem entwickelt werden, dass auf Fehlentwicklungen rechtzeitig aufmerksam macht. Dies könnte beim IWF angesiedelt werden.

Ich schlage zudem vor, dass der Rubel mit dem Euro mergen sollte und dass ein EU-Länderfinanzausgleich formell eingeführt werden sollte, den es faktisch jetzt schon durch die Transferunion gibt. Welche unkonventionellen Vorschläge haben Sie diesbezüglich? Bitte melden Sie sich bei mir, denn wir wollen gemeinsam die Welt retten, bevor es zu spät ist!

Noch aber sind die Weltbörsen in Champagnerlaune, obwohl der Kater irgendwann kommen wird. In Osteuropa entwickeln sich in diesem Jahr aber nur einige Börsen wie aus dem Baltikum, und Südeuropa (Sofia +15%, Zagreb +10%, Tallinn +9%) vorteilhaft, während die Börsen aus Zentralosteuropa (Ungarn, Tschechien, Polen), aus Russland, der Ukraine und Kasachstan noch im Minus sind. Aber auch hier gibt es selektiv Chancen wie bei der russischen Konsumkette Magnit, dessen Kurs sich seit Anfang 2009 mittlerweile verzehnfacht hat und die in diesem Jahr auch ein neues Allzeit-Hoch erreichte. Hier beträgt das Wachstum aber auch über 30% und das schon einige Jahre lang. Daher war Magnit auch mit Favorit in meinem Muster-Depot.

Die billigsten Aktienmärkte der Welt kommen aus Osteuropa. Welche enormen Erholungschancen die osteuropäischen Aktien jetzt haben, können Sie nachlesen, wenn Sie jetzt ein Probe-Abo des monatlich erscheinenden Börsenbriefes EAST STOCK TRENDS (3 Ausgaben per e-mail für nur 15 €) unter www.eaststock.de bestellen. Die beiden Muster-Depots konnten sich im Wert seit Auflegung vor 3 Jahren trotz aller Krisen verdreifachen. Aktien wie Magnit konnten sich im letzten Jahr fast verdoppeln und der Kurs der Bank of Georgia seit Anfang 2009 sogar mehr als verzehnfachen! In der aktuellen Ausgabe wird auch ein sehr interessanter Goldwert vorgestellt.

Eine gute Alternative zum Kauf von physischen Gold oder gar Goldaktien ist das Angebot von einem der größten Goldhandelsunternehmens Deutschlands, Ihnen das Gold zum Marktpreis anzubieten verbunden mit dem Angebot, Ihnen das Gold nach 13 Monaten wieder abzunehmen zu einem Preis von 5,8% p.a. über dem Kaufpreis. Wenn der Goldpreis stark steigen sollte, haben Sie das Upside auf der Long-Seite. Wenn der Goldpreis aber wie zuletzt stark fallen sollte, haben Sie zumindest eine Rendite von 5,8%, wobei Sie die ganze Zeit physischer Besitzer und Eigentümer des Goldes sind, was Sie bei einem Währungs-Crash schützen könnte.

Zudem gibt es auch Fonds mit deutschen Wohnimmobilien mit einer Rendite von 8% p.a. und Performance-Fonds mit einer Zielrendite von über 10%. Sie sollten also jetzt mehr Ihr Kapital diversifizieren. Wenn Sie diese Angebote interessieren, melden Sie sich bitte bei mir unter 040/6570883 oder meinen Partner Hans-Peter Bandur unter Tel: 0177 482 7112.

Seminar-Hinweis: Das nächste Ostbörsen-Seminar „Go east – In der Krise liegt die Chance“ findet am 23. Mai 2013 um 17.00 Uhr in Frankfurt/M im Hotel Monopol statt, wo auch über Gold/Silber und andere Rohstoffe, aber auch über Alternativen zu Aktien und geeigneten Anlageinstrumenten in der Krise diskutiert wird. Info und Anmeldung unter Tel: 040/6570883 oder indo@eaststock.de oder unter www.eaststock.de .

Konferenz-Hinweis: Andreas Männicke wird am 14. Mai 2013 einen Vortrag zur Modernisierung des russischen Finanzmarktes und zur Moskauer Börse anlässlich des Unternehmerkongresses der deutsch-russischen Modernisierungspartnerschaft in Berlin halten. Anmeldung unter www.russlandkongress.de oder unter www.wegweiser.de .

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